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Kapriolen, Unwetter und Rekorde  Redaktion Harald Jeschke

 
Weiße Weihnachten – Ideal und Wirklichkeit

Laut Statistik zu Weihnachten häufig Tauwetter

Bonn/Duisburg, 04. Dezember 2019 - Kurz vor Weihnachten stellt sich die beliebteste aller Fragen: Wie wird das Weihnachtswetter? Doch der Wunsch nach weißen Weihnachten wird seltener erfüllt als gedacht.

Grenzen der Prognose

Die Frage nach Weißen Weihnachten lässt kaum jemanden kalt und frühzeitige Prognosen gibt es jedes Jahr aufs Neue. „Bei langfristigen Prognosen handelt es sich um grobe Modellierungen, die von den Wetterdiensten experimentell durchgeführt werden und Tendenzen für die Wetterentwicklung der kommenden Wochen und Monate angeben“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline. „Für das Wetter über vier bis sieben Tage hinaus kann man aber generell nur Trends zur wahrscheinlichen Entwicklung abschätzen.“ Alles darüber hinaus bleibt also spekulativ. „Denn bereits geringfügige Störungen eines Musters können das Wetter in völlig gegensätzliche Richtungen lenken. Dieses sogenannte Chaos-Prinzip sorgt dafür, dass seriöse Jahreszeiten-Vorhersagen und Prognosen über viele Wochen schlicht und einfach nicht möglich sind“, so der Experte Habel. 

Statistische Chancen für Schnee

Ein paar Wochen vor Heiligabend ist zwar noch keine Prognose möglich, eine statistische Wahrscheinlichkeit kann man aber durchaus bestimmen. „Die Chancen für Schnee an Weihnachten liegen im Flachland meist bei 10 bis 20 Prozent, am Alpenrand bei über 50 Prozent. Für eine genauere Vorhersage müssen wir uns noch gedulden. Erst um den 15. Dezember herum lässt sich ein grober Trend aus den Wettermodellen ablesen, eine halbwegs treffsichere Tagesprognose für die Festtage ist frühestens ab dem 20. Dezember möglich.“, weiß Habel. 

Weihnachtstauwetter-Eine meteorologische Singularität

Ursache für die ernüchternden Zahlen ist das sogenannte Weihnachtstauwetter, das oft für mildes Regenwetter an den Feiertagen sorgt. Mit bis zu 70 Prozent Eintreffwahrscheinlichkeit tritt es bemerkenswert häufig auf. Unter dem Begriff Weihnachtstauwetter versteht man eine milde und nasse Witterungsphase in Mitteleuropa, die in den meisten Jahren in der Zeit um Weihnachten eintritt, meist zwischen dem 24. und 29. Dezember. Bis in die Hochlagen der Mittelgebirge taut dann der Schnee. Das Weihnachtstauwetter gehört zu den bedeutendsten Witterungsregelfällen. Man bezeichnet diese Regelfälle in der Meteorologie als Singularitäten, weil sie mit hoher Wahrscheinlichkeit zu bestimmten Zeiten im Jahr auftreten und vom durchschnittlichen Wetterverlauf der Jahreszeit deutlich abweichen. 


An Heiligabend ist eher selten mit Schnee und Eis zu rechnen. Foro WetterOnline


Herbst: Recht durchschnittlich, aber trotzdem leicht zu warm

Offenbach/Duisburg, 29. November 2019 -  Zu Beginn war der meteorologische Herbst 2019 in Deutschland unter dem Einfluss von Hochdruckgebieten meist warm, trocken und sonnig. Ab Ende September dominierten dann Tiefdruckgebiete mit mehr Wolken und vor allem reichlich Niederschlag, der die große Trockenheit beendete.
Insgesamt verliefen die Monate September, Oktober und November leicht zu warm und nass bei durchschnittlicher Sonnenscheindauer. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

Häufiger Wechsel zwischen warmen und kühlen Perioden
Mit 10,1 Grad Celsius (°C) lag im Herbst der Temperaturdurchschnitt um 1,3 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur wärmeren Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung nach oben 1,1 Grad. Pünktlich zum meteorologischen Herbstbeginn am 1. September gab es einen kräftigen Temperaturrückgang in Deutschland. Lediglich im Osten kletterte das Quecksilber nochmals auf hochsommerliche Werte. Heißester Ort war dabei Coschen, südlich von Eisenhüttenstadt, mit 33,6 °C.

Anschließend wechselten kühle und warme Abschnitte häufig einander ab: Vom 19. bis zum 21. September traten lokal schon die ersten Nachtfröste auf. Dagegen konnte man vom 12. bis zum 15. Oktober für die Jahreszeit recht spät verbreitet noch Sommertage mit 25 °C und mehr zählen.
Während die Temperatur am 31. Oktober in Sohland, südlich von Bautzen, bis auf -8 °C sank, stieg sie bereits am 2. November in Ohlsbach bei Offenburg wieder auf 20 °C an. Den bundesweit tiefsten Wert in diesem Herbst meldete Meßstetten auf der Schwäbischen Alb, östlich von Rottweil, am 11. November mit -9,6 °C.

Ende der großen Trockenheit
Mit etwa 205 Litern pro Quadratmeter (l/m²) überschritt der Herbst sein Soll von 183 l/m² um 11 Prozent. Zunächst setzte sich in den meisten Gebieten die Trockenheit des Sommers weiter fort. Erst im letzten Septemberdrittel ging die Dürre überall in Deutschland mit flächendeckenden Regenfällen zu Ende. Diese kamen für die Wälder jedoch häufig zu spät: Sie waren teilweise bereits abgestorben.
Die nasse Witterung dauerte mit kurzen Unterbrechungen bis in den November an; der Regen ging dabei in der zweiten Novemberdekade mancherorts in Schnee über. Niederschlagsreiche und zu trockene Gebiete lagen im Herbst verstreut in ganz Deutschland. Die Monatssummen schwankten lokal zwischen rund 500 und 90 l/m². Die größte 24-stündige Menge fiel in Sigmarszell-Zeisertsweiler bei Lindau am Bodensee am 8. September mit 71,2 l/m².

Sonnenscheindauer fast genau im Mittel
Der Sonnenschein wich mit rund 315 Stunden kaum von seinem Soll von 311 Stunden ab. Die sonnenscheinreichsten Gebiete mit örtlich bis zu 415 Stunden befanden sich im Bayerischen Wald, im Allgäu und in Sachsen. Wenig Sonnenschein erhielten das Sauerland und Schleswig-Holstein mit teils weniger als 230 Stunden.

Im Herbst 2019 kam Nordrhein-Westfalen auf eine mittlere Temperatur von 10,3 °C (9,5 °C). Die Niederschlagsmenge lag mit mehr als 240 l/m² um 16 Prozent über dem Soll (208 l/m²), die Sonnenscheindauer mit gut 280 Stunden (294 Stunden) um vier Prozent darunter. Damit gehörte Nordrhein-Westfalen zu den sonnenscheinarmen Bundesländern.


Vom Staubkorn zum Eiskristall: So entsteht Schnee 

Bonn/Duisburg, 27. November 2019 - Wie er sich bildet, welche Arten es gibt und warum Schnee eigentlich weiß ist Wenn der Winter vor der Tür steht und es draußen kälter wird, träumen viele von schneebedeckten Dächern und Baumwipfeln.

Damit Schnee entsteht, muss nicht nur die Temperatur, sondern auch die Luftfeuchtigkeit stimmen. Foto WetterOnline

Ob und wieviel Schnee in der kalten Jahreszeit noch fallen wird, hängt nicht allein von der Temperatur ab. Luftfeuchtigkeit und Kondensationskerne Damit Schnee entstehen kann, muss die Luft ausreichend Feuchtigkeit und Kondensationskerne enthalten.
Das können zum Beispiel kleine Staub- oder Rußpartikel sein, die in der Luft schweben. Sinkt die Temperatur in der Höhe weit genug ab, so frieren die Wassermoleküle in der Luft an dem Kondensationskern fest und bilden ein Eiskristall. „Damit Schnee entsteht, müssen die Temperaturen in den Wolken etwa minus 12 Grad betragen“, so Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe bei WetterOnline. Haben sich die Eiskristalle gebildet und sind schwer genug, fallen sie aufgrund der Schwerkraft langsam auf die Erde.
Auf diesem Weg verhaken sich einzelne Kristalle miteinander und bilden so die typischen Schneeflocken. Schneesterne  Die spezielle Form der Eiskristalle entsteht durch den Aufbau der Wassermoleküle. In diesen gruppieren sich die beiden Atome des Wasserstoffs in einem Winkel von 105 Grad um das Sauerstoffatom. Beim Gefrieren entstehen durch die Verbindung mehrerer Wassermoleküle sechseckige Eisplättchen, deren Durchmesser geringer ist als 0,1 Millimeter. Schwebt ein Eisplättchen nach unten, so friert auf diesem Weg Wasserdampf an den sechs Ecken des Plättchens fest und ein Schneestern entsteht.
Jeder Schneekristall ist dabei einzigartig und seine Form abhängig von der Temperatur, weiß Matthias Habel: „Bei tiefen Temperaturen entstehen eher Schneeplättchen und -prismen. Ist es wärmer, bilden die Kristalle ihre Sternform aus“. Auch die Größe der Schneeflocke hängt von Temperatur und Luftfeuchtigkeit ab: Je kälter es ist, desto weniger Luftfeuchtigkeit ist vorhanden und es entstehen nur kleine Flocken. Bei höheren Temperaturen und einer höheren Luftfeuchtigkeit bilden sich hingegen größere Schneeflocken.

„Genau wie Wasser sind Schneekristalle übrigens transparent“, ergänzt Meteorologe Matthias Habel. „Sie wirken jedoch wie kleine Spiegel, die das Licht reflektieren und streuen. Schnee erscheint daher weiß.“  Formen des Schnees  Hat die Schneeflocke den Boden einmal erreicht, beginnt sie mit ihrer Verwandlung.
Während die feinen Kristalle bei frisch gefallenem Schnee intakt sind, verlieren sie durch Temperaturschwankungen ihre Form.
Die feinen Äste bilden sich zurück, brechen ab und kleben aneinander. Mit steigenden Temperaturen wird pulvriger Neuschnee allmählich feuchter. Durch wiederholte Schmelz- und Gefrierzyklen entsteht grobkörniger Sulz- bzw. Nassschnee. Er verwandelt sich durch weiteres Schmelzen und Gefrieren zu einer kompakten Eisschicht, die als Harsch bezeichnet wird.

Schnee, der mindestens ein Jahr alt ist und eine besonders hohe Dichte aufweist wird Firn genannt, aus diesem kann nach Ablauf weiterer Jahre Gletschereis entstehen. Der beste Schnee für Schneemänner und Schneeballschlachten ist übrigens frischer und gleichzeitig feuchter Schnee, denn dieser klebt unter Druck besonders gut zusammen.

Monitoring-Bericht zu Klimawandelfolgen in Deutschland

Berlin/Duisburg, 26. November 2019 – „Die Beobachtungen des Deutschen Wetterdienstes sind eindeutig. Es wird rasant wärmer, mehr Hitzewellen bedrohen unsere Gesundheit, jeder muss mit Schäden durch heftigeren Starkregen rechnen. Der Klimawandel hat Deutschland im Griff.“
Das erklärte Tobias Fuchs, Leiter der Abteilung Klima und Umweltberatung des Deutschen Wetterdienstes (DWD), bei der Vorstellung des „Monitoring-Berichts zu Klimawandelfolgen“ in Deutschland.
Der Bericht wurde auf Einladung der Bundespressekonferenz heute vorgestellt durch die Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit Svenja Schulze, Dr. Maike Schaefer, Bremer Bürgermeisterin und Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau, Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes (UBA) und den DWD. Der DWD hat auch über die bisherige Klimaveränderung in Deutschland berichtet. Die Grafik fasst dazu die Fakten zusammen.




Polarluft zum Winteranfang

Temperaturen gehen zurück 

Mit kalter Luft wird der meteorologische Winteranfang angekündigt. Nach einer milden und windigen Woche wird es zunehmend kälter. Selbst im Flachland sind dann nasse Flocken möglich. Wie lange uns der Frühwinter erhalten bleibt, ist jedoch noch unsicher.  

Wetterlage im Umbau

Der Herbst verabschiedet sich in einem Schlussakkord in Moll. „Über die gesamte Woche hat ein Tief beim Wetter das Sagen, dass im Verlauf immer mehr Regenwolken zu uns bringt. Anfangs strömt dabei milde Luft nach Deutschland, wodurch das Thermometer verbreitet noch Höchstwerte um 10 Grad anzeigt. Der Wind frischt allerdings spürbar auf und stellenweise sind Sturmböen möglich.“, weiß Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline. „Richtung Wochenende fließt aus Norden dann Polarluft nach Mitteleuropa und die Temperaturen gehen deutlich zurück. Meist reicht es kaum noch für 5 Grad und örtlich schneit es sogar bis in die Täler hinab.“ 

Pünktlich zum meteorologischen Winteranfang am Sonntag wird es in der nächsten Woche bei Werten um den Gefrierpunkt und teils mäßigem Nachtfrost recht kalt. „Über Schnee und bei klarem Himmel ist sogar strenger Frost unter minus 10 Grad möglich.“, schätzt Habel die Lage ein. Wie es anschließend weitergeht, sei noch unsicher.  

Meteorologischer Winteranfang

Das Jahr wird in verschiedene Perioden unterteilt, die sich durch charakteristische astronomische oder klimatische Eigenschaften auszeichnen. Meteorologisch beginnt der Winter schon am 1. Dezember, denn für die Meteorologen war es vor allem zum Beginn ihrer Wissenschaft aus statistischen Gründen einfacher immer drei ganze Monate einer Jahreszeit zuzuordnen. 

Mit dem kalendarischen Winteranfang, meist am 21. oder 22. Dezember, erreicht die Sonne den südlichsten Punkt auf ihrer scheinbaren Bahn am Himmel, den südlichen Wendekreis. Daher spricht man auch von der Wintersonnenwende. Die Sonne steht dann genau 23,4 Grad südlich des Äquators senkrecht am Himmel. Auf der Nordhalbkugel ist dann der Tiefpunkt der dunklen Jahreszeit erreicht. Die Tage werden ab dem kalendarischen Winteranfang wieder länger und heller. Das heißt, die maximale Ausbeute an Sonnenschein nimmt dann wieder zu.  

Morgendlicher Reif auf den Wiesen wirkt idyllisch. Aber auch die Tiere müssen sich auf die Kälte einstellen. Foto WetterOnline

 

Schniefnase & Kratzehals: 5 Tipps gegen Erkältung

Mit Luftfeuchtigkeit, Zwiebeln und Kochsalz der Winter-Krankheitswelle trotzen

Bonn/Duisburg, 14. November 2019 - Die nasskalten Wintermonate können das Immunsystem schwächen und unsere Abwehr gegen Viren mindern. Wer mit Schnupfen und Husten flachliegt, kann sich aber oft mit einfachen Mitteln helfen, um den Genesungsprozess voranzutreiben. 5 Tipps von WetterOnline verraten, wie man schnell wieder auf die Beine kommt. 

Die Luft feucht halten

In der kalten Jahreszeit lauern Erkältungen an jeder Ecke. Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline weiß: „Obwohl es ab Herbst zunehmend regnet, wird die Luft in der kalten Jahreszeit nicht feuchter, sondern trockener.“ Genau das jedoch begünstigt die Entstehung von Erkältungsviren. Denn Krankheitserreger können in einem trockenen Umfeld besser überleben. Darum sollte auch im Winter auf ein gutes Innenraumklima geachtet werden. „Lüften hilft übrigens nicht, um die Luftfeuchtigkeit zu steigern“, so Matthias Habel. „Vielmehr sorgt das geöffnete Fenster dafür, dass die Luft in den Innenräumen noch trockener wird. Besser sind feuchte Tücher oder eine Schüssel mit Wasser über der Heizung.“ 

Viel Flüssigkeit zu sich nehmen

Um den Erkältungsviren keine Chance zu geben, ist es zudem ratsam, viel zu trinken. Das befeuchtet die Schleimhäute und die Atemwege. Dadurch fällt es Krankheitserregern schwerer, sich einzunisten. Außerdem verflüssigen sich so festsitzende Sekrete in Nase und Nasennebenhöhlen, wodurch bei einer Erkältung das drückende Gefühl auf den Kopf nachlässt. Wem Wasser als Getränk zu langweilig ist, der kann Kräutertees ausprobieren. Diese wärmen zudem und fördern die Durchblutung. Vor allem Salbeitee soll Halsschmerzen und Heiserkeit lindern.

Hausmittel nutzen

Gegen leichte Erkältungsbeschwerden helfen oftmals einfache Hausmittel: So wirkt zum Beispiel selbstgemachter Zwiebelsirup gegen Husten. Hierfür eine Zwiebel würfeln und zwei Esslöffel Honig darüber geben. Nach mehreren Stunden Ziehzeit die entstandene Flüssigkeit abgießen und den Sirup, der sich gebildet hat, mehrmals täglich auf einem Löffel zu sich nehmen. Die Zwiebel und der Honig wirken antibakteriell, zudem beruhigt das Bienenprodukt den gereizten Rachen.  

Inhalieren

Ganz einfach zu Hause durchführen lässt sich eine Inhalation, welche die Schleimhäute in den oberen Atemwegen befeuchtet und deren Durchblutung steigert. Dadurch löst sich festsitzender Schleim. Zum Inhalieren eine große Schüssel mit heißem Wasser füllen und wahlweise Kamillentee oder Kochsalz hinzugeben und tief einatmen. Den Kopf dazu über die Schüssel halten und ein Handtuch so über Kopf und Schüssel legen, dass kein Dampf entweichen kann – Vorsicht heiß! Wer möchte, kann täglich zwei bis dreimal fünf bis zehn Minuten inhalieren. 

Positiv bleiben 

Zu guter Letzt sollte man eine Erkältung entspannt angehen, denn auch die seelische Gesundheit beeinflusst das körperliche Wohlbefinden. Stress wirkt sich negativ auf unser Immunsystem aus und schwächt die Abwehr. Viel Ruhe und Entspannung hingegen unterstützen den Körper bei der Regeneration und helfen dabei, schnell wieder fit zu werden. 

Wenn die Nase zu und der Hals rau ist, helfen Trinken und viel Ruhe. Foto WetterOnline

Unwettertief bringt Gewitter und Sturm

Turbulente Zeiten am Mittelmeer
Bonn/Duisburg, 11. November 2019 - Am Mittelmeer stehen große Wetterturbulenzen bevor: Tief DETLEF bringt von Spanien bis Griechenland Gewitter, Starkregen und Sturm. Und nach nur kurzer Wetterberuhigung zieht auch schon das nächste Sturmtief heran.


Lage, Entwicklung und Aussicht
Über dem westlichen Mittelmeer entwickelt sich derzeit das Unwettertief DETLEF. „Sein Kern liegt aktuell zwischen den Balearen und Sardinien. Es verstärkt sich rasch und zieht dabei langsam nach Osten, wo es am Dienstag nahe Sizilien den Höhepunkt seiner Entwicklung erreicht. Dann muss von den Balearen bis nach Griechenland neben Gewittern und heftigen Regenfällen mit Sturmböen, in Süditalien und an der Adria sogar mit schweren Sturmböen gerechnet werden. In den Hochlagen der Alpen lösen die Ausläufer des Tiefs starke Schneefälle aus.“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline.

Zur Wochenmitte schwächt sich DETLEF dann zwar langsam ab, doch folgt von der Biskaya und Spanien her dann schon das nächste Tief. Aus derzeitiger Sicht dürfte es eine ähnliche Entwicklung wie sein Vorgänger durchlaufen und in der zweiten Wochenhälfte neue Unwetter bringen. Aufgrund der zu erwartenden, teils sintflutartigen Regenfälle besteht in den betroffenen Regionen vielerorts die Gefahr von Überflutungen. Wo genau, lässt sich jedoch nur kurzfristig vorhersagen, da die heftigsten Gewitter bei solchen Wetterlagen lokal eng begrenzt sind.

