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Kapriolen, Unwetter und Rekorde - Redaktion Harald Jeschke

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Kälte und Schnee trotz Klimawandel

• Schnee und Kälte nicht im Widerspruch zum Klimawandel
• Trotz kalter Phasen überdurchschnittlich milder Winter
• Menschen haben sich an das neue Klima gewöhnt
• Erwärmung kann für mehr Schnee sorgen


Bonn, 7. Februar 2023 – Schnee und strenger Frost: Kaltes Wetter steht nicht im Widerspruch zum Klimawandel. Trotz kurzer winterlicher Phasen fällt auch dieser Winter in Deutschland überdurchschnittlich mild aus. Während Schnee hierzulande seltener wird, könnte der Klimawandel in anderen Ländern sogar das Gegenteil bewirken.

Kalte Winter mit Schnee und Eis sind auch in Zeiten des Klimawandels möglich. Foto Shutterstock


„Eine Schneeflocke macht noch keinen Winter – genau so widerlegen ein paar mehr Schneeflocken nicht den Klimawandel. Hier wird häufig Wetter mit Klima gleichgesetzt. Es wird auch in Zukunft über kurze Zeiträume kalt sein aber langfristig erwärmt sich das Klima trotzdem.

Kältewellen wird es in unseren Breiten immer geben, sie werden eben nur deutlich seltener und wahrscheinlich auch weniger ausgeprägt ausfallen“, stellt Björn Goldhausen, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline, klar. So hat sich beispielsweise die Anzahl der Tage mit Dauerfrost in Deutschland in den letzten 30 Jahren von etwa 20 auf 10 Tage im Jahr halbiert.


Starke Schneefälle könnten regional sogar zunehmen

Der Zusammenhang zwischen Schnee und dem Klimawandel ist allerdings nicht ganz so einfach herzustellen. In Deutschland sind die Winter etwa seit den 1970er-Jahren immer schneeärmer geworden. In anderen Regionen der Erde, wie zum Beispiel in Teilen der USA, hat es jedoch mehr geschneit. Ein Grund dafür kann paradoxerweise die wärmere Atmosphäre sein: Pro 1 Grad Erwärmung kann die Luft nämlich sieben Prozent mehr Feuchtigkeit aufnehmen. Im Sommer sorgt das für mehr Starkregen, im Winter kann es bei passenden Bedingungen aber auch mehr Schnee bedeuten.


Besonders in Nordamerika gab es in jüngster Vergangenheit häufig intensive Kältewellen. Hierbei könnte der veränderte Verlauf des Jetstream, dem Starkwindband in etwa 10 Kilometern Höhe, eine Rolle spielen. Es wurde häufig ein starkes Mäandrieren des Jetstream beobachtet, welches ein Vordringen sehr kalter Luft polaren Ursprungs weit nach Süden zur Folge hat.


Früher „normale“ Winter kämen uns jetzt kalt vor 

Verglichen mit dem Klimamittel von 1961 bis 1990 waren alle Winter der vergangenen zehn Jahre in Deutschland überdurchschnittlich mild – in den Wintern 2015/16 und 2019/20 lag die Temperatur sogar mehr als drei Grad über dem Mittel. Auch der diesjährige Winter fügt sich trotz Kältephasen mit einer aktuellen Abweichung von plus 2,6 Grad in die Reihe milder Winter ein.

Somit hat sich schon ein gewisser Gewöhnungseffekt an das neue Klima eingestellt. Kalte Phasen sind in der Regel nicht mehr ganz so kalt wie vor 30 Jahren und sehr milde Phasen werden hingegen häufiger und dauern länger an. Der globale Erwärmungstrend schließt dennoch mitnichten regional kalte und schneereiche Winter aus.


 

Und jährlich grüßt das Murmeltier - Wettermythen auf dem Prüfstand

Wetterprognosen hergeleitet von Bauernregeln, Naturbeobachtungen und persönlicher Erfahrung     
Trefferquoten meist zufällig   
An ein paar Regeln ist jedoch was dran


Bonn, 1. Februar 2023 – In den USA wird jedes Jahr am 2. Februar der Murmeltiertag mit Volksfesten gefeiert. Die Tiere werden zum ersten Mal aus ihrem Bau gelockt: Sehen sie ihren Schatten, soll der Winter noch weitere sechs Wochen dauern. Hierzulande wird dem Spektakel kaum Beachtung geschenkt, obwohl eine deutschsprachige Bauernregel dahintersteckt. Anlass genug, um weiteren Wettermythen wie dem Mond als Wetterpropheten oder Flüssen als Wetterscheide auf den Grund zu gehen.  

Zu Plaudereien und Smalltalks gehört das Thema Wetter immer dazu. Betrifft es doch einfach alle und ist in der Regel unverfänglich. Schwierig wird es, wenn es in den Bereich der Vorhersage geht. Wetterprognosen von Laien gehören vermutlich zu den alltäglichsten Weissagungen der Welt. Jedoch werden diese oftmals aus Regeln hergeleitet, die aus dem Reich der Mythen stammen, oder auf rein persönlicher Erfahrung beruhen.

Ob damit das Blaue vom Himmel gelogen wird, deckt Björn Goldhausen, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline auf. 

Ob Murmeltier, Hahn oder Siebenschläfer – Tiere sind oft Hauptdarsteller in Wettermythen. Doch mangels meteorologischer Grundkenntnisse ist ihre Vorhersagequalität weniger gut. Treffer sind reiner Zufall. Foto Shutterstock

Das Murmeltier sagt den Verlauf des Winters vorher

Goldhausen: „Der Murmeltiertag fällt nicht durch Zufall auf den christlichen Feiertag Mariä Lichtmess. Dem wird nämlich - einer Reihe deutschsprachiger Bauernregeln nach - eine besondere Bedeutung im Hinblick auf die weitere Entwicklung des Winters zugesprochen. Regeln wie zum Beispiel ‚Ist‘s an Lichtmess hell und rein, wird‘s ein langer Winter sein‘ sind aber eher ein Mythos, da das Wetter an einzelnen Tagen nicht aussagekräftig ist. Das bestätigt die Trefferquote der possierlichen Tiere als Wetterpropheten, die laut einer Studie mit 37 Prozent im Bereich des Zufalls liegt.   

 

Bei Vollmond schlägt das Wetter um

Goldhausen: „Falsch. Der Mond hat keinen Einfluss auf das Wetter, weder seine Schwerkraft noch seine Strahlung. Die Mondphasen Die Mondphasen haben keine Auswirkungen auf das Wetter. Sie ereignen sich überall auf der Welt zum gleichen Zeitpunkt und können demnach gar nicht auf das lokale Wetter einwirken.“ 

Mond mit Hof gibt Regen

Goldhausen: „Stimmt grob, wenn man Halo statt Hof sagen würde, wäre es exakt. Die Regel gibt es auch in der modernen Variante: ‚Hat der Mond einen Hof, wird das Wetter doof‘. Aber eigentlich ist damit nicht ein ‚Hof‘, sondern ein Halo gemeint. Das reimt sich dann leider nicht.

