Besuch in Remscheid
Sonnig, aber kalt ist es an dem Samstagvormittag, als ich �ber
D�sseldorf und Solingen nach Remscheid fahre; erw�hnenswert an dieser
Tour ist lediglich der Schienenersatzverkehr zwischen Duisburg
Wanheimerort und D�sseldorf - Wittlaer. Erw�hnenswert ist dies deswegen,
weil die Verbindungen reibungslos funktionieren und ich ohne l�ngere
Wartezeiten in der Stadt im Bergischen Land ankomme. Meine erste
Station: der Remscheider Hauptbahnhof. Baustelle, die er ist, besteht er
derzeit faktisch nur aus einem Bahnsteig. Das alte Bahnhofsgeb�ude ist
inzwischen l�ngst abgerissen. Eine Treppenkonstruktion aus Eisen
erm�glicht den Zugang zu den Gleisen. Fahrkartenverkauf und
Bahnhofsbuchhandel sind in Wohncontainern untergebracht.
Vom Hauptbahnhof aus fahre ich zwei Stationen mit dem Bus und bin auch
schon in der Remscheider Innenstadt angekommen (wen es interessiert: Die
Haltestelle hei�t Friedrich - Ebert - Platz).
Ziemlich schnell entdecke ich dort das Allee - Center. Dies ist einer
jener Einkaufstempel, in denen �berwiegend Bekleidung, Schmuck und
Kosmetikartikel verkauft werden. Hell und freundlich sieht es hier aus,
und vor allem: lichtdurchflutet. Was aber auch nicht weiter verwundert.
Schlie�lich besteht die Decke �ber weite Strecken aus einem
langgestreckten Glastunnel. Fl�chenm��ig riesig ist das Geb�ude und vor
allem: gut besucht an diesem Tag.
Trete ich aus dem Geb�ude heraus, bin ich auch schon auf dem Marktplatz
vor dem Rathaus angekommen. Das Rathaus selbst bietet keinen h�bschen
Anblick. Auch hier wird gebaut; dementsprechend sehe ich �berwiegend
Bauger�ste und Absperrz�une. Ich schlende kurz �ber den Wochenmarkt, nur
um dann wieder in die Fu�g�ngerzone einzubiegen.
Ich lasse die gemauerte S�ule mit dem Remscheider L�wen darauf hinter
mir und entdecke die �blichen Verd�chtigen bei dem �rtlichen
Einzelhandel. H&M ist hier genauso vertreten wie dm, C&A, Citibank,
Subway, backwerk, Tchibo, Ihr Platz und wen es sonst noch alles geben
mag. Auch wenn die Fu�g�ngerzone bergab geht, geht es mit ihr nicht
bergab - dieser Kalauer sei hier erlaubt. Gr��ere Leerst�nde sehe ich
nicht im Einzelhandel. Die kleinen Allee - Arkaden bieten eine Mischung
aus Gastronomie, Einzelhandel und Kosmetiksalon; die Arkaden sind an
diesem Samstagvormittag nur m��ig frequentiert.
Die evangelische Stadtkirche ganz am Ende der Fu�g�ngerzone wirbt damit,
die �lteste Kirche Remscheids zu sein. Sie ist an diesem Tag leider
geschlossen. Ich h�tte sie mir gerne von innen angesehen.
So gegen 13 Uhr setze ich mich in den Bus in Richtung Wuppertal -
Hauptbahnhof. Ich �berlege kurz: ist das R�ntgen - Museum inzwischen
fertig renoviert und wieder offen? Keine Ahnung; ich werde im Internet
nachzusehen und mir den Besuch f�r n�chstes Jahr aufheben. Auch auf
einen Besuch im Deutschen Werkzeugmuseum verzichte ich an dem heutigen
Samstag. Ich habe ihn nicht vorbereitet; ich verschiebe den Besuch
genauso wie die Besichtigung des Historischen Zentrums.
Viel Wald bekomme ich auf meiner Tour zu sehen, zerstreute Siedlungen,
h�bsche Fachwerkh�user und gutb�rgerlich Stadtkultur. Mir tut die
Busfahrerin ein wenig leid. Bergauf und bergab muss sie sich durch enge
Kurven qu�len. Wie gl�cklich sind wir doch in Duisburg, dass wir kaum
nennenswerte Erhebungen haben.Remscheid
Remscheid wurde schon im 12. Jahrhundert urkundlich erw�hnt. Graf
Engelbert von Berg schenkte den Johannitern zwischen 1173 und 1189
Kirche und Frohnhof zu Remscheid. Bereits zu Beginn des 12. Jahrhunderts
besa� das adelige Frauenstift Essen Land in der N�he des zum Frohnhof
Remscheid geh�renden Hofes ?Hoddinbeke-(Haddenbach), den sp�teren Hof
?ten Rode (Rath). Das Bergische Land eignete sich nicht gut f�r die
Gr�ndung von St�dten.
Im Gegensatz zu den ummauerten St�dten, die aus einer geschlossenen
Ansiedlung entstanden, wuchs Remscheid aus vielen Geh�ften und H�fen
nach und nach zu einer Einheit zusammen. Daf�r bot die Natur Sch�tze an,
mit denen die Menschen etwas anfangen konnten: Holz, Eisenerz und
Wasserkraft. Sie schufen die Grundlage f�r die Entstehung eines
eigenst�ndigen bl�henden Eisengewerbes.
Das Jahr 1808 war f�r Remscheid bedeutsam. Remscheid wird Stadt. 6.135
Menschen leben zu dieser Zeit dort. Das Eingemeindungsgesetz von 1929
brachte bedeutende Zugewinne f�r Remscheid und machte es zu einer
Gro�stadt. Aus den St�dten L�ttringhausen und Lennep wurden nun
Stadtteile Remscheids. Bei der 2. kommunalen Neugliederung 1975 wurde
Bergisch Born in Remscheid eingemeindet.
Im Mittelalter war Burg an der Wupper politisches Zentrum des Bergischen
Landes. Die m�chtige Burg, in 100 Metern H�he auf einem Felsen �ber der
Wupper gelegen, war Stammschloss der Grafen von Berg. Graf Engelberg von
Berg, K�lner Erzbischof und Regent des Heiligen R�mischen Reiches
Deutscher Nation, war die Burger Residenz derma�en ans Herz gewachsen,
dass er sie zum Schloss ausbaute.
F�r die Bergische Kaffeetafel zu Hause gibt es hier nun ein
Waffelrezept. 200 g Butter, 75 g Zucker, 1 Prise Salz, 1 P�ckchen
Vanillezucker, 4 Eier 150 g Mehl, � P�ckchen Backpulver, 1 P�ckchen
geriebene Mandeln und 1 Essl�ffel Rum geh�ren zu den Zutaten. Die
Zubereitung? Butter, Zucker, Salz und Eier zu einer Masse verr�hren,
dann Mehl, Backpulver und N�sse unterr�hren. Zum Schluss den Rum dazu
geben. In einem ge�lten Waffeleisen goldgelb backen.
