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Kapriolen, Unwetter und Rekorde - Redaktion Harald Jeschke

WetterSchule – Wetter für Kinder

Ein warmer, erheblich zu trockener und sonnenscheinreicher Juli

Offenbach, 30. Juli 2020 – Im Juli befand sich der äußerste Süden Deutschlands oft in schwülwarmer Luft aus dem Mittelmeerraum. Dort entluden sich an manchen Tagen ge-bietsweise heftige Gewitter und vor allem am Alpenrand regnete es auch mal kräftig. Im Norden gestaltete tiefer Luftdruck über Skandinavien das Wetter meist wechselhaft und relativ kühl. Bis zur Mitte kamen die Tiefausläufer jedoch nur selten voran; häufig dominierte ein Keil des Azorenhochs mit trockener Luft sowie warmen Tagen und vereinzelt frischen Nächten. Zum Monatsende hin präsentierte sich der Juli in ganz Deutschland unter Hochdruckeinfluss sonnenscheinreich mit einer kurzen, aber intensiven Hitzewelle mit Temperaturen bis über 35 Grad Celsius (°C). Dies ergab einen insgesamt warmen Juli mit deutlich zu wenig Niederschlag und viel Sonnenschein. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

 

Ein recht warmer Juli mit kurzer Hitzewelle am Ende des Monats 

Mit 17,7 °C lag im Juli der Temperaturdurchschnitt um 0,8 Grad über dem Wert der inter-national gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 war der Juli 2020 dagegen 0,3 Grad zu kalt. Überwiegend westliche Winde führ-ten im zweiten Sommermonat oft kühle Luft in den Norden Deutschlands. Die bundesweit tiefste Temperatur registrierte Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge am 12. mit 1,1 °C und sogar leichtem Bodenfrost. Völlig anders zeigte sich der Juli in Süddeutschland. Die extreme Hitze aus Südeuropa gelangte zeitweilig bis nach Bayern und Baden-Württemberg. In Rheinfelden und in Regensburg meldete der DWD 10 Tage mit mehr als 30 °C. Mit Werten über 35 °C werden die Monatshöchstwerte voraussichtlich erst am 31. Juli erreicht.

 

Sehr trockener Südwesten, viel Niederschlag im Norden und äußersten Süden 

Mit rund 50 Litern pro Quadratmeter (l/m²) erreichte der Juli nur 65 Prozent seines Solls von 78 l/m². Gebiete, in denen das Niederschlagssoll erfüllt wurde, lagen meist im Süden und im hohen Norden Deutschlands. Besonders im äußersten Süden bildeten sich in der ersten und letzten Monatsdekade gebietsweise immer wieder kräftige Gewitter, begleitet von Starkregen und Hagel bis zu 4 cm. Am 2. verzeichnete Murnau am Staffelsee mit 24-stündig 96,8 l/m² die bundesweit höchste Tagesmenge. Am nassesten war es mit bis zu 240 l/m² in den Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen. Im Südwesten fielen hingegen gebietsweise nur knapp 10 l/m², wo die Natur aufgrund der hohen Verdunstungsrate enorm mit der fortschreitenden Trockenheit zu kämpfen hat.

 

Sonnenscheinbilanz leicht überdurchschnittlich, deutliches Nord-Süd-Gefälle 

Die Sonnenscheinbilanz wies im Juli 2020 ein deutliches Nord-Süd-Gefälle auf und lag mit mehr als 230 Stunden um 9 Prozent über ihrem Soll von 212 Stunden. Am meisten zeigte sich die Sonne mit örtlich 320 Stunden im Westen und der Mitte Baden-Württembergs sowie dem westlichen Bayern. In Ostfriesland und der Mitte sowie dem Norden Schleswig-Holsteins schien sie hingegen gebietsweise nur knapp 150 Stunden.
Im Juli 2020 verbuchte der DWD für Nordrhein-Westfalen durchschnittlich 17,1 °C (17,0 °C), nahezu 55 l/m² (82 l/m²) und über 190 Sonnenstunden (187 Stunden).

 Waldbrandgefahr nimmt zu  - 5 Tipps zum Joggen bei Hitze

Mensch für den Wald derzeit größte Gefahr

Bonn/Duisburg, 30. Juli 2020 – In Deutschland herrscht fast überall große und stellenweise sogar sehr große Waldbrandgefahr. Bricht ein Feuer aus, so ist es nur schwer zu bekämpfen. Doch wie kann man das Risiko mindern?


Waldbrandgefahr: Fehlende Niederschläge und hochsommerliche Temperaturen haben die Waldböden stark austrocknen lassen. Fotos WetterOnline

Wodurch entstehen Waldbrände?
„Die seit Anfang des Jahres in einigen Landesteilen fehlenden Niederschläge und die hochsommerlichen Temperaturen der letzten Wochen haben die Waldböden stark austrocknen lassen. Da die obere Waldbodenschicht recht schnell austrocknet, ist einem Feuer schnell der Boden geebnet. Kommen noch trockene Winde hinzu, können sich die Flammen rasant ausbreiten“, erklärt Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline, und weiß: „Stark gefährdet sind reine Nadelwälder, denn die harzigen Nadeln sind nach längerer Trockenheit besonders leicht entflammbar.

Durch das deutschlandweite Fichtensterben verschärft sich die Situation in dieser Hinsicht noch erheblich, denn zum Teil bestehen ganze Waldflächen aus toten und somit zundertrockenen Bäumen. Altes Reisig und trockene Grasflächen erhöhen die Brandgefahr zusätzlich. Hier reicht ein Funke, um einen Brand auszulösen.“
 Natürliche Auslöser für einen Waldbrand sind Blitzeinschläge. Diese spielen aber im Vergleich zur Brandursache Mensch nur eine sehr geringe Rolle. „Der weitaus größte Teil der Waldbrände in Deutschland entsteht durch Unachtsamkeit und Brandstiftung. Das heißt im Umkehrschluss, dass der Mensch durch richtiges Verhalten Waldbrände vermeiden kann.“, stellt Heck fest.

Richtiges Verhalten im und am Wald
Aufmerksamkeit ist das A und O zur Vermeidung von Waldbränden, denn Gedankenlosigkeit kann fatale Folgen haben. „Bitte beachten Sie stets die Warnungen“, rät die Sprecherin und erläutert weiter: „Bei höchster Warnstufe (Gefahren-Index 5) besteht eine sehr große Gefahr, das Betreten des Waldes ist dann in der Regel verboten.“ Rauchen Sie nicht im Wald und werfen Sie keine Zigarettenstummel in die Natur.
Zigaretten sollten auch nicht auf die Straße geworfen werden, da sie vom Wind leicht in die trockene Vegetation geweht werden können, wo sie binnen Sekunden ein Feuer entzünden. Machen Sie kein offenes Feuer - auch kein romantisches Lagerfeuer am Abend! Flaschen, Glasscherben und jeglicher sonstige Müll, der das Sonnenlicht bündeln könnte, dürfen nicht im Wald zurückgelassen werden. Zwar wird der Brennglaseffekt als Waldbrandursache kontrovers diskutiert, doch in einigen Fällen war er tatsächlich schon für den Ausbruch von Feuern verantwortlich.
Parken Sie Autos und Motorräder niemals auf Wiesen und Feldern oder am Waldrand. Der heiße Katalysator oder der Auspuff des Fahrzeugs kann trockenes Unterholz und Gras leicht entzünden.