Unwettertiefs bringen dem Mittelmeerraum Gewitter und Sturm. Foto WetterOnline


Mittelmeer-Unwetter typisch im Herbst
Immer wieder kommt es gerade im Herbst zu schweren Unwettern im Mittelmeergebiet. Ursache ist meistens der Vorstoß kühler Luftmassen über das noch warme Wasser. „Der Sommer ist im Mittelmeer vom Subtropischen Hochdruckgürtel geprägt. Das ist ein Gebiet mit vielen Hochs, die heißes und trockenes Wetter bringen und die Tiefdruckgebiete von Norden her abprallen lassen.“, erläutert Habel.
„Im Herbst driftet diese Hochdruckzone südwärts ab und macht den Weg für Tiefs aus Norden frei. Mit ihnen kommt kalte Polarluft in der Höhe mitunter weit nach Süden voran. Das Mittelmeer ist im Herbst aber noch immer sehr warm - eigentlich sogar kaum kühler als im Hochsommer! Es wirkt wie eine Heizplatte auf die darüberstreichende Luft. Diese wird wärmer und nimmt dabei große Mengen an Wasserdampf auf. Angetrieben durch die enormen Temperaturgegensätze steigt die Luft in die Höhe, kühlt dabei ab und die Feuchtigkeit kondensiert. Wolken bilden sich.
Je stärker dabei die Temperaturdifferenz zwischen dem Meer und der Höhe ist, desto höher und unwetterträchtiger werden die Wolken. Aus den gewaltigen Wolkentürmen in der Höhe entladen sich dann heftige Gewitter. In ihrem Bereich sind auch Hagel und schwere Sturmböen möglich. Nach kräftigen Gewittern gibt es dann oftmals Sturzfluten und heftige Überschwemmungen.“


Der Oktober war fast 50 Prozent zu nass und recht mild

Offenbach/Duisburg, 30. Oktober 2019 – Im Oktober 2019 setzte sich die im letzten Septemberdrittel begonnene regnerische Witterung fort. Atlantische Tiefdruckgebiete sorgten großflächig für viel Niederschlag. Sie transportierten zugleich sehr milde Meeresluft nach Mitteleuropa. Pilzsammler wurden vor allem ab Mitte des Monats fündig. In der zweiten Monatshälfte war es bei zeit- und gebietsweise hohem Luftdruck trockener.
Unter dem Strich war der Oktober spürbar zu warm, durchschnittlich sonnig und vor allem viel zu feucht. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

In der zweiten Dekade gebietsweise spätsommerlich, am Ende bereits Frost
Mit 10,9 Grad Celsius (°C) lag im Oktober der Temperaturdurchschnitt für Deutschland um 1,9 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur wärmeren Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung nach oben 1,7 Grad. Wie bereits in den Jahren 2017 und 2018 fiel der Oktober deutlich zu warm aus.
Zur Monatsmitte sorgte eine südwestliche Strömung sogar für ungewöhnliche Temperaturen. Ohlsbach, im nördlichen Schwarzwald, am 13. sowie Müllheim, südwestlich von Freiburg, am 14. meldeten mit jeweils spätsommerlichen 27,7 °C den deutschlandweit höchsten Wert.
Auch einige Nächte verliefen sehr mild: Bad Harzburg, östlich von Goslar, registrierte am 13. eine Tiefsttemperatur von 17,3 °C. In Siegsdorf-Höll, östlich vom Chiemsee, zeigte das Thermometer in der Nacht zum 21. um 4.40 Uhr mit Unterstützung des Föhns sogar 21,9 °C.
Die Kaltfront von Tief „Yaroslav“ leitete erst zum Ende der letzten Dekade eine deutliche Abkühlung ein mit der Jahreszeit entsprechenden Temperaturen im einstelligen Plusbereich, aber auch Frost.

Ein besonders in der ersten Monatshälfte nasser Oktober
Durch den wiederholten Einfluss atlantischer Tiefdruckgebiete erreichte der Oktober 2019 mit über 80 Litern pro Quadratmeter (l/m²) 147 Prozent seines Klimawerts von 56 l/m². In der Nacht zum 16. intensivierten sich die Niederschläge an einer Kaltfront über dem Norden erheblich, teilweise entluden sich für die Jahreszeit schwere Gewitter. In Bergen, in der Lüneburger Heide, maß der DWD mit 52,4 l/m² die bundesweit größte Tagesmenge.

Ein Frontensystem aus Südwesten brachte am 18. gebietsweise schwere Sturmböen, die örtlich erhebliche Schäden verursachten. Mit über 230 l/m² fiel in den Staulagen des Schwarzwaldes und dem Allgäu aufsummiert der meiste Niederschlag. Im Oberpfälzer Wald, dem Thüringer Becken und der Niederlausitz wurde mancherorts mit insgesamt nur rund 35 l/m² das größte Defizit gemessen. Sonnenscheinbilanz nahezu ausgeglichen, Süden und Osten deutlich im Vorteil Im Oktober lag die Sonnenscheindauer mit etwa 105 Stunden knapp unter ihrem Soll von 109 Stunden.
Am längsten zeigte sich die Sonne mit bis zu 160 Stunden in Ober- und Niederbayern sowie in den östlichen Bundesländern. Die sonnenscheinarmen Gebiete lagen vor allem im Westen, Norden und der Mitte Deutschlands mit gebietsweise nur rund 65 Stunden.

Nordrhein-Westfalen erreichte im Oktober 11,4 °C (9,9 °C). Hier fielen im Mittel etwa 100 l/m² (62 l/m²). Die Sonnenscheindauer lag bei 90 Stunden (107 Stunden). Am 18. sorgte ein Frontensystem aus Südwesten gebietsweise für schwere Sturmböen, die örtlich erhebliche Schäden verursachten. Düsseldorf meldete hierbei eine Windgeschwindigkeit von 96 km/h.

Das Gruselwetter zu Halloween: Wetterhexe bleibt freundlich

29. Oktober 2019 - Gruselig verkleidet ziehen Kinder und Jugendliche am 31. Oktober durch die Straßen und wollen uns einen kalten Schauer über den Rücken laufen lassen.
Das Sammeln von Süßigkeiten an den Haustüren wird kein Problem sein, denn richtig nass wird es erst am Wochenende.  Abend vor Allerheiligen Am Donnerstag ist es oft noch freundlich, von Westen her macht sich aber bereits ein Tief mit mehr Wolken bemerkbar. „Ein wenig Regen droht - wenn überhaupt - erst abends und nur im äußersten Südwesten.“, sagt Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline.
 
„Ab wann das Wetter richtig gruselig wird, ist noch offen – denn ob die Wetterfronten des nächsten atlantischen Tiefs uns schon am Freitagnachmittag Regen bringen, ist derzeit unsicher. Sicher hingegen ist, dass das Wochenende zwar mild wird, aber vielerorts ins Wasser fällt.“  Hintergrund Halloween Ursprünglich geht Halloween auf das keltische "Samhain" zurück. Dieses feierte man im fünften Jahrhundert vor Christus und zwar am keltischen Neujahrstag, am Vorabend zu unserem heutigen Allerheiligen.
Das Wort Halloween entstand aus "All Hallows Eve" (Allerheiligen Abend).
Die Kelten glaubten, dass sich am Vorabend von Allerheiligen die Toten in der Welt der Lebenden auf die Jagd nach einer Seele begeben. Durch gruselige Fratzen und Kostümierungen versuchte man diese Jäger zu erschrecken und zu vertreiben. Irische Auswanderer nahmen den Brauch im 19. Jahrhundert mit in die USA. Dort wurde er zur Tradition und entwickelte seinen heutigen Charakter. Seit den 1990er Jahren feiert man Halloween auch bei uns. 
Die Kürbislaterne
Der geschnitzte und beleuchtete Kürbis erinnert an die irische Geschichte vom verstorbenen Jack O'Latern. Dieser war zur Strafe dazu verdammt, auf ewig zwischen Himmel und Hölle hin und her zu wandern. Auf seinem Weg hielt er eine Laterne aus einer hohlen Rübe.  Süßes oder Saures Das Betteln um Süßigkeiten an den Haustüren geht auf eine christliche Tradition aus dem 11. Jahrhundert zurück.
Die Iren verteilten am Allerseelentag kleine Brote ("Seelenkuchen") an die Bettler, die zum Dank für die Verstorbenen beteten. Der etwas erpresserische Bettelspruch "trick or treat" („Süßes, sonst gibt's Saures“) geht auf den Brauch zurück, das Seelenheil des Gebenden durch das Gebet des Nehmenden zu retten. Diese Bedeutung ist verloren gegangen und hat sich zu einem reinen Spaß für Kinder entwickelt.

Ein ausgehöhlter leuchtender Kürbis gehört zum Halloween-Spaß dazu - Foto WetterOnline

Und jährlich grüßt die Winterzeit

Ende Oktober wird die Zeit zurückgestellt – Tipps für die dunkle Jahreszeit
Umstellung auf Winterzeit: So. 27.10.2019 Uhr-Umstellung von 3 auf 2 Uhr.   

Am letzten Sonntag im Oktober wird die Uhr zurückgestellt und somit von Sommer- auf Winterzeit gewechselt. Ab diesem Zeitpunkt herrscht dann bei uns wieder die mitteleuropäische Normalzeit (MEZ).

Winterzeit ideal

Für viele EU-Bürger ist die Zeitumstellung eine lästige sowie teilweise auch körperlich und psychisch belastende Angelegenheit. Über den Sinn und Unsinn, die Uhr zweimal im Jahr auf Sommer- oder Winterzeit zu stellen, wurde stets rege diskutiert. Nach Beschluss des EU-Parlaments soll die Zeitumstellung 2021 abgeschafft werden. Die Umsetzung jedoch steht noch in den Sternen. Allein die Tatsache, dass die Staaten selbst wählen dürfen, ob sie dauerhaft Sommer- oder Winterzeit haben wollen, ist ein großes Problem. 

Die Bundesregierung bevorzugt die Sommerzeit. Dabei spricht einiges dagegen. „Die sogenannte Winterzeit passt besser zu unserem Tagesrhythmus.“, weiß Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline. „Morgens wird es früher hell, was das Aufstehen erleichtert und abends schneller dunkel, was beim Einschlafen hilft.“ 

Gedanke der Zeitumstellung

Matthias Habel erklärt: „Eingeführt wurde die Zeitumstellung ursprünglich, um im Sommer Energie zu sparen. Denn wenn es abends draußen länger hell ist, wird weniger Strom für die Beleuchtung verbraucht, so der Gedanke. Allerdings gleicht sich der Verbrauch im Frühjahr und im Herbst wieder aus, da dann morgens mehr Energie für Licht und Heizung benötigt wird, was die Ersparnisse wieder hinfällig macht.“

Tipps für einen guten Start in den Tag

Für alle Morgenmuffel, denen es mit oder ohne Winterzeit schwerfällt, morgens in die Gänge zu kommen, gibt es einige Tipps, die das Aufstehen erleichtern. Es empfiehlt sich beispielsweise, den Wecker so zu stellen, dass man nach dem Klingeln noch einen Moment ruhig im Bett liegen bleiben kann. Die Augen sollten dabei geöffnet sein, damit sich der Körper auf den Wachzustand einstellen kann. Anschließend sollte man sich ein wenig recken, strecken oder gähnen, um den Kreislauf in Schwung zu bringen. Etwas Radfahren in der Luft aktiviert den Kreislauf zusätzlich. Licht ist ebenfalls ein wichtiger Wachmacher, gerade in der dunklen Jahreszeit: Wenn die Vorhänge geöffnet, Rollos oder Jalousien hochgezogen oder helle Lampen angeknipst werden, fällt Licht auf die Netzhaut und die Bildung des Schlafhormons Melatonin wird gestoppt.

Morgenmuffel können sich freuen, denn am 27. Oktober 2019 schenkt die Zeitumstellung eine Stunde mehr Schlaf. - Foto WetterOnline


Goldener Oktober 

Darum ist das Licht so magisch

Das Sonnenlicht erscheint uns im Herbst oft besonders weich und warm. Seit Jahrhunderten hat in Deutschland die Bezeichnung „Goldener Oktober“ Tradition. Aber warum sieht man den Herbstmonat in einem so besonderen Licht? 

Eine Frage der Beleuchtung

Duisburg, 21. Oktober 2019 - In den nächsten Tagen setzt sich ruhiges und niederschlagsfreies Herbstwetter durch und der Goldene Oktober zeigt sich von seiner schönsten Seite. Bei Sonnenschein klettern die Temperaturen auf rund 20 Grad. 

"Goldener Oktober" wird eine sonnige und milde Wetterperiode im zweiten Monatsdrittel genannt. „Für die ‚Vergoldung‘ ist der Sonnenstand ganz entscheidend.“, erklärt Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline. „Im Herbst steht die Sonne niedriger am Himmel und das Licht strahlt in einem flacheren Winkel auf die Erde als noch im Sommer. Dadurch verändert sich auch dessen Brechung. Vor allem bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang erscheint der Himmel dann in einer besonders satten goldenen oder rötlichen Färbung. Bevor wir das Licht wahrnehmen, hat es zu diesen Tageszeiten schon einen langen Weg durch die Atmosphäre zurückgelegt.

Auf dieser Reise trifft es auf viele Staub- und Wasserpartikel, an denen es sich bricht. Langwelliges rotes und orangefarbenes Licht wird dabei weniger stark gestreut als das kurzwellige blaue Licht der Sonnenstrahlen. Die ‚kalten‘ Anteile des Lichts sind daher am Ende des Weges eines Sonnenstrahls - also im Auge des Betrachters - weitgehend herausgefiltert. Übrig bleiben nur die warmen Rottöne. Sie lassen die herbstliche Landschaft dann so warm und golden erscheinen.“ Durch den Brechungsprozess an den Staub- und Wasserpartikel verliert das Sonnenlicht zudem an Intensität. Es wird diffuser und lässt so den für den Herbst typischen zauberhaften Weichzeichnungs-Effekt entstehen. 

Goldenes Herbstlicht: Die Natur leuchtet prunkvoll. Foto WetterOnline

Buntes Laub verstärkt den Goldton

Während des Oktobers setzt zudem die Laubfärbung der Bäume und Pflanzen ein. Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, beginnen sie, das für das Blattgrün verantwortliche Chlorophyll abzubauen. Die Photosynthese wird zurückgefahren. Während des Chlorophyll-Abbaus kommen andere Farbpigmente der Blätter zum Vorschein wie das gelbe Karotin oder das rote Anthocyan – die bunte Färbung entsteht.
Scheint die im Vergleich zum Sommer tiefer stehende Sonne in die bunt gefärbte Blätterpracht, dann entfaltet sich das "goldene" Naturschauspiel in seiner ganzen Pracht. Gelb und rot gefärbte Wälder reflektieren das Licht, wodurch der Farbeindruck intensiviert wird.

Bunte Blätter: Darum ist der Herbst so farbenfroh

Bunte Blätter: Darum ist der Herbst so farbenfroh

Vier Fragen an den Meteorologen, warum im Herbst die Blätter bunt und die Äste kahl sind

Duisburg, 15. Oktober 2019 - Sattes Rot, Sonnengelb und leuchtendes Orange – die farbenfrohen Blätter der Bäume sind typisch für den Herbst. Warum das so ist, erklärt Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher bei WetterOnline.

Warum färben sich im Herbst die Blätter bunt?

Matthias Habel: Pflanzen haben verschiedene Blattfarbstoffe, einer von ihnen ist Chlorophyll. Es gibt den Blättern die grüne Farbe und ist wichtig für das Überleben des Baumes. Das Chlorophyll dient Pflanzen vor allem zur Energiegewinnung: Sonnenlicht, Wasser und Kohlendioxid wird in den Blättern zu Glukose umgewandelt. Dieser Vorgang heißt Photosynthese und ist für Mensch und Tier essentiell, da bei ihm Sauerstoff freigesetzt wird. Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, beginnen die Bäume, das Blattgrün abzubauen. Die Photosynthese wird zurückgefahren, das Chlorophyll und die Proteine in ihre Bestandteile zerlegt und in Stamm und Äste zurückgezogen. Sie bleiben dort bis zur Wiederverwendung im folgenden Frühjahr.

Während das Chlorophyll abgebaut wird, kommen andere Farbpigmente der Blätter zum Vorschein wie das gelbe Karotin oder das rote Anthocyan– die bunte Färbung entsteht. In der Forschung wird diskutiert, dass Anthocyan und Karotin durchaus eine Funktion haben. Man nimmt an, dass sie während des schwindenden Blattgrüns als UV- und Sonnenschutz sowie als Schutz gegen den Kältestress am Morgen dienen. Forscher vermuten auch, dass Schädlinge die rote Blattfarbe meiden.

Warum bleiben die bunten Blätter nicht an den Ästen?

Matthias Habel: Dass die Bäume im Herbst ihre Blätter verlieren, ist eine reine Überlebensmaßnahme. Je nach Temperatur verdunstet ein ausgewachsener Laubbaum an einem Tag bis zu 400 Liter Wasser über seine Blätter. In der kalten Jahreszeit aber können Pflanzen weniger Wasser aus der Erde ziehen, denn nicht selten ist es dann im Boden gefroren. Oft ist das Wasser auch über längere Zeit in einer Schneedecke gebunden und für den Baum erst verfügbar, wenn der Schnee schmilzt. Hätte der Baum also auch im Winter Blätter, würde er vertrocknen. Bei Frost würde zudem das in den Blättern enthaltene Wasser gefrieren und diese zerstören. Durch den Blattabwurf entsorgt der Baum nebenbei auch giftige Stoffwechselendprodukte und Umweltgifte, die in den Blättern gespeichert wurden.

Wie lösen sich die Blätter vom Baum?

Matthias Habel: Wenn der Baum das Chlorophyll und die anderen Nährstoffe aus den Blättern zieht, bildet er nach und nach zwischen Zweig und Blattstiel ein Trenngewebe. Dadurch wird die Wasserzufuhr abgeschnitten, die Blätter vertrocknen und hängen nur noch lose an dem Ast. Kommt dann der erste Herbstwind, weht er die Blätter von den Bäumen. Manche Arten bilden anstatt eines Trenngewebes auch bestimmte Zellen aus, die die Wasserzufuhr verstopfen. Dies ist beispielsweise bei Buchen und Eichen der Fall. Bei ihnen bleiben die braunen, vertrockneten Blätter daher meist noch etwas länger am Baum hängen.

Im Winter sind die Äste dann kahl, bis dahin kommt sicherlich einiges an Laub zusammen?

Matthias Habel: Ja, das stimmt. Eine große alte Buche wirft beispielsweise etwa 30 Kilogramm Laub ab.


Wintervorbereitung: Ab September färben sich die Blätter der Bäume bunt. Foto: WetterOnline

Risikofaktor Kälte: Gesund durch Herbst und Winter

Ein kleiner Knigge gegen krankmachende Kältebelastung

Duisburg, 08. Oktober 2019 - Im Herbst und Winter sinken die Temperaturen oftmals auf frostiges Niveau. Die eisigen Temperaturen können unseren Körper stark belasten. Wie man trotzdem gesund durch die kalte Jahreszeit kommt, weiß WetterOnline.

Eiszeit für die Gesundheit

Ab Oktober lauern Erkältung, Grippe und Co. nicht selten an der nächsten Ecke. Denn erster Frost und lange Nächte schwächen unseren Körper und machen ihn anfälliger für Krankheiten. Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher bei WetterOnline, erklärt: „Ab dem Herbst wendet sich die nördliche Erdhalbkugel immer mehr von der Sonne ab. Die Strahlen der Sonne treffen dann immer flacher auf die Erde und wärmen nicht mehr so stark. Dadurch wird die Luft kälter und unsere Nächte länger. Zur Wintersonnenwende am 21. Dezember haben wir in Deutschland gerade einmal acht Stunden Licht.“ 

Das Sonnenlicht ist wichtig für den Aufbau unseres körpereigenen Abwehrsystems – bekommen wir nicht genug davon, läuft unser Immunsystem auf Sparflamme. Darüber hinaus nimmt im Herbst und Winter auch die Luftfeuchtigkeit ab – ideal für Erkältungsviren, die bei trockener Luft besser überleben können und so Krankheiten verursachen. Deshalb wirkt sich feuchtigkeitsarme Heizungsluft zuweilen begünstigend auf einen Infekt aus. Bei älteren Menschen kann die frostige Luft sogar Schlimmeres als eine Erkältung oder Grippe hervorrufen, zum Beispiel Herzkrankheiten. Denn bei Kälte verengen sich die Blutgefäße, es gelangt weniger Sauerstoff in den Herzmuskel und der Blutdruck steigt an. 