Haben Mond oder einen Halo, gibt es meistens Regen. Es ist deshalb wichtig zu unterscheiden, ob ein lichtdurchfluteter Bereich unmittelbar um den Mond, ein Hof, auch Korona genannt, oder aber eine ringförmige Haloerscheinung gemeint ist. Eine Korona unterscheidet sich optisch darin vom Halo, dass sie näher am Mond ist. Bei dieser hält das schöne Wetter an.“ 


Flüsse sind eine Wetterscheide

Goldhausen: Stimmt nicht. Flüsse - auch der Rhein oder die Elbe - stellen keine Wetterscheiden dar. Eine Wetterscheide ist die Grenzlinie, die Gebiete mit unterschiedlichem Wetter trennt. Diese entsteht durch geografische oder geologische Gegebenheiten.

Um das Wetter zu beeinflussen, muss die Geografie groß genug sein - besonders in der Höhe. Dementsprechend sind Gebirge Wetterscheiden. Flüsse und Seen hindern kein Wetterphänomen an seiner Ausdehnung - auch Gewitter nicht.  Hat sich ein Gewitter einmal ausgebildet, ist die daran beteiligte Energie so gewaltig, dass auch geringe Temperaturunterschiede zwischen Land und Fluss keinen Einfluss auf die Zugrichtung des Gewitters nehmen.“ 


Abendrot - Gutwetterbot, Morgenrot mit Regen droht

Goldhausen: „Richtig. An diesen beiden Regeln ist etwas dran - zumindest in vielen Fällen! Färbt sich der Himmel abends rot, so ist häufig eine Wetterfront gerade nach Osten abgezogen. Nicht selten stellt sich anschließend zumindest vorübergehend Hochdruckwetter ein. Genau andersherum verhält es sich am Morgen.
Ein roter Himmel in den Frühstunden kündigt meist aufziehende Regenwolken an. Diese Wetterregeln stimmen aber längst nicht immer.“ 


Der Hundertjährige Kalender stimmt

Goldhausen: „Falsch. Falls das Wetter mal mit dem Hundertjährigen Kalender übereinstimmt, ist das wirklich reiner Zufall. Der Hundertjährige Kalender wurde im 17. Jahrhundert von dem Abt Mauritius Knauer verfasst. Das Buch sollte eine Wettervorhersage ermöglichen. Es steht in einer Tradition von Bauernkalendern und Lunarkalendern, die bis ins ausgehende Mittelalter reicht. Knauers ‚wissenschaftliche‘ astrologische Grundlage war allerdings auch schon zu seiner Zeit umstritten.

Er ging davon aus, dass die zu dieser Zeit bekannten sieben ‚Planeten‘ Mond, Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus und Merkur das Wetter in einer festen Abfolge, jeweils ein Jahr lang von Frühlingsbeginn bis Winterende beeinflussen. Den Planeten wurden dabei jeweils Eigenschaften wie trocken oder kalt zugesprochen. Doch Planeten haben auf das Wetter keinen Einfluss. Treffer in der Vorhersage sind rein zufällig.“


 

Amphibien leiden unter warmen Wintern - Das Dilemma mit der Klimakrise

Wintermonate seit 1992 um mehr als 1,5 Grad wärmer
Winterstarre heimischer Amphibien gestört Futter noch nicht vorhanden
Plötzlicher Frost bedeutet Erfrieren
Geschwindigkeit der Klimaveränderung erschwert Anpassung

Bonn, 1. Februar 2023 – Durch die zunehmende Anzahl überdurchschnittlich warmer Wintertage werden unsere heimischen Amphibien immer häufiger in ihren Winterquartieren geweckt. Das geht den Tieren an die Substanz. Durch das Rauf- und Runterfahren der Körpertemperatur sind die damit verbundenen Stoffwechselprozesse sehr kräftezehrend. Es fehlt zudem die Nahrung, um den Energiespeicher ausreichend aufzufüllen. Die Insekten auf dem Speiseplan von Lurchen wie Frosch und Salamander sind schlichtweg noch nicht da, denn für diese ist es dennoch zu kalt. 


Den Winter verbringen heimische Amphibien wie Laubfrosch, Feuersalamander und Co. in geschützten Winterquartieren, in denen sie die eisige Jahreszeit unbeschadet überdauern können. Geschützt vor Frost, Fressfeinden und weiteren schädlichen Einflüssen, verborgen unter Laub, in Höhlen oder eingegraben in der Erde locken die ersten Sonnenstrahlen und damit länger andauernde höhere Temperaturen die Tiere im Frühjahr dann ans Tageslicht. Das Laichgeschäft beginnt. Normalerweise!  



Der Frosch ist wach - das Futter ruht

Durch den Klimawandel ist der Winter jedoch nicht mehr das, was er mal war. „Um mehr als 1,5 Grad ist die Temperatur seit 1992 in den Wintermonaten in Deutschland angestiegen, kalte Winter mit langen Frostperioden sind sehr selten geworden. Erst kürzlich wurden zum Jahreswechsel Rekordtemperaturen zwischen 15 und 20 Grad gemessen, die jahreszeitlich gesehen eher in einen April oder Mai passten“, stellt Björn Goldhausen, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline, fest. 

Amphibien, wie dieser Grasfrosch, wachen in den zunehmend milden Wintern außerplanmäßig auf, wenn die Temperaturen ihre Lebensgeister wecken. Für die Tiere ist das durchaus problematisch, denn ihr Erwachen bedeutet Futtermangel und bei plötzlichem Frost den Tod. Foto Shutterstock


Die Amphibien wachen bei solch überdurchschnittlich hohen Temperaturen in den Wintermonaten immer häufiger wieder auf. Sandra Honigs, stellvertretende Direktorin und Kuratorin für den Landbereich im Aquazoo Löbbecke Museum Düsseldorf, erklärt: „Das außerplanmäßige Erwachen ist für die Amphibien ein großes Dilemma. Es ist besonders kräftezehrend, da unter anderem das Futter, das die Lurche benötigen würden, nicht vorhanden ist. Für zahlreiche Wirbellose, die normalerweise auf dem Speiseplan unserer heimischen Frosch- und Schwanzlurche stehen, wie Mücken, Fliegen oder Regenwürmer, ist es tatsächlich noch viel zu kalt.  