Was ist zu tun, wenn man einen Waldbrand entdeckt
Wer Rauchentwicklung als Anzeichen für einen Waldbrand entdeckt, alarmiert sofort die Feuerwehr! unter der Telefonnummer 112 und gibt an, von welcher Stelle der mutmaßliche Brand beobachtet wird, wo es brennt und ob das Feuer am Boden wütet oder bereits die Baumwipfel ergriffen hat. Wird man selbst von einem Waldbrand überrascht, so flüchtet man seitlich zur Windrichtung vom Feuer weg in eine Region mit möglichst wenig brennbarem Bewuchs.


5 Tipps zum Joggen bei Hitze
Wann die beste Uhrzeit für ein Training ist, die wenigsten Pollen fliegen und worauf Sportler achten sollten

Joggen gehört wohl zu den beliebtesten Outdoor-Sportarten. Doch vor allem bei hohen Temperaturen im Sommer kann Sport im Freien dem Körper zusetzen. Wann bei Hitze die beste Tageszeit zum Trainieren ist und wann am wenigsten Pollen fliegen, verraten die Experten von WetterOnline.

In den kühleren frühen Morgenstunden lässt es sich deutlich angenehmer Sport treiben als in der Nachmittagshitze. Quelle: WetterOnline

Nachmittags ist es am wärmsten
Hohe Temperaturen können das Training und den Kreislauf maßgeblich beeinflussen. Daher sollten die Zeiten, zu denen man Sport treibt, gut ausgewählt werden. Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline, weiß: „Am heißesten ist es nicht zur Mittagszeit, wie viele Leute denken, sondern am späten Nachmittag und frühen Abend. Zwar haben wir im Sommer gegen 13.30 Uhr den Sonnenhöchststand und die intensivste Sonneneinstrahlung, aber die höchsten Temperaturen messen wir erst gegen 17 bis 18 Uhr.“
Dies liegt vor allem daran, dass sich die Luft vom Boden aus erwärmt. Die Sonnenstrahlen erwärmen also erst den Boden, bevor auch die Temperatur der Luft ansteigt. Um den Kreislauf zu schonen, sollten Läuferinnen und Läufer demnach ein Training in der späten Nachmittagshitze vermeiden und im Idealfall auf die frühen Morgenstunden ausweichen. „Die tiefste Temperatur des Tages messen wir fast immer am frühen Morgen, kurz nach Sonnenaufgang“, so Heck.

Den Pollen davonlaufen
Allen Joggerinnen und Jogger, die mit Pollen zu kämpfen haben, aber trotzdem das Sommerwetter für Sport im Freien nutzen möchten, rät Birgit Heck: „Allergiker sollten beim Sport stets auf den Pollenflug achten, um den Körper nicht zusätzlich zu belasten. Generell kann man sagen, dass die Pollenkonzentration in der Stadt morgens am geringsten ist und auf dem Land abends.“

Genügend Trinken
Ob morgens oder abends, beim Sport im Sommer ist es besonders wichtig, ausreichend zu trinken, um die körpereigene Klimaanlage in Gang zu halten. Denn durch das Schwitzen verliert der Körper viel Wasser. Am besten trinken Läuferinnen und Läufer schon vor dem Training und auch immer wieder zwischendurch. Natriumreiches Wasser oder Fruchtsaftschorlen sind als Getränke ideal. Sie geben vor und nach dem Training schnell Energie.

Auf den Körper hören
Leichte Funktionskleidung hilft, während des Sports den Schweiß abzutransportieren und einer Überhitzung des Körpers vorzubeugen. Wer zusätzlich eine Kappe trägt, kann sich so vor einem Sonnenstich schützen. Grundsätzlich sollten Sportlerinnen und Sportler bei starker Hitze ihr Pensum drosseln und immer genau auf die Signale ihres Körpers hören, um sich nicht zu überanstrengen. Kreislaufprobleme vermeiden Nach dem Training ist für viele der direkte Sprung unter die kalte Dusche oft verlockend. Dennoch ist es ratsam, die Nachschwitzphase noch mindestens 15 Minuten lang abzuwarten, um Kreislaufprobleme und Schwindel zu vermeiden.

 Im Norden kaum Sommertage im Juli

Ein Sommermonat ohne Hitze

Bonn/Duisburg, 22. Juli 2020 – Der Temperaturkontrast vom warmen Süden zum kühlen Norden Deutschlands bestimmte bisher den Juli. Um die Juli -Sommertage in Hamburg zu zählen, braucht man nicht mal alle Finger einer Hand.
Hamburg
Der Sommermonat Juli hat sich bisher nicht sonderlich sommerlich gezeigt. Dies geht besonders aus den gemessenen Sommertagen hervor. „Wir Wetterfrösche sprechen dann von einem Sommertag, wenn die Höchsttemperatur an einem Tag mindestens 25 Grad beträgt“, erklärt Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline. „Vor allem in der Nordhälfte reichte es bisher gebietsweise nicht mal für einen solcher Tage, wie zum Beispiel auf Sylt. In Hamburg wurde die 25-Grad-Marke zweimal überschritten.“ Das ist der zweitniedrigste Wert der letzten 30 Jahre.

In Hamburg wurde die 25-Grad-Marke zweimal überschritten. Das ist der zweitniedrigste Wert der letzten 30 Jahre - Foto WetterOnline

Im Mittel sind es rund 11 Sommertage im Juli.
Mit einer durchschnittlichen Temperatur in Deutschland von 16,7 Grad liegt der Monat derzeit knapp 1,5 Grad unter dem langjährigen Juli-Mittel aus den vergangenen 30 Jahren. Juli ungewohnt durchschnittlich – Hitzetage selten Bisher hat sich der Juli in weiten Landesteilen ungewohnt durchschnittlich präsentiert. Von Hannover bis Hamburg geht es auch vorerst einmal so weiter. Heiße Tage mit Höchstwerten von über 30 Grad sucht man in vielen Regionen bisher vergebens.

