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Archiv 2019







Kapriolen, Unwetter und Rekorde - Redaktion Harald Jeschke

 

Ein leicht zu kühler, sehr trockener und sonnenscheinreicher Mai

Offenbach/Duisburg, 29. Mai 2020 –  Im Mai 2020 befand sich der Norden und Osten Deutschlands oft in frischer, wolkenreicher Meeresluft, die aber nur gelegentlich von einzelnen Regenfällen begleitet wurde. Den Süden erfassten wiederholt Tiefausläufer mit kräftigen Niederschlägen, die abwechselnd warme oder kühle Luftmassen heranführten. Im Westen dominierte Hochdruckeinfluss mit trockener Witterung und viel Sonnenschein. Diese Dreiteilung ließ den Mai insgesamt leicht zu kühl, deutlich zu trocken und sonnenscheinreich ausfallen.

Maiwetter © Susanne Schorlemmer / DWD

Der Monat brachte vereinzelt schwere Gewitter, begleitet von Starkregen, Hagel und Sturmböen. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen. Markanter Temperatursturz zu Beginn der Eisheiligen, sonst allgemein eher kühl Mit 11,9 Grad Celsius (°C) lag im Mai 2020 der Temperaturdurchschnitt um 0,2 Grad unter dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Verglichen mit der wärmeren Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung sogar Minus 1,1 Grad.

Der Mai begann hierzulande recht kühl, doch gegen Ende der ersten Dekade gelangten warme Luftmassen subtropischen Ursprungs in den Südwesten. Pünktlich zum ersten Eisheiligen, Mamertus, erlebte Deutschland am 11. einen massiven Temperatursturz. An vielen DWD-Stationen zeigte das Thermometer bis zu 20 Grad weniger als zur selben Uhrzeit am Tag zuvor an.
Am Morgen des 12. meldete Neuhaus am Rennweg im Thüringer Wald mit -5,1 °C den tiefsten Monatswert. Eine Woche später bescherte Hoch „Quirinius“ besonders dem Südwesten und Westen einige Sommertage mit mehr als 25 °C. Am 21. registrierte Lingen im Emsland mit 29,4 °C den bundesweit höchsten Wert. Allerdings traten im Mai für die Jahreszeit noch ungewöhnlich viele Frosttage auf.

Anhaltende Trockenheit im Westen, im Süden deutlich niederschlagsreicher
Nachdem der Mai im vergangenen Jahr sein Niederschlagssoll leicht übertraf, verfehlte er 2020 mit rund 40 Litern pro Quadratmetern (l/m²) seinen Klimawert von 71 l/m² deutlich. Den Wonnemonat kennzeichnete die anhaltende Trockenheit vor allem im Westen, wo mancherorts weniger als 10 l/m² gemessen wurden und weitere Waldbrände entstanden.
Am unmittelbaren Alpenrand fielen dagegen gebietsweise mehr als 150 l/m². Ausnahmen blieben vereinzelte heftige Gewitter, die im ersten und letzten Monatsdrittel örtlich große Schäden verursachten, und eine Luftmassengrenze über der Mitte Deutschlands, die am 11. zu länger anhaltenden Niederschlägen führte: Mespelbrunn im Spessart registrierte mit 77,2 l/m² die bundesweit größte Tagessumme.

Sonnenscheinbilanz leicht positiv
Die Sonnenscheindauer im Mai überstieg ihr Soll von 202 Stunden mit gut 230 Stunden um 14 Prozent. Besonders begünstigt war dabei der äußerste Südwesten mit teils mehr als 295 Stunden. In Süd- und Ostbayern kamen dagegen örtlich nur rund 165 Stunden zusammen.

Nordrhein-Westfalen traf mit einer mittleren Temperatur von 12,4 °C genau seinen Klimawert (12,4 °C). Arnsberg-Neheim im Sauerland verzeichnete im Mai insgesamt neun Frosttage. Mit nur 15 l/m² (72 l/m²), erreichte NRW lediglich 23 Prozent seines Solls und war deshalb das niederschlagsärmste Bundesland.
Mit über 255 Stunden (190 Stunden) zählte es bundesweit zu den sonnenscheinreichen Regionen. Im Lee der Eifel schien die Sonne mit gebietsweise über 295 Stunden mit am meisten. Der Niederrhein war im Mai mit örtlich weniger als 10 l/m² die niederschlagsärmste Region. Die anhaltende Trockenheit führte zu vereinzelten großflächigen Waldbränden.


Ein extrem sonniger, recht warmer und viel zu trockener Frühling

Wie schon im Vorjahr fiel auch das Frühjahr 2020 recht warm aus. Deutschland befand sich überwiegend im Bereich warmer Luftmassen, wenige Kaltlufteinbrüche blieben meist nur von kurzer Dauer. So setzte sich die im Juni 2019 begonnene Serie zu warmer Monate auch im Frühling 2020 zunächst fort. Erst der Mai brachte eine leicht negative Temperaturabweichung. Häufiger Hochdruckeinfluss sorgte dabei für eines der sonnigsten Frühjahre seit Aufzeichnungsbeginn und zugleich für deutlich zu wenig Niederschlag. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

Frühjahr © Rüdiger Manig / DWD

Mildem März und zu warmem April folgte ein leicht zu kühler Mai
- Mit 9,2 Grad Celsius (°C) lag im Frühling 2020 der Temperaturdurchschnitt um 1,5 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur wärmeren Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung nach oben 0,7 Grad. Der Frühling startete mit einem milden März, der jedoch zu Beginn seiner letzten Dekade mit einem Temperatursturz und Maxima im oft nur einstelligen Bereich zu Ende ging.
- Auch der April verlief deutlich zu warm; er zählte sogar zu den sieben wärmsten Aprilmonaten seit Messbeginn 1881.
- Der Mai zeigte sich leicht zu kühl, dennoch verzeichneten einige Stationen im Süden bis zu sieben Sommertage mit mehr als 25 °C. Den deutschlandweit höchsten Frühlingswert erreichte Lingen im Emsland am 21. Mai mit 29,4 °C. Pünktlich zu den Eisheiligen sank das Thermometer nachts dagegen verbreitet unter den Gefrierpunkt. An manchen Orten traten im Frühling mehr Frosttage als im vorangegangenen Winter auf.
Die bundesweit tiefste Temperatur meldete Deutschneudorf-Brüderwiese, im Erzgebirge, am 1. April mit -12,0 °C. Frühjahr 2020 unter den sechs niederschlagsärmsten seit 1881 Bereits zum 7. Mal in Folge konnte der Frühling sein Soll von 186 Litern pro Quadratmeter (l/m²) nicht erfüllen: Mit rund 108 l/m² erreichte das Frühjahr 2020 nur gut 50 Prozent seines vieljährigen Durchschnitts und war eines der sechs niederschlagsärmsten seit 1881.

Besonders der Westen und Osten Deutschlands litten unter anhaltender Trockenheit. So kam im Thüringer Becken, im Lee des Harzes sowie an der vorpommerschen Küste mit örtlich weniger als 45 l/m² teilweise nicht einmal ein Drittel des Solls zustande. Mespelbrunn im Spessart meldete am 11. Mai mit 77,2 l/m² die bundesweit höchste Tagessumme. Insgesamt fiel am unmittelbaren Alpenrand sowie im südlichen Schwarzwald mit bis zu 320 l/m² der meiste Niederschlag.

Mit dem Frühjahr 2011 sonnigster Frühling seit Messbeginn 1951
Die Sonnenscheindauer kam mit etwa 705 Stunden auf rund 150 Prozent ihres Solls von 467 Stunden. Damit war der Frühling 2020 mit 2011 das sonnigste Frühjahr seit Messbeginn 1951. Die sonnenscheinreichen Gebiete lagen mit bis zu 790 Stunden verstreut in ganz Deutschland. Die sonnenscheinärmste Region war der äußerste Süden mit örtlich weniger als 580 Stunden.

Nordrhein-Westfalen ordnete sich im Frühling 2020 mit 10,0 °C (8,3 °C) bei den eher warmen Bundesländern ein. Hier betrug die Niederschlagsmenge rund 110 l/m² (205 l/m²) und die Sonnenscheindauer annähernd 720 Stunden (441 Stunden). Durch die anhaltende Trockenheit kam es zu zahlreichen Bränden: Am 20. wurden bei Gummersbach, nordwestlich von Siegen, 75 ha und einem mehrtägig wütenden Feuer bei Niederkrüchten an der niederländischen Grenze 10 ha Wald sowie Weide zerstört.


Erst Sommerwärme, dann Absturz? 

Zunächst verbreitet freundlich

Bonn/Duisburg, 28. Mai 2020 – Das Pfingstwetter wird freundlich. Allerdings kommt uns ein Tief mit Regenwolken nahe. Anschließend wird es zunächst hochsommerlich, bevor vielleicht ein Absturz droht.

Pfingstwochenende mit Temperaturgefälle
Mit viel Sonnenschein geht es in das lange Pfingstwochenende. „Es bleibt zwar auch dann noch freundlich, allerdings werden die Wolken vor allem tagsüber von Osten her dichter. Bis in die Landesmitte hinein ist insbesondere am Pfingstsonntag etwas Regen möglich. Hinzu kommt ein Temperaturgefälle zwischen West und Ost. Während es am Rhein über 20 Grad warm wird, sind es im Südosten Deutschlands zum Teil gerade einmal 15 Grad.“, berichtet Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline. Pünktlich zum meteorologischen Sommeranfang am 1. Juni, der in diesem Jahr auf den Pfingstmontag fällt, steigen die Temperaturen überall deutlich an. 

Hochsommerlich warm und schwül
Auch die Sonnenscheindauer legt in der kommenden Woche erneut zu. Ein paar Tage lang bleibt es trocken und die Spitzenwerte erreichen in den wärmsten Regionen bis zu 30 Grad. Die Luft wird jedoch spürbar schwüler. „Daher erwarten uns im Wochenverlauf voraussichtlich Schauer und Gewitter, die örtlich kräftig sein können.“, warnt Heck. Ob uns anschließend dann die "Schafskälte" mit wechselhafterem Wetter ins Haus steht, bleibt noch abzuwarten.

Schafskälte 
Unter Schafskälte versteht man einen feuchtkühlen Witterungsabschnitt Mitte Juni, der in Mitteleuropa eine bemerkenswert hohe Eintreffwahrscheinlichkeit von bis zu 80 Prozent hat. Der Name geht auf die Kälteempfindlichkeit frisch geschorener Schafe zurück. Dieser Witterungstyp ist von einem Kaltlufteinbruch aus Nordwesten geprägt, der von unbeständigem, oft auch regenreichem und empfindlich kühlem Wetter begleitet wird. Meist strömt dann nach einer vorangegangenen Wärmeperiode kühle Nordseeluft nach Mitteleuropa. In den Nächten kann unter ungünstigen Bedingungen nochmals Bodenfrost auftreten und in den Gipfellagen der Mittelgebirge sind sogar letzte Flocken möglich. 


Garten und Klimawandel Anpassung an die Veränderungen

Regenwasser richtig nutzen

Bonn/Duisburg, 27. Mai 2020 – Trockenheit, Hitze, Verschiebung der Jahreszeiten und milde Winter – All das wirkt sich auch auf unsere Gärten aus. Die Voraussetzungen für ein erneutes Dürrejahr sind nach dem extrem trockenen Frühling 2020 jedenfalls gegeben. Doch wie kann man auf die Veränderungen reagieren und wie einen klimafesten Garten anlegen? WetterOnline hat einige Tipps gesammelt. 

Regenwasser nutzen 
Bereits in den vergangenen Hitzesommern ist der Wassermangel zu einem Problem für Gärten und Gärtner geworden und auch dieser Sommer droht, trocken zu werden. Regelmäßiges Sprengen und Bewässern mit kostbarem Leitungswasser strapaziert auf Dauer nicht nur den Geldbeutel, sondern verschwendet auch Ressourcen. Obwohl es langfristig sinnvoll erscheint, die Pfanzenauswahl den neuen Verhältnissen anzupassen, kann man zusätzlich einiges machen, um den seltenen Regen auszunutzen. „Sehr nützlich ist das Auffangen von Regenwasser in Regentonnen, auf das man in trockenen Zeiten zurückgreifen kann. Regentonnen kann man übrigens auch an die Regenrinnen des Hauses anschließen.“, erklärt Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline.

Die Regentonne – der Klassiker, um Wasser für trockene Zeiten zu sammlen. Quelle: WetterOnline


„Eine in den Boden eingelassene Zisterne zum Auffangen des Wassers ist zwar aufwendiger, aber eine lohnenswerte Investition. Ein naturnaher Gartenteich ist ein Wasserspeicher, der durch die kühlende Verdunstung zusätzlich ein behagliches Mikroklima schafft und dazu noch zahlreiche Tiere und Pflanzen beherbergen kann.“, so Heck.  

Wasser im Boden speichern 
Der Gartenboden sollte so gestaltet werden, dass Wasser gut eindringen kann und sich möglichst lange in ihm hält. Das A und O ist hier, die Flächen nicht zu versiegeln. Je mehr Boden versiegelt ist, desto weniger Speicher steht zur Verfügung. Nackter Erdboden ist grundsätzlich zu vermeiden. „Die oberste Bodenschicht sollte nur etwas gelockert werden. Vollständiges Umgraben bietet zu viel Angriffsfläche für Austrocknung. Eine dichte Bepflanzung schützt vor dem Austrocknen durch Sonne und Wind. Humus, den man am besten durch einen eigenen Komposthaufen gewinnt, versorgt den Boden mit Nährstoffen und gibt die in ihm gespeicherte Feuchtigkeit langsam an die Pflanzen ab. Auch mit einer Mulchschicht aus Grasschnitt kann man den Boden vor Verdunstung schützen.“, rät Heck. 

Garten uneben anlegen
Eine unebene Fläche ist geeigneter, um Wasser aufzufangen und zu speichern. In den Senken kann sich das Wasser sammeln und langsam versickern. Die Hügel schützen vor Wind, der die Feuchtigkeit wegträgt. Birgit Heck: „Im Internet findet man zahlreiche Anleitungen zum Anlegen von sogenannten Kraterbeeten, in denen die Feuchtigkeit optimal gehalten wird.“ 

Auswahl der Pflanzen
Auf der sicheren Seite ist, wer standortangepasste Pflanzen wählt. Es gibt besonders hitzetolerante größere Stauden, die anderen Pflanzen Schatten spenden können. Im Allgemeinen sollte auf Bäume und andere Schattenspender nicht verzichtet werden. Im Gemüsegarten ist eine Mischkultur von größeren und kleineren Pflanzen ideal. Ganz nebenbei fördert eine ausgeklügelte Mischkultur auch den gegenseitigen Schutz vor Schädlingen. 


Ein naturnaher Gartenteich ist Herberge für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Er ist zudem eine nützliche Klimanalage im Garten. Quelle: WetterOnline


Neue App warnt vor Gefahren des Wetters für die Gesundheit

Offenbach/Duisburg, 26. Mai 2020 – Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Pollenallergien, reagieren bei bestimmten Wetterlagen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder müssen sich bei der Arbeit und in der Freizeit vor Sonnenbrand oder Hitze schützen. Das Wetter kann aber nicht nur gefährliche oder störende gesundheitliche Auswirkungen auf viele Menschen haben, sondern wirkt sich in der Folge zum Beispiel durch mehr Krankentage bei Beschäftigten auch negativ auf die Wirtschaft in Deutschland aus.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat deshalb jetzt eine neue App entwickelt, die tagesaktuell über mögliche beeinträchtigende Einflüsse des Wetters auf den Menschen informiert und vor Gesundheitsgefahren zum Beispiel durch Hitze warnt. Sie soll Betroffenen ermöglichen, sich rechtzeitig auf für sie relevante Einflüsse des Wetters einzustellen. Nutzerinnen und Nutzer der Gesundheitswetter-App können die Informationen und Belastungsklassen individuell einstellen und abrufen. Die App kostet einmalig 0,99 €. Sie ist in den App-Stores von Apple und Google unter dem Stichwort ‚Gesundheitswetter-App‘ zu finden.