Das liegt daran, dass die Böden, in denen die Futtertiere sich aufhalten, im Vergleich zur Luft noch sehr kalt sind. Das gilt auch für die Gewässer, in denen viele Arten sich fortpflanzen. Auch die Futterpflanzen der Insekten sind noch lange nicht so weit. Die Zeit der Insekten ist demnach noch lange nicht gekommen und so müssen die zur Unzeit erwachten Lurche hungern und ihre (Fett-) Reserven verbrauchen. Diese Energiereserven fehlen ihnen dann, wenn sie erneut zur eigentlich richtigen Zeit im Frühjahr erwachen und sich auf Wanderschaft begeben, um nach Nahrung, Partner und Laichplätzen zu suchen.“  


Brechen plötzlich Frostnächte herein, werden die erwachten Amphibien kalt überrascht und erfrieren. Auf diese Weise werden Populationen empfindlich dezimiert.  



Durchschlafen auch bei Amphibien Schlüssel zur Gesundheit 

Dabei ist eine mehrwöchige gut „durchgeschlafene“ Winterruhe für die heimischen Amphibien und ihre inneren biologischen Prozesse durchaus gesund und gehört für ihren Jahresrhythmus und ihr Verhalten einfach zu ihrem Leben dazu. Wobei - genauer gesagt - Amphibien eher in eine Winterstarre verfallen, da sie wechselwarm sind. Sie kühlen „unfreiwillig“ ab und ihre Körperfunktionen werden so weit runtergefahren, dass sie ruhen müssen. Daher wachen sie auch ungewollt wieder auf, wenn es zu warm wird. Winterruhe und Winterschlaf halten tatsächlich im engeren Sinne nur gleichwarme Tiere, die ihre Körpertemperatur aufrechterhalten können.  


„Es bleibt abzuwarten, wie rasch sich die Tiere an diesen Wandel anpassen können. Im Erdzeitalter gab es immer wieder klimatische Veränderungen, an die sich die Lebewesen langfristig anpassen konnten – durch Evolution. Diese braucht jedoch Zeit und bei den meisten Lebewesen viele Generationen. Mit der Geschwindigkeit der menschengemachten Klimaveränderung kann dieser Prozess kaum mithalten. Bedauerlicherweise können wir die Lurche dabei kaum unterstützen, außer indem wir alles daransetzen, die Klimaveränderung so schnell wie möglich zu stoppen“, so Sandra Honigs.  


Schon im Februar gehören die Erdkröten zu den ersten Wanderern unter den Amphibien. Sie machen sich besonders nach einem milden Winter oftmals bereits jetzt auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Auch der Grasfrosch ist früh aktiv und sitzt bereits im Wasser, um nach seinen Partnern Ausschau zu halten. Bald werden sich auch die anderen heimischen Amphibienarten zu ihnen gesellen.


 

Vom Schneeflöckchen zum Schwergewicht

 So viel wiegt Schnee

Viel Neuschnee für Mittelgebirge und Alpen in Sicht
Schneelast kann zur Gefahr werden
Nasser Schnee am schwersten
Größte jemals beobachtete Schneeflocke

Eine stetig wachsende Schneelast wird für Dächer schnell zu einer tonnenschweren Bedrohung. Foto WetterOnline

Bonn, 31. Januar 2023 – Auch wenn die Schneeflocken locker und leicht rieseln, eine Schneedecke kann mit bis zu 800 Kilogramm pro Kubikmeter sehr schwer sein. Nicht selten führt die Schneelast daher zu umgeknickten Bäumen, Strommasten und eingestürzten Dächern. Besonders vom Erzgebirge bis zum Alpenrand kommt in dieser Woche punktuell über ein halber Meter Neuschnee zusammen. 



Das Gewicht einer Schneedecke variiert nach Beschaffenheit und Alter und hängt dabei in erster Linie vom Wassergehalt ab. In der Tat ist das Gewicht einer Schneelast nicht zu unterschätzen und kann bedrohlich werden, obwohl doch Schneeflocken so fluffig leicht vom Himmel fallen. Besonders gefährlich wird es, wenn Tauwetter mit Regen einsetzt: „Die Schneedecke saugt sich voll wie ein Schwamm und das Einsturzrisiko ist dann am größten. Hausbesitzer sollten also bei angekündigtem Regen nicht auf das Tauwetter hoffen, sondern spätestens jetzt prüfen, ob die Standsicherheit des Daches gewährleistet ist,“ erklärt Björn Goldhausen, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline.  

In den kommenden Tagen gibt es in den östlichen Mittelgebirgen und den Alpen oberhalb von 500 Metern Höhe immer wieder nasse Schneefälle. Die Schneelast wächst dort somit stetig an.


Rekord: Schneeflocke so groß wie ein Medizinball 

Zu Beginn seiner Reise wiegt ein einzelnes Schneekristall durchschnittlich nur vier Milligramm und hat einen Durchmesser von fünf Millimetern. Aus vielen winzigen Kristallen, die sich in der Luft verbinden, entwickeln sich die nach unten schwebenden Schneeflocken. Die größten Exemplare entstehen, wenn die Kristalle zusätzlich durch Wasser aneinandergebunden werden.

Die größte durch das Guinness-Buch der Rekorde dokumentierte Schneeflocke hatte einen Durchmesser von 38 Zentimetern. Wie schwer diese gewesen sein könnte, lässt sich nicht ermitteln, da über ihre Beschaffenheit nichts bekannt ist. Übrigens rieselt und trudelt eine Schneeflocke mit rund vier Kilometern pro Stunde zu Boden. Sie wird nicht schneller, wenn sie während des Fallens weiterwächst, weil der Luftwiderstand dem Gewicht entgegenwirkt.


Liegender Schnee wird schwerer

Sobald Schneeflocken auf Bäume, Dächer oder den Boden fallen und eine Schneedecke bilden, verändern sich diese. Eine pulvrige Schneedecke aus feinen sechsstrahligen Kristallen und Luft hat mit etwa 30 Kilogramm pro Kubikmeter die geringste Dichte. Wird diese Schneedecke durch Wind verfrachtet, brechen die feinen Verästelungen der einzelnen Kristalle. Die luftgefüllten Hohlräume in der Schneedecke werden kleiner und der Schnee kompakter. Er erreicht dann schon eine Dichte von etwa 50 Kilogramm pro Kubikmeter.

Schmelzprozesse beschleunigen die Veränderung des Schnees. Durch mehrmaliges Frieren und Tauen nimmt die Dichte der Schneedecke immer weiter zu und erreicht bei Altschnee nach einigen Tagen Werte von 200 bis 500 Kilogramm pro Kubikmeter. Auf einem nur 100 Quadratmeter großen Dach lastet somit ein zusätzliches Gewicht von bis zu 50 Tonnen Schnee.