„Im Südwesten und in Teilen Ostdeutschlands reichte es für ein bis vier Hitzetage. In den meisten Regionen war aber selbst an den wärmsten Tagen schon bei unter 30 Grad Schluss. Der Juli 2020 bringt es im Landesschnitt somit bisher auf 0,4 heiße Tage “, so Heck.

Heiße Tage mit Höchstwerten von über 30 Grad sucht man in vielen Regionen bisher vergebens - Foto WetterOnline

Aussicht
Bis kurz vor Monatsende wird sich an der Zahl der heißen Tage auch nicht viel ändern. Zum Vergleich: Im Juli 2019 waren es im Schnitt 5,5 heiße Tage (in den wärmsten Regionen über 10) und im Juli 2018 sogar 7,7. In Darmstadt reichte es damals sogar an 20 Tagen für 30 Grad und mehr.
Selbst wenn am Ende noch ein paar heiße Tage hinzukommen sollten: Unterm Strich wird es sehr wahrscheinlich der Juli mit den wenigsten heißen Tagen seit 2011.

Forschung für die Wettervorhersage

Gewittern und Windböen mit Laser und Flugzeugen auf der Spur

Lindenberg/Offenbach/Duisburg, 14. Juli 2020 – Kurzfristige Warnung auf dem Smartphone vor Gewitter mit Starkregen und kräftigen Windböen - fünf Kilometer weiter regnet es noch nicht einmal einen Tropfen. Wer hat eine solche Situation nicht selbst schon erlebt? Um diesen in ihrer räumlichen Ausdehnung oft nur ein paar Kilometer großen und in der Regel recht kurzlebigen Wetterereignissen besser auf die Spur zu kommen, führt der Deutsche Wetterdienst (DWD) derzeit an seinem Meteorologischen Observatorium Lindenberg / Richard-Aßmann-Observatorium (MOL Observatorium (MOL-RAO, Landkreis Oder-Spree, Brandenburg) gemeinsam mit Kooperationspartnern ein Feldexperiment durch.
Im Einsatz: Laser und unbemannte Flugzeuge Für die Wettervorhersage stellen Quellwolken, Schauer und Gewitter sowie Windböen eine besondere Herausforderung dar.
Wettervorhersagemodelle können solche kleinräumigen Prozesse von kurzer Dauer nicht explizit simulieren. Um diese Vorgänge in der Atmosphäre besser zu verstehen, vermessen seit Anfang Juni 2020, andauernd bis Ende August 2020, fast ein Dutzend so genannte Doppler-Lidar Lidar-Geräte per Laserstrahl das Verhalten des Windes, seine Böen sowie konvektive turbulente Strukturen bis in einige hundert Meter Höhe über Grund.

Die Messungen finden am Lindenberger Observatorium und auf dem zugehörigen Grenzschicht-Messfeld im benachbarten Falkenberg statt. Bis Ende Juli kommen zusätzlich unbemannte Messflugzeuge zum Einsatz, um die aus den indirekten Lidar-Messungen abgeleiteten Größen durch direkte Messungen zu überprüfen. Ziel: Verbesserung des Warnmanagements Dank des durch die Corona-Pandemie reduzierten Luftverkehrs und der Tatsache, dass der Flughafen BER noch nicht eröffnet ist, dürfen diese Flüge mit Genehmigung der Deutschen Flugsicherung GmbH (DFS) sogar bis in eine Höhe von mehreren Kilometern durchgeführt werden.

Den Schwerpunkt werden aber Messungen in den untersten 500 Meter der Atmosphäre bilden. Mit den Messflugzeugen kann die Variabilität von Wind, Temperatur und Wasserdampfgehalt der Luft mit sehr hoher Auflösung erfasst werden. Die Sensoren registrieren aktuelle Messsignale mehr als einhundert Mal pro Sekunde, woraus sich eine räumliche Auflösung im Dezimeter-Bereich ergibt. Die Wissenschaftler wollen mit diesen Messungen neben dem besseren Verständnis von Konvektion, Windböen und Gewittern auch die optimale Messstrategie für den operationellen Dauerbetrieb der Lidar-Geräte am Observatorium herausfinden, denn normalerweise können Flugzeuge wie derzeit nicht eingesetzt werden.
Möglicherweise gelingt es dann in einigen Jahren, auch die Bildung von Quellwollen und das Auftreten von Gewittern und Windböen kurzfristig besser vorherzusagen und die Bevölkerung sowie Wirtschaftssektoren wie den Luftverkehr, die Energiewirtschaft oder das Bauwesen frühzeitiger und noch lokaler mit Warnungen zu versorgen. Wegen Corona verkleinertes Experiment Das derzeitige Feldexperiment trägt den Namen FESST@MOL (Field Experiment on Submesoscale STructures @ Meteorological Observatory Lindenberg = Feldexperiment zu kleinräumigen Strukturen am Meteorologischen Observatorium Lindenberg).

Als Kooperationspartner wirken mit: das Karlsruhe-Institut für Technologie (KIT) – Campus Alpin (Garmisch-Partenkirchen), das Institut für Physik der Atmosphäre am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt - DLR (Oberpfaffenhofen) und das Zentrum für Angewandte Geowissenschaften der Eberhard Karls Universität Tübingen. FESST@MOL ist die reduzierte Variante der ursprünglich für dieses Jahr am MOL-RAO geplanten umfangreichen Kampagne mit dem Namen FESSTVaL (Field Experiment on Submesoscale Spatio-Temporal Variability in Lindenberg Feldexperiment zur kleinskaligen räumlichen und zeitlichen Variabilität der Atmosphäre in Lindenberg).

Dabei wollten Wissenschaftler der im Hans-Ertel-Zentrum für Wetterforschung (HErZ) mit dem DWD zusammenarbeitenden Universitäten aus Hamburg, Köln, Bonn, Frankfurt am Main und Berlin und die oben genannten Partner durch umfangreiche Beobachtungen, darunter auch ein Messnetz aus mehr als 100 Bodenstationen und ein lokales Wetterradargerät, die oben genannten Prozesse besser verstehen. Wegen der Corona-Pandemie musste dies dieses größere Experiment ins kommende Jahr verschoben werden.

Seit 1905 werden am MOL-RAO die Vertikalprofile atmosphärischer Parameter (wie Temperatur, Feuchte und Wind) im Routinebetrieb gemessen. Die angewandten Messverfahren haben sich zwar in den letzten mehr als 100 Jahren geändert, doch die Kernaufgabe des Observatoriums war, ist und bleibt die Vertikalsondierung der Atmosphäre. Während hierfür zu Beginn des 20. Jahrhunderts sogenannte Meteographen an Drachen und gefesselten Ballonen zum Einsatz gelangten, werden heute neben in-situ-Sensorik an Masten und (vorwiegend frei fliegenden) Ballonen insbesondere bodengebundene Fernsondierungsverfahren (vor allem Radar, Lidar und Sodar) genutzt.