Foto WetterOnline

Keine Chance für Krankheiten

Wind- und wetterfeste Kleidung sowie viel Flüssigkeit und vitaminreiche Kost sind die Basis, um einem Krankheitsrisiko in der kalten Jahreszeit zu entgehen. Wer auch bei niedrigen Temperaturen nicht auf Sport verzichten möchte, sollte das Trainingsprogramm bei starker Kälte nach drinnen verlegen. Spätestens bei Außentemperaturen im zweistelligen Minusbereich ist Vorsicht geboten, um das Herz nicht zu stark zu belasten. Lockere Spaziergänge an der frischen Luft sind bei Kälte eine gute Alternative. Hier empfehlen sich besonders die Nachmittagsstunden, denn zu dieser Zeit ist es am wärmsten. Als Kampfansage gegen Erkältungsviren rät Matthias Habel zudem, für gute Luftfeuchtigkeit in den Innenräumen zu sorgen: „Oft reicht es schon, ein Glas Wasser auf die Heizung zu stellen, um die Luft ausreichend zu befeuchten und sich so vor Infektionen zu schützen.“ 

Hurrikan Lorenzo nimmt Kurs auf Azoren 

Große Schäden und gewaltige Sturmflut möglich


Duisburg, 1. Oktober 2019 - Über dem Atlantik bricht bei den Azoren ein außergewöhnlicher Tropensturm alle Rekorde. Hurrikan Lorenzo nimmt derzeit Kurs auf die portugiesischen Inseln.

Am Mittwoch erreicht Hurrikan Lorenzo die westlichen Azoren. Quelle WetterOnline


Hurrikan erreicht Flores und Corvo

Nach aktuellen Prognosen wird Hurrikan Lorenzo am Mittwoch die Azoren erreichen und die westlichen Inseln Flores und Corvo voll treffen. „Dort wird er mit Spitzenböen von bis zu 180 Kilometer pro Stunde große Schäden anrichten. Zusätzliche Gefahr droht durch eine Sturmflut und gigantische Wellen von bis zu 15 Meter Höhe.“, erklärt Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline.
„Auch wenn der Wirbelsturm derzeit noch gut 1000 Kilometer von den Azoren entfernt ist, ist es leider unwahrscheinlich, dass Lorenzo die Inseln verschont. Besonders heftig wird der Sturm die westlichen Inseln treffen. Die weiter im Osten gelegene Hauptinsel São Miguel hingegen wird nur von seinen Ausläufern gestreift. Es zeichnet sich bereits ab, dass Lorenzo einer der schlimmsten Hurrikane ist, der die Inselgruppe jemals getroffen hat.“  

Stärkster Hurrikan im Ostatlantik

Mit seinem riesigen Wolkenschirm kreist Hurrikan Lorenzo derzeit mitten über dem Atlantik. Noch am Sonntag wurde er mit Windböen bis 260 Kilometer pro Stunde als Hurrikan der höchsten Kategorie 5 eingestuft. „Ein Hurrikan dieser Stärke wurde seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen noch nicht so weit östlich beobachtet.“, betont Matthias Habel, weist allerdings auch darauf hin, dass sich ein Zusammenhang mit dem Klimawandel gegenwärtig noch nicht beweisen lasse.
„Zwar hat sich in den letzten Jahrzehnten die Meeresoberflächentemperatur um mehrere Zehntelgrad erhöht, was die Bildung von Hurrikanen theoretisch begünstigen würde, jedoch ist der Zeitraum mit systematischen Beobachtungen viel zu kurz, um Trends hinsichtlich der Häufigkeit und Intensität der atlantischen Wirbelstürme erkennen zu können.“, so Meteorologe Habel.   


Entstehung von Hurrikanen

Hurrikane entstehen über tropischen Meeren bei Wassertemperaturen von mindestens 26,5 Grad. Das Wasser verdunstet und kondensiert zu riesigen Gewitterwolken. Dabei werden große Mengen an Energie freigesetzt. Die Luft kann sich dadurch zunehmend aufheizen und steigt noch weiter auf. Es entsteht eine Zone tiefen Drucks über dem Meer.
Um den Luftdruck auszugleichen, strömt bodennah feuchte und somit energiereiche Luft in das Zentrum des Sturms, der sich daher immer weiter verstärken kann. Die Corioliskraft schließlich versetzt die zuströmenden Luftmassen in Rotation, so dass ein großflächiger Wirbel entsteht. 


Lorenzos Einfluss auf das Wetter in Europa

Lorenzo wird als Sturmtief Ende der Woche Irland erreichen. Bis dahin hat er sich zwar deutlich abgeschwächt, wird aber der Westküste der Insel Orkanböen und meterhohe Wellen bringen. In Deutschland wird Lorenzo voraussichtlich kaum zu bemerken sein. 

Das gibt es noch: Aus meteorologischer Sicht ein durchschnittlicher September

Offenbach/Duisburg, 30. September 2019 – Im September 2019 dominierte im größten Teil Deutschlands in den ersten 3 Wochen des Monats meist hoher Luftdruck. Tiefdruckgebiete, die sich zunächst nur in wenigen Gebieten ausgewirkt hatten, brachten im letzten Drittel auch bisher vernachlässigten Regionen den ersehnten Regen.
Heftige Gewitter spielten dabei keine Rolle mehr. Insgesamt wichen Temperatur, Niederschlag und Sonnenschein kaum vom vieljährigen Mittel ab.
Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

Warme und kühle Abschnitte – gebietsweise bereits frostige Nächte
Mit 14,1 Grad Celsius (°C) lag im September der Temperaturdurchschnitt um 0,8 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur wärmeren Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung +0,6 Grad.

Pünktlich zum meteorologischen Herbstbeginn am 1. September drängte die Kaltfront des Tiefs „Egbert“ die vorher in ganz Deutschland herrschende Hitze nach Osten ab. Lediglich in Berlin, Brandenburg, Sachsen und an wenigen Stationen Bayerns kletterte das Quecksilber nochmals über 30 °C. Coschen, südlich von Eisenhüttenstadt, erreichte mit 33,8 °C den höchsten Wert. Anschließend bestimmte abwechselnd kühle oder warme Luft das Wetter.

So zeigte das Thermometer in Coschen am 7. nur noch maximal 15,7 °C. Am 16. um 14 Uhr lag die Temperatur in Rheinfelden am Hochrhein bei 29,3 °C, während sie in Jeßnitz in Sachsen-Anhalt bei 12,2 °C verharrte. Um den 20. trat an zahlreichen Stationen bereits der erste Frost auf. Den bundesweit tiefsten Wert meldete dabei Bad Königshofen im nördlichen Unterfranken am 19. mit -3,0°C.

Zunächst verbreitet zu trocken, später überall Niederschläge
Der September lag mit knapp 65 Litern pro Quadratmeter (l/m²) leicht über dem vieljährigen Durchschnitt von 61 l/m². Bis zum Beginn der dritten Dekade brachte er jedoch nur dem äußersten Norden und Süden sowie am 8. und 9. dem Osten hin und wieder ergiebige Regenfälle. Die größte Tagesmenge meldete dabei Sigmarszell-Zeisertsweiler am 8. mit 71,2 l/m².

In weiten Teilen des Bundesgebietes setzte sich dagegen die Trockenheit weiter fort. Besonders betroffen waren Hessen sowie Unter- und Mittelfranken. So fielen bis zum 22. in Lohr-Halsbach, nordwestlich von Würzburg, nur 1,3 l/m². Laubbäume, die die Hitze des Sommers überstanden hatten, färbten sich bereits jetzt herbstlich bunt. Erst im letzten Drittel sorgten Tiefausläufer von Südwesten her auch in diesen Regionen für reichlich Regen.

Der insgesamt meiste Niederschlag fiel im Norden Schleswig-Holsteins mit örtlich fast 220 l/m². Im Südwesten viel, im Norden wenig Sonnenschein Mit etwa 165 Sonnenstunden übertraf der September 2019 sein Sonnenscheinsoll von 150 Stunden um rund 10 Prozent. Am längsten zeigte sich die Sonne am Hochrhein mit bis zu 210 Stunden, am wenigsten in der Lüneburger Heide und in SchleswigHolstein mit örtlich nur 125 Stunden.

Nordrhein-Westfalen kam auf 14,2 °C (13,7 °C) und mit knapp 60 l/m² nur auf 87 Prozent des Regensolls (67 l/m²). Der Sonnenschein lag mit rund 150 Stunden dagegen um 11 Prozent über dem Klimawert (135 Stunden).

Wassermangel bis in tiefe Bodenschichten

Deutscher Wetterdienst zur Pflanzenentwicklung im Sommer 2019
Offenbach, 26. September 2019: Der Sommer war ähnlich wie im Vorjahr trocken, warm und sonnig. Problematisch für die Böden war das Wasserdefizit des Jahres 2018. Es konnte über den Winter nicht ausgeglichen werden und verschärfte sich im Jahr 2019 weiter. So mangelte es auch in tiefen Bodenschichten erheblich an Wasser, was beispielsweise für Waldbäume zunehmend zum Problem wurde.
In den ersten beiden Augustdekaden dann aber fielen Niederschläge, die zumindest einigen Kulturen noch zugutekamen.
Das berichtet der Deutsche Wetterdienst (DWD) über die Auswirkungen des Wetters auf die Landwirtschaft in Deutschland im Sommer 2019.

Der Sommer startete bereits trocken im Juni
Die Juni-Witterung - Foto DWD - war sonnig und warm wie nie und trocken bis auf einige schwere Gewitter. Das trieb die potentielle Verdunstung enorm in die Höhe - mit im Mittel rund 145 Litern pro Quadratmeter (l/m2) war sie etwa 45 l/m2 höher als im vieljährigen Mittel. Da die Böden aber überwiegend recht trocken waren, konnte im Deutschlandmittel tatsächlich nur gut die Hälfte des potentiell Möglichen verdunsten.

Dort wo die Böden besonders trocken waren, wie im Osten Deutschlands, betrug die reale Verdunstung daher bis zu 35 l/m2 weniger als im Mittel. Dort wo die Böden eher feucht waren, so wie im Süden Deutschlands, verdunsteten bis zu 60 l/m2 mehr als normal. Die Bodenfeuchte war im Juni nach der kurzen Erholung im Mai im Deutschlandmittel wieder deutlich gesunken. Mit nur 61 Prozent nutzbarer Feldkapazität (nFK) lag sie sehr nah am Minimum der Jahre 1991-2018 (58,6 Prozent nFK).

2018 war der Wert mit 62,6 Prozent nFK nicht ganz so niedrig. Der Reifeprozess der Kulturpflanzen wurde vor allem im letzten, heißen Monatsdrittel stark beschleunigt. Allerdings litten die Pflanzen teils unter Trockenstress und die Wald- und Grasbrandgefahr stieg örtlich auf die höchste Stufe. Positiv war hingegen der geringe Befall mit Pilzkrankheiten in den Beständen.

Die Böden konnten im Juli nicht annähernd das potentiell Mögliche verdunsten
Im Juli 2019 mussten die Pflanzen mit extremen Temperaturunterschieden zurechtkommen. Einerseits gab es in der ersten Monatshälfte ungewöhnlich kühle Nächte; im Bergland trat vereinzelt sogar Frost in Bodennähe auf. Andererseits stiegen die Temperaturen während der extremen Hitzewelle um den 25. Juli im Westen Deutschlands in den Niederungen teils über 40 Grad Celsius. Diese Hitze hatte offensichtlich die größeren Auswirkungen: Vor allem im Obst- und Weinbau kam es an den Früchten durch Überhitzung des Gewebes zu Sonnenbrand, aber auch Blätter, zum Beispiel von Zuckerrüben, trugen Schäden davon.

Dies alles spielte sich vor dem Hintergrund stark ausgetrockneter Böden ab: Die Bodenfeuchte lag im Deutschlandmittel nur bei 49,8 Prozent nFK und damit niedriger als jemals im Juli im Vergleichszeitraum 1991 - 2018. Die Folge: Bei Kulturpflanzen stand vielerorts der Trockenstress im Vordergrund. Die potenzielle Verdunstung lag entsprechend dem überdurchschnittlich sonnigen und warmen Monat deutlich über dem vieljährigen Mittel, die reale Verdunstung war hingegen aufgrund der ausgetrockneten Böden - abgesehen vom äußersten Süden - unterdurchschnittlich. Getreide wurde etwas früher als üblich geerntet.

Lokale Niederschläge, Bodengüte und wassersparende Bearbeitung gaben dabei oft den Ausschlag zwischen zufriedenstellendem und stark unterdurchschnittlichem Ertrag. Lindernde Niederschläge für einige wenige Regionen und Kulturen im August Auch wenn der August mehr Niederschläge mit sich brachte als die vorangegangenen Sommermonate, reichte der Regen an den meisten Orten nicht aus, um die angespannte Bodenfeuchtesituation deutlich zu verbessern. Im Vergleich zum Juli wurden im Deutschlandmittel zwar keine neuen Tiefstwerte erreicht, die nutzbare Feldkapazität mit einem Monatswert von 53,3 Prozent lag aber deutlich unter dem Mittel der Jahre 1991 - 2018 (68,1 Prozent nFK). Die regionalen Differenzen bezüglich der Bodenfeuchte waren sehr markant. So lagen die Werte zwischen Magdeburg und Erfurt nur zwischen 0 und 25 Prozent nFK, am südlichen Alpenrand hingegen bei deutlich über 100 Prozent nFK. Teilweise kamen die Niederschläge in den ersten beiden Dekaden noch Hackfrüchten und Mais zugute. Die trockenen Bedingungen zum Monatsende veranlassten dann viele Landwirte, die Bestellung von Winterraps zu verschieben, so dass die Aussaat im Mittel etwa 5 Tage später stattfand als in den Jahren seit 1992.

Kongress „K3 Klimawandel, Kommunikation und Gesellschaft“

Karlsruhe/Duisburg, 24. September 2019 -  Wissen kommunizieren und persönliche Betroffenheit ernst nehmen Karlsruhe, 24. September 2019 – „Der Klimawandel hat sich auf der gesellschaftlichen und politischen Tagesordnung einen festen Platz erobert. Das hat zwei Gründe: Wir sind die erste Generation, die die Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels so umfassend beobachten und wissenschaftlich analysieren kann.
Dieses Wissen ist in der Welt und lässt sich nicht mehr unter den Tisch kehren. Zugleich können wir am eigenen Leib die Folgen der menschengemachten Erderwärmung bereits erleben. Die WMO und der DWD haben deshalb das gemeinsame Ziel, durch die Vermittlung von Fakten und Wissen an die breite Öffentlichkeit Aufmerksamkeit auf die Auswirkungen des Klimawandels zu lenken. Denn wir alle wollen eine für uns Menschen lebenswerte Umwelt erhalten.

Das ist nur möglich, wenn wir unsere Umwelt erforschen und dieses Wissen angemessen kommunizieren. Zugleich müssen wir noch viel mehr miteinander ins Gespräch kommen. Dabei sind wissenschaftliche Erkenntnisse eine wichtige Basis. Kommunikation ist aber nur dann erfolgreich, wenn sie nicht nur Fakten gelten lässt, sondern auch persönliche Betroffenheit ernst nimmt.“

Prof. Dr. Gerhard Adrian, Präsident der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bei der Eröffnung des Kongresses „K3 Klimawandel, Kommunikation und Gesellschaft“ vom 23. bis 25. September 2019 in Karlsruhe. Informationen zu K3:
www.k3-klimakongress.org

Herbstblues – was hilft dagegen?

Mit Licht, Bewegung und bunten Farben gut gelaunt durch die trübe Jahreszeit  

Duisburg, 20. September 2019 - Mal bunt und golden, dann wieder regnerisch, trüb und kalt – der Herbst hat viele Gesichter. Zeigt er sich von seiner launischen Seite, geht es auch mit unserer Stimmung nicht selten bergab: Der Herbstblues ist da. Was das Tageslicht damit zu tun hat und wie sich der Herbstblues vermeiden lässt, erklären die Experten von WetterOnline. 

Dunkelheit macht Schlafhormone munter

Ab dem Herbst sind viele Menschen oft antriebslos oder sogar schlecht gelaunt. Ein Grund für die träge Herbstlaune ist das Schlafhormon Melatonin. Dieses produziert unser Körper vermehrt bei Dunkelheit. „Vom 21. Juni bis zum 21. Dezember werden die Tage bei uns immer kürzer“, weiß Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline.
„Die Dunkelheit spüren wir aber erst ab dem Herbst deutlicher. Dann wendet sich die Nordhalbkugel der Erde allmählich immer weiter von der Sonne ab: Wir bekommen weniger Sonnenlicht und längere Nächte.“ Bei mangelndem Sonnenlicht bildet unser Körper zudem weniger von dem Gute-Laune-Hormon Serotonin. Kein Wunder also, dass viele Menschen dann schneller müde, gereizt und launisch sind. Aus medizinischer Sicht gilt der sogenannte Herbstblues als saisonal abhängige Depression – also eine emotionale Störung, die in Verbindung mit den dunklen Jahreszeiten auftritt. In Deutschland sind etwa ein Drittel der Bevölkerung von diesem Stimmungstief betroffen. 

Mit Licht, Farbe und Gemütlichkeit gegen den Herbstblues 

Doch anstatt sich unter der Decke zu verkriechen und Trübsal zu blasen, gibt es viele Möglichkeiten, dem Herbstblues ein Schnippchen zu schlagen.

Genau jetzt ist der richtige Zeitpunkt für körperliche Bewegung bei Tageslicht an der frischen Luft. Bereits ein strammer Spaziergang oder leichtes Laufen kurbeln die Produktion von Glückshormonen wieder an und heben die Laune. Auch ein warmes Bad sorgt für ein angenehmes Wohlgefühl. Mit Kräutern angereichert, dient es gleichzeitig als Vorsorgemaßnahme gegen Erkältungen. Die ätherischen Öle haben eine antiseptische Wirkung und helfen somit, gesund durch die dunkle Jahreszeit zu kommen.

Bunte Farben fördern dank ihrer stimmungsaufhellenden Wirkung die gute Laune. Wer zum Beispiel bei der Kleidung auf farbenfrohe Stoffe setzt, kann auf diese Weise einem Stimmungstief entgegenwirken. Doch nicht nur bei der Kleidung, auch bei der Ernährung sollte im Herbst auf viel Farbe gesetzt werden. Buntes Obst und Gemüse schmeckt gut, macht munter und stärkt gleichzeitig das Immunsystem. 

Ausreichend lange Schlafphasen und regelmäßige Ruhepausen sind ebenfalls wichtig, da sie uns ausgeglichener und belastbarer machen. Mit einer Tasse Tee gemütlich auf dem Sofa sitzend und den Blick aus dem Fenster auf buntes Herbstlaub gerichtet, lässt sich die herbstliche Schwermut dann ganz schnell vergessen.

Ein Spaziergang bei Tageslicht an der frischen Luft wirkt sich positiv auf unser Wohlbefinden aus. Foto WetterOnline

Erholung der Ozonschicht – ein Marathonlauf

Hohenpeißenberg/Offenbach/Duisburg, 16. September 2019 - Das „Urmeter“ der europäischen Ozonmessung Seit 20 Jahren befindet sich am Meteorologischen Observatorium Hohenpeißenberg (MOHp) des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ein sogenanntes Urmeter für die Ozonmessungen in der Atmosphäre, die mit einem Dobson Ozon-Spektrometer durchgeführt werden. Es dient als Standard, nach dem alle diese Spektrometer in der Region Europa und Mittlerer Osten ausgerichtet werden.
Mit einer Festveranstaltung erinnert der DWD am 2. Oktober am MOHp gemeinsam mit Partnern an die Anfänge und zeigt die Bedeutung der langjährigen Ozonmessungen. 
Das stratosphärische Ozon im Höhenbereich zwischen etwa zehn und 50 Kilometer gilt als „natürliche Sonnenbrille“ der Atmosphäre. Etwa 75 Prozent der gesamten Ozonmenge der Atmosphäre befindet sich in mittleren Breiten zwischen 15 und 30 Kilometern Höhe und wird allgemein als Ozonschicht bezeichnet. Diese Schicht schluckt kurzwellige Sonnenstrahlung, bekannt als UV-Strahlung. Damit schützt die Ozonschicht das Leben auf der Erde vor zu viel UV-Strahlung und beispielsweise uns Menschen vor Sonnenbrand und Hautkrebs.