Die Eschbachtalsperre war als Pionierleistung des Wasserbaus vor mehr
als 100 Jahren ein wichtiger Meilenstein in der wirtschaftlichen
Entwicklung Remscheids. Sie wurde von Professor Dr. Ing. Otto Intze
geplant und auf Betreiben des Remscheider Industriellen Robert B�ker in
den Jahren 1889 bis 1891 gebaut. Seine K�nigliche Hoheit, Prinz
Friedrich Leopold von Preu�en, besuchte am 15. Juli 1897 die Talsperre.
Zwei Jahre sp�ter fand seine Majest�t, Kaiser Wilhelm II, vor Ort
lebende Worte f�r die bautechnische und wasserwirtschaftliche Gro�tat.
Um die Talsperre noch attraktiver zu gestalten, wurde der Rundweg um den
Stausee 1977 zu einem Waldlehrpfad ausgebaut.
Remscheid ist die Stadt der Werkzeuge. So wundert es nicht, da� hier
seit 1967 das Deutsche Werkzeugmuseum beheimatet ist. Als einziges
Museum dieser Art in Deutschland beherbergt das Werkzeugmuseum eine
umfangreiche technik-, sozial- und kulturgeschichtliche Sammlung von
Werkzeugen verschiedener Jahrhunderte. Es ist in dieser Form einmalig in
Europa. Die Sammlung genie�t �berregionale handwerks- und
industriegeschichtliche Bedeutung.
Das Werkzeugmuseum wird durch das benachbarte Haus Cleff erg�nzt, das
Ende des 18. Jahrhunderts ein Wohn- und Gesch�ftshaus international
operierender Werkzeugkaufleute war. Heute ist dort das Heimatmuseum
angesiedelt. Im historischen Rokoko � Wohnhaus Cleff befindet sich neben
einem Zinnkabinett und Einrichtungsgegenst�nden Bergischer Wohnkultur
auch das Stadtarchiv.
Zum Historischen Zentrum / Deutschen Werkzeugmuseum geh�rt auch der
Steffenshammer im Ortsteil Clemenshammer. Das ist ein historischer
Wasserhammer von 1746, der zusammen mit der benachbarten Kiepe - einem
ehemaligen Kleinschmiedehaus f�r Schmiedevorf�hrungen genutzt wird.
Am aufgestauten Hammerteich gelegen beherbergt der Steffenshammer die
Zeugnisse vergangener Industriegeschichte. Von einem gro�en
au�enliegenden Wasserrad angetrieben dreht sich die 8 Tonnen schwere
Holzwelle heute noch. Eingelassene Zapfen heben den Schwanzhammer, der
dr�hnend auf den Ambo� niederf�llt. Obwohl die Produktion im
Steffenshammer bis in die 1920er Jahre noch auf vollen Touren lief,
hatte die fabrikm��ige Schmiedetechnik den Wasserhammer l�ngst
eingeholt. So nutzte die Familie Steffens ihr Hammerwerk bis 1958 nur
noch f�r gelegentliche Arbeiten.
Seit dem Mittelalter wurden Erzeugnisse des bergischen Schmiedehandwerks
vertrieben. Zun�chst waren es b�uerliche Werkzeuge wie Hacken, Sicheln
und Sensen. Sp�ter kamen dann S�gen, Feilen und Winden hinzu. Besonders
begehrt war der Raffinierstahl. Bereits 1750 gab es mehr als 30
spezielle Herstellergruppen, die nahezu 400 Artikel herstellten. 50
Jahre sp�ter waren es bereits 4.000 verschiedene Erzeugnisse aus Eisen
und Stahl. Der bergische Raum hatte sich zu einem der gr��ten
zusammenh�ngenden eisenverarbeitenden Gebiete Deutschlands entwickelt.
Ab dem 15. Jahrhundert wurde in zunehmendem Ma�e die Wasserkraft zur
Veredelung und Verformung des Metalls genutzt. Der Einsatz
wassergetriebener Hammerwerke und Schleifkotten machte eine stetige
industrielle Entwicklung des eisenverarbeitenden Gewerbes erst m�glich.
Auch Remscheid kann einen ber�hmten Sohn vorweisen. Wilhelm Conrad
R�ntgen wurde 1901 mit dem ersten Physik-Nobelpreis ausgezeichnet. Er
wurde am 27. M�rz 1845 in Remscheid- Lennep geboren. Nach ihm, dem
Entdecker der neuen Art von Strahlen, wurde das 1930 gegr�ndete Deutsche
R�ntgen-Museum in der Lenneper Altstadt benannt.
Es zeigt auf 2.600 Quadratmetern Ausstellungsfl�che eine in der Welt
einmalige Sammlung von Apparaturen zur Anwendung der X-Strahlen. Der
historische Teil, die Gedenkst�tte mit vielen pers�nlichen Dingen aus
dem Nachlass R�ntgens, ist in einem altbergischen Patrizierhaus
eingerichtet. Das Museum erkl�rt die vielf�ltigen Anwendungsbereiche der
R�ntgentechnik: R�ntgen- Astronomie, R�ntgen- Arch�ologie,
Untersuchungen von Kunstwerken auf Alter und Echtheit, zerst�rungsfreie
Werkstoffpr�fung. Auf die Themen Strahlenemission und Strahlenschutz
macht das unaufh�rliche Knacken eines Geigerz�hlers aufmerksam. Das
Deutsche R�ntgen � Museum ist ein naturwissenschaftlich � technisches
Museum.
Wer mit Bus oder Bahn am Bahnhof Lennep ankommt und sich umschaut,
entdeckt heute noch das Schild Zu den Gleisen 37 und 38. Es ist ein
Relikt aus jenen bl�henden Zeiten, als das l�ngst zu Remscheid
eingemeindete Lennep noch Kreis- und Tuchmacherstadt war und der
Lenneper Bahnhof als Logistikzentrum eine wichtige Rolle f�r die
deutsche und europ�ische Tuchindustrie spielte. Das Tuchmuseum Lennep
mit seiner Dokumentation der Geschichte der Tuchindustrie im Bergischen
Land erinnert an diese Zeit.
In der Au�enstelle pr�sentiert sich in einem Industriedenkmal in
Dahlerau der Einflu� industrieller Entwicklung auf die Region mit einem
Maschinenpark. Anf�nglich hatten die Tuchmacher ihren Sitz in Lennep.
Die kargen B�den des Bergischen Landes gaben nicht gen�gend f�r den
Lebensunterhalt her. Die Fertigkeit des Webens wurde in Lennep zu einem
bl�henden Gewerbe. Die Wupper als Energiespender f�r die aufstrebende
Industrie zog die Tuchmacher an ihre Ufer. So entstanden viele
Unternehmen im Tal an der Wupper. 1995 schloss die letzte Tuchfabrik
ihre Pforten.