Dies erlaubt unter Nutzung komplexer Methoden zur Datenanalyse die zeitlich und vertikal hoch aufgelöste Charakterisierung der Struktur der Atmosphäre über Lindenberg. Das Ziel des Messprogramms am MOL-RAO besteht in der Bereitstellung umfassender Referenz-Datensätze definierter Qualität – hierfür wurde der Begriff der „Lindenberger Säule“ geprägt.
Lindenberger Säule
Die Datensätze dienen der Erfüllung insbesondere folgender Aufgaben:
Langzeitbeobachtung der Atmosphäre zur Klimaüberwachung im Rahmen nationaler und internationaler Programme inkl. einer Analyse längerfristiger Trends, Prozessvalidierung numerischer Wettervorhersage- und Klimamodelle Bereitstellung hochaufgelöster Messdaten für die Datenassimilation in der Numerischen Wettervorhersage Wahrnehmung der Funktion einer Referenzstation der WMO im Rahmen internationaler Programme (GRUAN Lead Centre, CIMO Lead Centre / Testbed für Atmosphärenbeobachtungen) Bereitstellung von Datensätzen zur Satellitendatenvalidierung inkl. der Validierung ausgewählter Produkte Erprobung, Betrieb, Weiterentwicklung und wissenschaftliche Betreuung von Komponenten des operationelles Messnetzes des DWD (Windprofiler, Radiosonden, Strahlungsflüsse)

Komet mit bloßem Auge zu sehen

Morgendämmerung beste Zeit zur Beobachtung 

Bonn/Duisburg, 07. Juli 2020 – Erstmals seit vielen Jahren ist wieder einmal ein heller Komet mit bloßem Auge sichtbar.  Der Komet mit dem Namen C / 2020 F3 Neowise befindet sich am nordöstlichen Horizont vor Sonnenaufgang. Es ist der hellste Komet seit 7 Jahren.

Kometen sind in Sonnennähe von einer Wolke aus Gas und Staub umgeben. Diese wird durch verdampfendes Eis und andere Substanzen erzeugt und vom Sonnenwind zum klassischen Schweif verweht. Quelle: WetterOnline

Noch bis August sichtbar
Der neue Schweifstern hatte schon am 4. Juli den sonnennächsten Punkt seiner Umlaufbahn erreicht und war zuvor nur von der Südhalbkugel der Erde aus zu sehen. Inzwischen entfernt er sich zwar wieder von der Sonne, kommt aber der Erde noch bis zum 23. Juli näher.

„Daher dürfte die scheinbare Helligkeit des auf den Namen "Neowise" getauften Kometen nur langsam abnehmen. Unter der Bezeichnung ‚scheinbare Helligkeit‘ versteht man die Lichtmenge eines Himmelskörpers, die beim Betrachter ankommt, und nicht die tatsächliche Leuchtkraft des Objektes“, erklärt Birgit Heck. „Weil Neowise sich immer höher über den Horizont und somit in dunklere Himmelsbereiche erhebt, könnte er mit etwas Glück noch bis in den August hinein sichtbar bleiben.“

Lange Reise um die Sonne
Neowise war erst am 27. März 2020 vom NASA-Weltraumteleskop "Neowise" entdeckt worden und trägt die ergänzende Bezeichnung C/2020 F3.
Er benötigt mehrere Jahrtausende für einen Umlauf um die Sonne und ist dieser nur für wenige Monate so nah, dass Gase und Staub freigesetzt werden und einen Schweif bilden können. Der Komet bewegt sich in den kommenden Wochen von Europa aus gesehen in den nordwestlichen Himmelsbereich, sodass er ab Mitte Juli auch abends sichtbar wird. Wie lange man ihn noch mit bloßem Auge sehen kann, ist allerdings ungewiss.

Seltenes Highlight für Sterngucker
Das Warten auf einen hellen Schweifstern hatte Sternguckern zuvor viel Geduld abgefordert. Die letzten von der Nordhalbkugel aus mit freiem Auge gut sichtbaren Kometen waren "Hyakutake" und "Hale Bopp" Mitte der 1990-er Jahre. Seither erschienene Kometen blieben meist so lichtschwach, dass sie ohne optische Hilfsmittel entweder nicht oder nur mit viel Geduld beobachtet werden konnten. Zuletzt war im Jahr 2013 der Komet "Panstarrs" mit freiem Auge sichtbar. Aber nur mit optischen Hilfsmitteln bot dieser auch ein sehenswertes Himmelsschauspiel. 

Was ist ein Komet?
Kometen sind eine Art kosmische Schneebälle und bestehen aus lockerem Gestein, Staub und Eis. „Weil sie in Sonnennähe erwärmt werden, bilden sie eine Wolke aus Gas und Staub. Diese wird durch verdampfendes Eis und andere Substanzen und vom Sonnenwind zum klassischen Schweif verweht,“ erläutert Heck. „Sie sind Relikte aus den frühen Stadien unseres Sonnensystems.“ Im Mittelalter wurden Kometen oft als Vorboten des bevorstehenden Untergangs angesehen, wie Krankheiten, Unwetter, Ernteausfälle, Kriege und Hungersnöte.

Der Komet Neowise ist hell genug, um sogar mit dem freien Auge erspäht werden zu können. Ein Fernglas ist natürlich trotzdem hilfreich. Quelle: WetterOnline

So entstehen Jetstreams

Starkwindband verhindert Sommerhoch

Bonn/Duisburg, 06. Juli 2020 – Tagelang Sonne und Temperaturen um 30 Grad - daran ist derzeit kaum zu denken. Verantwortlich für die aktuelle Wetterlage ist der Jetstream. Er steuert die Zugbahn der Atlantiktiefs. Doch wie entstehen Jetstreams? Jetstream Der Jetstream ist ein Starkwindband in etwa 9 bis 14 Kilometer Höhe. Wie auf einer Autobahn nehmen an ihm Atlantiktiefs Kurs auf Europa.  Der Jetstream zieht sich in Wellen in den mittleren Breiten rund um den Globus.

Die Karte zeigt die Lage des Jetstreams zu Wochenbeginn.  Quelle: WetterOnline


„Liegen wir im Wellental, wie zurzeit, haben wir es mit kühler Luft und wechselhaftem Wetter zu tun. Liegen wir im Bereich des Wellenbergs, dominiert Hochdruck“, erklärt Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline.
„Der Jetstream liegt derzeit genau über Mitteleuropa sehr weit südlich. Er trennt dabei kühle Polarluft von warmer Sommerluft. Auch in den nächsten Tagen ändert sich an der Lage des Starkwindbands nur wenig. Im Süden zeigt sich zwar häufiger die Sonne, weiter nordwärts dominieren aber weiterhin die Wolken und zeitweise wird es nass. Erst Richtung Wochenende schwächt sich der Jetstream ab und zieht sich in Richtung Skandinavien zurück. Nach derzeitigem Stand wird somit auch der Weg für ein Hoch frei. Wie lange dieses durchhält, bleibt aber abzuwarten“, berichtet Heck.