Wettereinflüsse auf Gesundheit bei Tagesgestaltung berücksichtigen
Jeder zweite Mensch in Deutschland schätze sich laut Umfragen von demoskopischen Instituten als ‚wetterfühlig‘ ein, so Prof. Dr. Andreas Matzarakis, Leiter der Medizin-Meteorologie beim DWD. Etwa 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung litten bei bestimmten Wetterlagen wie zum Beispiel Tiefdruckgebieten stärker an gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie Asthma, Rheuma, Kopfschmerzen und Herz-Kreislauferkrankungen. „Vor allem die Gesundheitsgefahr durch Hitze und Hitzewellen wird stark unterschätzt.“
So hätten Untersuchungen gezeigt, dass Auswirkungen von Hitze für mehr als 90 Prozent der naturgefahrenbedingten Todesfälle in Deutschland während des Zeitraums 1950 bis 2012 verantwortlich gewesen seien. Die neue App des nationalen Wetterdienstes biete die Möglichkeit, erwartete wetterbedingte Einflüsse auf die Gesundheit bei der individuellen Tagesgestaltung zu berücksichtigen. Der Experte: „Sie hilft damit vor allem älteren und empfindlichen Menschen, zusätzliche Belastungen zu vermeiden und zu minimieren und durch zielgerichtete Verhaltensänderungen akute und chronische Krankheitsverläufe abzumildern.“

Funktionen der Gesundheitswetter-App des DWD:
• Amtliche UV-Warnungen, UV-Index sowie UV-Warnungen für Kinder
• Amtliche Hitzewarnungen
• Vorhersage der Gefühlten Temperatur
• Pollenflugvorhersage und daraus abgeleiteter Gefahrenindex
• Vorhersage der Wetterfühligkeit für allgemeine Beeinträchtigungen des Befindens, asthmatische Erkrankungen, Herz-Kreislauf-Beschwerden und rheumatische Beschwerden
• Frei konfigurierbare Warnelemente und Warnstufen
• Konfigurierbare Alarmierungsfunktion (Push-Benachrichtigungen) für frei wählbare Ortsfavoriten
• Verfügbar für die Betriebssysteme Android und iOS

Nächste Woche Sommerfeeling

Am Wochenende etwas Regen

Bonn/Duisburg, 20. Mai 2020 - Nach einer Generalprobe des Frühsommers gibt es zum Wochenende eine deutliche Abkühlung und auch endlich etwas Regen. Doch viel kommt nicht zusammen, denn ein neues Hoch bringt in der nächsten Woche den Sommer direkt wieder zurück. Nur kurzzeitig kühlere Luft
Nach bestem Grillwetter zum Vatertag bringt der Freitag einen Wetterumschwung. „Besonders im Nordwesten entlädt sich die schwüle Luft in kräftigen Regengüssen und einzelnen Gewittern. Am Samstag regnet es dann vor allem im Süden länger, während der Himmel im Nordwesten in deutlich frischerer Luft bereits wieder aufreißt. Nach hochsommerlichen 25 bis 30 Grad werden dann meist kaum mehr 20 Grad erreicht.“, berichtet Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline.
Am Sonntag lässt der Regen überall nach, die Sonne zeigt sich wieder öfter und die frische Meeresluft bleibt. Nur im Nordosten gibt es noch einzelne Schauer. Die nächste Woche bringt ein neues kräftiges Hoch. Anfangs bilden sich tagsüber noch mehr Wolken und die Luft ist noch sehr angenehm. Doch im Wochenverlauf wird diese zunehmend hochsommerlich warm. Dies bedeutet nach jetzigem Stand für große Landesteile mehrere Tage um 25 Grad. 

Tendenziell weiterhin trocken
Was für Grillfreunde und Sonnenanbeter eine gute Nachricht ist, ist für Flora und Fauna eine schlechte. Die Natur lechzt immer mehr nach Regen und Landwirte bangen bereits um ihre Ernte. „Denn besonders der Mairegen ist für die Natur besonders wichtig. Fehlt er wie dieses Jahr, können sich viele Pflanzen nicht richtig entwickeln. Die Wettermodelle machen da kaum Hoffnung.“, erklärt Heck. Die am Wochenende erwarteten Regengüsse sind da nicht mehr als der berühmte "Tropfen auf den heißen Stein". Tendenziell wird der Mai mit nur sehr wenig Regen zu Ende gehen. Dies würde die Trockenheit nochmals verschärfen.


In der nächsten Woche kommt tagelang Sommerfeeling auf. Quelle: WetterOnline

Blauer Himmel, viel Sonne und kaum Regenchancen

Fast überall angenehm warm 

Bonn/Duisburg, 15. Mai 2020 - In den kommenden Tagen gibt es in den meisten Regionen wieder mehr Sonne als Wolken. Tagsüber ist der wolkenlose Himmel blau. Der so dringend benötigte, ergiebige Regen ist nicht in Sicht.

Temperaturen gehen bergauf
Im Laufe des Wochenendes ziehen sich die Regenwolken im Süden in die Alpen zurück und die Sonne gewinnt langsam die Oberhand. „Nur in den Bergen und ganz im Norden ziehen noch ein paar mehr Wolken mit Schauern durch. Zum Start in die neue Woche wird es zwar regional vorübergehend etwas wolkiger, Regen bleibt aber die Ausnahme. Während die Nächte anfangs noch teils Bodenfrost bescheren, wird es im Verlauf immer milder. Auch tagsüber wird es langsam wärmer.

   

Wieder mehr Sonne als Wolken. Regen ist nicht in Sich - Mohn leuchtet vor einem wolkenlosen Mai-Himmel. Quelle: WetterOnline


Im Norden werden Höchstwerte von 15 bis 20, nach Süden hin bis zu 25 Grad erreicht“, berichtet Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation bei WetterOnline. Wenig Aussicht auf Regen Auch anschließend dauert das zumeist trockene Wetter an. Dazu gibt es mehr Sonne als Wolken und nur vereinzelt bilden sich kurze Schauer. Der dringend benötigte Regen bleibt somit ein frommer Wunsch. „Am ehesten gibt es noch im Norden und in Alpennähe ein paar Tropfen“, weiß Heck. Auch bei den Temperaturen tut sich nicht viel. Sie liegen meist zwischen 18 Grad an den Küsten und angenehmen 20 bis 25 Grad im Süden und Westen.
 „Ideal immerhin, um sich im Freien aufzuhalten und die Blicke an den tagsüber blauen, wolkenlosen Himmel schweifen zu lassen und seinen Gedanken nachzugehen oder zu ergründen, warum der Himmel seine Farbe hat“, so Heck.  Darum ist der Himmel blau Sonnenlicht sieht weiß aus, besteht aber eigentlich aus ganz vielen unterschiedlichen Farbstrahlen.

Sie fließen wie Wellen durch den Raum. Dabei bewegt sich die Farbe Rot in langen, langsamen Wellen – die Farbe Blau hingegen in kurzen, schnellen Wellen. 
Um zur Erde zu gelangen, muss das Sonnenlicht durch die Atmosphäre. Das sind verschiedene Luftschichten um unseren Planeten herum, die aus unendlich vielen kleinen Teilchen bestehen. Birgit Heck erklärt: „Wenn das Sonnenlicht durch die Atmosphäre reist, verhalten sich die einzelnen Farben ganz unterschiedlich. Rotes Licht durchquert die Atmosphäre problemlos, da seine langen Wellen kaum Teilchen in die Quere kommen. Blaues Licht jedoch trifft ständig auf einzelne Teilchen und wird von ihnen umgelenkt.“

Die blaue Farbe verteilt sich dadurch in alle Richtungen. Deswegen sieht der Himmel tagsüber blau aus.  Der Himmel kann auch rötlich sein Manchmal ist der Himmel jedoch eher rötlich gefärbt. Grund hierfür ist der Stand der Sonne. Zur Mittagszeit legt das Licht nur einen sehr kurzen Weg durch die Atmosphäre zur Erde zurück. Morgens oder abends ist dieser Weg aber länger. Dadurch wird das blaue Licht stark abgelenkt und geschwächt, während der Rotanteil bestehen bleibt. Der Himmel erscheint rötlich. Birgit Heck: „Einfach gesagt könnte man sagen: Mittags steht die Sonne nah an der Erde und der Himmel ist daher blau, morgens und abends ist die Sonne weiter von der Erde entfernt und der Himmel eher rötlich gefärbt.“ 


Eisheilige machen kaum noch Angst - 2020 sind sie aber wieder kraftvoll

Offenbach/Duisburg, 8. Mai 2020 – Spielen die Eisheiligen im Wettergeschehen des Monats Mai eigentlich noch eine Rolle? Jedes Jahr fragt man sich, kommen sie pünktlich, kommen sie überhaupt? Sie heißen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sofia und haben uns früher oft den Frühling verhagelt. Die Eisheiligen (DWD-Grafik), das ist der Zeitraum vom 11. bis 15. Mai, in dem nach Aufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bis Mitte des 19. Jahrhunderts immer wieder Kaltlufteinbrüche beobachtet wurden.

 



2020 lassen die Eisheiligen die Muskeln spielen

In diesem Jahr kommen die Eisheiligen sehr pünktlich und lassen auch kräftig die Muskeln spielen. Mamertus am 11. Mai zeigt sich in diesem Jahr im Süden Deutschlands sogar in einigen Regionen als „Schneeheilige“. Schnee ist dann vor allem in den östlichen Mittelgebirgen ein Thema, allerdings ziehen die Niederschläge rasch nach Süden ab, wenn die Kaltluft nachstößt. Vornehmlich im Erzgebirge ist etwas Neuschnee zu erwarten. In der Nacht auf Dienstag ist von den Alpen ausgehend bis weit ins Alpenvorland Schnee bis ins Tiefland zu erwarten. Durch Nassschnee in den Staugebieten von Alpen und Bayerischen Wald besteht dort das Risiko von Schneebruch in schon belaubten Wäldern.

 

In der Nacht zum Dienstag,12.5., macht dann die zweite Eisheilige Pankratius ihrem Namen alle Ehre. In der Mitte und im Norden zeigen sich die Sterne am Himmel und es gibt bei längerem Aufklaren örtlich leichten Frost bis -3 Grad in 2 Meter Höhe und verbreitet Bodenfrost. Auch in den Nächten zum Mittwoch und zum Donnerstag zeigen Servatius und Bonifatius dass man sie dieses Jahr ernst nehmen muss. Es kann wieder vor allem in der Mitte und im Norden Deutschlands örtlich leichten Frost in 2 Meter Höhe geben und verbreitet muss mit Bodenfrost bis -4 Grad gerechnet werden. Auch die letzte der Eisheiligen, die kalte Sofia, fällt dieses Jahr (15.5.) nicht aus der Rolle. In 2 Meter Höhe soll es dann zwar schon frostfrei bleiben, aber am Boden kann es in der Mitte und im Osten Deutschlands nochmals leichten Frost geben.

 

Häufig wiederkehrende Witterungsphänomene wie die Eisheiligen bezeichnet man als Singularitäten. Ursache solcher Kaltlufteinbrüche mit ungemütlichen Temperaturen sind Nord- oder Nordwestwetterlagen, die arktische Polarluft auf direktem Wege nach Mitteleuropa führen.

 

Bischöfe und Märtyrer gaben den Namen 

Die Namenstage sind die frühchristlicher Bischöfe und Märtyrer. In Norddeutschland gelten vor allem die Tage vom 11. bis 13. Mai als Eisheilige (Mamertus, Pankratius und Servatius). Im Süden und Südosten Deutschlands zählen noch der 14. (Bonifatius) und der 15. Mai (kalte Sofia) dazu. Dort ist dann der 11. Mai nicht gültig. Die eintägige Differenz entsteht, weil die Kaltluft bei Eintritt der Nordwetterlagen rund 24 Stunden benötigt, um von der Küste bis zu den Alpen vorzudringen. Ein Kaltlufteinbruch im Mai kann in ungünstigen Lagen oder auch im Alpenvorland durchaus noch mal Frost bringen. Vor allem Gärtner und Winzer fürchten die Schäden an jungen Kulturen, die oft schon bei geringen Kältegraden eintreten können.

 

In den vergangenen Jahren sind die Eisheiligen oft ganz ausgeblieben. Manchmal kam es zu Kaltlufteinbrüchen bereits Anfang Mai oder erst Ende Mai. Fröste traten jedoch auch dann immer seltener auf. Gelegentlich wurden die Eisheiligen bei Tageshöchstwerten von über 25 Grad Celsius sogar zu „Schweißheiligen“. Deshalb ist die Frage berechtigt, ob man eigentlich noch von einer echten Singularität sprechen kann. Viele Experten führen die Veränderungen auch auf den Klimawandel zurück, denn mit der stetigen Erwärmung der globalen Atmosphäre fallen auch Kaltlufteinbrüche im Mai immer weniger frostig aus.    
 

hen kaum noch Angst - 2020 sind sie aber wieder kraftvoll Offenbach, 8. Mai 2020 – Spielen die Eisheiligen im Wettergeschehen des Monats Mai eigentlich noch eine Rolle? Jedes Jahr fragt man sich, kommen sie pünktlich, kommen sie überhaupt? Sie heißen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sofia und haben uns früher oft den Frühling verhagelt.

 Die Eisheiligen, das ist der Zeitraum vom 11. bis 15. Mai, in dem nach Aufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bis Mitte des 19. Jahrhunderts immer wieder Kaltlufteinbrüche beobachtet wurden. 2020 lassen die Eisheiligen die Muskeln spielen In diesem Jahr kommen die Eisheiligen sehr pünktlich und lassen auch kräftig die Muskeln spielen. Mamertus am 11. Mai zeigt sich in diesem Jahr im Süden Deutschlands sogar in einigen Regionen als „Schneeheilige“.

Schnee ist dann vor allem in den östlichen Mittelgebirgen ein Thema, allerdings ziehen die Niederschläge rasch nach Süden ab, wenn die Kaltluft nachstößt. Vornehmlich im Erzgebirge ist etwas Neuschnee zu erwarten. In der Nacht auf Dienstag ist von den Alpen ausgehend bis weit ins Alpenvorland Schnee bis ins Tiefland zu erwarten. Durch Nassschnee in den Staugebieten von Alpen und Bayerischen Wald besteht dort das Risiko von Schneebruch in schon belaubten Wäldern.

In der Nacht zum Dienstag,12.5., macht dann die zweite Eisheilige Pankratius ihrem Namen alle Ehre. In der Mitte und im Norden zeigen sich die Sterne am Himmel und es gibt bei längerem Aufklaren örtlich leichten Frost bis -3 Grad in 2 Meter Höhe und verbreitet Bodenfrost. Auch in den Nächten zum Mittwoch und zum Donnerstag zeigen Servatius und Bonifatius dass man sie dieses Jahr ernst nehmen muss. Es kann wieder vor allem in der Mitte und im Norden Deutschlands örtlich leichten Frost in 2 Meter Höhe geben und verbreitet muss mit Bodenfrost bis -4 Grad gerechnet werden.

Auch die letzte der Eisheiligen, die kalte Sofia, fällt dieses Jahr (15.5.) nicht aus der Rolle. In 2 Meter Höhe soll es dann zwar schon frostfrei bleiben, aber am Boden kann es in der Mitte und im Osten Deutschlands nochmals leichten Frost geben. Häufig wiederkehrende Witterungsphänomene wie die Eisheiligen bezeichnet man als Singularitäten. Ursache solcher Kaltlufteinbrüche mit ungemütlichen Temperaturen sind Nord- oder Nordwestwetterlagen, die arktische Polarluft auf direktem Wege nach Mitteleuropa führen.

Bischöfe und Märtyrer gaben den Namen
Die Namenstage sind die frühchristlicher Bischöfe und Märtyrer. In Norddeutschland gelten vor allem die Tage vom 11. bis 13. Mai als Eisheilige (Mamertus, Pankratius und Servatius). Im Süden und Südosten Deutschlands zählen noch der 14. (Bonifatius) und der 15. Mai (kalte Sofia) dazu. Dort ist dann der 11. Mai nicht gültig. Die eintägige Differenz entsteht, weil die Kaltluft bei Eintritt der Nordwetterlagen rund 24 Stunden benötigt, um von der Küste bis zu den Alpen vorzudringen. Ein Kaltlufteinbruch im Mai kann in ungünstigen Lagen oder auch im Alpenvorland durchaus noch mal Frost bringen. Vor allem Gärtner und Winzer fürchten die Schäden an jungen Kulturen, die oft schon bei geringen Kältegraden eintreten können.

In den vergangenen Jahren sind die Eisheiligen oft ganz ausgeblieben. Manchmal kam es zu Kaltlufteinbrüchen bereits Anfang Mai oder erst Ende Mai. Fröste traten jedoch auch dann immer seltener auf. Gelegentlich wurden die Eisheiligen bei Tageshöchstwerten von über 25 Grad Celsius sogar zu „Schweißheiligen“. Deshalb ist die Frage berechtigt, ob man eigentlich noch von einer echten Singularität sprechen kann. Viele Experten führen die Veränderungen auch auf den Klimawandel zurück, denn mit der stetigen Erwärmung der globalen Atmosphäre fallen auch Kaltlufteinbrüche im Mai immer weniger frostig aus.

Kommende Woche Schnee?