Seit über 50 Jahren wird am Meteorologischen Observatorium Hohenpeißenberg (MOHp) des Deutschen Wetterdienstes (DWD) Ozon in der Atmosphäre gemessen. Seit nunmehr 20 Jahren befindet sich dort auch das „Urmeter“ der Ozonmessung für die Region Europa und Mittlerer Osten. Hinter diesem „Urmeter“ verbirgt sich das Dobson Ozon-Spektrometer Nr. 64. Was hat es damit auf sich?

„Winzige Schritte“
Zum 1. Januar 1989 trat das Montrealer Protokoll in Kraft. Es verbot weltweit die Produktion von Substanzen, die die Ozonschicht zerstören können. Seit etwa dem Jahr 2000 hat die Ozonschicht begonnen, sich sehr langsam zu erholen. Forscher gehen davon aus, dass ab der Mitte des 21. Jahrhunderts die Ozonschicht wieder das Niveau der 1960er Jahre erreichen wird. Basis für diese Berechnungen sind Modellprojektionen.
„Um diese Zunahme, die in winzigen Schritten vorangeht, auch zuverlässig nachzuweisen, bedarf es exakter und stabiler Messungen durch das weltweite Ozon-Messsystem,“ erklärt Dr. Wolfgang Steinbrecht, der am MOHp das Ozon-Zentrum des DWD leitet. „Im Grunde ist die Erholung der Ozonschicht vergleichbar mit einem Marathonlauf. Wir sind jetzt seit fast 20 Jahren unterwegs und immer noch auf dem ersten Viertel der Strecke. Wir wissen auch nicht genau, ob wir tatsächlich bis 2050 die kompletten 42,195 Kilometer zurückgelegt haben werden. Denn trotz unserer Berechnungen gibt es natürlich Unwägbarkeiten und Unsicherheiten. Daher ist es umso wichtiger, dass wir genaue Messungen haben,“ so Wolfgang Steinbrecht weiter.

Messung durch Satelliten und Bodenstationen
Doch wie wird die Ozonsäule, also die Dicke der Ozonschicht, überhaupt gemessen? Zum einen sind seit 1979 Satelliten im Einsatz, die neben Beobachtungen der Erdatmosphäre über spezielle Instrumente auch Daten zur Ozonsäule liefern. Beispiele sind das Infrared Atmospheric Sounding Interferometer (IASI) oder das Global Ozon Monitoring Experiment 2 (GOME-2) Instrument. Diese beiden Instrumente, IASI und GOME-2, fliegen auf den polumlaufenden Satelliten METOP der Europäischen Satellitenorganisation EUMETSAT.
Sie messen Infrarot-Licht aus der Atmosphäre und ultraviolettes Licht von der Sonne, um daraus Daten zur Ozonschicht ableiten zu können. „Der Vorteil der Satelliten besteht in ihren weltweiten Messungen über dem ganzen Erdball“, sagt Wolfgang Steinbrecht. Nachteilig sei jedoch, dass die Instrumente auf den Satelliten auch altern und eine Nachjustierung im Weltall schwierig bis unmöglich sei. Neben den Satelliten gibt es aber seit Mitte der 1950er Jahre ein weltweites Bodenmessnetz. Bei diesem bilden noch heute die manuell betriebenen Dobson Ozon-Spektrometer das Rückgrat. Gleichzeitig dienen sie dazu, die Daten, die über die Satelliten ermittelt werden, auf ihre Richtigkeit zu prüfen.

Das Dobson Ozon-Spektrometer funktioniert am besten, wenn die Sonne scheint. Denn sie dient dem Spektrometer als Lichtquelle. Dabei misst das Gerät kurzwelliges und langwelliges ultraviolettes Sonnenlicht. Als Faustformel gilt dabei: Je mehr Ozon sich zwischen Sonne und Spektrometer befindet, desto weniger kurzwelliges, sprich für den Menschen schädliches, UV-Licht erreicht das Spektrometer. Ist weniger Ozon zwischen Sonne und Spektrometer vorhanden, erreicht mehr kurzwelliges UV-Licht das Spektrometer.
Misst man mit dem Spektrometer also, wieviel Sonnenlicht bei einer kurzen, stark vom Ozon absorbierten Wellenlänge gegenüber einer langen, schwach vom Ozon absorbierten Wellenlänge fehlt, so liefert das einen sehr genauen Wert für die Gesamtozonsäule über dem Messort. Nur rund 130 solcher Spektrometer weltweit Es war Prof. Gordon Miller Bourne Dobson (1889-1976) von der Universität Oxford, der in den 1920er Jahren begann, mit dem von ihm gebauten und später nach ihm benannten Dobson Ozon-Spektrometer die Dicke der Ozonschicht in der Atmosphäre zu messen.
Rund 130 solcher Messgeräte wurden insgesamt gebaut. Sie wurden alle der Reihe nach durchnummeriert. Gut 55 davon sind heute noch in einem weltumspannenden Netz im Einsatz, drei in Deutschland beim DWD. Es sind dies die Dobson Ozon-Spektrometer Nr. 64, 104 am MOHp und Nr. 71 am Meteorologischen Observatorium Lindenberg / Richard-Aßmann-Observatorium (MOL-RAO). Hier kommt das eingangs erwähnte Dobson Ozon-Spektrometer Nr. 64 ins Spiel, das als europäisches „Urmeter“ fungiert.

Auftrag der Weltorganisation für Meteorologie (WMO)
1996 erhielt der DWD von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) den Auftrag, als Regionales Dobson Kalibrierzentrum für die WMO-Region VI, das ist Europa und der Mittlere Osten, bei der internationalen Überwachung der Ozonschicht eine wichtige Rolle zu übernehmen. Nach dem Aufbau der entsprechenden Infrastruktur ging das Regional Dobson Calibration Centre Europe/Middle East, abgekürzt RDCC-E, 1999 in Betrieb.
Bei der Kalibrierung geht es darum, dass alle Dobson-Geräte, die die Ozonsäule messen, so eingestellt und geeicht sind, dass sie exakt mit demselben Maßstab messen. Nur so können weltweite Messungen verglichen werden. Die Forscher können dann sicher sein, dass die Instrumente über einem langen Zeitraum mit hoher Präzision arbeiten und damit genaue Daten liefern.
Als Standard, nach dem alle Dobson Ozon-Spektrometer in Europa und dem Mittleren Osten ausgerichtet werden, fungiert das Spektrometer mit der Nummer 64 am MOHp – das „Urmeter“ der Ozonmessung mit Dobson-Geräten in der WMO-Region VI.
„Doch damit wurden auch schon Geräte aus der Antarktis, der Arktis oder aus Afrika am RDCC-E auf dem Hohen Peißenberg geeicht. Wir bieten an, das Personal zu trainieren, das das Dobson-Spektrometer bedient. Dies geschieht in enger Kooperation mit unserem Partner-Observatorium im tschechischen Hradec Králové“, erklärt Ulf Köhler, wissenschaftlicher Leiter des RDCC-E. „Wir sind aber auch maßgeblich beteiligt, wenn es um die Verlegung von Dobson-Spektrometern an neue Standorte geht, um Lücken im weltweiten System zu schließen“.


Internationale Vergleichskampagnen
Damit alle Dobson-Geräte in der WMO-Region VI exakt und gleich messen, veranstaltet das RDCC-E sogenannte Vergleichskampagnen. Erstmals fand im Juni 1999 am MOHp eine solche Kampagne statt. Dabei wurden vier Dobson-Spektrometer aus Deutschland, Tschechien und ein von Köln nach Armenien verlegtes Gerät kalibriert. In der WMO-Region VI gibt es derzeit insgesamt 26 operationelle Dobson Ozon-Spektrometer, die in regelmäßigen Abständen, das heißt alle fünf bis sechs Jahre, von den DWD-Spezialisten am MOHp kalibriert werden.
„Die Geräte sind äußerst robust und haben eine maximale Abweichung von 0,5 Prozent, außerdem sind sie besonders langlebig. Das heute noch operationelle Instrument im chinesischen Kunming mit der Nummer Drei stammt aus den 1920er Jahren“, berichtet Ulf Köhler. „Neben der Kalibrierung wurden auch die meisten der momentan operationellen Geräte repariert oder elektronisch erneuert. Derzeit haben wir das Dobson-Spektrometer Nummer 92 aus Grönland zur Kalibrierung am Observatorium, das anschließend an eine andere Station verlegt werden soll.“

In den Jahren 2004 bis 2006 wurden am Hohenpeißenberger Observatorium die Dobson-Spektrometer Nr. 31, 73, 103 und 123 des British Antarctic Survey (BAS) generalüberholt und kalibriert. Mit diesen Spektrometern wurde das Ozonloch über der Antarktis „entdeckt“. Obwohl die Instrumente über Jahrzehnte unter rauesten Bedingungen in der Antarktis betrieben und danach um die halbe Welt transportiert wurden, wichen ihre Messwerte bei der Ankunft am Hohenpeißenberger Observatorium nur geringfügig, und zwar zwischen minus 1,5 und plus 0,5 Prozent, vom dortigen „Urmeter“ Nr. 64 ab.

Kalibrierung des Hohenpeißenberger „Urmeter“
Doch selbst das Hohenpeißenberger „Urmeter“ und sein tschechisches Pendant aus Hradec Králové mit der Nummer 74 müssen sich einer regelmäßigen Kalibrierung unterziehen. Alle zwei bis drei Jahre werden diese beiden europäischen Referenzinstrumente gegen einen der beiden absolut kalibrierten Weltstandardgeräte mit den Nummern 65 und 83 geeicht. Diese beiden Dobson-Spektrometer befinden sich als Primärstandards bei der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) in Boulder im US-Bundesstaat Colorado. Die besten Bedingungen für deren sogenannte Absolut-Kalibrierungen bieten die Messstationen auf dem Mauna Loa auf Hawaii für die NOAA-Geräte und das Izaña Observatorio auf Teneriffa für die europäischen Dobson-Spektrometer.

Diese Orte liegen in niedrigen Breiten und auf hohen Bergen, sie zeichnen sich durch sehr klare Luft und ganz geringe Schwankungen der Ozonsäule aus. Da es sehr aufwändig und teuer wäre, alle zu kalibrierenden Instrumente und ihre Betreuer dorthin zu bringen, werden dort nur die „Urmeter“ der jeweiligen WMO-Regionen kalibriert. Auf diese Weise entsteht eine Kalibrationskette, die vom Primärstandard – das sind die beiden Geräte der NOAA - ausgeht und dann über die regionalen „Urmeter“ – wie das am Hohenpeißenberg oder aus Hradec Králové – auf alle Instrumente im weltweiten Messnetz übertragen wird.

Wie geht es weiter?
Zunächst steht am 2. Oktober 2019 am Meteorologischen Observatorium Hohenpeißenberg eine Feierstunde an. Die Ozon-Experten des MOHp wollen an die Anfänge des Regional Dobson Calibration Centre Europa/Mittlerer Osten erinnern, aber auch zeigen, warum exakte Messungen der Ozonsäule mit den Dobson-Spektrometern heute und auch zukünftig erforderlich sind.
„Wir freuen uns, dass der DWD mit dem Kalibrierzentrum am Hohenpeißenberg seit Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag zur internationalen Überwachung der Ozonschicht leistet. Die Ozongruppe des DWD wurde 2017 mit einem Scientific Leadership Award des Montrealer Protokolls zum Schutz der Ozonschicht ausgezeichnet – ein bemerkenswerter Erfolg und direkter Nachweis, wie wichtig solche exakten Messungen sind,“ sagt Prof. Dr. Gerhard Adrian, Präsident des Deutschen Wetterdienstes und gleichzeitig auch WMO-Präsident.

Seit 1999 haben 31 Vergleichskampagnen am MOHp stattgefunden sowie 19 weitere mit RDCC-E-Beteiligung, darunter in Arosa (Schweiz), Pretoria (Südafrika), Dahab (Ägypten) oder El Arenosillo (Spanien). Dabei wurden 44 operationelle Dobson-Spektrometer in technisch guten Zustand gebracht und mehrfach mit dem regionalen „Urmeter“ Nr. 64 kalibriert. Die nächste Vergleichskampag-ne ist bereits in der Planung: „Im Oktober 2019 unterstützen wir das RDCC in Südafrika bei deren Kampagne“ sagt Ulf Köhler, „dabei erhält auch das Hohenpeißenberger „Urmeter“ wieder die fällige Kalibrierung an den Weltstandard.“

„Internationaler Tag zum Schutz der Ozonschicht“
1994 erklärten die Vereinten Nationen den 16. September zum „Internationalen Tag zum Schutz der Ozonschicht“. Dieses Datum ist nicht zufällig gewählt: Am 16. September 1987 wurde das Montrealer Protokoll unterzeichnet, das alle Staaten der Vereinten Nationen anerkannten und das zum 1. Januar 1989 in Kraft trat. Die Staaten verpflichteten sich darin, die Produktion von ozonzerstörenden Substanzen wie Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe (FCKW) zu verbieten. Diese Stoffe führten zu einem Abbau der schützenden Ozonschicht und werden seit den 1990er Jahren nicht mehr hergestellt.

August 2019



Sonnenscheinreich, niederschlagsarm und am Ende nochmals heiß

Nach der großen Hitze Ende Juli verliefen die ersten beiden Augustdekaden wesentlich angenehmer: Trockene, sehr warme und feuchte, kühlere Abschnitte wechselten einander häufig ab. Das letzte Monatsdrittel zeigte sich dagegen verbreitet nochmals sommerlich heiß. Damit lagen, wie schon im Juni und Juli, auch im dritten Sommermonat Temperatur und Sonnenschein deutlich über dem vieljährigen Mittel, bei erheblich zu wenig Niederschlag.
Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen. Im letzten Drittel nochmals hochsommerliche Hitze Mit 19,0 Grad Celsius (°C) lag im August der Temperaturdurchschnitt um 2,5 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990.
Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung nach oben 1,5 Grad. Den August 2019 kennzeichnete zunächst ein häufiges Auf und Ab zwischen sehr warmen oder heißen und kühleren Tagen. So kletterte das Quecksilber am 9. in Rheinfelden am Hochrhein auf 35 °C, am 12. in Kaufbeuren nur auf 16 °C.
Teils herrschten auch große Unterschiede zwischen dem Norden und Süden:
Am 18. meldete Diepholz in Niedersachsen ein Maximum von 17 °C, Elsendorf-Horneck in Niederbayern dagegen 34 °C. Die kälteste Nacht gab es am 14. in Meßstetten auf der Schwäbischen Alb mit 3,1 °C.
Im letzten Monatsdrittel trumpfte der August nochmals mit hochsommerlicher Hitze auf. Dabei konnte man in Bernburg an der Saale, südlich von Magdeburg, acht Tage mit mehr als 30 °C und sogar drei Tage mit über 35 °C zählen. Dort wurde am 28. mit 35,6 °C auch die bundesweit höchste Temperatur des Monats gemessen.
Trotz teils kräftiger Gewitter weitere Verschärfung der Dürre
Mit rund 65 Litern pro Quadratmeter (l/m²) erreichte der August nur 84 Prozent seines Klimawertes von 77 l/m². In den ersten beiden Augustdekaden brachten die Ausläufer von Tiefdruckgebieten vor allem im Süden mehrmals Niederschläge, oft begleitet von kräftigen Gewittern. Eine „Superzelle“, das sind sehr große und langlebige Gewitterwolken, zog am 18. vom Saarland bis nach Polen. Auf ihrem Weg richtete sie besonders in dem Gebiet südlich von Offenbach und nördlich von Aschaffenburg riesige Schäden durch Hagel und Orkanböen an. Der meiste Regen im August fiel im Alpenvorland mit bis zu 270 l/m².
Die größte Niederschlagstagessumme meldete Rettenberg-Kranzegg im Allgäu am 2. mit 87,5 l/m². Doch auch im Süden blieben die meisten Stationen zu trocken. Im Nordosten erreichte die Regenmenge oft nicht einmal die Hälfte des Solls. Von der Ostseeküste über Brandenburg und Sachsen-Anhalt bis nach Sachsen kamen dabei örtlich nur um 10 l/m² zustande. Damit setzte sich auch im August die Dürre in Deutschland weiter fort.
Ein sonnenscheinreicher August
Der Sonnenschein lag im August mit rund 220 Stunden rund zehn Prozent über dem Soll von 200 Stunden. Am meisten schien die Sonne im äußersten Nordosten mit bis zu 270 Stunden, am wenigsten am Alpenrand mit teils nur 180 Stunden.
In Nordrhein-Westfalen betrug die Temperatur im August 18,9 °C (16,6 °C). Die Niederschlagsmenge kam mit knapp 55 l/m² nur auf 72 Prozent des Solls (73 l/m²). Die Sonnenscheindauer erreichte dagegen mit rund 225 Stunden 123 Prozent des Klimawertes (183 Stunden).

Hurrikan Dorian bedroht Florida - Fragen an Matthias Habel, Meteorologe von WetterOnline  
1. Wie stark ist Dorian?

Matthias Habel: „Hurrikan Dorian wird derzeit als Hurrikan der Kategorie 2 mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 170 km/h beobachtet. In Böen werden bereits über 200 km/h erreicht. In den kommenden Tagen wird sich der Sturm verstärken und könnte dabei die Kategorie 4 erreichen. Dies würde Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 km/h bedeuten. Am Sonntag zieht der Wirbelsturm über den Nordwesten der Bahamas. Voraussichtlich in der Nacht zum Dienstag wird er dann mit voller Wucht als sogenannter „Major Hurricane“ die Ostküste Floridas treffen und enorme Schäden anrichten.  

2. „Rast“ Hurrikan Dorian tatsächlich auf Florida zu? 

Matthias Habel: „Nein! Das Gegenteil ist der Fall. Hurrikan Dorian verlagert sich derzeit nur mit etwa 20 km/h nach Nordwesten. Hurrikane wie Dorian sind gerade auch deshalb so gefährlich, weil sie sich nur sehr langsam verlagern. Aus diesem Grund haben sie sehr viel Zeit, ihre volle Stärke aufzubauen. Gleichzeitig werden sie dadurch auch so gefährlich, weil sie Orte in ihrer Zugbahn sehr lange mit hohen Windgeschwindigkeiten und enormen Regenmengen heimsuchen. Man muss also unbedingt zwischen der extrem langsamen Verlagerung und den extrem hohen Windgeschwindigkeiten im Hurrikan selbst unterscheiden.“ 

3. Wann und wo ist Dorian entstanden?

Matthias Habel: „Amerikanische Meteorologen beobachten die Entwicklung von Dorian bereits seit dem 23. August, als über dem Westatlantik eine Zone tiefen Luftdrucks entdeckt wurde. Diese Zone verlagerte sich nach Westen und verstärkte sich südöstlich von Barbados zu einem Tropischen Tief, aus dem sich in nur wenigen Stunden ein tropischer Sturm entwickelte. Er zog über einige Antillen-Inseln hinweg und brachte dort starken Regen und heftige Windböen. 