Bis heute nennt sich Remscheid eine Werkzeugstadt. Die hier t�tigen
Unternehmen des Maschinenbaus und der Metallverarbeitung besch�ftigen
mehr als 20.000 Menschen. Sie sind stark exportorientiert. Die
Exportquote liegt bei 40 Prozent. Deswegen nennt sich Remscheid auch die
?Seestadt auf dem Berge�, von wo aus viele Waren und Produkte in alle
Welt verschifft werden.
"Remscheid
Remscheid ist eine kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk D�sseldorf in
Nordrhein-Westfalen. Sie ist nach Wuppertal und Solingen die drittgr��te
Stadt des Bergischen Landes.
Die Einwohnerzahl Remscheids �berschritt 1929 mit der Bildung der
"neuen" Stadt Remscheid die Grenze von 100.000 Einwohnern, wodurch sie
zur Gro�stadt wurde.
Derzeit ist Remscheid die kleinste kreisfreie Gro�stadt in NRW.
Geografie
Remscheid liegt auf den H�hen des Bergischen Landes im Innern des gro�en
Wupperbogens, �ber den tief eingeschnittenen T�lern des Eschbachs, des
Morsbaches und der Wupper und ihrer Seitent�ler �stlich von Solingen und
s�dlich von Wuppertal, welches zugleich die beiden n�chstgr��eren St�dte
sind.
Die h�chste Stelle des Stadtgebiets von Remscheid befindet sich in
Hohenhagen auf dem Brodtberg und betr�gt 378,86 m �ber NN, die tiefste
Stelle befindet sich an der Wupper bei Wiesenkotten und betr�gt 96,00 m
�ber NN. Die gr��te Nord-S�d-Ausdehnung des Stadtgebiets betr�gt 9,4 km,
die gr��te West-Ost-Ausdehnung 12,4 km. Der Temperaturunterschied
innerhalb des Stadtgebietes bel�uft sich auf 5�C.
Geschichte
Remscheid stammt vermutlich aus altfr�nkischer Zeit, wurde im 12.
Jahrhundert gegr�ndet und geh�rte zur Grafschaft bzw. zum Herzogtum
Berg. Die erste Schreibweise remissgeid (1217) wurde abgel�st durch
Rymscheyd (1351), Reymscheyd (1487) und Rembscheid (1639). Urspr�nglich
war von einem "Hohen Wald" zwischen Eschbach und Morsbach die Rede. Die
Endsilbe "scheid" bezeichnet jedenfalls einen H�henkamm oder eine
Wasserscheide. Die Siedlung erhielt jedoch erst 1808 das Stadtrecht, als
das wirtschaftliche Wachstum der gesamten Rhein-Ruhr-Region zu einem
Bev�lkerungszuwachs in Remscheid f�hrte. Maschinenbau und die
Werkzeugproduktion sind bis heute die Hauptindustriezweige der Stadt.
Nach dem �bergang an Preu�en 1815 geh�rte die junge Stadt zum Landkreis
Lennep. Die Kreisstadt Lennep hingegen hatte schon 1230 das Stadtrecht
erhalten und wurde zur gleichen Zeit befestigt. In den folgenden
Jahrhunderten entwickelte sich Lennep zu einer bedeutenden Handelsstadt,
trat sogar der Hanse bei und erlangte damit h�here Bedeutung als das
benachbarte Remscheid. Nach dem �bergang an Preu�en 1815 wurde Lennep
Sitz eines Landkreises.
Die Industrialisierung verschaffte Remscheid einen entscheidenden
Entwicklungsschub, so dass die Stadt bald ihre �ltere Nachbarstadt
Lennep �berfl�gelte. Am 1. Januar 1888 schied sie aus dem Landkreis
Lennep aus und wurde eine kreisfreie Stadt. 1893 erhielt Remscheid eine
Stra�enbahn, die ab 1930 bis nach Wermelskirchen und nach Burg an der
Wupper f�hrte. Lennep verlor immer mehr an Bedeutung.
Am 1. August 1929 erfolgte schlie�lich eine kommunale Neugliederung des
gesamten rheinisch-westf�lischen Industriegebiets. Infolgedessen wurde
die kreisfreie Stadt Remscheid mit den St�dten Lennep und L�ttringhausen
zu einer neuen kreisfreien Stadt mit dem Namen Remscheid vereinigt. Die
neue Kommune �berschritt die 100.000-Einwohnergrenze und wurde damit
Gro�stadt. Aus dem Kreis Lennep wurde der Kreis Solingen-Lennep, der
1931 in Rhein-Wupper-Kreis umbenannt wurde und bis 1975 bestand.
Im Zweiten Weltkrieg wurde Remscheid am 31. Juli 1943 durch einen
Luftangriff stark zerst�rt, danach jedoch wieder modern aufgebaut.
Im Rahmen der nordrhein-westf�lischen Gebietsreform erfolgte 1975 eine
weitere Vergr��erung des Stadtgebiets, als die Ortschaft Bergisch Born
im S�dosten der Stadt (damals zu relativ gleichen Teilen zum Stadtbezirk
Lennep und den St�dten H�ckeswagen und Wermelskirchen im
Rhein-Wupper-Kreis geh�rig) eingegliedert wurde. Der Rhein-Wupper-Kreis
wurde aufgel�st. Das Umland Remscheids geh�rt seither zum
Rheinisch-Bergischen-Kreis und zum Oberbergischen Kreis bzw. den
kreisfreien St�dten Solingen und Wuppertal.
Im Jahr 1986 wurde in der Innenstadt zwischen Alleesta�e und
Konrad-Adenauer-Stra�e das Allee-Center er�ffnet. Es besa� zu Beginn
eine Verkaufsfl�che von 21.000 Quadratmetern mit 65 Gesch�ften.
Remscheid geriet im Jahre 1988 in die Schlagzeilen, als am 8. Dezember
ein US-amerikanischer Kampfbomber vom Typ A-10 Thunderbolt II in der
Stockder Stra�e abst�rzte.
Religionsgemeinschaften
Die Siedlung Remscheid, die Stadt Lennep und die Gemeinde L�ttringhausen
geh�ren seit dessen Bestehen zum Gebiet des Erzbistums K�ln bzw. zu
dessen Archidiakonat des Propstes von St. Kunibert, Dekanat Deutz.
Obwohl in der gesamten Gegend unter den Grafen von Berg die Reformation
Einzug hielt, gab es auch weiterhin einige Katholiken, die sich nach
Burg an der Wupper, Lennep, Wermelskirchen oder Cronenberg orientierten.
1641 gab es in Lennep ein Minoritenkloster. St. Katharina blieb als
Familienstiftung katholisch und wurde ab 1663 von den Minoriten bedient.