Nasser Schnee und Regen erhöhen das Gewicht

Schnee fällt bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt als feuchter und schwerer Nassschnee vom Himmel. Die sich daraus bildende Schneedecke hat eine Dichte von etwa 200 Kilogramm pro Kubikmeter. Schneit es anhaltend und stark, so verändert sich die Dichte der Schneedecke unabhängig vom Wind. Allein durch den Druck des neu auflagernden Schnees werden die unteren Schichten der Schneedecke stark zusammengepresst.

Bei einsetzendem Regen füllen sich die Hohlräume der Schneedecke mit Regenwasser. Da ein Liter Wasser ein Kilogramm wiegt, erhöht sich das Gewicht der Schneedecke zum Beispiel auf einem Dach bei einer Regenmenge von 15 Litern um 15 Kilogramm pro Quadratmeter. Erst wenn die Schneedecke komplett mit Wasser gesättigt ist, fließt weiter fallender Regen ab.


Schneeart und ihre ungefähre Dichte (kg/m³)

Neuschnee trocken 30 - 50

Neuschnee normal 50 - 100

Neuschnee nass 100 - 200

Altschnee 200 - 600

Firn 600 - 800

Gletschereis 900

Reines Eis 917

 

2023 beginnt mit deutlich zu mildem und oft trübem Januar

Deutschlandwetter im Januar 2023 

Offenbach, 30. Januar 2023 – Die Häufung viel zu milder Januarmonate hält unterunterbrochen an, wie auch das Jahr 2023 bestätigt. Der ursprüngliche Eismonat hat seinen Ruf als solcher verloren und erreichte auch in diesem Jahr wieder einen Platz auf der Liste der zehn wärmsten Januarmonate seit 1881. Den dafür entscheidenden Anstoß lieferten die frühlingshaften Rekordtemperaturen am Neujahrstag sowie die teils rekordmilde und auch niederschlagsreiche erste Monatshälfte.


Eine Temperaturanpassung auf das typische Januarniveau sowie damit einhergehende regionale Schneefälle sorgten in den letzten beiden Wochen für ein wenig Winterfeeling, das schwerpunktmäßig im Bergland verspürt werden konnte. Der Winter legte im Januar 2023 somit nur ein kraftloses Gastspiel an den Tag, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen konstatierte.

Temperatur im Januar 2023 so hoch wie in einem typischen März
Der Temperaturdurchschnitt lag im Januar deutschlandweit bei 3,5 Grad Celsius (°C) und damit 4,0 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Hinblick auf die aktuelle und wärmere Vergleichsperiode 1991 bis 2020 betrug die Abweichung 2,6 Grad. Entsprechend lag das diesjährige Januar-Temperaturmittel auf dem Niveau eines typischen Monats März (Periode 1961 bis 1990).

Außergewöhnlich waren auch die landesweiten frühlingshaften Rekordtemperaturen am Neujahrstag. Den Spitzenwert präsentierte dabei Freiburg am Oberrhein mit 19,5 °C. Am 19. wurde in Meßstetten auf der Schwäbischen Alb mit -16,8 °C die kälteste Temperatur im Januar erreicht.

Nasse Westhälfte mit hohen Niederschlägen in den Staulagen der Mittelgebirge Die milden und feuchten atlantischen Winde bescherten vor allem dem Westen eine regenreiche erste Monatshälfte. Am 12. registrierte Wipperfürth-Gardeweg im westlichen Sauerland mit 71,9 Litern pro Quadratmeter (l/m²) die bundesweit höchste Tagessumme. Insbesondere im Stau der Mittelgebirge erreichten die Januarmengen lokal über 200 l/m².

Erst in der zweiten Januarhälfte verwandelten sich die Niederschläge gebietsweise in Schnee, der dem Bergland auch bis Monatsende erhalten blieb. In der Fläche brachte der Januar mit rund 67 l/m² knapp zehn Prozent mehr Niederschlag (Referenzperiode 1961 bis 1990: 61 l/m²).

Im Vergleich zu 1991 bis 2020 war die Niederschlagsmenge in etwa ausgeglichen (65 l/m²). Sonniges Nordseeumfeld und Bergland, in der breiten Mitte oftmals trüb Mit etwa 35 Stunden verfehlte die Sonnenscheindauer im Januar ihr Soll von 44 Stunden (Periode 1961 bis 1990) um fast 20 Prozent.

Im Vergleich zu 1991 bis 2020 (52 Stunden) betrug die negative Abweichung rund 35 Prozent. Mit dem Nordseeumfeld und dem Bergland waren es die exponierten Lagen der Republik, die mit örtlich teils über 60 Stunden den meisten Sonnenschein verbuchen konnten.


Das Wetter in NRW im Januar 2023 (In Klammern die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vieljährigen Werten ermöglicht eine Einschätzung des längerfristigen Klimawandels)


NRW feierte den Jahreswechsel in rekordwarmer Januarluft.
In den Niederrungen ging es auf über 17 °C. Im weiteren Verlauf blieb es frühlingshaft, aber auch sehr niederschlagsreich. Am 12. registrierte Wipperfürth-Gardeweg im westlichen Sauerland mit 71,9 l/m² den bundesweit höchsten Tagesniederschlag. Für den ganzen Monat meldete jene Station sogar knapp 250 l/m².

Im gesamten Bundesland brachte der Januar 105 l/m² (77 l/m²) Niederschlag. In der letzten Monatsdekade sorgte dieser in der Eifel und im Sauerland sogar für eine dauerhafte Schneedecke. Nichtdestotrotz blieb der Januar mit 4,3 °C (1,1 °C) erheblich zu mild. Die Sonne zeigte sich mit 27 Stunden (42 Stunden) eher selten.

 

Wetterfront bringt Schnee und Eisregen - Glatteisgefahr am Donnerstag in der Nordwesthälfte

Glatteisgefahr am Donnerstagmorgen
Schnee und Eisregen - Regionen im Nordwesten betroffen
Sturmtief nähert sich
Bonn/Duisburg, 24. Januar 2023 - Am Donnerstagmorgen kann es im Norden und Nordwesten gefährlich glatt werden. Eine Wetterfront bringt Regen und Schnee und im Übergangsbereich Glatteisregen. Es wird aber längst nicht so viele Regionen betreffen wie zuletzt vor Weihnachten. 

Der Weg zur Arbeit und zur Schule kann am Donnerstagmorgen regional zur Rutschpartie werden. Eisglätte droht am Donnerstag jedoch nur in einem schmalen Streifen im Norden. Dort zieht schon am Mittwochabend eine Regenfront auf, die im Laufe der Nacht auf ihrem Weg nach Süden auf Frostluft trifft. Anfangs kann auch etwas Schnee fallen. 