Polarfrontjet beeinflusst mitteleuropäisches Wetter
Jetstreams gibt es mehrere. Die wichtigsten sind der Subtropenjet und der Polarfrontjet. Letzterer beeinflusst das Wetter in Mitteleuropa. Der Polarfrontjet trennt dabei warme Luft am Äquator von kalter Polarluft. Die warme Luft über dem Äquator steigt sehr weit nach oben auf, die kalte Luft am Pol aber ist dagegen wesentlich dichter und staut sich am Boden. Der stets nach Ausgleich strebende Wind weht somit vom Äquator zum Pol. Auf dem Weg nach Norden wird die Luft aufgrund der Erdrotation, der sogenannten Corioliskraft, nach Osten abgelenkt.
Der von West nach Ost wehende Jetstream ist die Folge.  Durch die Temperaturunterschiede, die durch mehrere Faktoren entstehen, entwickeln sich Wellentäler und -berge, sogenannte Tröge und Rücken. Diese wandern von Westen nach Osten und bestimmen unser Wetter. Im Wellental bilden sich Tiefs, die Wolken und Regen bringen. Im Wellenberg, dem Rücken, befinden sich Hochs. Oft scheint dort die Sonne.  

Verlangsamung durch den Klimawandel
Durch den Klimawandel nehmen die Temperaturkontraste zwischen Pol und Äquator ab. Als Folge mäandriert der Jetstream stärker. Wellenberge und Täler sind somit ausgeprägter und wandern nicht mehr ganz so schnell. Im Bereich der Wellenberge kommt es dann zu längeren Hitzeperioden. In den Wellentälern kann sich aber auch wochenlang launisches Sommerwetter festsetzen.    Wann der Weg für ein konstantes Sommerhoch frei ist, erfährt man auf www.wetteronline.de, mit der WetterOnline App oder durch einen Blick auf die neue, mit dem „German Design Award 2020“ prämierte Wetterstation wetteronline home. Mit dem WetterOnline Skill für Amazon Alexa sowie der WetterOnline Action für den Google Assistant können Wetterinfos auch über die digitalen Helfer abgefragt werden.

Derzeit herrscht ein durchschnittliches Sommerwetter. Verantwortlich dafür ist der Jetstream.  Quelle: WetterOnline

Ein windiger, unbeständiger und warmer erster Sommermonat in Deutschland

Offenbach/Duisburg, 29. Juni 2020 – Der Juni 2020 zeigte sich von seiner launenhaften Seite. Nach einem sommerlichen Start folgte mit auf Nordwest drehenden Winden und wiederholten Regengüssen ein unbeständiger und windiger sowie kühler Witterungsverlauf. Teilweise gab es Schnee auf den Bergen. In der zweiten Dekade bildeten sich dann, in schwül-warmer Luft, regional wiederholt unwetterartige Gewitter.

Nach einer Stabilisierung mit hochsommerlichen Temperaturen verabschiedete sich der Juni mit einem windigen Ausklang. Insgesamt war der Juni 2020 zwar etwas zu warm, präsentierte sich sonst aber mit typisch mitteleuropäischem Sommerwetter. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

Schafskälte und kurzeitige Hitzeschübe
Mit 16,8 Grad Celsius (°C) lag der Temperaturdurchschnitt im ersten klimatologischen Sommermonat um 1,4 Grad über dem Mittel der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der wärmeren Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die positive Abweichung 1,1 Grad. Nach einer sommerlichen Begrüßung machte rasch die Schafskälte mit einer nordwestlichen Strömung auf sich aufmerksam. Dabei sanken die morgendlichen Tiefstwerte verbreitet in den einstelligen Bereich.
Der niedrigste Wert aber wurde am 1. von der Station Oberharz beim Brocken mit 0,5 °C übermittelt. Während eines eintägigen Hitzeschubs wurde das bundesweit höchste Tagesmaximum von 34,0°C am 13. in Coschen, südlich von Eisenhüttenstadt, gemessen.

Trotz ausgeglichenem Flächenniederschlag regional weiterhin sehr trocken
Mit rund 90 Litern pro Quadratmeter (l/m²) erreichte der Juni in etwa sein vieljähriges Mittel von 85 l/m². Besonders Mitte des Monats bildeten sich in einer Tiefdruckrinne immer wieder tropische Starkregengewitter. Sie luden von Nordwest nach Südost diagonal über Deutschland gebietsweise hohe Regenmengen ab. Die höchste Tagessumme wurde am 13. mit 133,4 l/m² aus Bottmersdorf / Klein Germersleben südwestlich von Magdeburg gemeldet.
Besonders nass war es auch in Bayern. An den Alpen summierten sich im Monatsverlauf die Niederschlagsmengen auf 250 bis 300 l/m². Im Allgäu fielen gebietsweise über 300 l/m². In Teilen Brandenburgs und Sachsens wurden dagegen vom DWD weniger als 15 l/m² erfasst.

Sonniger Norden und wolkiger Süden
In der Sonnenscheinbilanz zeigte sich im Juni 2020 ein deutliches Nord-Süd-Gefälle. Über 250 Sonnenstunden wurden den Küsten gegönnt. Das waren doppelt so viele wie in den Alpenregionen. Die wolkenarmen Phasen im Norden ermöglichten dort vor allem in der zweiten Monatshälfte das Beobachten leuchtender Nachtwolken. Deutschlandweit bilanzierten die DWD-Expertinnen und -Experten eine durchschnittliche Sonnenscheindauer von 215 Stunden (203 Stunden).

Im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW lag die Juni-Temperatur bei 17,3 °C (15,4 °C) und die Sonnenscheindauer bei gut 205 Stunden (184 Stunden). Dazu kamen rund 75 l/m² (84 l/m²) Niederschlag. Starkregen mit Unfällen am 13. in Ostwestfalen standen der bestehenden Trockenheit am Niederrhein gegenüber.

Was ist der Siebenschläfertag?

Der 27. Juni und seine Bedeutung fürs Wetter

Bonn/Duisburg, 23. Juni 2020 - „Scheint am Siebenschläfer Sonne, gibt es sieben Wochen Wonne“ — so lautet eine von vielen Bauernregeln zum Siebenschläfertag am 27. Juni. Doch können wir uns auf diese Prognose verlassen? Und woher hat der Siebenschläfertag seinen Namen?

