Essen
Siedlung Margarethenh�he
Der betriebliche Wohnungsbau im Ruhrgebiet begann mit der
Industrialisierung um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Mit dem
wirtschaftlichen Aufschwung zu Beginn der 1870er Jahre entstanden
gr��ere zusammenh�ngende Siedlungen. Nach Jahren der Stagnation bedingte
ab den 1890er Jahren die erneute, nun lang anhaltende
Aufw�rtsentwicklung des Bergbaus und der Eisen- und Stahlindustrie mit
der dadurch hervorgerufenen starken Zuwanderung eine Ausdehnung des
Werkssiedlungsbaus in einem bis dahin unbekannten Umfang.
Da die Zechen h�ufig in d�nn besiedelten Gegenden entstanden, mussten
Wohnm�glichkeiten f�r die Bergleute neu geschaffen werden. Hinzu kam die
�ber lange Zeit hohe Fluktuation der Arbeiter, so da� die Unternehmen
das Angebot von Werkswohnungen auch als Mittel in der Konkurrenz um die
Arbeitskr�fte einsetzten.
Eine Werkswohnung bot den Arbeitern eine Reihe von Vorteilen. Bei
allgemeiner Wohnungsnot konnten insbesondere Arbeitsimmigranten oft nur
sehr schwer eine annehmbare und erschwingliche Wohnung finden. Au�erdem
lagen die Mieten in Werkssiedlungen unter denen auf dem freien
Wohnungsmarkt, w�hrend die Wohnungen in der Regel ger�umiger und besser
ausgestattet waren. Gartenland und Stall erlaubten es, die Versorgung
der Familie zu verbessern und bildeten f�r die Zuwanderer, die in
l�ndlichen Gebieten angeworben wurden, einen zus�tzlichen Anreiz, sich
im Bergbau zu verdingen. Die Kehrseite dieser Vorz�ge bestanden in einer
umfassen Kontrolle von Seiten des Unternehmens, die h�ufig bis in das
Privatleben reicht, und in der Bindung des Mietverh�ltnisses an das
Arbeitsverh�ltnis, was die Mobilit�t einschr�nkte und zur
Disziplinierung der Siedlungsbewohner beitrug.
Die soziale und betriebliche Hierarchie schl�gt sich in den Wohnungen
deutlich nieder. Die H�user der Bergbeamten waren ger�umiger und
aufwendiger gestaltet als die der Bergarbeiter. Oft lagen Arbeiter- und
Beamtensiedlung dicht beieinander, aber fast immer waren sie durch
Gleisanlagen, Stra�en oder unbebautes Gel�nde getrennt. W�hrend die
Arbeiter in Mehrfamilienh�usern wohnen, blieben Doppelh�user Meistern
und Steigern vorbehalten. Welten trennten selbst noch die gro�z�gigen
Siedlungen der Bergbeamten von den Villenvierteln, die Krupp oder die
Gutehoffnungsh�tte f�r ihre leitenden Angestellten errichteten.
Zusammen mit anderen Wohlfahrtseinrichtungen erscheint das betriebliche
Siedlungswesen ab den 1890er Jahren immer h�ufiger in den
Selbstdarstellungen der Unternehmen und soll wie M�tterberatungsstellen,
Werkskinderg�rten oder Pr�mien f�r langj�hrige Betriebszugeh�rigkeit die
Arbeiter auch mental an den Arbeitgeber und die bestehende
Gesellschaftsordnung binden. Mit �hnlicher Zielsetzung formulierte der
?Heimatstil Integrationsangebote �ber die Gestaltung der Siedlung
selbst.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurden f�r den Wohnungsbau gemeinn�tzigre
Bautr�ger �ffentliche Mittel zur Verf�gung gestellt. Da der herk�mmliche
Werkswohnungsbau keine Unterst�tzung erhielt, beteiligte sich die
Industrie nun an gemeinn�tzigen Wohnungsunternehmen. F�r den
Bergarbeiterwohnungsbau entstand 1920 die ?Treuhandstelle f�r
Bergmannswohnst�tten im rheinisch westf�lischen Steinkohlebezirk (THS),
in deren Entscheidungsgremien Arbeitgeber und Arbeitnehmer parit�tisch
vertreten waren. Durch die neue Organisation des Wohnungsbaus l�ste sich
die Bindung des Wohnungswesens an ein bestimmtes Unternehmen und die
Abh�ngigkeit der Mieter von ihrem Arbeitgeber. Die Kopplung von Miet-
und Arbeitsverh�ltnis, die schon in den zwanziger Jahren teilweise
aufgehoben worden war, wurde 1930 gesetzlich verboten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg galten die Arbeitersiedlungen aus der Zeit
vor 1914 als r�ckst�ndig und nicht erhaltenswert. Der Wohnungsbestand
wurde von den Eigent�mergesellschaften h�ufig vernachl�ssigt. Erst die
Erfahrungen mit dem Leben in Neubausiedlungen und ein ver�ndertes
Verst�ndnis von St�dtebau bewirkten in den siebziger Jahren einen Wandel
dieser Einsch�tzung. So trafen die Pl�ne zur ?Kahlschlagsanierung von
Arbeitersiedlungen auf den wachsenden Widerstand der Bewohner, die f�r
Versprechungen eines besseren Wohnstandards in Neubauten nicht auf enge
Nachbarschaftsbeziehungen, ein �berschaubares soziales Umfeld und das
Wohnen zu ebener Erde und im Gr�nen verzichten wollten.
Die Siedlung Margarethenh�he, meist nur Margarethenh�he genannt,
gilt als die erste deutsche Gartenstadt hinsichtlich ihrer Bauweise
(nicht wegen des genossenschaftlichen Konzeptes) und bildet den Kern des
Essener Stadtteils Margarethenh�he im Stadtbezirk III Essen West mit
7.529 Einwohnern (Stand: 31.12.2005). Der Stadtteil hat eine
Gesamtfl�che von 1,48 Quadratkilometern und liegt auf einer
durchschnittlichen H�he von 105 Metern �. NN..
Die Siedlung selbst gilt als gutes Beispiel f�r menschenfreundliches
Wohnen und hat in 935 Geb�uden und 3.092 Wohneinheiten, die auf 115
Hektar von der Margarethe Krupp Stiftung verwaltet werden, von denen 50
Hektar als unbebaubares Waldland festgelegt sind.
Das Gebiet geh�rte urspr�nglich zur Gemarkung R�ttenscheid, das
1905 zur Stadt Essen eingemeindet wurde. Die ersten H�user auf der H�he
wurden 1910 fertiggestellt. Deshalb waren die Bewohner von Beginn an
B�rger von Essen. Die Margarethenh�he wurde 1906 von Margarethe Krupp
anl�sslich der Hochzeit ihrer Tochter Bertha gestiftet und ab 1906 bis
1938 vom dem Architekten Georg Metzendorf, einem Mitglied des Deutschen
Werkbundes gebaut. W�hrend der Zeit ihrer Errichtung war sie, wie sonst
nur die Gartenstadt Dresden Hellerau, durch einen Regierungserlass von
allen Bauvorschriften befreit.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde die schwer besch�ftigte Siedlung in ihrer
historischen Form wiederhergestellt. Von 1962 bis 1966 und von 1971 bis
1980 wurde auch dem noch unbebauten Land s�dlich der ersten Siedlung die
Margarethenh�he II errichtet, architektonisch teilweise minderwertig,
und speziell im letzten Bauabschnitt, in dem Hochh�user gebaut wurden,
sozial problematisch. Laut Stiftung setzten diese H�user ?einen deutlich
gestalterischen Kontrast zur alten Margarethenh�he. Um die sozialen.,
technischen und �sthetischen Probleme der Margarethenh�he II zu beheben,
wurde bereits 1987 ein Sanierungsprogramm begonnen, um ?die �ffentliche
Wertsch�tzung auch der j�ngeren Siedlungseinheit der Margarethenh�he
deutlich zu erh�hen.
Die Margarethenh�he I hingegen wurde im gleichen Jahr unter
Denkmalschutz gestellt. Eine vom Essener Ruhrlandmuseum eingerichtete
Musterwohnung vergegenw�rtigt dem Besucher die urspr�ngliche Gestaltung
der Wohneinheiten und soll ihm ?die wohlkulturellen Bedeutung des
Denkmals Margarethenh�he mit ihren variablen Typengrundrissen auch aus
der Innenperspektive sichtbar werden lassen.
Zeitweise existierte auf der Margarethenh�he auch eine kleine
K�nstlerkolonie. Ihr bedeutendster Gast war der Fotograph Albert Renger
Patzsch. Diese Kolonie wurde von den Nationalsozialisten aufgel�st. Nur
die ?Keramikwerkstatt Margarethenh�he existiert noch. Sie ist
mittlerweile in die Zeche Zollverein umgezogen.
Die architektonische Einheitlichkeit der Siedlung geht auf einen Trick
zur Kostenersparnis zur�ck. Es sollten zwar nicht alle H�user identisch
aussehen, aber jedes Geb�ude einzeln zu konzipieren h�tten den
finanziellen Rahmen gesprengt. Daher entwarf Metzendorf einen Satz von
Elementen, der immer wieder neu kombiniert wurde. Dadurch weichen die
H�user zwar alle voneinander ab, bleiben aber stilistisch geschlossen.
Seit ihrer Gr�ndung bis in die Gegenwart wird die Margarethenh�he von
der Margarethe Krupp Stiftung f�r Wohnungsf�rsorge gef�hrt. Obwohl der
von ihr zu verwaltend Wohnraum eigentlich den ?minderbemittelten Klassen
zugedacht war, hat sich vor allem die Margarethenh�he I heutzutage in
eine gehoben b�rgerliche Wohngegend verwandelt. In der Stadt wird dies
vielfach auf einen siedlungsinternen Kl�ngel zur�ckgef�hrt, der
nepotistisch vor allem eigene Familienmitglieder bevorzuge. Auch eine
rassistische Vergabepolitik wird dem Gremium gelegentlich vorgeworfen,
da der Ausl�nderanteil besonders in der Margarethenh�he I im Vergleich
zum st�dtischen Durchschnitt �u�erst gering ist. In jedem Fall ist das
Wohnen auf der Margarethenh�he I �u�erst begehrt, trotz teils merklich
beengter Wohnverh�ltnisse. Heute gibt es hier auch eine Grundschule und
vier Kinderg�rten.
(Quelle: Wikipedia)
Langsam strebt die Stra�enbahn der Endhaltestelle entgegen. Das ist also
die ber�hmte Arbeitersiedlung Margarethenh�he. So oft ich auch schon in
Essen gewesen bin, so wenig sah ich bisher diese Kolonie. ?Gr�n ist mein
erster Eindruck. Endlich h�lt die Stra�enbahn. Ich steige aus. Hitze
umgibt mich sofort. Es ist Sommer, Ferienzeit wir schreiben den Juli
2006.
Langsam schlendere ich durch die Stra�en. Mehrere Eindr�cke dr�ngen sich
mir auf. Zum einen ist es die Enge der Stra�en. Hier passen gerade
einmal zwei Autos nebeneinander. So wundere ich mich auch nicht, da� ich
hier kaum Garagen sehen. Stehen die Autos wirklich auch nachts auf der
Stra�e? Hat da keiner Angst, dass die Autos gestohlen werden? Oder
passen hier die Nachbarn noch aufeinander auf und merken, wenn jemand
bestohlen wird? Egal. Das ist hier nicht das Thema.
Der Eindruck gr�n verst�rkt sich hier noch. Hier gibt es tats�chlich
viel Gr�nzeug. Heute kann ich aber nicht mehr nachvollziehen, warum die
Margarethenh�he Gartenstadt genannt wird. Viele B�ume und Str�ucher sehe
ich; einen klassischen Garten entdecke ich aber nirgends.
Villa H�gel
Die Villa H�gel liegt im Essener Stadtteil Bredeney. Sie wurde 1873 von
Alfred Krupp errichtet und ist das ehemalige Wohn- und
Repr�sentationshaus der Industriellen Familie Krupp. Die Villa hat 269
R�ume, 8.100 Quadratmeter Wohn- und Nutzfl�che und liegt in einem 28
Hektar gro�en Park an prominenter Stelle �ber dem Ruhrtal und dem
Baldeneysee.
Urspr�nglich wurde das Haus vollst�ndig auch nichtbrennbaren Materialien
errichtet, also Stein, Stahl und Glas, da Krupp Angst vor Feuer hatte.
Nach seinem Tode wurde die Inneneinrichtung der Villa im Stil der Zeit
komplett erneuert. Nur in Seitenbereichen ist die alte Anlage noch
erkennbar (Treppenh�user, Gesindebereiche, Gel�nder). Die Anlage besteht
aus einem kleineren Geb�ude sowie dem Haupthaus, die �ber einen langen
Trakt aus Bibliothek und Ballsaal miteinander verbunden sind. Zum
Zeitpunkt ihres Baus galt die Villa H�gel wegen der von Alfred Krupp
gewollten und gr��tenteils pers�nlich mitgeplanten modernen Technik als
Anschauungsobjekt des technischen Fortschritts. Die Bauphase verschli�
wegen des Eigensinns des Bauherrn mehrere Architekten.
Zur urspr�nglichen Anlage geh�rte ein vollst�ndiger Bauernhof, der vor
dem Nebenhaus lag, um eine autarke Versorgung zu gew�hrleisten. Auch
dieser wurde relativ schnell wieder abgerissen, da er das repr�sentative
Gesamtbild st�rte. Zum weiteren Ensemble der Geb�ude von Villa H�gel
geh�ren das Parkhaus H�gel, das heute das Heim der Familie Beitz ist,
und der auf halber Hangh�he zum Baldeneysee gelegene Bahnhof H�gel. 1894
wurde ein Spielhaus f�r die Kruppt�chter Bertha und Barbara errichtet.
Das Fachwerkhaus wird im Volksmund Spatzenhaus genannt.
Der Bau der Villa H�gel ist zugleich ein Zeugnis neureicher Hybris. In
den Treppenhausfenstern des Nebengeb�udes sind jahrhundertealte
Glasmalereien eingelassen, die Krupp zuvor zusammengekauft hatte. Bei
der Anlage des riesigen Parks lie� Alfred Krupp ausgewachsene B�ume
anpflanzen, um noch zu Lebzeiten den Park im Endzustand zu sehen.
Abgestorbene B�ume wurden kurzerhand durch neue alte ersetzt, was dazu
f�hrte, dass der Baumbestand im Park der Villa H�gel erheblich �lter ist
als die Gesamtanlage. Der Park ist insgesamt 23 Hektar gro� und wurde
seit 1914 kaum ver�ndert.
