Bahnstrecken im Ruhrgebiet: Der Hellweg |
Als Hellweg bezeichnete man im Mittelalter
eine gro�e K�nigs- oder Heeresstra�e oder eine wichtige Durchgangsstra�e
f�r den Fernhandel, die in der Breite einer Speerlanze von etwa 3 Metern
dauerhaft von Bewuchs frei gehalten werden musste. Nach einer weit
verbreiteten, aktuellen Deutung wird der Name Hellweg vom
niederdeutschen Wort helwech abgeleitet, was soviel wie lichter, breiter
Weg bedeutet. Somit konnten Kaufleute vor unliebsamen �berraschungen
sicherer sein und z�gig vorankommen. Eine andere Deutung des Namens Hellweg als Salzweg, basierend auf der griechischen bzw. keltischen Bezeichnung hals bzw. hal f�r Salz, d�rfte nur f�r einen ganz bestimmten Teil des Hellwegs zutreffen. Eine �ltere Namensdeutung ist die eines Totenweges. Die Germanen bestatteten ihre Toten stets an Wegen und besonders an Kreuzungen. Der Hellweg ist nach Grimms W�rterbuch urspr�nglich der Weg gewesen, auf dem die Leichen gefahren wurden. Helvegr ist der Weg zur Unterwelt, dem der westf�lische Hellweg, Totenweg, entspricht, schrieb Wolfgang Golther, ein Germanist des ausgehenden 19. und fr�hen 20. Jahrhunderts, dessen Arbeitsgebiet die Germanische Mythologie umfasste. In der Silbe Hel spiegele sich, wie damals vermutet wurde, der Name der nordgermanischen Toten- und H�lleng�ttin. Unklar bleibt, welchen realen Bezug diese Namensdeutung zur Stra�e haben soll. Hellwege gab und gibt es in ganz Deutschland. Am bekanntesten ist die Bezeichnung ?Hellweg� f�r den westlichen Teil der mittelalterlichen Rhein-Elbe-Verbindung entlang der n�rdlichsten deutschen Mittelgebirge. Im Speziellen bezeichnet der Begriff den Abschnitt zwischen Duisburg und Paderborn auf der Stra�e zwischen Aachen und Goslar. Dieser bekannteste Hellweg in Nordrhein-Westfalen ist die bereits �ber 5000 Jahre aus vorr�misch-germanischer Zeit stammende Verbindung vom Rhein bei Alt-Homberg �ber Duisburg, Essen, Dortmund, Unna, Werl, Soest, Erwitte, Geseke, Salzkotten, Paderborn bis Bad Driburg. Entlang des Teutoburger Waldes (historischer Name Osning) gibt es auf beiden Seiten Zweige des Hellwegs von beiden Enden der D�renschlucht, die der Hellweg benutzt, nordw�rts bis zum Bielefelder Pass. Erst in den 1970er Jahren setzten sich f�r diese die Zusatzbezeichnungen Senner Hellweg (Westseite) und Lipper Hellweg (Ostseite) durch. Der Hellweg nahm seinen Anfang an einem Rhein�bergang, querte nach dem Verlassen Duisburgs durch das Kuhtor das Niederrheinische Tiefland nach Osten und f�hrte dann, �ber die historische Ruhrfurt bei Schloss Broich nach M�lheim, auf die ganzj�hrig begehbaren H�hen der Wasserscheide von Ruhr und Emscher / Lippe n�rdlich des Ardeys und des Haarstranges, an dessen Nordhang er weiter verlief. Der Verlauf ist typisch f�r Altstra�en: Ein Teil der B�che entsprang unterhalb des Hellwegs und brauchte nicht gekreuzt zu werden, die zu kreuzenden konnten auch ohne Br�cken gequert werden. Die Entfernung der vorgenannten Orte entspricht einer damaligen Tagesreise einer gr��eren Gruppe mit schweren Wagen und zu Fu� von ungef�hr 15 bis 30 km. �ltere und im Laufe ihrer geschichtlichen Entwicklung gr��ere und bedeutendere St�dte wie Duisburg, Dortmund oder Soest, lagen in gr��erer Distanz zueinander. Dazwischen liegenden Orten wie Bochum, Unna oder Werl wurde meist im Hoch- und Sp�tmittelalter von den jeweiligen Territorialherren Stadtrecht verliehen. In r�mischer Zeit lag ein Rhein�bergang weiter s�dlich, gegen�ber von Krefeld-Gellep, damals Gelduba. Ein weiterer �bergang befand sich vom heutigen in der Grafschaft Moers gelegenen Alt-Homberg nach Duisburg, schlie�lich, nach der Rheinverlagerung, zu einer im 13. Jahrhundert gegr�ndeten Siedlung, dem heutigen Duisburger Stadtteil Ruhrort. Ob die R�mer den westf�lischen Hellweg parallel zur Lippe zur Eroberung Germaniens nutzten, ist nicht sicher; f�r den Hellweg gibt es beispielsweise keine lateinische Bezeichnung. Es gibt nur eine lokale Legende in Dortmund, dass bereits die R�mer eine Befestigung am Burgwall gehabt haben sollen. Dieses ist allerdings v�llig unbewiesen, durch die dichte Bebauung in sp�terer Zeit sind auch keine Zeugnisse aus dieser Zeit zu erwarten. In der Zeit nach 16 n. Chr. wurde laut Tacitus (Annales II) die Strecke zwischen dem (noch unlokalisierten) Legionslager Aliso und dem Rhein mit Wegen und D�mmen befestigt. Da das Legionslager Aliso (hierhin hatten sich nach der Varusschlacht versprengte r�mische Truppenteile gefl�chtet) entweder bei Anreppen (Delbr�ck, Kreis Paderborn), bei Oberaden (Bergkamen), bei Elsen (Paderborn), an der Ilse (im Harz) oder in der N�he von Hildesheim vermutet wird, also in jedem Fall �stlich des heutigen Ruhrgebiets, kann aufgrund des Fehlens jeglicher anderer befestigter Strecke aus jener Zeit in Westfalen in diese Richtung geschlossen werden, dass der heute bekannte Hellweg ausgebaut wurde. Gesichert und vielfach belegt ist, dass durch Karl den Gro�en die Stra�e deutlich ausgebaut und mit Burgen oder Reichsh�fen gesichert wurde. In besonders viel befahrenen Bereichen, wie etwa Kreuzungen mit anderen Wegen, war der Hellweg schon im Mittelalter gepflastert, ansonsten war der Hellweg bis in die Zeit der Postkutschen eine "Naturstra�e" ohne eigentliche Pflasterung. Handelsg�ter auf der Stra�e waren unter anderem Salz aus der Gegend von Soest, Werl und Unna und Eisenwaren, wie Messer und Scheren, aus dem Sauerland, die �ber Dortmund gehandelt wurden. Waren vom Hellweg fanden im gesamten Hanseraum Verbreitung. Wattenscheider Hellweg bei Wattenscheid, als Stra�e seit 1794 Seit 1788 wurde entlang des alten Weges auf dem Gebiet Preu�ens in der Grafschaft Mark die Verbindung als Chaussee ausgebaut. S�dlich der Reichsstadt Dortmund wurde der preu�ische Stra�enneubau �ber H�rde gef�hrt. Der Verlauf von Hellweg und Chaussee entspricht weitgehend der sp�teren Reichs- bzw. Bundesstra�e 1. Innerhalb des historischen Stadtkerns Dortmunds hat sich der alte Hellweg bis heute als Einkaufsstra�e erhalten. Dort tr�gt die im Mittelalter so bedeutende Stra�e die Namen Osten- und Westenhellweg als Achse zwischen dem historischen Ostentor und dem Westentor. Die gleichen Stra�enbezeichnungen finden sich auch in Soest. In beiden F�llen geben die Bezeichnungen die geografische Ausrichtung des Stra�enverlaufs von den Stadtzentren wieder. W�hrend in Dortmund so die Richtungen vom zentralen Punkt im Inneren der historischen Stadt an der Reinoldikirche charakterisiert wird, ist es in Soest erst der Stra�enverlauf vor den Toren der mittelalterlichen Stadt, der Westenhellweg vor den alten Wallanlagen am Jakobitor und vor dem Thom�tor der Ostenhellweg. Asselner Hellweg 2006 Vor den Toren des alten Dortmunds l�sst sich die Stra�e anhand ihrer Bezeichnung leicht weiter verfolgen. Je nach Stadtteil erscheint sie seit dem 14. Jh. als Kombination des Orts- und des historischen Wegnamens, in Dorstfeld daher Dorstfelder Hellweg, als Dorstfelder Helewege bereits 1345 urkundlich erw�hnt. �stlich der Innenstadt hei�t der alte Hellwegverlauf heute im ersten Abschnitt Kaiserstra�e, in Erinnerung an den prachtvollen Einzug Kaiser Karls IV. 1377 in die Reichsstadt. Im weiteren Verlauf findet sich dann wieder die Verbindung aus Ort und Hellweg, in K�rne K�rner Hellweg, Wambeler, 1376 als Hylewege bi Wanemale genannt, Brackeler, Asselner und anschlie�end Wickeder Hellweg weiter nach Osten, schlie�lich, jenseits der heutigen Dortmunder Grenze, Massener Hellweg auf dem Stadtgebiet von Unna. Die genannten Dortmunder Stadtteile waren ehemals kleine, mehr oder minder eigenst�ndige Orte entlang der Stra�e. K�rne und Wambel lagen dabei noch auf dem Territorium der Grafschaft Dortmund, Brackel und Asseln bereits au�erhalb. Die Kombinationen mit Ortsnamen und Hellweg � gepr�gt im 19. Jahrhundert � finden sich auch in weiteren Ortsnamen im Verlauf der Stra�e wieder, wie B�dericher Hellweg (Werl-B�derich), West�nner Hellweg (Werl-West�nnen), Ost�nner Hellweg (Soest-Ost�nnen) und anderen. Der Hellweg war f�r die mittelalterlichen Pilger auch ein Zubringer des Jakobsweges nach Santiago de Compostela. 1997/98 gr�ndete sich die Kulturregion Hellweg als Marketingverband einiger St�dte und Gemeinden in einer breiten Zone entlang des historischen Hellwegs in Westfalen. St�dte am Hellweg von Westen nach Osten: * Duisburg * M�lheim an der Ruhr * Essen * Wattenscheid * Bochum * Dortmund * Unna * Werl * Soest * Erwitte * Geseke * Salzkotten * Paderborn * B�ckeburg * Stadthagen |