4. Warum ist Dorian so gefährlich?

Matthias Habel: „Neben extremen Windgeschwindigkeiten wird das Festland besonders durch heftige und lang andauernde Regenfälle bedroht. Neben Sturm und Regen wird die Küstenregion auch durch eine schwere Sturmflut bedroht, da der Hurrikan einen mehrere Meter hohen „Wasserberg“ vor sich herschiebt und zusätzlich sehr hohe Wellen die Küste treffen werden.“ 

5. Wie kommen Hurrikane zu ihren Namen?

Matthias Habel: „Die World Meteorological Organization legt die Namen fest. Es gibt sechs Listen mit je 21 Namen. Pro Jahr kommt eine Liste zum Einsatz, sodass sich die Benennung der Stürme nach sechs Jahren wiederholt. Verursacht ein Hurrikan besonders schwere Schäden, so wird dessen Name aus der Liste gestrichen und durch einen neuen ersetzt. Gibt es in einem Jahr mehr als 21 Stürme, so werden alle folgenden nach dem griechischen Alphabet mit Alpha, Beta, Gamma usw. benannt.“ 

6. Wie entsteht ein Hurrikan?

Matthias Habel: „Hurrikane entstehen über tropischen Meeren bei Wassertemperaturen von mindestens 26,5 Grad. Das Wasser verdunstet und kondensiert zu riesigen Gewitterwolken. Dabei werden große Mengen an Energie freigesetzt. Die Luft kann sich dadurch weiter aufheizen und steigt noch weiter auf, es entsteht eine Zone tiefen Drucks über dem Meer. Um den Luftdruck auszugleichen, strömt bodennah weitere feuchte und somit energiereiche Luft in das Zentrum des Sturms, der sich daher immer weiter verstärken kann. Die Corioliskraft schließlich versetzt die zuströmenden Luftmassen in Rotation, so dass ein großflächiger Wirbel entsteht.“ 

7. Wann treten die meisten Hurrikane auf?

Matthias Habel: „97 Prozent aller tropischen Stürme über dem Nordatlantik treten von Juni bis November auf. Diese Monate umfassen somit die nordatlantische Hurrikan-Saison. Anfangs ist Sturm-Aktivität nur sehr schwach. Sie nimmt im August dann deutlich zu und erreicht ihren Höhepunkt Anfang bis Mitte September. Dann treten im Durchschnitt bis zu 4 tropische Stürme auf, von denen statistisch gesehen zwei die Stärke eines Hurrikans erreichen.“ 

8. Treten Hurrikane durch den Klimawandel häufiger auf?

Matthias Habel: „Diese Frage ist nicht eindeutig zu beantworten. Seit dem Beginn der systematischen Beobachtung von Hurrikanen folgen auf Jahre mit vielen Stürmen solche mit nur wenigen. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Meeresoberflächentemperatur um mehrere Zehntelgrad erhöht. Diese Erhöhung der Wassertemperatur begünstigt theoretisch die Bildung von Hurrikanen. Statistisch überblicken wir jedoch nur einen sehr kurzen Zeitraum von etwa 50 Jahren, da es zuvor keinerlei Beobachtungen über die Sturm-Aktivität über den Ozeanen gab. Dieser Zeitraum ist viel zu kurz, um einen Trend zu erkennen. Zumal noch weitere Faktoren bei der Bildung von Hurrikanen beteiligt sind.“ 

Hurrikan Dorian bewegt sich auf die Ostkküste Floridas zu. Quelle: WetterOnline

 

 

Juli 2019


Hitzewelle in Deutschland erreicht neue Dimensionen
Ähnlich wie im außergewöhnlich heißen Sommer 2018, so rollte auch im letzten Julidrittel 2019 eine große Hitzewelle heran. „Drei Tage in Folge 40 Grad, dabei 25 Mal Höchstwerte von 40 Grad und mehr. Das geht in die meteorologischen Geschichtsbücher ein“, sagt Andreas Friedrich, Pressesprecher des Deutschen Wetterdienstes.

Wetterhäuschen - Foto haje
Besonders im Westen brachen reihenweise die bisherigen Rekorde. Mit 42,6 °C wurde dabei in Lingen im Emsland der alte deutsche Spitzenwert um mehr als 2 Grad übertroffen. Ansonsten verlief der Juli bei einem deutlichen Niederschlagsdefizit insgesamt sonnenscheinreich. Dies meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.
Anfangs meist angenehm warm, später kolossale Hitze mit Rekordtemperatur Mit 18,9 Grad Celsius (°C) lag im Juli der Temperaturdurchschnitt um 2,0 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung nach oben 0,9 Grad. Hochdruckgebiete über Nordwesteuropa sorgten in den ersten beiden Dekaden im Norden für kühle und im Süden für angenehm warme Witterung.
Die Nächte verliefen meist recht frisch und das Thermometer zeigte oft einstellige Werte. Am tiefsten sank das Quecksilber dabei in Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge: Am 4. trat dort bei einem Minimum von 1,5 Grad sogar Bodenfrost auf. Durch die Verlagerung des hohen Luftdruckes nach Osteuropa konnte im letzten Drittel die über Südwesteuropa lagernde Gluthitze nach Deutschland vordringen.

Von 1881 bis 2018 wurden in Deutschland insgesamt 10 Mal 40 Grad erreicht oder überschritten, jetzt im Juli 2019 25 Mal in nur 3 Tagen! Trockenheit erreicht zum Teil katastrophale Ausmaße Mit rund 55 Litern pro Quadratmeter (l/m²) fehlten dem Juli 31 Prozent zu seinem Soll von 78 l/m². Deutschland befand sich häufig im Einflussbereich von Hochdruckgebieten, die nur an wenigen Tagen Regen oder Gewitter zuließen. Diese brachten örtlich Sturm, Hagel und große Niederschlagsmengen.
Kreuth-Glashütte, südlich von Bad Tölz, meldete dabei am 28. mit 138,9 l/m² die bundesweit größte Tagessumme des Monats. In den meisten Gebieten blieb der Juli jedoch deutlich zu trocken. In zahlreichen Orten, verteilt in ganz Deutschland, fiel lediglich ein Viertel oder gar Fünftel des Solls. Angesichts der gnadenlosen Hitze, die dabei zum Monatsende herrschte und dem immer noch vorhandenen großen Niederschlagsdefizit aus dem Vorjahr nahm die Dürre in vielen Gebieten katastrophale Ausmaße an.
Die „Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzer“ sprach von einer Jahrhundertkatastrophe für die Wälder in Deutschland. Sonnenscheinbilanz leicht positiv Die Sonnenscheindauer lag im Juli mit etwa 235 Stunden um 13 Prozent über ihrem Soll von 212 Stunden. Am meisten zeigte sich die Sonne im Saarland mit örtlich mehr als 310 Stunden, am wenigsten an der Nordseeküste mit teils unter 170 Stunden.
Bei 18,9 °C (17,0 °C) und gut 40 l/m² (82 l/m²) schien die Sonne in Nordrhein-Westfalen knapp 220 Stunden (187 Stunden). Am 24. übernahm Geilenkirchen mit 40,5 °C den Rekord als wärmster Ort Deutschlands, den vorher Kitzingen bei Würzburg mit 40,3 °C gehalten hatte. Doch bereits einen Tag später ging der Spitzenplatz an Lingen im Emsland, das nun mit 42,6 °C ganz oben rangiert. Den Ruf als wärmste Orte von NRW teilen sich jetzt Duisburg- Baerl und Tönisvorst westlich von Krefeld, wo am 25. jeweils 41,2 °C gemessen wurden.


 

42,6 Grad: Deutschland hat einen neuen Allzeit-Hitzerekord

Verbreitet wurden im Westen 40 Grad überschritten

Deutschland hat einen neuen Allzeit-Hitzerekord: Vorläufiger Spitzenreiter ist das niedersächsische Lingen mit 42,6 Grad. So heiß war es hierzulande seit Beginn der Wetteraufzeichnungen noch nie! Der erst gestern aufgestellte Rekord von 40,5 Grad wurde somit pulverisiert.  

25.07.2019: Tag der Rekorde

Heute wurde verbreitet meteorologische Geschichte geschrieben. An mehr als 20 Wetterstationen wurden Werte von 40 Grad und mehr erreicht. Erst gestern stellte Geilenkirchen mit 40,5 Grad einen neuen bundesweiten Hitzerekord auf, der 0,2 Grad über dem alten Rekord aus dem Jahre 2015 lag. „Am Donnerstag dann aber hat die Hitzewelle noch einmal zugelegt. In Lingen wurde eine neuer Allzeitrekord von 42,6 Grad aufgestellt. In Duisburg-Baerl waren es 41.2 Grad.
Selbst in den Hochlagen der Mittelgebirge wurde es bis zu 35 Grad heiß, verbreitet gab es neue Rekorde.
Nahezu flächendeckend sind diese in Westdeutschland gemessen worden, oft wurden alte und viele Jahre gültige Allzeitrekorde an den jeweiligen Wetterstationen pulverisiert.“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe bei WetterOnline. Noch allerdings sind alle Rekordwerte vorläufig und warten auf die offizielle Bestätigung durch den staatlichen Wetterdienst. „Insbesondere der Messwert aus Lingen könnte wegen ungünstiger Messbedingungen noch revidiert werden. Unabhängig davon aber ist der Tag aus meteorologischer Sicht als historisch zu bezeichnen.“, so Habel. 

Verbreitet mehr als 40 Grad

Zu den heißesten Orten mit mehr als 41 Grad gehören neben Spitzenreiter Lingen mit 42,6 Grad die Städte Tönisvorst und Duisburg mit 41,2 Grad sowie Köln-Stammheim mit 41,1 Grad - Foto WetterOnline). Zudem melden viele Orte an Rhein und Mosel sowie deren Nebenflüsse neue Rekordtemperaturen. In Bonn-Roleber war es mit 40,9 Grad der heißeste Tag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Kleve trägt sich mit 40,8 Grad in die Rekordlisten ein. In Weilerswist und Trier flimmerte die Luft bei 40,6 Grad, in Düsseldorf wurde es 40,4 Grad heiß. Auch unsere westlichen Nachbarländer melden neue Allzeit-Rekorde von teils deutlich über 40 Grad. 

Hitze und Klimawandel

Die Rekordwetterlage ist sowohl von den erreichten Extremtemperaturen als auch von ihrer Dauer außergewöhnlich. „Heiße Tage gab es natürlich auch in früheren Jahren. Dass die Hitze aber so brutal zuschlägt und dann gleich auch noch mehrere Tage andauert, das ist wirklich extrem.“, sagte Meteorologe Habel und betont: „Die extremen Phasen haben besonders seit Beginn der 2000er Jahre deutlich zugelegt, kommen in immer kürzeren Zeitabständen und sind beständiger. Auch wenn wir hier also weiterhin vom Wetter sprechen, so sind die Extreme doch eine unweigerliche Folge des Klimawandels.“ 

Die Wetterentwicklung

Am Freitag wird es mit 35 bis örtlich 40 Grad nochmals brütend heiß. Nur entlang der Küsten ist es mit 28 bis 33 Grad etwas erträglicher. Dazu scheint meist von früh bis spät die Sonne. Nur westlich des Rheins sowie Richtung Alpen sind im Tagesverlauf in zunehmend schwüler Luft schon einzelne Hitzegewitter möglich. Dann aber ist der Hitze-Höhepunkt überschritten.
Am Wochenende sickert überall etwas erträglichere Luft ein, im Westen und Süden werden schon am Samstag keine 30 Grad mehr erreicht. Dafür können sich dort unwetterartige Gewitter entladen. Im Osten geht die Hitze erst am Sonntag, auch dort kracht es voraussichtlich verbreitet. Nach einem noch wechselhaften Wochenstart beruhigt sich das Wetter bei deutlich angenehmeren, aber immer noch hochsommerlich warmen 25 bis 30 Grad.

 

Hitzewelle ebbt ab: Es bleibt sommerlich warm

Die Gluthitze schwindet in den kommenden Tagen nach und nach, dabei sind vor allem am Wochenende in der Westhälfte heftige Gewitter möglich. In der neuen Woche beruhigt sich das Wetter, es bleibt aber hochsommerlich warm. 

Ab Freitag erste Hitzegewitter

Nach dem fulminanten Hitze-Höhepunkt am Donnerstag mit örtlich bis zu 40 Grad sickert in den Folgetagen allmählich etwas erträglichere Luft ein. „Dabei sind am Freitag erste Hitzegewitter möglich, am Wochenende kracht es dann vor allem in der Westhälfte und besonders im Südwesten verbreitet. Im Norden und Osten bleibt es dagegen sonnig und heiß.“, weiß Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline. Sonnenanbeter und Freibadgänger dürfen sich aber freuen:
„Im Verlauf der neuen Woche setzt sich voraussichtlich wieder überall freundliches und trockenes Sommerwetter durch. Dabei wird es im Binnenland warm mit 25 bis 30 Grad, entlang des Rheins und im Süden auch knapp darüber. Nur an den Küsten ist es bei auflandigem Wind nicht ganz so heiß. In der ersten Augustwoche geht das hochsommerlich warme Wetter nach jetzigem Stand weiter, allerdings deuten sich auch einige Schauer und Gewitter an.“ Die andauernde Trockenheit und den damit verbundenen Dauerstress für Pflanzen und Tiere dürften diese aber kaum lindern, die Waldbrandgefahr bleibt hoch und steigt sogar weiter an.  

Vergangene Hitzewellen 

Die aktuelle Hitzewelle mit Temperaturen weit über 35 Grad ist für viele Menschen schwer erträglich. „Man mag kaum glauben, dass es auch schlimmer geht. Dennoch lohnt ein Blick in die Vergangenheit. Schnell findet man heraus, dass es auch in den vergangenen Jahrzehnten schon extreme Hitzewochen gab.“, sagt Matthias Habel. „Ein markante Hitzewelle gab es im 1976. Über Wochen hinweg wurden damals Höchstwerte von über 30 Grad gemessen. Eine weitere große Hitzewelle gab es 2003. Viele bis heute gültige Extremwerte resultieren aus dieser Zeit. In Mannheim wurden von Anfang Juli bis Ende August nahezu täglich Höchstwerte um 30 Grad gemessen. Der Hitze-Höhepunkt war die Zeit vom 3. August bis zum 13. August. In diesem Zeitraum wurden täglich mehr als 35 Grad erreicht. Im Sommer 2003 purzelten deutschlandweit zahlreiche Allzeittemperaturrekorde. Zur Rekordhitze gesellte sich eine Rekordtrockenheit, der Rhein erreichte einen bis dahin nie gemessenen Tiefststand.“ 


Hitzewelle ebbt ab, Gewitter rücken ab Freitag an - Foto WetterOnline


 

Rekordhitze voraus: Hundstage bringen schweißtreibende Temperaturen
Es wird heiß, sehr heiß! Ab heute breiten sich aus Südwesten Sonne und Hitze aus. Bis zur Wochenmitte schwitzt man dann landesweit bei Höchstwerten über 35 Grad, lokal kann es auch bis zu 40 Grad heiß werden. An den Stränden der Nord- und Ostsee erwartet die Urlauber Mittelmeerfeeling.  

Höchstwerte bis 35 Grad 

Ab morgen scheint überall ungestört die Sonne vom blauen Himmel, dazu wird es bis Mitte der Woche täglich wärmer. Die Höchstwerte liegen am Dienstag zwischen 25 Grad an der Ostsee und heißen 35 Grad am Rhein. „Doch das ist nur der Anfang.“, sagt Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline. „Subtropische Hitze übernimmt an den Folgetagen im ganzen Land die Wetterregie. Die Sonne brennt abgesehen von einzelnen Schleierwolken von früh bis spät vom Himmel. Selbst an den Küsten herrscht bei über 30 Grad tagelang Badewetter. Der nationale Hitze-Hot-Spot aber liegt entlang des Rheins, wo schweißtreibende Spitzenwerte von bis zu 38 Grad gemessen werden. Lokal könnte die Gluthitze sogar knapp 40 Grad erreichen.“ 

In Frankreich und BeNeLux noch heißer

Extreme Lösungen bieten die Berechnungen der Wettermodelle für die Nachbarländer westlich von Deutschland an. „Nachdem in Süd-Frankreich bereits während der Hitzewelle Ende Juni Temperaturen von bis zu 46 Grad im Schatten gemessen wurden, dreht die Hitze nun auch im Norden des Landes sowie in Belgien und den Niederlanden richtig auf.“, weiß Matthias Habel. „Der neue Allzeitrekord ist zwar nicht in Gefahr, doch berechnen einzelne Wettermodelle für die genannten Regionen verbreitet Spitzenwerte von über 41 Grad.“  

Mittelmeer-Feeling an der Nordsee

Strandurlaubern an den Küsten der Nordsee in Belgien, den Niederlanden und Deutschland steht bestes Sommerwetter bevor. „An den deutschen Stränden bleibt es bei leichtem auflandigem Wind mit Werten um 30 Grad noch vergleichsweise kühl. Glühend heißer Sand und Schwitzen sind hingegen bei ablandigem Wind an den Stränden von Holland und Belgien angesagt. Selbst unmittelbar am Wasser wird das Thermometer hier 35 Grad und mehr anzeigen.“ Einzig der Sprung ins nur knapp 20 Grad warme Wasser der der Nordsee garantiert dann noch eine Abkühlung.  - Foto WetterOnline

Hundstage

Die neuerliche Hitzewelle fällt mit dem Beginn der Hundstage zusammen. So wird traditionell der Zeitraum bezeichnet, in dem typischerweise die höchsten Temperaturen des Jahres auftreten. Der astronomische Hintergrund der „Hundstage“ liegt schon viele Tausend Jahre zurück. Im alten Ägypten kehrte in diesem Zeitraum langsam das Sternbild „Großer Hund“ mit seinem gut sichtbaren Fixstern „Sirius“ an den Morgenhimmel zurück. Für die Ägypter war die Zeit der Sirius-Wiederkehr von herausragender Bedeutung, da sie als sicheres Vorzeichen des nahenden Nil-Hochwassers galt.
„Heute taucht Sirius übrigens erst Ende August am Morgenhimmel auf.“, erklärt Matthias Habel. „Der Grund dafür ist, dass die Erde im Weltall wie ein Kreisel torkelt. Dadurch verändert sich der Zeitpunkt der Sichtbarkeit aller Gestirne im Laufe von Jahrtausenden, der Begriff ‚Hundstage‘ jedoch bezieht sich nach wie vor auf das historische Auftreten des Sternbildes vor vielen tausend Jahren.“  

 


Die Hundstage kommen: Es wird heiß!

Die Zeit vom 23. Juli bis zum 23. August nennen wir „Hundstage“. Der Ursprung dieser Bezeichnung liegt schon tausende Jahre zurück und geht auf die Sichtbarkeit des Sirius zurück, dem hellsten Stern des Sternbildes „Großer Hund“. Der Zeitraum der Hundstage steht für die normalerweise heißesten Tage des Jahres. Und tatsächlich stehen die Zeichen auf Hitze. 
Die Hundstage beginnen heiß
In den kommenden Tagen geht es mit den Temperaturen verbreitet bergauf. „Genau zum traditionellen Beginn der Hundstage am 23. Juli wird es dann mit richtig heiß. Nach heutigem Stand können die Temperaturen dann im Westen verbreitet auf über 35 Grad klettern, im Rest des Landes werden 30 bis 35 Grad erreicht. Dabei ist es verbreitet sonnig und trocken.“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe bei WetterOnline.
Die Hundstage dauern vom 23. Juli bis 23. August. Dann werden tatsächlich in Mitteleuropa oft die höchsten Temperaturen des Jahres erreicht. "Es wird dann deutlich über 30 Grad, nicht selten auch über 35 Grad heiß. Und in manchen Jahren, wenn alles zusammenpasst und der Südwind direkt aus der Sahara weht, dann sind auch Rekordwerte um 40 Grad in Deutschland möglich.", weiß Habel. 