Zunächst sehr warm
Bonn/Duisburg, 07. Mai 2020 - Romantiker müssen nur ein wenig umdenken. Wer im Winter vielleicht vergeblich auf Schnee gehofft hat, bekommt jetzt im Wonnemonat Mai möglicherweise den Wunsch erfüllt. Es könnte sogar bis in tiefe Lagen schneien. Der Alleskönner Mai bringt aber auch Wärme.

Zunächst benötigt man noch Kopfbedeckung, Sonnenbrille und natürlich auch das Lieblingseis. Quelle: WetterOnline

Markanter Wetterumschwung - Gewitter und Schnee
Nach ein paar sehr freundlichen Tagen mit Höchstwerten von 20 bis 25 Grad kommt am Wochenende Bewegung in die Wetterküche. „In den kommenden Tagen setzt sich das ruhige und sonnige Wetter fort. Dabei erwärmt sich die Luft auf Werte zwischen 20 und 25 Grad. Erst im Laufe des Wochenendes steigt besonders in der Südhälfte das Schauer- und Gewitterrisiko. In der Nordhälfte bleibt es aber noch lange trocken.“, erklärt Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline.

„Am Sonntag leitet eine Kaltfront mit Schauern und Gewittern einen markanten Wetterumschwung ein. Vor allem in der Südhälfte können diese auch mal kräftiger ausfallen. Mit einem auf Nordwest drehenden Wind strömt anschließend Polarluft ins Land.“  In der neuen Woche schaut nach derzeitigem Stand kurzzeitig der Winter mit Schneeregen- oder Schneefällen im Süden vorbei. „Ob es die Flocken dabei bis in tiefe Lagen schaffen, bleibt noch unsicher.“, schränkt Heck ein.

So entsteht Schnee
Wenn alle Bedingungen gegeben sind, kann es auch im Mai nach einer wärmeren Periode schneien. Damit Schnee entstehen kann, muss die Luft ausreichend Feuchtigkeit und Kondensationskerne enthalten. Das können zum Beispiel kleine Staub- oder Rußpartikel sein, die in der Luft schweben. Sinkt die Temperatur in der Höhe weit genug ab, so frieren die Wassermoleküle in der Luft an dem Kondensationskern fest und bilden ein Eiskristall.
„Damit Schnee entsteht, müssen die Temperaturen in den Wolken etwa minus 12 Grad betragen“, so Birgit Heck. Haben sich die Eiskristalle gebildet und sind schwer genug, fallen sie aufgrund der Schwerkraft langsam auf die Erde. Auf diesem Weg verhaken sich einzelne Kristalle miteinander und bilden so die typischen Schneeflocken.  

Schneeflocken könnten in der neuen Woche den Flieder weiß verzieren. Quelle: WetterOnline

Was ist dran an den Eisheiligen?

Bauernregeln warnen vor den frostigen Temperaturen mitten im Mai

Bonn/Duisburg, 04. Mai 2020 - „Vor Nachtfrost du nicht sicher bist, bis Sophie vorüber ist.“ Richtung Monatsmitte deutet sich eine Stippvisite der Eisheiligen an. Wie viel Wahrheit steckt in dem Volksglauben, dass es erst dann dauerhaft warm wird, wenn die Eisheiligen vorbei sind?

Vier frostige Herren und eine kalte Sophie

Im Süden und Osten sind bis zur Wochenmitte noch kurze Schauer drin. Sonst setzt sich freundliches Wetter durch und es wird wieder angenehm warm. Richtung Monatsmitte könnten die Eisheiligen aber mit kaltem Blick vorbeischauen.

Frost im Frühling – In der Zeit der Eisheiligen sind Kälteeinbrüche nicht ungewöhnlich. Foto WetterOnline

Als „Eisheilige“, manchmal auch „gestrenge Herren“ oder „Eismänner“ werden eine Reihe von katholischen Heiligen bezeichnet, deren Gedenktage in den Mai fallen. Dazu gehören vor allem die Heiligen Pankratius (12. Mai), Servatius (13. Mai) und Bonifatius (14. Mai), meist auch die heilige Sophia (15. Mai), in Norddeutschland außerdem der heilige Mamertus (11. Mai).
Glaubt man den Bauernregeln, dann ist in diesem Zeitraum häufig mit Kälteeinbrüchen und Bodenfrost zu rechnen. Diese Frostperioden können für empfindliche Pflanzen sowie Saatgut bedrohlich werden. Viele Landwirte, aber auch Hobbygärtner, bringen daher auch heute noch ihre Aussaat erst nach der „kalten Sophie“, also nach dem 15. Mai, auf die Felder.  

In diesen Regeln steckt tatsächlich ein Stück Wahrheit. Das bestätigt Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline: „Im Mai sind die Temperaturen in Mitteleuropa zwar in der Regel schon recht hoch, aber dennoch kann es immer noch zu Kälteeinbrüchen mit Frost kommen. Die Statistik zeigt, dass es im Mai fast regelmäßig noch einmal ein oder zwei Tage mit Bodenfrost gibt.“ 

Hohe Wahrscheinlichkeit für singuläre Kälte

Für das Phänomen frostiger Tage im frühlingshaften Mai gibt es auch einen meteorologischen Fachausdruck: „In der Sprache der Meteorologen sind die Eisheiligen eine sogenannte Singularität“, erläutert Birgit Heck. „So nennt man Wetterlagen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit um ein bestimmtes Datum herum eintreten und der eigentlichen Wettertendenz entgegenlaufen.“  

Frostige Tage können auch nach dem 15. Mai durchaus noch vorkommen. Das lässt sich nicht nur meteorologisch erklären: Die meisten Bauernregeln entstanden im Mittelalter, also in der Zeit vor der gregorianischen Kalenderreform von 1582. In dieser Reform wurden, um den Kalender besser an den tatsächlichen Sonnenlauf anzupassen, zehn Tage gestrichen. Bauernregeln, die fest an Gedenktage von Heiligen geknüpft sind, müssten folglich ebenfalls um zehn Tage korrigiert werden.  

Aussicht: Nur noch wenig Regen in Sicht
Zunächst sonniger und wärmer

Anfangs ist es im Osten und Süden des Landes noch häufiger nass. Dagegen scheint im Westen neben ein paar lockeren Wolken vielfach die Sonne. In den Nächten gibt es örtlich sogar noch Bodenfrost. „Ab der Wochenmitte ist es dann überall trocken und sonnig. Zudem strömt aus Südwesten wärmere Luft nach Deutschland. Im weiteren Wochenverlauf klettern die Höchstwerte fast im ganzen Land über 20 Grad. Am Oberrhein sind dann wieder bis zu 25 Grad drin.“, berichtet Birgit Heck.   

Am Wochenende breiten sich wahrscheinlich erneut Schauer und Gewitter aus, die im Süden auch kräftig ausfallen können. Zudem strömt mit nordwestlichem Wind kühlere Luft ins Land, sodass zum Start in die neue Woche nur noch Höchstwerte um 15 Grad erreicht werden. In den Nächten kühlt es regional bis zum Gefrierpunkt ab. „Solche Temperaturstürze sind um die Eisheiligen herum nicht ungewöhnlich.“, weiß Heck.  

Im Laufe der Woche wird es allmählich wieder freundlicher und wärmer. Die Natur könnte aber immer noch viel Regen gebrauchen.  Foto WetterOnline



Sonnigster und dritttrockenster April seit Messbeginn in Deutschland

Offenbach/Duisburg, 29. April 2020 – Der April gilt in Deutschland eigentlich als ein launischer Monat, der sich gerne wechselhaft und kühl zeigt. Das hat sich geändert. So war der April 2020 der sonnigste seit Aufzeichnungsbeginn. Er dürfte als dritttrockenster und siebtwärmster seit Beginn regelmäßiger Messungen in Erinnerung bleiben.
Zugleich zeigt die Klimastatistik des Deutschen Wetterdienstes (DWD): Deutschland erlebte nun den zwölften zu trockenen April in Folge. Das meldet der nationale Wetterdienst nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

Große Temperaturunterschiede zwischen Nord und Süd sowie Tag und Nacht
Mit 10,5 Grad Celsius (°C) lag im April 2020 der Temperaturdurchschnitt in Deutschland um 3,1 Grad über dem Wert der internationalen Referenzperiode 1961 - 1990. Verglichen mit der wärmeren Periode 1981 - 2010 betrug die Abweichung nach oben 2,2 Grad. Somit dürfte er der siebtwärmste April seit Messbeginn 1881 sein.
Dabei gab es oft ein deutliches Süd-Nord-Gefälle. So stieg die Temperatur am 17. in Wangerland-Hooksiel nördlich von Wilhelmshaven nur auf 9,2 °C, in Waghäusel-Kirrlach, nördlich von Karlsruhe, dagegen auf 26,5 °C und damit den bundesweit höchsten Wert des Monats. Zuvor war das Quecksilber am 1. verbreitet nochmals in den mäßigen, örtlich sogar strengen Frostbereich gesunken. Kältester Ort war Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge mit -12,0 °C. Viele wolkenlose Tage und sehr klare Luft sorgten häufig auch für außergewöhnliche Temperaturunterschiede von bis zu 25 Grad zwischen Tag und Nacht.

Während in Sohland an der Spree noch 23 Frostnächte auftraten, meldete Waghäusel-Kirrlach bereits acht Sommertage von über 25 °C. Zahlreiche Waldbrände im dritttrockensten April seit Messbeginn Mit knapp 17 Liter pro Quadratmeter (l/m²) erreichte der April 2020 kaum ein Drittel seines Solls von 58 l/m² und dürfte damit der dritttrockenste seit 1881 sein.

Trockener war der April nur 1893 mit 3,7 l/m² und 2007 mit 4,0 l/m² gewesen. An zahlreichen Stationen vor allem im Süden und der Mitte Deutschlands fiel vom 1. bis zum 27. kein messbarer Niederschlag. Meiningen in Thüringen meldete sogar seit dem 13. März nur 0,4 l/m². Die Böden, die sich im nassen Februar meist gut mit Feuchtigkeit gefüllt hatten, trockneten in den oberen Bodenschichten wieder aus, wodurch die Waldbrandgefahr gebietsweise auf die höchste Stufe stieg. Häufig brachen auch erste Feuer aus.

Sonnenscheinreichster April seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1951
2020 trumpfte der April mit außergewöhnlich viel Sonnenschein auf: Mit rund 294 Stunden kam er auf rund 190 Prozent des Solls von 154 Stunden. Das war etwas mehr als im bisherigen Rekordapril im Jahr 2007 mit 289 Stunden. Am längsten zeigte sich die Sonne nördlich von München mit rund 325 Stunden. Dort summierten sich die Sonnenstunden seit dem 13. März sogar auf etwa 500 Stunden.

Nordrhein-Westfalen war mit 11,3 °C (7,9 °C) ein warmes Bundesland. Es kam auf abgerundet 15 l/m² (62 l/m²) und etwa 295 Sonnenstunden (148 Stunden). Durch die Trockenheit brachen zahlreiche Brände aus. So wurden am 20. bei Gummersbach 75 und bei einem mehrere Tage wütenden Feuer bei Niederkrüchten an der niederländischen Grenze 10 ha Wald und Heide zerstört.


Frischer in den Wonnemonat Mai

Auf Aprilwetter folgt Frühsommer

Bonn/Duisburg, 29. April 2020 - Mit launigem und zeitweise nassem Aprilwetter geht es in den Mai. In der nächsten Woche machen die Temperaturen dann einen Sprung nach oben. Allerdings stehen wohl auch kräftige frühsommerliche Gewitter auf dem Programm.

Viele Wolken und schauerartiger Regen

Zum Ende des Monats passt sich das Wetter der Jahreszeit an. Bei launigem, aber mit bis zu 20 Grad nicht besonders kühlem Aprilwetter kommt es immer wieder zu Schauern und gebietsweise auch zu Gewittern. Am meisten Regen fällt bis zum langen Wochenende voraussichtlich im Süden, aber auch in vielen anderen Landesteilen wird es endlich nass. Dennoch gilt dies wahrscheinlich nicht für alle Regionen. Die Temperaturen ändern sich bis zum Sonntag kaum und erreichen meist Höchstwerte zwischen 14 und 19 Grad. Kühler ist es im Küstenumfeld. 

Frisches Maigrün: Die Natur freut sich über das derzeitige Wetter mit zum Teil kräftigen Schauern. Foto WetterOnline

Trockenheit wird gemildert

Was die Hoffnung auf ein sonniges Wochenende auf Terrasse oder Balkon dämpft, lässt Land- und Forstwirte in vielen Regionen aufatmen: Die Regengüsse führen vielerorts zu einer deutlichen Entspannung der bisherigen Trockenheit. „Vor allem Pflanzen benötigen die anstehenden Niederschläge dringend zum weiteren Wachstum. Die Böden sind zumindest oberflächlich in weiten Teilen des Landes ausgetrocknet. Pflanzen, die nur flach in der Erde wurzeln, leiden daher besonders unter der extremen Trockenheit.
Gefährdet sind sowohl das Sommergetreide als auch Raps oder Mais. Selbst das Gras vieler Wiesen wächst nur noch verhalten, ist aber gerade auch jetzt als Frischfutter fürs Vieh besonders wichtig.“, erklärt Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline. Auch Allergiker profitieren von der Wetterlage. „Endlich ist es wieder möglich durchzuatmen, denn der Regen wäscht viel Blütenstaub aus der Luft und die Pollenkonzentration wird deutlich verringert.“, so Heck. 

Ausblick

In der nächsten Woche gelangt aus südwestlicher Richtung dann frühsommerlich warme Luft zu uns. Kombiniert mit Sonnenschein geht es mit den Temperaturen voraussichtlich steil bergauf, sodass in den wärmsten Regionen sogar die 30-Grad-Marke immer näher rückt. Begleitet werden kann das Ganze jedoch ziemlich schnell von neuen Schauern und Gewittern, die in schwüler Luft kräftig ausfallen können. 



Bodenfeuchte in Deutschland im April ungewöhnlich gering

Vegetationsperiode 2020 zwei Wochen früher 

 

Offenbach am Main/Duisburg, 21. April 2020 – Durch die milde Witterung im Winter 2019/2020 begann die Vegetationsperiode in diesem Jahr bereits Mitte März, fast zwei Wochen früher als im vieljährigen Mittel. Nahezu zeitgleich setzte eine sehr niederschlagsarme Witterung ein. Nach Berechnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) fielen vom 14. März 2020 bis zum 18. April 2020 verbreitet weniger als 10 Liter pro Quadratmeter (l/m²) Niederschlag (Abb. 1).

Zugleich sorgte an vielen Tagen Sonnenschein, sehr trockene Luft und zeitweise auch frischer bis starker Wind für hohe Verdunstungsraten von etwa 6 l/m² am Tag. Der Wasserbedarf der Pflanzen war in diesem Zeitraum also deutlich höher als die Niederschlagsmenge und musste aus dem im Boden gespeicherten Wasser gedeckt werden. Eine Folge: Vielerorts war der potentielle Wasserbedarf der Vegetation im genannten Zeitraum deutlich größer als die Wassermenge, die durch den Bodenwasserspeicher in der durchwurzelten Bodenzone zur Verfügung gestellt werden konnte.

Tobias Fuchs, Vorstand Klima und Umwelt des DWD: „Die Folgen konnten viele von uns bei Spaziergängen in der Natur oder im eigenen Garten beobachten: Die oberen Bodenschichten sind ausgetrocknet. In einigen Gebieten Deutschlands ist die Bodenfeuchte jetzt schon auffällig niedrig.“

 

Austrocknung der oberen Bodenschichten ist im Frühling normal 

Allerdings ist, so der DWD, eine allmähliche Austrocknung der Böden mit Einsetzen der Vegetationsperiode im Frühling ein normaler Vorgang. In den meisten Regionen Deutschlands ist der Bodenwasserspeicher im Mittel am Ende des Winters aufgefüllt.
Das entspricht dann einer nutzbaren Feldkapazität (nFK) von rund 100 Prozent. In einem Jahr mit durchschnittlichen Niederschlägen ist der Wasserbedarf der Vegetation im Frühling und Sommer höher als die mittleren Niederschlagsmengen in diesem Zeitraum. Dadurch trocknen die Böden in den Schichten bis 60 cm Tiefe bis zum Ende des Sommers auf Werte um die 50 Prozent nFK (eher trockene Regionen) bis 80 Prozent nFK (niederschlagsreiche Regionen) aus. Fotos/Grafiken DWD

 

Im Winter 2019/2020 (Abb. 3, Abb. 4) wurden die Bodenwasserspeicher in Deutschland gut gefüllt, im Februar fiel in weiten Teilen Deutschlands sogar das Zwei- bis Dreifache der üblichen Niederschlagsmenge. Lediglich in der Region vom Thüringer Becken über das südliche Sachsen-Anhalt bis zur Lausitz blieb die Auffüllung  unvollständig.  

