WM Moskau 2007  -  WM-Tag 28. April 2007 - Berichte �ber  Nationalteam
Kader - Spieler A - Z

 

28.4. 

16:15

Deutschland

: Kanada

2

3

 1:1, 1:1, 0:1) 

 

16:15

Schweiz

: Lettland

2

1

 0:0, 2:1, 0:0) 

 

20:15

Slowakei

: Norwegen

3

0

 (2:0, 1:0, 0:0) 

 

20:15

Schweden

: Italien

7

1

 (2:1, 4:0, 1:0) 

 

WM-Tag 28. April 2007

Abgekl�rte Slowaken starten mit Pflichtsieg

Mytischtschi, 28.April 2007 - In der deutschen WM-Gruppe C zeichnet sich nach den ersten beiden Spielen das erwartete Bild ab. Nachdem Kanada die deutsche Auswahl am Samstag in Mytischtschi (Russland) mit 3:2 in die Knie gezwungen hat, l�ste auch die Slowakei mit einem 3:0 (2:0, 1:0, 0:0) gegen Norwegen ihre Aufgabe.

Die Slowaken, mit sechs Cracks aus der National Hockey League angetreten, erarbeiteten sich dabei geduldig ihre Tore. Mit einem Doppelschlag im ersten Drittel durch Treffer von dem quirrligen Marek Uram, der mit einem sehenswerten Handgelenkschuss sein Ziel anvisierte, und Verteidigerriese Zdeno Chara fanden sie fr�hzeitig entscheidend in die Erfolgsspur und mussten danach nicht mehr tun, als diesen Vorteil entsprechend zu verwalten.

Bei den Norwegern tat sich in dieser Phase vor allem eine eklatante Abschlussschw�che auf. Im Mittelabschnitt fehlte bei mehreren guten Chancen die Kreativit�t vor dem gegnerischen Tor. Die beste M�glichkeit vergab Lars Erik Lund, als er in der 34. Minute von der Strafbank kommend alleine vor dem slowakischen NHL-Goalie Jaroslav Halak nicht erfolgreich abschlie�en konnte.

Flei�ig waren die Norweger nicht nur im Auslassen ihrer besten Torchancen, sondern auch im Sammeln von Strafzeiten. Konnten es sich die Slowaken leisten, die Partie bis wenige Sekunden vor Schluss ohne einen Spieler auf der S�nderbank abzuspulen, was nicht f�r einen letzten Einsatz spricht, so kamen die Sch�tzlinge von Coach Roy Johansen auf insgesamt zw�lf Strafminuten. Die Norweger hielten sich in Unterzahl bei nur einem Gegentreffer durch Radivojevic (38.) allerdings wacker.
TORE: 1:0 (12:00) Uram, 2:0 (12:51) Chara, 3:0 (37:39) Radivojevic (5:4)

Strafzeiten: Slowakei 2 � Norwegen 12
Schiedsrichter: Reiber (Kanada) 
Zuschauer: 2.800

Italien gegen Schweden chancenlos

Moskau, 28.April 2007 - Mit 7:1 (2:1; 4:0; 1:0) kam Italien gegen Olympiasieger und Weltmeister Schweden ebenso deutlich wie bisher die meisten anderen Underdogs in ihrem Auftaktspielen unter die R�der.

Dabei roch es kurzzeitig sogar nach einer �berraschung, denn in der 4. Spielminute brachte Giorgio de Bettin die Azzurri im Powerplay mit 1:0 in F�hrung. Danach allerdings nahmen die Tre Kronors Fahrt auf und die Dinge ihren erwartungsgem��en Verlauf.

Obwohl die Skandinavier mit Alexander Steen von den Toronto Maple Leafs momentan nur einen NHL-Legion�r und ansonsten ausschlie�lich in Europa t�tige Profis im Kader haben, starteten sie mit dem 7:1 �ber Italien mehr als standesgem�� ins diesj�hrige WM-Turnier.

