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Villa H�gel   -  
Ruhrlandmuseum - SynagogeDom zu Essen - Christengemeinschaft - Grugapark

Essen


Siedlung Margarethenh�he
Der betriebliche Wohnungsbau im Ruhrgebiet begann mit der Industrialisierung um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung zu Beginn der 1870er Jahre entstanden gr��ere zusammenh�ngende Siedlungen. Nach Jahren der Stagnation bedingte ab den 1890er Jahren die erneute, nun lang anhaltende Aufw�rtsentwicklung des Bergbaus und der Eisen- und Stahlindustrie mit der dadurch hervorgerufenen starken Zuwanderung eine Ausdehnung des Werkssiedlungsbaus in einem bis dahin unbekannten Umfang.
Da die Zechen h�ufig in d�nn besiedelten Gegenden entstanden, mussten Wohnm�glichkeiten f�r die Bergleute neu geschaffen werden. Hinzu kam die �ber lange Zeit hohe Fluktuation der Arbeiter, so da� die Unternehmen das Angebot von Werkswohnungen auch als Mittel in der Konkurrenz um die Arbeitskr�fte einsetzten.
Eine Werkswohnung bot den Arbeitern eine Reihe von Vorteilen. Bei allgemeiner Wohnungsnot konnten insbesondere Arbeitsimmigranten oft nur sehr schwer eine annehmbare und erschwingliche Wohnung finden. Au�erdem lagen die Mieten in Werkssiedlungen unter denen auf dem freien Wohnungsmarkt, w�hrend die Wohnungen in der Regel ger�umiger und besser ausgestattet waren. Gartenland und Stall erlaubten es, die Versorgung der Familie zu verbessern und bildeten f�r die Zuwanderer, die in l�ndlichen Gebieten angeworben wurden, einen zus�tzlichen Anreiz, sich im Bergbau zu verdingen. Die Kehrseite dieser Vorz�ge bestanden in einer umfassen Kontrolle von Seiten des Unternehmens, die h�ufig bis in das Privatleben reicht, und in der Bindung des Mietverh�ltnisses an das Arbeitsverh�ltnis, was die Mobilit�t einschr�nkte und zur Disziplinierung der Siedlungsbewohner beitrug.
Die soziale und betriebliche Hierarchie schl�gt sich in den Wohnungen deutlich nieder. Die H�user der Bergbeamten waren ger�umiger und aufwendiger gestaltet als die der Bergarbeiter. Oft lagen Arbeiter- und Beamtensiedlung dicht beieinander, aber fast immer waren sie durch Gleisanlagen, Stra�en oder unbebautes Gel�nde getrennt. W�hrend die Arbeiter in Mehrfamilienh�usern wohnen, blieben Doppelh�user Meistern und Steigern vorbehalten. Welten trennten selbst noch die gro�z�gigen Siedlungen der Bergbeamten von den Villenvierteln, die Krupp oder die Gutehoffnungsh�tte f�r ihre leitenden Angestellten errichteten.
Zusammen mit anderen Wohlfahrtseinrichtungen erscheint das betriebliche Siedlungswesen ab den 1890er Jahren immer h�ufiger in den Selbstdarstellungen der Unternehmen und soll wie M�tterberatungsstellen, Werkskinderg�rten oder Pr�mien f�r langj�hrige Betriebszugeh�rigkeit die Arbeiter auch mental an den Arbeitgeber und die bestehende Gesellschaftsordnung binden. Mit �hnlicher Zielsetzung formulierte der ?Heimatstil Integrationsangebote �ber die Gestaltung der Siedlung selbst.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden f�r den Wohnungsbau gemeinn�tzigre Bautr�ger �ffentliche Mittel zur Verf�gung gestellt. Da der herk�mmliche Werkswohnungsbau keine Unterst�tzung erhielt, beteiligte sich die Industrie nun an gemeinn�tzigen Wohnungsunternehmen. F�r den Bergarbeiterwohnungsbau entstand 1920 die ?Treuhandstelle f�r Bergmannswohnst�tten im rheinisch westf�lischen Steinkohlebezirk (THS), in deren Entscheidungsgremien Arbeitgeber und Arbeitnehmer parit�tisch vertreten waren. Durch die neue Organisation des Wohnungsbaus l�ste sich die Bindung des Wohnungswesens an ein bestimmtes Unternehmen und die Abh�ngigkeit der Mieter von ihrem Arbeitgeber. Die Kopplung von Miet- und Arbeitsverh�ltnis, die schon in den zwanziger Jahren teilweise aufgehoben worden war, wurde 1930 gesetzlich verboten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg galten die Arbeitersiedlungen aus der Zeit vor 1914 als r�ckst�ndig und nicht erhaltenswert. Der Wohnungsbestand wurde von den Eigent�mergesellschaften h�ufig vernachl�ssigt. Erst die Erfahrungen mit dem Leben in Neubausiedlungen und ein ver�ndertes Verst�ndnis von St�dtebau bewirkten in den siebziger Jahren einen Wandel dieser Einsch�tzung. So trafen die Pl�ne zur ?Kahlschlagsanierung von Arbeitersiedlungen auf den wachsenden Widerstand der Bewohner, die f�r Versprechungen eines besseren Wohnstandards in Neubauten nicht auf enge Nachbarschaftsbeziehungen, ein �berschaubares soziales Umfeld und das Wohnen zu ebener Erde und im Gr�nen verzichten wollten.
Die Siedlung Margarethenh�he, meist nur Margarethenh�he genannt, gilt als die erste deutsche Gartenstadt hinsichtlich ihrer Bauweise (nicht wegen des genossenschaftlichen Konzeptes) und bildet den Kern des Essener Stadtteils Margarethenh�he im Stadtbezirk III Essen West mit 7.529 Einwohnern (Stand: 31.12.2005). Der Stadtteil hat eine Gesamtfl�che von 1,48 Quadratkilometern und liegt auf einer durchschnittlichen H�he von 105 Metern �. NN..
Die Siedlung selbst gilt als gutes Beispiel f�r menschenfreundliches Wohnen und hat in 935 Geb�uden und 3.092 Wohneinheiten, die auf 115 Hektar von der Margarethe Krupp Stiftung verwaltet werden, von denen 50 Hektar als unbebaubares Waldland festgelegt sind.

Das Gebiet geh�rte urspr�nglich zur Gemarkung R�ttenscheid, das 1905 zur Stadt Essen eingemeindet wurde. Die ersten H�user auf der H�he wurden 1910 fertiggestellt. Deshalb waren die Bewohner von Beginn an B�rger von Essen. Die Margarethenh�he wurde 1906 von Margarethe Krupp anl�sslich der Hochzeit ihrer Tochter Bertha gestiftet und ab 1906 bis 1938 vom dem Architekten Georg Metzendorf, einem Mitglied des Deutschen Werkbundes gebaut. W�hrend der Zeit ihrer Errichtung war sie, wie sonst nur die Gartenstadt Dresden Hellerau, durch einen Regierungserlass von allen Bauvorschriften befreit.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde die schwer besch�ftigte Siedlung in ihrer historischen Form wiederhergestellt. Von 1962 bis 1966 und von 1971 bis 1980 wurde auch dem noch unbebauten Land s�dlich der ersten Siedlung die Margarethenh�he II errichtet, architektonisch teilweise minderwertig, und speziell im letzten Bauabschnitt, in dem Hochh�user gebaut wurden, sozial problematisch. Laut Stiftung setzten diese H�user ?einen deutlich gestalterischen Kontrast zur alten Margarethenh�he. Um die sozialen., technischen und �sthetischen Probleme der Margarethenh�he II zu beheben, wurde bereits 1987 ein Sanierungsprogramm begonnen, um ?die �ffentliche Wertsch�tzung auch der j�ngeren Siedlungseinheit der Margarethenh�he deutlich zu erh�hen.
Die Margarethenh�he I hingegen wurde im gleichen Jahr unter Denkmalschutz gestellt. Eine vom Essener Ruhrlandmuseum eingerichtete Musterwohnung vergegenw�rtigt dem Besucher die urspr�ngliche Gestaltung der Wohneinheiten und soll ihm ?die wohlkulturellen Bedeutung des Denkmals Margarethenh�he mit ihren variablen Typengrundrissen auch aus der Innenperspektive sichtbar werden lassen.
Zeitweise existierte auf der Margarethenh�he auch eine kleine K�nstlerkolonie. Ihr bedeutendster Gast war der Fotograph Albert Renger Patzsch. Diese Kolonie wurde von den Nationalsozialisten aufgel�st. Nur die ?Keramikwerkstatt Margarethenh�he existiert noch. Sie ist mittlerweile in die Zeche Zollverein umgezogen.
Die architektonische Einheitlichkeit der Siedlung geht auf einen Trick zur Kostenersparnis zur�ck. Es sollten zwar nicht alle H�user identisch aussehen, aber jedes Geb�ude einzeln zu konzipieren h�tten den finanziellen Rahmen gesprengt. Daher entwarf Metzendorf einen Satz von Elementen, der immer wieder neu kombiniert wurde. Dadurch weichen die H�user zwar alle voneinander ab, bleiben aber stilistisch geschlossen.
Seit ihrer Gr�ndung bis in die Gegenwart wird die Margarethenh�he von der Margarethe Krupp Stiftung f�r Wohnungsf�rsorge gef�hrt. Obwohl der von ihr zu verwaltend Wohnraum eigentlich den ?minderbemittelten Klassen zugedacht war, hat sich vor allem die Margarethenh�he I heutzutage in eine gehoben b�rgerliche Wohngegend verwandelt. In der Stadt wird dies vielfach auf einen siedlungsinternen Kl�ngel zur�ckgef�hrt, der nepotistisch vor allem eigene Familienmitglieder bevorzuge. Auch eine rassistische Vergabepolitik wird dem Gremium gelegentlich vorgeworfen, da der Ausl�nderanteil besonders in der Margarethenh�he I im Vergleich zum st�dtischen Durchschnitt �u�erst gering ist. In jedem Fall ist das Wohnen auf der Margarethenh�he I �u�erst begehrt, trotz teils merklich beengter Wohnverh�ltnisse. Heute gibt es hier auch eine Grundschule und vier Kinderg�rten.
(Quelle: Wikipedia)
Langsam strebt die Stra�enbahn der Endhaltestelle entgegen. Das ist also die ber�hmte Arbeitersiedlung Margarethenh�he. So oft ich auch schon in Essen gewesen bin, so wenig sah ich bisher diese Kolonie. ?Gr�n ist mein erster Eindruck. Endlich h�lt die Stra�enbahn. Ich steige aus. Hitze umgibt mich sofort. Es ist Sommer, Ferienzeit wir schreiben den Juli 2006.
Langsam schlendere ich durch die Stra�en. Mehrere Eindr�cke dr�ngen sich mir auf. Zum einen ist es die Enge der Stra�en. Hier passen gerade einmal zwei Autos nebeneinander. So wundere ich mich auch nicht, da� ich hier kaum Garagen sehen. Stehen die Autos wirklich auch nachts auf der Stra�e? Hat da keiner Angst, dass die Autos gestohlen werden? Oder passen hier die Nachbarn noch aufeinander auf und merken, wenn jemand bestohlen wird? Egal. Das ist hier nicht das Thema.
Der Eindruck gr�n verst�rkt sich hier noch. Hier gibt es tats�chlich viel Gr�nzeug. Heute kann ich aber nicht mehr nachvollziehen, warum die Margarethenh�he Gartenstadt genannt wird. Viele B�ume und Str�ucher sehe ich; einen klassischen Garten entdecke ich aber nirgends.

Villa H�gel

Die Villa H�gel liegt im Essener Stadtteil Bredeney. Sie wurde 1873 von Alfred Krupp errichtet und ist das ehemalige Wohn- und Repr�sentationshaus der Industriellen Familie Krupp. Die Villa hat 269 R�ume, 8.100 Quadratmeter Wohn- und Nutzfl�che und liegt in einem 28 Hektar gro�en Park an prominenter Stelle �ber dem Ruhrtal und dem Baldeneysee.
Urspr�nglich wurde das Haus vollst�ndig auch nichtbrennbaren Materialien errichtet, also Stein, Stahl und Glas, da Krupp Angst vor Feuer hatte. Nach seinem Tode wurde die Inneneinrichtung der Villa im Stil der Zeit komplett erneuert. Nur in Seitenbereichen ist die alte Anlage noch erkennbar (Treppenh�user, Gesindebereiche, Gel�nder). Die Anlage besteht aus einem kleineren Geb�ude sowie dem Haupthaus, die �ber einen langen Trakt aus Bibliothek und Ballsaal miteinander verbunden sind. Zum Zeitpunkt ihres Baus galt die Villa H�gel wegen der von Alfred Krupp gewollten und gr��tenteils pers�nlich mitgeplanten modernen Technik als Anschauungsobjekt des technischen Fortschritts. Die Bauphase verschli� wegen des Eigensinns des Bauherrn mehrere Architekten.
Zur urspr�nglichen Anlage geh�rte ein vollst�ndiger Bauernhof, der vor dem Nebenhaus lag, um eine autarke Versorgung zu gew�hrleisten. Auch dieser wurde relativ schnell wieder abgerissen, da er das repr�sentative Gesamtbild st�rte. Zum weiteren Ensemble der Geb�ude von Villa H�gel geh�ren das Parkhaus H�gel, das heute das Heim der Familie Beitz ist, und der auf halber Hangh�he zum Baldeneysee gelegene Bahnhof H�gel. 1894 wurde ein Spielhaus f�r die Kruppt�chter Bertha und Barbara errichtet. Das Fachwerkhaus wird im Volksmund Spatzenhaus genannt.
Der Bau der Villa H�gel ist zugleich ein Zeugnis neureicher Hybris. In den Treppenhausfenstern des Nebengeb�udes sind jahrhundertealte Glasmalereien eingelassen, die Krupp zuvor zusammengekauft hatte. Bei der Anlage des riesigen Parks lie� Alfred Krupp ausgewachsene B�ume anpflanzen, um noch zu Lebzeiten den Park im Endzustand zu sehen. Abgestorbene B�ume wurden kurzerhand durch neue alte ersetzt, was dazu f�hrte, dass der Baumbestand im Park der Villa H�gel erheblich �lter ist als die Gesamtanlage. Der Park ist insgesamt 23 Hektar gro� und wurde seit 1914 kaum ver�ndert.
Seit 1953 finden im Haupthaus regelm��ig bedeutende Kunstausstellungen statt. Seit Jahrzehnten gibt es mehrmals im Jahr im Obergescho� klassische Kammerkonzerte f�r Firmenangeh�rige, die aufgrund der hervorragenden Akustik der oberen Halle und der erstrangigen K�nstler Besetzungen zu sehr gefragten Kulturveranstaltungen im Ruhrgebiet wurden und aufzeichnet werden f�r Firmen-, Werbe- und Wohlfahrtszwecke. Das �stliche Nebengeb�ude enth�lt eine st�ndige Ausstellung zur Familien- und Firmengeschichte. Park und Geb�ude k�nnen gegen einen geringen Obolus besichtigt werden, wenn keine Ausstellungen oder Sonderveranstaltungen der Krupp Stiftung stattfinden.