 

Ausblick über die weitere Entwicklung der Trockenheit 

Bis Freitag, 24. April 2020, sagt der DWD trockenes, sonniges und zunehmend warmes Wetter voraus. Zugleich erhöhen sehr trockene Luft und kräftiger Ostwind die Verdunstung. Das führt zu weiter sinkenden Bodenfeuchtewerten und einer hohen bis sehr hohen Waldbrandgefahr im Bereich östliches Niedersachsen bis nach Brandenburg sowie im Süden und Südwesten Deutschlands (Aktuelle Details: www.dwd.de/waldbrand).

Am Wochenende nimmt dann der Hochdruckeinfluss ab und Niederschläge werden lokal etwas wahrscheinlicher.
Fuchs: „Die Regenmengen, mit denen wir ab dem Wochenende rechnen können, dürften aber vorerst nicht ausreichen, um die aktuelle Trockenheit flächendeckend und nachhaltig zu beenden.“ Ob der Mai nach dem voraussichtlich sehr trockenen April mehr Niederschlag bringt, lasse sich zurzeit noch nicht abschätzen. Ein Blick ins Klimaarchiv des DWD zeige nur: „Nach zu trockenen Aprilmonaten traten in der Vergangenheit trockene und nasse Maimonate etwa gleich häufig auf.“

  

Fachlicher Hinweis:

Die Bodenfeuchte ist neben der Witterung sowohl von der Art des Bodens als auch vom Bewuchs abhängig. Für seine vergleichenden Abschätzungen hat der DWD daher angenommen, dass es sich bei der Bodenart um einen sandigen Lehm und beim Bewuchs um Gras handelt. Die Bodenfeuchteberechnungen beziehen sich soweit nicht anders angegeben auf die obersten 60 cm. Die Bodenfeuchte wird in Prozent der nutzbaren Feldkapazität (nFK) angegeben. Die nutzbare Feldkapazität ist eine Größe für das pflanzenverfügbare Wasser im Boden. Bei 100 Prozent nFK kann der Boden kein weiteres Wasser aufnehmen und dauerhaft gegen die Schwerkraft halten. Bei 0 Prozent nFK können die Pflanzen dem Boden kein weiteres Wasser mehr entziehen (Welkepunkt).

 

So ensteht Wind

Unablässiges Streben nach Ausgleich
Bonn/Duisburg, 21. April 2020 - Trotz des strahlend blauen Himmels und der Sonne, weht zurzeit ein strammer Ostwind. Aber wie kommt es eigentlich zu der deutlich spürbaren Bewegung der Luft?

Ostwind lässt zurzeit Kirschblütenblätter „schneien“. Quelle: WetterOnline

Luftdruckausgleich sorgt für Bewegung
Hoch Odilo beschert uns in den kommenden Tagen sonniges und im Süden warmes Wetter. Dazu weht ein strammer Ostwind, der aber nach Wochenmitte nachlässt. Doch wie entsteht der Wind, der zurzeit die Freude am sonnigen Wetter etwas abkühlt?
Über Frankreich und den Alpenländern befinden sich dichte Wolken eines Tiefs über Südeuropa. Zwischen diesem und einem Hoch über Skandinavien wird der östliche Wind über Mitteleuropa wie in einer Düse eschleunigt.
Der Wind ist dabei nichts anderes als die Bewegung der Luft, die dazu dient, Luftdruckunterschiede zwischen dem Hoch und dem Tief auszugleichen. Ähnlich wie bei einem aufgeblasenen Luftballon, aus dem man die Luft entweichen lässt, bläst der Wind dabei immer vom hohen Luftdruck weg hin zum tiefen Luftdruck. Aufgrund der Drehung unserer Erde geschieht dies aber nicht geradlinig, sondern winkelförmig abgelenkt. Verantwortlich hierfür ist die sogenannte Corioliskraft. Dabei handelt es sich um eine Schein- oder Trägheitskraft, die die Luft quer zur eigentlichen Bewegung ablenkt.


Beispiel Land-See-Wind
Kleinräumig sieht dies aber anders aus. Dort spielt die Drehung der Erde kaum eine Rolle. Anhand des an den Küsten verbreiteten Land-See-Windes, kann man die Entstehung des Windes besonders gut veranschaulichen: Wenn die Sonne tagsüber das Land aufheizt, steigen die Luftmoleküle auf. Über dem Land fehlt daraufhin sozusagen die Luft und es herrscht tiefer Luftdruck. Über dem Meer hingegen bleibt die Luft tagsüber kühler, dort sinken die Moleküle ab. Unten sind dort folglich mehr Luftmoleküle und es herrscht demnach hoher Luftdruck. Um den Druck auszugleichen, wandern die Moleküle vom Hoch zum Tief. Diese Bewegung macht sich als Wind bemerkbar.


Vom lauen Lüftchen zum Tornado
Je stärker die Luftdruckunterschiede sind, desto stärker ist der Wind. Die Windstärke wird in Beaufort angegeben. Die Beaufortskala klassifiziert die Windstärken in 13 Windstärkenbereiche von 0 bis 12. Dabei bedeutet Windstärke 0 windstille, bei Windstärke 9 spricht man von einem Sturm. Dann weht der Wind mit 75 Stundenkilometer und erste Äste können abbrechen. Ein Orkan fegt mit 118 Stundenkilometer übers Land und hat die Windstärke 12. Die höchste Geschwindigkeit, die jemals gemessen wurde, erreichte ein Tornado
mit einer Geschwindigkeit von etwa 500 Stundenkilometer.


Bäume vom Land-See-Wind geformt: Windflüchter auf dem Darss. Quelle: WetterOnline

Darum ist der April so trocken und sonnig

Besondere Wetterlage hält sich zäh


Bonn/Duisburg, 20. April 2020 - Die Trockenheit nimmt stetig zu. Chancen auf Regen gibt es kaum. Grund dafür ist eine besondere, hartnäckig andauernde Wetterlage.
Hochdruckgebiete dominieren
Sonnenschein von früh bis spät hat uns bisher fast jeden Tag im April begleitet und wird es auch weiterhin tun. Aktuell befindet sich Deutschland mitten in einer sogenannten "blockierenden Wetterlage".

Seit einer Wetterumstellung Mitte März dominieren dabei vor allem Hochdruckgebiete das Wettergeschehen in weiten Teilen Europas. Momentan liegt der Schwerpunkt des hohen Luftdrucks über der Nordsee und verlagert sich nur sehr langsam. Eine Folge davon ist besonders im Norden weiter andauernde Trockenheit. Zwar kommen am Wochenende in der Südhälfte örtlich einzelne Schauer herunter, mehr als 10 Liter pro Quadratmeter sind aber wohl nicht zu erwarten. Und regional bleibt es auch dann weiter trocken.

 „High-over-Low-Lage“ verhindert Regen

"High-over-Low" bedeutet auf Deutsch: "Hoch-über-Tief" und beschreibt die aktuelle Wetterlage über Europa sehr genau. Quelle: WetterOnline

Grund dafür ist die spezielle Form der blockierenden Wetterlage: "High-over-Low". Dabei liegt das Hochdruckgebiet, in diesem Fall das Hoch ODILO, im Norden Europas, wo sich normalerweise das Islandtief befindet. Dagegen liegt ein Tief im Süden, wo in der Regel das Azorenhoch für sonniges Wetter sorgen würde. Die atlantischen Tiefs werden abgelenkt und um das Hoch herumgeführt. Ihr Regen kommt in Deutschland nicht an.
Neben der Trockenheit sind die Gebiete, die unter dem Einfluss des Hochs stehen, auch von großen Temperaturunterschieden geprägt. In Deutschland ist dies aktuell der Fall. Während an den Küsten gerade so die 10-Grad-Marke geknackt wird, ist es im Süden schon frühsommerlich warm. Die quasi umgedrehte Wetterlage erkennt man auch an einem kräftigen Ostwind. Normalerweise dominieren bei uns Westwinde.

Die Folgen ausgeprägter Trockenheit für die Natur sind nicht mehr zu übersehen. Quelle: WetterOnline

Aussicht
Bis zum Wochenende bleibt uns das verbreitet sonnige Wetter noch erhalten. Nach Wochenmitte wird im gesamten Land wieder die 20-Grad-Marke geknackt. Anschließend deutet sich eine Wetterumstellung an. 
In den kommenden Tagen hat Hoch ODILO weiterhin das Sagen über Mitteleuropa. Es beschert uns bis zum Wochenende viel Sonnenschein, aber eben auch einen besonders anfangs kräftigen Wind. 

Am Wochenende gibt es Hoffnung auf Regen, denn die Wetterlage stellt sich wohl langsam um. Tiefs nähern sich und bringen Schauer, teils mit Blitz und Donner. Danach kühlt es sich jeden Tag ein bisschen ab. Nach derzeitigem Stand wird es in der neuen Woche mit steigendem Luftdruck wieder trockener. Fest steht dies allerdings noch nicht. Ein Fortbestehen des wechselhafteren Wetters ist ebenso möglich.
 


Ostern noch warm mit Schauern

Nur kurzzeitig kühler

Bonn/Duisburg, 08. April 2020 - Die Hochs geben sich beim Wetter die Klinke in die Hand. Nur am Ostersonntag und -montag gibt es Hoffnung auf den dringend nötigen Regen. Nach kurzer Abkühlung geht es anschließend wieder steil bergauf mit den Temperaturen.

Zum Start ins Osterwochenende scheint häufig die Sonne. Erst am Ostersonntag werden die Regengüsse etwas zahlreicher. Es bleibt sehr warm. Quelle: WetterOnline

Wolkiger mit wenig Regen

Nach einem wolkigeren Donnerstag scheint zum Start ins lange Osterwochenende wieder häufig die Sonne. „Das Schauerrisiko ist dabei anfangs gering. Erst am Ostersonntag werden die Regengüsse etwas zahlreicher. Dazu bleibt es für die Jahreszeit sehr warm. Nur in der Nordosthälfte wird es kurzzeitig spürbar kühler. Nachts gibt es dort verbreitet Bodenfrost.“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline. „Ab Karsamstag kehrt die Wärme aber zurück. Zum Start in die neue Woche erwartet uns landesweit eine deutliche Abkühlung. Ausreichend Regen ist in den meisten Regionen jedoch nicht in Sicht.“, so Habel.

Wärme kommt zurück

Nach letzten Tropfen oder Flocken im Südosten übernimmt nach Ostern wohl rasch ein neues Hoch die Regie am Himmel. „Fast überall setzt sich dann wieder die Sonne durch. Dabei geht es mit den Temperaturen schnell bergauf. Nach derzeitigem Stand zeigt das Thermometer zur Wochenmitte erneut Spitzenwerte um 20 Grad oder darüber an. Dazu präsentiert sich der Himmel vielfach blau.“, berichtet der Meteorologe. Der ausbleibende Regen ist für Aufenthalte auf Balkon und Terrasse gerade in der jetzigen Zeit willkommen. Er wird in vielen Landesteilen aber immer mehr zum Problem. Gerade jetzt brauchen Natur und Pflanzen das Wasser.

Trockenheit problematisch - Waldbrandgefahr

Die vergangenen Wochen waren sehr trocken. Besonders in den obersten Schichten ist der Boden mittlerweile ausgetrocknet. Durch die Trockeneit kommt es örtlich schon zu Wald- oder Moorbränden. Die Waldbrandgefahr bleibt auch in den nächsten Tagen in vielen Landesteilen hoch.


Corona-Krise macht Vorhersagen unsicher

Weniger Flugzeuge sammeln Wetterdaten

Bonn/Duisburg, 02. April 2020 - Durch die Corona-Krise ist es zu einem dramatischen Einbruch von Wetterdaten gekommen. Verantwortlich dafür ist vor allem der Rückgang des Flugverkehrs.

Flugzeuge sammeln während ihres Fluges wichtige Wetterdaten.  Fehlende Daten von Flugzeugen sorgen dafür, dass Unwetter schwerer vorherzusagen sind. Quelle: WetterOnline

Wetterdaten sind knapp

Ein Blick nach oben zeigt es: Am ungetrübten blauen Himmel fehlen nicht nur Wolken, sondern auch Verkehrsflugzeuge. Durch die Eindämmung der Corona-Pandemie ist der Luftverkehr fast zum Erliegen gekommen. Flugzeuge haben aber zuvor zu tausenden Wetterdaten an die Bodenstationen gefunkt. „Eine geringere Anzahl von Flugzeugen in der Luft, die während ihres Fluges wichtige Wetterdaten über den Ist-Zustand der Atmosphäre sammeln, ist für die Meteorolgen ein großes Problem. Es fehlen schlichtweg Daten. Zu diesen Wetterdaten gehören Temperaturen, Windgeschwindigkeiten und -richtungen, sowie Angaben über die Luftfeuchtigkeit.“, erklärt Matthias Habel, Meteorolge und Pressesprecher von WetterOnline. 

Weniger Prognosegenauigkeit

„Im März sanken die Wetterdaten von mehr als 700.000 auf wenige Tausend pro Tag. Fehlende Datensätze sorgen dafür, dass Unwetter schwerer vorherzusagen sind. Damit erhöht sich das Risiko für Länder, die mehr Vorlauf brauchen, um sich auf Wetterkatastrophen vorzubereiten. Zudem werden Wettervorhersagen unzuverlässiger.“, so Habel.  



Zeichen stehen auf Frühlingswärme - Kaum Regen in Sicht

Bonn/Duisburg, 31. März 2020 - In den nächsten Tagen bleibt es trotz Sonne recht frisch und nachts frostig kalt. Das Wetter am Wochenende wird richtig schön und deutlich wärmer. Auch die Woche vor Ostern geht mild, aber wechselhafter weiter.

Wetter janusköpfig

Hoch KEYWAN sorgt bis Donnerstag für eine Zweiteilung beim Wetter. Während südlich des Mains häufig die Sonne scheint, ist es in der Nordhälfte bewölkter und gebietsweise fallen ein paar Tropfen. „Die Höchstwerte gehen nur zögerlich nach oben. Lediglich entlang des Rheins wird die 10-Grad-Marke überschritten. In den Nächten bleibt es weiterhin frostig. Am Freitag bringt ein Tief besonders im Norden kurzzeitig etwas wechselhafteres Wetter. Dann sind auch die kalten Nächte fast überall vorbei.“, berichtet Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline.

Auch in der nächsten Zeit scheint oft die Sonne und der Frühling läuft zur Hochform auf. Quelle: WetterOnline

Temperatursprung

Am Wochenende strömt warme Mittelmeerluft nach Deutschland. „Dadurch machen die Temperaturen einen Satz nach oben. Die Höchstwerte liegen dann häufig um 15 Grad, teils sind sogar schon 20 Grad drin. Nach derzeitigem Stand scheint fast überall die Sonne. In der Karwoche kommt die Frühlingsluft auch an den Küsten an.“, erklärt Habel. „Ab Dienstag wird es wohl von Nordwesten her wechselhafter. Jedoch bleibt uns die milde Luft wahrscheinlich noch erhalten.“, schränkt der Meteorologe ein. Viel Regen deutet sich auch bis Ostern nicht an. 

Die Frühlingssonne lässt es bald überall grünen und blühen. Quelle: WetterOnline

Regen bleibt Mangelware

Seit Mitte März hat es in einigen Landesteilen kaum geregnet und wenn die Wettermodelle recht behalten, ist auch bis weit in den April hinein verbreitet mit kaum Regen zu rechnen. Die Waldbrandgefahr bleibt somit bestehen und in manchen Regionen nimmt zumindest in den oberen Bodenschichten die Trockenheit deutlich zu.



Ein sehr sonniger, milder März mit etwas zu wenig Niederschlag

Offenbach/Duisburg, 30. März 2020 - Der März 2020 verlief in Deutschland insgesamt zu mild und bei weit über dem Durchschnitt liegendem Sonnenschein etwas zu trocken. Zwar schwächte sich die starke Tiefdrucktätigkeit über dem nordatlantisch-europäischen Raum im Vergleich zum Februar deutlich ab, dauerte aber zunächst noch weiter an. So setzte sich die windige, niederschlagsreiche und milde Westlage bis ins zweite Märzdrittel fort.
Ab der Monatsmitte bestimmte hoher Luftdruck mit viel Sonnenschein im ganzen Bundesgebiet das Wettergeschehen. Dabei wanderte in der letzten Dekade ein Hochdruckgebiet über Nordeuropa hinweg ostwärts – eine Wetterlage, wie sie im gesamten Winter nicht vorgekommen war. Dadurch gelangte mit starkem Ostwind kalte Luft aus Nordosteuropa nach Deutschland. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

Auf zunächst warme Tage folgte ab dem 21. März ein Temperatursturz Der Temperaturdurchschnitt in Deutschland lag im März mit 5,3 Grad Celsius (°C) um 1,8 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Verglichen mit der wärmeren Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung nach oben 1,0 Grad. In den ersten beiden Dekaden lag Deutschland meist im Zustrom milder oder warmer Luft aus Südwest bis West.