Ein blauer Himmel am Siebenschläfertag kann ein Hinweis für einen sonnigen Sommer sein. Foto WetterOnline


Was bedeutet die Bauernregel?
Es gibt zahlreiche Formulierungen der Bauernregel zum Siebenschläfertag. Sie alle sagen das gleiche aus: Das Wetter am Siebenschläfer bestimme das Wetter der folgenden sieben Wochen. Ist also der 27. Juni ein Regentag, dann werde es auch in den folgenden sieben Wochen tendenziell regnerisch.

Wie zuverlässig ist die Prognose?
Die Frage, ob diese Volksweisheit stimmt, beantwortet Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation bei WetterOnline: „Wenn man die Bauernregel zum Siebenschläfertag an einen einzigen Tag wie den 27. Juni knüpft, trifft sie nicht zu. Dies schon deshalb nicht, weil am Ende des 16. Jahrhunderts der Kalender geändert und zehn Tage gestrichen wurden. Der eigentliche Termin des Siebenschläfertages müsste also heute der 7. Juli sein. Bezieht man die Bauernregel aber auf einen Zeitraum von mehreren Tagen um den 27. Juni herum, kann sie in der Meteorologie aber sogar Hinweise auf den weiteren Wetterverlauf liefern. Der Grund ist, dass sich in diesem Siebenschläfer-Zeitraum oftmals eine stabile Wetterlage einstellt, die danach tatsächlich über einen längeren Zeitraum besteht.“
Das liegt vor allem am Jetstream, einem Luftstrom in zehn Kilometern Höhe. Dieser stabilisiert sich um die Zeit des Siebenschläfertags herum und bestimmt dadurch das Wetter der folgenden Wochen. Der Luftstrom beeinflusst dabei vor allem das Wetter in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz. Heißt es am 27. Juni also „Ist der Siebenschläfer nass, regnet’s ohne Unterlass“, empfiehlt es sich dort, in den darauffolgenden Wochen zur Sicherheit einen Regenschirm im Gepäck zu haben.

Wie kam der Siebenschläfertag zu seinem Namen?
Seinen Namen verdankt der Siebenschläfertag nicht dem possierlichen Nagetier, dem Siebenschläfer - Foto WetterOnline -r, sondern einer christlichen Legende. Dieser zufolge retteten sich im Jahre 251 sieben Jünglinge vor der Christenverfolgung in eine Höhle bei Ephesus.
Dort schliefen sie mit Gottes Hilfe 195 Jahre lang, bis sie von Hirten am 27. Juni im Jahr 446 aufgeweckt wurden und somit den christlichen Glauben an die Wiederauferstehung bestätigten. Um ihrer zu gedenken, wurde der Siebenschläfertag ins Leben gerufen.  


Der Siebenschläfertag verdankt seinen Namen nicht dem Nagetier. Quelle: WetterOnline

Sechs Tipps für den Sommer im Homeoffice 

Bonn/Duisburg, 17.Juni 2020 - Die Temperaturen steigen und viele Deutsche arbeiten zurzeit in den eigenen vier Wänden. Wo in einigen Büros Klimaanlagen für Kühlung sorgen, muss zu Hause selbst Abhilfe geschaffen werden. WetterOnline verrät, wie es auch in den Sommermonaten gelingt, sich im Homeoffice ein angenehmes Arbeitsklima zu schaffen.

Wenn es heiß wird, einen kühlen Kopf bewahren 
Die Temperaturen steigen und viele Deutsche arbeiten zurzeit in den eigenen vier Wänden. Wo in einigen Büros Klimaanlagen für Kühlung sorgen, muss zu Hause selbst Abhilfe geschaffen werden. WetterOnline verrät, wie es auch in den Sommermonaten gelingt, sich im Homeoffice ein angenehmes Arbeitsklima zu schaffen. 

Früher Vogel oder Nachteule
Wer im Homeoffice arbeitet, kann sich seine Arbeitszeiten dort meist flexibler einteilen als im Büro. Wenn es im Sommer besonders heiß ist, lohnt es sich, etwas früher in den Tag zu starten und die ersten, meist noch kühleren Morgenstunden produktiv zu nutzen. Wer erst später zu kreativen Höchstleistungen aufläuft, kann die Arbeitszeit entsprechend in die Abendstunden verlegen.  

Richtig Lüften
Gerade im Sommer ist richtiges Lüften wichtig, um sich auch zu Hause ein angenehmes Arbeitsklima zu schaffen. Was es zu beachten gibt, erklärt Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation bei WetterOnline: „Die Frühaufsteher sind hier im Sommer klar im Vorteil. Früh morgens sollten die Fenster geöffnet und das Homeoffice gut durchgelüftet werden. Danach sollten die Fenster geschlossen bleiben und soweit wie möglich die Rollos heruntergelassen werden, um die Sonneneinstrahlung und die Sommerhitze draußen zu lassen.
Ein Ventilator kann über den Tag zusätzlich für Abkühlung sorgen. Die bewegte Luft transportiert den Schweiß von der Haut und sorgt durch die Verdunstung für einen angenehmen Kühlungseffekt.“  
Den Ventilator sollte man, wenn man ihn so intensiv wie möglich nutzen möchte, auf den Oberkörper richten, direkter Wind auf Gesicht oder Nacken sollte aber unbedingt vermieden werden. 

Viel Trinken, aber lieber warm 
Lauwarm ist das neue cool. Denn leicht angewärmte Getränke sind bei hohen Temperaturen deutlich gesünder und haben langfristig auch einen abkühlenderen Effekt. Der Grund: Die Normaltemperatur unseres Körpers sinkt nach dem Genuss eines stark gekühlten Getränkes rapide ab. Um die Körpertemperatur anschließend auf die normalen 36 bis 37 Grad zu bringen, verbrauchen wir viel Energie — uns wird wieder heiß.
Als lauwarme Getränke, die den Körper weniger belasten, sind zum Beispiel Tees geeignet. Am besten selbstgemacht: Sie schmecken nicht nur gut, sondern enthalten auch noch deutlich weniger Zucker als die gekühlten Varianten aus dem Supermarkt. 

Kleine Abkühlungen für Zwischendurch
Auch eine kalte Dusche wirkt nur für kurze Zeit erfrischend. Effektiver sind kalte Tücher für den Nacken oder ein kühles Fußbad. Gerade im Homeoffice ist es leichter möglich, sich eine kleine Wanne mit dem belebenden Nass unter den Schreibtisch zu stellen oder in der Mittagspause auf dem schattigen Balkon die Beine in das private Kneippbecken zu tauchen. Die Handgelenke mit kaltem Wasser abzuspülen wirkt ebenfalls Wunder, wenn es am Schreibtisch zu tropisch wird.  