Ein kulturelles Leben im Industriegebiet an der Ruhr ist ohne die alte Tradition des privaten Stifter- und M�zenatentums nicht denkbar. Nachdr�cklicher als anderswo haben sich hier die wirtschaftlich Erfolgreichen nicht nur f�r das materielle, sondern auch f�r das geistige Wohl der im Revier lebenden und arbeitenden Menschen eingesetzt. Sie haben in der industriellen Gr�nderzeit vor und nach 1900 den Grundstein f�r ein lebhaftes kulturelles und k�nstlerisches Leben in den Gro�st�dten an der Ruhr gelegt und nach 1945 an dessen Wiedererstehen und neuer Bl�te entscheidend mitgewirkt.
1984 wurde in Fortf�hrung dieser Tradition durch Prof. Dr. hc. mult. Berthold Beitz, den Ehren Aufsichtsratsvorsitzenden der ThyssenKrupp AG und Vorsitzenden der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach Stiftung die ?Kulturstiftung Ruhr mit der satzungsgem��en Aufgabe gegr�ndet, dem kulturellen Leben im Ruhrgebiet neue Impulse zu geben und ihm Ma�st�be und Ziele zu setzen. Nach dem Willen des Stifters soll seine Gr�ndung ?das Ruhrgebiet wieder enger mit den internationalen geistigen Kraftfeldern verbinden, erneut seine Tradition als bedeutende Kulturlandschaft best�tigen, ihm eine herausragende Position in der Bundesrepublik Deutschland gewinnen und damit jene Resignation zu �berwinden helfen, die das geistige Leben in den Industriegro�st�dten zu l�hmen beginnt.
Die eng mit der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach Stiftung verbundene Kulturstiftung Ruhr versteht sich daher als Initiatorin wie als Tr�gerin k�nstlerischer und kultureller Aktivit�ten von Rang, in erster Linie international bedeutender kunst- und kulturgeschichtlicher Ausstellungen. Ihr Sitz ist ?Villa H�gel, das einstige Wohnhaus der Familie Krupp, seit 1953 auf Initiative des letzten Firmeninhabers Alfried Krupp bis heute eines der kulturellen Zentren des Landes.
Zu weiteren Schwerpunkten der Stiftung geh�ren unter anderem die systematische Aufarbeitung der Industriegeschichte des Reviers, deren Zeugnisse nach dem Kriege rasch verlorenzugehen drohten. Das mittlerweile abgeschlossene ?Fotographische Dokumentationsarchiv zur Geschichte der Industrialisierung an der Ruhr beispielsweise ist mit rund 480.000 Fotos, Diapositiven und Negativen eines der gr��ten Spezialarchive seiner Art �berhaupt und befindet sich mittlerweile im Ruhrlandmuseum der Stadt Essen.

