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Mercatorjahr 2012

 

 

 







„Kreativquartier Ruhrort“ 

 

Die Ruhrorter HOFkultur wird mit Margita Wahrer poetisch

 Duisburg, 17. Mai 2022 - Zum Abschlussabend der beliebten Veranstaltungsreihe in Ruhrorter Hinterhöfen und verborgenen Orten, wird im Kreativquartier Ruhrort verschmitzt theatral erklärt, wie man das Glück (nicht) suchen sollte.  
Poesie bewirkt in der Regel, eine stille, sich der Sprache entziehende oder über sie hinausgehende Wirkung. Ähnlich eines Gedichts, welches eine Wirkung entfaltet, die sich der alltäglichen Umgangssprache entzieht. „Poesie ist Dynamit für alle Ordnungen dieser Welt“, hat Heinrich Böll über deren Wirkung gesagt. Margrita Wahrer - Foto Volker Scherf -, geboren 1971 in Pequannock, N.J., USA, arbeitet die freischaffende Schauspielerin gerne mit diesem Phänomen der Kunst. Nach der schauspielerischen Ausbildung in Zürich, Konstanz und Berlin arbeitet sie rund um ihren Wohnort Freiburg als Schauspielerin, Clownin, Performerin, Tänzerin und Sängerin. In Seniorenheimen bezaubert die wandelbare Künstlerin als „Frau Blume“ betagte Damen und Herren.
  
Zum Abschluss der diesjährigen HOFkultur wird sich Margrita Wahrer bei einem Abend voller poetischer Momente unter anderem auf die Suche nach dem Glück machen. Dabei wird dem Publikum besonders ans Herz gelegt, wie man diese Suche am besten nicht gestaltet. In eime weiteren Stück wird die selten erzählte, wahre Geschichte der Herkunft des Löwenzahns vorgetragen.  

Im Hof an der Dammstraße 12 geht es am Samstag, 21. Mai um 18 Uhr los. Den Hof erreicht man über den Garagenhof an der Dammstr. 16, gleich nebenan. Bei Regenwetter findet die Veranstaltung im Das PLUS am Neumarkt, Neumarkt 19 statt. Der Eintritt ist, wie immer bei der HOFkultur frei(willig), das heißt seine Hutspende bemisst jeder Besucher und jede Besucherin nach eigenem Vermögen.   HOFkultur 2022 | Poesie ist Dynamit … Dammstr. 12, 47119 Duisburg-Ruhrort Samstag, 21. Mai 2022, 18 Uhr Eintritt frei(willig) – Hutspende erbeten
 

 

Handverlesen - Literatur am Neumarkt Autorenlesung mit Friedemann Vietor

Duisburg, 16. Mai 2022 - Märchen sind äußerst vielseitig und waren zunächst keineswegs für Kinder gedacht. Darum lautet der Titel des Hörvergnügens am Donnerstag, 19. Mai um 19 Uhr nicht umsonst „Märchen für Erwachsene“. Die Lesung führt vom Volksmärchen über Kunstmärchen bis zu Märchenparodien. Friedemann Vietor, ausgewiesener Experte für literarische Vergnügen, ist als Vorleser bereits in der Stadtbibliothek, in der VHS und anderen Literaturkreisen mehrfach aufgetreten. Die Märchenparodien hat er selbst erdacht.

In seinen Geschichten gestaltet Friedemann Vietor die kleinen Frechheiten, die in vielen Märchen zu finden sind, für Erwachsene neu. Und als Überbringerin dieser neuen Form dachte er sich gleich auch noch eine „große deutsche Dichterin“ aus, Margarete Nolte. Hier wird Märchenhaftes neu gestaltet und verspricht einen vergnüglichen Abend.  


Friedemann Vietor - Literaturliebhaber, Autor und versierter Vorleser-  wurde 1943 in Kalisch (Polen) geboren und wuchs am Rand des Sauerlandes bei Hagen auf. Nach Abschluss seiner Buchhandelslehre arbeitete er in Bremen, Düsseldorf und schließlich in Duisburg. Inzwischen beschäftigt er sich nur noch aus Vergnügen mit der Literatur, so zum Beispiel in Literaturkreisen oder als „Leseopa“ in Kindergärten. Seine Art zu sprechen, findet bei ernsten, wie auch bei heiteren Texten, stets eine begeisterte Zuhörerschaft. Handverlesen - Literatur am Neumarkt ist eine lose Folge von Veranstaltungen, in denen Literatur und deren Autorinnen und Autoren im Vordergrund stehen. Immer frisch, immer handverlesen, immer am Neumarkt.  

Märchen für Erwachsene | Autorenlesung mit Friedemann Vietor Donnerstag, 19. Mai 2022, 19 Uhr Das PLUS am Neumarkt, Neumarkt 19, 47119 Duisburg-Ruhrort Eintritt frei(willig) - Hutveranstaltung    

 

Duisburg Fringe Festival 2022

Duisburg, 12. Mai 2022 - Der kleine Bruder des weltgrößten Kunst- und Kulturereignisses geht am 12.-14. August in die zweite Runde Was im letzten Jahr seinen Anfang nahm, soll in diesem Jahr größer und stärker zurückkommen: Das Duisburg Fringe Festival, eine Zusammenkunft der freien Kunstszene des Ruhrgebiets und ganz Deutschlands, wird wieder stattfinden. Mit Hoffnung auf weniger Beschränkungen und eine entspanntere pandemische Lage planen die Organisatoren ein Event, das vergleichbare in den Schatten stellen soll. Im letzten Jahr feierte das erste offizielle Fringe Festival Deutschlands bereits Premiere.

Um dem Infektionsschutz gerecht zu werden, wurden die Auftritte der Künstler*innen und Gruppen entzerrt und auf 3 Wochenenden verteilt. “Es war nicht das Festival, das wir ursprünglich geplant hatten. Aber es war ein sehr guter Anfang und wir sind froh, dass wir die Sicherheit aller Beteiligten berücksichtigen und trotzdem große Kunst genießen konnten”, blicken die Organisatoren Daniel Hees und Ingo Broggiato zurück.


Statt an sechs Abenden soll alles nun an einem Wochenende stattfinden. “Wir wollen ein echtes Festivalgefühl und eine Atmosphäre von Zusammenkunft. Wir wollen für ein paar Tage eine Parallelwelt erschaffen. Es wird ein Wochenende, das keine so schnell vergessen wird. Das sollte sich niemand entgehen lassen.” Das Festival findet vom 12.-14. August am und um den Neumarkt in Duisburg Ruhrort statt. Wer als Künstler*in, Zuschauer*in oder Helfer*in dabei sein möchte, findet alle Informationen unter www.duisburgfringe.de oder meldet sich direkt bei info@duisburgfringe.de.    

Only Connect spielten den Klassiker „Warten auf Godot“ beim Fringe Duisburg 2021 auf dem Neumarkt in Ruhrort - Foto  Peter Jacques.

 

Ruhrorter HOFkultur gastiert im Ruhrorter Yachtclub  

Duisburg, 11. Mai 2022 - Ein Rudelsingen steht bei der HOFkultur im maritimen Ambiente des Eisenbahnbassins am Samstag, 14. Mai ab 18 Uhr auf dem Programm.   Schon lange werden hier keine Eisenbahnwaggons über den, auf Ruhrorter Seite abgerissenen, Trajekttrum in Richtung linker Niederrhein verladen. Dennoch gibt die ehemalige Hebeanlage dem Hafenbecken seinen Namen – das Eisenbahnbassin. Hier hat seit vielen Jahren der auf eine über 100 Jahre währende Geschichte zurückblickende Ruhrorter Yachtclub sein zuhause. Sportbootfreunde auf dem Rhein finden hier einen gastlichen Anlaufpunkt.

Die HOFkultur gewährt nun zu einer der beliebten Veranstaltungen einen Blick auf das Vereinsgelände im Schatten des Ruhrorter Kraftwerks. „Endlich können wir unsere kleine, aber feine Veranstaltungsreihe im Kreativquartier Ruhrort wieder durchführen“, freut sich Organisator Folkert Küpers. Dass zum Neustart nach der Pandemie ein Rudelsingen dazugehören solle, kam dem Wunsch des seit Jahren teilnehmenden Stamm-Publikums entgegen.