Doch erhielten die Katholiken Lenneps erst 1844 eine eigene Pfarrei und
Kirche. In Remscheid erhielten die Gemeindeglieder 1847 wieder eine
eigene Gemeinde. In der Folgezeit wurde Remscheid Sitz eines eigenen
Dekanats (heute Stadtdekanat Remscheid) innerhalb des neu umschriebenen
Erzbistums K�ln, zu dem heute alle Pfarrgemeinden der Stadt geh�ren. Die
Pfarrgemeinden Remscheids hei�en St. Andreas, St. Bonaventura, St.
Engelbert, St. Josef, St. Marien, St. Suitbertus und Heilig Kreuz.
Daneben gibt es auch ein Italienisches Pfarramt am Johanneshaus.
Die Reformation fasste in Lennep ab 1527, in Remscheid ab 1550 und in
L�ttringhausen wohl erst ab 1560 Fu�. Doch dauerte es noch einige
Jahrzehnte, bis das lutherische Bekenntnis die ganzen Gemeinden
erfasste. 1589 las der Pfarrer in Lennep noch Messen nach r�mischen
Ritus. Ab 1609 erhielt Lennep eine lutherische Kirchenordnung. Doch gab
es sp�ter in der Gegend auch einige reformierte Gemeindeglieder. Beide
Konfessionen vereinigten sich ab 1839 sowohl in Lennep als auch in
Remscheid zu einer unierten Gemeinde. In ganz Preu�en war bereits 1817
die Union zwischen lutherischen und reformierten Gemeinden eingef�hrt
worden. Die Gemeindeglieder geh�rten zur Kreissynode Lennep, wo ein
Superintendent seinen Sitz hatte. Hieraus entstand der heutige
Evangelische Kirchenkreis Lennep innerhalb der Evangelischen Kirche im
Rheinland, zu dem heute alle evangelischen Gemeinden Remscheids geh�ren,
sofern es sich nicht um Freikirchen handelt. Der Evangelische
Kirchenkreis Lennep umfasst insgesamt zwanzig evangelische
Kirchengemeinden, auch einige Gemeinden au�erhalb der heutigen Stadt
Remscheid, etwa in Radevormwald, H�ckeswagen und Wermelskirchen.
In Remscheid sind ferner verschiedene Freikirchen ans�ssig, darunter
zwei Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden (Baptisten), eine Gemeinde der
Evangelisch-methodistischen Kirche, eine Gemeinde der Selbstst�ndigen
Evangelisch-Lutherischen Kirche (die Martini Gemeinde), die Gemeinschaft
der Siebenten-Tags-Adventisten, eine Freie Evangelische Gemeinde (FeG)
und die Jesus Freaks Remscheid e. V.
Eingemeindungen
Die Stadt Remscheid entstand im Laufe der Geschichte aus einer Vielzahl
von Wohnpl�tzen, die teilweise sehr verstreut im Bergischen Land lagen.
1871 wurden die Siedlungen Gro�hausen, Neuhausen und W�stberghausen
sowie Struck, Neuenhof und vier Einzelh�user eingegliedert. Um das Jahr
1880 umfasste das Stadtgebiet Remscheids ca. 80 Wohnpl�tze. 1893 wurden
Neuenkamp und das zur Gemeinde Lennep geh�rige Hohenhagen eingegliedert.
Bereits am 1. Januar 1888 war Remscheid aus dem Kreis Lennep
ausgeschieden und eine kreisfreie Stadt geworden. Auch die �ltere Kreis-
und Nachbarstadt Lennep bestand um das Jahr 1870 aus �ber 100
Wohnpl�tzen. 1906 wurden die Orte Rotzkotten und F�nfzehnh�fe
eingegliedert. Die alte Siedlung L�ttringhausen, die schon sehr fr�h als
Freidorf bezeichnet wurde, doch erst 1856 die Bezeichnung "Stadt"
erhielt und zu der seit 1808 auch die Freiheit Beyenburg geh�rte, hatte
ebenfalls �ber 100 Wohnpl�tze.
Auf Grund des "Gesetzes �ber die kommunale Neugliederung des
rheinisch-westf�lischen Industriegebietes", das am 1. August 1929 in
Kraft trat, wurden die drei St�dte Remscheid, Lennep und L�ttringhausen
(ohne Beyenburg, das zu Barmen-Elberfeld bzw. Wuppertal kam) zu einer
(neuen) kreisfreien Stadt mit dem Namen Remscheid vereinigt. Schlie�lich
erfolgte am 1. Januar 1975 die Eingliederung des Ortsteils Bergisch
Born, der bis dahin teilweise zur Stadt H�ckeswagen und Wermelskirchen
im Rhein-Wupper-Kreis geh�rte.
Einwohnerentwicklung
1875 hatte Remscheid 25.000 Einwohner, bis 1897 verdoppelte sich diese
Zahl auf 50.000. Nach der Eingemeindung von Lennep (1736 Hektar, 14.463
Einwohner 1929), L�ttringhausen (1444 Hektar, 9.277 Einwohner; ohne
Beyenburg), einem Teil von Ronsdorf (76 Hektar, 0 Einwohner), einem Teil
von Cronenberg (22 Hektar, 104 Einwohner) und einem Teil von
Wermelskirchen (14 Hektar, 0 Einwohner) am 1. August 1929, �berschritt
die Einwohnerzahl der Stadt Remscheid die Grenze von 100.000, wodurch
sie zur Gro�stadt wurde.
1971 erreichte die Bev�lkerungszahl mit 136.699 ihren historischen
H�chststand. 2003 betrug der Anteil der nichtdeutschen Einwohner an der
Gesamtbev�lkerung nach Angaben der Stadtverwaltung 14,8 Prozent (17.937
Personen). Ende Dezember 2005 lebten in Remscheid nach Fortschreibung
des Landesamtes f�r Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen
115.864 Menschen mit Hauptwohnsitz. Am 31.Dezember 2006 gab es 16.932
Ausl�nder (14,35%).
Politik
Das Kirchspiel Remscheid hatte zun�chst keine eigene Verwaltung.
Lediglich gewisse Aufgaben der Sch�ffen des Landgerichts wurden vorort
erledigt. Im 17. Jahrhundert ist ein "Vorsteher" genannt, der aber nur
geringe Befugnisse hatte. Im Jahre 1808 wurde Remscheid zur Stadt
erhoben und erhielt eine Munizipalverfassung mit einem Maire und zwei
Beigeordneten an der Spitze. Ihnen standen 20 Munizipalr�te zur Seite.
Nach dem �bergang an Preu�en 1815 wurde die B�rgermeisterverfassung
eingef�hrt. Danach stand ein B�rgermeister, ab 1873 ein
Oberb�rgermeister an der Spitze der Stadtverwaltung.
In Lennep gab es bereits seit 1350 einen B�rgermeister und einen Rat.