In Garmisch-Partenkirchen kletterte das Quecksilber dabei am 12. auf 22,3 °C - der bundesweit höchste Wert im März 2020. Am 20. ging das warme Frühlingswetter mit einem Temperatursturz jäh zu Ende: Konnte man z.B. in Regensburg am 20. nachmittags noch 20 °C ablesen, so waren es am 21. nur noch 4 °C. An den Folgetagen blieben die Maxima trotz uneingeschränkten Sonnenscheins oft im einstelligen Bereich, nachts traten verbreitet mäßige, vereinzelt sogar starke Fröste auf.

Vielerorts wurden nun die tiefsten Werte des ganzen Winterhalbjahres erreicht. Carlsfeld im Erzgebirge meldete am 23. mit -11,4 °C die bundesweit tiefste Temperatur des Monats. Am 27. und 28. wurde es vorübergehend nochmals wärmer. Viel Niederschlag im Schwarzwald, im Osten deutlich trockener Der März blieb mit rund 50 Litern pro Quadratmeter (l/m²) um zehn Prozent unter seinem Soll von 57 l/m². Die niederschlagsreiche Witterung, die bereits im Februar begonnen hatte, hielt noch in den ersten beiden Märzwochen an.
Vor allem im Schwarzwald erreichten dabei manche Messstellen bis zum 10. bereits ihr Monatssoll. Dort fiel mit teils über 200 l/m² auch der bundesweit meiste Regen und Schnee. Allein am 5. kamen in Utzenfeld nahe dem Feldberg 63,0 l/m² zusammen. Zahlreiche Stationen im Osten meldeten dagegen im ganzen Monat weniger als 20 l/m².

Einer der sonnenscheinreichsten Märze seit Messbeginn 1951 Mit etwa 175 Stunden übertraf der März 2020 sein Soll von 111 Stunden um 57 Prozent. Er dürfte damit der viertsonnigste März seit Messbeginn 1951 sein. Am längsten zeigte sich die Sonne an der Nordseeküste und an der Donau mit bis zu 210 Stunden. In Oberfranken und im Allgäu schien sie dagegen örtlich weniger als 150 Stunden. Das Wetter in den Bundesländern im März 2020 (In Klammern stehen jeweils die vieljährigen Mittelwerte der intern. Referenzperiode)

Im März 2020 war Nordrhein-Westfalen mit 6,2 °C (4,5 °C) das zweitwärmste und mit etwa 70 l/m² (71 l/m²) das zweitniederschlagsreichste Bundesland. Die Sonnenscheindauer kam mit annähernd 180 Stunden auf 174 Prozent des Klimawertes (103 Stunden).

Paradox, aber wirksam: Eis als Frostschutz für Obstbäume

Bonn/Duisburg, 27. März 2020 - Sehr milde Luft hat unser Wetter im Februar und Anfang März geprägt. Daher ist die Natur bereits früh erwacht und vielerorts blühen schon die Obstbäume. Obstbauern kämpfen derzeit mit außergewöhnlichen Methoden gegen den Frost.

Temperatursturz zum Wochenstart
Der Winter hat anscheinend noch etwas nachzuholen: Nach mildem Start ins Wochenende bringt eine Kaltfront Schnee bis in tiefe Lagen. Die unterkühlte Wetterlage mit Frost und vielleicht sogar weiteren Flocken hält bis in den April hinein an. „Zum Sonntag gibt es mit einem kräftig auffrischenden Nordwind einen Temperatursturz. Die neue Woche startet frostig und verläuft kühl und überwiegend trocken, aber weniger sonnig als derzeit.“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline.
„Nachts gibt es teils Frost um minus 5 Grad, tagsüber wieder einen unangenehm kalten Wind. Ab Wochenmitte deutet sich sogar ein neuer Schwall Polarluft an. Dies würde pünktlich zum Start in den April klassisches Aprilwetter mit einem Wechsel aus Sonne und einzelnen Schneeregenschauern bedeuten.“, berichtet der Meteorologe.

In einem dicken Eispanzer sind die Obstblüten vor Frost geschützt. - Bild WetterOnline

Gefahr für Obstbäume
Frostige Nächte sind für die bereits blühenden Obstbäumen eine Gefahr. Die empfindlichen Blüten können in der eisigen Luft erfrieren. Ausgerechnet Eis erweist sich als geeigneter Schutz. Die Bäume werden bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt mit Wasser beregnet. Ganze Plantagen verwandeln sich dann in bizarre Eiswelten. Wie ein schützender Panzer legt sich das Eis um die Äste, wobei die sogenannte Erstarrungswärme entsteht. Dadurch werden die Blüten vor dem Erfrieren geschützt.
„Die Erstarrungswärme, die man auch Kristallisationswärme nennt, entsteht dann, wenn ein Stoff seinen Aggregatzustand von flüssig zu fest ändert. Wenn die Obstbäume mit einem Wassernebel berieselt werden, hält die beim Gefrieren des Wassers freiwerdende Kristallisatioswärme die Temperatur des Eises bei 0 Grad. Die darin eingschlossenen Blüten werden so vor Frost geschützt.“, erklärt Habel.

Eine andere Methode zum Schutz der Pflanzen vor Frost ist das nächtliche Aufstellen von brennenden Frostkerzen. Die Weinbauern stellen diese zwischen die Reben, damit die kleinen Feuer dort Wärme abgeben – jedes Grad zählt.


Obstbauern besprühen die Bäume mit Wasser, um die Blüten mit Eis zu bedecken, damit sind diese vor Frost geschützt - Bild WetterOnline

Pflanzen im Garten
Gartenfreunde müssen sich in den kommenden Nächten um ihre Freilandpflanzen sorgen. Wer schon Spinat, frühe Karotten, Radieschen oder Zwiebeln ausgesät hat, sollte diese zur Sicherheit mit Folie abdecken, um Frostschäden zu vermeiden. Empfindliche Topfpflanzen sollte man besser noch einmal ins Haus holen, wenn Platz dafür da ist.

Am Sonntag werden die Uhren vorgestellt

Seit mehr als 40 Jahren geht es mit Mini-Jetlag in die Sommerzeit

Am Sonntagmorgen wird die Uhr um eine Stunde vorgestellt. Tipp: Im Frühjar Plus - Im Herbst Minus. Für den Körper ist die Zeitumstellung, egal ob im März oder im Oktober, ein wenig anstrengend - Bild WetterOnline

Bonn/Duisburg, 26. März 2020 - Jährlich wird die Uhr am frühen Morgen des letzten Sonntages im März von 2 auf 3 Uhr vorgestellt. In diesem Jahr ist das am 29. März der Fall. Damit wird es dann morgens später hell und abends später dunkel. Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe bei WetterOnline, erklärt: „Die meisten Menschen hätten am liebsten das ganze Jahr über die Sommerzeit. Jedoch wäre eine ganzjährige Winterzeit biologisch gesehen viel gesünder für uns, weil sie besser zu unserem Tagesrhythmus passt.“  

Eine Stunde Schlaf geraubt. Ein Großteil der Deutschen lehnt die Zeitumstellung ab.
Bild WetterOnline

Zeitumstellung – auch die innere Uhr wird gestört
Anfang 2019 sprach sich das EU-Parlament für eine Abschaffung der Zeitumstellung im Jahr 2021 aus. Ob sich die Mitgliedsstaaten bis dahin auf eine einheitliche Regelung geeinigt haben, steht noch im Raum. Der Grund für die Abschaffung: Ein Großteil der deutschen Bevölkerung lehnt mittlerweile die Zeitumstellung generell ab. Dies hat meist eine biologische Ursache: Die „innere Uhr“.
Diese steuert den Stoffwechsel und den Schlaf-Wach-Rhythmus und wird durcheinandergebracht. Der Körper braucht oftmals ein bis zwei Wochen, um sich auf die neue Zeit einzustellen. Auch in den Köpfen sorgt die Zeitumstellung für Verwirrung, selbst wenn mittlerweile Smartphones, Computer und Co. die neue Uhrzeit automatisch anpassen.

Energie sparen durch die Sommerzeit?
Warum müssen wir überhaupt Jahr für Jahr unsere Uhren auf die Sommerzeit umstellen? Ihren Ursprung hat die Sommerzeit im Kriegsjahr 1916, als man im deutschen Kaiserreich versuchte, durch das längere Tageslicht Energie zu sparen. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Zeitumstellung mehrmals ab- und wieder angeschafft. Schon seit mehr als 40 Jahren stellen wir nun regelmäßig im März unsere Uhr auf die Sommerzeit um.
Die Idee Energie zu sparen hat sich allerdings als Illusion entpuppt: Zwar ist es im Sommer länger hell, weshalb wir weniger Strom für die Beleuchtung verbrauchen, dafür wird jedoch im Frühjahr und Herbst in den Morgenstunden mehr Energie für das Heizen benötigt – die Umstellung dient demnach nicht einmal dem Geldbeutel. 
 

Sonntag: Schnee bis in tiefere Lagen- Spätwinter will nicht weichen

Schneefallgrenze sinkt

Besonders in den Staulagen der Nordalpen sind von Sonntag bis Dienstag stellenweise mehr als 30 Zentimeter Neuschnee wahrscheinlich. Quelle: WetterOnline


Bonn/Duisburg, 26. März 2020 - Der Spätwinter will sich noch nicht endgültig verabschieden. „Am Sonntag dreht der Wind auf Nord und lenkt erneut Polarluft zu uns. Dabei rieseln regional bis ins Flachland Flocken, meist wird das in Form von kurzen Schauern sein. Teils sind diese auch mit Graupel vermischt.“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline.

„Zuerst gibt es in den östlichen Mittelgebirgen ein paar Zentimeter Neuschnee. Südlich der Donau schneit es zunächst oberhalb von 800 bis 1000 Meter Höhe. Im Tagesverlauf wird es dort von Norden her kälter, sodass die Schneefallgrenze bis in tiefere Lagen sinkt. Dann wird es wahrscheinlich auch im Großraum München weiß. Der Schneefall in den Allgäuer und Bayerischen Alpen hält längere Zeit an. Nach jetzigem Stand kommen von Sonntag bis Dienstag 20 bis 40 Zentimeter Neuschnee zusammen.“, berichtet Habel. Es ist durchaus möglich, dass nur der Osten und Südosten etwas Schnee abbekommen. Andere Wettermodelle berechnen auch für den Westen Niederschläge.

Sonntag: Schnee bis in tiefere Lagen. Quelle: WetterOnline

 

Deutscher Wetterdienst erfüllt seine Kernaufgaben trotz Corona-Krise

 Offenbach/Duisburg, 26. März 2020 – Der Deutsche Wetterdienst (DWD) kann trotz der weltweiten Corona-Pandemie seine zentralen gesetzlichen Aufgaben nach wie vor erfüllen. Dazu gehören vor allem die Warnung der Bevölkerung vor Wettergefahren, die Unterstützung des Katastrophenschutzes bei gefährlichen Wetterlagen und die Sicherung des Land-, Luft- und Seeverkehrs durch meteorologische Informationen und Beratungen.

Prof. Dr. Gerhard Adrian, Präsident des DWD: „Unser wichtigstes Ziel ist, alle für die Daseinsvorsorge und den Betrieb der Infrastrukturen in Deutschland unverzichtbaren Aufgaben des DWD auch in der Corona-Krise rund um die Uhr zu erfüllen.“ Der DWD hoffe, dieses Ziel auch bei steigenden Zahlen kranker oder unter Quarantäne stehender Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erreichen zu können - durch flexiblen Personaleinsatz und die Priorisierung von Aufgaben sowie eine Anpassung betrieblicher Abläufe.
Adrian: „Die Beschäftigten des Deutschen Wetterdienstes in ganz Deutschland haben in dieser außergewöhnlichen Lage die Ärmel hochgekrempelt. Das Team zeigt einen enormen Einsatz und die notwendige Flexibilität - obwohl das für viele Mitarbeitenden und ihre Familien sehr belastend ist. Ich bin deshalb optimistisch, dass wir unsere Aufgaben auch weiterhin erfüllen können.“

Beim DWD arbeiten - um das Ansteckungsrisiko zu minimieren und die Gefahr der Schließung von sicherheitsrelevanten Bereichen im DWD einzugrenzen - bisher rund 750 der etwa 2300 Beschäftigten zeitweise oder ganz im Homeoffice. Der nationale Wetterdienst hat ein rund 500 Expertinnen und Experten umfassendes Notfallteam zusammengestellt, um zum Beispiel den 24stündigen Betrieb seiner umfangreichen Infrastruktur einschließlich Großrechenzentrum, der Wettervorhersagebereiche und vor allem der Flugwetterwarten an den wichtigsten deutschen Flughäfen sicher zu stellen.
Ohne Wetterbeobachtung vor Ort müssten die Flughäfen schließen. Adrian: „Wir sind froh, dass bisher nur eine Handvoll Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Quarantäne sind.“ Mit der weiteren Ausbreitung der Epidemie in Deutschland dürfte die Personalsituation aber auch beim DWD schrittweise kritischer werden. Der DWD-Krisenstab bereitet sich bereits in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur darauf vor. Falls Leistungen eingeschränkt werden müssten, wird der DWD seine Partner, Kunden und die Öffentlichkeit kurzfristig informieren.

Trotz Frost kaum Reif und Eis

Sibirische Luft und Sonnenstand Verursacher


Bonn/Duisburg, 25. März 2020 - Vielleicht ist es dem einen oder anderen schon aufgefallen: Trotz verbreitet frostigen Nächten gibt es morgens kaum Raueis auf den Wiesen. Auch die Pfützen frieren bei deutlichen Minusgraden vielfach nicht zu. Doch für beide Phänomene gibt es einfache Erklärungen.

Sibirische Kontinentalluft 

Das sonnige Hochdruckwetter mit vielfach klarer und sauberer Luft hält noch bis zum Ende der Woche an. Sonne, blauer Himmel und Nachfrost begleiten uns also weiterhin. „Der morgenliche Spaziergänger kann zurzeit feststellen, dass sich über Nacht weder Reif auf den Wiesen noch Eis auf den Pfützen gebildet hat, obwohl ausreichende Minusgrade herrschten. Gründ dafür sind die Luftfeuchtigkeit und der Sonnenstand“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline.
„Reif entsteht, wenn sich das gasförmige Wasser in der Luft bei frostigen Temperaturen an Gegenständen anlagert. Dafür wird jedoch eine hohe Luftfeuchtigkeit gebraucht, die man im Winter normalerweise auch hat. Die derzeit in Deutschland vorherrschende sibirische Kontinentalluft ist dagegen sehr trocken, wodurch nicht genug Feuchtigkeit für den Raureif zur Verfügung steht.“, erläutert Habel. 

Auf den Wiesen findet sich trotz der nächtlichen Minusgrade derzeit morgens kaum Raureif. Quelle: WetterOnline

Märzsonne schon stark

Auch für das fehlende Eis auf Pfützen und Gewässern gibt es eine einfache Erklärung. „Nach den sonnigen Tagen mit der schon kräftigen Märzsonne ist der Boden und damit auch das Wasser nachts viel zu warm für die Eisbildung. Auch zwölf Stunden mit ordentlichen Minusgraden reichen meist nicht aus, um den Boden und das Wasser ausreichend abzukühlen.“, weiß der Meteoroge. 

Ausblick

Nach kurzer Erwärmung lässt der Märzwinter noch mal seine Muskeln spielen. Besonders im Süden kann es sogar weiß werden. Nächste Woche übernimmt wieder ein Hoch die Regie. Die Temperaturen bleiben allerdings verhalten.

Hoch JÜRGEN zieht sich in den kommenden Tagen langsam zurück. Dadurch zieren zunehmend Wolken den blauen Himmel. Es bleibt jedoch trocken. Am Tag wird es mit Spitzenwerten bis zu 17 Grad milder, auch in den Nächten friert es seltener. Das Wochenende beginnt noch recht freundlich.
Ein auf Nord drehender Wind kündigt aber schon den nächsten Kälterückfall an. Der Sonntag bringt bei einem kräftigen Wind dann besonders in der Südhälfte wohl häufiger Niederschlag. Dabei sinkt die Schneefallgrenze von Norden her immer weiter ab. 