„Aber wir hoffen, den Durst nach gemeinschaftlichen Gesangsveranstaltungen auch für Teilnehmende stillen zu können, welche die HOFkultur noch nicht kennen.“ Detlef von Schmeling und Clemens Graefen zählen zu den HOFlieferanten, die bereits bis zum Jahr 2019 etliche Veranstaltungen an ungewöhnlichen Orten im Hafenquartier mitgestaltet haben. Sie werden mit Gitarren und Gesang den Chorgesang des Publikums leiten.     HOFkultur | Rudelsingen Samstag, 14. Mai 2022 Beginn 18:00 Uhr Ruhrorter Yachtclub Am Eisenbahnbassin 42, 47119 Duisburg


Hoflieferanten - Foto Fritz Hemberger


- Beliebte Ruhrorter HOFkultur widmet sich im Mai 2022 der Kunst
- Svavar Knútur (Island) beim Ruhrorter „Spelunken-Spektakel“  

Beliebte Ruhrorter HOFkultur widmet sich im Mai 2022 der Kunst
Duisburg, 3. Mai 2022 - Der Zeit ihre Kunst | Der Kunst ihre Freiheit – der Giebelspruch am Wiener Secessionsgebäude, seit 1897 Ausstellungsgebäude für zeitgenössische Kunst in der Hauptstadt Österreichs, dient als Motto. Nach zwei Jahren, in denen die Hinterhöfe und Gärten des Ruhrorter Kreativquartiers unbespielt blieben, startet die bei Anwohnern und auswärtigem Publikum geschätzte Veranstaltungsreihen mit Lesungen, Theateraufführungen oder Konzerten an drei Samstagen im Mai durch.

Der morbide Charme der meist nur den Anwohnern zugänglichen Flächen und die Stillung einer Neugier, wie es wohl hinter den Türen und Toren aussieht ist Teil des Veranstaltungskonzepts, der 2011 erstmals durchgeführten Veranstaltungsserie. Bereits seit einigen Jahren schart Folkert Küpers eine Gruppe von vielfältigen „Hoflieferanten“ zu drei themenbezogenen Auftritten zusammen. „Die dabei entstandenen Veranstaltungskonzepte haben inzwischen schon Begehrlichkeiten bei anderen Veranstaltern geweckt“, bemerkt Küpers mit erkennbarem Stolz.

„Auftritte in anderen Ruhrgebietsstädten oder auf Burg Waldeck sind inzwischen zu verzeichnen und eine Einladung nach Kamp-Lintfort bringt die HOFkultur im Juni 2022auch zur Extraschicht – der Nacht der Industriekultur.“ In vergangenen Jahren häufig zu Themenreihen mit historischem Bezug, setzt sich die HOFkultur in diesem Jahr mit verschiedenen Spielarten der Kunst selbst auseinander. Am Samstag, 7. Mai ab 18 Uhr wird der Hof an der Dr.Hammacher-Str. 18 zur Bühne für Lesung und Musik unter dem Titel „Was ist Kunst?“.

Ausgewählte literarische Antworten geben Barbara Wedekind und Folkert Küpers mit musikalischer Unterstützung durch Thomas Becker. Beim Ruhrorter Yacht-Club mit Blick auf das Eisenbahnbassin gibt es dann am Samstag, 14. Mai ab 18 Uhr ein Rudelsingen mit Detlef von Schmeling und Clemens Graefen, bevor die Schauspielerin Margrita Wahrer - Foto Volker Scherf - am Samstag, 21. Mai um 18 Uhr im Hof der Dammstr. 12 das Zitat von Heinrich Böll unterstreicht, dass „Poesie Dynamit für alle Ordnungen dieser Welt“ sei.


Bei den HOFkultur-Veranstaltungen wird bewusst auf Eintrittsgelder verzichtet, da diese Angebote für alle Menschen offen sein sollen. Allerdings werden jene, die es sich leisten können, um eine Spende zur Finanzierung der Reihe gebeten (der Hut geht herum).   Bei Regen oder unbeständigem Wetter finden die Veranstaltungen am 7. und am 21. Mai ´22 im „Das Plus am Neumarkt“, Neumarkt 19, 47119 Ruhrort, statt.


Svavar Knútur (Island) beim Ruhrorter „Spelunken-Spektakel“  

Wer einen Auftritt von Svavar Knútur schon miterleben durfte, wird sich noch lange daran erinnern. Seine Auftritte sind eine emotionale Achterbahnfahrt zwischen zu Tränen gerührt bis vor Lachen weinend, die einen in seinen Bann ziehen und so schnell nicht wieder loslassen.   Dem Schmerz der langen Winter, sowie die Schlaflosigkeit der 24 Stunden scheinenden isländischen Sommersonne Ausdruck verleihend, hat er sich in den letzten Jahren zu einem heiteren und außergewöhnlichen Musiker gemausert.

Er erzählt mit „watteweicher, nordisch entrückter Folkmusik“ (Rolling Stone) vom harten aber nicht freudlosen Leben der Menschen am rauen isländischen Westfjord. Brisbanes Rave Magazin schrieb ihm eine „Ohnmacht erregende Stimme“ zu und hob die „wundervolle Schlichtheit und ungefilterten Emotionen in seinen Songs“ hervor.  

Viel Spaß und gute Unterhaltung verspricht Svavar Knútur beim Spelunken-Spektakel am 8. Mai 2022, 19:00 Uhr im Das PLUS am Neumarkt, Neumarkt 19, 47119 Duisburg.   Der Eintritt ist frei(willig), d.h. der Hut geht rum.

Jürgen! Endlich!! (und noch anderer alter Kram) - Ausstellung Christian Wilke

Jürgen! Endlich!! (und noch anderer alter Kram) - Ausstellung Christian Wilke
Duisburg, 2. Mai 2022 - Christian Wilke, Jahrgang 1963, gebürtiger Braunschweiger, ist freier bildender Künstler. Nach dem Abitur in Schöningen und dem Zivildienst im Blindenaltenheim Steinriedendamm in Braunschweig absolvierte er das Studium der Freien Kunst an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig bei Prof. Johannes Bruns als Meisterschüler und schloss es mit Diplom mit Auszeichnung ab.
Nach einem anschließenden Studium der Philosophie an der TU Braunschweig ist Christian Wilke seit 1994 als freier bildender Künstler mit dem Schwerpunkt Malerei tätig. Ausstellungen unter anderem in der Bundeskunsthalle Bonn, Lehmbruck-Museum Duisburg, Kunsthalle Recklinghausen.  

Ihn und sein Werk mit wenigen Worten zu umreißen, ihn gar in eine Kategorie einzusortieren fällt schwer, verweigert er durch seine Arbeitsweise doch jedwede Einordnung. Malerei, Zeichnung, Bildhauerei, Video- und Installationskunst, etc. in jedem dieser Genres fühlt Christian Wilke sich zu Hause. Dabei ist es weniger die Formensprache, als die zugrundeliegende Haltung die seine Arbeiten kennzeichnen. „Punk als Verweigerungsstrategie trifft in Wilkes Arbeiten auf vermeintliche Spießertugenden wie Detailgenauigkeit und Akkuratesse. Das Kunstmarktspiel nicht mitspielen, sich aber dennoch an den internen Vorgaben abarbeiten“, beschreibt Sven Drühl diese Haltung in einem Aufsatz sehr passend.   

Im Zentrum der Ausstellung im Kreativquartier-Raum Das PLUS am Neumarkt steht der Bilderzyklus Jürgen, dessen monochrome Gemälde den jeweils in differierender Typografie dargestellten Schriftzug abbilden. Es stellt sich die Frage: „Wer um alles in der Welt ist dieser Jürgen und was hat er Großes vollbracht, das Wilke ihm mit solchem Eifer huldigt? Jürgen lebt …“  

Die Ausstellung ist bis zum 29. Mai 2022 im Das PLUS am Neumarkt zu sehen   Ausstellungseröffnung/Vernissage Freitag, 6. Mai 2022, 19 Uhr Das PLUS am Neumarkt, Neumarkt 19, 47119 Duisburg-Ruhrort Eintritt frei

 Helene - eine Kriegskindheit | Autorenlesung mit Dieter Ebels

Duisburg, 26. April 2022 - Im Jahr 2007 erstmals erschienen, hat der Bericht der Zeitzeugin Helene über die Kriegsjahre in Duisburg durch das aktuelle Weltgeschehen europäische Tages-Aktualität und Relevanz bekommen. Der Autor liest Auszüge einer Geschichte, die weitererzählt werden muss.   Deutschland in den Jahren des Zweiten Weltkrieges. Besonders in den großen Industriestädten zermürben ständige Bombenangriffe die Bevölkerung.

Die Stadt Duisburg ist von diesen Angriffen am meisten betroffen. Not und Elend sind allgegenwärtig. Diese Geschichte schildert die Kriegsjahre in Duisburg aus der Sicht des Mädchens Helene. Während sich ihr Vater als Soldat in Paris befindet, erlebt Helene, gemeinsam mit ihrer Mutter und ihren vier Geschwistern, all die Grausamkeiten des Krieges.

Das Mädchen muss miterleben, wie die Bomben um sie herum alles in Schutt und Asche legen. Überall gibt es Tote und Verletzte und schließlich trifft ein schwerer Schicksalsschlag sogar ihre eigene Familie. Als Helene durch die Kinderlandverschickung nach Bayern kommt, kann sie die Kriegswirren für einige Zeit verdrängen, doch kaum kehrt sie nach Hause zurück, überschatten tragische Ereignisse ihr Leben.  