Von Glätte betroffene Regionen 

Gefährlich glatt wird es vor allem im Übergangsbereich von Schnee zu Regen, nämlich dort, wo der Regen auf den gefrorenen Boden fällt. Björn Goldhausen, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline: „Nach jetzigem Stand könnte ein Gebiet vom nördlichen Nordrhein-Westfalen über Niedersachsen bis nach Mecklenburg-Vorpommern vom Glatteis kalt erwischt werden, aber auch Hambug könnte betroffen sein. Wobei die Betonung auf ‚könnte’ liegt. Denn diese Variante ist noch nicht gesetzt. Möglich ist auch, dass sich das Gebiet etwas weiter nördlich oder südlich verschiebt.“ 


Abschwächung der Wetterfront  

Es ist jedoch anhand einer anderen Berechnung nicht auszuschließen, dass sich die Wetterfront schon zum morgendlichen Berufsverkehr stark abschwächt, sodass dann kaum noch Niederschlag fällt. Selbst dann dürfte es aber am Morgen durch die Regenfälle in der Nacht glatt sein. 


Recht sicher ist, dass die Wetterfront bis zum Mittag immer schwächer wird und förmlich „verhungert“. Sie bringt dann, wenn überhaupt, nur noch wenig Schnee.
Im Nordwesten lässt sich am Donnerstag vielleicht sogar die Sonne blicken. Dort erwärmt sich die Luft auf 5 Grad, im Süden bleibt es mit Werten um 0 Grad kalt.  


Im Laufe der Nacht zum Freitag regeneriert sich die Wetterfront noch einmal und bringt nach jetzigem Stand vor allem von Sachsen bis nach Baden-Württemberg etwas Schnee. Weiter nördlich kann es sogar wieder etwas regnen. Ganz vereinzelt besteht dann wieder Glatteisgefahr. 


Stürmischer Wochenstart

Spannend wird das Wetter dann wieder zum Start in die neue Woche, wenn sich ein Sturmtief nähert. Nach derzeitiger Analyse beschert es uns turbulentes Wetter mit Sturmböen und kräftigen Regenfällen im Norden sowie weiteren Schnee im Süden. Die Wettermodelle berechnen regional für Montag auch Sturmböen mit rund 80 Kilometer pro Stunde. 

Mit dem kräftigen Nordwestwind wird das Wasser der Nordsee zudem gegen die Küsten gedrückt, sodass dort eine Sturmflut wahrscheinlich ist.


 

Klimatologischer Rückblick auf 2022

Das sonnenscheinreichste und eines der beiden wärmsten Jahre in Deutschland

Offenbach, 23. Januar 2023 - 2022 war das sonnenscheinreichste und gemeinsam mit 2018 wärmste Jahr in Deutschland seit Beginn der systematischen Wetteraufzeichnungen mit einem deutlichen Niederschlagsdefizit. In den zurückliegenden 9 Jahren traten mit 2022 fünf Jahre mit einer Jahresdurchschnittstemperatur größer 10 °C auf.

So hohe Werte wurden vor 2014 in Deutschland noch nie erreicht. Die Folgen waren erneut Hitzewellen und sehr trockene Bedingungen in den Sommermonaten mit Auswirkungen insbesondere auf die Land- und Forstwirtschaft, ähnlich wie in den Jahren 2018, 2019 und 2020 sowie ein ausgesprochen warmer Jahreswechsel 2022/23 mit vielfachen neuen Monatsrekorden. Auch europaweit war das Jahr 2022 das bisher zweitwärmste Jahr seit Auswertungsbeginn, mit regional intensiven Hitze- und Dürreperioden. Global waren die vergangenen acht Jahre die wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen.

Andreas Becker, Leiter der Abteilung Klimaüberwachung im DWD: „Seit dem Jahr 1881 haben wir nun einen Anstieg der Jahresmitteltemperatur in Deutschland von 1,7 Grad. Dieser lässt sich nur durch den menschgemachten Klimawandel erklären. Seit Anfang der Siebziger Jahre hat sich dieser Erwärmungstrend deutlich beschleunigt und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass sich dieser in den nächsten Jahren verlangsamen wird. Wir erleben inzwischen Hitzeperioden und -intensitäten, die wir aus den Klimamodellen eigentlich erst in ein paar Jahrzehnten erwartet hätten. Dies alles muss für uns eine starke Motivation sein, den Klimaschutz in Deutschland und global bedeutend stärker voranzutreiben, denn Anpassung ist viel teurer und selbst bei uns nur begrenzt möglich.“

Weitere Infos:https://www.dwd.de/DE/klimaumwelt/aktuelle_
meldungen/230123/artikel_jahresrueckblick-2022.html

 

Vielerorts Rodelwetter am Wochenende 

Weiterhin winterlich mit neuem Schnee

Bonn/Duisburg, 19. Januar 2022 – Mit bis zu 20 Zentimetern Schnee herrscht in den Mittelgebirgen nach einer langen Durststrecke endlich Winterwetter. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt bleibt dort die weiße Pracht vorerst liegen. Nachschub ist auch schon in Sicht und sogar im Flachland wird es weiß.    


Neuer Schneefall schon in Sicht 

Am Freitag ist besonders in den westlichen Mittelgebirgen nochmal Neuschnee zu erwarten, der die Pisten für das Wochenende bestens präpariert. Am Alpenrand flockt es ebenfalls bis in die Täler hinab. Die östlichen Mittelgebirge sind dann am Wochenende an der Reihe. Im Laufe des Samstags kommt dort von Osten her Schneefall auf, der sich am Sonntag bis in die Mitte Deutschlands voranarbeitet.

Besonders im Erzgebirge sowie im Harz, wo aktuell noch verhältnismäßig wenig Schnee liegt, stehen die Chancen auf Schneefall sehr gut. Aber selbst in tieferen Lagen kann der Schlitten vorsichtshalber mal aus dem Keller geholt werden, denn in weiten Teilen Deutschlands ist eine weiße Überraschung am Wochenende nicht unwahrscheinlich.  


Aktuelle Schneehöhen am Donnerstag

Freudenstadt (Schwarzwald) – 21 cm

Kahler Asten (Rothaargebirge) – 21 cm

Wasserkuppe (Rhön) – 17 cm

Neuhaus (Schiefergebirge) – 14 cm

Cottbus (Flachland) – 13 cm 

Großer Arber (Bayerischer Wald) – 12 cm

Fichtelberg (Erzgebirge) – 6 cm

Braunlage (Harz) – 5 cm


Autofahren im Winter - Gut vorbereitet den Stresslevel senken

Winterliche Herausforderung für Autofahrer 
Schneefälle bis ins Flachland 
Stress vor Beginn der Fahrt durch richtige Ausrüstung vermeiden
Zeit einplanen
Richtige Fahrweise und Bremsen bei Schnee und Glätte

Schnee, Glätte und schlechte Sicht sind die Stressfaktoren beim winterlichen Autofahren. Quelle: Shutterstock


Bonn/Duisburg, 18. Januar 2022 – Wenn Glatteis droht, Schnee vom Himmel fällt und es dazu im winterlichen Berufsverkehr noch dunkel ist, dann steigt die Furcht vor der oft unvermeidbaren Autofahrt. Wer jedoch der Angst das Lenkrad überlässt, macht schneller Fehler. Gut informiert gelingt auch die Fahrt durch den Schnee.