Seit 1953 finden im Haupthaus regelm��ig bedeutende Kunstausstellungen
statt. Seit Jahrzehnten gibt es mehrmals im Jahr im Obergescho�
klassische Kammerkonzerte f�r Firmenangeh�rige, die aufgrund der
hervorragenden Akustik der oberen Halle und der erstrangigen K�nstler
Besetzungen zu sehr gefragten Kulturveranstaltungen im Ruhrgebiet wurden
und aufzeichnet werden f�r Firmen-, Werbe- und Wohlfahrtszwecke. Das
�stliche Nebengeb�ude enth�lt eine st�ndige Ausstellung zur Familien-
und Firmengeschichte. Park und Geb�ude k�nnen gegen einen geringen
Obolus besichtigt werden, wenn keine Ausstellungen oder
Sonderveranstaltungen der Krupp Stiftung stattfinden.
Ein kulturelles Leben im Industriegebiet an der Ruhr ist ohne die alte
Tradition des privaten Stifter- und M�zenatentums nicht denkbar.
Nachdr�cklicher als anderswo haben sich hier die wirtschaftlich
Erfolgreichen nicht nur f�r das materielle, sondern auch f�r das
geistige Wohl der im Revier lebenden und arbeitenden Menschen
eingesetzt. Sie haben in der industriellen Gr�nderzeit vor und nach 1900
den Grundstein f�r ein lebhaftes kulturelles und k�nstlerisches Leben in
den Gro�st�dten an der Ruhr gelegt und nach 1945 an dessen
Wiedererstehen und neuer Bl�te entscheidend mitgewirkt.
1984 wurde in Fortf�hrung dieser Tradition durch Prof. Dr. hc. mult.
Berthold Beitz, den Ehren Aufsichtsratsvorsitzenden der ThyssenKrupp AG
und Vorsitzenden der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach Stiftung die
?Kulturstiftung Ruhr mit der satzungsgem��en Aufgabe gegr�ndet, dem
kulturellen Leben im Ruhrgebiet neue Impulse zu geben und ihm Ma�st�be
und Ziele zu setzen. Nach dem Willen des Stifters soll seine Gr�ndung
?das Ruhrgebiet wieder enger mit den internationalen geistigen
Kraftfeldern verbinden, erneut seine Tradition als bedeutende
Kulturlandschaft best�tigen, ihm eine herausragende Position in der
Bundesrepublik Deutschland gewinnen und damit jene Resignation zu
�berwinden helfen, die das geistige Leben in den Industriegro�st�dten zu
l�hmen beginnt.
Die eng mit der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach Stiftung verbundene
Kulturstiftung Ruhr versteht sich daher als Initiatorin wie als Tr�gerin
k�nstlerischer und kultureller Aktivit�ten von Rang, in erster Linie
international bedeutender kunst- und kulturgeschichtlicher
Ausstellungen. Ihr Sitz ist ?Villa H�gel, das einstige Wohnhaus der
Familie Krupp, seit 1953 auf Initiative des letzten Firmeninhabers
Alfried Krupp bis heute eines der kulturellen Zentren des Landes.
Zu weiteren Schwerpunkten der Stiftung geh�ren unter anderem die
systematische Aufarbeitung der Industriegeschichte des Reviers, deren
Zeugnisse nach dem Kriege rasch verlorenzugehen drohten. Das
mittlerweile abgeschlossene ?Fotographische Dokumentationsarchiv zur
Geschichte der Industrialisierung an der Ruhr beispielsweise ist mit
rund 480.000 Fotos, Diapositiven und Negativen eines der gr��ten
Spezialarchive seiner Art �berhaupt und befindet sich mittlerweile im
Ruhrlandmuseum der Stadt Essen.
Viel ist es nicht, was ich mir im Internet �ber die Villa H�gel
zusammengesucht habe. Es reicht aber aus, wie mir ein Besuch in der
Villa zeigt. Es ist Mitte Oktober 2006, als ich mich auf den Weg nach
Essen mache. Verkehrstechnisch ist die Villa sehr gut angebunden, so da�
auch ausw�rtige Besucher wie ich sehr gut anreisen k�nnen.
Doch oh wehe! Von dem eigentlichen Wohn- und Repr�sentationshaus ist im
Grunde nichts mehr �briggeblieben. Gerade einmal im Erdgescho� l��t sich
etwas von dem alten Pomp erahnen. Auf der Parkseite bekommt man als
Besucher einige kleinere Repr�sentationsr�ume zu sehen. Daneben macht
aber der Eingangsbereich (Garderobe, Toiletten, Kasse, Museumsshop) den
augenf�lligeren Teil des Erdgeschosses aus.
Das obere Gescho� ist ebenfalls f�r Besucher zug�nglich. ?
Betriebe
Ohne Moos nix los berichtet der Volksmund.
Doch wie sieht es in den Betrieben aus?
Was hat Essen eigentlich zu bieten? 210,36 Quadratkilometer, �ber
592.000 Einwohner, 3.227 Stra�en, 1.595 Kilometer Stra�ennetz, sieben
Stra�enbahnlinien, drei U Bahnlinien und 48 Buslinien. Und sonst?
St�dtische H�hepunkte auf allen Linien beispielsweise die Alte Synagoge,
die neue Messehalle von Bellini, das Museum Folkwang und, und, und. Die
Essener Verkehrsbetrieb m�chten ihre Kunden zu deren Zielen bringen.
Essen ist Wirtschaftsstandort. Zehn der 100 gr��ten deutschen
Unternehmen allesamt international t�tig sind hier beheimatet; dar�ber
hinaus gibt es zahlreiche Hauptverwaltungen. 75% aller Besch�ftigten in
Essen sind im Wirtschaftsbereich t�tig.
Der hohe Dom zu Essen gibt Aufschluss �ber mehr als 1.000 Jahre
Geschichte, Kirche und Kunst. Zahlreiche Kunstwerke von Weltrang,
vornehmlich aus der Zeit von 980 bis 1060, beherbergt der Essener
Domschatz. Beispielsweise die �lteste bekannte Marienfigur der Welt: die
?Goldene Madonna. Das 70 Zentimeter gro�e Bildnis ist aus Lindenholz
geschnitzt und mit Goldblech �berzogen. Um 990 gab sie die Essener
�btissin Mathilde II, eine Enkelin Kaiser Ottos des Gro�en, in Auftrag.
Heute steht Essens Schatz in der n�rdlichen Seitenkapelle der Essener
Domkirche. Ebenfalls in Essens ?Schatzkiste ist der imposante
siebenarmige Leuchter, ebenfalls ein Auftragswerk von Mathilde II; das
Passionsdiptychon, eine Elfenbeintafel aus dem 11. Jahrhundert; die
Kinderkrone Ottos III aus dem Jahre 983; ein Buchdeckel aus Eichenholz,
Goldblech, Edelsteinen, Perlen und Elfenbein aus dem 11. Jahrhundert und
das Otto Mathilden Kreuz, ein Prozessionskreuz von 980.
Am 1. Dezember 1906 legt Margarethe Krupp den Grundstein zur
Margarethenh�he. 50 Hektar Land im Essener S�den und eine Million Mark
stellte die Witwe Friedrich Alfred Krupps f�r den Siedlungsbau zur
Verf�gung. Am 11. August 1908 wird schlie�lich der hessische Architekt
Georg Metzdendorf beauftragt, aus der Margarethenh�he eine Siedlung im
Stil einer englischen Gartenstadt zu machen. Metzendorf ist damals 34
Jahre alt und damit jung genug, um sich 21 Jahre lang dem Bau der
Siedlung, einer Lebensaufgabe zu widmen.
Bereits im Jahre 1911 beziehen die ersten Familien ihre Wohnungen. Die
Presse ist voll des Lobes: ?ein St�ck Frieden im Gro�stadtl�rm, ?ein
M�rchen in der modernen Unrast ist da zu lesen. Heute steht die
Margarethenh�he unter Denkmalschutz.
In Essen ist jeder dritte Tag ein Messetag. Mit mehr als 11.000
Ausstellern und bis zu zwei Millionen Besuchern im Jahr z�hlt die Messe
Essen zu den Top Ten in Deutschland. 19 Hallen bieten 110.000
Quadratmeter Ausstellungsfl�che. Der neue Westfl�gel der Messe Essen,
das imposante Bauwerke des Mail�nder Architekten Mario Bellini, umfa�t
zus�tzlich 20.000 Quadratmeter, eine Galeria und ein weiteres Kongre�
Center. Das Besondere an der neuen rund 240 Meter langen, 69 Meter
breiten und 16 Meter hohen Messehalle ist eine freischwebende
Deckenkonstruktion.
Es war im Dezember 1986: Der Schacht XII der Zeche Zollverein wird
geschlossen. Die B�rger von Essen vor allem der angrenzenden Stadtteile
Katernberg, Stoppenberg und Schonnebeck wohnen dem Ende der
Montanindustrie bei. Und dann im Dezember 2001: das ?world heritage
committee nimmt die Zeche Zollverein in die Weltkulturerbeliste der
UNESCO auf.
Als Wahrzeichen des Wandels und Markenzeichen des Ruhrgebiets lockt die
Zeche j�hrlich eine halbe Million Besucher in den Essener Norden. Denn
Zollverein ist nicht einfach stillgelegt. Die Zeche entwickelte sich in
einen Kulturstandort. So finden auf Zollverein regelm��ig Konzerte,
Ausstellungen und andere kulturelle Veranstaltungen statt. Die Stiftung
Zollverein, 1999 gegr�ndet, trug ma�geblich zum erfolgreich vollzogenen
Strukturwandel bei. Sie machte Zollverein zur Heimat von bedeutenden
Essener Unternehmen und Institutionen. So ist das Design Zentrum NRW im
Schacht XII, das Choreographische Zentrum NRW in Schacht 1/2/8 zu Hause.
Dies sind zwar nur zwei Beispiele; sie sollen an dieser Stelle aber
reichen.
Die Villa H�gel, 1873 fertiggestellt und einst Wohnsitz und
Repr�sentationsort der Industriellenfamilie Krupp �ber drei Generationen
hinweg, beherbergt heute die Kulturstiftung Ruhr. Im einstigen
Hauptwohngeb�ude finden seit 1953 gro�e �berregionale Kunstausstellungen
statt.
400.000 Besucher z�hlte bereits die erste Ausstellung Kunstwerke aus
Kirchen-, Museums- und Privatbesitz, Essener M�nsterschatz. Es folgen
�ber 30 weitere Ausstellungen. Viele davon erregten internationale
Aufmerksamkeit beispielsweise ?G�tter Pharaonen mit 485.000 Besuchern
oder ?Breughel Brueghel mit 187.000 Besuchern. Heute z�hlt die Villa
H�gel zu den wenigen H�usern in ganz NRW, die sich den alten Meistern
annehmen.
Als am 25. September 1988 das Aalto Theater mit Wagners ?Meistersingern
er�ffnet wurden, waren nicht nur Essens Opernfreunde hingerissen.
Hingerissen waren auch die Freunde der Architektur. Bis ins kleinste
Detail hatte der finnische Architekt Alvar Aalto das Theater konzipiert.
Vom Entwurf bis seiner Realisierung sollten allerdings 30 Jahre
vergehen. Die Er�ffnung des Aalto Theaters durfte der Finne allerdings
nicht mehr erleben. Er war zu diesem Zeitpunkt bereits seit zw�lf Jahren
tot.
1913 wurde das Zentrum der j�dischen Gemeinde, die Neue Synagoge,
erbaut. In der Reichsprogromnacht wurde sie in Brand gesetzt. Erst im
Jahre 1959 kaufte die Stadt Essen die Ruine und machte daraus das ?Haus
Industrieform. Einem weiteren Brand im Jahre 1979 folgte die
Restauration und die Einweihung der Alten Synagoge als Gedenkst�tte und
Dokumentationsforum. In Begegnungen, Diskussionen und kulturellen
Veranstaltungen sollen j�dische Geschichte, Gegenwart und Kultur
lebendig gehalten werden. Dar�ber hinaus werden zwei Dauerausstellungen
gezeigt: ?Stationen j�dischen Lebens. Von der Emanzipation bis zur
Gegenwart und ?Verfolgung und Widerstand in Essen 1933 1945. Im
Mittelpunkt der ersten Ausstellung steht die Perspektive j�dischen
Handelns, Denkens und F�hlens, verdeutlicht durch Fotografien und
autobiographische Dokumente von Juden, die seinerzeit in Essen lebten.
Die zweite Dauerausstellung setzt sich aus acht thematisch gegliederten
Bereichen zusammen und mit der NS Zeit auseinander: von der Krise der
Weimarer Republik �ber NS Terror und Kriegsvorbereitung bis hin zur
Befreiung und zum Wiederaufbau.
Im Jahre 1922 fusionierten das private Museum Folkwang in Hagen (1901
von dem Sammler und M�zen Karl Ernst Osthaus gegr�ndet) mit dem Essener
Kunstmuseum (1906 gegr�ndet). ?St�tzpunkt kulturellen Lebens im
Ruhrgebiet wollte das Museum Folkwang sein. 1929 wurde der Neubau
er�ffnet. Bereits in den 1930er Jahren geno� das Museum internationale
Reputation, die die Kunstpolitik des Dritten Reiches allerdings schnell
zunichte machte. Der ber�chtigten Aktion ?Entartete Kunst fielen �ber
1.400 Kunstwerke zum Opfer darunter auch der gesamte Bestand des 20.
Jahrhunderts.
Erst im Jahre 1960 wurde der Neubau an alter Stelle wieder er�ffnet.
Verlorene Kunstwerke wurden soweit nicht zerst�rt nach 1945 wieder
zur�ckgekauft und soweit m�glich ersetzt. Die Fortf�hrung der Sammlung
machte 1983 einen Erweiterungsbau erforderlich. Neben der
Gem�ldesammlung besticht seitdem auch die graphische und fotografische
Sammlung mit eigenst�ndigen Abteilungen. Heute hat das Museum Folkwang
l�ngst seinen hervorragenden Weltruf zur�ckgewonnen.