Obwohl dieses Buch auch einige amüsante Anekdoten aus dem Leben des Mädchens Helene schildert, so ist es doch geprägt von den alles zermürbenden Grausamkeiten des Krieges. Es ist eine Schilderung, die unter die Haut geht …
Dieter Ebels, 1955 in Duisburg geboren, ist ein literarischer Tausendsassa. Sein schriftstellerisches Metier reicht von prosaischer Stadtgeschichte und Gedichten bis hin zur Humoreske und spannenden Abenteuergeschichten.

Mit dem Roman Helene - Eine Kriegskindheit hat er ein dramaturgisches Thema aufgegriffen, welches zur Nachdenklichkeit anregen soll. Auszüge seines authentischen Werkes „Helene - Eine Kriegskindheit“ finden sich sogar in Geschichtsschulbüchern wieder.   Handverlesen - Literatur am Neumarkt ist eine lose Folge von Veranstaltungen, in denen Literaturwerke und deren Autor_Innen im Vordergrund stehen. Immer frisch, immer handverlesen, immer am Neumarkt in Ruhrort.  

Helene - eine Kriegskindheit | Autorenlesung mit Dieter Ebels
Das PLUS am Neumarkt Neumarkt 19, 47119 Duisburg-Ruhrort Donnerstag, 28. April 2022, 19 Uhr Eintritt frei(willig) - Hutveranstaltung zugunsten der Kindernothilfe  

HOFkultur: Die letzten Kriegstage 1945

Duisburg, 07. April 2022 - Die Ruhrorter HOFkultur-Reihe wird mit Erinnerungen von Duisburgern an die letzten Kriegstage 1945 wieder aufgenommen. Geschichte, doch beängstigend aktuell. Am Sonntag, 10. April 2022 um 16:00 Uhr startet am Ruhrorter Bollwerkbunker an der Milchstraße die HOFkultur nach pandemiebedingter Unterbrechung wieder. Diese Reihe bringt Kulturveranstaltungen in Hinterhöfe und Orte, die häufig der Öffentlichkeit sonst nicht zur Verfügung stehen.


Thema dieser HOFkultur ist das Gedenken an die letzten Kriegstage und das Kriegsende vor 77 Jahren in Duisburg. Ursprünglich sollte dieses Programm 2020, zum 75. Jahrestag des Kriegsendes, aufgeführt werden. Nun hat der Krieg in der Ukraine dem Thema eine neue schreckliche Aktualität gegeben. Wladimir Putins Befehl zum Überfall auf die Ukraine macht aus einem Hörstück zur Erinnerungskultur einen Protest gegen den Krieg.  

1945: Einmarsch der Alliierten - Foto Stadtarchiv Duisburg

Der nahe Krieg in Europa ist wieder furchteinflößende Gegenwart geworden. Auch wenn deshalb die Debatten um die deutsche Erinnerungskultur in den Hintergrund gerückt sind, im Zuspruch zu Wladimir Putins Handeln machen sie sich in verkleideter Form bemerkbar. Schon länger fanden Politiker Unterstützung, die historische Wahrheiten über Bedingungen und Folgen der nationalsozialistischen Diktatur klein redeten. Deutsche sahen sich wieder vor die Entscheidung gestellt, ob der 8. Mai ein Tag der Befreiung oder ein Tag der Niederlage ist.  

Mit einem vielstimmigen Hörstück sucht Ralf Koss - Foto Marion Basteck - nach Möglichkeiten des Gedenkens an das Kriegsende. Die heile Schlagerwelt der Nazizeit untermalt die Erinnerungen von Duisburgern an die letzten Kriegstage. Historikerstimmen der Gegenwart begegnen einem Versuch über Duisburg im Nationalsozialismus zu schreiben aus dem Jahr 1949.

Sie münden in die Erinnerungssehnsüchte von AfD-Politikern wie Alexander Gauland sowie Björn Höcke und der gegenüber dem erstarkten Rechtsextremismus wieder nötigen Botschaft des Liedermachers Konstantin Wecker „Sag nein“.  Bei Regen wird die Veranstaltung in der Gaststätte „Zum Hübi“, Leinpfad/Ecke Horst-Schimanski-Gasse, 47119 Duisburg-Ruhrort, stattfinden.  

Sehenswürdigungen, Hinterhoftrödel und kreativ für den Frieden  

 Duisburg, 05. April 2022 - Vielfältig gestaltet sich das erste Oster-Ferienwochenende im Ruhrorter Kreativquartier-Laden Das PLUS am Neumarkt.   Nach kurzer Umbaupause wird die nächste Ausstellung im Laden der Kreativen – Das PLUS am Neumarkt – am Freitag um 18 Uhr eröffnet.

„Sehenswürdigungen“ nennt Dieter Schwabe seine künstlerischen Fotoarbeiten, die am Neumarkt 19 in Ruhrort bis zum Maifeiertag zu sehen sind. Geboren und aufgewachsen in Duisburg-Homberg machte Dieter Schwabe (Künstlername: mononom) sein Abitur in Düsseldorf. Seine Arbeitsvita gestaltet sich vielfältig: Studium der Psychologie und Philosophie (in Köln / Düsseldorf), Berufsausbildung zum Reprografen und Datenverarbeitungskaufmann, Berufstätigkeit als Druckvorlagenhersteller für Kunstdrucke, IT Dozent für Programmierung und Betriebswirtschaftslehre.

by Dieter Schwabe

Zu fotografieren begann Dieter Schwabe im Alter von zehn Jahren mit einer Agfa Clack, der einfachen Kult-Kamera der 50er und 60er Jahre. Durch die enorm vielfältigen Möglichkeiten der digitalen Fototechnik, sieht er die Kamera in Verbindung mit dem Computer als Weiterentwicklung von Leinwand, Farbe und Pinsel, also als Malwerkzeug. Fotografische Schwerpunkte liegen auf der Erkundung und Wahrnehmung von Oberflächen und ihrer Veränderungen im Licht und immer wieder auch die Fotografie der Landschaft der näheren niederrheinischen Umgebung.  


Am Samstag ist dann in Ruhrort Trödeltag, findet doch neben dem Hafentrödel auf der Mühlenweide im gesamten Hafenquartier an Rhein und Ruhr ein Hinterhoftrödel statt. An diesem beteiligt sich auch Das PLUS am Neumarkt. Neben den von 10 bis 18 Uhr geöffneten Künstlershops bieten einige private Trödler wettergeschützt Kunst und Kram zum Kauf an.  


Der Sonntag steht dann von 11 bis 16 Uhr unter dem Motto „Kreativ für den Frieden“. Die am Neumarkt ansässigen Künstlerinnen und Künstler laden ein zu einem gemeinsamen Kreativtag im Zeichen des Friedens, weil Kreativität verbindet und Frieden schafft. Besucher erstellen ihr eigenes Kunstwerk zum Mitnehmen unter Anleitung, zum Beispiel Origami falten, Stencil Art (Schablonen) – Painting, Kerzenziehen, Aquarell malen.

Collage Maren Thiel

Jeder, der Lust hat kreativ zu werden, ist herzlich willkommen. Es sind keine Vorkenntnisse nötig. Für die kleinsten Künstler liegen Ostermalvorlagen bereit. Das benötigte Material wird gegen eine Spende zur Verfügung gestellt, die für ukrainische Kinder und Jugendliche an die Kindernothilfe weiter gereicht wird. Sehenswürdigungen – Dieter Schwabe | Ausstellungseröffnung Freitag, 8.4.2022, 18 Uhr.

Hoftrödel - by Peter Jacques - Samstag, 10 bis 18 Uhr Kreativ für den Frieden Sonntag 11 bis 16 Uhr   Das PLUS am Neumarkt Neumarkt 19 47119 Duisburg-Ruhrort Eintritt frei(willig) | Spenden erbeten


Kreativquartier Ruhrort: Akzente-Wochenende startet diesmal am Donnerstag  

Duisburg, 29. März 2022 - Im Kreativquartier Ruhrort ticken die Uhren sowieso anders – warum nicht das letzte Wochenende der Duisburger Akzente am Donnerstag beginnen? In Zeiten, in denen manche Arbeitnehmer zu Vier-Tage-Woche-Regelungen mit ihren Arbeitgebern finden, kann das Wochenende der 43. Duisburger Akzente ruhig schon am Donnerstag beginnen, meinen die Akteure aus dem Hafenquartier.


Mit dem Vortrag „Neue Mauern in der alten Stadt“ blickt Lisa Hampel (M.A.) vom Stadtarchiv Duisburg am Donnerstagabend um 18 Uhr und um 20 Uhr im Das PLUS am Neumarkt auf die städtebauliche Entwicklung des Neumarkts. Der Ruhrorter Neumarkt entstand im Rahmen der zweiten Stadterweiterung im späten 18. Jahrhundert. In deutlicher Abgrenzung zur Altstadt mit ihrer starken Prägung durch die Arbeit und das Handwerk im Umfeld des Hafens, entwickelte sich am Neumarkt ein Verwaltungs-, Handels- und Wohnzentrum mit dezidiert bürgerlicher Prägung. Der wechselvollen Geschichte dieses Orts in den vergangenen zwei Jahrhunderten will der Vortrag unter Einbeziehung von Karten, Plänen und Bildern nachgehen.   