Viel ist es nicht, was ich mir im Internet �ber die Villa H�gel zusammengesucht habe. Es reicht aber aus, wie mir ein Besuch in der Villa zeigt. Es ist Mitte Oktober 2006, als ich mich auf den Weg nach Essen mache. Verkehrstechnisch ist die Villa sehr gut angebunden, so da� auch ausw�rtige Besucher wie ich sehr gut anreisen k�nnen.
Doch oh wehe! Von dem eigentlichen Wohn- und Repr�sentationshaus ist im Grunde nichts mehr �briggeblieben. Gerade einmal im Erdgescho� l��t sich etwas von dem alten Pomp erahnen. Auf der Parkseite bekommt man als Besucher einige kleinere Repr�sentationsr�ume zu sehen. Daneben macht aber der Eingangsbereich (Garderobe, Toiletten, Kasse, Museumsshop) den augenf�lligeren Teil des Erdgeschosses aus.
Das obere Gescho� ist ebenfalls f�r Besucher zug�nglich. ?
Betriebe
Ohne Moos nix los berichtet der Volksmund. Doch wie sieht es in den Betrieben aus?
Was hat Essen eigentlich zu bieten? 210,36 Quadratkilometer, �ber 592.000 Einwohner, 3.227 Stra�en, 1.595 Kilometer Stra�ennetz, sieben Stra�enbahnlinien, drei U Bahnlinien und 48 Buslinien. Und sonst? St�dtische H�hepunkte auf allen Linien beispielsweise die Alte Synagoge, die neue Messehalle von Bellini, das Museum Folkwang und, und, und. Die Essener Verkehrsbetrieb m�chten ihre Kunden zu deren Zielen bringen.
Essen ist Wirtschaftsstandort. Zehn der 100 gr��ten deutschen Unternehmen allesamt international t�tig sind hier beheimatet; dar�ber hinaus gibt es zahlreiche Hauptverwaltungen. 75% aller Besch�ftigten in Essen sind im Wirtschaftsbereich t�tig.
Der hohe Dom zu Essen gibt Aufschluss �ber mehr als 1.000 Jahre Geschichte, Kirche und Kunst. Zahlreiche Kunstwerke von Weltrang, vornehmlich aus der Zeit von 980 bis 1060, beherbergt der Essener Domschatz. Beispielsweise die �lteste bekannte Marienfigur der Welt: die ?Goldene Madonna. Das 70 Zentimeter gro�e Bildnis ist aus Lindenholz geschnitzt und mit Goldblech �berzogen. Um 990 gab sie die Essener �btissin Mathilde II, eine Enkelin Kaiser Ottos des Gro�en, in Auftrag.
Heute steht Essens Schatz in der n�rdlichen Seitenkapelle der Essener Domkirche. Ebenfalls in Essens ?Schatzkiste ist der imposante siebenarmige Leuchter, ebenfalls ein Auftragswerk von Mathilde II; das Passionsdiptychon, eine Elfenbeintafel aus dem 11. Jahrhundert; die Kinderkrone Ottos III aus dem Jahre 983; ein Buchdeckel aus Eichenholz, Goldblech, Edelsteinen, Perlen und Elfenbein aus dem 11. Jahrhundert und das Otto Mathilden Kreuz, ein Prozessionskreuz von 980.
Am 1. Dezember 1906 legt Margarethe Krupp den Grundstein zur Margarethenh�he. 50 Hektar Land im Essener S�den und eine Million Mark stellte die Witwe Friedrich Alfred Krupps f�r den Siedlungsbau zur Verf�gung. Am 11. August 1908 wird schlie�lich der hessische Architekt Georg Metzdendorf beauftragt, aus der Margarethenh�he eine Siedlung im Stil einer englischen Gartenstadt zu machen. Metzendorf ist damals 34 Jahre alt und damit jung genug, um sich 21 Jahre lang dem Bau der Siedlung, einer Lebensaufgabe zu widmen.
Bereits im Jahre 1911 beziehen die ersten Familien ihre Wohnungen. Die Presse ist voll des Lobes: ?ein St�ck Frieden im Gro�stadtl�rm, ?ein M�rchen in der modernen Unrast ist da zu lesen. Heute steht die Margarethenh�he unter Denkmalschutz.
In Essen ist jeder dritte Tag ein Messetag. Mit mehr als 11.000 Ausstellern und bis zu zwei Millionen Besuchern im Jahr z�hlt die Messe Essen zu den Top Ten in Deutschland. 19 Hallen bieten 110.000 Quadratmeter Ausstellungsfl�che. Der neue Westfl�gel der Messe Essen, das imposante Bauwerke des Mail�nder Architekten Mario Bellini, umfa�t zus�tzlich 20.000 Quadratmeter, eine Galeria und ein weiteres Kongre� Center. Das Besondere an der neuen rund 240 Meter langen, 69 Meter breiten und 16 Meter hohen Messehalle ist eine freischwebende Deckenkonstruktion.
Es war im Dezember 1986: Der Schacht XII der Zeche Zollverein wird geschlossen. Die B�rger von Essen vor allem der angrenzenden Stadtteile Katernberg, Stoppenberg und Schonnebeck wohnen dem Ende der Montanindustrie bei. Und dann im Dezember 2001: das ?world heritage committee nimmt die Zeche Zollverein in die Weltkulturerbeliste der UNESCO auf.
Als Wahrzeichen des Wandels und Markenzeichen des Ruhrgebiets lockt die Zeche j�hrlich eine halbe Million Besucher in den Essener Norden. Denn Zollverein ist nicht einfach stillgelegt. Die Zeche entwickelte sich in einen Kulturstandort. So finden auf Zollverein regelm��ig Konzerte, Ausstellungen und andere kulturelle Veranstaltungen statt. Die Stiftung Zollverein, 1999 gegr�ndet, trug ma�geblich zum erfolgreich vollzogenen Strukturwandel bei. Sie machte Zollverein zur Heimat von bedeutenden Essener Unternehmen und Institutionen. So ist das Design Zentrum NRW im Schacht XII, das Choreographische Zentrum NRW in Schacht 1/2/8 zu Hause. Dies sind zwar nur zwei Beispiele; sie sollen an dieser Stelle aber reichen.
Die Villa H�gel, 1873 fertiggestellt und einst Wohnsitz und Repr�sentationsort der Industriellenfamilie Krupp �ber drei Generationen hinweg, beherbergt heute die Kulturstiftung Ruhr. Im einstigen Hauptwohngeb�ude finden seit 1953 gro�e �berregionale Kunstausstellungen statt.
400.000 Besucher z�hlte bereits die erste Ausstellung Kunstwerke aus Kirchen-, Museums- und Privatbesitz, Essener M�nsterschatz. Es folgen �ber 30 weitere Ausstellungen. Viele davon erregten internationale Aufmerksamkeit beispielsweise ?G�tter Pharaonen mit 485.000 Besuchern oder ?Breughel Brueghel mit 187.000 Besuchern. Heute z�hlt die Villa H�gel zu den wenigen H�usern in ganz NRW, die sich den alten Meistern annehmen.
Als am 25. September 1988 das Aalto Theater mit Wagners ?Meistersingern er�ffnet wurden, waren nicht nur Essens Opernfreunde hingerissen. Hingerissen waren auch die Freunde der Architektur. Bis ins kleinste Detail hatte der finnische Architekt Alvar Aalto das Theater konzipiert. Vom Entwurf bis seiner Realisierung sollten allerdings 30 Jahre vergehen. Die Er�ffnung des Aalto Theaters durfte der Finne allerdings nicht mehr erleben. Er war zu diesem Zeitpunkt bereits seit zw�lf Jahren tot.
1913 wurde das Zentrum der j�dischen Gemeinde, die Neue Synagoge, erbaut. In der Reichsprogromnacht wurde sie in Brand gesetzt. Erst im Jahre 1959 kaufte die Stadt Essen die Ruine und machte daraus das ?Haus Industrieform. Einem weiteren Brand im Jahre 1979 folgte die Restauration und die Einweihung der Alten Synagoge als Gedenkst�tte und Dokumentationsforum. In Begegnungen, Diskussionen und kulturellen Veranstaltungen sollen j�dische Geschichte, Gegenwart und Kultur lebendig gehalten werden. Dar�ber hinaus werden zwei Dauerausstellungen gezeigt: ?Stationen j�dischen Lebens. Von der Emanzipation bis zur Gegenwart und ?Verfolgung und Widerstand in Essen 1933 1945. Im Mittelpunkt der ersten Ausstellung steht die Perspektive j�dischen Handelns, Denkens und F�hlens, verdeutlicht durch Fotografien und autobiographische Dokumente von Juden, die seinerzeit in Essen lebten. Die zweite Dauerausstellung setzt sich aus acht thematisch gegliederten Bereichen zusammen und mit der NS Zeit auseinander: von der Krise der Weimarer Republik �ber NS Terror und Kriegsvorbereitung bis hin zur Befreiung und zum Wiederaufbau.
Im Jahre 1922 fusionierten das private Museum Folkwang in Hagen (1901 von dem Sammler und M�zen Karl Ernst Osthaus gegr�ndet) mit dem Essener Kunstmuseum (1906 gegr�ndet). ?St�tzpunkt kulturellen Lebens im Ruhrgebiet wollte das Museum Folkwang sein. 1929 wurde der Neubau er�ffnet. Bereits in den 1930er Jahren geno� das Museum internationale Reputation, die die Kunstpolitik des Dritten Reiches allerdings schnell zunichte machte. Der ber�chtigten Aktion ?Entartete Kunst fielen �ber 1.400 Kunstwerke zum Opfer darunter auch der gesamte Bestand des 20. Jahrhunderts.
Erst im Jahre 1960 wurde der Neubau an alter Stelle wieder er�ffnet. Verlorene Kunstwerke wurden soweit nicht zerst�rt nach 1945 wieder zur�ckgekauft und soweit m�glich ersetzt. Die Fortf�hrung der Sammlung machte 1983 einen Erweiterungsbau erforderlich. Neben der Gem�ldesammlung besticht seitdem auch die graphische und fotografische Sammlung mit eigenst�ndigen Abteilungen. Heute hat das Museum Folkwang l�ngst seinen hervorragenden Weltruf zur�ckgewonnen.
Im goldenen Herbst, am 18. Oktober 1928, wurde die Essener Lichtburg, Deutschlands modernstes Filmtheater, er�ffnet. 1943 fiel sie Bombenangriffen zum Opfer. Der Zuschauerraum brannte v�llig aus. Die �u�ere H�lle blieb nahezu vollst�ndig erhalten. Im Stil der Nachkriegszeit wieder aufgebaut, avancierte die Lichtburg zum elegantesten Filmtheater Deutschlands. In den 1950er Jahren erlebte es seine erfolgreichste Zeit als Premierenkino. Deutsche Leinwandstars wie Hildegard Knef und Zarah Leander waren dort zu Gast. Auch Hollywoodgr��en wie Gary Cooper und Buster Keaton reisten dort zur Premiere an. Dar�ber hinaus fanden in der Lichtburg zahlreiche Theatergastspiele, Kabarettveranstaltungen und Jazzkonzerte statt. Louis Armstrong und Benny Goodman waren beispielsweise in der Lichtburg zu Gast. Heute steht die sch�ne Lichtburg mit ihren 1.302 Pl�tzen im Herzen der Stadt unter Denkmalschutz.
Soweit zu den touristischen Attraktionen der Stadt Essen. Doch wie sieht denn die Leistung der EVAG, den Essener Verkehrsbetrieben aus? Wie bef�rdern sie die Menschen vor Ort zu deren Zielen?
Wie schon im Vorjahr konnte auch 2002 ein deutlicher Anstieg der Fahrgastzahlen verzeichnet werden. ?Gegen�ber 2001 stieg die Zahl der Fahrg�ste von 102,8 Millionen auf 109,0 Millionen an. Dieser weitere Anstieg ist durch die in den letzten Jahren vollzogene Verbesserung des Leistungsangebots, die Modernisierung des Fahrzeugparks und die Inbetriebnahme einer U Bahnlinie als Ersatz f�r eine Buslinie begr�ndet. Die Einf�hrung des SchokoTikets f�r Sch�ler im Jahre 2002 f�hrte au�erdem zu einem deutlichen Anstieg der Fahrgastzahlen. Allerdings wechselten viele Kunden von teureren Ticketarten zu diesem g�nstigen Angebot, berichtet die EVAG.
Die Verkehrsertr�ge aus dem Verbundverkehr stiegen im Vergleich zum Vorjahr von 60,4 Millionen Euro auf 60,8 Millionen Euro an. Dieser Anstieg vollzog sich unterproportional zur Entwicklung der Fahrgastzahlen, weil mit der Einf�hrung des SchokoTickets eine Verlagerung von den anderen Tickets zu dieser g�nstigen neuen Variante einsetzte.
Der Zahl der im Jahresdurchschnitt im Unternehmen besch�ftigten Mitarbeiter verminderte sich gegen�ber dem Vorjahr von 1.991 auf 1.969. Zum Jahresende waren noch 1.953 Mitarbeiter besch�ftigt.
Im Gesch�ftsjahr 2002 wurden insgesamt drei US Lease Transaktionen abgeschlossen, die zu Einnahmen von 60,7 Millionen Euro f�hrten. Zwei davon betragen 34 Niederflurstra�enbahnen bzw. neun Dockland Stra�enbahnwagen und entsprachen den Transaktionen, die in der Vergangenheit bereits mehrfach von verschiedenen Nahverkehrsunternehmen praktiziert worden sind eine weitere US Lease Transaktion, die gemeinsam mit der Stadt Essen durchgef�hrt wurde, betraf die gesamte Schieneninfrastruktur. Cross Border Gesch�fte mit Schieneninfrastruktur konnten vor 2002 noch nicht realisiert werden. ?Wegen der erzielten au�erordentlichen Ertr�ge ist das Jahresergebnis nur bedingt mit dem Vorjahr zu vergleichen, so die EVAG. ?Die Ausgaben �berstiegen die Einnahmen um 2,036 Millionen Euro. Dieser Betrag wird aufgrund des mit der Essener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (EVV), Essen, abgeschlossenen Beherrschungs- und Gewinnabf�hrungsvertrages �bernommen. Das Ergebnis ist somit im Saldo ausgeglichen.
Doch nun zu einer anderen Branche, n�mlich der Konsumg�terindustrie. Hier ist WMF ein f�hrendes Unternehmen.
Die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbesserten sich im Jahre 2002 nicht. Zwar gewann die US Konjunktur gegen�ber dem schwachen Vorjahr etwas an Schwung. Insgesamt verlieh sie der Weltwirtschaft aber keine entscheidenden Impulse. So konnte sich Japan nicht aus der bestehenden Rezession l�sen. Im Euro Raum wuchs die Wirtschaft deutlich langsamer als ein Jahr zuvor.
Die deutsche Wirtschaft geh�rte einmal mehr zu den L�ndern mit dem geringsten Wachstum. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg real nur noch um 0,2% nach einem Plus von 0,6% im Jahre 2001. Dabei entwickelten sich die Ausr�stungsinvestitionen mit einem deutlichen Minus besonders ung�nstig. Bei den Bauinvestitionen hielt der Abw�rtstrend an. Lediglich die Exporte wiesen ein vergleichsweise hohes Wachstum auf, das allerdings geringer als im Jahre 2001 ausfiel.
Diese negativen Faktoren schlugen beim Handel voll zu Buche. Der Jahresumsatz des klassischen Einzelhandels verringerte sich folglich um 3,5%. Die Bereiche, in denen die WMF t�tig ist, wiesen teilweise sogar noch h�here R�ckg�nge auf. Weiter angespannt hat sich die Situation im deutschen Gastgewerbe, das insgesamt einen Umsatzr�ckgang um real rund 7,0% hinnehmen mu�te.
F�r die Konsumg�terbranche war das Jahr 2002 eines der schwierigsten in den letzten 50 Jahren. In diesem Umfeld steigerte sich der Umsatz des WMF Konzerns im Gesch�ftsjahr 2002 um 1 Prozent auf 578,1 Millionen Euro. In diesen Zahlen ist auch der Umsatz der neu erworbenen Firma W. F. Kaiser & CO. GmbH enthalte, deren Konsolidierung zum 1.9.2002 erfolgt ist.
Im Gegensatz zu dem branchenbedingten R�ckgang im Inland konnte die WMF im Ausland kr�ftig zulegen. Der Anteil des Auslands am gesamten Gesch�ftsvolumen erh�hte sich folglich von 34,2% auf 38,1%. Der Umsatz der WMF AG ging um 5% auf 379,9 Millionen Euro zur�ck. W�hrend des Gesch�ftsvolumens im Inland deutlich sank, konnten die Exporte sp�rbar erh�ht werden.
Nachdem bereits im Jahre 2001 mit McDonalds Deutschland der Eintritt in den schnell wachsenden Markt der Fastfood Gastronomie geschafft worden war, konnten in 2002 mit Pizza Hut Deutschland und der Restaurantkette Denny`s in Japan weitere bedeutende neue Schl�sselkunden gewonnen werden. In den Z�gen der europ�ischen Verkehrsbetriebe werden WMF Kaffeemaschinen vermehrt eingesetzt. Profitiert hat die WMF weiterhin von den Absatzm�glichkeiten bei kleinen Stehcaf�s und B�ckereien.
Die Zahl der Mitarbeiter erh�hte sich im Konzern zum Jahresende 2002 auf 5.469 Besch�ftigte. In diesem Anstieg um 47 Mitarbeiter ist die �bernahme von Kaiser Backformen enthalten. In der AG wurden 3.722 Mitarbeiter besch�ftigt, 132 weniger als Ende 2001.
Doch welche Tochtergesellschaften hat der WMF Konzern.
Alfi Zitzmann AG als Anbieter qualitativ hochwertiger Isolierger�te und lifestyle ausgerichteter Geschenkartikel konnte sich dem r�ckl�ufigen Trend im deutschen Einzelhandel nicht entziehen. Bei alfi f�hrte die Konsumzur�ckhaltung im Inland im Gesch�ftsjahr 2002 zu einem Umsatzr�ckgang von 16% auf rund 25 Millionen Euro. Das Ergebnis war trotz durchgef�hrter Kostenanpassung ebenfalls r�ckl�ufig.
Die Firma Gebr�der Hepp GmbH realisiert als international renommierter Partner der gehobenen Gastronomie und Hotellerie rund 70& des Umsatzes im Ausland. Sie war daher sowohl von der Investitionszur�ckhaltung in den USA als auch von der anhaltenden Schw�che im inl�ndischen Hotel- und Gastgewerbe betroffen. Hepp konnte daher in 2002 nicht an das Wachstum der vergangenen Jahre ankn�pfen, sondern erreichte nur einen um 7% unter dem Vorjahr liegenden Umsatz in H�he von 21,7 Millionen Euro. Das Ergebnis konnte auf Grund der in 2001 durchgef�hrten Ma�nahmen zur Optimierung der Fertigung und Logistik auf Vorjahresh�he gehalten werden.
Die Fertigung hochwertiger rostfreier Besteckteile der Tochtergesellschaft WMF Flatware in Singapur wurde auf Grund des anhaltenden Preisdrucks auf dem Weltmarkt im Gesch�ftsjahr 2002 eingestellt und in das eigene Werk nach He Shan in China verlagert. Nach Stillegung der Fertigung fungiert WMF Flatware als Vertriebsgesellschaft mit Schwerpunkt Tisch und K�che. Neben Singapur werden angrenzende L�nder wie Malaysia und Indonesien beliefert. Die Vertriebsgesellschaft WMF Flatware konnte das Gesch�ftsvolumen weiter ausbauen und den Umsatz um 5% weiter steigern.
Neuer WMF Fertigungsstandort in Asien ist nach der Ende 2002 abgeschlossenen Verlagerung der bisherigen Singapur Fertigung in WMF Manufacturing in He Shan, China. Der Produktionsanlauf am neuen Standort erfolgte nach einem Grundst�ckserwerb und dem Bau der erforderlichen Fertigungsgeb�ude und sozialen Einrichtungen Mitte 2001. Aussto�menge und Qualit�ten entwickelten sich seither so, wie es das Unternehmen erwartete, so da� die reibungslose Fortf�hrung der Herstellung hochwertiger rostfreier Besteckteile auch im neuen Werk der WMF in China sichergestellt ist.
Die Gesch�ftsentwicklung f�r vollelektronische Systeme der Schankanlagentechnik der WMF Hogatron in der Schweiz (Worb) mu�te auf Grund der allgemeinen konjunkturbedingten Investitionszur�ckhaltung der Gastronomiebetriebe im Jahre 2002 einen Umsatzr�ckgang von 20% hinnehmen.
Das von der Auerhahn Bestecke GmbH nach der Restrukturierung eingeschlagene Konzept, sich auf designorientierte Bestecke mit guten Preis- / Leistungsverh�ltnis zu konzentrieren, war bei weiter r�ckl�ufigem Gesamtmarkt auch in Gesch�ftsjahr 2002 erfolgreich. Der Umsatz konnte gegen den allgemeinen Trend um 4% gesteigert werden.
Das im Gastrogro�handel t�tige Unternehmen Boehringer Gastro Profi GmbH war im Gesch�ftsjahr 2002 durch die anhaltende Schw�che im inl�ndischen Hotel- und Gastgewerbe belastet. Die sich hieraus ergebende Investitionszur�ckhaltung der Kunden f�hrte dazu, da� der Umsatz mit rund 16 Millionen Euro um 4% unter dem Vorjahresergebnis lag. Zur Effizienzsteigerung wurden die Lager- und Einkaufsaktivit�ten bei Boehringer geb�ndelt.
Die seit der �bernahme durch die WMF durchgef�hrte Neuausrichtung der Silit Werke GmbH & Co. KG zeigte nach Unternehmensangaben auch im Gesch�ftsjahr positive Wirkung. Die mit erheblichen Vorleistungen verbundene Entwicklung neuer, attraktiver Sortimente wurde vom Markt gut aufgenommen. In dem durch generelle Kaufzur�ckhaltung der Verbraucher und starkem Wettbewerb gekennzeichneten Markt f�r Kochgeschirre ist es Silit, einschlie�lich er Vertriebsgesellschaft in Frankreich, gelungen, den Umsatz um 8% auf rund 31 Millionen Euro zu steigern und ein positives Ergebnis zu erwirtschaften. Das Wachstum wurde sowohl im Export als auch im schwierigen Inlandsmarkt realisiert.
Die WMF AG hat zur Erweiterung ihrer Produktpalette im 2. Halbjahr 2002 den Hersteller von Backformen W. F. Kaiser & Co. GmbH, Diez / Lahn, �bernommen, Kaiser entwickelt und produziert Backformen aus beschichtetem Metall und z�hlt zu den f�hrenden Anbietern in Deutschland. Kaiser vertreibt in Deutschland schwerpunktm��ig �ber Selbstbedienungsk�ufer und den Facheinzelhandel. Die Firma verf�gt dar�ber hinaus �ber eigene Vertriebsgesellschaften in den USA, Italien und Polen. Die Kaiser Gruppe wird nach der �bernahme durch die WMF weiter selbst�ndig unter dem etablierten Markennahmen vom bisherigen Management gef�hrt. Kaiser erreichte 2002 einen Umsatz von 32 Millionen Euro und besch�ftigte rund 200 Mitarbeiter.
Die n�chste Branche, die nun betrachtet werden soll, ist die Baubranche. Hier ist die Allbau AG, quasi ein Tochterunternehmen der Stadt Essen, aktiv.
?Seit Jahren machte sich der Allbau zur Maxime, wo immer m�glich der Stadtflucht durch attraktive Wohnungsangebote zur Miete und im Eigentum entgegenzuwirken. Ansatzpunkte f�r konkretes Handeln sind die jeweiligen Stadtteile, sind darin die einzelnen Wohnungen, die f�r die verschiedensten Bedarfsgruppen attraktiv gemacht werden m�ssen bzw. deren Attraktivit�t wiederhergestellt werden soll, berichtet das Unternehmen.
Daraus ergibt sich f�r das Unternehmen, da� nicht nur in Steine, sondern auch in Menschen investiert wird. Mietwohnungsbau, Bautr�gerschaft, Mieterprivatisierung, Immobiliendienstleistungen f�r Dritte, die Entwicklung neuer Projekte gaben dem Allbau nicht nur weitere Standbeine. Das Unternehmen ist damit auch an der Stadtentwicklung Essens beteiligt, die ihren Weg von der Aufwertung der einzelnen Wohnung �ber die damit verbundene Erneuerung der jeweiligen Stadtteile bis zur Infrastrukturverbesserungen der gesamten Stadt nimmt.
Attraktive und bezahlbare Wohnungsangebote f�r die unterschiedlichsten Nachfragegruppen sowohl im Miet- als auch im Eigentumsbereich halten nicht nur die Menschen in ihrer Stadt und f�hren sogar zu Wanderungsgewinnen. Sie sorgen gleicherma�en f�r eine Erhaltung eines attraktiven Stadtbildes. Gleichzeitig wird die Stadtteilidentit�t gest�rkt und der ?richtige soziale Mix sorgt f�r eine stabile soziale Basis.
Das Ruhrgebiet ist gepr�gt von schlichten Wohnungen aus der Wiederaufbauzeit nach dem Krieg. Im stark zerst�rten Essen mu�ten kurzfristig den Bewohnern neue Wohnungen zur Verf�gung gestellt werden. Diese Wohnungen, mit 2 3 R�umen auf 45 Quadratmeter bis 55 Quadratmeter, entsprechen nicht mehr der aktuellen Nachfrage. Der Allbau geht verst�rkt dazu �ber, Wohnungen zusammenzulegen.
Die Stadt Essen hat in den letzten 40 Jahren einen Bev�lkerungsr�ckgang von fast 19% verkraften m�ssen. Bis 2015 sind weitere 6%, bis 2030 sogar 15% an Einwohnerverlusten prognostiziert. Der Wohnungsmarkt in Essen ist beeinflu�t von diesem Bev�lkerungsr�ckgang, der deutliche Qualit�tsanspr�che an die Wohnungen stellt. Der Mietwohnungsmarkt zeigt nach wie vor eine deutliche Nachfrage an modernen 3- und 4-Raum-Wohnungen, w�hrend in den Bestandswohnungen ein �berangebot an Kleinstwohnungen besteht. Demzufolge k�nnen auch 2-Raum-Neubauwohnungen nicht immer direkt vermieten werden.
In den Bereichen Neubau, Mitwohnungsbau und Bautr�gerschaft versucht der Allbau vorrangig, qualitativ hochwertigen und dennoch g�nstigen Wohnraum besonders f�r junge Familien zur Verf�gung zu stellen.
?Aber nicht nur f�r den Eigenheimbau, sondern genauso f�r den Mitwohnungsbau steht die Wohnungswirtschaft vor der Verpflichtung, die Bestandswohnungen auf die steigenden Qualit�tsanforderungen der Nachfrage anzupassen, so das Unternehmen.
Allbau bewirtschaftete 2002 insgesamt 18.662. ?Mit Blick auf die Rahmenbedingungen des derzeitigen Mietermarktes ist die Leerstandsquote mit 2,6% moderat. Die h�ufigsten Gr�nde f�r Leerst�nde sind, da� sich um Kleinstwohnungen oder solche mit fehlenden Qualit�tsstandards handelt (beispielsweise fehlende Zentralheizung oder Balkone).
?Seit drei Jahren f�gte der Allbau seinem Bestreben, gute Wohnungen in einem guten Umfeld zu schaffen, noch ein weiteres Ziel hinzu. Das Unternehmen betreibt aktive `Soziales Management�. T�tigkeitsfeld sind Wohnanlagen, in denen Familien und �berdurchschnittlich viele junge Mieter wohnen, aber auch dort, wo Nachbarschaften international geworden sind und die Lebensgewohnheiten des jeweils anderen noch fremd sind, berichtet Allbau.
`Soziales Management�, betreut von einer Diplom Sozialarbeiterin, sorgt auch f�r die Kooperation mit sozialen Diensten, stellt Kontakte zu Politik und Verwaltung her und hilft mit, ein �ffentliches Interesse f�r betreffende Viertel oder die Wohnanlage zu schaffen. Finanzielle Zusch�sse aus Politik und Wirtschaft kr�nen nicht selten die Bem�hungen von Nachbarschaften zur Verbesserung des Umfeldes.
?Nachweislich sinken f�r den Allbau die Ausgaben f�r die Beseitigung von Sch�den durch Bemalung der Hausw�nde, an Spielger�ten und die Reinigung der Gr�nanlagen. Denn da, wo es gelingt, da� Mieter und Vermieter gemeinsam die Vorz�ge ihres Viertels nach au�en darstellen, m�chte man gerne Zuhause sein, so Allbau.
Vor dem Hintergrund gestiegener Anspr�che an die Wohnqualit�t und des zeitgleich entstandenen Mietermarktes ist die Bestandserhaltung die wesentliche Basis f�r eine erfolgreiche Bewirtschaftung. Zugleich werden die Kosten durch rechtzeitige Investitionen in den Bestand insgesamt minimiert, wie das Unternehmen berichtet. F�r die Instandhaltung wurden im Gesch�ftsjahr 2002 19.663.000 Euro, f�r die Modernisierung 11.953.000 Euro gezahlt. Damit ist der Allbau auch in diesem Gesch�ftsjahr ein wichtiger Partner des Essener Handwerks gewesen, das den gr��ten Teil der Auftr�ge erhielt.
In 2002 erhielten 46 H�user mit insgesamt 310 Wohnungen ged�mmte Geb�udeh�llen, einschlie�lich D�mmung der Kellerdecken und des Daches bzw. der letzten Decke sowie, wo erforderlich, neue Fenster.
Parallel wurden in 2002 weitere 211 Gasthermen ausgetauscht. Bis zum Zielvorgabejahr 2006 sollen es insgesamt 3.053 Thermen sein. Dort, wo zus�tzlich die Geb�udeh�lle ged�mmt wurde, wird der Gasverbrauch dauerhaft gedrosselt. Die Wohnungen erreichen Energieeinsparungen von 30% und mehr. Dies kommt nicht nur den Mietern zugute, sondern auch der Umwelt.
Die Wohnungsprivatisierung erfolgt unter erschwerten Bedingungen, wie allbau berichtet. Die Verunsicherung in der Bev�lkerung �ber die schwankenden Konjunkturprognosen mit den daraus resultierenden unklaren pers�nlichen Zukunftsaussichten f�hren zu einer deutlichen Kaufzur�ckhaltung. Selbst die g�nstigen Finanzierungsbedingungen auf dem Kapitalmarkt verm�gen nicht die erwarteten Kaufanreize bieten. Das Angebot an Gebrauchtimmobilien in Essen ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Dies ist auch eine Folge der Ausweitung der Privatisierung von Wohnungen durch weitere Gesellschaften in Essen.
Die Gesellschaft hat sich nach eigener Einsch�tzung als Immobiliendienstleister f�r den Konzern Stadt Essen und soziale Tr�ger etabliert. F�r die Stadtwerke Essen AG bewirtschaftet die Allbau Managementgesellschaft mbH die B�roimmobilien, die Betriebsh�fe und die Geb�ude im Essener Hafen. Die T�tigkeiten umfassen alle technischen Gewerke, von der reinen Instandhaltung bis zum Umbau. Die Bewirtschaftung der Allbau Managementgesellschaft mbH umfa�t inzwischen nicht nur Wohnungen, sondern auch Altenwohnungen, Einzelhandelsfl�chen, B�ros und Spezialimmobilien wie zum Beispiel das Wetteramt in Essen. Zu den weiteren Kunden z�hlen die Allbau AG, die Altstadt Baugesellschaft mbH & Co. KG und das Diakoniewerk e.V.
1999 �bertrug der Allbau seine Gesch�ftsaktivit�ten im Bereich der immobilienwirtschaftlichen Dienstleistungen sowie das Personal auf die Allbau Managementgesellschaft mbH (AMG) �bertragen. Am 31.12.2002 betrug der Personalbestand der AMG 139 Mitarbeiter. Dieser setzt sich zusammen aus 126 Angestellten, sieben Lehrlingen und sechs gewerblichen Arbeitnehmern.
Zum Ende noch ein paar statistische Daten. Eigene Mietwohnungen: 18.662. Eigene Gewerbeobjekte: 129. Mieten (durchschnittlich kalt je Quadratmeter in Euro): 4,46 Euro. Jahres�berschu�: 11,038 Millionen Euro. Bilanzgewinn: 5,519 Millionen Euro. Eigenkapital: 62,378 Millionen Euro.
In einem �hnlichen Sektor, n�mlich der Heiztechnik, ist die Buderus Heiztechnik GmbH, ein Tochterunternehmen der Buderus AG, aktiv.
Die effiziente und m�glichst umweltfreundliche Nutzung von Energie wird nach Einsch�tzung des Unternehmens aufgrund begrenzter fossiler Ressourcen und klimatischer Ver�nderungen zu einem der wichtigsten Themen des Jahrhunderts werden. Auf Basis langj�hriger Erfahrungen entwickelte das Unternehmen ein umfangreiches Sortiment von modernen Solarprodukten. Abgerundet mit Systeml�sungen f�r Pellet- und Festbrennstoffheizkessel tr�gt Buderus mit seinem kompletten Produktprogramm zur Nutzung regenerativer Energien diesem Anspruch Rechnung.
Angesichts der am 1. Februar 2002 in Kraft getretenen Energieeinsparverordnung (EnEV) wird die Solartechnik l�ngerfristig ein �berdurchschnittliches Wachstum verzeichnen. Bei Niedrigenergieh�usern, die nach der EnEV im Neubau zum Standard erkl�rt werden, k�nnen bis zu 35% des Energiebedarfs f�r die Trinkwassererw�rmung und Heizungsunterst�tzung durch die Sonne gedeckt werden. Das Herzst�ck einer Solaranlage zur kombinierten Trinkwassererw�rmung und Heizungsunterst�tzung stellt der sogenannte Kombispeicher dar. Allerdings ist die alleinige Beheizung eines Geb�udes mit Sonnenenergie selbst bei Niedrigenergieh�usern nicht m�glich. F�r den Fall, da� die Beheizung eines Geb�udes ausschlie�lich mit regenerativen Energien erfolgen soll, erfordert dies die Einbindung nachwachsender Rohstoffe wie Holz. Entsprechend geeignete, in der Bedienung komfortable und energetisch effizient arbeitende W�rmeerzeuger, sind an dieser Stelle gefragt.
Eine starke Marke ist ein wertvolles Kapital f�r den Erfolg am Markt. Sie sichert nicht nur einen hohen Bekanntheitsgrad, sondern vermittelt Vertrauen und Sympathie. ?Neben der technischen Kompetenz und der Innovationskraft von Buderus sind auch diese Aspekte pr�gend f�r die Wertsch�tzung unserer Produkte und Leistungen bei Partnern und Kunden.
Eine profilierte Marke ist allerdings kein statischer Erfolgsgarant f�r ein Unternehmen. Sie lebt, braucht Pflege und mu� immer wieder neu mit Inhalten aufgeladen werden. ?Das Vertrauen, unter der Marke Buderus innovative hochwertige Technik zu erhalten, ist ein wesentlicher Gesichtspunkt. Die Marke mu� aber auch von den relevanten Zielgruppen wahrgenommen und ihre Botschaft mu� verstanden werden. Erst aus dem Zusammenspiel aller Kr�fte entwickeln sich kaufentscheidende Impulse im Markt, berichtet das Unternehmen. ?Zu den vielf�ltigen Initiativen des Marketings bei Buderus z�hlt auch das Engagement im Sport. Mit dem werblichen Auftritt im Sport nur auf die zu erreichende Markenbekanntheit zu setzen, greift jedoch zu kurz. Eine glaubw�rdige Markenf�hrung orientiert sich an klaren strategischen Grundlinien.
Die konjunkturelle Schw�che des Vorjahres setzte sich in Westeuropa auch im Gesch�ftsjahr 2002 weiter fort, so da� die im Fr�hjahr allgemein noch in der Wirtschaft gehegten Erwartungen eines bevorstehenden Aufschwungs nicht best�tig wurden. Bedingt durch den �berdurchschnittlich schwachen Konjunkturverlauf in Deutschland wurde nur ein minimales reales Wirtschaftswachstum erzielt, w�hrend der Vergleichswert f�r Westeuropa bei 0,75% lag.
Der inl�ndische Heizungsmarkt wurde in 2002 von der schlechten konjunkturellen Entwicklung dominiert. Insbesondere war es die Konsumzur�ckhaltung, die sich negativ auf der Ersatz- und Modernisierungsgesch�ft auswirkte und damit ma�geblich das Inlandsgesch�ft 2002 pr�gte. Hinzu kam, da� die Bauleistung in Deutschland sowohl im Wohnungs- und Wirtschaftsbau als auch im �ffentlichen Hochbau erneut r�ckl�ufig war. Auch die Nachfrage nach Heizungsmaterial, die von der Beseitigung der Flutsch�den ausging, war nur von kurzfristigem Charakter. Der zweistellige Nachfrager�ckgang bei Solarerzeugnissen und Festbrennstoffkesseln ist auf die K�rzungen �ffentlicher F�rdermittel zur�ckzuf�hren. So verringerten sich im Gesch�ftsjahr 2002 die Auftr�ge zur F�rderung von Solaranlagen im Vergleich zum Vorjahr um etwa 40%.
Der Umsatz des Gro�handels mit Zentralheizungsmaterial lag deutlich unter dem Wert des Jahres 2001. Die diesbez�glichen Umsatzeinbu�en erstreckten sich mit Ausnahme der Brennwertheizkessel und Heizungsw�rmepumpen �ber alle Produktgruppen. Vor diesem Hintergrund hat der Konsolidierungs- und Wettbewerbsdruck in der deutschen Heizungsbranche weiter zugenommen.
Insbesondere durch die negative konjunkturelle Entwicklung des inl�ndischen Heizungsmarktes bedingt verzeichnete der Konzernbereich Heizungsprodukte im Gesch�ftsjahr 2002 gegen�ber dem Vorjahr einen Umsatzr�ckgang um 2,4% auf 1,207 Milliarden Euro. W�hrend sich der Auslandsumsatz erneut auf dem Wachstumsweg befand und um 17,7 Millionen Euro oder 4,4% auf 416,6 Millionen anschwoll, mu�te im Inland gegen�ber dem Gesch�ftsjahr 2001 ein R�ckgang um 5,6% auf 790,2 Millionen Euro hingenommen werden. Der Auslandsanteil am Gesamtumsatz stieg von 32,3% im Vorjahr auf 34,5% im Berichtsjahr an.
Das Dienstleistungsangebot der Niederlassungen und Service Center beinhaltet au�er der Logistikfunktion, der individuellen Beratung und der Vermittlung von Finanzierungsangeboten auch ein umfassendes Informations- und Schulungsangebot. So schulte Buderus alleine in den inl�ndischen Niederlassungen 2002 etwa 19.000 Kunden. Im Ausland ist die Buderus Heiztechnik GmbH in 13 europ�ischen L�ndern sowie in den USA und China mit eigenen Vertriebs- und Service Gesellschaften vertreten.
Der Gewinn belief sich im Jahre 2002 auf 115 Millionen Euro. Die Mitarbeiterzahl im Inland verringerte sich auf 4.527 (Vorjahr 4.566). Diese R�ckf�hrung ist im Wesentlichen auf erreichte Produktivit�tsverbesserungen und die Anpassung der Personalkapazit�ten an das schwierige konjunkturelle Umfeld im Gesch�ftsjahr 2002 zur�ckzuf�hren. Der Gesamtaufwand f�r Personal im Konzernbereich Heizungsprodukte belief sich im Gesch�ftsjahr 2002 auf 269,1 Millionen Euro. Auf L�hne und Geh�lter entfielen davon 81,1% = 218,3 Millionen Euro. F�r soziale Leistungen betrug der Gesamtaufwand 50,8 Millionen Euro = 18,9%. Davon wurden 11,8% = 6 Millionen f�r die betriebliche Altersversorgung aufgewendet.
Der Pelikan. Dies ist nicht nur der Namen f�r einen Vogel. Dies ist auch der Name einer Firma, die Qualit�tswaren f�r den B�robereich produziert.
?Auch im Jahre 2002 konzentrierte sich die Gruppe der Pelikan Holding AG darauf, ihre Strukturen zu verbessern und die Prozesse zu optimieren, um langfristig das Betriebsergebnis zu erh�hen. Die Projekte zur Kostensenkung durch Produktivit�tssteigerungen hatten weiterhin hohe Priorit�t. Die fortlaufende Einf�hrung solcher Ma�nahmen erh�ht die k�nftige Wettbewerbsf�higkeit der Gruppe, trotz der allgemein ung�nstigen Wirtschaftslage und der negativen Ereignisse wie dem Irak.
Im Vergleich zum Vorjahr ging der Konzernumsatz um 3,5% zur�ck. Die einzelnen Projektgruppen entwickelten sich dabei unterschiedlich. W�hrend im Bereich der Schreibger�te eine Umsatzsteigerung von 5% gegen�ber dem Vorjahr zu verzeichnen war, wurde diese sehr positive Entwicklung durch Umsatzr�ckg�nge in den anderen Bereichen neutralisiert. Die Zunahme bei den Schreibger�ten ist nicht zuletzt auch auf die gesteigerten Bem�hungen im Bereich der Forschung und Entwicklung zur�ckzuf�hren. Hervorzuheben sind die Entwicklungen im Bereich der hochwertigen Schreibger�te, vor allem die ?Limited-? und ?Special Editions sowie ein breit abgest�tztes Konzept f�r die Schreibger�te aus dem Bereich ?Schule/Freizeit. Die Pelikan Gruppe ist sich der Bedeutung der Forschungs- und Entwicklungst�tigkeit in einem stetig wachsenden Wettbewerbsmarkt bewu�t. Konsequenterweise wurden in 2002 die Ausgaben f�r Forschung und Entwicklung auf 2,7 Millionen Schweizer Franken erh�ht, berichtet Loo Hooi Keat, vorsitzender des Verwaltungsrates.
Im Jahre 2002 erwartete man trotz der ebenfalls erkennbaren Risiken eine schrittweise Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die weltweiten wirtschaftlichen Aktivit�ten im Jahr erwiesen sich st�rker als erwartet mit Ausnahme von Westeuropa. Der Papier, B�ro und Schreibwaren Markt ist im Jahre 2002 nach eigenen Sch�tzungen in Deutschland um etwa 5% zur�ckgegangen. Die Markteinfl�sse auf den Umsatz der Gruppe der Pelikan Holding AG waren unterschiedlich: leicht tiefere Ums�tze in Europa, aber nachhaltige Ums�tze in den meisten �brigen Regionen. Die Pelikan Gruppe verzeichnete insgesamt einen leichten Umsatzr�ckgang von 3,5% gegen�ber dem Vorjahr. In 2002 wurden Vertriebskooperationen mit Faber Castell in der Schweiz und in �sterreich wirksam.
Die QUADRIGA plus GmbH wurde im Jahre 2000 in Hannover zusammen mit drei anderen bekannten Partnern gegr�ndet, um die modernen Vertriebskan�le zu beliefern. Am 9. August 2002 entschieden die vier Vertriebspartner von ?Quadriga plus, die Gesellschaft aus wirtschaftlichen Gr�nden zu schlie�en. Die fr�heren Kunden von ?QUADRIGA plus werden nun von den beteiligten Gesellschaften direkt beliefert.
Der bestehende Markenrechtsvertrag mit Henkel wurde in der Gesamtlaufzeit auf den 31. M�rz 2004 beschr�nkt. Im Gegenzug verpflichtete sich Pelikan im Falle der Markteinf�hrung von Klebestiften und / oder Rollerprodukten diese vom 1. April 2004 bis 1. April 2009, ausschlie�lich von Henkel zu beziehen.
Unver�ndert ist Pelikan Holding Sdn. Bhd. mit Sitz in Malaysia Mehrheitsaktion�rin der Pelikan Holding AG. Per 31.12.2002 hielt sie 64,9% der Pelikan Aktien.
Der Umsatz verteilt sich jeweils zu rund einem Drittel auf ?Schreibger�te, ?Schule / Freizeit und auf die Produktgruppen ?B�ro allgemein, ?Hardcopy und ?�brige.
In der Produktgruppe sind ?Schul- und Jugendschreibger�te, ?Hochwertige Schreibger�te, ?B�roschreibger�te und ?�briges (Tinte, Tintenkiller usw.) enthalten. Der Umsatz mit den ?Schreibger�ten konnte 2002 um 4,6&% gesteigert werden.
In der Produktgruppe ?Schule / Freizeit betr�gt der Umsatzr�ckgang 7,6%. Im ?B�ro allgemein sind auch die in den L�ndern Deutschland, �sterreich und Schweiz vertriebenen Henkel Produkte enthalten. In dieser Produktgruppe resultierte ein Umsatzr�ckgang von 10,5%. Der Bereich Hardcopy liegt mit 8 Millionen Schweizer Franken unter demjenigen des Vorjahres von 11,2 Millionen Schweizer Franken. Das Zinsergebnis zeigt einen Nettogewinn von 100.000 Schweizer Franken (Vorjahr 400.000 Schweizer Franken). Das Ergebnis aus den nicht konsolidierten Beteiligungen weist einen Gewinn von 700.000 Schweizer Franken (Vorjahr Verlust von 100.000 Schweizer Franken) aus.
Der Personalbestand reduzierte sich im Jahre 2002 um 41 Personen auf 789 Personen.