Schweden � Italien 7:1 (2:1; 4:0; 1:0)

Tore:
0:1 (03:07) de Bettin PP1
1:1 (15:31) Davidsson
2:1 (17:19) Emvall PP1
3:1 (23:14) Martensson
4:1 (25:17) Bremberg PP1
5:1 (28:43) Davidsson
6:1 (29:53) Hedstrom
7:1 (51:50) Hallberg PP1

Moskau, 28.April 2007
�sterreich: Coach Boni von Gegner Tschechien beeindruckt

Moskau, 28.April 2007 - Nach dem ersten WM-Tag liegt �sterreich in Gruppe B auf Platz drei. Am Sonntag trifft das �EHV-Team auf Tschechien. Jim Boni erlebte einen �berzeugenden WM-Auftakt des Weltmeisters von 2005, 2001 und 2000: �Gegen diese Mannschaft brauchen wir eine au�ergew�hnliche Leistung.�

Jim Boni verfolgte den 8:2-Kantersieg der Tschechen �ber Wei�russland am Freitag Abend nach �sterreichs WM-Auftakt. F�r das Team von Head Coach Curt Fraser war dies die h�chste Niederlage seit �ber f�nf Jahren. Mit sechs Toren Unterschied verlor Wei�russland zuletzt am
22.2.2002 beim 1:7 gegen Kanada. Die letzten vier L�nderspiele wurden alle gewonnen.

�Was ich gestern gesehen habe, hat mich sehr beeindruckt�, gesteht Jim Boni. �Gegen die Tschechen muss einfach alles passen. Aus f�nf Torchancen m�ssen wir vier Tore machen. Jedes 5:3-�berzahlspiel muss zu einem Treffer f�hren.�

Bernd Br�ckler wird - wie mit Coach Boni abgesprochen - dieses Mal das Tor h�ten. Der Legion�r in Diensten der Espoo Blues hat eine starke Saison in Finnland hinter sich und die meisten Shutouts (8) erzielt. In Tallinn kam Br�ckler im letzten Jahr nicht zum Einsatz.

�Letztes Jahr war ich nat�rlich entt�uscht, denn ich f�hlte mich eigentlich in Topform. Aber heuer bin ich mit Sicherheit noch besser�, verspricht der geb�rtige Grazer.

Das 2:6 gegen die USA � �brigens die �knappste� Niederlage aller vier Partien vom Freitag � lieferte Jim Boni wichtige Erkenntnisse: �Wir m�ssen f�r mehr Verkehr vor dem gegnerischen Tor sorgen. Wenn wir gegen die USA gleich unser erstes 5:3 �berzahlspiel zum Torerfolg n�tzen, steht es 1:1. Wir m�ssen unsere Spielweise finden: einfach, direkt, schn�rkellos � wir k�nnen nicht so spielen wie die Tschechen.�

Torwart-Wechsel-Dich auf Wei�russisch

Mytischtschi, 28.April 2007 - Torwart raus, anderer Torwart rein und das ganze drei Mal in einer Partie. Dieses seltene Schauspiel bekamen 5.500 Zuschauer am Freitagabend beim WM-Spiel gegen die Tschechische Republik in Mytischtschi (Russland) von den wei�russischen Goalies und deren kantigem Cheftrainer Curt Fraser geboten. 

Im ersten Drittel tauschten der in Deutschland bestens bekannte Andrei Mezin (N�rnberg, Berlin) und Sergei Shabanov gleich zweimal den Platz im Geh�use, in der 46. Minute war es dann ein weiteres Mal soweit. Die Hilflosigkeit der Torsteher, die zusammen von 30 Sch�ssen acht passieren lassen mussten, gegen die befreit aufspielenden Tschechen war offenkundig, das Wechselspiel glich nahezu einer Offenbarung des Schwachpunktes. 