Premiere hat das musikalische Duo Sandrine Lisken und Rudi Gall dann am Freitagabend ebendort und ebenfalls mit zwei Auftritten um 18 Uhr und um 20 Uhr. Die aus Moers stammende Sandrine Lisken studiert Jazzgesang an der Hochschule für Musik Saar. Rudi Gall ist ein Urgestein der Duisburger Musikszene, sowohl als Musiker, als auch als Produzent. Bei seinen „Konsortenabenden“ hat er schon einige aufstrebende Perlen präsentiert. Bei den Duisburger Akzenten wird es ein Konzert mit Liedern der Solokünstler, aber auch speziell hierfür geprobte Duo-Nummern geben. Als weitere Unterstützung hat Rudi den in Duisburg bekannten Gitarristen Martin Hötte gewinnen können.
 
Sandrine Lisken by Udo Fischer + Kerstin Bruhn (www.nunsichtbar.de

Dass ein Comic bei einer Autorenlesung präsentiert wird, ist sicherlich auch noch nicht häufig passiert. In der Buchhandlung des Ruhrorter Mercator-Verlags an der Bergiusstr. 18 wird der Abend mit der „Affengitter-Bande“ am Samstag um 18 Uhr nachgeholt. Krankheitsbedingt musste der ursprünglich im Programmheft angekündigte Termin verschoben werden. Genesen und immunisiert versetzen Oliver Hinzmann, Martin Hinzmann und Marcus Echtenbruck (allesamt Jahrgang 1985 bis 1988) sich und die Leserinnen und Leser in die auslaufenden 1990er/beginnenden 2000er Jahre.


Affengitterbandetalk by Oliver Hinzmann

Walsum sowie die angrenzenden Stadtgebiete waren damals noch stark von der Montanindustrie geprägt. Im Fokus stehen dabei die Abenteuer einer kleinen Bolzertruppe, der „Affengitter-Bande“. Vor Ort messen Sie sich mit anderen Jugendlichen, bis sie eines Tages den Aufruf zu einem Fußballturnier „auf Schalke“ sehen und fortan ein neues Ziel vor Augen haben: trotz mangelnden Talents einen Sieg auf fremdem Terrain einzufahren.  


Die Band „Spellbound“ hätte es vor 45 Jahren, bei den ersten Duisburger Akzenten, so noch gar nicht geben können, besteht das Ensemble doch aus Musiker_Innen, die ihre Wurzeln oder Wohnorte in Leipzig, Erfurt, Bochum und Duisburg haben. Seit zwei Dekaden sind Spellbound unterwegs, die Musik Europas zu erforschen, sowohl räumlich als auch zeitlich: alte Melodien des Mittelalters und der Renaissance gehören ebenso zu ihren Programmen wie verrückte Lieder aus dem Balkan, traurige sephardische Klageweisen werden ergänzt durch wilde Stücke aus Galicien oder Frankreich. Mit großer Spielfreude nehmen sie das Publikum mit auf ihren kurvenreichen Weg, die Vielfalt der Kulturen und des Lebens zu feiern.
Im Gepäck haben sie ihr aktuelles Album „Unterwegs“auf dem sie erneut Spiel- und Experimentierfreude fernab jeglicher Konventionen unter Beweis stellen. Die Konzerte finden am Samstag um 18 Uhr und 20 Uhr im Das PLUS am Neumarkt statt.  

Spellbound Unterwegs by Henry Schulenburg

Kurzgeschichten mit Markus Peters, schließen dann die von Thomas Frahm kuratierte und moderierte Vortrags- und Lesungsreihe „So geht das nicht! (Aber anders!)“ am Sonntag um 16 Uhr am Neumarkt. Markus Peters - Foto Natalia Engel - erzählt mit beiläufiger Brillanz und Milieukenntnis Ungewöhnliches von gewöhnlichen Menschen. Er debütiert mit 19 Jahren als Roman-Autor bei Diogenes („Eine Loreley in der Themse“), aber dann siegt die Neugier auf das wahre und das gefilmte Leben: Ihn lockt die schillernde Film- und Rundfunk-Szene in Berlin und der Medienstadt Köln, er dringt vor bis zu Harald Schmidt, schreibt Bissigkeiten für dessen Late-Night-Show.

Als freier Journalist begegnet er ständig Menschen, denen so Unglaubwürdiges passiert, dass dies geradezu danach schreit, literarisch glaubwürdig erfunden zu werden. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei(willig), d.h. wir setzen auf Großzügigkeit bei der Hutsammlung. Wir bitten darum, während des gesamten Aufenthalts im Laden eine OP-/besser FFP2-Maske zu tragen und einen 3G-Nachweis bereit zu halten.  
Platzreservierungen bitte über: https://www.eventbrite.de/d/germany--duisburg/kreativquartier-ruhrort/

 

Stonewall Stories Mauergeschichte(n) und -musik  aus Irlands wildem Westen

Im Rahmen der 43. Duisburger Akzent: Mick Haering Montag, 28.3.2022, 18 Uhr
Duisburg, 25. März 2022 - Ganz ohne Mörtel, nämlich in der typischen Trockenbauweise errichtet, trotzen sie seit Jahrhunderten den Naturgewalten. Und seit einigen Jahrzehnten auch den Touristenströmen: Die irischen Steinmauern. Gerade an der Westküste gibt es sie zuhauf. Drei kleine Inseln kommen durch einen perfiden und zerstörerischen Plan auf stolze 1.600 Kilometer dieser Stone Walls, die angeblich zum Schutz des Viehs und vor Erosion gebaut werden mussten. Aber eigentlich sollten diese Mauern nur eines: Die Menschen teilen. Und teilen. Und wieder teilen und noch mal teilen …


Aber auch ganze Gebetshäuser wurden in Trockenbauweise errichtet und trotzen so bis heute dem Wind und dem Regen. Der Irland-Reisende Mick Haering  - Foto by Tatjana Knopf - hat spannende und lustige  Geschichte(n) zu den Gebilden aus Granit im Gepäck. Schöne Landschaftsfotografien und Musik von der grünen Insel unterMAUERN das Programm, das mitnimmt. Liedtexte auf der Leinwand laden ein, einige Songs gemeinsam zu singen…


Für alle Veranstaltungen im Das PLUS am Neumarkt gilt weiterhin: der Eintritt ist frei(willig), d.h. Großzügigkeit des Publikums findet in Hutspenden Ausdruck. Ein 3G-Nachweis und die Bereitschaft, während der gesamten Veranstaltung eine OP-, besser FFP2-Maske zu tragen sind verpflichtend.   Stonewall Stories | Mick Haering Montag, 28.3.2022, 18 Uhr.
 Das PLUS am Neumarkt, Neumarkt 19, 47119 Duisburg-Ruhrort Eintritt frei(willig) Platzreservierungen: https://www.eventbrite.de/e/271991432697  

Halbzeit bei der Ausstellung INS LEBEN GEKACHELT

Bildertausch, Vorstellung des Ausstellungskatalogs und inspirierte Posaune  
Duisburg-Ruhrort, 19. März 2022 - Zur Mitte der Ausstellung „Ins Leben gekachelt“ zu den 43. Duisburger Akzenten erschallt im Kreativquartier Ruhrort die Posaune, der Ausstellungskatalog wird der Öffentlichkeit präsentiert und mittendrin wechseln die Rahmen die Sichtweisen.  

Ins Leben gekachelt by Peter Jacques

Schon früh war den Machern im Kreativquartier Ruhrort klar, dass die 43. Duisburger Akzente ein Meilenstein in der kulturellen Stadtentwicklung des Hafenquartiers werden könnte. Die kreative Energie aus zwei Pandemiejahren wollte unbedingt ans Tageslicht und findet unter anderem, aber mit Leuchtturmcharakter, in der, dem quadratischen Format gewidmeten, Ausstellung am Neumarkt ein willkommenes Auslassventil.

Team FAL-Berufskolleg by Peter Jacques

Da die Wandflächen im, zum kulturellen und gesellschaftlichen Treffpunkt entwickelten, Ausstellungsladen Das PLUS am Neumarkt nicht für alle Exponate reichten, wird zur Mitte des Festivalzeitraums ein Bilderwechsel stattfinden. Damit weitere können 10 beteiligte Künstlerinnen und Künstler ihre Werke bis zum Abschluss am 3. April zeigen.  
Begleitet wird dieser, wohl nicht oft vom Publikum zu beobachtende, Vorgang vom Posaunisten Paul Hubweber, ein deutscher Posaunist im Modern Creative Jazz und der freien Improvisationsmusik. Seit 1969 an verschiedenen Instrumenten zu hören, wechselte er mit siebzehn an die Posaune und trat früh auch in Italien, Frankreich, Belgien und den Niederlanden auf.