Der Rat wurde im Laufe der Geschichte mehrmals in seiner Zusammensetzung
ver�ndert. Anfangs geh�rten ihm auch Sch�ffen an. Die j�hrlichen
Neuwahlen zum Rat erfolgten am 27. Dezember. Der B�rgermeister wurde aus
der Reihe der Sch�ffen gew�hlt. Auch in Lennep wurde 1807 zun�chst die
Munizipalverfassung, 1815 die preu�ische Verwaltung und 1856 schlie�lich
die preu�ische St�dteordnung eingef�hrt. An der Spitze der Stadt stand
weiterhin ein B�rgermeister.
In L�ttringhausen wurde 1807 zusammen mit Beyenburg die
Munizipalverfassung eingef�hrt. 1808 erhielt die von Napoleon
beherrschte Stadt einen Maire. Zun�chst hatte sich kein B�rger daf�r zur
Verf�gung gestellt, unter der franz�sischen Herrschaft dieses Amt
auszu�ben. Erst 1856 wurde L�ttringhausen durch preu�ische
Kabinettsorder zur Stadt erhoben. Auch hier leitete ein B�rgermeister
die Stadtverwaltung. Namhaftester B�rgermeister war Richard Gertenbach,
der in seiner 35j�hrigen Amtszeit die Infrastruktur L�ttringhausens
deutlich verbesserte. 1929 erfolgte durch Landtagsbeschluss die
umstrittene Eingemeindung nach Remscheid.
Nach Bildung der neuen Gro�stadt Remscheid 1929 wurde diese vom Rat und
von einem Oberb�rgermeister geleitet, der w�hrend der Zeit der
Nationalsozialisten von der NSDAP eingesetzt wurde. Nach dem Zweiten
Weltkrieg setzte die Milit�rregierung der Britischen Besatzungszone
einen neuen Oberb�rgermeister ein und 1946 f�hrte sie die
Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom
Volk gew�hlten "Rat der Stadt", dessen Mitglieder man als
"Stadtverordnete" bezeichnet. Der Rat w�hlte anfangs aus seiner Mitte
den Oberb�rgermeister als Vorsitzenden und Repr�sentanten der Stadt,
welcher ehrenamtlich t�tig war. Des Weiteren w�hlte der Rat ab 1946
ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der
Stadtverwaltung. 1995 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung
aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen
Oberb�rgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der
Stadtverwaltung sowie Repr�sentant der Stadt und wird direkt von den
B�rgern gew�hlt. Die Stadt hat 429 Mio. ? Schulden.
Wirtschaft und Infrastruktur
Das Bergische Land ist ein Wirtschaftsraum der Schneidwarenfertigung und
Werkzeugfabrikation, des Maschinen- und Anlagenbaus und der
Lohnfertigung. Am 31. Dezember 2006 gab es 6.325 Arbeitslose (10,7%).
Remscheid ist ein traditionsreicher Industriestandort; zahlreiche oft
sehr innovative mittelst�ndische Unternehmen sind oder waren dort t�tig,
von denen die bekanntesten im Folgenden beispielhaft genannt werden. So
stand das Stammwerk der Gebr�der-Mannesmann-R�hrenwerke in Remscheid.
Die Br�der Reinhard und Max Mannesmann erfanden 1885 in der
Feilenhauerwerkstatt ihres Vaters das revolution�re Walzverfahren zur
nahtlosen R�hrenherstellung, [2] welches sie 1890 durch das noch heute
angewendete Pilgerschritt-Walzverfahren vervollkommneten. Die von den
namensgebenden Gebr�dern Dowidat Remscheid 1919 gegr�ndete und nach wie
vor in Privatbesitz befindliche Werkzeugfabrik Gedore geh�rt zu den
weltweit gr��ten Herstellern von Qualit�tswerkzeugen. Auch die 1868
gegr�ndete Werkzeugfabrik Hazet wurde nach den - als Buchstabe
ausgesprochenen - Initialen des Firmengr�nders Hermann Zerver benannt
und auch sie geh�rt zu den weltweit f�hrenden Unternehmen in dieser
Branche. Die ebenfalls nach dem Firmengr�nder Eduard Scharw�chter
benannte 1870 gegr�ndete Edscha-Gruppe ist hingegen innovativer
Weltmarkt-F�hrer in der Produktion von T�rscharnieren und -Feststellern
und dar�berhinaus ein bekannter Entwickler im Automobilbereich und
Hersteller von Cabrio-Dachsystemen und Bet�tigungssystemen. Die Firma
Keiper GmbH & Co. KG, weltweit bekannter Hersteller von Strukturen und
Komponenten f�r Pkw-Sitze, wurde im Jahr 1920 durch Fritz Keiper
gegr�ndet. Das Unternehmen geh�rt zusammen mit den beiden Unternehmen
Recaro und Recaro Aircraftseating zur Keiper Recaro Group . Der heutige
Weltmarktf�hrer im Bereich Spinnanlagen f�r Nylon, Polyester und
Polypropylen sowie Texturiermaschinen, die Barmag-Sauer
Unternehmensgruppe, wurde 1922 als Barmag AG in Wuppertal-Barmen
gegr�ndet . Das weiterhin in Familienbesitz befindliche Unternehmen der
europaweit bekanntesten Heiztechnikmarke Vaillant mit dem Logo eines
Osterhasen-Kopfes wurde 1874 von Johann Vaillant in Remscheid gegr�ndet.
Auch dieser brachte zahlreiche Innovationen auf den Markt, so
patentierte er beispielsweise 1894 den Gas-Badeofen als geschlossenes
System.
Aufgrund seiner weitreichenden Handelsbeziehungen bis nach �bersee nennt
sich Remscheid volkst�mlich-traditionell schon seit den 80er Jahren des
19. Jahrhunderts die "Seestadt auf dem Berge".
Am 7. Juli 1893 wurde in Remscheid die elektrische Stra�enbahn mit
zahlreichen Linien in die unterschiedlichen Stadtteile und nach
Wermelskirchen in Betrieb genommen. Es war die erste in Westdeutschland.
Ein Kreuzungspunkt befand sich am Markt. Der Streckenabschnitt mit dem
st�rksten Gef�lle war auf der Bismarckstra�e ( heute: Alte
Bismarckstra�e ) und galt mit 10,6% Steigung als steilste Strecke f�r
Adh�sionsbahnen ( Schienenbahnen ohne Zahnradantrieb ) in Deutschland.
Au�erdem bestehen eine Volkshochschule, eine st�dtische Musik- und
Kunstschule, die Naturschule Grund sowie die Akademie Remscheid f�r
musische Bildung und Medienerziehung. Ferner unterh�lt die Bergische
Universit�t Wuppertal das Institut f�r Werkzeugforschung und Werkstoffe
(IFW).
Theater und Musik
Remscheid besitzt ein Stadttheater, das Teo-Otto-Theater, in dem
verschiedene Tourneetheater gastieren. Ferner bestehen das
Rotationstheater in Lennep und das Westdeutsche Tourneetheater.