Nach derzeitigem Stand startet die neue Woche im Süden mit einer weißen Überraschung. Auch in anderen Landesteilen sind ein paar Flocken nicht ausgeschlossen. Spitzenwerte von rund 5 Grad und ein böiger Wind erinnern landesweit eher an den Spätwinter.
Im weiteren Wochenverlauf verdrängt Hoch KEYWAN die Wolken und es setzt sich wieder trockenes und vielfach sonniges Wetter durch. Mit den Temperaturen geht es dabei nur zögernd bergauf. Besonders im Norden bleibt Regen bis in den April hinein so erst einmal Mangelware. 


Freunde des Matsches im Glück! Auf Pfützen bildet sich derzeit dem Frost zum Trotz kein Eis. Quelle: WetterOnline

Spannungsreiches Wetter

Trockene Luft sorgt für Aufladung


Bonn/Duisburg, 24. März 2020 - Wenn’s plötzlich funkt oder einem die Haare zu Berge stehen, dann muss das nicht immer an starken Gefühlen liegen: Jeder kennt den kribbelnden Stromschlag, wenn wir metallische Gegenstände oder andere Personen berühren. Doch wie kommt es eigentlich dazu?

Mehrere 10.000 Volt
„Hoch JÜRGEN beschert uns fast landesweit sehr trockene Luft. Besonders nachdem wir uns eine Jacke an- oder ausgezogen haben, bekommen wir schnell ‚einen gewischt‘. Wir haben knisterndes Stromschlagwetter.“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline. „Bekommen wir ‚einen gewischt‘, dann baut sich kurzzeitig eine Spannung von mehreren 10.000 Volt auf, die sich zwischen unserem Körper und einem Objekt blitzartig entlädt – wir spüren den elektrischen Schlag. Bei Dunkelheit sind sogar kleine Blitze sichtbar!“ Grund zur Sorge besteht aber nicht: Die Stromschläge sind zwar mitunter ziemlich unangenehm und erschrecken uns, sie sind aber nicht gefährlich.

Bekommen wir "einen gewischt", dann baut sich kurzzeitig eine Spannung von über 10.000 Volt auf. Die trockene Luft macht‘s möglich. Quelle: WetterOnline


Warum es bei Kälte öfter mal knistert
Ursache für die kleinen Elektroschocks ist elektrostatische Entladung. Denn normalerweise gleichen sich positive und negative Ladungen permanent über die Luftfeuchtigkeit und die feuchte Haut aus. In der kälteren Jahreszeit ist die Luftfeuchtigkeit jedoch sehr viel geringer als im Sommer und auch die Haut trockener, sodass kein Ladungsaustausch stattfinden kann: Der Körper lädt sich auf, bis sich die Elektrizität mit der Berührung eines leitenden Gegenstandes oder eines anders geladenen Menschen auf einen Schlag durch einen Blitz entlädt. Das kann beim Berühren der Türklinke der Fall sein oder auch bei einem Kuss.


Derzeit haben wir knisterndes "Stromschlag-Wetter". Quelle: WetterOnline

Je später der Tag, desto mehr knistert das Wetter
Das Risiko, „einen gewischt“ zu bekommen, steigt und fällt übrigens auch mit der Tageszeit: An kalten Tagen ist die Wahrscheinlichkeit für Knisterwetter am Nachmittag höher als am Vormittag. Mit leicht ansteigenden Temperaturen nimmt der Feuchtigkeitsgehalt der Luft im Tagesverlauf ab und ist nachmittags am niedrigsten. Erst in der Nacht steigt er allmählich wieder an.


Schutz vor dem Schock
Um sich vor den unangenehmen Mini-Schocks zu schützen, hilft es vor allem, die Luftfeuchtigkeit in den Räumen zu erhöhen. Doch Vorsicht, lüften hilft nicht, da so noch mehr trockene Luft in den Raum gelangen würde. Zusätzlich gibt es einen wirkungsvollen Trick, wie Matthias Habel weiß: „Wer zwischendurch immer mal wieder geerdete Gegenstände, wie etwa Heizkörper berührt, kann die Ladung im Körper reduzieren. Wer beim Aussteigen aus dem Auto den Stromschlag verhindern möchte, sollte die Karosserie mit einer Hand oder dem metallischen Autoschlüssel berühren, bevor er einen Fuß auf den Boden setzt.“


Wetterlage macht es möglich: Luft so sauber wie lange nicht

Bonn/Duisburg, 23. März 2020 - Glasklare Luft und gute Fernsicht - derzeit ist die Luftverschmutzung gering. Der Hauptgrund hierfür ist die Wetterlage und nicht etwa die Folge der Corona-Krise. Luftreinheit und Ausbreitung des Virus könnten aber zusammenhängen.

Aktuelle Wetterlage: Ein Hoch über dem Baltikum führt trockene Polarluft nach Mitteleuropa. Quelle WetterOnline

Feinstaub- und Schwefeldioxidbelastung niedrig
Beim Blick aus dem Fenster lässt sich die klare, ungetrübte Luft unschwer erkennen. „Fast im ganzen Land liegt die Fernsicht derzeit bei 50 Kilometer und mehr. Sowohl die Feinstaubkonzentration als auch die von Schwefeldioxid ist sehr niedrig.“, stellt Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline, fest und erklärt: „Luftschadstoffe entstehen in erster Linie durch den Straßenverkehr und durch die Verbrennung fossiler Energieträger.“

Der tiefblaue Himmel ist aktuell ein gutes Indiz für die klare und reine Luft. Quelle WetterOnline

Klare und reine Luft aus Sibirien
Das geringere Verkehrsaufkommen und die zum großen Teil still gelegte Wirtschaft hat mit Sicherheit einen Einfluss auf die Konzentration von Staub und Schadstoffen in der Luft. „Die aktuelle Wetterlage ist allerdings viel wichtiger. Am Rande eines kräftigen Hochs über dem Baltikum wird im Uhrzeigersinn trockene und kalte Polarluft aus Sibirien nach Mitteleuropa geführt. Diese ist sehr klar und rein. Hinzu kommt ein böiger Ostwind, der einer sogenannten Inversion keine Chance lässt. Unter einer solchen würde die Konzentration von Staub, Ruß und Dreck rasant zunehmen, weil der Wind nur gering ist und die vorhandene Luft daher nicht ausgetauscht wird.“, weiß Habel.


Luftverschmutzung: Einfluss auf Verbreitung des Virus möglich
Der Grad der Luftverschmutzung hat aber wohl einen Einfluss auf die Verbreitung des Virus. Italienische Wissenschaftler haben festgestellt, dass ein Zusammenhang zwischen der Luftverschmutzung und der Häufigkeit von Covid-19-Fällen bestehen könnte. So könnten sich die Viren besonders in feuchter Luft auf Feinstaubpartikeln mehrere Tage halten und durch den Wind verbreitet werden. In der italienischen Poebene waren genau diese Bedingungen zuletzt gegeben.


Wärme und besonders trockene Luft würden demnach dafür sorgen, dass das Virus nicht so lange auf den Feinstaubpartikeln durchhalten könnte. Sollte sich die Studie bestätigen, so würde die derzeitige Wetterlage mit der trockenen Luft und wenig Staub die Ausbreitung des Virus bremsen.



Wetter und Klima wird weltweit extremer

Klimavorhersagen für 10 Jahre im Voraus

Offenbach/Duisburg, 17. März 2020 - “Der Klimawandel hat sich auf der gesellschaftlichen und politischen Tagesordnung einen festen Platz erobert – in Deutschland und auch nahezu weltweit“, erklärt Prof. Dr. Gerhard Adrian, Präsident der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und des DWD anlässlich der jährlichen Klima-Pressekonferenz des nationalen Wetterdienstes. Das habe mit wissenschaftlich gewonnenen Klimafakten zu tun.

“Wir sind die erste Generation, die die Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels so umfassend messen, beobachten und wissenschaftlich analysieren kann. Dieses Wissen ist in der Welt und lässt sich nicht mehr unter den Tisch kehren. Wir sind aber auch die erste Generation, die am eigenen Leib die Folgen der menschengemachten Erderwärmung erlebt.“
Mit Blick auf den globalen Klimawandel und Klimaschutz zieht der WMO-Präsident ein drastisches Fazit: Präsident ein drastisches Fazit: Präsident ein drastisches Fazit: Präsident ein drastisches Fazit: „Alle wichtigen Stellschrauben drehen sich unverändert in die falsche Richtung!“

Die Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre nehme immer noch zu, die weltweite Mitteltemperatur steige weiterhin an und gleiches gelte für den mittleren Anstieg des globalen Meeresspiegels. Adrian: „Die Menschheit hat die Sturmglocken bisher noch nicht hören wollen. Unser Wetter und Klima wird extremer - weltweit, in Europa und hierzulande.“
Global betrachtet war das Jahr 2019 das zweitwärmste, waren die vergangenen fünf Jahre die wärmsten und war die Dekade 2010 bis 2019 die bisher wärmste seit dem Vorliegen weltweiter Aufzeichnungen im Jahr 1850. DWD berechnet erstmals Klimavorhersagen für die kommenden zehn Jahre Angesichts dieser Fakten stelle sich die Frage, mit welchen Folgen des Klimawandels Deutschland und die Welt bereits mittelfristig rechnen müssen.
Antworten darauf könnten die neuen dekadischen Klimavorhersagen des DWD für Deutschland und die Welt geben. Tobias Fuchs, Leiter der Klimatologie des DWD: „Unsere neuen Klimavorhersagen für die kommenden zehn Jahre füllen die Lücke zwischen bereits genutzten Klimavorhersagen für die nächsten Monate und langfristigen Klimaprojektionen bis zum Ende des Jahrhunderts. Sie können damit zum Beispiel Entscheidern in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft helfen, jetzt schon Investitionsentscheidungen an den Klimawandel anzupassen.“
Der DWD hat das vom Bundesministerium für Bi Bildung und Forschung geförderte Forschungsprojekt zu dekadischen Kl Klimavorhersagen nun in den operationellen Betrieb überführt und veröffentlicht die Ergebnisse auf seiner Internetseite ww www.dwd.de/klimavorhersagen.

Temperaturplus von 1,5-2,0 Grad in Deutschland im Zeitraum 2025-2029?
Die aktuelle dekadische Klimavorhersage für Deutschland (Abb. 1) zeige, dass es im Jahr 2020 in allen deutschen Regionen um 1,0-1,5 Grad wärmer werden könne als im Mittel der Referenzperiode 1981-2010.
Im Fünfjahresmittel 2025-2029 erwarte die Klimavorhersage im westlichen und östlichen Teil Deutschlands sogar 1,5-2,0 Grad höhere Temperaturen. Berechnungen des Niederschlags der kommenden zehn Jahre deuten an, dass zum Beispiel im Jahr 2020 hierzulande mit durchschnittlichen Niederschlägen gerechnet werden kann, der Fünfjahreszeitraum 2020-2024 aber wohl zu trocken ausfällt. Vergleichbare Klimavorhersagen berechnet der DWD ab sofort auch für Europa und die Welt.
Wer profitiert davon?
Fuchs: „Potentielle Anwender dekadischer Klimavorhersagen sind zum Beispiel Wasserwerke, wenn es um die Sicherung der Trinkwasserversorgung bei absehbar niederschlagsarmen Jahren geht.“ Aber auch die Land- und Forstwirtschaft könne sich bei der Auswahl des Saatguts oder der vorbeugenden Schädlingsbekämpfung frühzeitig auf trockenere oder warme Zeiträume einstellen.
Für die Energiewirtschaft und Betreiber erneuerbarer Energien könnten dekadische Klimavorhersagen bei der Planung von Reserveleistungen für windarme Jahre sinnvoll sein. Einsatzkräfte wie das THW oder Hilfsorganisationen wie das Deutsche Rote Kreuz, die auch weltweit agieren, könnten sich bei laufenden Hilfsaktionen frühzeitig auf absehbare klimatische Extreme wie Hitze oder Dürre einstellen.

DWD stellt neue Starkregenstatistik
für Deutschland vor Ein weiteres neues Angebot des nationalen Wetterdienstes ist eine Starkregenstatistik für Deutschland. Sie erfasst vor allem mit Hilfe des Wetterradarverbunds des DWD erstmals flächendeckend Starkniederschläge - bisher für den Zeitraum 2001-2018. Ein erstes Ergebnis sei, so DWD-Experte Dr. Thomas Deutschländer, dass Starkniederschläge in Deutschland bevorzugt in der warmen Jahreszeit von Mai bis September auftreten. Der bisherige Spitzenwert stammt dabei aus dem Juli 2006 mit insgesamt 867 Ereignissen. Ein weiteres interessantes Detail sei, dass es im Jahr 2018 erstmals in diesem Jahrhundert hierzulande überdurchschnittlich viele Starkniederschlagsereignisse in einem zu warmen und gleichzeitig zu trockenen Sommer gegeben habe.

In den bisher vergleichbaren Sommern der Jahre 2003, 2013 und 2015 beobachtete der DWD nur durchschnittliche Häufigkeiten von Starkniederschlägen. Sollte sich diese Anomalie im vergleichbaren Sommer 2019 wiederholt haben, könnte das ein Signal dafür sein, dass der Klimawandel selbst in warmen und zugleich trockenen Sommern für ein Plus an Starkregenereignissen sorgt.

Deutschländer: „Das entspräche den Erwartungen der Klimaforscher, dass unsere Sommer künftig sehr stark geprägt sind durch eine Abfolge von Tagen mit extremen Niederschlägen und dann wieder längeren Trockenphasen mit Dürregefahr.“ Obwohl sich mit dem bisher nur 18jährigen Beobachtungszeitraum noch keine Trends ableiten ließen, ist der DWD-Experte überzeugt: „Der Katastrophenschutz, die Wasser- und Versicherungswirtschaft, Stadtplaner oder die Landwirtschaft können diese regional und deutschlandweit sowie differenziert für einzelne Monate vorliegenden Daten zu Starkregenereignissen bei ihren Planungen heute schon sinnvoll nutzen.“


Quelle DWD

DWD-Bilanz des Jahres 2019
Das Jahr 2019 war mit einer Mitteltemperatur von 10,3 Grad Celsius (° C) in Deutschland zusammen mit dem Jahr 2014 das zweitwärmste Jahr seit Beginn der inzwischen 139-jährigen Temperaturzeitreihe (Abb.3). Elf der zwölf Monate des Jahres 2019 waren zu warm. Es war verglichen mit dem Mittelwert der internationalen Referenzperiode 1961-1990 von 8,2 °C 2,1 Grad zu warm. Neun der zehn wärmsten Jahre in Deutschland traten in den vergangenen 20 Jahren auf. Seit Beginn der Aufzeichnungen 1881 beträgt der Erwärmungstrend hierzulande +1,6 Grad oder 0,11 Grad pro Jahrzehnt.

Die verstärkte Temperaturzunahme der jüngeren Vergangenheit vermittelt eine andere Zahl: Seit 1970 wurde es 0,37 Grad pro Dekade wärmer. Vom 24. bis 26. Juli 2019 traten im Westen Deutschlands an drei aufeinanderfolgenden Tagen Höchsttemperaturen von über 40 °C auf. Am 25. Juli erreichte die Hitze in weiten Teilen Deutschlands ihren Höhepunkt. Insgesamt meldeten am 25. Juli 24 Stationen Temperaturmaxima von 40 °C oder mehr.

Neuer Rekordhalter in Deutschland ist nun die Station Lingen im Emsland mit einer Temperatur von 42,6 °C. Zum Niederschlag: Im Vergleich zu den vieljährigen Mittelwerten der Referenzperiode waren 2019 fünf Monate zu nass und sieben zu trocken. In der Summe ergibt sich für das gesamte Jahr mit 735 Litern pro Quadratmeter (l/m2) Niederschlag im Flächenmittel von Deutschland ein Defizit von knapp 54 l/m2 oder 6,8 Prozent.
In der für das Pflanzenwachstum besonders wichtigen Zeit von April bis September fielen im Deutschlandmittel etwa 83 l/m2 weniger Niederschlag als im Referenzzeitraum 1961-1990. Allein in den Monaten Juni, Juli und August betrug das Defizit in der Summe 65 l/m2, das sind rund 27 Prozent. Hitze und Trockenheit prägten wohl am stärksten das Wetter-und Klima-Jahr 2019.

Weitere markante meteorologische Extreme in Deutschland waren die starken und anhaltenden Schneefälle im Jahr 2019. Weitere markante meteorologische Extreme in Deutschland waren die starken und anhaltenden Schneefälle im Nordstau der Alpen sowie einiger Mittelgebirge in der ersten Januarhälfte, die lange Serie von Sturmtiefs mit Böen bis hin zur Orkanstärke von Anfang bis Mitte März oder Tief Jahr 2019. Weitere markante meteorologische Extreme in Deutschland waren waren die starken und anhaltenden Schneefälle im Jahr 2019.