Der sichtlich angefressene Curt Fraser wollte nach dem Spiel aber trotzdem keinerlei Torh�terdiskussion aufkommen lassen. �Alle unsere Torh�ter haben in der Vorbereitung sehr gut gespielt.� Er nahm vielmehr seine komplette Mannschaft in die Kritik, stellte sich aber selbst der Verantwortung, um sich schlie�lich ein Versprechen abzuringen: �Wir werden unseren Weg wiederfinden und gegen die USA ein gro�es Spiel bieten. Das war ein schlechter Start in diese WM, aber m�glicherweise haben wir gerade das gebraucht, wir waren nach sechs Siegen in der Vorbereitung vielleicht zu euphorisch.�  

Dass die Wei�russen zwei Tage vor der WM noch gegen die Slowaken gespielt hatten, sei keine Entschuldigung und habe keine Bedeutung, so der fr�here NHL-St�rmer Curt Fraser, der nunmehr den Teamgeist beschwor: �Wir haben viele Fehler als Team gemacht und wir haben als Team verloren. Nun m�ssen wir uns wieder fokussieren und starkes, wei�russisches Eishockey spielen.� Diesem wei�russischen Eishockey k�nnte sich dann in der Zwischen- oder Abstiegsrunde auch die deutsche Mannschaft gegen�bersehen.

DEB-Team f�r gro�en Kampf nicht belohnt

Mytischtschi, 28.April 2007 - Die deutsche Mannschaft hat sich am Samstag bei ihrem ersten WM-Spiel in Mytischtschi (Russland) gleich Respekt verschafft. Am Ende blieb nach einem ungl�cklichen 2:3 (1:1, 1:1, 0:1) aber nur das blanke Schulterklopfen des Gegners Kanada.
Die DEB-Auswahl zeigte in dieser Partie, dass sie ihre Hausaufgaben f�r das Aufeinandertreffen mit dem vermeintlich st�rksten Gruppengegner gemacht hatte. Konzentriert, engagiert und ohne einen zu gro�en Respekt vor dem klar favorisierten Widersacher k�mpfte die junge Truppe erfolgreich gegen eine klare Niederlage, wie sie noch tags zuvor etwa Mitaufsteiger �sterreich ereilte, an.
Gest�tzt auf eine solide, aggressive Defensive um Torh�ter Dimitri Kotschnew stellten die Deutschen die Nordamerikaner vor Probleme, die diese allerdings mit einer im Spielverlauf immer h�her werdenden Schlagzahl und einem �Geschenk� des Gegners im letzten Drittel aus der Welt schaffen konnten.
�Ich bin stolz auf das Team, wir haben sehr viel richtig gemacht�, stellte Bundestrainer Uwe Krupp nach der Begegnung fest. �Trotzdem ist es erst ein Spiel und es liegt noch ein langes Turnier vor uns. Wir m�ssen das Gute aus diesem Spiel ziehen und weiter daran arbeiten.�
Kanadas Chefcoach Andy Murray zollte dem deutschen Team den n�tigen Respekt: �Deutschland hat sich auch ohne NHL-Spieler mit einer harten und k�rperbetonten Spielweise sowie ohne Respekt pr�sentiert. Wir haben trotz eines schwierigen Spiels einen Weg zum Sieg gefunden.�
Noch keine zwei Minuten waren in der Begegnung vor 4.300 Zuschauern gespielt, da erhitzte bereits die erste r�de Attacke des kanadischen Verteidigers Shea Weber die Gem�ter der auf russischem Boden bemerkenswert zahlreich vertretenen deutschen Fankolonie. Der �belt�ter wurde mit f�nf Minuten plus Spieldauer bedacht, dem benommenen deutschen Angreifer Yannic Seidenberg, der offenbare Probleme hatte, sein Gleichgewicht wiederzufinden, blieb nur der Weg in die Kabine. Die erste Diagnose lautete Gehirnersch�tterung.
Die deutsche Mannschaft verstand es allerdings nicht, aus dieser �berzahlgelegenheit Kapital zuschlagen, sondern durfte vielmehr froh sein, dass Eric Staal in der sechsten Minute eine Gro�chance zu einem �Shorthander� auslie�. Alexander Sulzer bekam ohne Schl�ger an der eigenen blauen Linie knieend die Scheibe nicht unter Kontrolle, was den kanadischen St�rmer alleine vor dem DEB-Goalie Dimitri Kotschnew auftauchen lie�.
Die 1:0-F�hrung der Deutschen durch Christoph Ullmann (10.) der am kurzen Pfosten im Nachschuss erfolgreich war, gab der Partie einiges an Brisanz und zeigte, dass die Truppe von Uwe Krupp nicht gewillt war, den Kanadiern einen reibungslosen WM-Auftakt zu erm�glichen. Bereits zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich ab, dass bei der deutschen Mannschaft Einsatz und Willen stimmten, so mancher Fehler in der Defensive dadurch wettgemacht werden konnte.
Rund zweieinhalb Minuten vor der ersten Pause wurde Jamal Mayers nach einem sch�nen Pass von Jason Chimera aus der Ecke vor Kotschnew so str�flich alleine gelassen, dass dieser keine M�he hatte, den Ausgleich herzustellen.
Eine �hnliche Situation bedeutete nur 53 Sekunden nach Wiederbeginn das 2:1 f�r Kanada, Eric Staal hatte genug Platz, um Kotschnew m�helos auszutanzen und ihm den Puck durch die Schoner zu schieben. Doch wie frech die deutsche Mannschaft sein kann, zeigte sich nur drei�ig Sekunden sp�ter. Der kleine D�sseldorfer Verteidiger Robert Dietrich zog beim n�chsten deutschen Angriff einfach von der Mittellinie ab und �berraschte damit den indisponierten kanadischen Schlussmann Albert Roloson zum 2:2-Ausgleich. �Es war ein gl�ckliches Tor�, bekannte der Sch�tze sp�ter, �es war aber schon meine Absicht, aus der Entfernung zu treffen.�

