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Duisburg, 1. Juli 2026 - Eröffnung: Donnerstag, 2. Juli, 19
Uhr

Dejan Saric, Place to Be, 2022, © VG Bild-Kunst, Bonn 2026,
Foto: Künstler
Für das Lehmbruck Museum hat der Bildhauer und Maler Dejan
Sarić ein Gesamtkunstwerk geschaffen: Malerei, Zeichnung,
Objektkunst und Architektur verbinden sich zu einem
faszinierenden Kosmos von Farben, Formen und ihren
Spiegelungen.
Im Zentrum der Studioausstellung stehen zwei begehbare
Installationen, von denen eine speziell für die
Räumlichkeiten des Museums entworfen wurde. Es handelt sich
um Holzkonstruktionen, die nach außen hin nicht preisgeben,
was den Eintretenden im Inneren erwartet. Die erste Version
von Place to Be hat im Sommer 2024 im Düsseldorfer
Kunstpalast im Rahmen der Ausstellung DIE GROSSE erhebliche
Aufmerksamkeit erweckt.
Wer sich in die Konstruktion hineinbegibt, findet sich
umgeben von teils farbigen, teils transparenten Streifen und
Reflektionen. Bei der Bewegung durch den Raum entstehen
fortlaufend neue Eindrücke: Man sieht sich selbst in immer
wieder neuen Perspektiven und Ausschnitten. Es entsteht ein
Labyrinth, doch die Desorientierung löst in diesem Fall eher
Freude als Unbehagen aus. Die beweglichen farbigen Elemente
können vom Betrachtenden eigenhändig umpositioniert werden,
so dass der Raum sich ständig verändert.

Dejan Saric, Place to be (2), 2026,© VG Bild-Kunst, Bonn
2026, Foto Ilja Höpping, Stadt Duisburg
Die neue, speziell für die Ausstellung entwickelte Arbeit
kehrt die Position der farbigen Streifen und Spiegel um:
Haben vorher die Spiegel die Außenwände gebildet und die
Streifen das Innere, so hängen nun zahlreiche Spiegelstreifen
von der Decke herab und die Wände sind mit Farbmustern
bedruckt.
Ein kleiner Lufthauch versetzt die schmalen Spiegel in
Bewegung und lässt einen kaleidoskopischen Eindruck
entstehen. Unsere Reflektionen und somit auch wir selbst
werden Teil des Kunstwerks. Beide Arbeiten spielen mit
unserer Wahrnehmung und der Fasziniation von Farben und
Spiegelungen. Durch die Kombination von statischen und
beweglichen Elementen entstehen dynamische Raumsituationen,
die je nach Standpunkt und Bewegung anders wahrgenommen
werden.
Zwei frühere Ölgemälde von 2009, die im Bereich der Werkstatt
ausgestellt sind, lassen erkennen, auf welcher Basis die
farbigen Muster der großen Installationen entstanden sind:
Die Innenwände der begehbaren Installationen sind
abfotografierte und vergrößerte Bilder dieser Reihe. Es sind
Raster aus farbigen, zum Teil leicht verwischten Streifen,
die sich überlagern, Zwischenräume und eine netzartige
Struktur bilden.

Dejan Saric, O.T. 2020_8-8, © VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Foto
Künstler
Farbige Ellipsen kennzeichnen die ausgestellte Serie von acht
großformatigen Zeichnungen aus dem Jahr 2020. Dejan Sarić
spielt hier mit einer Abfolge von Farben, deren Grundmuster,
nämlich Form und Anordnung, immer gleich bleibt, nur wird bei
jeder Zeichnung jeweils ein Element der vorangegangenen
weggelassen. Durch dieses einfache Mittel entstehen immer
wieder unterschiedliche Farbstimmungen. Das Format der
Zeichnungen entspricht in etwa der Größe eines Menschen, so
dass die betrachtenden Personen und die exzentrischen „Augen“
der Ellipsen sich in Blickhöhe gegenüberstehen.
Auf das menschliche Maß bezogen sind auch die 33 kleinen
Reliefs, die in der Ausstellung eine lange Reihe bilden. Die
aus jeweils vier quadratischen Modulen zusammengesetzen
Elemente sind 2024 bis 2026 entstanden und verstehen sich als
Modelle für architektonische Räume. Der Maßstab beträgt 1:20,
so dass jedes Viertelquadrat etwa zwei Meter hoch und breit
ist. Aus den Modulen lassen sich Räume und Korridore, Gassen
und Kreuzungen bilden.
So greifen alle Motive und Werkreihen der Ausstellung
ineinander und sind zusammengehörige Elemente in
verschiedenen Maßstäben. Grundlegend für das Verständnis des
Werkbegriffs von Dejan Sarić ist das Gegenüber
beziehungsweise das Miteinander von Werk und Mensch.
Folgerichtig ist die Präsentation „IN BETWEEN“ eine
Einladung, Kunst nicht nur zu betrachten, sondern sie durch
Bewegung und Interaktion zu erfahren.
Die Ausstellung wird gefördert von der Stadt Duisburg.

Portrait Dejan Saric, Foto Ilja Höpping, Stadt Duisburg
Biografie
Dejan Sarić wurde 1966 im früheren Jugoslawien, in
Smederevska Palanka, Serbien, geboren. Nach einigen Semestern
an der Fachhochschule für Medizin in Belgrad begannn er 1989
ein Studium der Malerei an der Fakultät für bildende Kunst
der Universität der Künste in Belgrad. 1994 bis 1997 war er
dort Meisterschüler an der Fakultät für bildende Kunst bei
Prof. M. Stevanović.
Von 1998 bis 2002 absolvierte er im Rahmen eines
DAAD-Stipendiums ein Gaststudium für Bildhauerei an der
Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Magdalena Jetelová. Seit
2010 ist er Mitglied des Vereins der Düsseldorfer Künstler
1844. 2024 begann er eine Tätigkiet als Gastdozent an der
Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, Alfter bei
Bonn. Dejan Sarić lebt und arbeitet in Düsseldorf.
Statements
Edeltraud Klabuhn, Bürgermeisterin der Stadt Duisburg:
„Das Lehmbruck Museum als interaktiver Raum ist wie
geschaffen für die Arbeiten von Dejan Sarić, dessen Kunst
sich in der Schnittmenge aus Architektur, Malerei und
Fotografie bewegt: Saric lädt uns ein, seine Werke mit allen
Sinnen zu erfahren – die aktive Auseinandersetzung steigert
unser Verstehen. Es gilt: Anschauen reicht nicht, man muss
sich hineinbegeben.“
Dr. Söke Dinkla, Direktorin des Lehmbruck Museums:
„Die Ausstellung IN BETWEEN präsentiert die Quintessenz der
letzten Jahrzehnte des Schaffens von Dejan Sarić. Sie zeigt,
wie aus kleinen Modellen große Räume wachsen. Es sind Welten
des Inneren – außen wie ein Schutzraum festumgrenzt, innen
schillernd und schwankend wie unsere Vorstellungswelt.“

Dejan Saric, Edeltraud Klabuhn, Dr. Söke Dinkla (v.l.n.r.,) -
Place to be, 2022, © VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Foto: Ilja
Höpping, Stadt Duisburg
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