In den kommenden Tagen ziehen immer wieder Schneefälle nach Deutschland und Autofahrer sind verbreitet vor winterliche Herausforderungen gestellt. Sogar im Flachland ist der Winter angekommen. Schnee und Glätte drohen auch da, wo man eher weniger an den Umgang mit diesen Phänomenen gewöhnt ist. Besonders in Schauern und einzelnen Wintergewittern am Donnerstag und Freitag flockt es im Norden und Westen kräftig. Am Wochenende ist auch die Südosthälfte von Schnee betroffen und es wird glatt.  


Gut ausgerüstet lässt es sich ruhiger angehen
 

Besonders Schnee, Eis und eine schlechte Sicht durch Dunkelheit oder die schräg stehende Sonne fordern im Winter alle Verkehrsteilnehmer und der Stresslevel steigt. „Um diesen während der Fahrt mit dem Auto möglichst gering zu halten, sollte man schon vorher alle zusätzlichen Unsicherheitsfaktoren ausschalten“, rät Björn Goldhausen, Meteorologe und Pressesprecher bei WetterOnline. 


Die notwendige Ausrüstung für das Fahrzeug steht ganz oben auf der Checkliste: Winterreifen, geladene Batterie, Frostschutz im Wischwasser und ein funktionierender Kühler sollten vorhanden sein, der Tank ausreichend gefüllt. Eiskratzer und Schneefeger sowie Enteisungsspray sollten außerhalb des Autos vor der Fahrt griffbereit sein.

Eine warme Decke, ein Handykabel und ein heißes Getränk gehören bei längeren Fahrten für den Fall eines größeren Staus in das Auto. Auch eine Sonnenbrille sollte im Auto parat liegen, um das Blenden durch die tiefstehende Sonne zu verhindern. Hinter dem Steuer schränkt dicke Winterkleidung die Bewegungsfreiheit ein, deshalb sollte man diese vorher ausziehen. 


Ein ganz wichtiger Faktor zur Stressvermeidung ist Zeit. Diese wird für das vollständige Befreien des Autos von Schnee und Eis und vor allem auch während der Fahrt gebraucht. 


Defensive und achtsame Fahrweise wichtig
 

Wer optimal vorbereitet sein möchte, dem sei ein jährliches Fahrtraining ans Herz gelegt. Eine gute mentale Vorbereitung ist auch, die Situation hinter dem Steuer gedanklich durchzuspielen, um später besonnen reagieren zu können. 

Beim Anfahren gilt es, wenig Gas zu geben. Da der Bremsweg auf glatten Straßen deutlich länger ist, ist Abstandhalten wichtig. Rechtzeitiges und vorsichtiges Bremsen verhindert das Ausbrechen des Wagens.

Kommt man doch ins Rutschen: Fuß von der Bremse, Kupplung treten und gegenlenken. Ruckartige Manöver sind generell zu vermeiden. Bei einer notwendigen Vollbremsung reagiert das Antiblockiersystem. Mit diesem bleibt das Auto lenkbar und einem Hindernis kann ausgewichen werden. Beim Bremsen eines alten Autos ohne ABS hilft die „Stotterbremse“. 


Und schließlich gilt: Wer im Hinterkopf hat, dass neben einem selbst auch andere Verkehrsteilnehmer Fehler machen und ebenso unter Stress stehen können, der fährt generell vorsichtiger.


Winter nimmt nächste Woche neuen Anlauf

Nasskaltes Wetter mit Schnee und Nachtfrost

Bonn/Duisburg, 13. Januar 2022 – In der kommenden Woche gehen die Temperaturen deutlich zurück und gebietsweise rieseln auch Flocken. Im Flachland bleibt es allerdings meist bei einem nasskalten Intermezzo, während der Winter in einigen Mittelgebirgen mit ordentlich Schnee erstmals zeigt, was er kann.

In der kommenden Woche wird es deutlich kälter und bis ins Flachland kann sich zeitweise eine nasse Schneedecke ausbilden. Quelle: Shutterstock


Eine nasskalte und zeitweise winterliche Wetterphase steht in der nächsten Woche an. Dabei liegen die Temperaturen tagsüber nur noch zwischen 0 und 5 Grad und nachts gibt es vielerorts leichten Frost. Während im Flachland mit schnell wieder tauendem Schnee eher Schmuddelwetter angesagt ist, kann es in Lagen ab 400 Metern Höhe bei einer solchen Wetterlage richtig winterlich werden. Dadurch sinkt die Hochwassergefahr etwas, denn der Niederschlag wird im Bergland als Schnee gebunden.


Januar kehrt zum „Normalzustand“ zurück

„Die kommende Woche entspricht schon eher dem Wetter, das wir Mitte Januar typischerweise erwarten würden. Wenn uns das kalt vorkommt, liegt das daran, das wir von einem sehr hohen Temperaturniveau kommen. Die ersten zehn Januartage waren mit 8 Grad im Mittel so mild wie ein klassischer April,“ verdeutlicht Björn Goldhausen, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline.

An Silvester und Neujahr wurden mit Höchstwerten von 15 bis 20 Grad sogar zahlreiche Temperaturrekorde aufgestellt. In der kommenden Woche rutscht das Thermometer vielfach zum ersten Mal in diesem Jahr in den Frostbereich. Meist bleibt es bei leichten Frösten zwischen 0 und -5 Grad, über Schneeflächen und im Bergland wird es jedoch kälter.


Aufatmen in den Skigebieten

Mit der Umstellung der Wetterlage erreicht die feuchtkalte Luft auch die Mittelgebirge und die Alpen. Dort stehen die Chance auf eine ordentliche Neuschneeauflage nicht schlecht. In den Alpen fällt im Wochenverlauf bei Temperaturen im Minusbereich immer wieder Schnee bis in die Täler.  



 Moore wertvolle Klimaschützer 

Intakte Moore speichern enorme Mengen an Kohlendioxid
Zerstörung für wirtschaftliche Nutzung setzt Treibhausgase frei
Entwässerte Moore verschärfen den Treibhauseffekt
Tiere und Pflanzen bedroht
Renaturierung stoppt Emission

Feuchtgebiete wichtige Rolle für das Klima

Bonn/Duisburg, 12. Januar 2022 – Feuchtgebiete wie Moore wurden lange Zeit trockengelegt, um Flächen für die Landwirtschaft zu gewinnen. Die Entwässerung aber hat Folgen für das Klima und die biologische Vielfalt.