Es war ein Tor zum genau richtigen Zeitpunkt. Das junge DEB-Team witterte die Chance auf eine �berraschung und trat weiterhin ausgesprochen konzentriert und engagiert auf, w�hrend die Kanadier, die merkten, dass sie l�ngst kein leichtes Spiel haben werden, ebenfalls ihre Anstrengungen erh�hten.
Das Ergebnis daraus waren vermehrte Strafzeiten auf beiden Seiten. Dadurch drohte den Kanadiern, die zuvor durch Rick Nash (33.) eine gute Break-Chance ausgelassen hatten, auch der neuerliche R�ckstand, als Deutschland in der 35. Minute fast eine Minute mit zwei Mann mehr auf dem Eis stand und Martin Ancicka den Posten traf.

Das letzte Drittel brachte einen weiteren Wermutstropfen aus deutscher Sicht, als in der 45. Minute mit Verteidiger Alexander Sulzer der zweite Spieler verletzt in die Kabine musste.
Nick Schultz hatte wenig sp�ter die F�hrung f�r Kanada auf dem Schl�ger, Kotschnew war bereits geschlagen. Doch aus spitzem Winkel brachte er den Puck nicht unter. Vier Minuten darauf erging es Petr Fical nicht besser, als er sogar bei eigener Unterzahl f�r Deutschland h�tte vollstrecken k�nnen. Kanada k�mpfte nun merklich um den Sieg, versuchte auf das deutsche Tor anzurennen, traf aber auf eine dicht gestaffelte Abwehr.
Ein Kommunikationsproblem zwischen Robert Dietrich, der seinen Schl�ger verloren hatte, und Dimitri Kotschnew hinter dem eigenen Tor brachte schlie�lich in der 52. Minute f�r Kanada auch den gew�nschten Erfolg und Deutschland um den Lohn der eigenen Arbeit. Jamal Mayers musste nach diesem Fehler nur ins leere Tor einschie�en.
Uwe Krupp reagierte unmittelbar mit einer Auszeit, doch diese Ma�nahme konnte das Blatt ebenso wenig noch wenden wie das Herunternehmen des Torh�ters elf Sekunden vor Schluss, allerdings bei eigener Unterzahl.