Weitere markante meteorologische Extreme in Deutschland waren die starken und anhaltenden Schneefälle im Nordstau der Alpen sowie einiger Mittelgebirge in der ersten Januarhälfte, die lange Serie von Sturmtiefs mit Böen bis hin zur Orkanstärke von Anfang bis Mitte März oder Tief „Axel“, das Mitte Mai weiten Teilen Deutschlands Stark- und Dauerniederschläge mit Wiederkehrzeiten von zum Teil über 1 100 Jahren brachte.

Natur im Frühlingsmodus

Risiko später Wintereinbruch

Bonn/Duisburg, 16. März 2020 – Flora und Fauna sind auf Frühling eingestellt. Die ersten Vögel fangen bereits mit dem Nestbau an. Damit folgen sie einem Trend der vergangenen Jahre. Jedoch hat dies nicht nur Vorteile, sondern je nach Wetterlage auch Nachteile.

Ein später Wintereinbruch bedeutet Stress für Flora und Fauna. Quelle: WetterOnline

Auf 20 Grad folgt Frost
Der Winter 2019/2020 ist der zweitwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gewesen. Und auch der meteorologische Frühling startete vergleichsweise mild. Die Natur hat entsprechend auf den Wärmestart reagiert.
„In den nächsten Tagen geht es mit den Temperaturen dann weiter und steil bergauf. Bereits am Montag erwärmt sich die Luft fast im ganzen Land auf 15, am Oberrhein bis nahe 20 Grad. Bis Wochenmitte wird es sogar noch etwas wärmer. Dann sind selbst in Hamburg 17 Grad und im Süden örtlich über 20 Grad möglich.“, berichtet Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline, und fährt fort: „Dabei gibt es meist einen freundlichen Mix aus Sonne und einigen Wolkenfeldern. Nur vereinzelt ist auch mal ein kurzer Regenguss dabei. Am Donnerstag kündigt sich im Norden jedoch eine markante Kaltfront an.

"Pünktlich" zum kalendarischen Frühlingsanfang am Freitag legt der Lenz dann eine Bruchlandung hin. Die Temperaturen gehen mit einfließender Polarluft um über zehn Grad zurück.“ Dieser späte Wintereinbruch stellt ein hohes Risiko für Flora und Fauna dar.

Blaumeisen fangen gebietsweise mit dem Bau ihres Nestes an. Quelle: WetterOnline

Nestbau bereits gestartet
Das milde Frühjahr hat bereits einige Vogelarten zum Nestbau motiviert. „Besonders Amseln und Kohlmeisen reagieren flexibler auf die Witterung und bereiten sich schon jetzt auf das Brüten vor. Dadurch verbessern sie ihre Fortpflanzungschancen, indem sie eine Brut mehr im Jahr einschieben.“, weiß Habel.
„Ob frühes Brüten ein Vorteil ist, hängt aber davon ab, wie sich das Wetter weiterentwickelt.“, schränkt er ein. Auch Zugvögel wie Star, Kranich oder Feldlerche, die im Mittelmeerraum überwintern, kehren wegen des frühen Frühlings eher zurück. Im Vergleich zu 1959 kommen diese Zugvögel im Schnitt sieben Tage eher aus ihren Winterquartieren zurück. Eine frühere Rückkehr der Zugvögel führt im Normalfall auch zu einem früheren Brutbeginn dieser Arten.

Es gibt aber einige Vogelarten, die über die Sahara zu uns gelangen. Die großen Distanzen bewirken, dass die Vögel stur nach Kalender losfliegen. In warmen Jahren kommt dadurch der Kuckuck zu spät. Seine Eier kann er dann nicht mehr in fremde Nester schmuggeln, weil seine Wirtsvögel früher angefangen haben zu brüten.

Risiko Wintereinbruch

Derzeit sind Insekten schon früher aktiv und einige Insektenarten, die als erwachsene Tiere überwintern, haben besser überlebt. Die Nahrungssuche stellt kein Problem dar – solange es warm bleibt. Ein Risiko ist allerdings ein später Wintereinbruch im März, wie er sich derzeit abzeichnet. Denn für viele Insekten ist ein Kälteeinbruch lebensgefährlich. Dann finden Vögel und andere Insektenfresser nicht genug Nahrung. Im schlimmsten Fall geben die Brutpaare dann wegen Nahrungsmangel ihre Eier auf.

Wetterumstellung in Sicht

Zeit der Tiefs geht zu Ende

Bonn/Duisburg, 11. März 2020 – Regen und Sturm verabschieden sich bald. Die atlantischen Tiefs ziehen sich immer mehr zurück. Hochs bringen vermehrt freundliches und recht mildes Wetter nach Deutschland. Es deutet sich sogar ein richtiger Frühlingsdurchbruch an.


Mit der Woche wechselt die Wetterlage

Zum Wochenwechsel stellt sich die Wetterlage um. „Die Prognosen gleich mehrerer Wettermodelle berechnen ein Ende der kräftigen Tiefs über dem Nordatlantik. Dann übernehmen Hochs über Europa immer mehr die Regie und bringen uns deutlich ruhigeres Wetter als zuletzt. In den kommenden Tagen werden uns Wind und Regen zwar zunächst noch begleiten. Die Sonne scheint aber immer häufiger und es wird insgesamt trockener. Besonders am Wochenende erwartet uns verbreitet freundliches Wetter, denn ein Hoch liegt dann genau über Deutschland. Dazu wird es frühlingshaft mild mit Werten um 15 Grad in der Westhälfte.“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline.
„Dieses Hoch ist aber nur von kurzer Dauer. Zu Beginn der neuen Woche ziehen nochmals aus Nordwesten Wetterfronten mit leichtem Regen durch. Die Temperaturen gehen aber wohl nicht nennenswert zurück.“, schränkt Habel etwas ein.

Der Frühling kommt mit großen Schritten. In der nächsten Woche sind sogar bis zu 20 Grad drin. Foto WetterOnline

Aussicht auf Frühlingswetter

Anschließend stehen die Chancen für den ersten richtigen Frühlingsdurchbruch nicht schlecht. Zur Wochenmitte stellt sich eine stabile Hochdruckwetterlage ein, die Regenwolken auch in den folgenden Tagen von uns fernhält. Dabei gibt es erneut blauen Himmel mit viel Sonnenschein. Durch die immer stärker werdende Sonne und die einfließende milde Luft kommen wahrscheinlich erste Frühlingsgefühle auf. Wie warm es letztlich wird, ist noch offen. Relativ sicher ist aber, dass die trockenen und freundlichen Abschnitte zunehmen.

In der kommenden Woche wird es häufiger blauen Himmel geben. Foto WetterOnline

Abschwächung des Polarwirbels Ursache der Umstellung

Im Frühling findet eine Umstellung der Großwetterlage oft Ende März oder Anfang April statt. Ursache hierfür ist der sogenannte Polarwirbel, der in der Winterzeit häufig Tiefs nach Mitteleuropa lenkt. Beim Polarwirbel handelt es sich um ein großräumiges, hochreichendes Tief, das eine große Rolle in der atmosphärischen Zirkulation spielt. Wenn sich der Polarwirbel im Frühling wie üblich abschwächt, gelangen auch weniger Tiefs zu uns. Die Wetterlage wird dann meist ruhiger und stabiler.

Hochwasserlage verschärft sich

Pegel vieler Flüsse und Bäche steigen weiter an

Bonn/Duisburg, 6. März 2020 – Atlantische Tiefs sorgen für Dauerregen. Die bereits gesättigten Böden können den ergiebigen Niederschlag nicht mehr aufnehmen. Ein sprunghafter Anstieg der Pegelstände ist möglich.

Wasser steigt rasant
Wegen des vielen Regens steigen die Wasserstände vieler Flüsse deutlich an. „Es steht eine längere nasse Phase bevor und es hört nur zwischendurch kurz auf zu regnen. Tiefs über dem Atlantik schicken immer wieder Wolken und Regen mit viel Wind ins Land. Da viele Böden aber bereits gesättigt sind, fließt das Wasser direkt in die Flüsse und Bäche. Somit steigen die Pegel immer weiter an.“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline.

Die Rheinwiesen in Köln stehen schon unter Wasser. Quelle: WetterOnline


"Am Main, an der Saar und an der Mosel sowie an deren Nebenflüssen gibt es stellenweise bereits Hochwasser. Bis Sonntag nimmt die Hochwassergefahr im gesamten Gebiet von Donau, Rhein und Weser deutlich zu. Ein sprunghafter Anstieg der Pegelstände ist bei ungünstigen Bedingungen möglich. Die instabile Wetterlage lässt eine genaue Prognose über den Höhepunkt der Hochwassersituation nicht zu.“

Auch die Mosel ist bereits über die Ufer getreten. Quelle: WetterOnline

Flugwetterdienst des Deutschen Wetterdienstes rezertifiziert

Offenbach/Duisburg, 4. März 2020 – Die meteorologische Sicherung der zivilen Luftfahrt in Deutschland gehört zu den gesetzlichen Aufgaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Ohne meteorologische Beratung darf kein Flugzeug starten. Neben dieser nationalen Rolle engagiert sich der DWD auch im Rahmen der europäischen Initiative Single European Sky (SES). Seit 2007 ist der Flugwetterdienst des DWD für die Erbringung von flugmeteorologischen Dienstleistungen im einheitlichen europäischen Luftraum (SES) zertifiziert.
Ende des vergangenen Jahres erneuerte das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) das Zertifikat. „Mit der Rezertifizierung wird einerseits die langjährig hohe Qualität der Produkte und Dienstleistungen des DWD-Flugwetterdienstes belohnt, andererseits stellt der Deutsche Wetterdienst damit seine Zukunftsfähigkeit als Flugwetterdienst in Europa unter Beweis,“ sagt Klaus Sturm, Leiter der Abteilung Flugmeteorologie.

5 Tipps für Pollenallergiker im Frühling

So lassen sich Allergiker von den Pollen nicht unterkriegen


Bonn/Duisburg, 4. März 2020 – Die Augen jucken und brennen, die Nase läuft ohne Unterlass: Ab März sorgen Pollen bei Allergikern häufig für Beschwerden. Denn dann ist Hauptsaison der Hasel- und Erlenpollen. Sie gehören zu den sogenannten Frühblühern und sind in vielen Teilen Deutschlands weit verbreitet. Mit den Tipps von WetterOnline können Betroffene jedoch einige Beschwerden lindern.

Im März sorgen Hasel- und Erlenpollen für gezückte Taschentücher bei Allergikern.
Foto WetterOnline

Tipp 1: Gut Vorbereiten

Für Pollenallergiker kann es sich lohnen, immer über anstehende Pollenflüge informiert zu sein. So wissen sie im Voraus, wann sie Vorsichtsmaßnahmen treffen oder etwaige Medikamente bereithalten müssen. Matthias Habel, Meteorologe und Wetterexperte bei WetterOnline, weiß: „Vor allem Haselpollen ärgern Allergiker schon früh im Jahr. Bei milder Luft und Sonnenschein kann das sogar schon im Winter beginnen.“

Etwa ab Ende März beginnt die Zeit der Birkenpollen. Sie gehören zu den aggressivsten Pollen überhaupt. Foto WetterOnline

Tipp 2: Die Augen im Freien schützen

Viele Allergiker haben im Frühling vor allem mit brennenden und tränenden Augen zu kämpfen. Hier kann eine Sonnerbrille Abhilfe schaffen, indem sie als Barriere für die fliegenden Pollen dient. Wenn es dann doch anfängt zu jucken, sollten sich Betroffene nicht die Augen reiben. Damit geraten die Pollen nämlich nur tiefer ins Auge hinein und die Beschwerden nehmen zu. Kühle Kompressen oder Augentropfen können die Symptome kurzfristig lindern. 

Tipp 3: Zu Hause die Pollen fernhalten

Auch wenn die steigenden Temperaturen dazu verlocken: Feuchte Wäsche sollte nicht draußen aufgehängt werden. Wer den Wäscheständer im Innenraum lässt, verhindert, dass die Pollen an den nassen Kleidungsstücken hängen bleiben. Apropos nass: Pollenallergiker sollten ihre Wohnung regelmäßig feucht durchwischen, um die Pollen im Putztuch aufzufangen und auswaschen zu können. Trockene Staubtücher wirbeln die Pollen nur unnötig auf und verteilen sie in der Wohnung.

Tipp 4: Kurze Haare statt Pollenfänger

Generell ist es für Pollenallergiker empfehlenswert, die Haare und gegebenenfalls den Bart jeden Abend zu waschen, um die Pollen des Tages loszuwerden. Aber auch die Frisur kann entscheidende Vorteile bringen: So bieten Zöpfe oder Haarknoten den Pollen nur wenig Gelegenheit, sich zu verfangen. Wer seine Haare offen trägt und für den Frühling mit einem neuen Haarschnitt liebäugelt, der sollte vielleicht einmal eine Kurzhaarfrisur probieren. Denn in kurzen Haaren können weniger Pollen hängen bleiben als in langen. Dasselbe gilt auch für den Bart.

Tipp 5: Verreisen

Wenn alles nichts hilft, kann ein Urlaub zu einem Reiseziel mit geringer Pollenbelastung wieder Zeit zum Durchatmen bringen. So bietet sich beispielsweise ein Urlaub am Meer oder im Hochgebirge oberhalb von 2000 Metern an. Denn hier gibt es frische, fast pollenfreie Luft. Wer mit dem Auto verreist, sollte zudem darauf achten, die Fenster während der Fahrt geschlossen zu halten und die Lüftung auszustellen – so können keine Pollen ins Autoinnere dringen. Alternativ fangen Pollenfilter die kleinen Störenfriede ab, bevor sie zu Beschwerden führen können.


Deutschlandwetter im Februar 2020

Mit einem Plus von 4,9 Grad zweitwärmster Februar in Deutschland seit 1881

Offenbach/Duisburg, 28. Februar 2020 – Statt Winterwetter erlebte Deutschland 2020 den zweitwärmsten Februar seit Beginn flächendeckender Messungen im Jahr 1881. Der Monat war zugleich der zweitnasseste seit Aufzeichnungsbeginn, zeigen erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2 000 Messstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD).
Als Ursache nennt der nationale Wetterdienst eine lange Reihe kräftiger Tiefdruckgebiete, die unaufhörlich vom Atlantik her über den Norden Europas hinwegzogen. Nahezu ununterbrochen transportierten sie in einem breiten Strom sehr milde Meeresluft heran. Mitteleuropa brachten sie schwere Stürme, ungewöhnlich viel Regen und immer wieder extrem hohe Temperaturen. Die Sonnenscheindauer war im Februar hierzulande leicht unterdurchschnittlich.   Höchsttemperatur im Februar im Müllheim bei Freiburg mit 21,5 °C  

Mit 5,3 Grad Celsius (°C) lag im Februar der Temperaturdurchschnitt um 4,9 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Verglichen mit der Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung + 4,3 Grad. Damit war der Februar 2020 der zweitwärmste seit Messbeginn 1881 - nach 1990 mit einem Plus von 5,7 Grad.
Eine sehr milde Südwestströmung brachte Deutschland im Februar häufig zweistellige Temperaturen. In Emmendingen-Mundingen, nördlich von Freiburg, konnte man außergewöhnliche 21 solcher Tage zählen. Das bundesweit höchste Maximum meldete Müllheim, südwestlich von Freiburg, am 16. mit nahezu sommerlichen 21,5 °C. Der tiefste Wert trat am 6. in Oberstdorf mit -14,7 °C auf, als sich der Süden vorübergehend in bodennaher Kaltluft befand.  

125 Litern pro Quadratmeter Niederschlag – typisch sind im Februar 49 l/m²  
Der Februar erreichte mit rund 125 Litern pro Quadratmeter (l/m²) etwa 250 Prozent seines Solls von 49 l/m². Damit war er der zweitnasseste, regional sogar der nasseste Februar seit 1881. Mehr Niederschlag gab es nur 1946 mit gut 127 l/m². In manchen Orten fielen mehr als 400 Prozent des Klimawertes.
Verantwortlich dafür waren zahlreiche Tiefdruckgebiete, die mit ihren Ausläufern über Deutschland zogen. Oft blieben ihre Wolken am Westrand der Berge hängen und sorgten dort für langanhaltende Niederschläge. So fielen im Schwarzwald insgesamt örtlich mehr als 400 l/m² und hier allein am 2. in Baiersbronn-Ruhestein 105,5 l/m².
Die trockensten Gebiete lagen im Lee von Kaiserstuhl und Harz, wo im Februar teils unter 40 l/m² fielen. Schnee brachte der Februar 2020 im Flachland erst am 27., vielerorts fehlte er aber auch völlig. Stattdessen tobten oft schwere Stürme, die große Schäden anrichteten. fielen. Schnee brachte der Februar 2020 im Flachland erst am Donnerstag, 27., vielerorts fehlte er aber auch völlig. Stattdessen tobten oft schwere Stürme, die große Schäden anrichteten.  