Am 26. April 1979 beschloss der Rat der Stadt Essen, die Stadtwerke AG (SWE AG) und die Essener Verkehrs AG (EVAG) unter einer Holding zusammenzufassen. Heute sind gleich vier Essener Unternehmen unter dem Dach der Essener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (EVV) vereint. Neben der SWE AG und der EVAG geh�ren auch die ALLBAU und die EVAG Betriebsgesellschaft (EVBG) zur Familie.
Die Stadtwerke Essen AG versorgt Essen mit Erdgas und Trinkwasser. Sie unterh�lt einen Hafenbetrieb am Rhein Herne Kanal. Als Serviceunternehmen setzt die SWE AG aber auch auf Beratung: beispielsweise in Sachen Energie beim Hausbau oder der Modernisierung, einerlei ob f�r private oder gewerbliche Kunden.
Rund 1.800 Kilometer lang ist das System von Wassertransportleitungen, das die Essener rund um die Uhr mit Trinkwasser versorgt. 13 Wasserbeh�lteranlagen Hoch- und Erdbeh�lter sichern die Wasserversorgung und decken die Spitzenverbrauchsmengen. Alle zusammen haben ein Fassungsverm�gen von etwa 54.000 Kubikmeter. Das entspricht 350.000 gef�llten Badewannen.
Die Essener Verkehrs AG kann auf eine lange Geschichte zur�ckblicken. Am 11. Februar 1895 wurde sie als ?S�ddeutsche Eisenbahn Gesellschaft mit Sitz in Darmstadt gegr�ndet. Und rund 60 Jahre sp�ter am 29. September 1954 in EVAG umbenannt. Gerade einmal 100 Jahre alt, wurde das Verkehrsunternehmen umstrukturiert, modernisiert und auf den Wettbewerb vorbereitet. Heute widmet sich die EVAG dem Verkehrsmanagement und �berl��t das Fahrgesch�ft ihrer ?kleinen Schwester, der EVAG Beteiligungsgesellschaft.
136 Stra�enbahnwagen und 220 Omnibusse, drei U-Bahn-, 7 Stra�enbahn- und 47 Buslinien und 3 Betriebsh�fe geh�ren eigentlich der EVAG, werden aber der EVBG zur Verf�gung gestellt.
Personennahverkehr ist das Kerngesch�ft der EVBG. �ber 1.000 Fahrer bef�rdern Menschen in Essen von A nach B m�glichst p�nktlich und sicher, eben m�glichst ganz nach Plan. Aber auch au�er der Reihe lassen sich die Busse der EVBG anmieten.
Mit 18.677 Mietwohnungen ist der ALLBAU einer der gr��ten Wohnungsanbieter in Essen. Seit den 1920er Jahren hat der ALLBAU die st�dtebauliche Entwicklung in Essen und damit die Wohnungssituation der Essener B�rger mitbestimmt. Letztere stehen hier im Mittelpunkt. Sei es beim Reparaturservice, beim Wohnungstausch oder bei der Beratung durch die Kundenteams.
Die Gesch�ftst�tigkeit des EVV Konzerns umfa�te 2002 den �ffentlichen Personennahverkehr im Essener Stadtgebiet (einschlie�lich der Personenschiffart auf dem Baldeneysee und der Ruhr), die Versorgung der Essener Bev�lkerung mit Wasser und Gas, den Betrieb des Essener Stadthafens sowie die Betriebsf�hrung des st�dtischen Abwasserkanals. Au�erdem ist der Konzern in der Telekommunikation und der Wohnungsbewirtschaftung t�tig. Das operative Gesch�ft wird im wesentlichen durch die Tochtergesellschaften Stadtwerke Essen AG, Entw�sserung Essen GmbH (EEG), Essener Verkehrs AG, EVAG Betriebsgesellschaft mbH, ALLBAU AG und ALLBAU Managementgesellschaft mbH, die Wei�e Flotte Baldeney GmbH und durch das Beteiligungsunternehmen TROPOLYS GmbH betrieben.
Der Gasabsatz lag 2002, haupts�chlich bedingt durch die im Jahresdurchschnitt h�heren Temperaturen, deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Es war ein Mengenr�ckgang von 106,9 Mio. KW oder 3,1% zu verzeichnen. Mit 861 neuen Anschl�ssen wurde aber 2002 wiederum ein Neukundenzuwachs verzeichnet. Der Wasserabsatz nahm 2002 um 0,6% ab. Bei r�ckl�ufiger Einwohnerzahl setzte sich der langfristige Trend sinkender Verbrauchsmengen fort. Die Bef�rderungsleistung im Nahverkehr stieg 2002 auf dem bisherigen hohen Niveau nochmals deutlich an.
Der EVV Konzern erwirtschaftete 2002 einen Jahres�berschuss von 72,3 Millionen Euro (Vorjahr: Fehlbetrag von 39,7 Millionen Euro). Den Hauptanteil am Ergebnis hatte die EVV, die durch die Umgliederung ihres Aktienbestandes erhebliche Buchgewinne erzielte, die zu einem Jahres�berschuss von 69 Millionen Euro f�hrten.
Einen positiven Beitrag zum Ergebnis konnte die EVAG beisteuern, die durch den Abschluss von drei US-Leasing-Transaktionen einmalige Ertr�ge von 60 Millionen Euro erwirtschaftete und ihren Jahresfehlbetrag damit auf 2 Millionen Euro senken konnte. Es ist davon auszugehen, da� die Stadt Essen auch in Zukunft die erforderliche Liquidit�t f�r den EVV Konzern bereitstellen wird. Die notwendigen Gelder dazu sind bis 2006 in die mittelfristigen Finanzpl�ne des st�dtischen Haushalts eingestellt, berichtet der Konzern.