Den Spielern stand nach der Partie die Entt�uschung noch ins Gesicht geschrieben. Christoph Ullmann sagte: �Wenn wir eine Nacht dar�ber geschlafen haben, dann sehen wir es aber sicher doch als tolles Spiel. Wir waren gut in die Partie gekommen und haben dann immer mehr Selbstvertrauen gesch�pft.�

Einer, der bereits erhobenen Hauptes das Eis verlie�, was der D�sseldorfer Robert Dietrich, der seine Leistung mit einem Treffer allerdings nicht herausheben wollte: �Wir haben ein Hammerspiel geliefert, unser Spiel gemacht und uns nicht auf das der Kanadier eingelassen. Jetzt geht�s weiter!�

TORE: 1:0 (9:51) Ullmann (Felski), 1:1 (17:39) Mayers (Murphy, Chimera), 1:2 (20:53) Eric Staal (Jackman, Williams), 2:2 (21:23) Dietrich (Hackert), 2:3 Mayers (Murphy, Chimera)

Strafen: Deutschland 18 � Kanada 21 plus 5 plus Spieldauer Weber
Schiedsrichter: Fonselius (Finnland)
Zuschauer: 4.300

Stimmen zum Spiel Deutschland gegen Kanada
Mytischtschi, 
28.April 2007 - Daniel Kreutzer: "Wie so oft haben wir gut gespielt, aber am Ende verloren. Es war eine hervorragende Leistung, genau so hatten wir es vor. Das 3:2 war sehr ungl�cklich, wir m�ssen jetzt das beste daraus machen und jedes Spiel so spielen, die Erfahrung mitnehmen und aufs Eis bringen, dann sind wir auf einem guten Weg."

Petr Fical: "Leider k�nnen wir uns f�r unser gutes Spiel nichts kaufen, aber wir haben Selbstvertrauen getankt. Ich hatte im letzten Drittel eine gro�e Chance, habe den Puck aber leider nicht mehr hoch bekommen, sonst w�re es ein Tor geworden"

Dimitrij Kotschnew: " Ich habe beim dritten Tor versucht, die Scheibe zu stoppen und leider zu sp�t gesehen, dass Robert Dietrich keinen Schl�ger hatte. ein sehr ungl�ckliches Tor."

Andy Murray: "Wir wussten, es wird gegen Deutschland schwer. Sie sind auf einem guten Weg, hatten keinen Respekt, so mussten wir uns den Sieg hart erarbeiten. Das Foul gegen Seidenberg war keine Absicht, eher ein Unfall, weil Seidenberg recht klein ist. Es war ein Foul, aber die Strafe war zu hart."

Uwe Krupp: " Ein sehr schweres Spiel gegen ein Team, das Weltmeister werden kann. Wir haben ein ungl�ckliches Tor kassiert, aber gut gespielt. Es war nur ein Spiel, ab sofort beginnt die Vorbereitung auf das Spiel gegen die Slowaken, gegen die wir uns wieder warm anziehen m�ssen. Unsere jungen Spieler waren heute sehr gut, das war bemerkenswert gegen einen solchen Gegner. Die gute Leistung ist f�r mich keine �berraschung, wir haben nur Spieler geholt, die zu 100 Prozent auf diesem Niveau spielen k�nnen. L�uferisch k�nnen wir mithalten, spielerisch noch nicht ganz, wir m�ssen und mit jedem Spiel weiter verbessern. Die Slowaken werden ein ganz anderes Kaliber haben als jenes Team, gegen das wir zuletzt zweimal gespielt haben. In den n�chsten 24 Stunden werden wir wissen, ob Sulzer und Seidenberg Montag spielen k�nnen."

Franz Reindl: "Wir haben uns heute sehr gut vor einem gro�en Publikum im Fernsehen pr�sentiert, das war sehr wichtig, eine Werbung f�r das deutsche Eishockey"

Bandenchekov: Die Hockeyweb Kolumne von Alexander Brandt

Moskau, 28.April 2007 - Wer die Berichterstattung des ersten WM-Tages verfolgt hat, wird sich des Eindrucks nicht erwehren k�nnen, die Delegationen seien hier in Moskau in gro�en Bordellen untergebracht. An jeder Ecke einarmige Banditen und zweiarmige Banditinnen, die sich nach Kategorien geordnet anpreisen: Blond, br�nette, rothaarig, Hepatitis A,B, C. Taktik der Russen, die auf leichte Siege gegen �bern�chtigte Gegner hoffen?  