Dar�ber hinaus gibt es seit 1954 im Stadtbezirk L�ttringhausen den
Theaterverein "L�ttringhauser Volksb�hne", welcher Mundartst�cke
auff�hrt, sowie seit 1995 die Amateurtheatergruppe unter professioneller
Leitung "Neue B�hne Remscheid", beheimatet im Haus Lindenhof im
Stadtteil Honsberg.
Die Stadt Remscheid tr�gt zusammen mit der Stadt Solingen das
Sinfonieorchester "Bergische Symphoniker", das 1995 durch Fusion der
beiden st�dtischen Orchester aus diesen hervorging. Das Orchester
veranstaltet Sinfoniekonzerte in Solingen und Remscheid, bespielt die
Theater beider St�dte und gibt auch zahlreiche Gastspiele.
Bauwerke
* Das Stadtzentrum von Remscheid wurde nach den Kriegszerst�rungen
des Zweiten Weltkrieges in moderner Form wiederaufgebaut. Das 1906
erbaute Rathaus mit seinem 48 Meter hohen Turm ist fast das einzige
historische Geb�ude in der Innenstadt und gilt als eines der Wahrzeichen
der Stadt.
* Regional bekannt ist auch das vollst�ndig �berdachte
Einkaufszentrum Allee-Center mit ca. 100 Gesch�ften, B�ros und
Arztpraxen.
* Im westlichen Stadtteil Hasten befinden sich das Deutsche
Werkzeugmuseum und das Historische Zentrum sowie das Heimatmuseum
Remscheid im "Haus Cleff" (erbaut 1778/79), eines der sch�nsten H�user
des Bergischen Landes, das ein weiteres Wahrzeichen der Stadt Remscheid
darstellt.
* Ebenso zeigt die neu gebaute Werkzeugtrasse vom Remscheider
Hauptbahnhof bis zum Stadtteil Hasten, die Geschichte der
Werkzeugindustrie in Remscheid
* Im Stadtteil L�ttringhausen f�llt inmitten teilweise gut
erhaltener alter Bausubstanz die evangelische Stadtkirche auf.
* Der Stadtteil Lennep besitzt eine historische Altstadt mit
bergischen Fachwerkh�usern, �berragt vom weithin sichtbaren Turm der
evangelischen Stadtkirche. Diese kam zwischen 1173 bis 1189 f�r rund 400
Jahre an den Johanniterorden. Seit ca. 1570 dient sie als evangelische
Kirche und wurde 1726 barock umgebaut.
* Hier befindet sich auch das Geburtshaus Wilhelm Conrad R�ntgens
(G�nsemarkt 1) und wenige Schritte entfernt an der Schwelmer Str. 41 das
* Deutsches R�ntgen-Museum, das an Leben und Entdeckungen des
ber�hmtesten Sohnes der Stadt erinnert.
* An der �stlichen Autobahn-Rastst�tte Richtung Dortmund gelangt man
oberhalb des Hotels zur Eschbachtalsperre, der �ltesten
Trinkwasser-Talsperre Deutschlands, erbaut von dem Aachener Professor
Otto Intze.
* Die Panzertalsperre liegt im Tal des Panzerbachs nahe Hasenberg im
Stadtteil Lennep.
* Die M�ngstener Br�cke, Deutschlands h�chste Stahleisenbahnbr�cke,
verbindet Remscheid mit Solingen, �berbr�ckt das Tal der Wupper und gilt
als ein Wahrzeichen des gesamten Bergischen Landes.
* Das Tuchmuseum im Stadtteil Lennep zeigt die Geschichte der
Textilindustrie der Stadt.
* Steffenshammer ist ein alter bergischer Wasserhammer im
Morsbachtal aus dem Jahre 1746.
* Nahe dem Stadtpark wurde in dem ehemaligen Bismarck-Turm die
"Dr.-Hans-Sch�fer-Sternwarte" eingerichtet.
Kirchen
Katholische Kirchen
Die Heilig-Kreuz-Kirche ist die Kirche der Katholischen Pfarrgemeinde in
Remscheid L�ttringhausen. Sie wurde 1928 erbaut. Urspr�nglich hatte in
alter Zeit an der heutigen Kreuzbergstra�e ein gro�es Kreuz gestanden,
zu dem Gl�ubige aus dem Bergischen Land pilgerten. An dieser Stelle
wollten die Katholiken sp�ter eine Kirche erbauen. Doch der damalige
L�ttringhauser B�rgermeister Richard Gertenbach fand, dass dieser Platz
sich besser f�r ein neues Rathaus eigne. So tauschte er mit dem
katholischen Eigent�mer das Grundst�ck und baute 1908 an der
Kreuzbergstra�e das Rathaus. Das Grundst�ck f�r die katholische Kirche
liegt an der Richard-Pick-Stra�e, einige hundert Meter entfernt. Zur
Erinnerung an den ehemaligen Standort des Kreuzes bekam die Kirche dann
ihren Namen.
Die Heilig-Geist-Kirche (Architekt Hans Schilling) im Stadtteil Klausen
wurde im November 1970 durch Weihbischof Augustinus Frotz geweiht. Die
Kirche wurde im September/Oktober 2000 abgerissen. Aufgrund der
zur�ckgehenden Gottesdienstbesucher konnte die Kirchengemeinde
Heilig-Kreuz die Kirche nicht weiter unterhalten.
St. Engelbert ist der j�ngste Kirchenbau in Remscheid. Er liegt in
Vieringhausen. Nach der Grundsteinlegung am 19.Februar 1989 fand die
Einweihung am 27. Mai 1990 statt. Neben anderen Kunstgegenst�nden
befinden sich in der Kirche ein Kreuz von Bert Gerresheim und Fenster
von Johannes Schreiter. Die Kirche steht unter dem Patronat des heiligen
Graf Engelbert II. von Berg.
Die Kirche St. Suitbertus liegt an der Papenberger Stra�e, wo 1847 das
erste katholische Gotteshaus nach der Reformation erbaut wurde. In den
Jahren 1882 bis 1883 errichtete man hier die St. Suitbertuskirche im
neoromanischen Stil. Der Turm wurde erst 1894 angebaut. Beim
Bombenangriff 1943 hatte die Kirche - und hier vor allem der Turm -
erhebliche Besch�digungen aufzuweisen. Beim Wiederaubau dessselben bekam
er eine etwas stumpfere Form.