Das Ruhrlandmuseum Essen hat seinen Standort an der Goethestra�e verlassen. Das alte Museumsgeb�ude wird bis Ende 2007 abgerissen. An gleicher Stelle soll 2010 ein Neubau f�r das Museum Folkwang er�ffnet werden. Aus dem alten Ruhrlandmuseum wird das neue Museum Ruhr auf dem Weltkulturerbe Zollverein. Die Er�ffnung ist f�r Ende 2008 geplant.
Das Mineralien - Museum in Essen - Kupferdreh wartet mit neu gestalteten Ausstellungsr�umen auf. Das neue Konzept in pr�sentiert in Themenr�umen Highlights aus der naturwissenschaftlichen Sammlung, erg�nzt um Exponate aus der Arch�ologie. Die neuen Pr�sentationen `Mammut, Mensch und Feuerstein', `Die Knochenhammer', `Tiere der Urzeit', `Wunderkammer Natur', `Kohle - das schwarze Gold' und `Der Klang der Steine' er�ffnen vielf�ltige Einblicke in die Welt der Steine und Materialien sowie in die Geschichte der Erde und ihrer Bewohner. Im Mineralien - Museum ist der Eintritt frei."
Sp�rlich sind die Informationen, die das Museum �ber sich selbst vermittelt. Auf der Kupferdreher Stra�e 141 - 143 in Essen untergebracht und die Bushaltestelle "Poststra�e" direkt vor der Haust�re zeigt es �berwiegend Mineralien. Zum einen gibt es hell erleuchtete Vitrinen; leider fehlen hier die Fachinformationen, die erz�hlen, was der Besucher gerade sieht.
Wesentlich interessanter sind da schon die Mitmachr�ume. Hier kann der (jugendliche? jung gebliebene?) Besucher erfahren, ob und wie man mit Steinen und anderen Materialien Musik machen kann. Dieses Museum hat den Mief vieler Heimatmuseum hinter sich gelassen. Es ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Synagoge

"Die Dauerausstellung `Stationen j�dischen Lebens. Von der Emanzipation bis zur Gegenwart' befasst sich mit der Geschichte j�dischen Lebens in Deutschland und in Essen von der rechtlichen Gleichstellung im 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart.
Sie beleuchtet das Leben einer Minderheit zwischen Anpassung und Bewahrung ihrer Identit�t, zeigt die sozialen und kulturellen Unterschiede im religi�sen Alltagsleben der deutschen Juden.
Die Ausstellung beginnt mit einer kurzen Einf�hrung in das h�usliche und synagogale religi�se Leben. Nach einem Hinweis auf j�disches Leben im Mittelalter werden die ersten Ans�tze einer rechtlichen Gleichstellung von Juden thematisiert. Die n�chste Ausstellungsnische gilt dem j�dischen Leben im Kaiserreich und der Weimarer Republik. Wie war das Verh�ltnis zwischen den `Ostjuden' und den deutschen Juden? Wie reagierten Juden auf den wachsenden Antisemitismus? In welchen Bereichen waren Juden t�tig? Dies sind einige der Fragen, die hier behandelt werden.
Daran schlie�t sich eine weitere Nische zum j�dischen Gemeindeleben jener Zeit an, die einige Einblicke in die Vielfalt j�discher Vereine, Organisationen und innerj�discher Diskussionen gew�hrt. Unter dem Titel `Entrechtung und Selbstbehauptung' wird auf die Verfolgungsma�nahmen des NS - Staates und die j�dischen Versuche hingewiesen, unter schwierigsten Bedingungen ein Leben in W�rde und Selbstbehauptung aufrecht zu erhalten. Es folgen Hinweise auf die Bem�hungen um Auswanderung, den Zionismus und auf erste Erfahrung der ins Land Israel Gefl�chteten. Der 9. November 1938, der Tag, an dem in Deutschland Synagogen, j�dische Einrichtungen und Privath�user zerst�rt wurden, bildet einen weiteren Schwerpunkt. Hier kann man den Erlebnisbericht einer jungen Essener Rabbinertochter h�ren und die Gedenkbl�tter zum Leben ermordeter Essener Juden lesen. Eine Metallschiene markiert dann das vorl�ufige Ende des deutschen Judentums; gleichwohl entstand schon bald nach 1945 neues j�disches Leben in Deutschland.

Am 25. September 1913 wurde das Geb�ude an der Steeler Stra�e als damals `Neue Synagoge' der Essener j�dischen Gemeinde eingeweiht. Die Gemeinde und der Architekt Edmund K�rner setzten neue Ma�st�be f�r den Synagogenbau in Deutschland. Die Synagoge verband Modernit�t und Tradition und zeugte so von der Zukunftsgewi�heit ihrer Besitzer.
Wie fast alle Synagogen in Deutschland wurde diese in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 gesch�ndet. Der Innenraum brannte aus, im �u�eren blieb sie jedoch weitgehend erhalten.
Nach 1945 stand sie lange Zeit als mahnende Ruine im Zentrum der Stadt Essen. Die j�dische Nachkriegsgemeinde, deren Mitglieder mehrheitlich keine fr�heren Essener Juden waren, entschied sich f�r den Neubau einer kleineren Synagoge. So erwarb die Stadt Essen das Geb�ude 1959 und richtete in ihm das `Haus Industrieform', eine Ausstellungsst�tte f�r Industriedesign, ein. Hierzu wurde der Innenraum in eine damals �bliche n�chterne Zweckform gebracht, das Innere des Hauses `entkernt', der Torahschrein abgerissen, noch vorhandene Mosaike und Ornamente �berstrichen und die Kuppen mit einer tief h�ngenden Decke unsichtbar gemacht.
Bedingt durch einen Kurzschlu� brannten Teile der Ausstellung 1979 aus. Der Rat der Stadt Essen beschlo� daraufhin, dem Geb�ude einen neuen Inhalt zu geben. Am 9. November 1980 wurde die Alte Synagoge als Gedenkst�tte sowie politisch - historisches Dokumentationsforum eingerichtet. Zun�chst wurde allerdings die architektonische Innengestalt gegen�ber dem `Haus Industrieform' kaum ver�ndert. Auch seine einstige j�dische Bedeutung blieb unbeachtet.
Eine Rekonstruktion im Innern zwischen 1986 und 1988 lie� den vormaligen Charakter des Synagogenbaus in seinen Konturen wieder nachvollziehbar werden. Die Kuppel wurde freigelegt, die Frauenempore erneut eingezogen und die bis dahin verdeckten Fenster wieder sichtbar. Zugleich sollten aber auch die unwiederbringlichen Verlust architektonisch markiert werden. An die Stelle der Mosaike und Einlegearbeiten im Innenraum sind deshalb wei�e, leere Kreise getreten.

Ein wenig schwierig ist dieses Geb�ude schon zu beschreiben. Was nicht etwa an seiner Geschichte oder an seiner Nutzung liegt, sondern an seiner Architektur. Aber ich werde es mal versuchen - aber bitte nicht b�se sein, wenn es nicht ganz perfekt ist.
Die Alte Synagoge liegt in der Essener Innenstadt, ganz in der N�he von Rathaus und altkatholischer Kirche, ist also verkehrstechnisch gut zu erreichen.
Durch ein kleines Foyer, in dem Informationsschriften ausliegen und sich eine Garderobe befindet, betritt der Besucher den eigentlichen Ausstellungssaal. Er ist ein gro�er, sehr hoher und runder Kuppelsaal. Stein (und Marmor?) ist das einzig sichtbare Baumaterial. Gegen�ber dem Eingang: Was liegt da eigentlich, wenn man die Halle durchquert? Mehrere Treppen f�hren zu einer pomp�s gestalteten Wand, deren Sinn sich f�r den normalen Besucher nicht erschlie�t. Keine H�rstation, keine Videoinstallation, keine Schautafel verdeutlicht den architektonischen und / oder liturgischen Sinn der Wand.
Vier Kronleuchter und diverse Lampen h�ngen von der Kuppel in die Mitte des Raumes. Das n�chste Gestaltungsmerkmal: die Empore, die sich an den Au�enw�nden entlangschl�ngelt. Sie wird heute zu Ausstellungszwecken genutzt. Die Ausstellung besteht altmodischerweise �berwiegend aus Schautafeln. Historische Gegenst�nde gibt es kaum. Erw�hnenswert sind noch die Fenster. Gelb und ein helles Grau sind ihre bevorzugten Farben. Unterhalb der Empore sind es normale, schlichte, rechteckige Fenster mit der kurzen Seite oben. Oberhalb der Empore sind die Fenster vergleichsweise riesig, in Rundb�gen untergebracht und auf schlichte Weise k�nstlerisch gestaltet.
Ich setze mich in eine der Stuhlreihen in der Mitte des Erdgeschosses. Sch�n ruhig ist es hier. Ich bin der einzige Besucher an diesem Samstagvormittag; Stra�enl�rm dringt nicht herein. Die �ffnungszeiten dieser Gedenkst�te: dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos. Allein schon wegen der Architektur lohnt sich der Besuch.
 