Leider muss ich den Eindruck zerstreuen, die gro�en Hotels hier sind �hnlich wie in Las Vegas konstruiert, also mit Kasinos verbunden. Mit den Kasinos kommen diverse Restaurants, Kegelbahnen, Billardtische, S�le mit Roulette-Tischen, vor denen Live-Bands in Glitzerklamotten Fahrstuhlmusik zum Besten geben. Und eben auch ein �Erotic-Club�, vor dem leicht bekleidete Damen zum Eintritt einladen sollen.  
Nun gab es in fr�heren Jahrzehnten immer wieder Eishockeyspieler, die solchen Versuchungen garantiert erlegen w�ren, jeder kennt die Geschichten. Aber heutzutage ist alles so straff und leistungsbezogen organisiert, dass sich niemand irgendwelche Schw�chen leisten kann. Man h�tte auch gar keine Zeit f�r Vergn�gungen, das gilt nicht nur f�r die Spieler, auch f�r uns. Gestern am Er�ffnungstag zum Beispiel: wir fr�hst�ckten um 9 Uhr
, schrieben dann ein paar Texte, ich ging noch kurz frische Luft schnappen, weil ich wusste, dass ich den Rest des Tages in Bussen und Hallen verbringen w�rde. Um 11 Uhr bestiegen wir dann den Bus nach Mytischtschi, stauten uns zwei Stunden lang zur Eishalle, um dort direkt zur Fragestunde mit Uwe Krupp zu sto�en. Danach schreiben, USA-�sterreich schauen, wieder in einen Bus und ab zur �Khodynka�- Halle, Russland-D�nemark geschaut, Text geschrieben und wieder in einen Bus zum Hotel. Als ich dort ankam, war es schlie�lich fast 1 Uhr morgens. Dann will man nur noch schlafen, und zwar alleine. Den Spielern d�rfte es nach harten Trainingseinheiten nicht viel anders gehen. 
Vielleicht sorgen die Kanadier  wenigstens f�r einen Skandal, es gab ja bei Weltmeisterschaften oft Geschichten von NHL-Million�ren, die nach dem Ausscheiden aus den Play-offs zur WM fuhren, um ein wenig Spa�  zu haben. Doch die Kanadier sind in einem separaten Hotel, weil sie mit ihren Familien hergekommen sind. Wie langweilig. Man geht doch auch nicht mit einer Flasche Bier in eine Kneipe! 

Ich gebe aber zu: Als ich heute morgen zum Fr�hst�ck durch das Kasino ging und sah, dass einige betuchte Japaner mit der Kaffeetasse am Roulette sa�en und um einen Bentley spielten (gestern wurde ein �Hummer� gewonnen), �berlegte ich kurz, mir den Bentley zu holen. Zwei Euro auf Schwarz! Aber mein Gehalt reicht nicht f�r die Teilkasko des Bentley, also ging ich lieber zum essen mit den Kollegen. 

Hier in Moskau gibt es sehr viele reiche Menschen, die sich Kasino-Aufenthalte leisten k�nnen, trotzdem betr�gt das Durchschnittsgehalt nur 400 Euro pro Monat. Demzufolge m�ssen viele Menschen mit weit weniger Geld als 400 Euro auskommen, k�nnen sich die Eintrittspreise zu WM Spielen (10 bis 120 Euro) kaum leisten, von Souvenirartikeln ganz zu schweigen, die sind hier genauso teuer wie bei uns. Es war daher nicht �berraschend, dass sich zu den ersten Spielen nur wenige Zuschauer verloren, erst beim Spiel der Russen und bei den Weissrussen waren die R�nge gut gef�llt.  

Die Er�ffnungszeremonie zur WM war angenehm kurz, die Legenden Tretjak und Fetisov hielten kurze Ansprachen und w�hrend Tretjak sprach, wurde auf dem Videow�rfel Viktor Tichonov eingeblendet. Vermutlich dachte er in dem Moment gerade: �H�tte ich den Tretjak nur nicht im olympischen Finale 1980 nach dem zweiten Drittel ausgewechselt...� Gru� vom Gl�cksspiel - resistenten Alexander Brandt (falls Deutschland heute gewinnt, setze ich alles auf die 4!)