Im goldenen Herbst, am 18. Oktober 1928, wurde die Essener Lichtburg,
Deutschlands modernstes Filmtheater, er�ffnet. 1943 fiel sie
Bombenangriffen zum Opfer. Der Zuschauerraum brannte v�llig aus. Die
�u�ere H�lle blieb nahezu vollst�ndig erhalten. Im Stil der
Nachkriegszeit wieder aufgebaut, avancierte die Lichtburg zum
elegantesten Filmtheater Deutschlands. In den 1950er Jahren erlebte es
seine erfolgreichste Zeit als Premierenkino. Deutsche Leinwandstars wie
Hildegard Knef und Zarah Leander waren dort zu Gast. Auch
Hollywoodgr��en wie Gary Cooper und Buster Keaton reisten dort zur
Premiere an. Dar�ber hinaus fanden in der Lichtburg zahlreiche
Theatergastspiele, Kabarettveranstaltungen und Jazzkonzerte statt. Louis
Armstrong und Benny Goodman waren beispielsweise in der Lichtburg zu
Gast. Heute steht die sch�ne Lichtburg mit ihren 1.302 Pl�tzen im Herzen
der Stadt unter Denkmalschutz.
Soweit zu den touristischen Attraktionen der Stadt Essen. Doch wie sieht
denn die Leistung der EVAG, den Essener Verkehrsbetrieben aus? Wie
bef�rdern sie die Menschen vor Ort zu deren Zielen?
Wie schon im Vorjahr konnte auch 2002 ein deutlicher Anstieg der
Fahrgastzahlen verzeichnet werden. ?Gegen�ber 2001 stieg die Zahl der
Fahrg�ste von 102,8 Millionen auf 109,0 Millionen an. Dieser weitere
Anstieg ist durch die in den letzten Jahren vollzogene Verbesserung des
Leistungsangebots, die Modernisierung des Fahrzeugparks und die
Inbetriebnahme einer U Bahnlinie als Ersatz f�r eine Buslinie begr�ndet.
Die Einf�hrung des SchokoTikets f�r Sch�ler im Jahre 2002 f�hrte
au�erdem zu einem deutlichen Anstieg der Fahrgastzahlen. Allerdings
wechselten viele Kunden von teureren Ticketarten zu diesem g�nstigen
Angebot, berichtet die EVAG.
Die Verkehrsertr�ge aus dem Verbundverkehr stiegen im Vergleich zum
Vorjahr von 60,4 Millionen Euro auf 60,8 Millionen Euro an. Dieser
Anstieg vollzog sich unterproportional zur Entwicklung der
Fahrgastzahlen, weil mit der Einf�hrung des SchokoTickets eine
Verlagerung von den anderen Tickets zu dieser g�nstigen neuen Variante
einsetzte.
Der Zahl der im Jahresdurchschnitt im Unternehmen besch�ftigten
Mitarbeiter verminderte sich gegen�ber dem Vorjahr von 1.991 auf 1.969.
Zum Jahresende waren noch 1.953 Mitarbeiter besch�ftigt.
Im Gesch�ftsjahr 2002 wurden insgesamt drei US Lease Transaktionen
abgeschlossen, die zu Einnahmen von 60,7 Millionen Euro f�hrten. Zwei
davon betragen 34 Niederflurstra�enbahnen bzw. neun Dockland
Stra�enbahnwagen und entsprachen den Transaktionen, die in der
Vergangenheit bereits mehrfach von verschiedenen Nahverkehrsunternehmen
praktiziert worden sind eine weitere US Lease Transaktion, die gemeinsam
mit der Stadt Essen durchgef�hrt wurde, betraf die gesamte
Schieneninfrastruktur. Cross Border Gesch�fte mit Schieneninfrastruktur
konnten vor 2002 noch nicht realisiert werden. ?Wegen der erzielten
au�erordentlichen Ertr�ge ist das Jahresergebnis nur bedingt mit dem
Vorjahr zu vergleichen, so die EVAG. ?Die Ausgaben �berstiegen die
Einnahmen um 2,036 Millionen Euro. Dieser Betrag wird aufgrund des mit
der Essener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (EVV), Essen,
abgeschlossenen Beherrschungs- und Gewinnabf�hrungsvertrages �bernommen.
Das Ergebnis ist somit im Saldo ausgeglichen.
Doch nun zu einer anderen Branche, n�mlich der Konsumg�terindustrie.
Hier ist WMF ein f�hrendes Unternehmen.
Die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbesserten sich im Jahre
2002 nicht. Zwar gewann die US Konjunktur gegen�ber dem schwachen
Vorjahr etwas an Schwung. Insgesamt verlieh sie der Weltwirtschaft aber
keine entscheidenden Impulse. So konnte sich Japan nicht aus der
bestehenden Rezession l�sen. Im Euro Raum wuchs die Wirtschaft deutlich
langsamer als ein Jahr zuvor.
Die deutsche Wirtschaft geh�rte einmal mehr zu den L�ndern mit dem
geringsten Wachstum. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg real nur noch
um 0,2% nach einem Plus von 0,6% im Jahre 2001. Dabei entwickelten sich
die Ausr�stungsinvestitionen mit einem deutlichen Minus besonders
ung�nstig. Bei den Bauinvestitionen hielt der Abw�rtstrend an. Lediglich
die Exporte wiesen ein vergleichsweise hohes Wachstum auf, das
allerdings geringer als im Jahre 2001 ausfiel.
Diese negativen Faktoren schlugen beim Handel voll zu Buche. Der
Jahresumsatz des klassischen Einzelhandels verringerte sich folglich um
3,5%. Die Bereiche, in denen die WMF t�tig ist, wiesen teilweise sogar
noch h�here R�ckg�nge auf. Weiter angespannt hat sich die Situation im
deutschen Gastgewerbe, das insgesamt einen Umsatzr�ckgang um real rund
7,0% hinnehmen mu�te.
F�r die Konsumg�terbranche war das Jahr 2002 eines der schwierigsten in
den letzten 50 Jahren. In diesem Umfeld steigerte sich der Umsatz des
WMF Konzerns im Gesch�ftsjahr 2002 um 1 Prozent auf 578,1 Millionen
Euro. In diesen Zahlen ist auch der Umsatz der neu erworbenen Firma W.
F. Kaiser & CO. GmbH enthalte, deren Konsolidierung zum 1.9.2002 erfolgt
ist.
Im Gegensatz zu dem branchenbedingten R�ckgang im Inland konnte die WMF
im Ausland kr�ftig zulegen. Der Anteil des Auslands am gesamten
Gesch�ftsvolumen erh�hte sich folglich von 34,2% auf 38,1%. Der Umsatz
der WMF AG ging um 5% auf 379,9 Millionen Euro zur�ck. W�hrend des
Gesch�ftsvolumens im Inland deutlich sank, konnten die Exporte sp�rbar
erh�ht werden.
Nachdem bereits im Jahre 2001 mit McDonalds Deutschland der Eintritt in
den schnell wachsenden Markt der Fastfood Gastronomie geschafft worden
war, konnten in 2002 mit Pizza Hut Deutschland und der Restaurantkette
Denny`s in Japan weitere bedeutende neue Schl�sselkunden gewonnen
werden. In den Z�gen der europ�ischen Verkehrsbetriebe werden WMF
Kaffeemaschinen vermehrt eingesetzt. Profitiert hat die WMF weiterhin
von den Absatzm�glichkeiten bei kleinen Stehcaf�s und B�ckereien.
Die Zahl der Mitarbeiter erh�hte sich im Konzern zum Jahresende 2002 auf
5.469 Besch�ftigte. In diesem Anstieg um 47 Mitarbeiter ist die
�bernahme von Kaiser Backformen enthalten. In der AG wurden 3.722
Mitarbeiter besch�ftigt, 132 weniger als Ende 2001.
Doch welche Tochtergesellschaften hat der WMF Konzern.
Alfi Zitzmann AG als Anbieter qualitativ hochwertiger Isolierger�te und
lifestyle ausgerichteter Geschenkartikel konnte sich dem r�ckl�ufigen
Trend im deutschen Einzelhandel nicht entziehen. Bei alfi f�hrte die
Konsumzur�ckhaltung im Inland im Gesch�ftsjahr 2002 zu einem
Umsatzr�ckgang von 16% auf rund 25 Millionen Euro. Das Ergebnis war
trotz durchgef�hrter Kostenanpassung ebenfalls r�ckl�ufig.
Die Firma Gebr�der Hepp GmbH realisiert als international renommierter
Partner der gehobenen Gastronomie und Hotellerie rund 70& des Umsatzes
im Ausland. Sie war daher sowohl von der Investitionszur�ckhaltung in
den USA als auch von der anhaltenden Schw�che im inl�ndischen Hotel- und
Gastgewerbe betroffen. Hepp konnte daher in 2002 nicht an das Wachstum
der vergangenen Jahre ankn�pfen, sondern erreichte nur einen um 7% unter
dem Vorjahr liegenden Umsatz in H�he von 21,7 Millionen Euro. Das
Ergebnis konnte auf Grund der in 2001 durchgef�hrten Ma�nahmen zur
Optimierung der Fertigung und Logistik auf Vorjahresh�he gehalten
werden.
Die Fertigung hochwertiger rostfreier Besteckteile der
Tochtergesellschaft WMF Flatware in Singapur wurde auf Grund des
anhaltenden Preisdrucks auf dem Weltmarkt im Gesch�ftsjahr 2002
eingestellt und in das eigene Werk nach He Shan in China verlagert. Nach
Stillegung der Fertigung fungiert WMF Flatware als Vertriebsgesellschaft
mit Schwerpunkt Tisch und K�che. Neben Singapur werden angrenzende
L�nder wie Malaysia und Indonesien beliefert. Die Vertriebsgesellschaft
WMF Flatware konnte das Gesch�ftsvolumen weiter ausbauen und den Umsatz
um 5% weiter steigern.
Neuer WMF Fertigungsstandort in Asien ist nach der Ende 2002
abgeschlossenen Verlagerung der bisherigen Singapur Fertigung in WMF
Manufacturing in He Shan, China. Der Produktionsanlauf am neuen Standort
erfolgte nach einem Grundst�ckserwerb und dem Bau der erforderlichen
Fertigungsgeb�ude und sozialen Einrichtungen Mitte 2001. Aussto�menge
und Qualit�ten entwickelten sich seither so, wie es das Unternehmen
erwartete, so da� die reibungslose Fortf�hrung der Herstellung
hochwertiger rostfreier Besteckteile auch im neuen Werk der WMF in China
sichergestellt ist.
Die Gesch�ftsentwicklung f�r vollelektronische Systeme der
Schankanlagentechnik der WMF Hogatron in der Schweiz (Worb) mu�te auf
Grund der allgemeinen konjunkturbedingten Investitionszur�ckhaltung der
Gastronomiebetriebe im Jahre 2002 einen Umsatzr�ckgang von 20%
hinnehmen.
Das von der Auerhahn Bestecke GmbH nach der Restrukturierung
eingeschlagene Konzept, sich auf designorientierte Bestecke mit guten
Preis- / Leistungsverh�ltnis zu konzentrieren, war bei weiter
r�ckl�ufigem Gesamtmarkt auch in Gesch�ftsjahr 2002 erfolgreich. Der
Umsatz konnte gegen den allgemeinen Trend um 4% gesteigert werden.
Das im Gastrogro�handel t�tige Unternehmen Boehringer Gastro Profi GmbH
war im Gesch�ftsjahr 2002 durch die anhaltende Schw�che im inl�ndischen
Hotel- und Gastgewerbe belastet. Die sich hieraus ergebende
Investitionszur�ckhaltung der Kunden f�hrte dazu, da� der Umsatz mit
rund 16 Millionen Euro um 4% unter dem Vorjahresergebnis lag. Zur
Effizienzsteigerung wurden die Lager- und Einkaufsaktivit�ten bei
Boehringer geb�ndelt.
Die seit der �bernahme durch die WMF durchgef�hrte Neuausrichtung der
Silit Werke GmbH & Co. KG zeigte nach Unternehmensangaben auch im
Gesch�ftsjahr positive Wirkung. Die mit erheblichen Vorleistungen
verbundene Entwicklung neuer, attraktiver Sortimente wurde vom Markt gut
aufgenommen. In dem durch generelle Kaufzur�ckhaltung der Verbraucher
und starkem Wettbewerb gekennzeichneten Markt f�r Kochgeschirre ist es
Silit, einschlie�lich er Vertriebsgesellschaft in Frankreich, gelungen,
den Umsatz um 8% auf rund 31 Millionen Euro zu steigern und ein
positives Ergebnis zu erwirtschaften. Das Wachstum wurde sowohl im
Export als auch im schwierigen Inlandsmarkt realisiert.
Die WMF AG hat zur Erweiterung ihrer Produktpalette im 2. Halbjahr 2002
den Hersteller von Backformen W. F. Kaiser & Co. GmbH, Diez / Lahn,
�bernommen, Kaiser entwickelt und produziert Backformen aus
beschichtetem Metall und z�hlt zu den f�hrenden Anbietern in
Deutschland. Kaiser vertreibt in Deutschland schwerpunktm��ig �ber
Selbstbedienungsk�ufer und den Facheinzelhandel. Die Firma verf�gt
dar�ber hinaus �ber eigene Vertriebsgesellschaften in den USA, Italien
und Polen. Die Kaiser Gruppe wird nach der �bernahme durch die WMF
weiter selbst�ndig unter dem etablierten Markennahmen vom bisherigen
Management gef�hrt. Kaiser erreichte 2002 einen Umsatz von 32 Millionen
Euro und besch�ftigte rund 200 Mitarbeiter.
Die n�chste Branche, die nun betrachtet werden soll, ist die Baubranche.
Hier ist die Allbau AG, quasi ein Tochterunternehmen der Stadt Essen,
aktiv.
?Seit Jahren machte sich der Allbau zur Maxime, wo immer m�glich der
Stadtflucht durch attraktive Wohnungsangebote zur Miete und im Eigentum
entgegenzuwirken. Ansatzpunkte f�r konkretes Handeln sind die jeweiligen
Stadtteile, sind darin die einzelnen Wohnungen, die f�r die
verschiedensten Bedarfsgruppen attraktiv gemacht werden m�ssen bzw.
deren Attraktivit�t wiederhergestellt werden soll, berichtet das
Unternehmen.
Daraus ergibt sich f�r das Unternehmen, da� nicht nur in Steine, sondern
auch in Menschen investiert wird. Mietwohnungsbau, Bautr�gerschaft,
Mieterprivatisierung, Immobiliendienstleistungen f�r Dritte, die
Entwicklung neuer Projekte gaben dem Allbau nicht nur weitere
Standbeine. Das Unternehmen ist damit auch an der Stadtentwicklung
Essens beteiligt, die ihren Weg von der Aufwertung der einzelnen Wohnung
�ber die damit verbundene Erneuerung der jeweiligen Stadtteile bis zur
Infrastrukturverbesserungen der gesamten Stadt nimmt.