Der astronomische Hintergrund der „Hundstage“ liegt schon viele Tausend Jahre zurück. Im alten Ägypten kehrte in diesem Zeitraum langsam das Sternbild „Großer Hund“ mit seinem gut sichtbaren Fixstern „Sirius“ an den Morgenhimmel zurück. Die Dauer der Hundstage erklärt sich daraus, dass vom ersten Auftauchen des Sirius in der Morgendämmerung bis zum vollständigen Erscheinen des gesamten Sternbilds „Großer Hund“ rund ein Monat vergeht. Für die Ägypter war die Zeit der Sirius-Wiederkehr von herausragender Bedeutung, da sie als sicheres Vorzeichen des nahenden Nil-Hochwassers galt.  
„Heute taucht Sirius übrigens erst Ende August am Morgenhimmel auf.“, erklärt Matthias Habel. „Der Grund dafür ist, dass die Erde im Weltall wie ein Kreisel torkelt. Dadurch verändert sich der Zeitpunkt der Sichtbarkeit aller Gestirne im Laufe von Jahrtausenden, der Begriff ‚Hundstage‘ jedoch bezieht sich nach wie vor auf das historische Auftreten des Sternbildes vor vielen tausend Jahren.“
 
An den Hundstagen ist eine Abkühlung willkommen. Foto WetterOnline


 

Sommerhitze kehrt zurück: Wenig Regen in Sicht

Der Hochsommer fasst nach und nach in ganz Deutschland wieder Fuß. Mit den Temperaturen geht es deutlich aufwärts, ab dem Wochenende werden 30 Grad und mehr erreicht. Anfangs sind noch Schauer und Gewitter dabei.

Höchstwerte bis 35 Grad 

Fast 40 Grad im Schatten - der Juni hat wirklich alle Hitzerekorde gebrochen und war der heißeste jemals gemessene Juni weltweit. „Nach einer kurzen Abkühlung kommt der Sommer jetzt vehement zurück.“, weiß Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline: „Die zähen Wolken im Norden verziehen sich in der zweiten Wochenhälfte immer mehr. Dann steigen auch dort die Temperaturen spürbar an.
Die Höchstwerte liegen zwischen 22 Grad an den Küsten und 27 Grad im Südwesten. Schon am Wochenende werden vom Rhein bis zur Donau wahrscheinlich regional 30 Grad und mehr gemessen. Im weiteren Verlauf sind im Südwesten sogar Spitzenwerte um 35 Grad nicht ausgeschlossen.“ In Sachen Regen gibt es kleinere Lichtblicke. „Vor allem am Donnerstag und Freitag entwickeln sich gebietsweise Schauer und Gewitter, die örtlich auch kräftig ausfallen. Ab dem Wochenende wird es dann insgesamt trockener. Besonders den Nordwesten können aber zunächst noch ein paar Regenwolken streifen.“, so Habel.  

Stress für Flora und Fauna

Vor allem durch die Trockenheit des letzten Jahres und deren Verstärkung durch den heißen Juni 2019 geraten Pflanzen und Tiere unter Stress. Die regional geringen Niederschlagsmengen und auch der nach oben zeigende Temperaturtrend könnten die Lage verschärfen.  


Hitzegrade - Foto WetterOnline



16. Juli: Partielle Mondfinsternis  - Erdschatten knabbert am Vollmond
Ein besonderes Himmelsschauspiel steht uns am Abend des 16. Juli bevor. Dann findet eine partielle Mondfinsternis statt. Zum Höhepunkt des Ereignisses verschwinden rund zwei Drittel des Vollmondes im Schatten der Erde.  

Maximum um 23:32 Uhr

„Anders als bei der letzten Mondfinsternis im Januar wird bei dieser Finsternis nur ein Teil des Mondes verdunkelt. Dabei wird der Vollmond ab 22 Uhr nach und nach vom Erdschatten immer mehr verdunkelt, bis um 23:32 Uhr nur noch eine schmale Sichel übrig ist. Nach diesem Maximum der Finsternis kehrt das Sonnenlicht langsam wieder in die verdunkelten Bereiche unseres Trabanten zurück und ab 1 Uhr morgens erscheint der Mond wieder rund. Dann läuft er noch eine Weile durch den unauffälligen Halbschatten der Erde und wird dabei immer heller.“, erläutert Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe bei WetterOnline  

Südosthorizont ist Bühnenbild

Wer das Schauspiel beobachten will, sollte sich einen Ort mit freier Sicht zum Südosthorizont suchen. Ideal sind unbewaldete Bergkuppen abseits störender Lichtquellen. Auch wenn der Mond nicht die bei einer totalen Mondfinsternis typische rötliche Farbe annimmt, ist das Schauspiel sehr reizvoll. Denn der Verlauf des auf der Mondoberfläche sichtbaren Erdschattens macht die Kugelgestalt der Erde sichtbar. Und diesen Beweis ihrer Kugelgestalt machten sich Astronomen schon vor 2.500 Jahren in ihren Berechnungen zunutze. 

Vorerst letzte sichtbare Mondfinsternis

Die partielle Mondfinsternis vom 16. Juli ist übrigens für längere Zeit das letzte derartige Himmelsschauspiel, das auch von Europa aus zu sehen ist. Bei den beiden nächsten Mondfinsternissen zieht der Vollmond nur durch den Halbschatten der Erde, sodass diese wenig auffällig sind und wohl nur von geübten Beobachtern überhaupt wahrgenommen werden. „Die nächste von Deutschland aus zumindest teilweise sichtbare totale Mondfinsternis findet dagegen erst in drei Jahren und die nächste in voller Länge sichtbare sogar erst in knapp zehn Jahren statt.“, erklärt Habel. 

Partielle Mondfinsternis - Foto WetterOnline

 

Unwetterwarnung auch im Urlaub

Unwetter in Spanien, Italien und Griechenland haben in den letzten Tagen große Schäden angerichtet. Touristenhochburgen wurden schwer getroffen, Menschen getötet oder verletzt. Sehr wichtig ist daher die richtige Wetter-App, die auch im Urlaub rechtzeitig vor Unwettern warnt. 

Schwere Gewitter mit Erdrutschen, Tornados und riesigem Hagel haben in den letzten Tagen in vielen beliebten Urlaubszielen am Mittelmeer Chaos und Schaden angerichtet. Unter anderem wurden Spanien, Italien und Griechenland schwer getroffen. Leider gibt es neben vielen materiellen Schäden auch Todesopfer und Verletzte. Und die Aussichten sind nicht gut, wie Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline weiß: „Das Wetter in den Urlaubsregionen bleibt instabil. Es kann auch in den kommenden Tagen immer wieder zu schweren Gewittern und Unwettern kommen.“   

Lebenswichtig ist es daher, das Wetter im Auge zu behalten. Dazu bietet sich die WetterOnline-App an. Über die App können europaweit Unwetterwarnungen als Push-Nachricht empfangen werden. Auf dem in der WetterOnline-App enthaltenen WetterRadar kann jeder Urlauber vor Ort verfolgen, wo sich Unwetter entwickeln und ob diese in den kommenden Stunden den eigenen Urlaubsort treffen. Das WetterRadar zeigt dabei neben Wolken und Regen auch Blitzeinschläge, Gewitterzonen und die aktuelle Temperatur an.  

Schutz suchen bei Unwetterwarnung

Besteht eine Warnung vor schweren Gewittern, so sollte die Wetterentwicklung aufmerksam verfolgt werden. Zieht ein Unwetter auf, so ist es dringend ratsam Schutz zu suchen. Keinesfalls sollte man die Naturgewalten unterschätzen und unter freiem Himmel verharren, um den ultimativen Adrenalinkick zu suchen oder das perfekte Unwetterfoto zu schießen. 

App für Unwetterwarnungen - Foto WetterOnline



Geheimnis Aromabläschen: Darum riecht der Sommerregen

Jeder kennt diesen typischen Geruch, wenn es nach längerer Trockenheit regnet. Doch warum liegt dieses spezielle Aroma in der Luft, wenn Wasser doch eigentlich geruchlos ist? Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe bei WetterOnline, kennt die Antwort. 

Aromabläschen parfümieren die Luft

„Für die Entfaltung des Regenaromas sind mehrere Faktoren verantwortlich. Das Wasser der Regentropfen ist geruchlos. Fallen die Tropfen auf den Boden, bilden sich unmittelbar beim Aufprall kleine Luftbläschen. Diese füllen sich mit Partikeln der Bodenoberfläche, die gleichzeitig auch Träger der Duftaromen sind. Die Aromabläschen steigen aus dem dünnen Wasserfilm auf und bersten dabei. Die Aerosole, also das Gemisch aus Schwebeteilchen in den Bläschen, werden dadurch explosionsartig in der Umgebung verteilt.“, erklärt Habel und fährt fort:
„Schon leichter Wind genügt, um die Aromastoffe nun noch weiter in der Luft zu verteilen. Je langsamer leichte Tropfen bei einsetzendem Landregen auf den Boden fallen, desto mehr Zeit haben die Bläschen Aromapartikel aufzunehmen. Umgekehrt gibt es bei einem starken Gewitterschauer mit hoher Aufprallgeschwindigkeit der großen Tropfen nur wenig Zeit, die Duftaromen zu verteilen, denn die Wasserschicht ist schnell zu dick und die Aromabläschen erreichen die Umgebungsluft nicht mehr.“ 

Bodenbeschaffenheit bestimmt den Duft

Nicht nur die Stärke des Niederschlags, sondern auch die Trockenheit und die Porosität des Bodens bestimmen die Intensität des Duftes. Von trockenen Böden lösen sich die Aromapartikel leichter. Je poröser ein Boden ist, desto mehr Luftbläschen können aus den Hohlräumen des Bodens aufsteigen. Dies trifft besonders auf Waldböden zu, die sehr intensiven Regengeruch verströmen.  

Die hauptsächlichen Aromastoffe, die die Aromabläschen transportieren sind Geosmin, Öle und Ozon.
Als Geosmin wird ein Alkohol bezeichnet, der von Mikroorganismen produziert wird und einen erdig-muffigen Geruch hat. Er versursacht den typischen Geruch von Erdboden. Öle werden von Pflanzen produziert und können die Luft ebenfalls aromatisieren. Dies gilt bei entsprechenden Konzentrationen auch für das farblose Gas Ozon, das aus dem Griechischen übersetzt sogar „Das Riechende“ heißt. Je nach Zusammensetzung von Geosmin, Ölen und Ozon können so die unterschiedlichsten Gerüche entstehen.
Matthias Habel: „Wie jeder weiß, riecht der Regenschauer auf dem großen geteerten Parkplatz anders als der Regen im Wald oder am Strand. Dass man den nahenden Sommerregen schon im Voraus wittern kann, liegt im Übrigen daran, dass der Wind die gelösten Aerosole aus einem ferneren Niederschlagsgebiet zu uns herüberweht.“  

Bodenbeschaffenheit bestimmt den Duft - Foto WetterOnline



Reiseziele in der Bundesrepublik mit dem schönsten Wetter
„Warum in die Ferne schweifen? Sieh‘ das Gute liegt so nah!“ – so lautet hierzulande ein geflügeltes Wort. So bietet auch Deutschland Sommerurlaubern ein facettenreiches Angebot, viel Komfort und sonnenverwöhnte Orte. Doch in welchen heimischen Regionen bekommen wir durchschnittlich am meisten Sonne ab? Wo die Sonne lacht Ob mit dem Kanu über die Mecklenburgische Seenplatte, Strandurlaub an der Ostsee oder zum Wandern ins Allgäu – Deutschland ist als Reiseland in den letzten Jahren wieder deutlich attraktiver geworden.
Die sonnigsten Regionen der Bundesrepublik liegen sowohl an der südlichen Grenze als auch am nördlichen Rand des Landes – genau genommen an der Ostseeküste.  Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe bei WetterOnline erklärt: „Das kontinentalere Klima am Alpenrand und in der Ostseeregion begünstigt bestes Sonnenwetter. So hält in den Alpen der Föhneffekt die Wolken fern.
An der Ostsee wiederum sorgt der Meereswind für einen wolkenfreien Himmel und somit für viel Sonnenlicht auf unseren deutschen Ostseeinseln wie Fehmarn, Rügen und Usedom.“
Laut den durchschnittlichen Sonnentagen der vergangenen Sommer konkurriert Freiburg im Breisgau mit dem Kap Arkona auf der Halbinsel Rügen sowie mit kleinen Gemeinden im Alpenvorland um den Titel der Schönwetterhochburg Deutschlands. Den wolkenfreiesten Himmel gab es 2018 allerdings nicht an der Ostsee, sondern mit 2.308 Sonnenstunden in der Hauptstadt Berlin. Das Schlusslicht bildete 2018 Hamburg mit 1.895 Stunden Sonnenschein.
Weitere Pluspunkte für den Sommerurlaub nebenan
Zusätzlich zum angenehm sommerlichen Klima punktet das Reiseziel Deutschland durch seine gute Infrastruktur und kurze Entfernungen. Diese schonen auch den Geldbeutel und die Umwelt. Zudem sind lästige Sprachbarrieren beim Urlaub in der Heimat ebenso Fehlanzeige.   


Sonnige Reiseziele: Ostsee und Alpen locken mit viel Sonne. Foto WetterOnline


Juni 2019

NRW-Umweltministerium: Trinkwasserversorgung auch an heißen Tagen gesichert


Trinkwasser: Die perfekte, gesunde Erfrischung für die heißen Tage
Erneut steht den Duisburgern ein heißes Wochenende ins Haus. Die Meteorologen sagen Temperaturen weit jenseits der 30-Grad-Marke voraus. Das wird anstrengend für den Körper und da heißt es vor allem ausreichend trinken. Die Stiftung Warentest hat jüngst Mineralwässer unter die Lupe genommen und in diesem Rahmen auch in 20 deutschen Städten das Trinkwasser mit betrachtet.
Das Ergebnis der Warentester war eindeutig:
Während es bei den Mineralwässern durchaus Beanstandungen gab, erfüllte das Trinkwasser in allen getesteten Städten  allerhöchste Qualitätsstandards. Kein Wunder, gehört doch Trinkwasser in Deutschland zu den am meisten getesteten Lebensmitteln überhaupt. Die Trinkwasserverordnung regelt genau, welche Tests durchzuführen sind und welche Grenzwerte nicht überschritten werden dürfen, um beanstandungsfreie Lebensmittelqualität zu liefern.  
Das gilt natürlich auch für das Trinkwasser in Duisburg, das von den Stadtwerken Duisburg in zwei eigenen Wasserwerken im Düsseldorfer Norden gewonnen wird. Die Qualität des Wassers wird täglich vom Wasserlabor Niederrhein getestet. Transparenz spielt dabei eine besondere Rolle, so sind die Ergebnisse der Trinkwasseranalyse für jedermann im Internet abrufbar unter www.stadtwerke-duisburg.de/privatkunden/wasser/.
Außerdem erklären die Stadtwerke Duisburg hier, welchen Weg das Wasser zurücklegt, ehe es in die Duisburger Haushalte gelangt. Der Weg ist weit und die technische Ausstattung der Wasserwerke hochmodern und komplex – trotzdem ist Trinkwasser weitaus günstiger als andere Getränke. Gerade einmal 1,63 Euro beträgt der Arbeitspreis für einen Kubikmeter Wasser, also 1.000 Liter Trinkwasser in geprüfter Lebensmittelqualität. Für einen Euro bekommt man von den Stadtwerken Duisburg 613,5 Liter Trinkwasser.
Zum Vergleich: Vom Testsieger unter den Mineralwässern bei der Stiftung Warentest bekommt man für einen Euro gerade einmal 7,7 Liter. Günstiger kann also niemand in Duisburg seinen täglichen Flüssigkeitsbedarf decken als mit Trinkwasser und gesundheitlich vollkommen unbedenklich zudem.   An den heißen Tagen spendieren die Stadtwerke Duisburg übrigens den Duisburgerinnen und Duisburgern immer wieder eine Erfrischung.


Mit der Energie Lounge - Foto Stadtwerke Duisburg AG - “stehen unsere Mitarbeiter zum Beispiel während der Extraschicht am Samstag, 29. Juni, am „Garten der Erinnerung“ am Innenhafen und schenken frisches, gekühltes Trinkwasser aus. Außerdem kann man sich den gemütlichen Sitzgelegenheiten eine kleine Erholungspause gönnen. Und weil die Stadtwerke nicht nur Wasserversorger, sondern natürlich auch Stromversorger sind, kann in der Pause auch das Smartphone schnell mit frischem Saft „erfrischt“ werden.




Doppelrekord! Noch nie war ein Juni in Deutschland wärmer und sonniger
Der Juni 2019 ist in Deutschland der wärmste und sonnigste Juni seit dem Beginn flächendeckender Messungen. „Schon wieder neue Höchstwerte! Allmählich verschlägt es mir die Sprache angesichts dieser inzwischen in Serie auftretenden Klimarekorde“, kommentiert Uwe Kirsche, Pressesprecher des Deutschen Wetterdienstes die ersten Auswertungen der Ergebnisse der rund 2 000 Messstationen des nationalen Wetterdienstes. Zugleich fiel der Juni hierzulande – nach einem zu nassen Mai - deutlich zu trocken aus.
Bisheriger Temperaturrekord im Juni um 0,4 Grad übertroffen
Mit 19,8 Grad Celsius (°C) lag im Juni der Temperaturdurchschnitt in Deutschland um 4,4 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur wärmeren Periode 1981 bis 2010 betrug das Plus 4,0 Grad. Die durchweg sommerlichen, zum Monatsende hin hochsommerlichen Werte führten mit einer Differenz von +0,4 Grad gegenüber dem bisherigen Rekordhalter 2003 zum wärmsten Juni seit Messbeginn im Jahr 1881.
In der dritten Dekade brachte die erste große Hitzewelle des Jahres die Bevölkerung ins Schwitzen: Coschen, südlich von Eisenhüttenstadt und Bad Muskau, südöstlich von Cottbus, registrieren am 26. jeweils 38,6 °C. Einige Stationen meldeten sogar Tropennächte: In Kubschütz, östlich von Bautzen, sank das Thermometer am 26. nicht unter 24,6 °C. Coschen zählte beeindruckende 16 heiße Tage mit 30 °C und mehr.
Verbreitet wenig Niederschlag, aber auch schwere Gewitter mit großen Mengen
Mit rund 55 Litern pro Quadratmeter (l/m²) erreichte der Juni nur etwa 64 Prozent seines vieljährigen Mittels von 85 l/m² und war dementsprechend verbreitet deutlich zu trocken. Örtlich führten jedoch kräftige Gewittermit Starkregen, großkörnigem Hagel sowie schweren Sturmböen hauptsächlich in den ersten beiden Monatsdekaden zu großen Niederschlagsmengen.
Besonders die Region am Ammersee erlitt am 10. durch ‚Hagelgeschosse‘ mit bis zu 8 cm Durchmesser enorme Zerstörungen. Am 4. gab es bei Bocholt im Westmünsterland einen Tornado der Stärke F2 (184-255 km/h). Die höchste Tagesregenmenge meldete am 11. Jüterbog, südwestlich von Berlin, mit 95,9 l/m². Insgesamt fiel im Südwesten sowie im äußersten Norden Deutschlands mit teils über 150 l/m² der meiste Niederschlag.

In der Eifel, im Hunsrück, in Frankenwald, im Thüringer Becken und in der Niederlausitz fielen teilweise nurrund 15 l/m².

Sonnigster Juni seit Messbeginn im Jahr 1951
Mit rund 300 Stunden übertraf die Sonnenscheindauer ihr Soll von 198 Stunden um 50 Prozent. Damit wurde der bisherige Juni-Rekord von 1976 mit 287 Stunden übertroffen. Die Sonnenscheindauer wird vom DWD seit 1951 bundesweit gemessen. Am sonnigsten war es in Ostdeutschland mit bis zu 370 Sonnenstunden. Benachteiligt, jedoch immer noch deutlich über dem Klimawert, war der Nordwesten Schleswig-Holsteins und Niedersachsens mit gebietsweise rund 235 Sonnenstunden.
Nordrhein-Westfalen meldete 19,5 °C (15,4 °C).
Damit wurde der alte Höchstwert um 0,5 Grad überboten. Mit nahezu 300 Sonnenstunden (184 Stunden) wurde ein neuer Sonnenscheinrekord verzeichnet. Einige Stationen meldeten sowohl bei der Temperatur als auch der Sonnenscheindauer neue Spitzenwerte. Der Niederschlag akkumulierte sich auf knapp 45 l/m² (84 l/m²). Aus einer kräftigen Gewitterzelle entwickelte sich am 4. bei Bocholt im Westmünsterland ein Tornado der Stärke F2 (184-255 km/h). Dieser verursachte an mehreren Häusern immense Schäden

 

Spätnachmittags ist es am heißesten

Warum der Hitzehöhepunkt nicht schon mittags ist

Je nach Ort erreicht die Sonne bei uns ihren Zenit zwischen 13 Uhr und 13:45 Uhr. Dies ist jedoch nicht der Zeitraum der größten Hitze. Ihr Gipfelpunkt folgt erst am Nachmittag, doch warum?