Bandenchekov: Die Hockeyweb Kolumne von Alexander Brandt

Moskau, 26.April 2007 -  Nein, ich stehe nicht gerne um vier Uhr morgens auf. Sch�nen Dank an Germanwings, unser Flug nach Moskau wurde mal eben um zehn Stunden vorverlegt und ging um 6.30 Uhr ab. Egal, dadurch gewannen wir praktisch einen Tag vor Ort, daf�r kann man schonmal fr�h aufstehen.
Kaum waren Kollege Christian Fuchs und ich mit zwei weiteren Journalisten Richtung Moskau abgehoben, da stellte sich schon die erste wichtige Frage: Wie hei�t nun eigentlich der andere Spielort? Mytischi, laut englischer Schreibweise, so auch offiziell im Logo. Laut Wikipedia hei�t das Nest aber �Mytischtschi�. Kann sich kein Schwein merken, ich habe mir eine Eselsbr�cke gebaut: �Tisch� muss drin sein, dann ist es richtig geschrieben. Aber wenn ich �Mytischtschi� schreibe, muss ich auch �Owetschkin� statt �Ovechkin� schreiben. Hmpf.

Dabei schreiben die Russen zum Beispiel meinen Namen auch anders, auf dem Visum steht �Aleksander�. Damit sind wir quitt. Schuld an allem ist nur die kyrillische Schrift. Und nat�rlich die Amis. Keine Ahnung warum gerade in diesem Fall, aber sind die Amis nicht immer schuld, egal woran? Kyrillisch kennt jeder Internet-User. Wenn man eine Mail erh�lt, die zehn Mal weiter geleitet wurde, ist die H�lfte davon garantiert kyrillisch.   Also wie ist es nun richtig? Wikipedia lehrt, dass Kyrillisch in den westlichen L�ndern ausspracheabh�ngig umgeschrieben wird und nicht Buchstabe f�r Buchstabe. Also m�ssen wir als Deutsche �Mytischtschi� und �Owetschkin� schreiben. Im Zuge der Globalisierung und um nicht jeden einzelnen Namen erst nachschlagen zu m�ssen, richten wir uns bei den Spielernamen aber einfach nach der offiziellen Schreibweise der IIHF. �Mytischtschi� beim Ort und �Oveshkin� bei den Spielern, so. Denn wenn ich �Mytischi� schreibe, muss ich auch �Moscow� schreiben. Meine Fresse, jetzt ist es aber gut!  

W�hrend der WM wird diese Kolumne mitunter zum Weblog mutieren. Also kein reiner Kommentar, sondern mehr ein virtuelles Tagebuch, das aber schon Kommentare beinhalten wird. Eigentlich wird es eine Mischung aus Beidem sein. Also eine �Weblumne�. Oder ein �Kolblog�?  Und wie schreibt man das auf Kyrillisch? Egal, ich schreibe sowieso, was ich will. Der Tag vor dem gro�en Turnier war von Formalit�ten gepr�gt. Geld holen (Rubel in Scheinen, damit er nicht wegrollt), akkreditieren und russische Handy-Karten besorgen. Letzteres macht Spa�, wenn man die Sprache nicht beherrscht. So haben wir uns mit H�nden und F��en unterhalten und als wir unser Ziel erreicht hatten, sch�ttelten uns s�mtliche Mitarbeiter/innen freudestrahlend die H�nde. Lustig, diese Deutschen.
Die WM ist straff organisiert, alles funktioniert reibungslos, allerdings muss man st�ndig durch Sicherheitskontrollen wie am Flughafen. Jedesmal beim betreten des Hotels, beim Presse-Center, beim akkreditieren. Die Leute sind freundlich, aber streng. Als wir uns entscheiden sollten, ob wir gleich nach dem einchecken zur Halle fahren, sagte die junge Dame von der Organisation energisch: "You have to make a decision now!" Und dann sa� ausser uns niemand im Bus...  

Ich werde jetzt etwas ausruhen und Musik h�ren. Was passt zum Tag? Am besten Porcupine Tree - "Arriving somewhere... but not here". Oder was anderes? You have to make a decision now!  
Gru� vom m�den Alexander Brandt