Attraktive und bezahlbare Wohnungsangebote f�r die unterschiedlichsten
Nachfragegruppen sowohl im Miet- als auch im Eigentumsbereich halten
nicht nur die Menschen in ihrer Stadt und f�hren sogar zu
Wanderungsgewinnen. Sie sorgen gleicherma�en f�r eine Erhaltung eines
attraktiven Stadtbildes. Gleichzeitig wird die Stadtteilidentit�t
gest�rkt und der ?richtige soziale Mix sorgt f�r eine stabile soziale
Basis.
Das Ruhrgebiet ist gepr�gt von schlichten Wohnungen aus der
Wiederaufbauzeit nach dem Krieg. Im stark zerst�rten Essen mu�ten
kurzfristig den Bewohnern neue Wohnungen zur Verf�gung gestellt werden.
Diese Wohnungen, mit 2 3 R�umen auf 45 Quadratmeter bis 55 Quadratmeter,
entsprechen nicht mehr der aktuellen Nachfrage. Der Allbau geht
verst�rkt dazu �ber, Wohnungen zusammenzulegen.
Die Stadt Essen hat in den letzten 40 Jahren einen Bev�lkerungsr�ckgang
von fast 19% verkraften m�ssen. Bis 2015 sind weitere 6%, bis 2030 sogar
15% an Einwohnerverlusten prognostiziert. Der Wohnungsmarkt in Essen ist
beeinflu�t von diesem Bev�lkerungsr�ckgang, der deutliche
Qualit�tsanspr�che an die Wohnungen stellt. Der Mietwohnungsmarkt zeigt
nach wie vor eine deutliche Nachfrage an modernen 3- und
4-Raum-Wohnungen, w�hrend in den Bestandswohnungen ein �berangebot an
Kleinstwohnungen besteht. Demzufolge k�nnen auch 2-Raum-Neubauwohnungen
nicht immer direkt vermieten werden.
In den Bereichen Neubau, Mitwohnungsbau und Bautr�gerschaft versucht der
Allbau vorrangig, qualitativ hochwertigen und dennoch g�nstigen Wohnraum
besonders f�r junge Familien zur Verf�gung zu stellen.
?Aber nicht nur f�r den Eigenheimbau, sondern genauso f�r den
Mitwohnungsbau steht die Wohnungswirtschaft vor der Verpflichtung, die
Bestandswohnungen auf die steigenden Qualit�tsanforderungen der
Nachfrage anzupassen, so das Unternehmen.
Allbau bewirtschaftete 2002 insgesamt 18.662. ?Mit Blick auf die
Rahmenbedingungen des derzeitigen Mietermarktes ist die Leerstandsquote
mit 2,6% moderat. Die h�ufigsten Gr�nde f�r Leerst�nde sind, da� sich um
Kleinstwohnungen oder solche mit fehlenden Qualit�tsstandards handelt
(beispielsweise fehlende Zentralheizung oder Balkone).
?Seit drei Jahren f�gte der Allbau seinem Bestreben, gute Wohnungen in
einem guten Umfeld zu schaffen, noch ein weiteres Ziel hinzu. Das
Unternehmen betreibt aktive `Soziales Management�. T�tigkeitsfeld sind
Wohnanlagen, in denen Familien und �berdurchschnittlich viele junge
Mieter wohnen, aber auch dort, wo Nachbarschaften international geworden
sind und die Lebensgewohnheiten des jeweils anderen noch fremd sind,
berichtet Allbau.
`Soziales Management�, betreut von einer Diplom Sozialarbeiterin, sorgt
auch f�r die Kooperation mit sozialen Diensten, stellt Kontakte zu
Politik und Verwaltung her und hilft mit, ein �ffentliches Interesse f�r
betreffende Viertel oder die Wohnanlage zu schaffen. Finanzielle
Zusch�sse aus Politik und Wirtschaft kr�nen nicht selten die Bem�hungen
von Nachbarschaften zur Verbesserung des Umfeldes.
?Nachweislich sinken f�r den Allbau die Ausgaben f�r die Beseitigung von
Sch�den durch Bemalung der Hausw�nde, an Spielger�ten und die Reinigung
der Gr�nanlagen. Denn da, wo es gelingt, da� Mieter und Vermieter
gemeinsam die Vorz�ge ihres Viertels nach au�en darstellen, m�chte man
gerne Zuhause sein, so Allbau.
Vor dem Hintergrund gestiegener Anspr�che an die Wohnqualit�t und des
zeitgleich entstandenen Mietermarktes ist die Bestandserhaltung die
wesentliche Basis f�r eine erfolgreiche Bewirtschaftung. Zugleich werden
die Kosten durch rechtzeitige Investitionen in den Bestand insgesamt
minimiert, wie das Unternehmen berichtet. F�r die Instandhaltung wurden
im Gesch�ftsjahr 2002 19.663.000 Euro, f�r die Modernisierung 11.953.000
Euro gezahlt. Damit ist der Allbau auch in diesem Gesch�ftsjahr ein
wichtiger Partner des Essener Handwerks gewesen, das den gr��ten Teil
der Auftr�ge erhielt.
In 2002 erhielten 46 H�user mit insgesamt 310 Wohnungen ged�mmte
Geb�udeh�llen, einschlie�lich D�mmung der Kellerdecken und des Daches
bzw. der letzten Decke sowie, wo erforderlich, neue Fenster.
Parallel wurden in 2002 weitere 211 Gasthermen ausgetauscht. Bis zum
Zielvorgabejahr 2006 sollen es insgesamt 3.053 Thermen sein. Dort, wo
zus�tzlich die Geb�udeh�lle ged�mmt wurde, wird der Gasverbrauch
dauerhaft gedrosselt. Die Wohnungen erreichen Energieeinsparungen von
30% und mehr. Dies kommt nicht nur den Mietern zugute, sondern auch der
Umwelt.
Die Wohnungsprivatisierung erfolgt unter erschwerten Bedingungen, wie
allbau berichtet. Die Verunsicherung in der Bev�lkerung �ber die
schwankenden Konjunkturprognosen mit den daraus resultierenden unklaren
pers�nlichen Zukunftsaussichten f�hren zu einer deutlichen
Kaufzur�ckhaltung. Selbst die g�nstigen Finanzierungsbedingungen auf dem
Kapitalmarkt verm�gen nicht die erwarteten Kaufanreize bieten. Das
Angebot an Gebrauchtimmobilien in Essen ist in den vergangenen Jahren
stetig gewachsen. Dies ist auch eine Folge der Ausweitung der
Privatisierung von Wohnungen durch weitere Gesellschaften in Essen.
Die Gesellschaft hat sich nach eigener Einsch�tzung als
Immobiliendienstleister f�r den Konzern Stadt Essen und soziale Tr�ger
etabliert. F�r die Stadtwerke Essen AG bewirtschaftet die Allbau
Managementgesellschaft mbH die B�roimmobilien, die Betriebsh�fe und die
Geb�ude im Essener Hafen. Die T�tigkeiten umfassen alle technischen
Gewerke, von der reinen Instandhaltung bis zum Umbau. Die
Bewirtschaftung der Allbau Managementgesellschaft mbH umfa�t inzwischen
nicht nur Wohnungen, sondern auch Altenwohnungen, Einzelhandelsfl�chen,
B�ros und Spezialimmobilien wie zum Beispiel das Wetteramt in Essen. Zu
den weiteren Kunden z�hlen die Allbau AG, die Altstadt Baugesellschaft
mbH & Co. KG und das Diakoniewerk e.V.
1999 �bertrug der Allbau seine Gesch�ftsaktivit�ten im Bereich der
immobilienwirtschaftlichen Dienstleistungen sowie das Personal auf die
Allbau Managementgesellschaft mbH (AMG) �bertragen. Am 31.12.2002 betrug
der Personalbestand der AMG 139 Mitarbeiter. Dieser setzt sich zusammen
aus 126 Angestellten, sieben Lehrlingen und sechs gewerblichen
Arbeitnehmern.
Zum Ende noch ein paar statistische Daten. Eigene Mietwohnungen: 18.662.
Eigene Gewerbeobjekte: 129. Mieten (durchschnittlich kalt je
Quadratmeter in Euro): 4,46 Euro. Jahres�berschu�: 11,038 Millionen
Euro. Bilanzgewinn: 5,519 Millionen Euro. Eigenkapital: 62,378 Millionen
Euro.
In einem �hnlichen Sektor, n�mlich der Heiztechnik, ist die Buderus
Heiztechnik GmbH, ein Tochterunternehmen der Buderus AG, aktiv.
Die effiziente und m�glichst umweltfreundliche Nutzung von Energie wird
nach Einsch�tzung des Unternehmens aufgrund begrenzter fossiler
Ressourcen und klimatischer Ver�nderungen zu einem der wichtigsten
Themen des Jahrhunderts werden. Auf Basis langj�hriger Erfahrungen
entwickelte das Unternehmen ein umfangreiches Sortiment von modernen
Solarprodukten. Abgerundet mit Systeml�sungen f�r Pellet- und
Festbrennstoffheizkessel tr�gt Buderus mit seinem kompletten
Produktprogramm zur Nutzung regenerativer Energien diesem Anspruch
Rechnung.
Angesichts der am 1. Februar 2002 in Kraft getretenen
Energieeinsparverordnung (EnEV) wird die Solartechnik l�ngerfristig ein
�berdurchschnittliches Wachstum verzeichnen. Bei Niedrigenergieh�usern,
die nach der EnEV im Neubau zum Standard erkl�rt werden, k�nnen bis zu
35% des Energiebedarfs f�r die Trinkwassererw�rmung und
Heizungsunterst�tzung durch die Sonne gedeckt werden. Das Herzst�ck
einer Solaranlage zur kombinierten Trinkwassererw�rmung und
Heizungsunterst�tzung stellt der sogenannte Kombispeicher dar.
Allerdings ist die alleinige Beheizung eines Geb�udes mit Sonnenenergie
selbst bei Niedrigenergieh�usern nicht m�glich. F�r den Fall, da� die
Beheizung eines Geb�udes ausschlie�lich mit regenerativen Energien
erfolgen soll, erfordert dies die Einbindung nachwachsender Rohstoffe
wie Holz. Entsprechend geeignete, in der Bedienung komfortable und
energetisch effizient arbeitende W�rmeerzeuger, sind an dieser Stelle
gefragt.
Eine starke Marke ist ein wertvolles Kapital f�r den Erfolg am Markt.
Sie sichert nicht nur einen hohen Bekanntheitsgrad, sondern vermittelt
Vertrauen und Sympathie. ?Neben der technischen Kompetenz und der
Innovationskraft von Buderus sind auch diese Aspekte pr�gend f�r die
Wertsch�tzung unserer Produkte und Leistungen bei Partnern und Kunden.
Eine profilierte Marke ist allerdings kein statischer Erfolgsgarant f�r
ein Unternehmen. Sie lebt, braucht Pflege und mu� immer wieder neu mit
Inhalten aufgeladen werden. ?Das Vertrauen, unter der Marke Buderus
innovative hochwertige Technik zu erhalten, ist ein wesentlicher
Gesichtspunkt. Die Marke mu� aber auch von den relevanten Zielgruppen
wahrgenommen und ihre Botschaft mu� verstanden werden. Erst aus dem
Zusammenspiel aller Kr�fte entwickeln sich kaufentscheidende Impulse im
Markt, berichtet das Unternehmen. ?Zu den vielf�ltigen Initiativen des
Marketings bei Buderus z�hlt auch das Engagement im Sport. Mit dem
werblichen Auftritt im Sport nur auf die zu erreichende
Markenbekanntheit zu setzen, greift jedoch zu kurz. Eine glaubw�rdige
Markenf�hrung orientiert sich an klaren strategischen Grundlinien.
Die konjunkturelle Schw�che des Vorjahres setzte sich in Westeuropa auch
im Gesch�ftsjahr 2002 weiter fort, so da� die im Fr�hjahr allgemein noch
in der Wirtschaft gehegten Erwartungen eines bevorstehenden Aufschwungs
nicht best�tig wurden. Bedingt durch den �berdurchschnittlich schwachen
Konjunkturverlauf in Deutschland wurde nur ein minimales reales
Wirtschaftswachstum erzielt, w�hrend der Vergleichswert f�r Westeuropa
bei 0,75% lag.
Der inl�ndische Heizungsmarkt wurde in 2002 von der schlechten
konjunkturellen Entwicklung dominiert. Insbesondere war es die
Konsumzur�ckhaltung, die sich negativ auf der Ersatz- und
Modernisierungsgesch�ft auswirkte und damit ma�geblich das
Inlandsgesch�ft 2002 pr�gte. Hinzu kam, da� die Bauleistung in
Deutschland sowohl im Wohnungs- und Wirtschaftsbau als auch im
�ffentlichen Hochbau erneut r�ckl�ufig war. Auch die Nachfrage nach
Heizungsmaterial, die von der Beseitigung der Flutsch�den ausging, war
nur von kurzfristigem Charakter. Der zweistellige Nachfrager�ckgang bei
Solarerzeugnissen und Festbrennstoffkesseln ist auf die K�rzungen
�ffentlicher F�rdermittel zur�ckzuf�hren. So verringerten sich im
Gesch�ftsjahr 2002 die Auftr�ge zur F�rderung von Solaranlagen im
Vergleich zum Vorjahr um etwa 40%.
Der Umsatz des Gro�handels mit Zentralheizungsmaterial lag deutlich
unter dem Wert des Jahres 2001. Die diesbez�glichen Umsatzeinbu�en
erstreckten sich mit Ausnahme der Brennwertheizkessel und
Heizungsw�rmepumpen �ber alle Produktgruppen. Vor diesem Hintergrund hat
der Konsolidierungs- und Wettbewerbsdruck in der deutschen
Heizungsbranche weiter zugenommen.
Insbesondere durch die negative konjunkturelle Entwicklung des
inl�ndischen Heizungsmarktes bedingt verzeichnete der Konzernbereich
Heizungsprodukte im Gesch�ftsjahr 2002 gegen�ber dem Vorjahr einen
Umsatzr�ckgang um 2,4% auf 1,207 Milliarden Euro. W�hrend sich der
Auslandsumsatz erneut auf dem Wachstumsweg befand und um 17,7 Millionen
Euro oder 4,4% auf 416,6 Millionen anschwoll, mu�te im Inland gegen�ber
dem Gesch�ftsjahr 2001 ein R�ckgang um 5,6% auf 790,2 Millionen Euro
hingenommen werden. Der Auslandsanteil am Gesamtumsatz stieg von 32,3%
im Vorjahr auf 34,5% im Berichtsjahr an.