Leichte Kost statt schwerem Lunch
Wer sich geistig anstrengt, braucht spätestens zur Mittagszeit neue Energie. An heißen Tagen im Homeoffice sollten es dann besser keine großen und schwer verdaulichen Gerichte sein. Lieber greift man zu sommerlichen Snacks wie Obst und Gemüse. Diese lassen sich portionsweise im Kühlschrank aufbewahren und es ist immer eine Kleinigkeit zur Hand. Wem das nicht ausreicht, der kann sich mit einem Vollkornbrot mit Quark und frischer Kresse schnell ein gesundes und sommerliches Pausenbrot zubereiten. 

Zusätzliche Wärmequellen ausschalten
Auf PC oder Laptop können im Homeoffice nur die wenigsten verzichten. Doch es gibt eine Reihe weiterer elektrischer Geräte, die Hitze produzieren. Um die Temperatur im Arbeitszimmer zu reduzieren, hilft es, die Geräte möglichst abzuschalten. Drucker oder Kopiergeräte benötigen die meisten Heimarbeitenden nur temporär. Da kann es reichen, sie nur bei Bedarf einzuschalten und nicht im Energiesparmodus weiter laufen zu lassen.
So lässt sich neben Wärme auch noch Strom einsparen. Fällt die Mittagspause einmal etwas umfangreicher aus, lohnt es sich, auch den PC oder Laptop herunterzufahren und abkühlen zu lassen. 

Kleine Abkühlungen für Zwischendurch sind effektiver als eine kalte Dusche und sparen zudem Wasser.
Quelle: WetterOnline

Frisch aufgebrühte, lauwarme Tees bringen mehr Erfrischung als ein zuckersüßer und gekühlter Eistee. Quelle: WetterOnline

 

Bundesregierung bewirbt sich mit dem Standort Bonn um die Niederlassung des Europäischen Zentrums

für Mittelfristige Wettervorhersage

Berlin/Duisburg, 15.Juni 2020 - Die Bundesregierung wird sich mit der Bundesstadt Bonn um die zusätzliche Niederlassung des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersagen (EZMW) in der Europäischen Union (EU) bewerben. Das EZMW hat seinen Hauptsitz in Großbritannien und benötigt aufgrund des Brexits eine zusätzliche Niederlassung im Gebiet der EU.
Dabei sollen von dem neuen Standort zunächst die Aufgaben ausgeführt werden, die das EZMW im Rahmen des  EU-Erdbeobachtungsprogramms ,,Copernicus“ übernimmt: Der Copernicus Climate Change Service und der Copernicus Atmosphere Monitoring Service.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat daher für die Bundesregierung  in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) am 25. Mai sein Interesse an einem deutschen Standort bekundet. Der Abgabetermin für die Bewerbung ist der 30. September 2020. Bundesminister Andreas Scheuer: Das EZMW ist weltweit führend in der globalen numerischen Wettervorhersage und Klimatologie und ein zentraler Bestandteil der europäischen Infrastruktur im Bereich Wettervorhersage und Klimaforschung. Wir werden dem Zentrum und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Bonn beste Bedingungen für die Tätigkeit im Rahmen der EU-Programme bieten – insbesondere für das Flaggschiffprogramm Copernicus zur Beobachtung und Anpassung an den Klimawandel, das vom BMVI bereits umfangreich unterstützt wird. Unser zentrales Anliegen: die Arbeitsfähigkeit das EZMW vom ersten Tag an stärken und es optimal für die Zukunft aufzustellen.

Ministerpräsident Armin Laschet: Die Bundesstadt Bonn bietet mit ihrem einzigartigen Profil für internationale Zusammenarbeit sowie als Kompetenzstandort für nachhaltige Entwicklung und Wissenschaft dem Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage ein exzellentes, passgenaues Arbeitsumfeld. Das gilt auch und gerade für die Verzahnung mit dem Copernicus-Programm der EU. Bonns Bewerbung ist deshalb ein überzeugendes Angebot an die europäischen Partner.
Nordrhein-Westfalen freut sich darauf, sich im engen Schulterschluss mit der Bundesregierung und der Stadt Bonn nach Kräften für diese Bewerbung einzusetzen. Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan begrüßte die Bewerbung ausdrücklich: Bonns Vorzüge als Standort international ausgerichteter Organisationen und Unternehmen hat sich in der Vergangenheit vielfach gezeigt. Allein die kontinuierlich wachsende Zahl der VN-Einrichtungen ist dafür sichtbarer Beleg. Wir können mit unserer Exzellenz-Universität und weiteren hochkarätigen Forschungseinrichtungen punkten, mit einer starken Fokussierung auf digitalen Entwicklungen – und mit einer hohen Lebensqualität. Die mögliche Ansiedlung steht im Einklang mit dem Ziel des Bundestagsbeschlusses von 1991, Institutionen von internationaler Bedeutung nach Bonn zu holen.
Sridharan bekräftigte Bonns Bereitschaft, an der Ausarbeitung einer chancenreichen Bewerbung intensiv mitzuwirken. Die Bundesregierung plant, in einen Neubau für das EZMW in Bonn zu investieren, in dem zunächst bis zu 320 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Platz fänden. Hierfür wurde das bundeseigene Grundstück in Bad Godesberg-Nord an der Ludwig-Erhard-Allee nahe dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit vorgesehen.
Die Dimensionen des Neubaus sollen sich dabei am neuen Hochhaus des UN-Klimasekretariats im UN Campus mit einem zusätzlichen Konferenzzentrum orientieren. Mit der Stadtbahn-Haltestelle Robert-Schuman-Platz gibt es eine sehr gute Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr. Eine Entscheidung über den künftigen Sitz der Organisation will der EZMW-Rat voraussichtlich im Dezember 2020 treffen. Fiele die Entscheidung zugunsten Bonns, zögen die ersten Beschäftigten schon im ersten Halbjahr 2021 nach Bonn an einen Interimsstandort. Der gesamte Umzug sollte dann in der zweiten Jahreshälfte 2023 abgeschlossen sein. Informationen zum EZMW: www.ecmwf.int

 

 

Gewittrige Zeiten stehen an 

Darum blitzt und donnert es im Sommer so oft 

Bonn/Duisburg, 8. Juni 2020 – Ausgerechnet in den warmen Sommermonaten macht uns das Wetter manchmal einen Strich durch die Rechnung, wenn wir einen Ausflug in den Kletterwald oder den Tag im Garten planen. Auch in den kommenden Tagen setzt sich überall schwülwarme Luft durch und täglich entladen sich dann teils kräftige Gewitter. Warum das so ist und wie Blitz und Donner überhaupt entstehen, wissen die Meteorologen von WetterOnline. 