Ab 1976 war er einige Jahre an der Organisation des New Jazz Festival Moers beteiligt und spielte mit Größen des Genres, wie Paul Lovens, John Edwards, Peter Kowald, Alexander von Schlippenbach, Eberhard Hirt, Paul Lytton und vielen anderen. Mit der Berliner Regisseurin Ebba Jahn veröffentlichte er jüngst eine Reihe von Kurzfilmen, in denen Kunst und Musik zusammenfinden.  

Paul Hubweber - by Arnold Giet

Zur Ausstellung erschien dieser Tage der 156-Seitige Hardcover-gebundene und farbig gedruckte, hochwertige Ausstellungskatalog, in dem alle Ausstellungsbilder und Kürzestbiografien der Ausstellenden ebenso enthalten sind, wie ein Aufsatz des Kunsthistorikers Dr. Falko Herlemann.


Dieser wird auch zur zweiten Ausstellungshälfte seine Beobachtungen zu den Bildern und Anmerkungen zu den Künstlern vortragen. Das Grußwort des Schirmherrn der Ausstellung, MdB Mahmut Özdemir und ein Essay zur gemeinsamen Geschichte der Duisburger Akzente mit dem Kreativquartier Ruhrort von Olaf Reifegerste machen das ansprechende Buch zu einem Zeitdokument Duisburger Kulturentwicklung. Der Katalog ist für einen Spottpreis von 15,00€ gleich in der Ausstellung erhältlich. Der Mercator-Verlagsbuchladen, die Buchhandlung Scheuermann und die Tourist-Information an der Königstraße haben das Buch ebenfalls im Angebot.

Martin Opfer


Auf Wunsch signierte Werke aller Künstler können gerahmt wie ausgestellt zum Stückpreis von 49,00€ erworben werden. Komplette Künstlersätze mit 5 Objekten sind vergünstigt für 230,00€ erhältlich.   Für die ersten drei zusätzlichen „Friedens-Bilder“ endet die „Silent Auction“ um 19 Uhr bei der Midissage und die erfolgreichen Bieter erhalten ihre Objekte gegen die gebotene Spende für ukrainische Kinder und Jugendliche gleich ausgehändigt. Das Geld wird an die Kindernothilfe zweckgebunden weitergeleitet.


Drei weitere Bilder von Polina, Kerstin Ciesla (Chefin BUND Duisburg, Foto Lennon) und Martin Opfer stehen dann ab 19 Uhr bis zum Ausstellungsende ebenfalls in einer „Stillen Auktion“ für denselben Zweck zur Versteigerung.   Auch für die Midissage gilt: der Eintritt ist frei(willig), d.h. Großzügigkeit des Publikums findet in Hutspenden Ausdruck. Ein 3G-Nachweis und die Bereitschaft, während der gesamten Veranstaltung eine OP-, besser FFP2-Maske zu tragen sind verpflichtend.

Polina ,peace square

Instawalk, Theater, Spelunken-Spektakel und ein Verriss

 Duisburg, 16. März 2022 - Das Akzente Programm fürs kommende Wochenende im Kreativquartier Ruhrort bietet Vielfalt. Mit einem Instawalk für jugendliche Fotofreunde startet Manfred Bellingrodt am Freitag um 16.30 Uhr das Wochenendprogramm des Kreativquartier Ruhrort zu den 43. Duisburger Akzenten. Startpunkt ist Das PLUS am Neumarkt, in dem zunächst die Formalitäten geklärt und ein Blick oder zwei auf die Ausstellung Ins Leben gekachelt geworfen wird. Dann geht es los zu den besten Fotospots im Hafenquartier, wo Perspektive, Technik und Erfahrungswerte vermittelt werden.  

Weiter geht es dann am selben Ort um 20 Uhr mit dem Theaterstück „Rückkehr“, welches das Theater ohne Mittel aufführt. Rückkehr erzählt die Geschichte eines traumatisierten Soldaten, der auf die Rückkehr in sein normales, sein beschauliches, friedliches Leben hofft. Er ist körperlich entstellt, seelisch deformiert – sein Lebenswille besteht nur noch darin, seine große Liebe wiederzusehen. Ihr Foto trägt er stets bei sich, es ist sein Anker im tobenden Ozean des Kriegsgewimmels. Und dann ist er da, der Tag des Wiedersehens und der Protagonist muss erkennen, wie gleich doch Liebe und Krieg funktionieren, wie nah Zärtlichkeit an Gewalt grenzt und wie sehr sich Hoffnung in Leid verwandeln kann.  

Am Samstag um 20 Uhr steigt dann das nächste Weltmusikkonzert in der Reihe Spelunken-Spektakel mit der Formation „Frollein Smilla“ - Foto ®Eloy J Rojas - im Heimathafen der Christengemeinde, Landwehrstraße 55. Ansteckende Party-Hymnen, vorlautes Auftreten, Tanz und Lebensfreude. Und doch fragil und ehrlich. Magische Disco-Vibes, romantische Balladen, Funk, Jazz, Soul, Pop, poetisch-zynische Texte, ernste Themen und danach über sich selber lachen - bei Frollein Smilla ist alles möglich. Die raue und doch einfühlsame Lead Stimme, getragen von einer extrem vielfältigen Rhythmusgruppe aus Piano, trippigen Synths, virtuosen Gitarrenriffs, funkigem Bass, swingenden Drums, begleitet von einer unverkennbar mitreißenden Brass-Section und flimmernden Backingvocals lässt kein Tanzbein ruhen.  


In der Vortrags- und Lesungsreihe „So geht das nicht! (Aber anders.)“, die der Autor und Lebenskünstler Thomas Frahm moderiert, heißt es am Sonntag, wieder im heimlichen Festivalzentrum am Neumarkt, um 16 und um 18 Uhr „Der Verriss als das bessere Lob!“. Thommie Black - Foto-Gernot Schwarz -, bröselndes Ruhrorter Ur- oder Zahngestein, hat die Faxen dicke, sich als Moderator nicht nur der HFN-Jam ständig auf Leute freuen zu müssen, bei denen er auf alles gefasst sein muss, ohne Bestimmtes über sie zu wissen. An diesem Nachmittag will er endlich einmal den Spieß umdrehen und Bestimmtes reden: Über Bücher, Autoren und Texte! Black hat angekündigt: „Es wird Zeit, einmal nicht frei Schnauze, sondern barfuß zu reden und nackte Füße auf verkleidete Köpfe zu stellen!“

Auf wessen Köpfe, das erfahren nur Gäste, die nix Bestimmtes wissen, aber auf alles gefasst sind. Destructive creation – Duisburgs praktische Kritik zur Kritischen Theorie. Für alle Veranstaltungen gilt: der Eintritt ist frei(willig), d.h. Großzügigkeit des Publikums findet in Hutspenden für die Künstler Ausdruck. Ein 3G-Nachweis und die Bereitschaft, während der gesamten Veranstaltung eine OP-, besser FFP2-Maske zu tragen sind verpflichtend. Platzreservierungen für alle Veranstaltungen über www.eventbrite.de/o/kreativquartier-ruhrort-ug-22946938989 empfohlen.


Auf der Mauer, auf der Lauer …  

Duisburg, 15. März 2022 - Erinnerungen und biographische Notizen von einer Ziegelsteinmauer im Haagfeld der 60er und 70er Jahre, bevor das Flüsschen Anger einen Bogen verliehen bekam. Die Atempausen seines alten Herrn füllt Gitarrentalent Nisse Heseding mit E-Gitarre und Looper.  
Im Baby-Boomer-Jahr von den eifrigen Nonnen im St.-Anna-Krankenhaus ins damals noch ländliche Huckinger Dorfleben geholt, verbrachte er eine aufregende Kindheit innerhalb und auf der Begrenzungsmauer des bescheidenen Familienanwesens, das auf den Grundmauern des abgebrannten Hagfeldhofs von seinem Urgroßvater, dem namensgebenden, gestrengen, preußischen Volksschulkonrektor Heinrich Heseding inmitten der niederrheinischen Kornfeldidylle errichtet wurde, um zu beobachten wie die ereignisreichen 60er und 70er Jahre grundlegende Veränderungen mit sich brachten, die auch Auswirkungen auf den niemals kleinen Jungen und das beschauliche, katholisch geprägte Ruhrgebiets - Vorstadtdorf brachten.


Diese inspirieren den heutigen Moderator des quirligen Kreativquartier Ruhrort, die Zuhörer mit auf eine nachdenkliche und vergnügliche literarische Reise quer durch eine vergangene, ereignisreiche Zeit mitzunehmen, die mit Eindrücken aus dem von seinen Eltern liebevoll begonnenen Fotoalbum und Fakten aus den Huckinger Heimatbüchern unterlegt wird.  