Das Dienstleistungsangebot der Niederlassungen und Service Center
beinhaltet au�er der Logistikfunktion, der individuellen Beratung und
der Vermittlung von Finanzierungsangeboten auch ein umfassendes
Informations- und Schulungsangebot. So schulte Buderus alleine in den
inl�ndischen Niederlassungen 2002 etwa 19.000 Kunden. Im Ausland ist die
Buderus Heiztechnik GmbH in 13 europ�ischen L�ndern sowie in den USA und
China mit eigenen Vertriebs- und Service Gesellschaften vertreten.
Der Gewinn belief sich im Jahre 2002 auf 115 Millionen Euro. Die
Mitarbeiterzahl im Inland verringerte sich auf 4.527 (Vorjahr 4.566).
Diese R�ckf�hrung ist im Wesentlichen auf erreichte
Produktivit�tsverbesserungen und die Anpassung der Personalkapazit�ten
an das schwierige konjunkturelle Umfeld im Gesch�ftsjahr 2002
zur�ckzuf�hren. Der Gesamtaufwand f�r Personal im Konzernbereich
Heizungsprodukte belief sich im Gesch�ftsjahr 2002 auf 269,1 Millionen
Euro. Auf L�hne und Geh�lter entfielen davon 81,1% = 218,3 Millionen
Euro. F�r soziale Leistungen betrug der Gesamtaufwand 50,8 Millionen
Euro = 18,9%. Davon wurden 11,8% = 6 Millionen f�r die betriebliche
Altersversorgung aufgewendet.
Der Pelikan. Dies ist nicht nur der Namen f�r einen Vogel. Dies ist auch
der Name einer Firma, die Qualit�tswaren f�r den B�robereich produziert.
?Auch im Jahre 2002 konzentrierte sich die Gruppe der Pelikan Holding AG
darauf, ihre Strukturen zu verbessern und die Prozesse zu optimieren, um
langfristig das Betriebsergebnis zu erh�hen. Die Projekte zur
Kostensenkung durch Produktivit�tssteigerungen hatten weiterhin hohe
Priorit�t. Die fortlaufende Einf�hrung solcher Ma�nahmen erh�ht die
k�nftige Wettbewerbsf�higkeit der Gruppe, trotz der allgemein
ung�nstigen Wirtschaftslage und der negativen Ereignisse wie dem Irak.
Im Vergleich zum Vorjahr ging der Konzernumsatz um 3,5% zur�ck. Die
einzelnen Projektgruppen entwickelten sich dabei unterschiedlich.
W�hrend im Bereich der Schreibger�te eine Umsatzsteigerung von 5%
gegen�ber dem Vorjahr zu verzeichnen war, wurde diese sehr positive
Entwicklung durch Umsatzr�ckg�nge in den anderen Bereichen
neutralisiert. Die Zunahme bei den Schreibger�ten ist nicht zuletzt auch
auf die gesteigerten Bem�hungen im Bereich der Forschung und Entwicklung
zur�ckzuf�hren. Hervorzuheben sind die Entwicklungen im Bereich der
hochwertigen Schreibger�te, vor allem die ?Limited-? und ?Special
Editions sowie ein breit abgest�tztes Konzept f�r die Schreibger�te aus
dem Bereich ?Schule/Freizeit. Die Pelikan Gruppe ist sich der Bedeutung
der Forschungs- und Entwicklungst�tigkeit in einem stetig wachsenden
Wettbewerbsmarkt bewu�t. Konsequenterweise wurden in 2002 die Ausgaben
f�r Forschung und Entwicklung auf 2,7 Millionen Schweizer Franken
erh�ht, berichtet Loo Hooi Keat, vorsitzender des Verwaltungsrates.
Im Jahre 2002 erwartete man trotz der ebenfalls erkennbaren Risiken eine
schrittweise Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die
weltweiten wirtschaftlichen Aktivit�ten im Jahr erwiesen sich st�rker
als erwartet mit Ausnahme von Westeuropa. Der Papier, B�ro und
Schreibwaren Markt ist im Jahre 2002 nach eigenen Sch�tzungen in
Deutschland um etwa 5% zur�ckgegangen. Die Markteinfl�sse auf den Umsatz
der Gruppe der Pelikan Holding AG waren unterschiedlich: leicht tiefere
Ums�tze in Europa, aber nachhaltige Ums�tze in den meisten �brigen
Regionen. Die Pelikan Gruppe verzeichnete insgesamt einen leichten
Umsatzr�ckgang von 3,5% gegen�ber dem Vorjahr. In 2002 wurden
Vertriebskooperationen mit Faber Castell in der Schweiz und in
�sterreich wirksam.
Die QUADRIGA plus GmbH wurde im Jahre 2000 in Hannover zusammen mit drei
anderen bekannten Partnern gegr�ndet, um die modernen Vertriebskan�le zu
beliefern. Am 9. August 2002 entschieden die vier Vertriebspartner von
?Quadriga plus, die Gesellschaft aus wirtschaftlichen Gr�nden zu
schlie�en. Die fr�heren Kunden von ?QUADRIGA plus werden nun von den
beteiligten Gesellschaften direkt beliefert.
Der bestehende Markenrechtsvertrag mit Henkel wurde in der
Gesamtlaufzeit auf den 31. M�rz 2004 beschr�nkt. Im Gegenzug
verpflichtete sich Pelikan im Falle der Markteinf�hrung von Klebestiften
und / oder Rollerprodukten diese vom 1. April 2004 bis 1. April 2009,
ausschlie�lich von Henkel zu beziehen.
Unver�ndert ist Pelikan Holding Sdn. Bhd. mit Sitz in Malaysia
Mehrheitsaktion�rin der Pelikan Holding AG. Per 31.12.2002 hielt sie
64,9% der Pelikan Aktien.
Der Umsatz verteilt sich jeweils zu rund einem Drittel auf
?Schreibger�te, ?Schule / Freizeit und auf die Produktgruppen ?B�ro
allgemein, ?Hardcopy und ?�brige.
In der Produktgruppe sind ?Schul- und Jugendschreibger�te, ?Hochwertige
Schreibger�te, ?B�roschreibger�te und ?�briges (Tinte, Tintenkiller
usw.) enthalten. Der Umsatz mit den ?Schreibger�ten konnte 2002 um 4,6&%
gesteigert werden.
In der Produktgruppe ?Schule / Freizeit betr�gt der Umsatzr�ckgang 7,6%.
Im ?B�ro allgemein sind auch die in den L�ndern Deutschland, �sterreich
und Schweiz vertriebenen Henkel Produkte enthalten. In dieser
Produktgruppe resultierte ein Umsatzr�ckgang von 10,5%. Der Bereich Hardcopy liegt mit 8 Millionen Schweizer Franken unter demjenigen des
Vorjahres von 11,2 Millionen Schweizer Franken. Das Zinsergebnis zeigt
einen Nettogewinn von 100.000 Schweizer Franken (Vorjahr 400.000
Schweizer Franken). Das Ergebnis aus den nicht konsolidierten
Beteiligungen weist einen Gewinn von 700.000 Schweizer Franken (Vorjahr
Verlust von 100.000 Schweizer Franken) aus.
Der Personalbestand reduzierte sich im Jahre 2002 um 41 Personen auf 789
Personen.
Am 26. April 1979 beschloss der Rat der Stadt Essen, die Stadtwerke AG
(SWE AG) und die Essener Verkehrs AG (EVAG) unter einer Holding
zusammenzufassen. Heute sind gleich vier Essener Unternehmen unter dem
Dach der Essener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (EVV)
vereint. Neben der SWE AG und der EVAG geh�ren auch die ALLBAU und die
EVAG Betriebsgesellschaft (EVBG) zur Familie.
Die Stadtwerke Essen AG versorgt Essen mit Erdgas und Trinkwasser. Sie
unterh�lt einen Hafenbetrieb am Rhein Herne Kanal. Als
Serviceunternehmen setzt die SWE AG aber auch auf Beratung:
beispielsweise in Sachen Energie beim Hausbau oder der Modernisierung,
einerlei ob f�r private oder gewerbliche Kunden.
Rund 1.800 Kilometer lang ist das System von Wassertransportleitungen,
das die Essener rund um die Uhr mit Trinkwasser versorgt. 13
Wasserbeh�lteranlagen Hoch- und Erdbeh�lter sichern die Wasserversorgung
und decken die Spitzenverbrauchsmengen. Alle zusammen haben ein
Fassungsverm�gen von etwa 54.000 Kubikmeter. Das entspricht 350.000
gef�llten Badewannen.
Die Essener Verkehrs AG kann auf eine lange Geschichte zur�ckblicken. Am
11. Februar 1895 wurde sie als ?S�ddeutsche Eisenbahn Gesellschaft mit
Sitz in Darmstadt gegr�ndet. Und rund 60 Jahre sp�ter am 29. September
1954 in EVAG umbenannt. Gerade einmal 100 Jahre alt, wurde das
Verkehrsunternehmen umstrukturiert, modernisiert und auf den Wettbewerb
vorbereitet. Heute widmet sich die EVAG dem Verkehrsmanagement und
�berl��t das Fahrgesch�ft ihrer ?kleinen Schwester, der EVAG
Beteiligungsgesellschaft.
136 Stra�enbahnwagen und 220 Omnibusse, drei U-Bahn-, 7 Stra�enbahn- und
47 Buslinien und 3 Betriebsh�fe geh�ren eigentlich der EVAG, werden aber
der EVBG zur Verf�gung gestellt.
Personennahverkehr ist das Kerngesch�ft der EVBG. �ber 1.000 Fahrer
bef�rdern Menschen in Essen von A nach B m�glichst p�nktlich und sicher,
eben m�glichst ganz nach Plan. Aber auch au�er der Reihe lassen sich die
Busse der EVBG anmieten.
Mit 18.677 Mietwohnungen ist der ALLBAU einer der gr��ten
Wohnungsanbieter in Essen. Seit den 1920er Jahren hat der ALLBAU die
st�dtebauliche Entwicklung in Essen und damit die Wohnungssituation der
Essener B�rger mitbestimmt. Letztere stehen hier im Mittelpunkt. Sei es
beim Reparaturservice, beim Wohnungstausch oder bei der Beratung durch
die Kundenteams.
Die Gesch�ftst�tigkeit des EVV Konzerns umfa�te 2002 den �ffentlichen
Personennahverkehr im Essener Stadtgebiet (einschlie�lich der
Personenschiffart auf dem Baldeneysee und der Ruhr), die Versorgung der
Essener Bev�lkerung mit Wasser und Gas, den Betrieb des Essener
Stadthafens sowie die Betriebsf�hrung des st�dtischen Abwasserkanals.
Au�erdem ist der Konzern in der Telekommunikation und der
Wohnungsbewirtschaftung t�tig. Das operative Gesch�ft wird im
wesentlichen durch die Tochtergesellschaften Stadtwerke Essen AG,
Entw�sserung Essen GmbH (EEG), Essener Verkehrs AG, EVAG
Betriebsgesellschaft mbH, ALLBAU AG und ALLBAU Managementgesellschaft
mbH, die Wei�e Flotte Baldeney GmbH und durch das
Beteiligungsunternehmen TROPOLYS GmbH betrieben.
Der Gasabsatz lag 2002, haupts�chlich bedingt durch die im
Jahresdurchschnitt h�heren Temperaturen, deutlich unter dem Niveau des
Vorjahres. Es war ein Mengenr�ckgang von 106,9 Mio. KW oder 3,1% zu
verzeichnen. Mit 861 neuen Anschl�ssen wurde aber 2002 wiederum ein
Neukundenzuwachs verzeichnet. Der Wasserabsatz nahm 2002 um 0,6% ab. Bei
r�ckl�ufiger Einwohnerzahl setzte sich der langfristige Trend sinkender
Verbrauchsmengen fort. Die Bef�rderungsleistung im Nahverkehr stieg 2002
auf dem bisherigen hohen Niveau nochmals deutlich an.
Der EVV Konzern erwirtschaftete 2002 einen Jahres�berschuss von 72,3
Millionen Euro (Vorjahr: Fehlbetrag von 39,7 Millionen Euro). Den
Hauptanteil am Ergebnis hatte die EVV, die durch die Umgliederung ihres
Aktienbestandes erhebliche Buchgewinne erzielte, die zu einem
Jahres�berschuss von 69 Millionen Euro f�hrten.
Einen positiven Beitrag zum Ergebnis konnte die EVAG beisteuern, die
durch den Abschluss von drei US-Leasing-Transaktionen einmalige Ertr�ge
von 60 Millionen Euro erwirtschaftete und ihren Jahresfehlbetrag damit
auf 2 Millionen Euro senken konnte. Es ist davon auszugehen, da� die
Stadt Essen auch in Zukunft die erforderliche Liquidit�t f�r den EVV
Konzern bereitstellen wird. Die notwendigen Gelder dazu sind bis 2006 in
die mittelfristigen Finanzpl�ne des st�dtischen Haushalts eingestellt,
berichtet der Konzern.
Das Ruhrlandmuseum Essen hat seinen
Standort an der Goethestra�e verlassen. Das alte Museumsgeb�ude wird bis
Ende 2007 abgerissen. An gleicher Stelle soll 2010 ein Neubau f�r das
Museum Folkwang er�ffnet werden. Aus dem alten Ruhrlandmuseum wird das
neue Museum Ruhr auf dem Weltkulturerbe Zollverein. Die Er�ffnung ist
f�r Ende 2008 geplant.
Das Mineralien - Museum in Essen - Kupferdreh wartet mit neu gestalteten
Ausstellungsr�umen auf. Das neue Konzept in pr�sentiert in Themenr�umen
Highlights aus der naturwissenschaftlichen Sammlung, erg�nzt um Exponate
aus der Arch�ologie. Die neuen Pr�sentationen `Mammut, Mensch und
Feuerstein', `Die Knochenhammer', `Tiere der Urzeit', `Wunderkammer
Natur', `Kohle - das schwarze Gold' und `Der Klang der Steine' er�ffnen
vielf�ltige Einblicke in die Welt der Steine und Materialien sowie in
die Geschichte der Erde und ihrer Bewohner. Im Mineralien - Museum ist
der Eintritt frei."
Sp�rlich sind die Informationen, die das Museum �ber sich selbst
vermittelt. Auf der Kupferdreher Stra�e 141 - 143 in Essen untergebracht
und die Bushaltestelle "Poststra�e" direkt vor der Haust�re zeigt es
�berwiegend Mineralien. Zum einen gibt es hell erleuchtete Vitrinen;
leider fehlen hier die Fachinformationen, die erz�hlen, was der Besucher
gerade sieht.