Dom zu Essen  - Von Andreas R�dig
Es ist der Ostersamstag 2008, als ich im Essener M�nster eintreffe. Das Wetter ist k�hl und bew�lkt, aber trocken. Die Mormonen haben einen Stand vor dem Gotteshaus errichtet; ein Ostermarkt findet in der Einkaufsstra�e statt.
Ob die Anbetungskirche auch zum Essener Dom geh�rt? Keine Ahnung. Von au�en wirkt es wie ein zusammengeh�riges Bauwerk. Also trete ich ein. Recht klein (und vor allem ungeheizt) ist dieser Gottesraum. Rote S�ulen, wei�e W�nde, wei�e Fenster und braunes Mobiliar gibt es hier zu sehen. Mobiliar? Nun ja, ich wei� nicht so genau, ob diese Ausdruck bei Kirchens �blich ist. Diverse Sitzb�nke f�r die Gl�ubigen gibt es, eine dunkelbraune Kanzel mit Deckel - und dann den Altarraum. Zwei vergoldete dunkelbare B�nke f�r die Priester gibt es hier, einen steinernen Altar mit wei�em Antependium, Kreuz und 2 wei�en Kerzen, 4 H�ngelampen, eine relativ kleine Orgel, die an der Wand h�ngt, ein schlichtes Lesepult und ein verziertes Lesepult aus Bronze. Je 2 lange, schmale Kerzen und Blumenschmuck auf jeder Seite zieren eine gekreuzigte Jesusfigur. Alles in allem wirkt dieser Raum angenehm schlicht.
" Das Gel�nde des Domes war bereits vor der Gr�ndung des Stiftes besiedelt. Der Hildesheimer Bischof Altfrid (Amtszeit 847�874) soll auf seinem Gut Asnide ein Frauenstift gegr�ndet haben. Ein direkter Nachweis dieses Gutes ist bisher nicht gelungen. Pfostenl�cher, merowingerzeitliche Scherben und Bestattungen nahe der M�nsterkirche lassen jedoch den Schluss zu, das bereits vor Gr�ndung des Stiftes eine Besiedelung des Platzes bestand.

Die erste Kirche

Die heutige Essener Domkirche ist der dritte Kirchenbau an dieser Stelle. Grundmauern der Vorg�ngerkirchen wurden 1952 von Walter Zimmermann ausgegraben. Die erste Kirche an dieser Stelle wurde von den Gr�ndern des Essener Stifts, dem Hildesheimer Bischof Altfrid und Gerswid, der ersten �berlieferten �btissin, zwischen 845 und 870 errichtet. Der Bau, der bereits die Breite von Mittel- und Seitenschiffen seiner Nachfolgerbauten vorgab, war eine dreischiffige Basilika in west-�stlicher Ausrichtung. Westlich vor dem Langhaus befand sich eine kleine, fast quadratische Vorhalle. Die Arme des Querhauses schlossen sich an einen rechteckigen Mittelraum an, sie hatten die H�he des Mittelschiffes. Nur von den Querhausarmen aus waren R�ume in den �stlichen Enden der Seitenschiffen zug�nglich. Ob diese R�ume, wie Zimmermann anhand der Ausgrabungsbefunde annahm, die H�he des Seitenschiffes hatten oder, wie Lange in einer neueren Rekonstruktion annimmt, die H�he der Seitench�re, ist strittig. �stlich der Vierung befand sich der halbrund geschlossene Chor, an den sich seitlich rechteckige R�ume anlehnten, die vom Querhaus aus zug�nglich waren.

Diese erste Kirche wurde 946 durch einen Brand besch�digt, der in den K�lner Annalen als Astnide cremabatur (?Essen brannte nieder�) verzeichnet ist.

Die fr�hottonische Stiftskirche

Aus den Jahren 960�964 sind mehrere Weiheinschriften f�r Teile der neuen Kirche �berliefert, aus denen geschlossen wird, dass der Brand von 946 die Kirche nur besch�digt hatte. F�r Langhaus und Chor sind keine Inschriften �berliefert, diese wurden wohl vom karolingischen Bau �bernommen, die einzelnen Bauabschnitte sind strittig, einige Teile k�nnen bereits vor dem Brand begonnen worden oder fertig gewesen sein. Notwendigen Erneuerungen zu einem Ausbau der Kirchenanlage zu ben�tzen war nicht ungew�hnlich. Die neuen Teile, die vermutlich von den �btissinnen Agana und Hathwig in Auftrag gegeben wurden, waren eine Au�enkrypta, ein Westwerk sowie ein dem Westwerk vorgelagertes Atrium mit einer Kapelle des Heiligen Johannes des T�ufers. Dieser Kirchenbau kann aus den Grabungsbefunden rekonstruiert werden, hatte in dieser Form allerdings nicht lange Bestand, da bereits unter der kunstsinnigen �btissin Mathilde, die von 973 bis 1011 amtierte, vielleicht aber auch erst unter der von 1039 bis 1058 regierenden �btissin Theophanu, ein Neubau errichtet wurde. M�glich ist auch, dass ein von Mathilde begonnener Neubau durch Theophanu vollendet wurde. Von dem ottonischen Neubau sind heute noch bedeutende Bestandteile erhalten.

Der ottonische Neubau

Die Ausdehnung des ottonischen Neubaus war durch die beiden Vorg�ngerbauten vorgegeben. Der gr��te Teil der Fundamente wurde wieder verwendet, nur dort, wo die Belastungen gewachsen waren oder die Raumaufteilung stark abwich, wurden neue gesetzt.

Auch der Neubau bestand aus einem dreischiffigen Langhaus mit Querhaus und einem anschlie�enden Chorraum, der von Nebench�ren begleitet wurde. In den Chorraum war nun eine Krypta hineingebaut worden. Der Chor schloss innen mit einer halbrunden Apsis ab, die nach au�en von f�nf Seiten eines Zehnecks ummantelt war. An den Chor lehnte sich eine zweist�ckige Au�enkrypta an, deren Westmauern sich an die �stlichen Mauern der Nebench�re anschlossen. T�ren neben den Altarnischen gew�hrten direkten Zugang zur Krypta. Die Nebench�re besa�en Emporen, die sowohl zu den Querhausarmen als auch zum Hauptchor hin ge�ffnet waren. Die Au�enwand der Querhausstirnseiten war nunmehr zweigeschossig, wobei das Obergeschoss durch drei Nischen mit Fenstern gegliedert war. Im Erdgeschoss befanden sich Nischen, diese Nischengliederung setzte sich in den Mauern des Seitenschiffes fort. �ber diesen Nischen zog sich entlang der W�nde ein Laufgang, der in das Emporengeschoss des neuen Westbaus f�hrte. Das Zwischenjoch zwischen Westbau und Langhaus wurde beibehalten. Die Gliederung der Mittelschiffsw�nde ist nicht bekannt, Rekonstruktionen anhand anderen Kirchen, insbesondere der Stiftskirche von Susteren, die in vielem vom Essener ottonischen Neubau inspiriert scheint, nehmen einen Wechsel von Pfeilern und S�ulen an. Auf der Wandzone zwischen diesen Arkaden und den Fenstern oberhalb des Anschlusses der Seitenschiffd�cher befanden sich vermutlich Wandmalereien, da Reste von Malereien im Westbau gefunden wurden. Au�en hatten die Obergaden des Mittelschiffs eine Gliederung aus Pilastern und Volutenkapitellen, wahrscheinlich in zw�lf Feldern.

Der Westbau

Die Vermutung, dass der unbekannte Baumeister der Essener Stiftskirche einer der besten Architekten seiner Zeit war, gr�ndet sich besonders auf den Westbau, der noch heute das Bild der Kirche bestimmt. Wie bei der Vorg�ngerkirche ist der Westbau nur wenig breiter als die Flucht der Seitenschiffmauern. Von Au�en besteht der Westbau aus einem fast quadratischen Mittelturm, der von einem achteckigen Glockengeschoss mit Zeltdach bekr�nt war. In die Westwand des Baus waren zwei achtseitige Treppent�rme eingelassen, die unterhalb des Glockengeschosses des Mittelturms endeten. Das oberste Geschoss der Treppent�rme war rund. Glockengeschoss des Mittelturms und die Obergeschosse der Treppent�rme waren mit Pilastern versehen. An die Nord und S�dseite des Mittelturmes lehnten sich zweigeschossige Seitenr�ume an, deren Obergeschoss von Pilastern gegliedert war. Im Erdgeschoss dieser Nebenr�ume f�hrten in Nischen gesetzte Portale in die Kirche, der Mitteleingang des Vorg�ngerbaus in den Westbau wurde aufgegeben und durch ein gro�es rundbogiges Fenster ersetzt. Der Westbau verlor damit die Funktion einen Triumpheingang in die Kirche zu schaffen. Stattdessen bildete der gedrungene Bauk�rper ein optisches Gegengewicht zu dem breit angelegten Ostbau.

Innen war der Westbau reich und kompliziert gegliedert. In den Mittelraum ist ein Westchor in der Form eines halbierten Sechsecks eingebaut, der von einem Umgang umschlossen wird. In der Mitte befand sich in der Westwand eine flache Nische, seitlich befanden sich in flachen Nischen die Zug�nge zu den Treppent�rmen. Der Westbau �ffnet sich gegen das Zwischenjoch in einem gro�en, von Pfeilern getragenen Bogen. Vor diesem Bogen stand im Westchor ein dem Hl. Petrus geweihter Altar. Im Aufbau folgen die W�nde dem Vorbild des Westchores der Aachener Pfalzkapelle, an den auch die Verwendung des Oktogons f�r das Glockengeschoss erinnert. Im Erdgeschoss setzen drei unterteilte Bogen auf sechseckigen Pfeilern auf. Die Bogen�ffnungen des Obergeschosses sind zweireihig mit S�ulenstellungen gef�llt, die S�ulen tragen antikisierende Kapitelle.

Von Au�en gesehen war der Westbau damit eine Dreiturmanlage, die innen einen Westchor umh�llte, der ein halbierter Zentralbau war. Ein vergleichbares Bauwerk ist nicht bekannt.

Der Westbau war reich ausgemalt, wobei die Bemalung in der Halbkuppel zum Langhaus das j�ngste Gericht zeigte. Die Malerei nahm auf die Erscheinung Jesu Bezug, daraus wird geschlossen, dass die Auftraggeberin der Ausmalung die �btissin Theophanu (dieser griechischer Name bedeutet Gotteserscheinung) war.

Die Krypta

Durch den Einbau der Krypta wurde der Boden des Hauptchores �ber das Niveau der B�den von Lang- und Querhaus erhoben. Die Seitench�re blieben auf einer H�he mit Lang- und Querhaus. Die Krypta bestand aus der dreischiffigen Krypta der Agana, die durch den �ber ihr gebauten neuen Ostchor der Theophanu nun zur Innenkrypta wurde, und einer um diese gelegte f�nfschiffige Au�enkrypta. Der Zugang zur Innenkrypta erfolgte von den Ostseiten der Nebench�re aus, durch die man zun�chst in die Au�enkrypta gelangte. Die Au�enkrypta hatte quadratische und l�ngsrechteckige Joche, die im Wechsel angelegt waren und durch feingegliederte quadratische Pfeiler getrennt wurden. Die drei mittleren Ostjoche waren besonders hervorgehoben. W�hrend die Ostw�nde in den beiden seitlichen Jochen einfache halbrunde Nischen zeigten, war an das mittlere Joch ein kleiner, mit drei halbrunden Nischen versehener Chor angesetzt. An den mittleren Wandpfeilern der Au�enkrypta sind Sandsteinplatten erhalten, denen sich als Weihedatum der Krypta der 9. September 1051 und die in den Kryptenalt�ren erhaltenen Reliquien entnehmen lassen.

Sp�tere Anbauten

Kurze Zeit nach der Fertigstellung der ottonischen Kirche, vermutlich unter der Nachfolgerin der �btissin Theophanu, wurde das Atrium erneuert. Das Atrium wurde 1471 bei der Erneuerung und Vergr��erung der dem M�nster westlich vorgelagerten Kirche St. Johann Baptist, die als Tauf- und Pfarrkirche der Stiftsuntertanen diente, verkleinert, pr�sentiert sich jedoch ansonsten in seiner vermutlich 1060�1080 entstandenen Form.

Die n�chste Erweiterung der Kirchenanlage war ein Anbau an das s�dliche Querhaus im 12. Jahrhundert. Dieser sehr massive Anbau enthielt im Obergeschoss das sectarium, in dem die Urkunden und Akten des Stifts aufbewahrt wurden, und diente vermutlich auch als Schatzkammer. Die Vorhalle des Anbaus diente wahrscheinlich den Zwecken des kirchlichen Gerichts.

Die gotische Hallenkirche

1275 brannte die ottonische Stiftskirche nieder, wobei der Westbau und die Krypta erhalten blieben. Beim Aufbau, der in die Amtszeit der �btissinnen Bertha von Arnsberg und Beatrix von Holte fiel, verbanden die Baumeister altes mit den neuen Bauformen der Gotik. Die Form der Hallenkirche wurde in bewusstem Kontrast zum K�lner Dom gew�hlt, da sich das Stift Essen den Machtanspr�chen der K�lner Erzbisch�fe erwehren musste und die Bauherrinnen mit der Bauform ihre Einheit und Unabh�ngigkeit ausdr�cken wollten. Am Neubau haben nacheinander zwei Baumeister gewirkt, von denen der erste, ein Meister Martin, im Jahr 1305 aufgrund von Differenzen mit der �btissin Beatrix von Holte auf sein Amt verzichtete. Meister Martin, der, wie aus Details seiner Ornamentik gedeutet wird, Kirchenbauten aus Burgund und der Champagne kannte wie auch die Formensprache der K�lner und Trierer Dombauh�tten, zeichnete f�r die Gesamtkonzeption verantwortlich. Diese sah zun�chst einen Langchor �hnlich der St.-Vituskirche in M�nchengladbach vor. Noch unter der Bauleitung von Meister Martin wurde dieses Konzept aufgegeben und ein von der 1235 begonnenen Marburger Elisabethkirche inspirierter Hallenchor gebaut, mit dem die Au�enkrypta �berbaut wurde. Diese �bertragung der Form des Langhauses auf den Chor war erstmalig in Deutschland. Der Nachfolger Meister Martins ist namentlich nicht bekannt. Seine Formensprache ist eher bodenst�ndig-westf�lisch, er �bernahm jedoch die Baukonzeption seines Vorg�ngers und f�hrte diese zu Ende.

Die urspr�nglich flacheren D�cher des Oktogons und der Treppent�rme wurden durch spitzere Hauben ersetzt, die Treppent�rme au�erdem noch ein Stockwerk erh�ht. �ber der Vierung besa� die gotische Stiftskirche noch einen Vierungsturm. Auch der Kreuzgang wurde erneuert. Der gesamte Neubau wurde an einem 8. Juli neu geweiht, wahrscheinlich 1316. Der 8. Juli ist der heute noch begangene Weihetag der M�nsterkirche.

Sp�tere Ver�nderungen

Im 18. Jahrhundert erfolgte eine Barockisierung der Stiftskirche. Der alte Vierungsturm wurde durch einen schlankeren Dachreiter ersetzt. Die Fenster der S�dseite des Domes wurden verbreitert und verloren ihr gotisches Ma�werk. Die spitzen Hauben des Westbaus wurden durch barocke Zwiebelhauben ersetzt, zudem erhielt das Glockengeschoss eine Uhr. Im Inneren wurde ein Gro�teil der alten Innenausstattung entfernt und ersetzt, so dass sich nur wenige originale Teile der gotischen Ausstattung erhalten haben, die sich nicht mehr in Zusammenh�nge bringen lassen.

Um 1880 folgte man in Essen der modischen Begeisterung, die Gotik als urdeutschen Baustil anzusehen, und machte die �nderungen des Barocks soweit r�ckg�ngig, wie es m�glich war. Der Westbau erhielt sein vorheriges Aussehen zur�ck, wobei der Essener Architekt und Kunsthistoriker Georg Humann verhindern konnte, dass dieser gotisiert wurde. Au�erdem entfernte man die barocke Innenausstattung, von der heute nur noch zwei Heiligenfiguren im Eingang der Domschatzkammer erhalten sind. Daneben erhielt die Kirche ihre heutige Dachgestaltung und einen neugotischen Dachreiter auf der Vierung.