In den Fußstapfen des Vaters und seiner Brüder, mischte Jung-Gitarrist Nisse Heseding bereits so manche HFN-Jam im Kreativquartier auf. Um die altersbedingten Atempausen seines Vaters mit Leben zu füllen, improvisiert er durch den Einsatz von verschiedenen Effektgeräten mit sich selbst. Zu erleben bei zwei Auftritten am Donnerstag, 17. März im Das PLUS am Neumarkt, dem Laden des Kreativquartier Ruhrort, sowie weiteren zwei Veranstaltungen am Freitag, 23. März im Wohnzimmer des legendären Mitbegründers des Huckinger Bürgervereins, Herrn Dr. Werner Focke, in dem manche der Geschichten ihren Anfang nahmen.

An den Abenden werden jeweils um 18 Uhr und um 20 Uhr weitgehend identische Programme gehalten. Auf der Mauer, auf der Lauer … Heiner Heseding - Erinnerungen | Nisse Heseding - musikalische Visionen   Donnerstag, 17.3.2022, 18 Uhr und 20 Uhr Das PLUS am Neumarkt Neumarkt 19, 47119 Duisburg-Ruhrort   Freitag, 23.3.2022, 18 Uhr und 20 Uhr Zweigstelle Huckingen Albert-Schweitzer-Str. 73, 47259 Duisburg-Huckingen. Der Eintritt ist frei(willig), Hutspenden erbeten Platzreservierungen bitte unter https://www.eventbrite.de/o/kreativquartier-ruhrort-ug-22946938989  

Foto Heinz Heseding

 

JOHNSTON & GORDON – britischer Folk triff Duisburger Akzente  

 Duisburg, 11. März 2022 - Als ein zusätzlich ins Programm der 43. Duisburger Akzente genommenes Event, spielt das schottische Duo ein Hutkonzert am Dienstagabend auf Einladung des Kreativquartier Ruhrort am Neumarkt.   Euan Johnston und Andrew Gordon sind seit mehr als 15 Jahren Freunde innerhalb der schottischen Musikszene. Anfang 2016 war es dann endlich soweit, dass die beiden das erste Mal als Duo auftraten. Seitdem begeistern Johnston & Gordon ihr Publikum mit ihrer Leidenschaft für die schottische und irische Musik. Dabei nehmen sie sich nie selbst so ganz ernst und wechseln mitunter rasant von Ernstem zu Surrealem.

Andrew Gordon war schon immer ein „Folkie“, mit dreizehn begann er selbst zu spielen und mit siebzehn hatte er 1994 seinen ersten Soloauftritt. Seitdem hat er unzählige Konzerte gegeben, tourte durch die USA, Norwegen, Dänemark, die Niederlande und - immer wieder gerne durch Deutschland und war zuletzt Anfang 2019 auch schon im Kreativquartier Ruhrort zu Gast. Neben traditionellen Folksongs aus Schottland und Irland kommen auch mitunter kanadische oder englische Titel hinzu, aber auch eigene Songs. Die Liebe zum Folk und der dieser Musik oft innewohnende klare politische Meinung führte ihn unweigerlich mit Euan Johnston zusammen.

Euan ist auch Mitglied des spanisch-schottischen Musikerkollektivs „Gallo Rojo“, die vor allem antifaschistische Lieder aus aller Herren Länder spielen. Euan ist Anti-Brexit-Aktivist, für ein unabhängiges Schottland – und ein Sänger mit einer sehr gefühlvoll warmen Stimmfarbe, die in erstaunlich angenehmem Kontrast zur kraftvollen Stimme von Andrew Gordon steht. Euan Johnston und Andrew Gordon - zwei großartige Vokalisten, begleitet von erdigem Gitarrenspiel und robusten Bodhran Rhythmen… spätestens, wenn beide auf der Bodhran, der traditionellen, britischen Rahmentrommel, spielen, wird es gewaltig!  

JOHNSTON & GORDON  Andrew Gordon

15. März 2022, 20 Uhr Das PLUS am Neumarkt, Neumarkt 19, 47119 Duisburg-Ruhrort Eintritt frei(willig) - Hutkonzert Kartenreservierungen über Eventbrite: https://www.eventbrite.de/e/johnston-gordon-tickets-252908745867 Es gilt die aktuelle Corona-Schutzverordnung des Landes NRW mit derzeit 3G-Bedingungen und Maskenpflicht    

Wo sich die Wasser treffen, darf jeder mitreden  

 Duisburg, 10. März 2022 - Konzert und Literatur am ersten Festivalwochenende im Das PLUS am Neumarkt inmitten der Ausstellung „Ins Leben gekachelt“. Die Rheinorange, Hommage von Lutz Fritsch an die Montanindustrie, ragt am Rhein-Stromkilometer 780 in die Höhe. Hier trifft die Ruhr auf den Vater aller deutschen Flüsse. Im englischen nennt man sowas „Meeting of the Waters“. Als Duo gleichen Namens teilen die Akkordeonisten Steffi Budde - copyright Peter Leyendecker - und Irish-Folk-Barde Mick Haering die Leidenschaft für die Musik der Kelten.


Am Samstag, 12. März 2022 sind um 18 Uhr und um 20 Uhr gleich zwei Konzerte der beiden auf dem Programmzettel der 43. Duisburger Akzente. „Wir wollen mit zweimal demselben Programm die Sehnsucht der Irish-Folk-Gemeinde nach Konzerten für möglichst viele Menschen stillen“, erklärt Haering die ungewöhnliche Programmplanung. Je Konzert sind 30 Zuschauer im Ruhrorter Szenetreffpunkt erlaubt. 3G und Maskenpflicht sind die Bedingungen nach den aktuellen Corona-Regeln des Landes NRW.  


Das Prinzip der Doppelveranstaltung gilt auch tags drauf am Sonntag um 16 Uhr und um 18 Uhr für die beiden Literatur-Musik-Begegnungen von Ralf Koss, Duisburger Autor und Zebrastreifenblogger, sowie Gitarrist und Sänger Klaus Köhler. „Zugehört! Jetzt reden alle.“ Heißt das Programm das sich mit Gesang und Worten auf die Suche nach dem Gemeinsinn macht. Die Grenzen und Möglichkeiten eines Miteinanders, in dem das Zuhören nur eine untergeordnete Rolle spielt, wird in Lyrik und Prosa nachgespürt. Planungssicherheit bietet die kostenlose Platzreservierung über www.eventbrite.de für die Veranstaltungen im Hafenstadtteil für die Hutveranstaltungen.

Kreativquartier stemmt 33 Veranstaltungen bei den Duisburger Akzenten  

Duisburg, 19. Februar 2022 - Die Ruhrorter Kreativen setzen auch beim 43. Duisburger Kulturfestival einen deutlichen Akzent.  Zwei Ausstellungen und 33 Veranstaltungen, hauptsächlich im „heimlichen Festivalzentrum“ am Neumarkt und anderen Spielorten bereichern das Programm des zwei Jahre hintereinander fast komplett ausgefallenen Festivals.  


Ruhrort selbst wird dabei rund um die Uhr zur Bühne für die Ausstellung der Strickguerilla, die den Verfall der von ihnen geschaffenen Strickwerke, beispielsweise Mauerblümchen oder gerne mal eine komplett bestrickte Parkbank, durch Witterungseinflüsse bewusst in Kauf nehmen. Der im Pandemiejahr geschaffene Kreativleerstand Das PLUS am Neumarkt wird Hauptspielort und Ausstellungsraum für ambitionierte Veranstaltungen. Der Großteil der Konzerte, Lesungen, Vorträge und eines Theaterstücks sind dann hier zu erleben.

Aber auch weitere Spielorte sind in das Konzept der Veranstaltungen im Hafenquartier einbezogen: Intermezzo - die neue Galerie auf Zeit von Ruhrort-Philanthrop Gernot Schwarz, der Heimathafen in der Christengemeinde (Festivalzentrum der Hafengeburtstags-Akzente 2016), das St. Maximilianhaus, die Mercator-Verlagsbuchhandlung am neuen Standort in der Bergiusstraße und sogar eine Zweigstelle in Huckingen werden Gastgeber sein.

Begleitend wird es zusätzliche Aktionen geben. Eine davon sind sogenannte Instagram-Walks, die zu den besten Fotomotiven im und am Hafen führen, aber auch ein Konzert mit dem schottischen Folk-Duo Euan Johnston und Andrew Gordon sind nach Redaktionsschluss des Programmhefts dazu gekommen. Vielfältig wie das Treiben im Quartier sind auch die Programmbeiträge in diesem Jahr. Ein weiteres wichtiges Augenmerk ist die Beteiligung vieler Künstlerinnen und Künstler, die entweder aus Duisburg stammen, ihren Wirkungskreis hier haben, oder Bezüge zur Stadt in ihrer Lebensgeschichte nachweisen können.  