Wesentlich interessanter sind da schon die Mitmachr�ume. Hier kann der
(jugendliche? jung gebliebene?) Besucher erfahren, ob und wie man mit
Steinen und anderen Materialien Musik machen kann. Dieses Museum hat den
Mief vieler Heimatmuseum hinter sich gelassen. Es ist auf jeden Fall
einen Besuch wert.
Synagoge
"Die Dauerausstellung `Stationen
j�dischen Lebens. Von der Emanzipation bis zur Gegenwart' befasst sich
mit der Geschichte j�dischen Lebens in Deutschland und in Essen von der
rechtlichen Gleichstellung im 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart.
Sie beleuchtet das Leben einer Minderheit zwischen Anpassung und
Bewahrung ihrer Identit�t, zeigt die sozialen und kulturellen
Unterschiede im religi�sen Alltagsleben der deutschen Juden.
Die Ausstellung beginnt mit einer kurzen Einf�hrung in das h�usliche und
synagogale religi�se Leben. Nach einem Hinweis auf j�disches Leben im
Mittelalter werden die ersten Ans�tze einer rechtlichen Gleichstellung
von Juden thematisiert. Die n�chste Ausstellungsnische gilt dem
j�dischen Leben im Kaiserreich und der Weimarer Republik. Wie war das
Verh�ltnis zwischen den `Ostjuden' und den deutschen Juden? Wie
reagierten Juden auf den wachsenden Antisemitismus? In welchen Bereichen
waren Juden t�tig? Dies sind einige der Fragen, die hier behandelt
werden.
Daran schlie�t sich eine weitere Nische zum j�dischen Gemeindeleben
jener Zeit an, die einige Einblicke in die Vielfalt j�discher Vereine,
Organisationen und innerj�discher Diskussionen gew�hrt. Unter dem Titel
`Entrechtung und Selbstbehauptung' wird auf die Verfolgungsma�nahmen des
NS - Staates und die j�dischen Versuche hingewiesen, unter schwierigsten
Bedingungen ein Leben in W�rde und Selbstbehauptung aufrecht zu
erhalten. Es folgen Hinweise auf die Bem�hungen um Auswanderung, den
Zionismus und auf erste Erfahrung der ins Land Israel Gefl�chteten. Der
9. November 1938, der Tag, an dem in Deutschland Synagogen, j�dische
Einrichtungen und Privath�user zerst�rt wurden, bildet einen weiteren
Schwerpunkt. Hier kann man den Erlebnisbericht einer jungen Essener
Rabbinertochter h�ren und die Gedenkbl�tter zum Leben ermordeter Essener
Juden lesen. Eine Metallschiene markiert dann das vorl�ufige Ende des
deutschen Judentums; gleichwohl entstand schon bald nach 1945 neues
j�disches Leben in Deutschland.
Am 25. September 1913 wurde das Geb�ude an der Steeler Stra�e als damals
`Neue Synagoge' der Essener j�dischen Gemeinde eingeweiht. Die Gemeinde
und der Architekt Edmund K�rner setzten neue Ma�st�be f�r den
Synagogenbau in Deutschland. Die Synagoge verband Modernit�t und
Tradition und zeugte so von der Zukunftsgewi�heit ihrer Besitzer.
Wie fast alle Synagogen in Deutschland wurde diese in der Nacht vom 9.
auf den 10. November 1938 gesch�ndet. Der Innenraum brannte aus, im
�u�eren blieb sie jedoch weitgehend erhalten.
Nach 1945 stand sie lange Zeit als mahnende Ruine im Zentrum der Stadt
Essen. Die j�dische Nachkriegsgemeinde, deren Mitglieder mehrheitlich
keine fr�heren Essener Juden waren, entschied sich f�r den Neubau einer
kleineren Synagoge. So erwarb die Stadt Essen das Geb�ude 1959 und
richtete in ihm das `Haus Industrieform', eine Ausstellungsst�tte f�r
Industriedesign, ein. Hierzu wurde der Innenraum in eine damals �bliche
n�chterne Zweckform gebracht, das Innere des Hauses `entkernt', der
Torahschrein abgerissen, noch vorhandene Mosaike und Ornamente
�berstrichen und die Kuppen mit einer tief h�ngenden Decke unsichtbar
gemacht.
Bedingt durch einen Kurzschlu� brannten Teile der Ausstellung 1979 aus.
Der Rat der Stadt Essen beschlo� daraufhin, dem Geb�ude einen neuen
Inhalt zu geben. Am 9. November 1980 wurde die Alte Synagoge als
Gedenkst�tte sowie politisch - historisches Dokumentationsforum
eingerichtet. Zun�chst wurde allerdings die architektonische
Innengestalt gegen�ber dem `Haus Industrieform' kaum ver�ndert. Auch
seine einstige j�dische Bedeutung blieb unbeachtet.
Eine Rekonstruktion im Innern zwischen 1986 und 1988 lie� den vormaligen
Charakter des Synagogenbaus in seinen Konturen wieder nachvollziehbar
werden. Die Kuppel wurde freigelegt, die Frauenempore erneut eingezogen
und die bis dahin verdeckten Fenster wieder sichtbar. Zugleich sollten
aber auch die unwiederbringlichen Verlust architektonisch markiert
werden. An die Stelle der Mosaike und Einlegearbeiten im Innenraum sind
deshalb wei�e, leere Kreise getreten.
Ein wenig schwierig ist dieses Geb�ude schon zu beschreiben. Was nicht
etwa an seiner Geschichte oder an seiner Nutzung liegt, sondern an
seiner Architektur. Aber ich werde es mal versuchen - aber bitte nicht
b�se sein, wenn es nicht ganz perfekt ist.
Die Alte Synagoge liegt in der Essener Innenstadt, ganz in der N�he von
Rathaus und altkatholischer Kirche, ist also verkehrstechnisch gut zu
erreichen.
Durch ein kleines Foyer, in dem Informationsschriften ausliegen und sich
eine Garderobe befindet, betritt der Besucher den eigentlichen
Ausstellungssaal. Er ist ein gro�er, sehr hoher und runder Kuppelsaal.
Stein (und Marmor?) ist das einzig sichtbare Baumaterial. Gegen�ber dem
Eingang: Was liegt da eigentlich, wenn man die Halle durchquert? Mehrere
Treppen f�hren zu einer pomp�s gestalteten Wand, deren Sinn sich f�r den
normalen Besucher nicht erschlie�t. Keine H�rstation, keine
Videoinstallation, keine Schautafel verdeutlicht den architektonischen
und / oder liturgischen Sinn der Wand.
Vier Kronleuchter und diverse Lampen h�ngen von der Kuppel in die Mitte
des Raumes. Das n�chste Gestaltungsmerkmal: die Empore, die sich an den
Au�enw�nden entlangschl�ngelt. Sie wird heute zu Ausstellungszwecken
genutzt. Die Ausstellung besteht altmodischerweise �berwiegend aus
Schautafeln. Historische Gegenst�nde gibt es kaum. Erw�hnenswert sind
noch die Fenster. Gelb und ein helles Grau sind ihre bevorzugten Farben.
Unterhalb der Empore sind es normale, schlichte, rechteckige Fenster mit
der kurzen Seite oben. Oberhalb der Empore sind die Fenster
vergleichsweise riesig, in Rundb�gen untergebracht und auf schlichte
Weise k�nstlerisch gestaltet.
Ich setze mich in eine der Stuhlreihen in der Mitte des Erdgeschosses.
Sch�n ruhig ist es hier. Ich bin der einzige Besucher an diesem
Samstagvormittag; Stra�enl�rm dringt nicht herein. Die �ffnungszeiten
dieser Gedenkst�te: dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Der
Eintritt ist kostenlos. Allein schon wegen der Architektur lohnt sich
der Besuch.
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Es ist der Ostersamstag 2008, als ich im Essener M�nster
eintreffe. Das Wetter ist k�hl und bew�lkt, aber trocken. Die Mormonen
haben einen Stand vor dem Gotteshaus errichtet; ein Ostermarkt findet in
der Einkaufsstra�e statt.
Ob die Anbetungskirche auch zum Essener Dom geh�rt? Keine Ahnung. Von
au�en wirkt es wie ein zusammengeh�riges Bauwerk. Also trete ich ein.
Recht klein (und vor allem ungeheizt) ist dieser Gottesraum. Rote
S�ulen, wei�e W�nde, wei�e Fenster und braunes Mobiliar gibt es hier zu
sehen. Mobiliar? Nun ja, ich wei� nicht so genau, ob diese Ausdruck bei
Kirchens �blich ist. Diverse Sitzb�nke f�r die Gl�ubigen gibt es, eine
dunkelbraune Kanzel mit Deckel - und dann den Altarraum. Zwei vergoldete
dunkelbare B�nke f�r die Priester gibt es hier, einen steinernen Altar
mit wei�em Antependium, Kreuz und 2 wei�en Kerzen, 4 H�ngelampen, eine
relativ kleine Orgel, die an der Wand h�ngt, ein schlichtes Lesepult und
ein verziertes Lesepult aus Bronze. Je 2 lange, schmale Kerzen und
Blumenschmuck auf jeder Seite zieren eine gekreuzigte Jesusfigur. Alles
in allem wirkt dieser Raum angenehm schlicht.
" Das Gel�nde des Domes war bereits vor der Gr�ndung des Stiftes
besiedelt. Der Hildesheimer Bischof Altfrid (Amtszeit 847�874) soll auf
seinem Gut Asnide ein Frauenstift gegr�ndet haben. Ein direkter Nachweis
dieses Gutes ist bisher nicht gelungen. Pfostenl�cher,
merowingerzeitliche Scherben und Bestattungen nahe der M�nsterkirche
lassen jedoch den Schluss zu, das bereits vor Gr�ndung des Stiftes eine
Besiedelung des Platzes bestand.
Die erste Kirche
Die heutige Essener Domkirche ist der dritte Kirchenbau an dieser
Stelle. Grundmauern der Vorg�ngerkirchen wurden 1952 von Walter
Zimmermann ausgegraben. Die erste Kirche an dieser Stelle wurde von den
Gr�ndern des Essener Stifts, dem Hildesheimer Bischof Altfrid und
Gerswid, der ersten �berlieferten �btissin, zwischen 845 und 870
errichtet. Der Bau, der bereits die Breite von Mittel- und
Seitenschiffen seiner Nachfolgerbauten vorgab, war eine dreischiffige
Basilika in west-�stlicher Ausrichtung. Westlich vor dem Langhaus befand
sich eine kleine, fast quadratische Vorhalle. Die Arme des Querhauses
schlossen sich an einen rechteckigen Mittelraum an, sie hatten die H�he
des Mittelschiffes. Nur von den Querhausarmen aus waren R�ume in den
�stlichen Enden der Seitenschiffen zug�nglich. Ob diese R�ume, wie
Zimmermann anhand der Ausgrabungsbefunde annahm, die H�he des
Seitenschiffes hatten oder, wie Lange in einer neueren Rekonstruktion
annimmt, die H�he der Seitench�re, ist strittig. �stlich der Vierung
befand sich der halbrund geschlossene Chor, an den sich seitlich
rechteckige R�ume anlehnten, die vom Querhaus aus zug�nglich waren.
Diese erste Kirche wurde 946 durch einen Brand besch�digt, der in den
K�lner Annalen als Astnide cremabatur (?Essen brannte nieder�)
verzeichnet ist.
Die fr�hottonische Stiftskirche
Aus den Jahren 960�964 sind mehrere Weiheinschriften f�r Teile der neuen
Kirche �berliefert, aus denen geschlossen wird, dass der Brand von 946
die Kirche nur besch�digt hatte. F�r Langhaus und Chor sind keine
Inschriften �berliefert, diese wurden wohl vom karolingischen Bau
�bernommen, die einzelnen Bauabschnitte sind strittig, einige Teile
k�nnen bereits vor dem Brand begonnen worden oder fertig gewesen sein.
Notwendigen Erneuerungen zu einem Ausbau der Kirchenanlage zu ben�tzen
war nicht ungew�hnlich. Die neuen Teile, die vermutlich von den
�btissinnen Agana und Hathwig in Auftrag gegeben wurden, waren eine
Au�enkrypta, ein Westwerk sowie ein dem Westwerk vorgelagertes Atrium
mit einer Kapelle des Heiligen Johannes des T�ufers. Dieser Kirchenbau
kann aus den Grabungsbefunden rekonstruiert werden, hatte in dieser Form
allerdings nicht lange Bestand, da bereits unter der kunstsinnigen
�btissin Mathilde, die von 973 bis 1011 amtierte, vielleicht aber auch
erst unter der von 1039 bis 1058 regierenden �btissin Theophanu, ein
Neubau errichtet wurde. M�glich ist auch, dass ein von Mathilde
begonnener Neubau durch Theophanu vollendet wurde. Von dem ottonischen
Neubau sind heute noch bedeutende Bestandteile erhalten.
Der ottonische Neubau
Die Ausdehnung des ottonischen Neubaus war durch die beiden
Vorg�ngerbauten vorgegeben. Der gr��te Teil der Fundamente wurde wieder
verwendet, nur dort, wo die Belastungen gewachsen waren oder die
Raumaufteilung stark abwich, wurden neue gesetzt.
Auch der Neubau bestand aus einem dreischiffigen Langhaus mit Querhaus
und einem anschlie�enden Chorraum, der von Nebench�ren begleitet wurde.
In den Chorraum war nun eine Krypta hineingebaut worden. Der Chor
schloss innen mit einer halbrunden Apsis ab, die nach au�en von f�nf
Seiten eines Zehnecks ummantelt war. An den Chor lehnte sich eine
zweist�ckige Au�enkrypta an, deren Westmauern sich an die �stlichen
Mauern der Nebench�re anschlossen. T�ren neben den Altarnischen
gew�hrten direkten Zugang zur Krypta. Die Nebench�re besa�en Emporen,
die sowohl zu den Querhausarmen als auch zum Hauptchor hin ge�ffnet
waren. Die Au�enwand der Querhausstirnseiten war nunmehr zweigeschossig,
wobei das Obergeschoss durch drei Nischen mit Fenstern gegliedert war.
