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Massenschlägerei mit Schüssen und Verletzten am Hamborner Altmarkt
90 Personen identifiziert
Gemeinsame Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Duisburg und der Polizei

Duisburg, 13. Mai 2022 - Im Fall der Schießerei auf dem Hamborner Altmarkt am Abend des 4. Mai liegt der Polizei mittlerweile authentisches Filmdatenmaterial in größerer Menge vor - zahlreiche Zeugen hatten sich gemeldet, weil sie entweder selbst zur Tatzeit vor Ort waren und Handyaufnahmen gemacht hatten oder ihnen entsprechendes Material über Social Media-Kanäle übersandt worden war. Aufgrund der großen Datenmenge ist die Bewertung der Aufnahmen noch nicht abgeschlossen - oftmals handelt es sich um identische Aufzeichnungen beziehungsweise Filmausschnitte.
Bislang konnten die Ermittler etwa 90 Personen identifizieren.
Jetzt prüft die Staatsanwaltschaft Duisburg, inwiefern man einzelnen Verdächtigen ein strafrechtlich relevantes Handeln nachweisen kann. Die noch nicht abgeschlossene Auswertung der am Tatort sichergestellten Projektile und Hülsen ergab, dass aus mindestens zwei scharfen Waffen geschossen wurde. Deren Verbleib ist bislang ungeklärt; die Ermittlungen dauern auch insoweit an.
Am Abend des 4. Mai war gegen 20:40 Uhr auf dem Hamborner Altmarkt eine größere Gruppe von Personen - offensichtlich Clanangehörige und Mitglieder einer Rockergruppierung - aus unbekanntem Grund in Streit geraten. In der Folge fielen zahlreiche Schüsse, wodurch vier Männer verletzt wurden. Die Duisburger Polizei erhöhte sofort ihre Präsenz vor Ort und errichtete auf Anordnung von Polizeipräsident Alexander Dierselhuis eine mobile Videobeobachtung am Altmarkt.


Duisburg, 4. Mai 2022 - Zeugen meldeten sich bei der Polizei, als gegen 20:40 Uhr eine größere Anzahl von Personen am Hamborner Altmarkt erschien, die nachfolgend in eine Auseinandersetzung gerieten.
Dabei fielen unter anderem zahlreiche Schüsse, in deren Folge vier Personen Verletzungen erlitten.

Als die Polizeikräfte vor Ort erschienen, flüchteten viele der Beteiligten. Zwei der Verletzen wurden mit Rettungswagen in Krankenhäuser verbracht, zwei weitere flüchteten zunächst und begaben sich später selbst in ärztliche Behandlung - bei keinem soll Lebensgefahr bestanden haben.

Im Zuge zahlreicher Personalienfeststellungen nahmen die Ordnungshüter 15 Personen vorübergehend in Gewahrsam. Das Motiv des Streits ist bislang unklar. Eine Mordkommission hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Tatortaufnahme und Spurensuche dauert derzeit an, wobei die Beamten von Kräften der Duisburger Feuerwehr unterstützt werden, die den Tatort ausleuchten.

Zeugen, die sachdienliche Angaben zum Tatgeschehen oder zu beteiligten Personen machen können, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 0203 2800 mit der Kriminalpolizei in Verbindung zu setzen. Für die Ermittler sind insbesondere Fotos oder Videoaufnahmen von Interesse, die während oder nach dem Tatgeschehen gefertigt wurden.

Laut weiteren Berichten soll es sich um Kämpfe zwischen insgesamt 80 bis 100 Rocker und Clan-Mitglieder gehandelt haben.

Auch sucht die Polizei Zeugen, die sachdienliche Angaben zum Tatgeschehen oder zu beteiligten Personen machen können. Für die Ermittler sind insbesondere Fotos oder Videoaufnahmen von Interesse.
Unter nrw.hinweisportal.de können Zeugen Fotos und Videos hochladen (maximal 2 GB) - gerne auch anonym.


Wochenmarkt in Hamborn fällt heute aus  
Wegen polizeilicher Ermittlungen und Spurensicherungsmaßnahmen muss der Wochenmarkt in Hamborn am heutigen Donnerstag, 5. Mai, ausfallen. Der Hintergrund: Am Vorabend kam es auf dem Hamborner Altmarkt zu einer Auseinandersetzung verschiedener Personengruppen, bei der auch Schüsse gefallen sein sollen. Die Polizei hat den Platz gesperrt und sichert aktuell Spuren. Diese Arbeiten sollen über einen längeren Zeitraum andauern, so dass Veranstalter Duisburg Kontor gezwungen ist, den Wochenmarkt in Hamborn heute abzusagen.

Sprecher Alexander Klomparend betont: "Wir bedauern die Absage sehr. Die Händler hatten für den Hamborner Markt frische Waren eingekauft, die sie nun nicht dort anbieten können. Selbstverständlich unterstützen wir aber die Arbeit der Polizei, wo es uns möglich ist und hoffen, dass die Verantwortlichen für das Geschehen am gestrigen Abend schnell ermittelt werden können“.

Der Wochenmarkt wird laut Duisburg Kontor ausschließlich an diesem Tag ausfallen, danach werde der Markt wieder regulär zu den gewohnten Terminen stattfinden.


Statement von Oberbürgermeister Sören Link zu den gestrigen Ereignissen in Duisburg-Hamborn
„Ich bin schockiert und traurig. Natürlich müssen wir abwarten, was die polizeilichen Ermittlungen zu den gestrigen Ereignissen in Hamborn ergeben. Klar scheint: hier wurden Auseinandersetzungen im Rocker und Clanmilieu auf
offener Straße ausgetragen, unbeteiligte Menschen wurden in Lebensgefahr gebracht.
Ein ganzer Stadtteil wurde in Angst und Schrecken versetzt. Ich habe Innenminister Reul heute in einem Telefonat um ein klares Bekenntnis dazu gebeten, die Hundertschaft der Polizei im Duisburger Norden zu belassen. In
meinen Augen ist das alternativlos.
Rocker- und Clankriminalität ist ein deutschlandweites Problem und den Bürgerinnen und Bürger fehlt zunehmend das Verständnis für das, was sich teilweise direkt vor ihren Haustüren abspielt. Hier muss der Rechtsstaat mit aller
Härte durchgreifen. Diese Taten müssen bis ins letzte Detail aufgeklärt werden und sie dürfen sich nicht wiederholen.“