Sogar eigens für den Auftritt beim Duisburger Kulturfestival zusammengefunden haben sowohl Akkordeonistin Steffi Budde und Gitarrist und Sänger Mick Haering, als auch Rudi Gall, Urgestein der Duisburger Rockszene mit der Nachwuchsmusikerin und Sängerin Sandrine Lisken aus dem Saarland. Das Spelunken-Spektakel mit der angesagten Weltmusikband Frollein Smilla und die Vorstellungskonzerte der aktuellen CD „Unterwegs“ mit der Band Spellbound, die alte europäische Musik interpretieren, setzen weitere musikalische Schwerpunkte. Was in Ruhrort in den Festivalzeitraum fällt wird automatisch zum Teil des Festivalprogramms. So auch das Gastspiel der schottischen Folkmusiker Euan Johnston und Andrew Gordon die mit Gitarre Gesang und Bodhran ausgewählte Musik der britischen Inseln vortragen.


Das Theaterstück „Rückkehr“ des „Theater ohne Mittel (ToM)“ gibt einen Ausblick, wie sich ein Fringe-Festival nach dem großen Vorbild im schottischen Edinburgh in Duisburg anfühlen könnte. Beim „kleinen Aufschlag“ des Duisburg-Fringe im Vorjahr war die Essener Theaterkompagnie bereits mit einer Impro-Session dabei. Zu den Akzenten spielt Rico Großer das Solostück über einen Kriegsheimkehrer.   Eine Lesung aus dem Comic der „Affengitterbande“ von Oliver Hinzmann, Marcus Echtenbruck und Martin Hinzmann in der frisch umgezogenen Mercator-Buchhandlung ist nur ein Höhepunkt des literarischen Programmteils.

Mit Gesang und Worten auf die Suche nach Gemeinsinn machen sich Autor Ralf Koss und Gitarrist Klaus Köhler bei „Zugehört! Jetzt reden alle“. Autor und Verleger Thomas Frahm präsentiert in der Galerie Intermezzo seine Wunderkiste und lädt drei Freunde aus ganz Nordrhein-Westfalen ein, ihre Sicht der Dinge zu verdeutlichen: 
Joachim Feldmann, Mitglied der Jury für den Deutschen Krimipreis liest aus Höhepunkten der Spannungsliteratur. Roman-Autor und Shot-Story-Crack Markus Peters stellt beiläufige Millieuporträts vor. HFN-Jam Moderator Thommie Black beschäftigt, ob der Verriss das bessere Lob sei. „Stonewall Stories“ über sein Sehnsuchtsland Irland schreibt und liest der Gründer der Ruhrorter Irish-Session Mick Haering und Heiner Feldhoff liest Kürzestgeschichten „Vom Glück des Scheiterns“, die auch aus seiner Kindheit in Duisburg erzählen, begleitet von seinem Bruder Martin am Klavier.

Die Brücke zwischen dem beschaulichen Huckingen und dem pulsierenden Ruhrort schlägt Heiner Heseding, wenn er vom sagenumwobenen Angerbogen, aber auch vom quirligen Leben an Rhein und Ruhr erzählt. Jungtalent Nisse Heseding wird mit Gitarre und Looper die notwendigen Atempausen für seinen alten Herrn mit improvisierter Musik füllen. Neben einem Abend am Neumarkt wird die Zweigstelle Huckingen, das von Dr. Jürgen Focke als Begegnungsraum genutzte, ehemalige Wohnzimmer seines Vaters im Duisburger Süden erstmals zu den Akzenten bespielt. Vorträge von Dr. Ludger Heid zur Geschichte der jüdischen Friedhöfe, deren einer nur einen Steinwurf vom Neumarkt entfernt lag, und von Stadt-Archivarin Lisa Hampel zur Geschichte und Entwicklung der Geschäfte am Neumarkt komplettieren den Veranstaltungsreigen.  

Gleich 25 Künstlerinnen und Künstler versuchen bei der Ausstellung „Ins Leben gekachelt“ den Spagat zwischen der digitalen und der realen Welt. Die meisten von ihnen haben ihre Werke bislang nur auf Social-Media Plattformen gezeigt. Wie Kacheln werden ihre Zeichnungen, Gemälde und Fotografien im quadratischen Format die Wände der ehemaligen Parfümerie, Drogerie bzw. Kneipe zieren.




Zur Mitte des Ausstellungszeitraums wechselt die Ausstellung bei einer Midissage, sodass nur der, der zweimal kommt, die ganze Wahrheit erfährt. Denn nachdem die Ausstellung ursprünglich zehn künstlerische Slots bieten wollte, konnten sich die Verantwortlichen dann doch nicht dazu entschließen, Bewerbungen zurück zu weisen, getreu einem Kreativquartier-Motto: „Jeder kann, keiner muss“.

In der Zusammenarbeit mit Absolventen des Ausbildungsgangs Gestaltungstechnik des Friedrich-Albert-Lange Berufskollegs und begleitet durch Kunsthistoriker Falko Herlemann entstand ein Panoptikum der Duisburger Lebensrealität, die im 156-seitigen Ausstellungskatalog als Bilderbuch festgehalten wird. Der Katalog soll zur Midissage am 22. März erscheinen. Schirmherr der Ausstellung ist der Parlamentarische Staatssekretär im Innenministerium und MdB Mahmut Özdemir.


Begleitend wird es am 11., 18. und 25. März um 16:30 Uhr sogenannte Instawalks geben. Dabei lädt Fotograf und Ausstellungs-Mitkurator Manfred Bellingrodt Instagramer im Alter von 13 bis 18 Jahren ein, mit ihm die besten Fotospots des Hafenquartiers zu erkunden. In dreistündigen Rundgängen erklärt er Motivwahl, Perspektive und technische Tricks der fortgeschrittenen Hobbyfotografie, sowie welche Inhalte bei Instagram helfen, die eigenen Inhalte möglichst vielen Nutzern vor Augen zu führen.

Orange Day in Duisburg City by Manfred Bellingrod


 

Premiere für das Jazzquintett YAMABIKO im Kreativquartier Ruhrort  

Duisburg, 10. Februar 2022 - Immer wieder ein gern gesehener und gehörter Gast in Ruhrort (zuletzt gastierte er im Oktober 2021 mit Joe McPhee und John Edwards), stellt der deutsche Jazzschlagzeuger Klaus Kugel nun auf Einladung des Kreativquartier Ruhrort ein neues Quintett als Weltpremiere im Lokal Harmonie vor.  


Das hochkarätige Line-Up ist: Michel Pilz – Bassklarinette, Reiner Winterschladen – Trompete, Frank Paul Schubert – Alt- & Sopransaxofon, Christian Ramond – Kontrabass, Klaus Kugel – Schlagzeug und Perkussionsinstrumente   Ihre hohe Virtuosität und Musikalität beweisen die fünf Musiker mit dichten, intensiven und spannungsreichen Improvisationen und Kompositionen.  

Michel Pilz, Reiner Winterschladen und Frank Paul Schubert sind drei große Bläser, allesamt Aktionisten einer klaren Linie, die John Coltranes Ideal der erhabenen Tonalität mit der Strenge der Neuen Musik verbinden. Die Interaktionen zwischen ihnen funktionieren perfekt. Christian Ramond spielt seinen Bass mit kammermusikalischer Klarheit, und Klaus Kugel ist ein so leichtfüßiger Schlagzeuger, wie man es sich von einem solchen Solistenensemble nur wünschen kann.  


Michel Pilz, geboren in Bad Neustadt/Saale und aufgewachsen in Luxemburg, wo er kalssische Klarinette am Konservatorium studierte, wendete sich der improvisierten Musik zu, als er sich 1968 dem Manfred Schoof Quintett anschloss. Mit dem Globe Unity Orchestra und den German All Stars bereiste er große Teile der Weltkarte und spielte in Japan mit dem Trompeter Itaru Oki.


In den letzten Jahren unterrichtet er vornehmlich und spielt er häufig bei lokalen Konzerten in Luxemburg und den benachbarten Ländern, häufig im Trio mit Klaus Kugel und Bassist Christian Ramond.   Als exzellente Rhythmusgruppe bezeichnen Kenner das Gespann aus Christian Ramond am Kontrabass und Klaus Kugle, der das Schlagzeug um vielfältige Perkussionsinstrumente ergänzt. In ihrer Dynamik sind sie abwechselnd direkt, aber dennoch nicht festlegbar und kreieren farbenfrohe Rhythmusteppiche, die die Solisten zu ausladenden Improvisationen inspirieren und leiten.  


In der neuen Band Yamabiko ergänzen zwei herausragende Solisten des europäischen Jazz das Trio. Reiner Winterschladen ist ein begnadeter Trompeter mit einer Virtuosität, die den Atem nimmt. Sein wandelbarer Klang entfaltet sich in alle denkbare Richtungen laut, gehaucht oder perkussiv und warm. Auf dem rennomierten Moers-Festival trat er seit 1987 in sechs verschiedenen Formationen auf, zuletzt im Jahr 2017 mit der NDR-Bigband, der er von 1995 bis Ende 2017 angehörte.