Im Erdgeschoss befanden sich Nischen, diese Nischengliederung setzte
sich in den Mauern des Seitenschiffes fort. �ber diesen Nischen zog sich
entlang der W�nde ein Laufgang, der in das Emporengeschoss des neuen
Westbaus f�hrte. Das Zwischenjoch zwischen Westbau und Langhaus wurde
beibehalten. Die Gliederung der Mittelschiffsw�nde ist nicht bekannt,
Rekonstruktionen anhand anderen Kirchen, insbesondere der Stiftskirche
von Susteren, die in vielem vom Essener ottonischen Neubau inspiriert
scheint, nehmen einen Wechsel von Pfeilern und S�ulen an. Auf der
Wandzone zwischen diesen Arkaden und den Fenstern oberhalb des
Anschlusses der Seitenschiffd�cher befanden sich vermutlich
Wandmalereien, da Reste von Malereien im Westbau gefunden wurden. Au�en
hatten die Obergaden des Mittelschiffs eine Gliederung aus Pilastern und
Volutenkapitellen, wahrscheinlich in zw�lf Feldern.
Der Westbau
Die Vermutung, dass der unbekannte Baumeister der Essener Stiftskirche
einer der besten Architekten seiner Zeit war, gr�ndet sich besonders auf
den Westbau, der noch heute das Bild der Kirche bestimmt. Wie bei der
Vorg�ngerkirche ist der Westbau nur wenig breiter als die Flucht der
Seitenschiffmauern. Von Au�en besteht der Westbau aus einem fast
quadratischen Mittelturm, der von einem achteckigen Glockengeschoss mit
Zeltdach bekr�nt war. In die Westwand des Baus waren zwei achtseitige
Treppent�rme eingelassen, die unterhalb des Glockengeschosses des
Mittelturms endeten. Das oberste Geschoss der Treppent�rme war rund.
Glockengeschoss des Mittelturms und die Obergeschosse der Treppent�rme
waren mit Pilastern versehen. An die Nord und S�dseite des Mittelturmes
lehnten sich zweigeschossige Seitenr�ume an, deren Obergeschoss von
Pilastern gegliedert war. Im Erdgeschoss dieser Nebenr�ume f�hrten in
Nischen gesetzte Portale in die Kirche, der Mitteleingang des
Vorg�ngerbaus in den Westbau wurde aufgegeben und durch ein gro�es
rundbogiges Fenster ersetzt. Der Westbau verlor damit die Funktion einen
Triumpheingang in die Kirche zu schaffen. Stattdessen bildete der
gedrungene Bauk�rper ein optisches Gegengewicht zu dem breit angelegten
Ostbau.
Innen war der Westbau reich und kompliziert gegliedert. In den
Mittelraum ist ein Westchor in der Form eines halbierten Sechsecks
eingebaut, der von einem Umgang umschlossen wird. In der Mitte befand
sich in der Westwand eine flache Nische, seitlich befanden sich in
flachen Nischen die Zug�nge zu den Treppent�rmen. Der Westbau �ffnet
sich gegen das Zwischenjoch in einem gro�en, von Pfeilern getragenen
Bogen. Vor diesem Bogen stand im Westchor ein dem Hl. Petrus geweihter
Altar. Im Aufbau folgen die W�nde dem Vorbild des Westchores der
Aachener Pfalzkapelle, an den auch die Verwendung des Oktogons f�r das
Glockengeschoss erinnert. Im Erdgeschoss setzen drei unterteilte Bogen
auf sechseckigen Pfeilern auf. Die Bogen�ffnungen des Obergeschosses
sind zweireihig mit S�ulenstellungen gef�llt, die S�ulen tragen
antikisierende Kapitelle.
Von Au�en gesehen war der Westbau damit eine Dreiturmanlage, die innen
einen Westchor umh�llte, der ein halbierter Zentralbau war. Ein
vergleichbares Bauwerk ist nicht bekannt.
Der Westbau war reich ausgemalt, wobei die Bemalung in der Halbkuppel
zum Langhaus das j�ngste Gericht zeigte. Die Malerei nahm auf die
Erscheinung Jesu Bezug, daraus wird geschlossen, dass die Auftraggeberin
der Ausmalung die �btissin Theophanu (dieser griechischer Name bedeutet
Gotteserscheinung) war.
Die Krypta
Durch den Einbau der Krypta wurde der Boden des Hauptchores �ber das
Niveau der B�den von Lang- und Querhaus erhoben. Die Seitench�re blieben
auf einer H�he mit Lang- und Querhaus. Die Krypta bestand aus der
dreischiffigen Krypta der Agana, die durch den �ber ihr gebauten neuen
Ostchor der Theophanu nun zur Innenkrypta wurde, und einer um diese
gelegte f�nfschiffige Au�enkrypta. Der Zugang zur Innenkrypta erfolgte
von den Ostseiten der Nebench�re aus, durch die man zun�chst in die
Au�enkrypta gelangte. Die Au�enkrypta hatte quadratische und
l�ngsrechteckige Joche, die im Wechsel angelegt waren und durch
feingegliederte quadratische Pfeiler getrennt wurden. Die drei mittleren
Ostjoche waren besonders hervorgehoben. W�hrend die Ostw�nde in den
beiden seitlichen Jochen einfache halbrunde Nischen zeigten, war an das
mittlere Joch ein kleiner, mit drei halbrunden Nischen versehener Chor
angesetzt. An den mittleren Wandpfeilern der Au�enkrypta sind
Sandsteinplatten erhalten, denen sich als Weihedatum der Krypta der 9.
September 1051 und die in den Kryptenalt�ren erhaltenen Reliquien
entnehmen lassen.
Sp�tere Anbauten
Kurze Zeit nach der Fertigstellung der ottonischen Kirche, vermutlich
unter der Nachfolgerin der �btissin Theophanu, wurde das Atrium
erneuert. Das Atrium wurde 1471 bei der Erneuerung und Vergr��erung der
dem M�nster westlich vorgelagerten Kirche St. Johann Baptist, die als
Tauf- und Pfarrkirche der Stiftsuntertanen diente, verkleinert,
pr�sentiert sich jedoch ansonsten in seiner vermutlich 1060�1080
entstandenen Form.
Die n�chste Erweiterung der Kirchenanlage war ein Anbau an das s�dliche
Querhaus im 12. Jahrhundert. Dieser sehr massive Anbau enthielt im
Obergeschoss das sectarium, in dem die Urkunden und Akten des Stifts
aufbewahrt wurden, und diente vermutlich auch als Schatzkammer. Die
Vorhalle des Anbaus diente wahrscheinlich den Zwecken des kirchlichen
Gerichts.
Die gotische Hallenkirche
1275 brannte die ottonische Stiftskirche nieder, wobei der Westbau und
die Krypta erhalten blieben. Beim Aufbau, der in die Amtszeit der
�btissinnen Bertha von Arnsberg und Beatrix von Holte fiel, verbanden
die Baumeister altes mit den neuen Bauformen der Gotik. Die Form der
Hallenkirche wurde in bewusstem Kontrast zum K�lner Dom gew�hlt, da sich
das Stift Essen den Machtanspr�chen der K�lner Erzbisch�fe erwehren
musste und die Bauherrinnen mit der Bauform ihre Einheit und
Unabh�ngigkeit ausdr�cken wollten. Am Neubau haben nacheinander zwei
Baumeister gewirkt, von denen der erste, ein Meister Martin, im Jahr
1305 aufgrund von Differenzen mit der �btissin Beatrix von Holte auf
sein Amt verzichtete. Meister Martin, der, wie aus Details seiner
Ornamentik gedeutet wird, Kirchenbauten aus Burgund und der Champagne
kannte wie auch die Formensprache der K�lner und Trierer Dombauh�tten,
zeichnete f�r die Gesamtkonzeption verantwortlich. Diese sah zun�chst
einen Langchor �hnlich der St.-Vituskirche in M�nchengladbach vor. Noch
unter der Bauleitung von Meister Martin wurde dieses Konzept aufgegeben
und ein von der 1235 begonnenen Marburger Elisabethkirche inspirierter
Hallenchor gebaut, mit dem die Au�enkrypta �berbaut wurde. Diese
�bertragung der Form des Langhauses auf den Chor war erstmalig in
Deutschland. Der Nachfolger Meister Martins ist namentlich nicht
bekannt. Seine Formensprache ist eher bodenst�ndig-westf�lisch, er
�bernahm jedoch die Baukonzeption seines Vorg�ngers und f�hrte diese zu
Ende.
Die urspr�nglich flacheren D�cher des Oktogons und der Treppent�rme
wurden durch spitzere Hauben ersetzt, die Treppent�rme au�erdem noch ein
Stockwerk erh�ht. �ber der Vierung besa� die gotische Stiftskirche noch
einen Vierungsturm. Auch der Kreuzgang wurde erneuert. Der gesamte
Neubau wurde an einem 8. Juli neu geweiht, wahrscheinlich 1316. Der 8.
Juli ist der heute noch begangene Weihetag der M�nsterkirche.
Sp�tere Ver�nderungen
Im 18. Jahrhundert erfolgte eine Barockisierung der Stiftskirche. Der
alte Vierungsturm wurde durch einen schlankeren Dachreiter ersetzt. Die
Fenster der S�dseite des Domes wurden verbreitert und verloren ihr
gotisches Ma�werk. Die spitzen Hauben des Westbaus wurden durch barocke
Zwiebelhauben ersetzt, zudem erhielt das Glockengeschoss eine Uhr. Im
Inneren wurde ein Gro�teil der alten Innenausstattung entfernt und
ersetzt, so dass sich nur wenige originale Teile der gotischen
Ausstattung erhalten haben, die sich nicht mehr in Zusammenh�nge bringen
lassen.
Um 1880 folgte man in Essen der modischen Begeisterung, die Gotik als
urdeutschen Baustil anzusehen, und machte die �nderungen des Barocks
soweit r�ckg�ngig, wie es m�glich war. Der Westbau erhielt sein
vorheriges Aussehen zur�ck, wobei der Essener Architekt und
Kunsthistoriker Georg Humann verhindern konnte, dass dieser gotisiert
wurde. Au�erdem entfernte man die barocke Innenausstattung, von der
heute nur noch zwei Heiligenfiguren im Eingang der Domschatzkammer
erhalten sind. Daneben erhielt die Kirche ihre heutige Dachgestaltung
und einen neugotischen Dachreiter auf der Vierung.
Kriegszerst�rung und Wiederaufbau
In der Nacht vom 5. auf den 6. M�rz 1943 flog die Royal Air Force mit
442 Flugzeugen einen Angriff auf die durch die Kruppwerke f�r die
Kriegswirtschaft des Nationalsozialismus wichtige Stadt Essen, bei dem
in weniger als einer Stunde 137.000 Brandbomben und 1100 Sprengbomben
�ber der Innenstadt abgeworfen wurden. Die M�nsterkirche brannte aus und
erlitt schwerste Sch�den, lediglich die �ltesten Teile des Baus, der
Westbau und die Krypta, wurden geringer besch�digt. Der Entschluss zum
Wiederaufbau wurde nach der Befreiung durch die alliierten Truppen
bereits in einer der ersten Sitzungen des von diesen eingesetzten
Stadtrats unter dem kommunistischen Oberb�rgermeister Heinz Renner
einstimmig gefasst. Noch im selben Jahr begann man mit
Sicherungsarbeiten der Tr�mmer. Die Kriegszerst�rungen erm�glichten auch
die umfangreichen arch�ologischen Ausgrabungen in der Kirche durch
Walter Zimmermann; diese erbrachten zahlreiche Erkenntnisse �ber die
Vorg�ngerbauten der heutigen Kirche wie auch �ber die Bestattungen in
der Kirche. Der Wiederaufbau wurde 1951 begonnen und geschah z�gig:
Bereits 1952 waren der Westbau und das Langhaus wieder benutzbar, bis
1958 war auch der Rest der Kirche wieder aufgebaut, wobei man auch die
Nordseite des Kreuzganges wieder schloss, die man im 19. Jahrhundert
abgebrochen hatte. Der neugotische Dachreiter aus dem Vorjahrhundert
wurde durch einen schlankeren und statisch g�nstigeren Dachreiter
ersetzt. wodurch die Kirche ihre heutige �u�ere Gestalt erhielt. Die
vollst�ndig wiedererrichtete Kirche wurde dann 1958 Bischofssitz.
J�ngste Erg�nzungen
Die Stiftskirche war nie �ber die Gr��e der ottonischen Kirche hinaus
gewachsen. Erst die Einrichtung des Ruhrbistums machte eine neue
Erweiterung notwendig. Franz Kardinal Hengsbach, der erste Ruhrbischof,
hatte bereits zu Lebzeiten erkl�rt, dass er von seinem Vorrecht, in
seiner Bischofskirche bestattet zu werden, Gebrauch machen wolle, aber
nicht neben dem Hl. Altfrid in der ottonischen Krypta. Um diesen Wunsch
zu erf�llen, wurde 1981�1983 unter dem Atrium eine Westkrypta angelegt,
deren Eingang innerhalb des alten Westbaus liegt. In dieser mit modernen
Betongussrelief von Emil Wachter geschm�ckten Adveniat-Krypta, deren
Name daran erinnert, dass Kardinal Hengsbach Mitbegr�nder des
bisch�flichen Hilfswerkes Adveniat war, wurden die bei der Ausschachtung
gefundenen Gebeine der im Mittelalter im Atrium bestatteten Kanoniker
und 1991 auch Kardinal Hengsbach bestattet.
Die s�dliche Seitenschiffskapelle ist seit dem 10. Oktober 2004 der
Erinnerung und Verehrung des 2001 selig gesprochenen Nikolaus Gro�
gewidmet und neu gestaltet.
Abmessungen
Die gesamte Kirchenanlage einschlie�lich der vorgelagerten Kirche St.
Johann ist 90 m lang, die Breite betr�gt zwischen 24 m und 31 m beim
Querhaus mit Ansatz der Domschatzkammer. Die H�hen betragen:
H�hen Innen Au�en
Langhaus 13 m (Gew�lbe) 17 m
Chor (m. Krypta) 15 m (Gew�lbe) 20 m
Westwerk 35 m
Vierungsturm 28 m
Turm St. Johann 50 m
Der Rauminhalt des M�nsters betr�gt grob gesch�tzt 45.000 m�, die
Mauerwerksmasse etwa 10.000 m�. Das Bauwerk wiegt gesch�tzt 25.000 t.
Ausstattung
Aufgrund der Barockisierung im 18. Jahrhundert, der Regotisierung des
19. Jahrhunderts und den Zerst�rungen des Zweiten Weltkriegs sind von
der fr�heren Ausstattung der M�nsterkirche nur wenige, aber daf�r um so
bedeutendere Reste erhalten. Der Innenraum wirkt vergleichsweise
schlicht und vor allem durch seine Architektur, deren Detailsch�nheit
von vielen Besuchern �bersehen wird, da der Glanz der beiden
bedeutendsten mittelalterlicher Kunstwerke des Domes sie �berstrahlt.