Jahrhundertelang wurden Moore zum wirtschaftlichen Nutzen entwässert und trockengelegt. Entwässerten Mooren jedoch entweichen sehr große Mengen an Treibhausgasen. Eine Wiederherstellung der Moore wäre deshalb ein effektiver und wichtiger Schritt zur deutlichen Verringerung der Emission. 

Intakte Moore speichern mehr Kohlendioxid als alle anderen Ökosysteme der Welt. Auch das „Hohe Venn“ in der Eifel gehört zu den äußerst wertvollen Klimaschützern. Foto Shutterstock


Moore unheimlich wertvoll
 

Moore haben eine für das Klima wichtige Eigenschaft. Intakte Moore speichern Kohlenstoff, und zwar mehr Kohlendioxid als alle anderen Ökosysteme der Welt. Laut dem BUND bedecken Moore nur drei Prozent der Erdoberfläche, speichern aber rund 30 Prozent des erdgebundenen Kohlenstoffs. Pro Hektar binden sie viermal mehr CO2 als die Tropenwälder. Dadurch wirken sie der Klimaerwärmung entgegen.

Björn Goldhausen, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline: „Moore haben für den Klimaschutz eine große Bedeutung. Aus dieser Erkenntnis heraus wird inzwischen im Sinne der Klimarettung daran gearbeitet, einige Moorflächen wieder zu vernässen und zu renaturieren. Forscherinnen und Forscher arbeiten zudem an einem Konzept zur nachhaltigen Bewirtschaftung nasser Flächen. Seit hunderten von Jahren wurden Moore für den Menschen zum Torfabbau genutzt und trockengelegt, um Flächen für die Landwirtschaft zu gewinnen, sei es als Acker- oder Weideflächen.
Was für die Menschen kurzfristig gut war, hat sich für das Klima als sehr schädlich erwiesen. Trockengelegte Moore verschärfen den Treibhauseffekt sogar, weil sie das gespeicherte Kohlendioxid und andere klimawirksame Gase wieder abgeben. So entsteht eine Spirale, denn auch die Moore sind vom Klimawandel bedroht. In trockenen und warmen Jahren verlieren die Feuchtgebiete Wasser. Das gesamte Ökosystem reagiert darauf empfindlich. Durch zerstörte Moore sind Tiere und Pflanzen bedroht.“  



Moore in Deutschland
 

"O schaurig ist´s übers Moor zu gehen", schrieb die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff 1842. Aller Romantik zum Trotz wurde den Mooren in Deutschland tüchtig der Garaus gemacht. Nach Angaben des BUND gelten nur noch 5 Prozent der ehemals 1,5 Millionen Hektar Moorfläche in Deutschland als naturnah. Allein aus entwässerten deutschen Mooren entwichen jährlich rund 45 Millionen Tonnen CO2.

Nicht nur die Trockenlegung der Moore für die landwirtschaftliche Nutzung ist ein Problem, sondern auch der immer noch andauernde Torfabbau. Forscherinnen und Forscher haben dafür eindringliche Zahlen. In Deutschland enthält demnach eine 15 Zentimeter mächtige Torfschicht in etwa gleich viel Kohlenstoff wie ein 100-jähriger Wald auf gleicher Fläche. Geht also im Umkehrschluss die Torfmächtigkeit in einem Moor um einen Meter zurück, wäre es notwendig das Sechsfache an Fläche aufzuforsten und 100 Jahre wachsen zu lassen, um einen Ausgleich zu erreichen. 


Vom Torfabbau erholen sich Moore nur sehr schlecht. Björn Goldhausen: „Übrigens kann jeder einen Teil zur Rettung der Moore beitragen, indem er den Fleischkonsum reduziert und damit den Weideflächenbedarf senkt. Auch ist wichtig, auf den Kauf von torffreier Blumenerde zu achten.“


Die Uhr für den Winter tickt - Tage werden jetzt wieder spürbar länger

Bonn/Duisburg, 09. Januar 2022 – Egal wie wir es drehen und wenden, die Tage des Winters sind gezählt und das nicht nur aufgrund der unwinterlichen Wetteraussichten. Damit ist klar, dass es nicht ums Wetter geht. Die Sonne steht nun jeden Tag ein bisschen höher und die Tageslänge wächst in den kommenden Wochen immer schneller. Winterwetter im Flachland hat es somit zunehmend schwer.

Mit zunehmendem Sonnenstand geht es dem imaginären Schnee immer mehr an den Kragen. Quelle: Shutterstock


„Ticktack, ticktack…wenn man genau hinhört, dann hört man die Uhr des Winters schon leise ticken. In den kommenden Wochen wird dieses Ticken noch deutlich lauter. Und daran ist nicht etwa das Wetter schuld, was ja unwinterlicher kaum sein könnte, sondern vielmehr die geneigte Erdachse, die sich jetzt unaufhaltsam wieder der Sonne zuwendet“, erklärt Björn Goldhausen, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline.


In den zunehmend kürzer werdenden Nächten hat die Luft somit weniger Zeit sich abzukühlen und die immer höher steigende Sonne lässt auch die Globalstrahlung besonders ab Februar deutlich ansteigen. Dadurch kann eine Schneedecke selbst bei leichtem Frost tagsüber schon anfangen zu tauen.


Dem imaginären Winter geht’s an den Kragen

Bis Ende Januar nimmt die Tageslänge im Süden um eine und im Norden Deutschlands sogar schon wieder um fast anderthalb Stunden zu. Die Sonne steht dann schon wieder 5 Grad höher über dem Horizont als noch Anfang Januar. In sechs Wochen sind die Tage schon über zwei Stunden länger und die Sonne steht über 10 Grad höher, Ende Februar haben wir schon 3 Stunden gewonnen und 16 Grad.

Somit hat die Sonne mehr und mehr Kraft und die Wahrscheinlichkeit für nachhaltiges Winterwetter im Flachland sinkt von Woche zu Woche.

Eine Rückkehr von Schnee und Frost ist natürlich noch längst nicht ausgeschlossen. Im Februar und selbst im März sind durchaus noch hochwinterliche Wetterlagen möglich. Je höher die Sonne aber steigt, umso besser müssen die meteorologischen Bedingungen passen.


Wetterlage aktuell alles andere als winterlich

Durch den Blick auf die aktuelle Wetterlage wird das Ticken eher noch lauter. Eine Umstellung auf winterliches Wetter lässt sich nämlich auch in dieser Woche beim besten Willen nicht ablesen. Stattdessen rauscht in einer westlichen bis südwestlichen Strömung ein Atlantiktief nach dem anderen mit milder Luft im Gepäck durch. Höchstens in den Gipfellagen der Mittelgebirge gibt es vorübergehend mal ein paar nasse Schneeflocken.