Ab Donnerstag Wärmegewitter 
Nach einem deutlichen Temperaturanstieg am Donnerstag und Spitzenwerten bis 30 Grad am Freitag, stellt sich ab dem Wochenende voraussichtlich "Waschküchenwetter" ein. Dann entladen sich neben längeren freundlichen Abschnitten in schwülwarmer Luft besonders nachmittags und abends Gewitter.
„Das ist für diesen Monat ein ganz typisches Wettergeschehen, denn Gewitter treten vor allem von Mai bis August auf, am häufigsten aber im Juni. Insgesamt erhellen in diesen Monaten im Durchschnitt etwa zwei bis drei Millionen Blitze den Himmel“, erläutert Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline.  

So bilden sich Gewitter im Sommer 
„Damit Gewitter entstehen können, muss die Luft in der Nähe des Bodens warm und feucht sein. Das ist vor allem im späten Frühling und im Sommer der Fall, da die Sonne den Boden stark aufheizt. Dadurch erwärmt sich die Luft und steigt in die Höhe. Ist diese feucht genug bildet sich zunächst eine typische Quellwolke. Unter idealen Bedinungen wächst die blumenkohlartige Wolke weiter und kann Höhen bis über 10 Kilometer erreichen.“  

So entstehen Blitze bei Gewitter
„In den oberen Schichten besteht die Wolke aus Eiskristallen. Durch kräftige Aufwinde stoßen und reiben sich die Kristalle aneinander und elektrische Ladung entsteht.  Typischerweise ist der untere Teil der Gewitterwolke negativ geladen. Der obere Teil ist, genau wie der Erdboden, positiv geladen. Ist der Spannungsunterschied groß genug, entlädt er sich – es blitzt“, erklärt Heck.  

Deshalb donnert es
Birgit Heck: „Ursache für den den Donner ist zunächst der Blitz. Dieser erhitzt die Luft in weniger als einer Sekunde auf bis zu 30.000 Grad Celsius. Dadurch dehnt sie sich explosionsartig aus und der Knall des Donners entsteht. Blitz und Donner treten also immer gemeinsam auf und eigentlich zur gleichen Zeit. Weil sich das Licht aber schneller bewegt als der Schall, sehen wir erst den Blitz und hören danach den Donner. Je weiter außerdem Blitz und Donner von uns entfernt sind, desto mehr nehmen wir den Donner als Grollen oder Rumpeln wahr. Je näher der Donner ist, desto lauter ist er und hört sich an wie ein Knall.“ 

So kann man die Entfernung abschätzen
Birgit Heck: „Zählen wir zwischen Blitz und Donner sechs Sekunden, dann ist der Blitz etwa zwei Kilometer von uns entfernt.“   

Von Mai bis August erhellen insgesamt etwa zwei bis drei Millionen Blitze den Himmel. Quelle: WetterOnline

Ab Donnerstag gehören Gewitter zur Tagesordnung. In zunehmend schwüler Luft blitzt und donnert es dann häufig. Quelle: WetterOnline

Neu: WetterSchule – Wetter für Kinder

Wind, Wolken und Tornado kinderleicht erklärt – Angebote komplett werbefrei 

Bonn/Duisburg, 8. Juni 2020 – Wetter ist cool und macht Spaß – und das nicht nur Erwachsenen. Das neue Projekt „WetterSchule“ von WetterOnline richtet sich deshalb speziell an Kinder: Auf einer eigens eingerichteten und werbefreien Webseite von WetterOnline findet der Nachwuchs ab sofort einfache Antworten auf Fragen zum Wetter. Videos zeigen Experimente zum Staunen und Nachmachen, Bauanleitungen und Ausmalbilder zum Herunterladen wecken die Neugierde auf Naturwissenschaft.

Kindgerechte Antworten auf schlaue Fragen

Kinder sind Experten im Fragen stellen: Wie entsteht Regen? Was ist der Treibhauseffekt? Warum wirbelt der Wind bei einem Tornado? Diese und weitere Fragen rund um das Thema Wetter beantwortet WetterOnline ab sofort unter www.wetteronline.de/wetterschule. Die neue „WetterSchule“ regt an, Wetter durch Experimente selbst zu erleben und bietet Eklärvideos sowie viele Materialien zum Herunterladen für zu Hause. Kinder können ihre eigenen Fragen auch direkt an die Wetterexperten senden. Das geht per E-Mail über info@wetteronline.de.  

Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline: „Unsere Meteorologin Verena Leyendecker, die selbst Mutter zweier neugieriger Mädchen ist, vermittelt in der ‚WetterSchule‘ auf eine außergewöhnliche Art auch noch so kompliziertes Wetterwissen spielerisch und kindgerecht, jedoch zugleich immer fundiert und korrekt. Dabei arbeitet sie eng mit Kindern zusammen, wodurch die kindgerechte Erklärweise stets gegeben ist.“ Das Angebot der „WetterSchule“ ist vollständig werbefrei.

Von Experimenten bis zu Ausmalbildern

Der besondere Schwerpunkt der „WetterSchule“ liegt auf Experimenten rund ums Wetter, an denen Kinder direkt beteiligt sind. Videos zeigen unter anderem Anleitungen für ein Barometer zur Luftdruckmessung oder wie man mit Flaschen und einer Kaugummidose einen kleinen Tornado entstehen lässt. „Mit Hilfe eines Wettertagebuchs können Kinder das tägliche Wetter beobachten“, so Heck. „Mit den kostenlosen Malvorlagen zum Ausdrucken können sie sich anschließend nicht nur ‚das Wetter schön malen‘, sondern auch die Wetterthemen noch einmal vertiefen.“

WetterSchule für Kinder, Eltern und Lehrer

Die „WetterSchule“ richtet sich vor allem an Kinder vom Grundschulalter bis etwa zur sechsten Klasse. Manche Projekte sind zudem für ältere Kinder interessant oder bieten sich bereits im Vorschulalter an. „Besonders in der herausfordernden Situation durch Corona stellt die ‚WetterSchule‘ so auch eine Hilfe für Eltern und Lehrer dar“, ergänzt Heck. „Und ganz nebenbei können diese ebenso Neues über das Wetter lernen, denn für interessierte und experimentierfreudige Erwachsene ist auch etwas dabei.“

Kostenloses Material 

Das gesamte Material der „WetterSchule“ wird kostenlos auch für Schulen und andere Bildungseinrichtungen zur Verfügung gestellt. Fragen der Kinder und Anfragen zu weiteren Nutzungszwecken können per E-Mail an WetterOnline gerichtet werden.

Ein Tornado in der Flasche - Experimentierspaß zum Mitmachen. Foto WewtterOnline

Windstärke schnell gecheckt. Das Faltheft mit der Beaufortskala passt in jede Hosentasche. Foto WewtterOnline