Domschatz
Das M�nster besitzt einen Domschatz, der der �ffentlichkeit zug�nglich
ist. In der n�rdlichen Seitenschiffskapelle befindet sich seit 1959 der
gr��te Schatz der Kirche, die Goldene Madonna, die �lteste
vollplastische Marienfigur der Welt und die Schutzpatronin des
Ruhrbistums. Die 74 cm hohe Figur aus Pappelholz, das mit Goldblech
beschlagen ist, stammt aus der Zeit der �btissin Mathilde und stellt
Maria als Himmelsk�nigin, die die Macht �ber den Erdkreis f�r ihren Sohn
h�lt, dar. Die Figur, die urspr�nglich bei Prozessionen mitgef�hrt
wurde, gelangte vermutlich aufgrund Mathildes Verwandtschaft zum
ottonischen K�nigshaus nach Essen. Die �ber tausend Jahre alte Figur
wurde 2004 umfassend restauriert.
Im Zentrum des Westbaus steht heute der monumentale Siebenarmige
Leuchter, den die �btissin Mathilde zwischen 973 und 1011 anfertigen
lie�. Der Leuchter, 2,26 m hoch und 1,88 m breit, ist aus 46 aus Bronze
gegossenen Einzelteilen zusammengesetzt. Der Leuchter symbolisiert die
Gesamtheit von Dreifaltigkeit und der Erde mit ihren vier
Himmelsrichtungen und Christus als das Licht der Welt, das im j�ngsten
Gericht die Gl�ubigen heimgeleitet (Off 7).
Im Domschatz sind zudem die Kinderkrone Ottos III. seiner Aachener
Kr�nung, die vier ottonischen Vortragekreuze, das lange als Richtschwert
der M�rtyrer Cosmas und Damian verehrte ottonische Schwert sowie das
Theophanu-Evangeliar bemerkenswert.
Idas�ule
Das �lteste erhaltene Ausstattungsst�ck der M�nsterkirche ist die
Kreuzs�ule im Chorraum, die heute ein modernes Kreuz tr�gt. Bis ins 15.
Jahrhundert trug sie ein mit vergoldetem Kupferblech �berzogenes Kreuz,
von dem sich noch heute die Stifterplatte und m�glicherweise weitere
Reste im Domschatz befinden. Die Inschrift ISTAM CRUCEM (I)DA ABBATISSA
FIERI IUSSIT (?Dieses Kreuz lie� die �btissin Ida anfertigen�) l�sst die
971 verstorbene Essener �btissin Ida als Auftraggeberin erkennen,
diskutiert wird jedoch auch die Schwester der Essener �btissin Theophanu,
Ida, �btissin von St. Maria im Kapitol zu K�ln. Die S�ule selbst ist
wahrscheinlich eine antike Spolie, wie aufgrund des kannelierten
Untersatzes mit attischer Basis angenommen wird. Das Kapitell ist der
Antike nachempfunden, allerdings besonders reich verziert. In der
Gestaltung ist es den Kapitellen der Westempore, der Krypta, sowie denen
in der Ludgeridenkrypta der Werdener Abteikirche und der Luciuskirche in
Werden verwandt.
Altfrids-Grabmal
In der Ostkrypta befindet sich das gotische Hochgrab des Hildesheimer
Bischofs und Gr�nders von Essen Altfrid aus Kalksandstein, das auf die
Zeit um 1300 datiert wird und vermutlich unter der �btissin Beatrix von
Holte entstand. Begr�ndet wird die Datierung mit auffallenden
�hnlichkeiten der Tumba mit K�lner Heiligengr�bern, insbesondere dem
Grab der Hl. Irmgard im K�lner Dom.
Weitere Kunstwerke
Das heilige Grab im s�dlichen Seitenschiff stammt aus der Sp�tgotik. Die
Epoche des Barock ist im Essener M�nster durch zwei Epitaphe vertreten.
Der �ltere der 1614 verstorbenen �btissin Elisabeth von Bergh enth�lt
noch deutliche Renaissanceelemente. Diese in Antwerpen aus schwarzem
Marmor gefertigte Platte befindet sich an der Nordwand des �stlichen
Seitenschiffjochs und zeigt die �btissin in ihrer Amtskleidung, umgeben
von den Wappen ihrer Vorfahren. Der zweite Epitaph, der der �btissin
Johanna von Baexen, stammt von 1677 und befindet sich an der s�dlichen
Au�enmauer.
Aufgrund der Kriegszerst�rungen hat die M�nsterkirche keine alten
Fenster des Mittelalters. Das Essener Domkapitel hat beim Wiederaufbau
jedoch bedeutende moderne K�nstler beauftragt, neue Fenster f�r die
Kirche zu entwerfen und moderne Sakralkunstwerke zu fertigen, die sich
in die alte Bausubstanz harmonisch einf�gen. Das Michaelsfenster und die
Fenster der Emporengeschosse des Westbaus sind von Heinrich Campendonk
gestaltet, die Chorfenster von Ludwig Gies, die des Langhauses von
Wilhelm Buschulte und die Fenster der Krypta von Alfred Manessier. Das
Altarfries ist ein Werk des Bildhauers Elmar Hillebrand und seines
Sch�lers Ronald Hughes. Die Bronzet�ren von Atrium und Kirche wie auch
der Kreuzwegfries im Langhaus sind Werke des �sterreichischen K�nstlers
Toni Schneider-Manzell.
Orgel
Das M�nster verf�gt seit 2004 �ber eine neue Orgel, die von der
renommierten Orgelbauwerkstatt Rieger aus Schwarzach (Vorarlberg) erbaut
wurde, die auf den Orgelbauer Franz Rieger zur�ckgeht. Die Orgel, die
auch f�r Orgelkonzerte benutzt wird, verf�gt �ber 4 Manuale, 95
Pfeifenreihen, 69 Register und 5.102 Pfeifen.
Gel�ut
Sowohl in der Glockenstube des Westwerks als auch im Dachreiter �ber der
Vierung befinden sich Glocken. Das Gel�ut des M�nsters wird durch das
Gel�ut der vorgelagerten Johanneskirche klanglich erg�nzt, wobei die
1787 gegossenen Glocken dieser Kirche (as1 c2 es2) allerdings nicht
klanglich auf die teilweise �lteren Glocken der M�nsterkirche abgestimmt
sind, was ein leicht unharmonisches Gesamtbild ergibt.
Die Glocken des Westwerks
Im Westwerk befinden sich drei gro�e Glocken. Die �lteste, fis1
gestimmte Glocke, stammt bereits aus dem 14. Jahrhundert. Sie tr�gt die
Inschrift DELIGNO CLAMANTEM DUM SONO SIGNO (Mein Klang bezeichnet den
Ruf Christi vom Kreuz.). Bei ihr handelt es sich um eine fr�he gotische
Dreiklangglocke. Die zweite �ltere Glocke ist e1 gestimmt und mit 1650
kg und einem Durchmesser von 1,40 m die gr��te des Gel�uts. Sie tr�gt
eine l�ngere Inschrift, die als Jahr des Gusses 1546 nennt. Gegossen
wurde die Glocke direkt in Essen auf dem heutigen Burgplatz. Die dritte
Glocke im Westwerk ist ais1 gestimmt und inschriftslos, der Form nach
jedoch ebenfalls in das 14. Jahrhundert einzuordnen.
Die Glocken des Dachreiters
Der Dachreiter enth�lt ein Gel�ut von drei Glocken, von denen zwei, die
ais2 und die cis3 Glocken 1955 von der Glockengie�erei Petit & Gebr.
Edelbrock aus Gescher gegossen wurden, die auf dieselbe
Gie�ereitradition wie die Gie�erei zur�ckgeht, die 1787 die Glocken von
St. Johann Baptist gegossen hatte. Diese beiden Glocken tragen die
Inschriften Ave Maria Tr�sterin 1955 und Ave Maria K�nigin 1955. Die
dritte Glocke im Dachreiter tr�gt die Inschrift WEI GOT WEL DEINEN DEI
BIDDE VOR DE KRESTEN SEELEN AN 1522 (Wer Gott dienen will, der bete f�r
der Christen Seelen A(nno) D(omini) 1522). Diese Glocke hat einen
Durchmesser von 47,7 cm und wiegt etwa 80 kg, sie ist auf gis2 gestimmt.
Nutzungsgeschichte
Vom Anfang bis 1803
Das Essener M�nster war seit der Gr�ndung des ersten Kirchenbaus bis
1803 die Stiftskirche des Stifts Essen und Mittelpunkt des Stiftslebens.
Die Kirche war weder Pfarr- noch Bischofskirche, sondern diente
haupts�chlich den Angeh�rigen des Damenstifts. Ihre Stellung war daher
einer Klosterkirche vergleichbar, auch wenn das Damenstift Essen nicht
der benediktinischen Klosterregel folgte, sondern den Institutio
sanctimonialium, der 816 von der Aachener Reichssynode festgelegten
kanonikalen Lebensform f�r Frauenkommunit�ten, in einer noch
weltlicheren Auspr�gung. Im M�nster fanden die Stundengebete und Messen
der Stiftsgemeinschaft statt, sowie die F�rbitten f�r die verstorbenen
Stiftsangeh�rigen, die adeligen F�rderer des Stiftes und deren Vorfahren
im Rahmen des organisierten Totengedenkens (Memoria).
Die Anzahl der aus dem Adel stammenden Stiftsdamen, denen die Kirche
diente, schwankte �ber die Jahrhunderte zwischen etwa 70 w�hrend der
Bl�tezeit unter der �btissin Mathilde im 10. Jahrhundert und drei im 16.
Jahrhundert. Lediglich an hohen Feiertagen war die Kirche f�r die
Stiftsabh�ngigen und sp�ter f�r die Bev�lkerung der Stadt Essen
zug�nglich, deren Gottesdienst ansonsten die der M�nsterkirche
vorgelagerte Kirche St. Johann Baptist, die sich aus der ottonischen
Taufkapelle entwickelt hatte, oder die St.-Gertrudiskirche (heute
Marktkirche) auf dem Marktplatz diente.
Die Reformation hatte auf die M�nsterkirche keinen Einfluss. Die B�rger
der Stadt Essen, mit dem Stift ohnehin im Dauerstreit, ob die Stadt
freie Reichsstadt oder stiftsabh�ngig war, schlossen sich zwar
�berwiegend der Reformation an, die Stiftsdamen und Kanoniker und damit
die Kirchgeb�ude des Stiftes blieben jedoch katholisch. Die
protestantischen B�rger der Stadt �bernahmen die nicht im Stiftsgel�nde
gelegene St.-Gertrudiskirche, die heutige Marktkirche, die katholisch
verbliebenen B�rger nutzten weiter die im Stiftsbereich gelegene Kirche
St. Johann Baptist als Pfarrkirche und die Stiftsdamen ihre
Stiftskirche.
Von 1803 bis heute
1803 wurde das Stift vom K�nigreich Preu�en s�kularisiert. Die
M�nsterkirche mit ihrem gesamten Inventar wurde allerdings sofort von
der Pfarrgemeinde St. Johann Baptist �bernommen. Die n�chsten 150 Jahre
war die Kirche Pfarrkirche. Der Name M�nsterkirche, der sich
eingeb�rgert hatte, blieb, auch wenn kein Stift mehr bestand. Als
Pfarrkirche diente sie der katholischen Innenstadt-Gemeinde der Stadt
Essen, die gerade im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts an K�pfen
erheblich zunahm.
Nachdem es bereits in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts erste
Bestrebungen gegeben hatte, ein Bistum im Ruhrgebiet zu errichten, wurde
1958 aus Teilen der Bist�mer M�nster, Paderborn und K�ln ein neues
Bistum errichtet, zu dessen Bischofskirche die Essener M�nsterkirche
erhoben wurde. Am 1. Januar 1958 wurde der erste Essener Bischof Franz
Hengsbach in einem Festgottesdienst durch den Apostolischen Nuntius
Aloysius Muench in sein Amt eingef�hrt. Seitdem ist das Essener M�nster
der religi�se Mittelpunkt des Bistums. Den H�hepunkt seiner �ber
tausendj�hrigen Geschichte stellte schlie�lich 1987 der Besuch des
Papstes Johannes Paul II. dar.
Domkapitel
Das Essener Domkapitel umfasst elf residierende und nichtresidierende
Domkapitulare. Gem�� dem Konkordatsrecht von 1929 kommt ihm neben seinen
�blichen Aufgaben (Sorge um die liturgischen Feiern in der Hohen
Domkirche, Wahl eines Di�zesanadministrators, Beratung und Unterst�tzung
des Bischofs bei der Leitung der Di�zese, Verwaltung des Domschatzes)
auch das Recht der Bischofswahl zu.
Dompropst ist seit 2005 der Essener Stadtdechant Pr�lat Otmar Vieth als
Nachfolger von G�nter Berghaus, der dem Domkapitel elf Jahre lang
vorstand (1993�2004) und in den Ruhestand trat," beschreibt das Internet
den Dom, seine Geschichte und seine Ausstattung.
Ein wenig d�ster wirkt der eigentliche Dom ja schon an diesem
Samstagvormittag. Und das liegt nicht nur an der fehlenden Beleuchtung.
Das Geb�ude ist nur m��ig beheizt. Vom Chorraum einmal abgesehen
entwickelt die Kirche nicht die Pracht, die viele andere katholische
Kirchen bieten. Ich werde hier auf eine ausf�hrlich Beschreibung
verzichen; die bot ja schon der Wikipedia-Text.
Die Adveniat-Krypta ist an diesem Tag (noch?) verschlossen. Das Grab von
Kardinal Hengsbach kann ich also nicht bewundern. Ob die Alfried-Krypta
einen Besuch wert ist? Ja, ich denke schon.
Die Kirche ist nun wirklich kein Ort, der zum Verweilen einl�dt. Es
fehlt die heimelige, freundliche Atmosph�re, die Freundlichkeit, die dem
Besucher sagt: "Du bist hier willkommen." Die R�umlichkeiten wirken ehe
so, als seien sie auf Massenandrang und Massenabfertigung angelegt.
Wer m�chte, kann an diesem Samstag zwar die Beichte ablegen. Das
pers�nliche Wort, dasd aufmunternde Gespr�ch sind hier aber nicht
m�glich. Ich kenne Kirche anders. Sowohl in D�sseldorf als auch in
M�chengladbach lerne ich Kirchen kennen, in der ich mich bei einer Tasse
Kaffee mit wildfremden Menschen angeregt unterhalten konnte. Dies sind
die kleinen Erlebnisse des Alltags, in dem sich dem zuf�lligen Besucher
das Herz �ffnet.
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