Altsaxofonist Frank Paul Schubert wird nachgesagt, dass er mit der Beherrschung seiner potenziellen Free-Jazz-Exzesse zu Gruppenkompositionen mit seinen mikrotonalen und multiphonen Fähigkeiten beiträgt. So gibt es wohl nur wenige Saxofonisten im Jazz, die es an Reichweite, Flexibilität und originärem Anschlag mit ihm aufnehmen können. Er spielt unter anderem mit Urgesteinen der deutschen improvisierten Musik und Freejazzszene wie Alexander von Schlippenbach oder Günter „Baby“ Sommer.  


Das Konzert im Lokal Harmonie ist die Uraufführung und gleichzeitig Generalprobe der Band, die wenige Tage danach im Kölner Loft eine CD einspielen wird, die vom Kreativquartier Ruhrort mit herausgegeben wird.    
YAMABIKO 21. Februar 2022, 20 Uhr Lokal Harmonie Harmoniestr. 41 47119 Duisburg-Ruhrort Eintritt: frei(willig) - Hutkonzert - Platzreservierung notwendig (www.eventbrite.de) Veranstalter: Kreativquartier Ruhrort UG  

YAMABIKO  - Foto-Collage: Klaus Kugel

 

Das PLUS am Neumarkt – Leerstand bleibt kreativ

Duisburg-Ruhrort, 03. Februar 2022 - Mit dem Motto „Leerstand wird kreativ“, hatte das Kreativquartier Ruhrort im Februar 2021 die ehemalige Parfümerie am Neumarkt als Kulturort erschlossen. Nach Auslaufen der Förderung durch das Land NRW wird der Laden nun aus kollektiver Kraft weiter betrieben.  
Leerstehende Läden sind in ganz Duisburg ein augenfälliges Merkmal der verschiedenen Zentren und Einkaufsstraßen. Auch im Ruhrorter Hafenquartier sind diese weiterhin zu beobachten. Dass am zentralen Neumarkt neues Leben in eine ehemalige Parfümerie kam, dafür sorgte das Kreativquartier Ruhrort durch Unterstützung des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW im letzten Jahr trotz pandemiebedingt schwierigen Projektbedingungen. Dennoch wollten die Künstlerinnen und Künstler und Kreativquartiermoderator Heiner Heseding den Laden nicht wieder der Leerstandstristesse überlassen.


Mit Hilfe von zahlreichen Spendern und pfiffigen Aktionen, wie einer Weihnachtstombola, haben sie Geld und Mut gesammelt, um mit einem leicht veränderten Konzept weiter zu machen. Der Winter wurde für Renovierungen und Umbauten genutzt: „Den Charakter der, in früheren Jahren als Gaststätte, dann als Drogerie und Parfümerie genutzten, Immobilie wollten wir unbedingt erhalten. So haben wir nur in ein wenig Farbe, moderne Beleuchtungselemente und praktische Galerieleisten investiert“, beschreibt Heiner Heseding die Vorgehensweise.


Durch den Einsatz ehrenamtlicher Helfer wurde der Boden mit einer antik anmutenden Reinigungsmaschine auf Glanz poliert und die Wände erstrahlen in frischem Weiß, welches dennoch die Patina vergangener Epochen durchscheinen lässt. Der vordere Bereich wird nun für Ausstellungen, Veranstaltungen und als offener Begegnungsraum genutzt. Hier kann bei den für dieses Jahr ausgedehnter vorgesehenen Öffnungszeiten bei einem Kaffee oder Softdrink über die ausgestellte Kunst oder die Entwicklung des Stadtteils diskutiert werden.

Die von der Firma Haniel angestoßene Initiative, Ruhrort bis 2029 umweltneutral umzuformen, unterstützen wir ausdrücklich.“, erklärt sich Heseding mit den Plänen von Industrie und Stadtverwaltung solidarisch. Im hinteren Bereich des Ladenraums haben nun die Künstlerläden von Dotty McWenders, Maren Thiel, Hans-Peter Weyer, Sabine Jantos und Angelika Schwedes (Foto) ihren Platz gefunden, die allesamt nach dem Testballonjahr bereit waren, ihre Pop-Up-Stores auf dauerhafte Füße zu stellen.

Auch DU-Tours hat hier weiterhin eine Vitrine mit Ausstellungsstücken und Verkaufsartikel rund um den Ruhrorter Kommissar Horst Schimanski platziert. Die Touren durch den Hafenstadtteil von Dagmar Dahmen werden hier ihren Ausgangspunkt haben. 


Mit der Vernissage der Ausstellung „Menschen“ von Angelika Schwedes öffnet der Laden am Sonntag, 6.2.2022 um 11 Uhr erstmals wieder. Porträts in verschiedenen Maltechniken zeigt die auch für ihre Kreationen aus Papier bekannte, in der Lüneburger Heide aufgewachsene und seit langem in Duisburg lebende, Künstlerin in verschiedenen Formaten. Angelika Schwedes setzt in Bilder um, was sie gerade beschäftigt. Sie ist fasziniert vom Leben und damit natürlich auch vom Menschsein. So entstanden etliche Porträts, Szenen aus dem Alltagsleben oder Biografien. Die Menschlichkeit in den Blickpunkt zu rücken, ist ihr besonders wichtig.  


Für die ab dem 11. März stattfindenden 43. Duisburger Akzente sind über 30 Veranstaltungen in Ruhrort geplant. Das PLUS am Neumarkt wird dabei die Rolle eines inoffiziellen Festivalzentrums einnehmen. Danach sind dann im etwa monatlichen Rhythmus Ausstellungswechsel vorgesehen, die allesamt als reale Ausstellungen geplant sind. „Das digitale Ausstellungsformat der Schaufensterausstellungen wollen wir mit dem Pandemiejahr 2 hinter uns lassen. Wir setzen auf wieder mögliche, ungezwungene Begegnungen, wenn auch zunächst noch mit den notwendigen Einschränkungen. Soweit umsetzbar sollen alle Veranstaltungen mit 2G-Kontrollen auskommen.“

Kurzfilm als Geschenk zu Art’s Birthday  
Enkaustik-Papierpaare und Oxford Improvisers beschenken die Kunst  

 Duisburg, 04./12. Januar 2022 - Ein reales Geschenk zum fiktiven Geburtstag der Kunst macht das Kreativquartier Ruhrort – und alle dürfen mitfeiern. Schon seit einigen Jahren beteiligt sich die kreative Szene des Hafenquartiers mit originellen Aktionen an der weltweiten Bewegung „Art’s Birthday“. So wurde das Lokal Harmonie zu einem Radiosender, der ins europäische Radio-Satellitennetz einspeiste, oder Konzerte oder Videos feierten den Jahrestag.

Der im Jahr 1963 von dem französischen Fluxus-Künstler Robert Filliou (1926–1987) willkürlich auf den Tag seiner eigenen Geburt, den 17. Januar und auf 1.000.000 Jahre vor 1963 festgelegte Geburtstag der Kunst inspiriert weltweit Künstler und Kreative zu einem jährlichen Aktionstag. Als Hommage an die Kunst gestiftet, wird der Aktionstag, der die Präsenz der Kunst im täglichen Leben würdigen soll, inzwischen jährlich zelebriert und findet globale Resonanz.

Am 17. Januar 2022 wird der 1.000.059te Geburtstag der Kunst gefeiert. Im Kreativquartier Ruhrort wird in diesem Jahr mit einem Kurzfilm der in Berlin lebenden und seit Jahren dem Ruhrorter Kulturtreiben verbundenen, Regisseurin Ebba Jahn mitgefeiert.

„Solo for Encaustics“ ist eine Videocollage der international beachteten Künstlerin und Filmemacherin, in der sich gemalte Kunst und musizierte Kunst begegnen. Sogenannte Paper-Pairs von Ulrike Hasenburg sind die visuelle Basis, auf der die Oxford-Improvisers, ein Oktett von Musikerinnen improvisieren.


Der Film wird ab dem 16.1.2022 um 11 Uhr (dem globalen Start des Art’s Birthday) auf dem Youtube-Kanal der Kulturinitiative im Duisburger Hafen veröffentlicht:  https://youtu.be/wb4KKnMkkPk   Darüber hinaus empfehlen die Organisatoren, den Geburtstag der Kunst mit eigenen, spontanen Aktionen zu begehen. Im Quartier an Rhein und Ruhr bieten sich dafür zahlreiche Kunstwerke im öffentlichen Raum, vom Männeken Piss bis hin zu Kreationen der Strickguerilla für einen Rundgang an. Enthusiasten lassen sich unter einer Kopfbedeckung, die im Internet als Vorlage heruntergeladen werden kann, inspirieren: http://planktone.be/abd/fold_a_hat/download.html

Foto und Montage von Ebba Jahn