Kriegszerst�rung und Wiederaufbau

In der Nacht vom 5. auf den 6. M�rz 1943 flog die Royal Air Force mit 442 Flugzeugen einen Angriff auf die durch die Kruppwerke f�r die Kriegswirtschaft des Nationalsozialismus wichtige Stadt Essen, bei dem in weniger als einer Stunde 137.000 Brandbomben und 1100 Sprengbomben �ber der Innenstadt abgeworfen wurden. Die M�nsterkirche brannte aus und erlitt schwerste Sch�den, lediglich die �ltesten Teile des Baus, der Westbau und die Krypta, wurden geringer besch�digt. Der Entschluss zum Wiederaufbau wurde nach der Befreiung durch die alliierten Truppen bereits in einer der ersten Sitzungen des von diesen eingesetzten Stadtrats unter dem kommunistischen Oberb�rgermeister Heinz Renner einstimmig gefasst. Noch im selben Jahr begann man mit Sicherungsarbeiten der Tr�mmer. Die Kriegszerst�rungen erm�glichten auch die umfangreichen arch�ologischen Ausgrabungen in der Kirche durch Walter Zimmermann; diese erbrachten zahlreiche Erkenntnisse �ber die Vorg�ngerbauten der heutigen Kirche wie auch �ber die Bestattungen in der Kirche. Der Wiederaufbau wurde 1951 begonnen und geschah z�gig: Bereits 1952 waren der Westbau und das Langhaus wieder benutzbar, bis 1958 war auch der Rest der Kirche wieder aufgebaut, wobei man auch die Nordseite des Kreuzganges wieder schloss, die man im 19. Jahrhundert abgebrochen hatte. Der neugotische Dachreiter aus dem Vorjahrhundert wurde durch einen schlankeren und statisch g�nstigeren Dachreiter ersetzt. wodurch die Kirche ihre heutige �u�ere Gestalt erhielt. Die vollst�ndig wiedererrichtete Kirche wurde dann 1958 Bischofssitz.

J�ngste Erg�nzungen

Die Stiftskirche war nie �ber die Gr��e der ottonischen Kirche hinaus gewachsen. Erst die Einrichtung des Ruhrbistums machte eine neue Erweiterung notwendig. Franz Kardinal Hengsbach, der erste Ruhrbischof, hatte bereits zu Lebzeiten erkl�rt, dass er von seinem Vorrecht, in seiner Bischofskirche bestattet zu werden, Gebrauch machen wolle, aber nicht neben dem Hl. Altfrid in der ottonischen Krypta. Um diesen Wunsch zu erf�llen, wurde 1981�1983 unter dem Atrium eine Westkrypta angelegt, deren Eingang innerhalb des alten Westbaus liegt. In dieser mit modernen Betongussrelief von Emil Wachter geschm�ckten Adveniat-Krypta, deren Name daran erinnert, dass Kardinal Hengsbach Mitbegr�nder des bisch�flichen Hilfswerkes Adveniat war, wurden die bei der Ausschachtung gefundenen Gebeine der im Mittelalter im Atrium bestatteten Kanoniker und 1991 auch Kardinal Hengsbach bestattet.

Die s�dliche Seitenschiffskapelle ist seit dem 10. Oktober 2004 der Erinnerung und Verehrung des 2001 selig gesprochenen Nikolaus Gro� gewidmet und neu gestaltet.

Abmessungen

Die gesamte Kirchenanlage einschlie�lich der vorgelagerten Kirche St. Johann ist 90 m lang, die Breite betr�gt zwischen 24 m und 31 m beim Querhaus mit Ansatz der Domschatzkammer. Die H�hen betragen:
H�hen                     Innen                  Au�en
Langhaus           13 m (Gew�lbe)  17 m
Chor (m. Krypta) 15 m (Gew�lbe)        20 m
Westwerk     35 m
Vierungsturm   28 m
Turm St. Johann 50 m

Der Rauminhalt des M�nsters betr�gt grob gesch�tzt 45.000 m�, die Mauerwerksmasse etwa 10.000 m�. Das Bauwerk wiegt gesch�tzt 25.000 t.

Ausstattung

Aufgrund der Barockisierung im 18. Jahrhundert, der Regotisierung des 19. Jahrhunderts und den Zerst�rungen des Zweiten Weltkriegs sind von der fr�heren Ausstattung der M�nsterkirche nur wenige, aber daf�r um so bedeutendere Reste erhalten. Der Innenraum wirkt vergleichsweise schlicht und vor allem durch seine Architektur, deren Detailsch�nheit von vielen Besuchern �bersehen wird, da der Glanz der beiden bedeutendsten mittelalterlicher Kunstwerke des Domes sie �berstrahlt.

Domschatz

Das M�nster besitzt einen Domschatz, der der �ffentlichkeit zug�nglich ist. In der n�rdlichen Seitenschiffskapelle befindet sich seit 1959 der gr��te Schatz der Kirche, die Goldene Madonna, die �lteste vollplastische Marienfigur der Welt und die Schutzpatronin des Ruhrbistums. Die 74 cm hohe Figur aus Pappelholz, das mit Goldblech beschlagen ist, stammt aus der Zeit der �btissin Mathilde und stellt Maria als Himmelsk�nigin, die die Macht �ber den Erdkreis f�r ihren Sohn h�lt, dar. Die Figur, die urspr�nglich bei Prozessionen mitgef�hrt wurde, gelangte vermutlich aufgrund Mathildes Verwandtschaft zum ottonischen K�nigshaus nach Essen. Die �ber tausend Jahre alte Figur wurde 2004 umfassend restauriert.

Im Zentrum des Westbaus steht heute der monumentale Siebenarmige Leuchter, den die �btissin Mathilde zwischen 973 und 1011 anfertigen lie�. Der Leuchter, 2,26 m hoch und 1,88 m breit, ist aus 46 aus Bronze gegossenen Einzelteilen zusammengesetzt. Der Leuchter symbolisiert die Gesamtheit von Dreifaltigkeit und der Erde mit ihren vier Himmelsrichtungen und Christus als das Licht der Welt, das im j�ngsten Gericht die Gl�ubigen heimgeleitet (Off 7).

Im Domschatz sind zudem die Kinderkrone Ottos III. seiner Aachener Kr�nung, die vier ottonischen Vortragekreuze, das lange als Richtschwert der M�rtyrer Cosmas und Damian verehrte ottonische Schwert sowie das Theophanu-Evangeliar bemerkenswert.

Idas�ule

Das �lteste erhaltene Ausstattungsst�ck der M�nsterkirche ist die Kreuzs�ule im Chorraum, die heute ein modernes Kreuz tr�gt. Bis ins 15. Jahrhundert trug sie ein mit vergoldetem Kupferblech �berzogenes Kreuz, von dem sich noch heute die Stifterplatte und m�glicherweise weitere Reste im Domschatz befinden. Die Inschrift ISTAM CRUCEM (I)DA ABBATISSA FIERI IUSSIT (?Dieses Kreuz lie� die �btissin Ida anfertigen�) l�sst die 971 verstorbene Essener �btissin Ida als Auftraggeberin erkennen, diskutiert wird jedoch auch die Schwester der Essener �btissin Theophanu, Ida, �btissin von St. Maria im Kapitol zu K�ln. Die S�ule selbst ist wahrscheinlich eine antike Spolie, wie aufgrund des kannelierten Untersatzes mit attischer Basis angenommen wird. Das Kapitell ist der Antike nachempfunden, allerdings besonders reich verziert. In der Gestaltung ist es den Kapitellen der Westempore, der Krypta, sowie denen in der Ludgeridenkrypta der Werdener Abteikirche und der Luciuskirche in Werden verwandt.

Altfrids-Grabmal

In der Ostkrypta befindet sich das gotische Hochgrab des Hildesheimer Bischofs und Gr�nders von Essen Altfrid aus Kalksandstein, das auf die Zeit um 1300 datiert wird und vermutlich unter der �btissin Beatrix von Holte entstand. Begr�ndet wird die Datierung mit auffallenden �hnlichkeiten der Tumba mit K�lner Heiligengr�bern, insbesondere dem Grab der Hl. Irmgard im K�lner Dom.

Weitere Kunstwerke

Das heilige Grab im s�dlichen Seitenschiff stammt aus der Sp�tgotik. Die Epoche des Barock ist im Essener M�nster durch zwei Epitaphe vertreten. Der �ltere der 1614 verstorbenen �btissin Elisabeth von Bergh enth�lt noch deutliche Renaissanceelemente. Diese in Antwerpen aus schwarzem Marmor gefertigte Platte befindet sich an der Nordwand des �stlichen Seitenschiffjochs und zeigt die �btissin in ihrer Amtskleidung, umgeben von den Wappen ihrer Vorfahren. Der zweite Epitaph, der der �btissin Johanna von Baexen, stammt von 1677 und befindet sich an der s�dlichen Au�enmauer.

Aufgrund der Kriegszerst�rungen hat die M�nsterkirche keine alten Fenster des Mittelalters. Das Essener Domkapitel hat beim Wiederaufbau jedoch bedeutende moderne K�nstler beauftragt, neue Fenster f�r die Kirche zu entwerfen und moderne Sakralkunstwerke zu fertigen, die sich in die alte Bausubstanz harmonisch einf�gen. Das Michaelsfenster und die Fenster der Emporengeschosse des Westbaus sind von Heinrich Campendonk gestaltet, die Chorfenster von Ludwig Gies, die des Langhauses von Wilhelm Buschulte und die Fenster der Krypta von Alfred Manessier. Das Altarfries ist ein Werk des Bildhauers Elmar Hillebrand und seines Sch�lers Ronald Hughes. Die Bronzet�ren von Atrium und Kirche wie auch der Kreuzwegfries im Langhaus sind Werke des �sterreichischen K�nstlers Toni Schneider-Manzell.

Orgel

Das M�nster verf�gt seit 2004 �ber eine neue Orgel, die von der renommierten Orgelbauwerkstatt Rieger aus Schwarzach (Vorarlberg) erbaut wurde, die auf den Orgelbauer Franz Rieger zur�ckgeht. Die Orgel, die auch f�r Orgelkonzerte benutzt wird, verf�gt �ber 4 Manuale, 95 Pfeifenreihen, 69 Register und 5.102 Pfeifen.

Gel�ut

Sowohl in der Glockenstube des Westwerks als auch im Dachreiter �ber der Vierung befinden sich Glocken. Das Gel�ut des M�nsters wird durch das Gel�ut der vorgelagerten Johanneskirche klanglich erg�nzt, wobei die 1787 gegossenen Glocken dieser Kirche (as1 c2 es2) allerdings nicht klanglich auf die teilweise �lteren Glocken der M�nsterkirche abgestimmt sind, was ein leicht unharmonisches Gesamtbild ergibt.

Die Glocken des Westwerks

Im Westwerk befinden sich drei gro�e Glocken. Die �lteste, fis1 gestimmte Glocke, stammt bereits aus dem 14. Jahrhundert. Sie tr�gt die Inschrift DELIGNO CLAMANTEM DUM SONO SIGNO (Mein Klang bezeichnet den Ruf Christi vom Kreuz.). Bei ihr handelt es sich um eine fr�he gotische Dreiklangglocke. Die zweite �ltere Glocke ist e1 gestimmt und mit 1650 kg und einem Durchmesser von 1,40 m die gr��te des Gel�uts. Sie tr�gt eine l�ngere Inschrift, die als Jahr des Gusses 1546 nennt. Gegossen wurde die Glocke direkt in Essen auf dem heutigen Burgplatz. Die dritte Glocke im Westwerk ist ais1 gestimmt und inschriftslos, der Form nach jedoch ebenfalls in das 14. Jahrhundert einzuordnen.

Die Glocken des Dachreiters

Der Dachreiter enth�lt ein Gel�ut von drei Glocken, von denen zwei, die ais2 und die cis3 Glocken 1955 von der Glockengie�erei Petit & Gebr. Edelbrock aus Gescher gegossen wurden, die auf dieselbe Gie�ereitradition wie die Gie�erei zur�ckgeht, die 1787 die Glocken von St. Johann Baptist gegossen hatte. Diese beiden Glocken tragen die Inschriften Ave Maria Tr�sterin 1955 und Ave Maria K�nigin 1955. Die dritte Glocke im Dachreiter tr�gt die Inschrift WEI GOT WEL DEINEN DEI BIDDE VOR DE KRESTEN SEELEN AN 1522 (Wer Gott dienen will, der bete f�r der Christen Seelen A(nno) D(omini) 1522). Diese Glocke hat einen Durchmesser von 47,7 cm und wiegt etwa 80 kg, sie ist auf gis2 gestimmt.

Nutzungsgeschichte

Vom Anfang bis 1803

Das Essener M�nster war seit der Gr�ndung des ersten Kirchenbaus bis 1803 die Stiftskirche des Stifts Essen und Mittelpunkt des Stiftslebens. Die Kirche war weder Pfarr- noch Bischofskirche, sondern diente haupts�chlich den Angeh�rigen des Damenstifts. Ihre Stellung war daher einer Klosterkirche vergleichbar, auch wenn das Damenstift Essen nicht der benediktinischen Klosterregel folgte, sondern den Institutio sanctimonialium, der 816 von der Aachener Reichssynode festgelegten kanonikalen Lebensform f�r Frauenkommunit�ten, in einer noch weltlicheren Auspr�gung. Im M�nster fanden die Stundengebete und Messen der Stiftsgemeinschaft statt, sowie die F�rbitten f�r die verstorbenen Stiftsangeh�rigen, die adeligen F�rderer des Stiftes und deren Vorfahren im Rahmen des organisierten Totengedenkens (Memoria).

Die Anzahl der aus dem Adel stammenden Stiftsdamen, denen die Kirche diente, schwankte �ber die Jahrhunderte zwischen etwa 70 w�hrend der Bl�tezeit unter der �btissin Mathilde im 10. Jahrhundert und drei im 16. Jahrhundert. Lediglich an hohen Feiertagen war die Kirche f�r die Stiftsabh�ngigen und sp�ter f�r die Bev�lkerung der Stadt Essen zug�nglich, deren Gottesdienst ansonsten die der M�nsterkirche vorgelagerte Kirche St. Johann Baptist, die sich aus der ottonischen Taufkapelle entwickelt hatte, oder die St.-Gertrudiskirche (heute Marktkirche) auf dem Marktplatz diente.

Die Reformation hatte auf die M�nsterkirche keinen Einfluss. Die B�rger der Stadt Essen, mit dem Stift ohnehin im Dauerstreit, ob die Stadt freie Reichsstadt oder stiftsabh�ngig war, schlossen sich zwar �berwiegend der Reformation an, die Stiftsdamen und Kanoniker und damit die Kirchgeb�ude des Stiftes blieben jedoch katholisch. Die protestantischen B�rger der Stadt �bernahmen die nicht im Stiftsgel�nde gelegene St.-Gertrudiskirche, die heutige Marktkirche, die katholisch verbliebenen B�rger nutzten weiter die im Stiftsbereich gelegene Kirche St. Johann Baptist als Pfarrkirche und die Stiftsdamen ihre Stiftskirche.

Von 1803 bis heute

1803 wurde das Stift vom K�nigreich Preu�en s�kularisiert. Die M�nsterkirche mit ihrem gesamten Inventar wurde allerdings sofort von der Pfarrgemeinde St. Johann Baptist �bernommen. Die n�chsten 150 Jahre war die Kirche Pfarrkirche. Der Name M�nsterkirche, der sich eingeb�rgert hatte, blieb, auch wenn kein Stift mehr bestand. Als Pfarrkirche diente sie der katholischen Innenstadt-Gemeinde der Stadt Essen, die gerade im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts an K�pfen erheblich zunahm.