Evangelische Kirchen
Urspr�nglich ist die ev. Stadtkiche aus einer alten Fronhofskapelle
hervorgegangen. Als barocke Saalkirche wurde sie nach dem Stadtbrand im
Jahr 1723 neu errichtet und 1726 eingeweiht. Der Bombenangriff auf
Remscheid am 31. Juli 1943 richtete schwere Zerst�rungen an dem Geb�ude
an. Es brannte bis auf die Au�enmauern nieder. Nach dem Zweiten
Weltkrieg entschloss sich die Stadt unter Leitung des Remscheider
Architekten Hanns Berger zum Wiederaufbau. Am 27. Februar 1955 konnte
dann der Einweihungsgottesdienst gefeiert werden. Vielen
Gemeindemitgliedern gefiel der Innenraum jedoch nicht, so dass dieser im
Rahmen der erforderlichen Sanierung des Mauerwerks im Jahr 1977 neu
gestaltet wurde. Die Wiederer�ffnung erfolgte im November 1980.
Die Kirche bei der Stiftung Tannenhof liegt auf dem Gel�nde der
Evangelischen Stiftung Tannenhof, Fachkrankenhaus f�r Psychiatrie,
Psychotherapie, Psychosomatik und Neurologie an der Remscheider Stra�e.
Am 14. 7. 1907 erfolgte die Grundsteinlegung.
Die evangelische Stadt - Kirche Lennep liegt inmitten der Altstadt. Das
erste Kirchengeb�ude stammte aus dem Mittelalter. Beim zweiten
Stadtbrand 1563 wurde das Gotteshaus schwer besch�digt, konnte jedoch
repariert werden, w�hrend nach dem dritten Stadtbrand im Jahre 1746 nur
eine Ruine blieb. An selbiger Stelle wurde eine neue Kirche errichtet -
eine bergische Predigtkirche als Saalkirche - und 1756 eingeweiht. Im
August wurde die von Christian und Gerhard Kleine aus Eckenhagen
gelieferte Orgel installiert.
Die Lutherirche liegt an der Martin-Luther-Stra�e, ehemals Lindenstra�e.
Sie wurde 1893 im neogotischen Stil erbaut und ist dem Reformator
Martin-Luther geweiht. Als 1971 die alte Walcker-Orgel st�ranf�llig
geworden war, bekam die Kirche im Rahmen der Neugestaltung des
Innnenraums eine neue Steinmeyer-Orgel.
Die Pauluskirche liegt an der B�chelstra�e im Ortsteil Hasten. Sie wurde
nach den Pl�nen von Baumeister Conradi im neoromanischen Stil erbaut.
Der Orgelprospekt stammt aus den Jahren 1866/67. Das
"Kreuzigungsfenster" und das "Auferstehungsfenster" datieren auf 1905,
das "Tauffenster" und das "Abendmahlsfenster" auf 1910. Immer noch in
Betrieb ist ein mechanisches Uhrwerk.
Kirchen anderer Religionsgemeinschaften
* Freie evangelische Gemeinde Remscheid-Lennep
Die Gemeinde liegt an der Wallstra�e in Lennep
* Evangelische Freikirche der Baptisten
Die Kirche liegt an der Sch�tzenstra�e
* Evangelische Freikirche Br�dergemeinde
Die Kirche liegt im Stadtbezirk L�ttringhausen an der Schulstra�e am
Sch�tzenplatz
* Auferstehungskirche
Die Kirche liegt an der Ludwig-Stra�e
* Neuapostolische Kirche
Die Kirche liegt an der Lindenallee
Freizeitm�glichkeiten
Auf dem Stadtgebiet gibt es viele Wanderwege und Radwege, die auch quer
durch die Innenstadt und an seinen Sehensw�rdigkeiten vorbeif�hren;
unter anderem den Radweg Wasser, W�lder, Eisenh�mmer. Um die Stadt herum
f�hrt au�erdem der R�ntgenweg. Er hat eine L�nge von 60 Kilometern.
Zus�tzlich bestehen mehrere Naherholungsgebiete, wie zum Beispiel
Kuckuck im Stadtteil Struck sowie das gr��te zusammen h�ngende
Waldgebiet zwischen Alt-Remscheid, Lennep und L�ttringhausen mit dem
Hohenhagener Gebiet, Diepmannsbachtal und dem Brodtberg. Ein weiteres
Erholungsgebiet befindet sich an der Stadtgrenze zu Radevormwald an der
Kr�winklerbr�cke.
Sonstiges
Im Jahre 1961 entstanden in Remscheid die Au�enaufnahmen f�r den
sechsteiligen Krimi-Klassiker Das Halstuch von Francis Durbridge. Der
WDR verzichtete aus Kostengr�nden auf Dreharbeiten in England. So suchte
man sehr lange nach einer passenden Kulisse f�r den fiktiven Ort
Littleshaw. Die meisten Aufnahmen entstanden rund um den Marktplatz. Als
die Serie dann im Januar 1962 ausgestrahlt wurde stellte sie alles
bisher da gewesene in den Schatten. Einschaltquoten bis 89% legten
damals das �ffentliche Leben im ganzen Land praktisch still," beschreibt
die Internetenzyklop�die Wikipedia die Stadt.
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"Seit 1967 besteht das
Deutsche Werkzeugmuseum Remscheid, das einzige Museum dieser Art in
Deutschland. Es beherbergt eine technik-, sozial- und
kulturgeschichtliche Sammlung von Werkzeugen verschiedener Jahrhunderte,
in dieser Form einmalig in Mitteleuropa.
Erg�nzt wird das Museumsensemble durch das benachbarte Haus Cleff, das
seit dem Ende des 18. Jahrhunderts ein Wohn- und Gesch�ftshaus
international operierender Werkzeugkaufleute war. Es beherbergt heute
das Historische Zentrum.
Aus dem st�dtischen Heimatmuseum, dem heutigen Historischen Zentrum, ist
das Deutsche Werkzeugmuseum hervorgegangen. Hier war bereits seit den
1920er Jahren Werkzeug gesammelt worden, wobei nicht nur technologische,
sondern auch kulturgeschichtliche, volkskundliche und ethnologische
Aspekte ber�cksichtigt wurden.
Das Werkzeugmuseum dokumentiert ferner die Entwicklung der
Werkzeugproduktion, der Verwendung der Werkzeuge sowie des
Werkzeughandels und Vertriebs im gesamten deutschen Raum.
Schwerpunktm��ig wird der Wandel von der handwerklich/gewerblichen
Produktion (z. B. Handfeilenhauerei / Wasserh�mmer) zur klein- und
gro�industriellen Produktion (z. B. Maschinenfeilenhauerei) dargestellt.
Hier fehlten geschichtliche, wirtschaftliche, technische und soziale
Hintergr�nde genausowenig wie die Entwicklung der klassischen Hand-,
Elektro- und Maschinenwerkzeuge.