Die Alpen bekommen besonders über 1000 Meter Höhe hingegen einiges an Neuschnee ab. Damit es jedoch im Flachland winterlich wird, müsste der Wind auf Nord oder Ost drehen. Das ist aktuell aber nicht in Sicht. Sollte sich die Wetterlage auch in der zweiten Januarhälfte nicht umstellen, könnte uns nach jetzigem Stand stattdessen ein rekordmilder Januar ins Haus stehen. 


Frühling mitten im Winter Über 20 Grad – Temperaturrekorde purzeln reihenweise

Bonn/Duisburg, 03. Januar 2022 – Hinter uns liegt der mit Abstand wärmste Jahreswechsel seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Deutschland. In Oberbayern sowie am Oberrhein wurden an Silvester mehr als 20 Grad registriert. Der Klimawandel spielt bei diesen Temperaturen eine entscheidende Rolle. 

Der Jahreswechsel war in Deutschland mit lokal über 20 Grad extrem mild. Foto Shutterstock


An Silvester und Neujahr purzelten bei dem frühlingshaft milden Wetter zahlreiche Temperaturrekorde. Der Spitzenwert wurde mit 20,8 Grad an Silvester in Wielenbach in Oberbayern gemessen und übertraf damit den alten Rekord um fast vier Grad. Auch am Neujahrstag war es mit verbreitet 15 bis 19 Grad an vielen Orten so warm wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen im Januar.

„Der Klimawandel ist sicherlich nicht verantwortlich für die extrem milde Wetterlage derzeit. Bei den Rekordtemperaturen hat er aber durchaus seine Finger im Spiel. Denn ohne Klimawandel wäre es um einige Grad kühler gewesen. Entsprechend ist es sehr wahrscheinlich, dass wir in den kommenden Jahrzehnten im Winter immer mal wieder Spitzenwerte von rund 20 Grad erleben werden.

In klimatologisch gesehen naher Zukunft ist es sogar nicht ausgeschlossen, dass wir im mitteleuropäischen Winter vereinzelt über Sommertage mit einer Höchsttemperatur von 25 Grad und mehr staunen werden“, so Björn Goldhausen, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline.

Ungewöhnliche Wärme wird im Klimawandel zum „neuen Normal“
Extreme Temperaturen kommen der Definition nach eigentlich selten vor. Im Klimawandel sind wir damit allerdings nun immer häufiger konfrontiert. Da die Mitteltemperatur steigt, sind auch die Extreme um einige Grad höher. Sehr kalte Tage sind also nicht mehr ganz so kalt, während sehr heiße Tage heißer werden.

So wurde beispielsweise in den vergangenen Sommern häufiger als noch zuvor die 40-Grad-Marke überschritten. Vergleichbar ist das im Winter mit der 20-Grad-Marke. So wie jetzt zum Jahreswechsel muss in den kommenden Wintern häufiger mit solchen Temperaturen gerechnet werden. Im Gegenzug wird es in den Wintern auch in Zukunft immer mal wieder kalte Witterungsabschnitte geben. Diese werden aber nicht ganz so kalt ausfallen wie bei vergleichbaren Wetterlagen in der Vergangenheit.

 

Weihnachtsmonat unter dem Strich recht ausgeglichen, aber mit Temperaturextremen

Offenbach, 30. Dezember 2022 – Die ersten kalten Dezemberwochen mit einem eisigen Tiefpunkt in der zweiten Dekade machten vor allem in Teilen des Ostens von Deutschland sowie im Bergland Hoffnung auf eine weiße Weihnacht. Doch das Wetter sorgte ab dem 19. Dezember für eine Kehrtwende um 180 Grad: Was mit Glatteisregen begonnen hatte, endete landesweit mit sehr milden Temperaturen sowie Tauwetter.


Sowohl an Weihnachten als auch zum Jahreswechsel kam ein Gefühl von Frühling auf. So fiel der letzte Monat im Jahr 2022 bei ziemlich ausgewogener Niederschlagsmenge und Sonnenscheindauer etwas zu warm aus. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

Eisige Adventszeit, sehr milde Weihnachten und Rekordtemperaturen zur Jahreswende
Die erst viel zu kalte und dann teils rekordwarme Witterung führte im Dezember 2022 zu einem Temperaturdurchschnitt von etwa 1,8 Grad Celsius (°C). Der Monat lag damit etwa ein Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 und erreichte genau das Mittel der aktuellen und wärmeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020.

Dass diese „Temperaturglättung“, also das Monatsmittel, jedoch extreme Spitzen in sich birgt, zeigen folgende Messwerte: Heinersreuth-Vollhof, Landkreis Bayreuth, erreichte am 18. mit -19,3 °C den deutschlandweit tiefsten Wert. An Silvester hingegen werden mutige Exoten das Sektglas in kurzer Hose bei 20 °C und mehr im Oberrheingraben tagsüber heben können.

Zunächst Schnee im Nordosten und Bergland, dann regenreiches letztes Dezemberdrittel
Im Weihnachtsmonat fielen rund 65 Litern pro Quadratmeter (l/m²). Das lag nur etwa zehn Prozent unter dem Niederschlagsmittel der Referenzperioden 1961 bis 1990 (70 l/m²) und 1991 bis 2020 (71 l/m²). In den ersten beiden Dekaden zauberte der Dezember vor allem in den östlichen Mittelgebirgen sowie in Teilen des Ostens und Nordens beeindruckende Winterlandschaften. Ab dem 19. wurde dieser Zauber jedoch nach und nach beendet.

Glatteisregen läutete Milderung und eine regenreiche Phase ein, in der die Station Sankt Blaisen-Menzenschwand im Hochschwarzwald am 23. mit 63 l/m² den maximalen Tagesniederschlag meldete. Im Schwarzwald waren auch mit über 200 l/m² die höchsten Monatssummen zu finden.

Ausgewogene Sonnenscheindauer
Mit etwa 39 Stunden war die Sonnenscheindauer im Dezember ziemlich typisch. Vergleich: 38 Stunden (Periode 1961 bis 1990) und 42 Stunden (Periode 1991 bis 2020). Am hellsten war es im Süden und Südwesten mit teils über 50 Stunden. Nach Nordosten hin verringerte sich die Belichtungsdauer um mehr als die Hälfte.

NRW befand sich mit einer Dezembertemperatur von 2,9 °C (2,3 °C) auf dem zweiten Platz der wärmsten Regionen, trotz eisiger Tage und Nächte um die Monatsmitte. Doch die teils über 15 °C milde, ja schon frühlingshafte Luft im letzten Monatsdrittel war dominierender.

An Silvester könnten Rekorde purzeln. Vor der Milderung verursachte Glatteisregen am 19. zahlreiche Unfälle im Land. Im Bundesland fielen 85 l/m² (88 l/m²). Die Sonne zeigte sich rund 39 Stunden (37 Stunden).