Nachmittagshitze als Folge der Mittagshitze

Die Bezeichnung „Mittagshitze“ ist verwirrend, da sie nicht den Zeitraum der Maximaltemperatur widerspiegelt. „Der Mittagshitze folgt die Nachmittagshitze und diese ist weitaus intensiver. Während Mittagszeit befindet sich die Sonne auf ihrem Höchststand und strahlt mit der höchsten Intensität. Rein meteorologisch wird der Begriff Hitze für Temperaturen über 30 Grad verwendet. Diese können selbstverständlich auch zur Mittagszeit erreicht werden. Demnach ist der Begriff „Mittagshitze“ eigentlich gar nicht so falsch, denn er bringt zum Ausdruck, dass es auch mittags schon sehr heiß ist. Das Tagesmaximum der Temperatur wird jedoch erst am Nachmittag zwischen 16 und 18 Uhr erreicht.“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe bei WetterOnline.

Darum ist es erst spätnachmittags heiß

Die Luft und die Erdoberfläche werden durch die Sonne erwärmt. Die aufgeheizte Erdoberfläche, also Straßen, Gebäude, Felder, Wiesen und Bäume, geben ihre gespeicherte Wärme etwas verzögert wieder an die Luft ab und erhitzen sie zusätzlich. Die Hitze erreicht so also einige Stunden nach dem Zenitstand der Sonne ihren Höhepunkt. Aus diesem Prozess des Aufheizens von wärmespeichernden Oberflächen resultiert auch das Phänomen des Wärmeinseleffekts. Baudichte, Höhe der Bebauung und der Anteil von Grünflächen sind ausschlaggebend für die Intensität dieses Effekts. Je mehr Steine und Asphalt die Hitze speichern können, desto mehr Wärme wird auch an die Umgebung abgegeben. Deshalb ist in Städten im Vergleich zu ländlicher Umgebung die Lufttemperatur bei intensivem Sonnenschein stets höher.



Was hilft gegen Kreislaufprobleme bei Hitze?

Freibad, Grillen und ganz viel Sonne: Mit dem Sommer beginnt für viele die schönste Zeit des Jahres. Unser Körper arbeitet allerdings auf Hochtouren, um seine Temperatur auf konstanten 37 Grad zu halten. Nicht selten führen hohe Temperaturen daher zu Kreislaufproblemen.
Wie kommt es zu Kreislaufproblemen?

Um bei Hitze Körperwärme abzugeben, weiten sich unsere Blutgefäße. Dadurch sinkt der Blutdruck und das Blut zirkuliert schlechter. Die Folgen: Unser Körper erhält weniger Sauerstoff und der Kreislauf wird schwächer. Dies führt zu Kopfschmerzen, schweren Beinen, Übelkeit oder Schwindel. „Kein Wunder, die Temperaturen des Sommers bringen unsere Körper in Extremsituationen.“, sagt Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline, und erklärt: „Größere Hitzewellen, die vielen Menschen zu schaffen machen, haben wir in Deutschland immer wieder. Erst im letzten Jahr 2018 hatten wir mehr als 20 Tage mit einer Höchsttemperatur von mehr als 30 Grad.“ Um Kreislaufproblemen bei Hitze vorzubeugen, gibt es ein paar einfache Tipps.

Ausreichend Flüssigkeit
Viel zu trinken ist sehr wichtig. Besonders Mineralwasser, Saftschorlen oder alkoholfreies Bier enthalten Elektrolyte, die dabei helfen, Flüssigkeiten besser im Körper zu verteilen. Alkohol hingegen weitet die Blutgefäße und entwässert den Körper, was den Kreislauf zusätzlich belastet.
Anregende Wechseldusche
Am Morgen und am Abend eignet sich eine kurze Wechseldusche, um einem niedrigen Blutdruck entgegenzuwirken. Einfach mehrmals zwischen warmem und kaltem Wasser wechseln. Wichtig: Langsam an die unterschiedlichen Temperaturen herantasten, um den Kreislauf nicht zu überfordern.

Sanfte Bewegung

Auch etwas Bewegung in den kühleren Morgenstunden oder am späten Abend empfiehlt sich, um den Kreislauf anzuregen, ohne den Körper zu überhitzen. Sport oder größere Anstrengungen in der Stunden der intensivsten Sonneneinstrahlung rund um die Mittagszeit erhöhen das Risiko von Kreislaufproblemen. An sonnigen Tagen wird die Höchsttemperatur erst am späten Nachmittag erreicht, körperliche Anstrengung sollte dann unbedingt vermieden werden.

Frische Luft
Die Klimaanlage sollte im Sommer nur mit Vorsicht genutzt werden. Denn plötzliche Temperaturunterschiede stellen für den Menschen eine hohe Belastung dar. Ein offenes Fenster hingegen sorgt für ausreichend Luft und hilft dem Körper, den Kreislauf in Gang zu halten. Ventilatoren bieten sich ebenfalls für eine gute Luftzirkulation an. Doch aufgepasst: Wer in ständiger Zugluft sitzt, riskiert eine Erkältung.

Leichtes Essen
Grillfans, für die ein Steak an einem heißen Sommertag einfach dazugehört, sollten wissen: Das tierische Eiweiß regt die körpereigene Wärmeproduktion an. Leichtes Essen wie Salat, Obst oder rohes Gemüse hingegen bieten eine zusätzliche Flüssigkeitszufuhr und versorgen den Körper mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen.

Ein schattiges Plätzchen und ein Getränk helfen bei Hitze, den Kreislauf in Schwung zu halten. Foto WetterOnline



Die Hitze kommt
"Das Wetter am Siebenschläfertag, sieben Wochen bleiben mag.", lautet der Wortlaut der Siebenschläfer-Regel, einer alten Bauernregel. In diesem Jahr erreicht die erste große Hitzewelle zum Siebenschläfer-Tag am 27.06.2019 Ihren Höhepunkt. Müssen wir daher im diesjährigen Hochsommer mit sieben Wochen andauernder Hitze rechnen? Hitzehöhepunkt rund um den Siebenschläfer-Tag Bleibt es nun sieben Wochen heiß? "

Das Wetter am Siebenschläfertag, sieben Wochen bleiben mag.", lautet der Wortlaut der Siebenschläfer-Regel, einer alten Bauernregel. In diesem Jahr erreicht die erste große Hitzewelle zum Siebenschläfer-Tag am 27.06.2019 Ihren Höhepunkt. Müssen wir daher im diesjährigen Hochsommer mit sieben Wochen andauernder Hitze rechnen?
Die Hitze kommt
Nach letzten Schauern am Samstag rollt ab Sonntag eine ausgewachsene Hitzewelle heran. Zunächst wird es nur im Westen, dann aber rasch überall 30 Grad bis 35 Grad heiß, örtlich sind sogar rekordverdächtige 40 Grad nicht auszuschließen.
„Ab Sonntag setzt sich extrem warme Luft aus Afrika zu uns in Bewegung.“, erklärt Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline. Schon am Sonntag sind entlang des Rheins bis zu 30 Grad möglich. Montag und Dienstag klettern die Temperaturen bei strahlendem Sonnenschein dann landesweit über die 30-Grad-Marke, im Südwesten sind schon bis zu 35 Grad möglich.
„Der Höhepunkt der Hitzewelle wird in der zweiten Wochenhälfte erreicht. Dann ist bei Werten zwischen 35 bis 40 Grad Schwitzen angesagt.“, sagt Habel, schränkt allerdings ein: „Ob die 40-Grad-Marke geknackt wird, ist noch unsicher, aber nicht auszuschließen.“ Auch nachts wird es sehr warm, die Temperaturen sinken kaum noch unter 20 Grad ab, in den Innenstädten bleibt es nachts noch wärmer.

Hitze zum Siebenschläfer-Tag
Zum Siebenschläfer-Tag am 27.06.2019 könnte sich dann der Höhepunkt der Hitze einstellen. „Könnten wir der Bauernregel trauen, müsste es nun sieben Wochen heiß bleiben“, so der Meteorologe Matthias Habel. Wie sich die Witterung im Hochsommer allerdings entwickelt, ist trotz der Bauernregel völlig offen. „Dass der Wetterverlauf für sieben Wochen an einem einzigen Tag entschieden wird, ist totaler Quatsch!“, sagt Habel.

Siebenschläfer-Zeitraum und die Kalenderreform
In Anlehnung an die Siebenschläfer-Regel kann man allerdings den mehrtägigen „Siebenschläfer-Zeitraum“ von Ende Juni bis etwa zum Ende der ersten Juliwoche betrachten. Dieser Zeitraum ist gegen den eigentlichen Siebenschläfer-Tag nach hinten verschoben. Grund dieser Verschiebung gegenüber dem kalendarischen Siebenschläfertag ist die Kalenderreform des Jahres 1582. Damals wurden auf Anordnung des Papstes zehn Kalendertage übersprungen.
Da die meisten Bauernregeln aber vor dieser Kalenderreform geprägt worden sind, hat sich damit auch ihr Bezugsdatum um zehn Tage verschoben. Kurz: Der 27. Juni vor dieser Reform entspricht seither dem Tagesdatum des 7. Juli.
Was ist nun dran an der Siebenschläfer-Regel?
„Viel ist an der Regel nicht dran“, sagt Matthias Habel. „Ihre Eintreffwahrscheinlichkeit beträgt im Binnenland etwa 55 bis 60 Prozent, lediglich in Süddeutschland ein wenig mehr als 60 Prozent.“, weiß Habel und gibt zu bedenken: „Alle gängigen Wettermodelle, auf die wir Meteorologen uns mit den Wettervorhersagen stützen, erreichen eine höhere Genauigkeit. Wem es kommende Woche zu heiß wird, muss also nicht befürchten, dass die Hitze uns nun sieben Wochen lang begleitet.“

Das Thermometer wird in der nächsten Woche verbreitet 35 Grad anzeigen. Foto WetterOnline


 

Extreme Hitzewelle rollt heran: Temperaturen um 40 Grad nicht ausgeschlossen

Die Berechnungen verschiedener Wettermodelle zeigen große Hitze für die nächste Woche. Im ganzen Land sind dann Spitzenwerte von 30 bis 35 Grad möglich. Nach einzelnen noch extremeren Berechnungen könnte es auch noch deutlich heißer werden.

Heißluftdüse 

Vor allem im Süden und Osten Deutschlands besteht um die Wochenmitte mit Luft aus Afrika das Potenzial für 40 Grad. „Dafür muss natürlich alles zusammenpassen und dementsprechend ist eine Woche im Voraus dieses Szenario noch mit großer Vorsicht zu genießen.“, erklärt Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline, betont jedoch: „Dass es nächste Woche für einige Tage sehr heiß wird, ist allerdings ziemlich sicher.“
Zunächst aber setzt sich bei uns verbreitet deutlich angenehmere Luft durch, es gibt einen freundlichen Mix aus Sonne, Wolken und einzelnen Schauern. Ab Sonntag jedoch stellt sich die Wetterlage um. „Ein Tief über dem Ostatlantik macht dann gemeinsame Sache mit einem mächtigen Hoch über dem östlichen Mittelmeer und wirft die Heißluftdüse an. Wüstenluft gelangt auf direktem Weg aus Nordafrika zu uns.“, so Habel.  

Hitzerekorde möglich

Der Temperaturrekord für Juni liegt in Deutschland bei 38,2 Grad und stammt aus dem Jahr 1947. Die höchste in Deutschland je offiziell gemessene Temperatur wurde 2015 im fränkischen Kitzingen mit 40,3 Grad gemessen. Ob diese Werte kommende Woche überboten werden, ist noch unsicher. „Fakt ist: Die kommende Woche bringt uns die heißeste Luft, die in dieser Jahreszeit überhaupt möglich ist. Wenn alle meteorologischen Faktoren eintreffen, ist ein neuer Rekord keinesfalls ausgeschlossen.“, sagt Habel.

Viel trinken!

Erreicht uns im Sommer eine Hitzewelle, wird es bei der Arbeit, im Büro oder auch in der Schule ziemlich ungemütlich und ohne Klimaanlage sogar zur Qual. Es können Beschwerden wie Kopfschmerzen, Kreislaufstörungen, Schwindel und Ermüdung auftreten. Deshalb sollte für Kühlung gesorgt und vor allem reichlich Wasser oder Fruchtschorlen getrunken werden, um einer Dehydrierung vorzubeugen. Alkohol sollte hingegen gemieden werden, da dieser dem Körper Flüssigkeit wieder entzieht. Insbesondere kleine Kinder sowie alten und kranken Menschen wird empfohlen "über den Durst" zu trinken.

Abkühlung gefragt - Foto WetterOnline



Gewitterprognose – Blitz und Donner bleiben unberechenbar
 
Grundsätzlich ist eine Wetterlage gut im Voraus erkennbar. Welcher Ort aber genau von einem Gewitter getroffen wird, kann nicht vorausgesagt werden.

Wetter ist ein natürliches und chaotisches System
Eine Vorhersage wird auf Basis der Prognosen von Wettermodellen berechnet. Leider ist es jedoch so, dass auch die besten Wettermodelle einen so komplexen natürlichen Prozess wie das Wetter nicht in seiner Gesamtheit erfassen können.
„Noch komplizierter sieht es bei Gewittern aus: Grundsätzlich ist die Wetterlage gut im Voraus erkennbar. Das heißt, wir können angeben, dass Gewitter in einer bestimmten Region sehr wahrscheinlich sind. Welcher Ort aber vom Gewitter getroffen wird, ist nicht vorhersagbar. Dies ändert sich erst dann, wenn ein Gewitter entstanden und auf dem WetterRadar erkennbar ist. Dann lässt sich abschätzen, welche Orte und Städte in den nächsten Minuten und Stunden getroffen werden können.“, erklärt Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher bei WetterOnline.
„Klar aber ist, bei Gewitter werden niemals alle Orte in einer Region davon getroffen. Diejenigen, die kein Gewitter erlebt haben, denken dann, die Prognose sei falsch - dabei hat es vielleicht schon wenige Kilometer weiter ein heftiges Unwetter gegeben.“
Kochtopf Wetterlage 
Die Entwicklung einer gewittrigen Wetterlage ist mit einem Topf Wasser vergleichbar, den man auf die Herdplatte stellt. „Wir alle wissen, dass irgendwann Blasen aufsteigen werden, wenn das Wasser zu kochen beginnt. Wo hingegen im Topf genau eine Blase entsteht, das lässt sich nicht vorhersagen. Erst wenn sich diese am Boden des Topfes gebildet hat, so kann man sagen, wo diese Blase die Wasseroberfläche im Kochtopf erreichen wird.“, erläutert Habel. „Genauso ist es mit den Gewittern. Wir Meteorologen wissen im Voraus sehr genau, wo das Potential für Gewitter vorhanden ist. Ihre konkreten Koordinaten hingegen können wir im Voraus nicht benennen.“


Foro WetterOnline



Leuchtende Nachtwolken: Magischer Silberschleier am Nordhimmel

In der vergangenen Nacht konnten Nachteulen ein ganz besonderes Himmelsspektakel bestaunen: Helle Wolken erleuchteten ab Mitternacht den Himmel. Was es mit diesem Phänomen auf sich hat, erklärt Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline.

Was sind Leuchtende Nachtwolken?

Matthias Habel: „Wolken entstehen normalerweise nur in den untersten Schichten der Atmosphäre bis in eine Höhe von etwa 13 km. Im Sommer jedoch können bei entsprechenden Bedingungen Leuchtende Nachtwolken beobachtet werden, die in der Mesosphäre in einer Höhe von etwa 81 bis 85 km entstehen. Sie bestehen aus kleinsten Eiskristallen und sind so dünn und transparent, dass sie tagsüber unsichtbar sind."

Wie entstehen Leuchtende Nachtwolken?

Matthias Habel: „Kurioserweise ist der Entstehungsprozess von Leuchtenden Nachtwolken /Foto WetterOnline) bis heute nicht vollkommen geklärt. Klar ist, dass zu ihrem Entstehen Feuchtigkeit, Staubteilchen und extreme Temperaturen von weniger als minus 120 Grad benötigt werden. Staubpartikel dienen als Kondensationskerne. Sie sind winzige Reste von in der Erdatmosphäre verglühten Meteoren oder feinste Rückstände gewaltiger Vulkanausbrüche. Im Gegensatz zu erdnahen Luftschichten heizt sich die Mesosphäre im Sommer nicht auf, sondern kühlt im Gegenteil sogar stark ab. Daher wird die für die Entstehung der Leuchtenden Nachtwolken benötigte extrem niedrige Temperatur nur im Hochsommer erreicht. Leuchtende Nachtwolken sind deshalb ausschließlich rund um die Sommersonnenwende im Juni und Juli zu beobachten.“

Wo entstehen Leuchtende Nachtwolken?

Matthias Habel: „Leuchtende Nachtwolken bilden sich meist über polaren Regionen, weil dort die Mesosphäre am kältesten ist. Dort können sie allerdings nicht beobachtet werden, da die Sonne in den nördlichen Breiten im Sommer nicht untergeht. Es ist dann schlicht zu hell und die Leuchtenden Nachtwolken bleiben unsichtbar.“

Warum leuchten die Leuchtenden Nachtwolken?

Matthias Habel: „Damit Leuchtende Nachtwolken sichtbar werden, muss es einerseits dunkel genug sein, anderseits muss Sonnenlicht noch die Eiskristalle in großer Höhe erreichen. Diese Bedingungen sind gegeben, wenn die Sonne nachts mindestens 6 Grad und maximal 16 Grad unter dem Horizont steht, also kurz nach Sonnenuntergang oder kurz vor Sonnenaufgang. Nur dann wird das Licht der Sonne von den Leuchtenden Nachtwolken noch reflektiert.“

Welche Farben und Formen haben Leuchtende Nachtwolken?

Matthias Habel: „Leuchtende Nachtwolken erscheinen überwiegend in blassen Blautönen und gelegentlich auch noch in gelben Farbtönen. Alle anderen Farbbestandteile des Lichtes werden durch die Erdatmosphäre und die Ozonschicht gefiltert. Unmittelbar über dem Horizont erkennt man oft auch noch einen rötlichen Schimmer, der aber durch die Morgen- bzw. Abenddämmerung in der unteren Atmosphäre entsteht und nicht die Leuchtenden Nachtwolken erreicht. Diese erscheinen oft als leuchtende Schleier mit faserigen Strukturen. Sie können aber auch als Streifen, Bänder, Wirbel und Wellen mit diffusen oder scharfen Kanten auftreten. Für den Betrachter am Erdboden ergibt sich immer ein beeindruckender Farbverlauf mit faszinierenden Mustern.“




IVAN lässt es krachen: Schwerer Sommersturm und Gewitter

Sturmtief IVAN dreht aktuell noch über Frankreich seine Kreise. In den kommenden Stunden wandert der Sommersturm weiter nordwärts. Nachmittags erreichen seine Wetterfronten den Westen Deutschlands. Dann drohen von der Nordsee bis zum Alpenrand schwere Sturmböen und Gewitter.

Brenzlige Wetterlage

Bereits im Laufe des Vormittags hat der Südostwind deutlich zugelegt, erste stürmische Böen wurden bereits gemessen. „Doch das ist erst der Anfang. Richtig brisant wird es ab den späten Nachmittagsstunden. Dann rauscht aus Westen IVANs Kaltfront mit schweren Sturmböen und Gewittern heran. Selbst Orkanböen mit Windgeschwindigkeiten nahe 120 Stundenkilometer sind nicht ausgeschlossen.“, sagt Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline.
Wie immer bei solch brenzligen Wetterlagen ist zwar generell ein hohes Potential für Unwetter vorhanden, jedoch treffen die Gewitter nicht jeden Ort. Stürmisch hingegen wird es weit verbreitet. Wer nun aber glaubt, dass es nach den ersten Sturmböen schon wieder vorbei ist, der täuscht sich. „In der Nacht legt der Sturm von der Eifel bis zur Nordsee noch einmal deutlich zu. Bis etwa Samstagnachmittag dauert der ruppige Sommersturm an.“, warnt Habel.