Im Deutschen Werkzeugmuseum findet man vieles: vom Faustkeil �ber die
elektrische Handbohrmaschine bis hin zu Sonderwerkzeugen, die in
Werkzeugmaschinen eingespannt werden. Historische Werkst�tten und
Fabrikensemble lassen noch etwas sp�ren von den Arbeitsbedingungen
vergangener Tage, dem Leben der Arbeiter, der Werkmeister und
Fabrikanten. Die Herstellung dauerhafter und vielseitig verwendbarer
Werkzeuge w�re ohne die Erfolge in der Eisengewinnung und
Eisenverarbeitung undenkbar gewesen. So war beispielsweise das
Elektrostahlverfahren wichtig f�r die Herstellung von hochwertigem
Werkzeugstahl.
Der erste Produktions-Lichtbogen-Schmelzofen der Welt, 1906 bei den
Richard-Lindenberg-Stahlwerken in Remscheid eingesetzt, steht heute im
Deutschen Werkzeugmuseum. Zahlreiche Exponate aus dem deutschen Raum
dokumentieren die Geschichte anderer Zentren der mitteleurop�ischen
Werkzeugindustrie, so des s�ddeutschen Raumes und der Region um
Schmalkalden in Th�ringen.
Seit dem Mittelalter wurden Erzeugnisse des bergischen Schmiedehandwerks
vertrieben. Zun�chst waren es b�uerliche Werkzeuge wie Hacken, Sicheln
und Sensen, sp�ter kamen S�gen, Feilen und Winden hinzu. Besonders
begehrt war der Raffinierstahl. Schon 1750 gab es mehr als 30 spezielle
Herstellergruppen, die nahezu 400 Artikel produzierten. 50 Jahre sp�ter
waren es bereits 400 verschiedene Erzeugnisse aus Eisen und Stahl. Der
bergische Raum hatte sich zu einem der gr��ten zusammenh�ngenden
eisenverarbeitenden Gebiete des deutschen Kulturraumes entwickelt.
Ab dem 15. Jahrhundert wurde in steigendem Ma�e die Wasserkraft zur
Veredelung und Verformung des Metalls genutzt. Der Einsatz
wassergetriebener Hammerwerke und Schleifkotten machte eine stetige
industrielle Entwicklung des eisenverarbeitenden Gewerbes erst m�glich.
Rund um Remscheid, besonders in den T�lern des Morsbaches und der Gelpe,
standen zahlreiche Wassertriebwerke an rasch dahinflie�enden Bergb�chen.
�ber 400 Jahre lang lieferten sie die n�tige und billige Energie.
Der 1746 errichtete Steffenshammer im Ortsteil Clemenshammer ist der
einzige noch erhaltene Wasserhammer in diesem Gebiet. Malerisch gelegen
am aufgestauten Hammerteich beherbergt er die Zeugnisse vergangener
Industriegeschichte. Von einem gro�en au�enliegenden Wasserrad
angetrieben, dreht sich die acht Tonnen schwere Holzwelle auch heute
noch.
Eingelassene Zapfen heben den Schwanzhammer, der dr�hnend auf den Ambo�
niederf�llt. �ber ein zweites, kleineres Wasserrad lief eine
ausgekl�gelte Transmission, die Federhammer, Schleifstein und das
Gebl�se des Schmiedefeuers antrieb.
Obwohl die Produktion im Steffenshammer bis 1928 noch auf vollen Touren
lief, hatte die fabrikm��ige Schmiedetechnik den Wasserhammer l�ngst
eingeholt. So nutzte die Familie Steffens ihr Hammerwerk bis 1958 nur
noch f�r gelegentliche Arbeiten. Dann erwarb die Stadt Remscheid die
Anlage und gliederte sie als Industriedenkmal dem Deutschen
Werkzeugdenkmal an.
Das Gelpetal war �ber mehrere Jahrhunderte ein bedeutendes Gebiet f�r
die Eisenverarbeitung. Aus dieser Epoche der bergischen
Fr�hindustrialisierung sind heute, mit Ausnahme des Steffenshammers, nur
noch Reste von H�mmern und Schleifkotten vorhanden. Urspr�nglich standen
an Gelpe und Saalbach 25 Wassertriebwerke, von denen einige noch bis ins
letzte Jahrhundert hinein in Betrieb waren," berichtet das Deutsche
Werkzeugmuseum.
Hell und freundlich pr�sentiert sich das Remscheider Museum (Anschrift:
Deutsches Werkzeugmuseum, Cleffstra�e 2 - 6, 42855 Remscheid, Telefon:
02191 - 162519), dessen �ffnungszeiten Dienstag bis Samstag 9.00 bis
13.00 sowie 14.00 bis 17.00 Uhr sowie Sonn- und Feiertags 10.00 bis
13.00 sind.
Dieser angenehme Gesamteindruck liegt aber nicht nur an der gro�z�gigen
Raumaufteilung, der lichtdurchfluteten Architektur und dem wei�en
Anstrich der W�nde. Hier liegt ein familienfreundliches Mitmachmuseum
vor, in dem sich nur die historischen Werkzeuge in Vitrinen verstecken.
Viele (ungef�hrliche) Werkzeuge k�nnen direkt vor Ort ausprobiert
werden.
Computeranimationen illustrieren Herstellungsverfahren wie CAD und CNC.
So entsteht ein sehr lebendiger Eindruck der Arbeitswelt; gerade und
insbesondere Kinder d�rften begeistert sein.
Der Eintritt ist frei. Wer also seinen Urlaub zu Hause verbringt, hat
hier ein lohnenswertes Ausflugsziel. Die Bushaltestelle "Remscheid
Hasten Museum" wird sowohl von Remscheid wie auch von Wuppertal aus
angesteuert.
Im beschaulichen Remscheider Stadtteil Lennep, genauer gesagt am Rand
der Altstadt, liegt das R�ntgenmuseum. Die genaue Anschrift lautet:
Schwelmer Stra�e 41, 42897 Remscheid, Telefon: 02191 - 1600 (Zentrale
der Stadtverwaltung), �ffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 10 bis 16
Uhr, Samstag / Sonntag / Feiertag 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Leben und Werk von Wilhelm Conrad R�ntgen, dem Entdecker der X -
Strahlen, sind genauso Schwerpunktthemen des Museums wie die Sammlung
historischer Apparaturen zur Erzeugung und Anwendung der R�ngtenstrahlen.
Zumindest f�r Erwachsene lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall. Seit
seinem Umbau pr�sentiert das Museum technologiehistorisches,
naturwissenschaftliches und allgemeingeschichtliches Wissen auf moderne
Weise. Oft genug flimmert und scheint es auf Informationstafeln, Ger�te
und Bildschirmen, so da� man als Besucher neugierig stehenbleibt und
wissen m�chte, was gerade passiert. Ah ja, dort zeigen R�ntgenaufnahmen,
wie jemand schluckt. Und die Elektroden dort dr�ben zeigen technische
Zusammenh�nge.
Ob sich Kinder f�r eine solche Ausstellung interessieren, sei einmal
dahingestellt. Wie schon gesagt: F�r uns Erwachsenen lohnt sich ein
Besuch auf jeden Fall. |