Nachdem es bereits in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts erste Bestrebungen gegeben hatte, ein Bistum im Ruhrgebiet zu errichten, wurde 1958 aus Teilen der Bist�mer M�nster, Paderborn und K�ln ein neues Bistum errichtet, zu dessen Bischofskirche die Essener M�nsterkirche erhoben wurde. Am 1. Januar 1958 wurde der erste Essener Bischof Franz Hengsbach in einem Festgottesdienst durch den Apostolischen Nuntius Aloysius Muench in sein Amt eingef�hrt. Seitdem ist das Essener M�nster der religi�se Mittelpunkt des Bistums. Den H�hepunkt seiner �ber tausendj�hrigen Geschichte stellte schlie�lich 1987 der Besuch des Papstes Johannes Paul II. dar.

Domkapitel

Das Essener Domkapitel umfasst elf residierende und nichtresidierende Domkapitulare. Gem�� dem Konkordatsrecht von 1929 kommt ihm neben seinen �blichen Aufgaben (Sorge um die liturgischen Feiern in der Hohen Domkirche, Wahl eines Di�zesanadministrators, Beratung und Unterst�tzung des Bischofs bei der Leitung der Di�zese, Verwaltung des Domschatzes) auch das Recht der Bischofswahl zu.

Dompropst ist seit 2005 der Essener Stadtdechant Pr�lat Otmar Vieth als Nachfolger von G�nter Berghaus, der dem Domkapitel elf Jahre lang vorstand (1993�2004) und in den Ruhestand trat," beschreibt das Internet den Dom, seine Geschichte und seine Ausstattung.
Ein wenig d�ster wirkt der eigentliche Dom ja schon an diesem Samstagvormittag. Und das liegt nicht nur an der fehlenden Beleuchtung. Das Geb�ude ist nur m��ig beheizt. Vom Chorraum einmal abgesehen entwickelt die Kirche nicht die Pracht, die viele andere katholische Kirchen bieten. Ich werde hier auf eine ausf�hrlich Beschreibung verzichen; die bot ja schon der Wikipedia-Text.
Die Adveniat-Krypta ist an diesem Tag (noch?) verschlossen. Das Grab von Kardinal Hengsbach kann ich also nicht bewundern. Ob die Alfried-Krypta einen Besuch wert ist? Ja, ich denke schon.
Die Kirche ist nun wirklich kein Ort, der zum Verweilen einl�dt. Es fehlt die heimelige, freundliche Atmosph�re, die Freundlichkeit, die dem Besucher sagt: "Du bist hier willkommen." Die R�umlichkeiten wirken ehe so, als seien sie auf Massenandrang und Massenabfertigung angelegt.
Wer m�chte, kann an diesem Samstag zwar die Beichte ablegen. Das pers�nliche Wort, dasd aufmunternde Gespr�ch sind hier aber nicht m�glich. Ich kenne Kirche anders. Sowohl in D�sseldorf als auch in M�chengladbach lerne ich Kirchen kennen, in der ich mich bei einer Tasse Kaffee mit wildfremden Menschen angeregt unterhalten konnte. Dies sind die kleinen Erlebnisse des Alltags, in dem sich dem zuf�lligen Besucher das Herz �ffnet.
 
Christengemeinschaft
Es ist ein tr�ber und regnerischer Sonntagvormittag, als ich mich auf den Weg nach Essen mache. Die Christengemeinschaft, jene anthroposophisch angehauchte christliche Sonderlehre, ist mein Ziel. Ihr Kirchengeb�ude liegt auf der Moorenstra�e 41. In welchem Stadtteil das liegt? Ich habe keine Ahnung; ich habe nicht nachgesehen.
Am Anfang war das Wort; so steht es im Johannesevangelium. Am Anfang ist eine relativ gro�e Eingangshalle; so k�nnte man meine Ankunft in der Kirche beschreiben. Relativ gro� ist diese Eingangshalle sogar, mit einem kleinen B�chertisch und einem anderen Tisch, auf dem eine Dame gerade emsig Tassen und Teller mit Keksen f�r das gesellige Beisammensein nach dem Gottesdienst, der hier Menschenweihehandlung hei�t, drapiert. Vom Eingang aus auf der rechten Seite liegt die gro�z�gige Gaderobe; links geht es in Gottesdienstraum.
Ein Harmonium gibt es in diesem schlichten Raum, insgesamt vierzehn Kirchenb�nke, die Platz f�r 5 - 6 Leute bieten, und den Altarraum. Ist der Gottesdienstraum sonst wei� gestrichen, hei�t die Farbe am Altarraum violett. Ein Lesepult steht dort und ein Altartisch, auf dem sich 7 Kerzen und ein aufgeschlagenes Buch mit dem Gottesdienstablauf befinden. Links und rechts vom Altartisch ist Blumenschmuck zu sehen. Vor dem Altartisch: ein Tischchen mit violetter Decke und zwei Kelchen. Ein Tisch mit aufgeschlagener Bibel befindet sich �brigens genau gegen�ber am anderen Ende des Raumes. �ber dem Altartisch h�ngt ein Bild von Johannes Rath.
Der Gottesdienst ist ein ritualisiertes und formalisiertes Abspulen des Kultus; eine Beteiligung der Gemeinde (heute rund 30 Gemeindeglieder) ist nicht vorgesehen. Lediglich die Elemente Bibellesung (heute: Lukas 15), Predigt, ein ver�ndertes Vaterunser, Gesang + Musik (zweimal darf die Gemeinde mitsingen) sowie das Abendmahl (auch dieses stark abgewandelt) k�nnen dem unbefangenen Beobachter aus anderen christlichen Kirchen bekannt vorkommen. "Ein Sohn lebt treu sorgend im Haushalt des Vaters und hilft, dessen Reichtum zu mehren. Der zweite Sohn lebt anfangs fern von seinem Vater, verpra�t sogar dessen Reichtum und findest erst in der Not zu seinem Vater zur�ck. Doch der Vater liebt beide S�hne und nimmt daher auch den zweiten Sohn wieder bei sich auf. Ein `Aus den Augen aus dem Sinn' gibt es bei Gott nicht. Er liebt alle seine Kinder," h�re ich in der Predigt.
Ganz in Wei� und Violett sind die 4 Priester, die den Gottesdienst gestalten, gekleidet; 2 tragen sogar schwarze Kopfbedeckungen.
Die Christengemeinschaft wurde 1922 in Dornach in der Schweiz gegr�ndet. Noch im selben Jahr feierte Hermann Groh die erste "Menschenweihehandlung" in Essen. In Ermangelung eines eigenen Hauses fanden die Gottesdienste in angemieteten R�umlichkeiten statt. Carl Stegmann und Alfred Schreiber �bernahmen 1927 die Gemeindearbeit. 1930 gr�ndeten sie die "Freie Arbeiterschule" mit Schulungskursen f�r Arbeiter und interessierte G�ste; 1933 mu�te die Schule aber wieder schlie�en. Die erste Menschenweihehandlung in eigenen R�umlichkeiten auf der Juliusstra�e fand im Oktober 1937 statt. Kriegsbedingt und ausgel�st durch ein Verbot durch die Gestapo kam die Gemeindearbeit in den Folgejahren fast v�llig zum Erliegen. Nach Kriegsende durfte die Christengemeinschaft ihre Arbeit wieder aufnehmen. Dies geschah zun�chst in M�lheim, da ein Gemeindeglied dort ein Haus zur Verf�gung stellen konnte. Auf der Essener Moorenstra�e ist die Gemeinde seit 1950 angesiedelt. Das Geb�ude in seiner heutigen Form wurde 1950 gebaut.
Nat�rlich lie�e sich noch viel mehr zur Christengemeinschaft als christlichem Sonderweg erz�hlen. Wer an einer Einf�hrung interessiert ist, sei an die Internetenzyklop�die Wikipedia verwiesen. Unter dem Stichwort "Die Christengemeinschaft" gibt es dort eine kurze, aber ausreichende Einf�hrung in die Kirche (Stand: August 2008).

Der Grugapark
Der Grugapark ist mit 70 Hektar einer der gr��ten Parks Deutschlands. Er liegt in Essen s�dlich der Innenstadt zwischen den Stadtteilen R�ttenscheid, Holsterhausen und Margarethenh�he. Zum Gruga-Komplex geh�ren au�erdem noch die Grugahalle, das Grugabad sowie einst das Grugastadion.

Geschichte und Ursprung

Das Areal des Parkes trug vorher den Namen Stenshofgel�nde. Der Stenshofturm, in dessen unmittelbarer N�he sich heute der Bienenstand befindet, zeugt als einziges Geb�ude von der etwa tausendj�hrigen Geschichte des R�ttenscheider Bauerntums im Stadtteil. Unweit hiervon, auf heutigem Parkgel�nde, stand Anfang des 20. Jahrhunderts die Edmund-L�hrmann-Stiftung. Dabei handelte es sich um eine 1905 errichtete Nervenheilanstalt, die im Zweiten Weltkrieg v�llig zerst�rt wurde. Das Stiftungsverm�gen ging dann in der neurologischen Abteilung der St�dtischen Krankenanstalten (heute Uni-Klinikum) auf. Heute erinnert an die ehemalige Stiftung die L�hrmannstra�e, die den heutigen Grugapark durchquert.

Der Ursprung des Parks liegt bei den nahezu bankrotten, gemeinn�tzigen Messe-Betreibern der 1920er Jahre, die mit einem Park die Attraktivit�t der Messe erh�hen wollten. Denn hinter den Ausstellungshallen befand sich bis dahin Brachland. Das gro�e Gel�nde zwischen den Stadtteilen R�ttenscheid und Holsterhausen wurde dann rund um den schon Pfingsten 1927 er�ffneten Botanischen Garten von der Stadt gekauft, um dort eine gro�e Gartenschau zu installieren.

Die Umwandlung der Brachfl�chen in einen Park zwischen 1927 und 1929 wurde mit Hilfe der ?produktiven Erwerbslosenf�rsorge� finanziert. Die Essener Alleen mussten eine gro�e Anzahl junger B�ume an den neuen Park abtreten. Der urspr�nglich geplante Er�ffnungstermin musste um gut einen Monat verschoben werden, da einerseits durch harten Frost im Winter 1928/1929 und andererseits durch Streiks der Notstandsarbeiter sich die Arbeiten verz�gerten. Schlie�lich fand die Er�ffnung der nun GRUGA (Gro�e Ruhrl�ndische Gartenbau-Ausstellung) genannten Ausstellung am 29. Juni 1929 statt. Sie endete am 13. Oktober 1929 und wurde von rund 2 Millionen Menschen besucht. Die aufw�ndige Gartenarchitektur war dabei eine bis dahin noch nicht gekannte Attraktion. Bis zu diesem Jahr errichtete man den von Paul Portten entworfenen und heute unter Denkmalschutz stehenden Grugaturm.

Ostern 1930 wurde der dann bereits vorhandene Park mit dem Botanischen Garten als erste Gartenausstellung Deutschlands zum Volkspark gemacht.

Nachdem das Areal von 25 auf 27 Hektar erweitert wurde, hinzu kamen der Keramik- und der Blumenhof, fand von April bis Oktober 1938 die Reichsaustellung des deutschen Gartenbaus statt. Diese musste die Stadt Essen in Zusammenarbeit mit dem Reichsn�hrstand veranstalten. Mit einer dampfgetriebenen Liliputbahn (der Fa. Brangsch, Leipzig), einem Streichelzoo, zehn Lokalen mit jeweils eigener Kapelle und diversen Veranstaltungen lockte diese Reichsgartenschau rund 3 Millionen Besucher an. Anstelle der heutigen Orangerie befanden sich die Wasserterassen, die am Abend mit Lichtspielen Besucher in die Terrassengastst�tte mit eigener Kapelle lockten.

Eine gro�e Anzahl von Bombentreffern im Zweiten Weltkrieg zerst�rte die gesamte Gruga in allen Teilen. Nach dem Kriege wurde das Gel�nde bis zur W�hrungsreform 1948 als Gem�se-Anbaufl�che f�r die benachbarten St�dtischen Krankenanstalten genutzt. Nachdem im Fr�hjahr 1949 der Eingangsbereich und der Blumenhof wieder aufgebaut waren und erneut Besucher anlockten, z�hlte man ein Jahr sp�ter trotz fehlender Attraktionen bereits wieder rund 1,5 Millionen G�ste. Daraus folgte 1951 der Beschluss der Stadt Essen, den Grugapark wieder aufzubauen.
Bereits von Mai bis Oktober 1952 konnte eine 2. Gro�e Ruhrl�ndische Gartenbau-Ausstellung er�ffnet werden, an der rund 3 Millionen Menschen ihr Interesse zeigten.. Auch diese zweite Ausstellung sollte den Essener B�rgern danach wieder einen neuen Volkspark bescheren. Jedoch fiel sie mangels Zeit und Finanzen und aufgrund einer neuen Auffassung von Natur und Garten anders aus. Die zerst�rte geradlinige Gartenarchitektur der Vorkriegszeit war einer gro�z�gigen h�geligen Landschaft mit viel Rasen und Ausblicken gewichen.

Vom 29. April bis 17. Oktober 1965 fand in Essen die Bundesgartenschau statt, die 5,3 Millionen Besuchern anzog. Voraus gingen seit 1962 enorme Baut�tigkeiten der Stadt, denn die Anspr�che an einen Volkspark waren andere als zuvor. Und das bedeutete, dass Erhohlungs- und Freizeitm�glichkeiten insbesondere f�r Familien mit Kindern zus�tzlich zur beschaulichen Gartenausstellung geschaffen werden mussten. Dazu waren unter anderem 600 Kleing�rten zwischen L�hrmann- und Norbertra�e verlegt worden. Anstelle des bewaldeten Tales zwischen dem eigentlichen Grugapark und Botanischem Garten trat die Anlage des Margarethensees, der nach Margarethe Krupp benannt wurde. Die kreisrunde Dahlienarena wird zum Tal hin ge�ffnet und der Benachbarte Musikpavillon errichtet. So erhielt der Park im Groben seine noch heutige Gestalt.
Der Grugapark dient heute als Park zur Naherholung. Mit vielen Attraktionen kommen besonders Familien auf ihre Kosten. Er gilt gleicherma�en als Spiel- und Sportst�tte sowie als Ruheoase in der Stadt. Im Park finden auch Modellbauer Areale f�r ihr Hobby: so auf einer LKW-Anlage in der Westecke, wo Modell-Trucks des Ma�stabs 1:16 gefahren werden. Im Sommer finden im Park verschiedene Veranstaltungen statt, darunter Open-Air-Konzerte, Parkfeste mit Feuerwerk und Kinderfeste.

Die exakten Umrisse des Grugaparks haben sich durch die Messeerweiterungen ver�ndert. Er umfasst knapp 70 Hektar und hat sich Richtung Holsterhausen und R�ttenscheid mit neuen Eingangsbereichen ge�ffnet. Ein etwas in den Park hinein versetzter neuer Haupteingang wurde 2006 er�ffnet. 2008 folgte zus�tzlich ein neuer Park-Eingang bei den Musterg�rten.
Am 1. Juli 2005 wurde von der McDonald�s Kinderhilfe auf dem Gruga-Gel�nde, in Angrenzung an das Universit�tsklinikum Essen, das Ronald-McDonald-Haus von Schirmherr Henry Maske er�ffnet. Es ist eines von bisher 15 McDonald-H�usern, wurde von Friedensreich Hundertwasser entworfen und dient den Familien schwer kranker Kinder als gemeinsame Unterkunft. Das Haus hat elf Apartments sowie dazu Aufenthaltsraum, Esszimmer, Spielzimmer, Hobbyraum, Fernsehraum, Gemeinschaftsk�che, Waschk�che und Garten," stellt die Internetplattform Wikipedia ein Ausflugszeil in Essen vor. Ob sich ein Ausflug wirklich lohn, wei� ich nicht. Ich bin schon lange nicht mehr in der Gruga gewesen. Mit ein bi�chen Pech mu� man sogar Eintritt zahlen, wie beim Westfalenpark in Dortmund...