Gefahr für belaubte Bäume

Besonders für die Laubbäume wird IVAN zur Belastungsprobe, denn mit ihren vielen Blättern bieten sie dem Sturm eine riesige Angriffsfläche. Im Gegensatz zum Winter ist schon bei deutlich niedrigeren Windgeschwindigkeiten die Gefahr von Windbruch groß. Daher sollte bereits ab Windspitzen von 80 km/h der Wald und frei stehende Bäume gemieden werden, denn Äste können krachen oder ganze Bäume umstürzen.

Ausblick auf das Pfingstwetter

Am Pfingstsonntag bleibt es meist freundlich. Nachmittags und abends entladen sich im Südwesten einzelne Gewitter. Das Thermometer zeigt Spitzenwerte zwischen 21 und 29 Grad an. Am Pfingstmontag beschert uns ein Tief wahrscheinlich turbulentes Wetter mit vielen Regengüssen, örtlich starken Gewittern. Für Details ist es aber noch zu früh.

Foto WetterOnline

 


 

Tornado wütet in Bocholt: Schwere Schäden durch eines der heftigsten Windsysteme der Erde

Bei den Unwettern in der vergangenen Nacht wurde das nordrhein-westfälische Bocholt von einem Tornado getroffen. Der Sturm hatte sich gegen 23 Uhr während eines Gewitters gebildet. Er deckte Dächer ab, entwurzelte Bäume und wirbelte sogar Fahrzeuge durch die Luft. Einige Fragen zum Tornado beantwortet Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline:

Wie stark war der Tornado von Bocholt? 

Matthias Habel: „Der Tornado zog am späten Dienstagabend gegen 22:55 Uhr durch Bocholt und erreichte nach ersten Einschätzungen von Experten die Stärke F2 auf der Fujita-Skala. Dies entspricht Windgeschwindigkeiten von etwa 180 bis 250 km/h.“

Was ist die Fujita-Skala?

Matthias Habel: „Die Fujita-Skala wurde 1971 von Dr. Tetsuya Theodore Fujita eingeführt und beschreibt die Stärke eines Tornados unter den Aspekten Windgeschwindigkeit und Zerstörungsgrad. Im Allgemeinen werden für die Tornado-Klassifikation die Stärken F0 für Windgeschwindigkeiten von 116 Kilometer pro Stunde mit leichten Schäden bis F5 für Windgeschwindigkeiten über 418 Kilometer pro Stunde und verheerenden Verwüstungen benutzt, teilweise wird auch noch F6 hinzugenommen.“

Was ist ein Tornado?

Matthias Habel: „Tornados, die heftigsten Windsysteme der Erde, sind im Unterschied zu den bis zu 1000 Kilometer Durchmesser erreichenden "Hurrikans" oder auch "Taifunen", sehr kleinräumige Wirbelstürme, die nur selten einen Durchmesser von mehr als einem Kilometer erreichen. Ihr schlauchartig von Gewitterwolken bis auf den Erdboden herabreichender Sturmrüssel erinnert vom Aussehen an den rotierenden Wasserstrudel über einem Badewannenabfluss. Wegen den enormen Windgeschwindigkeiten, die innerhalb der kreisenden Luftsäule bis über 500 km/h erreichen können, hinterlassen Tornados entlang ihrer Zugbahn oft eine Schneise der Verwüstung.“

Ist ein Tornado ein seltenes Ereignis in Deutschland?

Matthias Habel: „Erst im März verwüstete ein Tornado Teile des Ortes Roetgen in der Eifel. Im vergangenen Jahr verursachte im Mai ein Tornado bei Viersen in NRW schwere Schäden. Aber auch in früheren Jahrzehnten und Jahrhunderten haben Tornados immer wieder auch Teile von Deutschland heimgesucht. Überliefert sind sogar mehrere F4-Stürme und sogar zwei F5-Tornados mit errechneten Windgeschwindigkeiten über 418 km/h.
Neben diesen großen und sehr zerstörerischen Tornados gab es schon immer zahllose weitere, schwächere Tornados. Allein aufgrund der geringen Besiedlungsdichte wurden in früheren Tagen nur vergleichsweise wenige dieser Fälle bekannt. So schätzen Experten die Zahl der Tornados in Deutschland lange Zeit nur auf 10 bis 20 Fälle pro Jahr. Die Menge der in den vergangenen Jahren gesicherten Beobachtungen deutet heute auf mindestens 30 bis 40 Fälle jährlich hin.“

Grafik WetterOnline - Wie ein Tornado entsteht, erklärt WetterOnline in diesem Video: https://www.youtube.com/watch?v=7DwDEO6T4Dk

 

Montag, 03. Juni 2019:
Gewitterlage in der Stadt Duisburg: Es gab nur Sachschäden!
Stand 06 Uhr: In den frühen Morgenstunden gab es in Duisburg eine Gewitterlage mit stärkerem Niederschlag, Hagelkörnern und starken Windböen. Der Deutsche Wetterdienst hat kurz vor der Gewitterlage eine Wetterwarnung der Stufe 3 ausgesprochen.
Aufgrund des Niederschlages sowie der Winböen resultierten ca. 15 Einsätze, die sich haupstächlich auf die Stadtgebiete: Neudorf, Meiderich und Neuenkamp verteilten. Bei den Einsätzen handelte es sich hauptsächlich um abgebrochene Äste und teilweise auch um umgestürzte Bäume. Es gab nur Sachschäden.
Aufgrund der Wetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes hat die Feuerwehr Duisburg vorbereitende Maßnahmen getroffen um auch eine größere Anzahl von Einsätzen abarbeiten zu können.
Die Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr wurden in Bereitschaft zu ihren Standorten alarmiert und arbeiten sämtliche Einsätze, die das Gewitter verursacht hat, ab.  Es sind nur noch einzelne Einsätze in Bearbeitung. In ca. 1 Stunde werden die Einsätze beendet sein.



Heißer Start in den Sommer: Gewitter und Schauer in schwüler Luft
Zum Start in den meteorologischen Sommer wird es Dank Hoch PIA hochsommerlich heiß. Zu Beginn der neuen Woche übernehmen aber schon wieder Tiefdruckgebiete die Regie. Die Luft wird dann feuchter, bei drückender Schwüle drohen regional unwetterartige Schauer und Gewitter.
Sommer dreht auf
Die kommenden Tage werden in ganz Deutschland hochsommerlich. „Samstag scheint verbreitet die Sonne, nur im Norden werden vereinzelte Wolkenfelder etwas Schatten spenden. Dazu liegen die Temperaturen zwischen 22 und 27 Grad, am Rhein wird es lokal schon bis zu 30 Grad heiß.“, erläutert Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprechen von WetterOnline.
Auch am Sonntag scheint im ganzen Land die Sonne. Sie erhitzt die Luft auf Werte bis 33 Grad. Abends können sich im äußersten Westen vereinzelt erste Hitzegewitter entladen.
Schwüle Luft und Unwetter
Zum Wochenstart steigt das Gewitterrisiko zunächst im Westen weiter an. Örtlich besteht dann große Unwettergefahr in schwül-heißer Luft. Die Gewitter breiten sich im Laufe der Woche auch in Richtung Osten aus und gehen einher mit heftigem Starkregen, Hagel und Sturmböen. Während im Westen die Schwüle nachlässt, bleibt es nach Osten hin heiß mit 30 Grad und mehr. Erst in der zweiten Wochenhälfte wird es dann auch von Berlin bis München etwas kühler.
Ausblick auf das Pfingstwochenende
Für Pfingsten deutet sich aber schon der nächste Hitze-Vorstoß an. Demnach wären bei viel Sonnenschein sogar Spitzenwerte von knapp 35 Grad möglich. Blitz und Donner lassen aber nicht lange auf sich warten, auch eine erneute Unwetterlage mit schweren Gewittern ist nicht auszuschließen. Besucher beliebter Festivals wie Rock am Ring oder Rock im Park sollten sich auf typisch-heißes Festivalwetter mit Gewittern einstellen.
Umstellung der Wetterlage
Grund für die schwül-heißen Aussichten ist eine radikale Umstellung der bisherigen Wetterlage. Matthias Habel erklärt: „Bislang dominierten Tiefs über Skandinavien unser Wetter. Sie brachten immer wieder kühle Polarluft über die Nordsee zu uns. Doch damit ist nun Schluss, denn das letzte Tief zieht nach Osten ab.
Über Mitteleuropa macht sich am Wochenende kurzzeitig Hoch PIA breit, rasch macht aber ein neues Tief über Großbritannien den Spielverderber. Es lässt einen warmen Wind aus Südwesten wehen, führt aber damit auch feuchte Luft direkt aus Spanien zu uns. Schauer und teils kräftige Gewitter begleiten uns daher die gesamte nächste Woche.“

Foto WetterOnline


Mai 2019

Ab dem Wochenende stellt sich das Wetter um: Der Sommer kommt! Am Wochenende Höchstwerte nahe 30 Grad
Diese Woche dominiert noch einmal kühles und wechselhaftes Wetter, an den Alpen drohen erneut ergiebige Regenfälle. Ab dem Wochenende stellt sich das Wetter grundlegend um: Der Sommer kommt! Der Mai verabschiedet sich mit einer meist unter 20 Grad kühlen und teils nassen Woche.
„Bis einschließlich Mittwoch regnet es im Südosten aus dichten Wolken, im Stau der Alpen können bis zu 100 Liter pro Quadratmeter zusammenkommen.“, weiß Matthias Habel, Meteorologe bei WetterOnline. Vor allem an kleineren Flüssen und Bächen besteht Hochwassergefahr. In den anderen Landesteilen wechseln sich Sonne und Wolken ab, der Mittwoch wird bei Zwischenhocheinfluss für viele der freundlichste Tag der Woche. Am Wochenende stellt sich die Wetterlage voraussichtlich grundlegend um.
„Pünktlich zum meteorologischen Sommeranfang am 1. Juni dreht die Strömung auf Südwest.“, kündigt Habel an. „Somit gelangt deutlich wärmere Luft nach Mitteleuropa und bringt verbreitet Höchstwerte um 25 Grad.“ Am Rhein sind sogar Temperaturen um 30 Grad möglich. Dabei lässt sich häufig die Sonne blicken, allerdings könnten sich auch erste Wärmegewitter entwickeln.

Grafik  WetterOnline


23. Mai: Badeverbot an Duisburger Seen  
Vor dem Hintergrund der steigenden Temperaturen und dem damit verbundenen Wunsch nach dem Besuch eines Badesees, weist das Bürger- und Ordnungsamt darauf hin, dass das Baden in allen öffentlichen zugänglichen Seen und Baggerlöchern verboten ist.  
Schon häufig haben sich in den Seen in Duisburg und Umgebung Unfälle ereignet, teilweise mit tödlichem Ausgang. Ursache ist häufig, dass unbefestigte oder zu steile Uferböschungen einstürzen und Schwimmer mitreißen. Darüber hinaus gefährden Untiefen und sehr unterschiedliche Wassertemperaturen die Schwimmer. Auch können aufgrund der Wasserqualität Gesundheitsgefahren nicht ausgeschlossen werden und die Seen verfügen über keine rettungsdienstliche Infrastruktur.  
Damit Badegäste ein ungefährdetes Badevergnügen genießen können, verweist dass Bürger- und Ordnungsamt auf die öffentlichen Freibäder im gesamten Duisburger Stadtgebiet. Ferner sind in Duisburg drei Seen als Badegewässer zugelassen. Dabei handelt es sich um den Kruppsee, Wolfsee und Großenbaumer See. Dort wird auch regelmäßig die Wasserqualität untersucht. Die Ergebnisse sind auf der Internetseite der Stadt Duisburg unter www.duisburg.de nachzulesen. Alle anderen Seen sind nicht als Badegewässer zugelassen.    


Unwetter: Regional Dauerregen und starke Gewitter
Hochwassergefahr steigt deutlich an

Unwetter-Tief Axel hat in einigen Landesteilen heftige Gewitter im Gepäck. Besonders in der Mitte und im Süden droht anhaltender Starkregen mit Überschwemmungen.
Gewaltige Regenmengen am Dienstag
In einem breiten Steifen von Hessen bis zum Alpenrand kommen bis Mittwoch beachtliche Regenmengen zusammen. Verbreitet fallen dort rund 50 Liter pro Quadratmeter, am Alpenrand und im Bereich der heftigsten Regengüsse sind auch Mengen von deutlich über 100 Liter möglich. Dort besteht dann Hochwassergefahr, Erdrutsche sind möglich.
Verantwortlich für die heftigen Regenfälle ist Tief Axel, das bis Dienstag nahezu ortsfest über Ostdeutschland liegt. Es zapft feuchtwarme Luft an, die sich immer wieder über den gleichen Regionen abregnet und an den Alpen regelrecht ausgewrungen wird.
Dauerregen von Hessen bis ins Allgäu
In der Nacht auf Dienstag ist in einem Streifen von Hessen bis ins Allgäu mit ergiebigen Regen zu rechnen. Bäche sowie kleine Flüsse werden stark ansteigen, es kann zu Überflutungen kommen. Am frühen Dienstagmorgen kommt der Regen in der Mitte etwas nach Westen voran. Im Süden regnet es unvermindert stark weiter. In Verbindung mit der Schneeschmelze besteht vor allem an den Alpenflüssen Hochwassergefahr.
Wenig Änderung auch am Dienstagvormittag: In der Mitte und im Süden regnet es weiterhin ergiebig. Am Nachmittag lassen die Regenfälle in der Mitte nur zögernd nach. Weiter östlich bilden sich wieder teils kräftige Gewitter. Gegen Abend zieht sich der Schwerpunkt des Regens allmählich an den Alpenrand zurück.
Im Osten sind noch teils kräftige Schauer und einzelne Gewitter unterwegs. Abends regnet es dann besonders noch in Thüringen und in Bayern. In der Nacht zum Mittwoch lassen die Regengüsse immer mehr nach. Am frühen Morgen regnet es aber besonders im Südosten noch anhaltend.

Foto WetterOnline

 

3. Mai:

Polarluft im Anmarsch: Kälteeinbruch zum Wochenende

Der Wonnemonat macht seinem Namen in der nächsten Zeit keine Ehre. Im Gegenteil: Tiefs bescheren uns eine wechselhafte Phase und vor allem am kommenden Wochenende spielt sogar noch mal kalte Polarluft mit.

Höchstwerte bei 8 bis 13 Grad.

Aller Bereitschaft zum Sonnenbaden, Grillen und lauen Mainächten zum Trotz: Es wird kalt und regional sogar winterlich. Nach einem milden Start in den Mai folgt zum Wochenende ein richtiger Wettersturz. „Bei Höchstwerten zwischen 7 und 13 Grad gibt es klassisches Aprilwetter mit Regen- und Graupelschauern. Örtlich sind auch Blitz und Donner dabei. Die Schneefallgrenze sinkt deutlich ab, nachts und in den Frühstunden können sogar mal Flocken bis in tiefere Lagen dabei sein. Bei nächtlichem Aufklaren droht Anfang nächster Woche noch einmal verbreitet Frost.“, weiß Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe bei WetterOnline, und rät: „Empfindliche Pflanzen sollte man lieber ins Haus holen oder zumindest abdecken. Autofahrern, die bereits Sommerreifen aufgezogen haben, sei besondere Vorsicht geboten. Sowohl bei Hagelschauern als auch bei den zu erwartenden winterlichen Gegebenheiten mit Schneematsch auf den Straßen bieten Sommerreifen keinesfalls ausreichend Rutschfestigkeit.“

Kurze trockene Phasen

Im Verlauf der nächsten Woche geht es mit den Temperaturen zwar zögerlich aufwärts, Werte um oder über 20 Grad sind nach derzeitigem Stand allerdings sehr unwahrscheinlich. Neben freundlichen Phasen mit Sonnenschein ziehen auch immer wieder Regenwolken durch. Zumindest Landwirte und Hobbygärtner werden sich über die wechselhafte und recht kühle Phase freuen, denn für die Natur ist der anstehende Regen ein Gewinn. Im April 2019 kamen im Landesmittel nur rund 30 Liter Regen pro Quadratmeter vom Himmel. Dies sind rund 18 Liter weniger als im Schnitt der vergangenen 30 Jahre. Somit war es noch trockener als im April 2018.


Foto WetterOnline



April 2019


Klimawandel live: 13 zu warme Monate in Folge – neuer Rekord seit 1881 Auch der April 2019 ist in Deutschland verglichen mit dem vieljährigen Durchschnitt zu warm ausgefallen. Prof. Dr. Gerhard Adrian, Präsident des Deutschen Wetterdienstes: „Wir können jetzt den Klimawandel live erleben. Der April 2019 ist hierzulande der 13. zu warme Monat in Folge. Das hat es in Deutschland seit 1881 noch nie gegeben.“ Im April dominierte in Mitteleuropa meist Hochdruckeinfluss. Überwiegend gelangten dabei mit östlicher oder südlicher Strömung warme kontinentale Luftmassen nach Deutschland, die die Temperatur auf ein frühlingshaftes, teils auch schon frühsommerliches Niveau steigen ließen. Insgesamt verlief der April nicht nur zu mild, sondern auch sehr sonnig und niederschlagsarm. Das meldet der nationale Wetterdienst nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.
Oft frühsommerlich warm, nur kurzzeitig winterlich
Mit 9,6 Grad Celsius (°C) lag im April der Temperaturdurchschnitt um 2,2 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der wärmeren Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die positive Abweichung 1,3 Grad. Im April dominierte lange das Skandinavien-Hoch „Katharina“: Zur Monatsmitte bescherte es Deutschland vielerorts Maxima nur knapp über dem Gefrierpunkt, über Ostern bis zur Mitte der letzten Dekade dagegen frühsommerliche Werte. Hierbei wurde in Kitzingen, südöstlich von Würzburg, sowie in München-Stadt am 25. mit jeweils 28,1 °C die bundesweit höchste Temperatur gemessen. Außerdem traten in WaghäuselKirrlach, südöstlich von Speyer, Worms am Rhein sowie Kahl am Main, nordwestlich von Aschaffenburg, insgesamt bereits sechs Sommertage auf. Den deutschlandweit tiefsten Wert registrierte Carlsfeld im westlichen Erzgebirge am 12. mit -7,4 °C.
Der April war ein sehr trockener Monat - besonders im Osten
Der April erreichte mit rund 30 Liter pro Quadratmeter (l/m²) nur 53 Prozent seines Solls von 58 l/m². Bundesweit traten sehr unterschiedliche Niederschlagssummen auf. So kamen in der Fränkischen Alb, dem Passauer Land, der Leipziger Tieflandbucht, der Prignitz sowie der Mecklenburgischen Seenplatte bis zum 25. örtlich nur rund 1 l/m² zustande. Zu Monatsbeginn und im zweiten Drittel sorgte kurzzeitig typisches Aprilwetter mit Niederschlägen, die teils als Schnee fielen, zeitweise bis ins Flachland für winterliche Verhältnisse. Eine Kaltfront aus Südwesten brachte am 24. stürmische, vereinzelt sogar orkanartige Böen: In Würzburg maß der DWD 105 km/h. Die bundesweit größte Tagessumme mit 47,0 l/m² fiel am 26. in Haag in Oberbayern, östlich von München. Insgesamt wurde im Schwarzwald mit gebietsweise um die 95 l/m² der meiste Niederschlag gemessen.

April 2019 unter den fünf sonnenscheinreichsten seit Messbeginn 1951
Der April lag mit etwa 220 Stunden deutlich über seinem Soll von 154 Stunden und gehörte damit zu den fünf sonnigsten seit Messbeginn 1951. Am meisten schien die Sonne in Mecklenburg-Vorpommern mit bis zu 310 Stunden. Im Allgäu und im äußersten Südwesten blieb sie dagegen örtlich unter 140 Stunden.

Nordrhein-Westfalen verzeichnete im April 2018 eine Mitteltemperatur von 10,3 °C (7,9 °C), eine Niederschlagsmenge von knapp 30 l/m² (62 l/m²) und eine Sonnenscheindauer von nahezu 215 Stunden (148 Stunden).