Sonnenscheinbilanz leicht negativ  
Der Sonnenschein lag im Februar mit rund 65 Stunden knapp 10 Prozent unter seinem Soll von 72 Stunden. Begünstigt war das Alpenvorland mit örtlich mehr als 125 Sonnenstunden. Im Sauerland und in Schleswig-Holstein schien die Sonne örtlich nur 30 Stunden.
Nordrhein-Westfalen gehörte mit 6,0 °C (1,8 °C) zu den warmen und mit etwa 150 l/m² (58 l/m²) zu den nassen Bundesländern. Die Sonne schien gut 50 Stunden (72 Stunden). Sturmtief „Yulia“ sorgte am 23. für Absagen von Karnevalsumzügen. In Kö Köln stürzte ein Baum auf einen Umzugswagen und zerstörte ihn. Erst am am 27. Februar kam der Winter mit Schnee. Dieser lag am 28. in der Ei Eifel bis 35 cm hoch.

Karneval: Schirm nicht vergessen! 

Buntes Wettertreiben zum Kamelleregen

Bonn/Duisburg, 20. Februar 2020 – Ein wenig jeck ist das Narrenwetter zu Karneval schon. Alles ist drin: Sonne, Wind und Regen. Kein Grund für einen wahren Karnevalisten, Trübsal zu blasen. Schließlich gibt es passend zum Charme auch einen Schirm und winddichte Kleidung.

Ungemütlich, aber mild

Nach einem meist trockenen Freitag sieht das Karnevals-Wochenende schon wieder deutlich bescheidener aus. Der Wind nimmt weiter zu. Zudem ist der Himmel stark bewölkt und von der Nordhälfte zieht ein Regengebiet nach Süden. Dabei strömt weiterhin sehr milde Luft ins Land, wodurch die Höchstwerte meist über 13 Grad liegen.
„Eine Jacke über dem Kostüm oder wärmere Kleidung darunter können trotzdem nicht schaden. Auch ein warmes Tierkostüm als Eisbär oder Pinguin ist immer eine gute Entscheidung, um einen ganzen Karnevalszug ohne Frieren zu genießen.“, rät Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline. Kopfbedeckungen könnten allerdings vom Kopf geweht werden, denn besonders am Sonntag wird der Wind noch stärker und einzelne Sturmböen sind möglich. 

Buntes Wettertreiben: Regen, Konfetti, Sonne und Wind. Quelle: WetterOnline

Es regnet nicht nur Kamelle

Es wird immer wieder nass. Wo genau die Narren wasserfeste Kostüme brauchen, ist aber noch nicht sicher. Wer sich als Mary Poppins oder Pan Tau verkleidet, hat den Schirm sowieso dabei, allen anderen sei seine Mitnahme empfohlen. Denn selbst wenn keine Regentropfen, sondern nur Kamelle von oben fallen, ist ein Schirm recht nützlich. Insgesamt bleibt es aber für diese Jahreszeit eher mild, eine Rückkehr zu winterlichen Temperaturen kann derzeit ausgeschlossen werden.

Rosenmontag

Zum Rosenmontag lässt der Wind wahrscheinlich wieder nach. Bei den Karnevals-Umzügen bleibt das Regenrisiko in den Karnevalshochburgen erhöht. Nach derzeitigem Stand kann sich die Sonne hin und wieder zeigen. Dazu bleibt es weiterhin mild mit Temperaturen um 13 Grad. Nachtfröste sind bei dieser Wetterlage nicht zu erwarten. 

Ein Tierkostüm ist für alle Jecken und Närrinnen bei jedem Wetter eine gute Wahl. Quelle: WetterOnline

Läuse feiern Karneval

Winter: Hochsaison für Kopfläuse

 

Bonn/Duisburg, 17. Februar 2020 – Im Winter gibt es in Kindergärten und Schulen oft das große Jucken auf den Köpfen. Einer der ältesten und häufigsten Quälgeister des Menschen profitiert von dessen Lebensweise. Der Karneval bietet ideale Bedingungen.

Wohlfühltemperatur und Luftfeuchtigkeit

Der Grund für das vermehrte Auftreten von Läusen in der kalten Jahreszeit ist nicht ihre Vorliebe für niedrige Temperaturen. Ganz im Gegenteil: Sie lieben es warm. „Bei Temperaturen von 28 bis 32 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit fühlen sich Läuse besonders wohl. Die Luftfeuchtigkeit ist zwar in geheizten Räumen eher niedrig, aber am Haaransatz von Menschen aufgrund von Schweiß trotzdem in der Regel hoch“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe bei WetterOnline, und ergänzt: „Für die Laus selbst ist die Jahreszeit also völlig unwichtig.“ 

Die Nissen der Kopflaus sind besonders gut im Nacken, im Schläfenbereich und hinter den Ohren zu entdecken. Quelle: WetterOnline

Mensch und Laus – Soziale Wesen

Der Mensch ist die alleinige Lebensgrundlage der Kopflaus. Nur auf unseren Köpfen können die Läuse überleben, sich vermehren und Nahrung finden, indem sie Blut saugen. Entscheidend für die Ausbreitung der Parasiten ist das Verhalten des Menschen. Je öfter man „die Köpfe zusammensteckt“, desto leichter kann die Laus von einem Kopf zum anderen krabbeln.

Da man naturgemäß im Herbst und Winter mehr Zeit mit anderen auf engerem Raum verbringt, erleichtert das den Parasiten den Umstieg von Wirt zu Wirt. Der Run auf die Kinderarztpraxen in Sachen Läuse geht übrigens bereits im September los, da Kopfläuse häufig als Urlaubssouvenirs mitgebracht werden. Denn auch in der schönsten Zeit des Jahres haben Köpfe und Haare manchmal für etwas längere Zeit Kontakt, zum Beispiel im Ferienlager. Kinderfeste wie Karnevalsfeiern kommen einer launigen Laus auch sehr entgegen.

Geschärfte Aufmerksamkeit 

Um einen Befall von Kopfläusen und deren Verbreitung zu vermeiden, ist es sehr wichtig, aufmerksam zu sein. Bei häufigem Kopfjucken und -kratzen sollte schnell reagiert werden. Ein Besuch beim Kinderarzt klärt den Verdacht sofort auf. In der Apotheke gibt es wirksame Mittel zur Läusebekämpfung. Kindergarten und Schule sollten bei Befall umgehend informiert werden und das befallene Kind zuhause bleiben bis die Behandlung erfolgt ist, um einen Pingpong-Effekt zu verhindern. Solange die Läuse mobil sind, ist eine Ansteckung möglich.

Lausige Zeiten: Im Winter haben die Parasiten Hochsaison. Quelle: WetterOnline

Hygienemaßnahmen

Da Kopfläuse nur selten den menschlichen Kopf verlassen, ist eine Ansteckung über Gegenstände sehr unwahrscheinlich. Groß angelegte Reinigungsmaßnahmen sind daher von untergeordneter Bedeutung. Das Robert-Koch-Institut rät, vorsorglich Kämme, Haarbürsten, Haarspangen und -gummis in heißer Seifenlösung zu reinigen. Bettwäsche, Schlafanzüge, Handtücher und Unterwäsche sollten gewechselt werden. Weitere Gegenstände, die mit dem Kopf in Berührung gekommen sein könnten, beispielsweise Kuscheltiere, sollten drei Tage lang in einer Plastiktüte luftdicht aufbewahrt werden. Läuse können ohne menschliches Blut nur ca. 55 Stunden überleben. Insektizide sind vollkommen unnötig. 



Sturm im Norden – Wärme im Süden

Erneut große Wetterturbulenzen

Bonn/Duisburg, 13. Februar 2020 – Sturmtiefs auf dem Atlantik haben weiterhin das Sagen. Während sich Teile des Landes schon auf den nächsten Sturm einstellen müssen, wird es im Süden um die 20 Grad warm. Nächste Woche geht es erneut bergab mit den Temperaturen.

Kapriziös und überdurchschnittlich warm

Das Wochenende präsentiert sich in der Südosthälfte nach letzten Tropfen am Freitag meist trocken und vielfach freundlich. „In anderen Teilen des Landes sieht es jedoch deutlich ungemütlicher aus. Nordwestlich einer Linie von Köln bis nach Berlin breiten sich bei einem auffrischenden Wind hingegen schon am Samstag neue Regenwolken aus. Diese kündigen für den Sonntag den nächsten Sturm an“, warnt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline. Im Süden legt der Wind dann ebenfalls zu, es bleibt allerdings noch trocken. Vor dem Regen zeigt das Thermometer dort teils Temperaturen um 20 Grad an. In der neuen Woche fließt aus Nordwesten allerdings wieder kühlere Luft ein.

Schnee in höheren Lagen

Aus dem Regen wird in den Mittelgebirgen und Alpen dann sogar wieder Schnee. Zudem weht besonders im Norden weiter ein stürmischer Wind. Nach derzeitigem Stand beruhigt sich das Wetter in der zweiten Wochenhälfte langsam. Bei einem Mix aus Sonne und Wolken bleibt es meist trocken. Dazu ist es relativ kühl. Anschließend steigen die Werte erneut an, so warm wie am Wochenende wird es allerdings wohl nicht. Somit wird der Februar am Ende abermals ein überdurchschnittlich milder Monat. 

Turbulente Wetterlage: Im Norden Sturm, im Süden 20 Grad.
Quelle: WetterOnline

Jetstream verantwortlich

Doch warum liegt Deutschland immer wieder genau auf der Zugbahn der Atlantiktiefs? „Der Grund hierfür ist ein stark ausgeprägter Jetstream, an dem sich Tiefs orientieren und sogar verstärken können. Ein Jetstream ist ein sich dynamisch verlagerndes Starkwindband in großer Höhe. Kräftige Tiefs nutzen den Jetstream wie eine Autobahn, wodurch sie oft auf demselben Weg nach Osten ziehen. Und dieser Weg liegt zum Wochenwechsel genau über Deutschland.“, erklärt Habel. 

Übrigens: Durch den Jetstream bei Orkantief SABINE konnte eine Boing 747 die Strecke von New York nach London in nur knapp fünf Stunden zurücklegen. Das ist neuer Rekord für die mehr als 5000 Kilometer lange Strecke.
Der Jetstream liegt Sonntag genau über uns. Je roter die Farben, desto stärker ist das Starkwindband. Quelle: WetterOnline

Wer zahlt bei Sturmschäden?

Diese Versicherungen sind zuständig


Bonn/Duisburg, 10. Februar 2020 – SABINE hält Deutschland in Atem. Der starke Wind richtet stellenweise massive Schäden an. Betroffenen stellt sich schnell die Frage, wer für eventuelle Sturmschäden aufkommt. Im Folgenden haben wir grob aufgeschlüsselt, welche Versicherung welche Kosten übernimmt.

Ab dieser Windstärke zahlen Versicherungen

Orkan SABINE fegt seit Sonntag über West- und Mitteleuropa mit Böen bis 150 km/h hinweg. Schäden durch umstürzende Bäume und fliegende Gegenstände sind die Folge. Das kann für die Geschädigten richtig teuer werden. „Die Versicherung zahlen für Sturmschäden in der Regel ab Windstärke 8, was einer Windgeschwindigkeit von mehr als 62 Stundenkilometern entspricht. Für den Nachweis kann man zum Beispiel das Archiv der aktuellen Windspitzen von WetterOnline nutzen.“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline.  

Schäden am Gebäude

Für zerborstene Glasscheiben oder abgedeckte Dächer zahlt die Wohngebäudeversicherung.  

Die Wohngebäudeversicherung zahlt Schäden an Gebäuden. Quelle: WetterOnline

Schäden am Auto

Die Teilkaskoversicherung erstattet in der Regel die kompletten Kosten für verbeultes Blech oder kaputte Scheiben am Auto.

Schäden am Auto zahlt die Teilkaskoversicherung. 
 

Schäden an der Wohnungseinrichtung

Wenn Möbel oder Haushaltsgeräte durch Blitzschlag oder infolge einer zerborstenen Scheibe beschädigt wurden, dann zahlt die Hausratversicherung.
 

Wenn ein Baum aufs Haus stürzt 

Wenn ein gesunder Baum auf das eigene Haus stürzt, zahlt in der Regel die eigene Wohngebäudeversicherung den Schaden. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um den eigenen Baum oder den eines Nachbarn handelt. Anders sieht es aus, wenn der Baum bereits einen Vorschaden hatte. Für Detailfragen wenden Sie sich direkt an Ihre Versicherung.


Orkantief SABINE kommt Sonntag 

Verkehrsbehinderungen zum Wochenbeginn


Bonn/Duisburg, 7. Februar 2020 – Ein Orkantief rauscht Sonntag heran. Schäden sind zu befürchten. Der Sturm trifft am Nachmittag auf die Nordwesthälfte. In der Nacht zum Montag erreicht er die mittleren und südlichen Landesteile. Landesweit sind Böen um 120 km/h möglich, lokal sogar bis zu 140 km/h. 

Die Karte zeigt in Rot, wo Sturmböen von mehr als 100 Stundenkilometern drohen. Quelle WetterOnline

 

Orkan zum Wochenbeginn

Vom Atlantik rauscht am Wochende Orkantief SABINE heran. Ab Sonntag brechen mit ihm turbulente Zeiten an. „Der Wind nimmt schon vormittags im Nordwesten und Westen spürbar zu. Rasch fegen erste Sturmböen übers Land. Am Nachmittag steigert sich der Sturm zum Orkan, dann drohen verbreitet Böen bis 120 km/h, schlimmstenfalls sogar bis zu 140 km/h.“, befürchtet Matthias Habel, Meteorologe von WetterOnline.  

Ein Sturmfeld erstreckt sich über den Nordatlantik. Rot steht für Sturmböen über 100 km/h - Quelle WetterOnline

Gefahr durch Windbruch

„Ein großes Problem ist, dass der Sturm auf geschwächte Bäume trifft. Sie sind bundesweit durch die Dürre der letzten beiden Jahre massiv geschwächt oder bereits abgestorben. Orkanböen haben diese Bäume nichts mehr entgegenzusetzen. Es ist zu befürchten, dass sie reihenweise umfallen und verbreitet zu Verkehrsbehinderungen führen.“, sagt Matthias Habel.  

Umherfliegende Gegenstände 

Bei den zu erwartenden Windgeschwindigkeiten besteht erhebliche Gefahr durch umherfliegende Gegenstände. „Diese Bedrohung darf nicht unterschätzt werden! Bei Böen von 130 km/h sind selbst kleine und leichte Gegenstände gefährlich. Vor dem Sturm sind lose Gegenstände wie Gartenmöbel, Blumentöpfe, Mülltonnen oder auch Trampoline zwingend zu sichern!“, rät Wetterexperte Habel. „Rund um Baustellen droht Gefahr, da dort Bauzäune und sogar Kräne umstürzen oder Baumaterial und Teile von Gerüsten durch die Gegend fliegen könnten.“ 

Müssen Kinder zur Schule?

Ein heftiger Sturm wie SABINE kann als zwingender Grund für das Nichterscheinen in der Schule gelten. Insofern nicht seitens der Schulbehörden ein Schulausfall angekündigt wird, entscheiden die Erziehungsberechtigten individuell, ob sie ihrem Kind den Schulweg zumuten können. Ist dies nicht der Fall, so muss die Schule informiert werden. Das Fernbleiben von der Schule gilt dann als entschuldigt.  

Begründete Arbeitsverhinderung

Jeder Arbeitnehmer ist verpflichtet, pünktlich auf der Arbeitsstelle zu erscheinen. Drohen Unwetter, so muss er für den Weg mehr Zeit einplanen. Bei einem Sturm, vor dem im Voraus gewarnt wird, kann eine begründete Arbeitsverhinderung vorliegen. Dann kann der Arbeitnehmer zu Hause bleiben, hat allerdings keinen Anspruch auf Vergütung. Der Arbeitgeber kann dann also den Lohn einbehalten oder aber von seinem Mitarbeiter verlangen, dass dieser die ausgefallene Arbeitszeit nachholt.  


Sturm und Orkan zum Wochenwechsel 

Montag könnte mit Verkehrschaos starten  


Bonn/Duisburg, 3. Februar 2020 – Das derzeit unser Wetter bestimmende Hoch FRANK hält nicht lange durch. Im Laufe des Sonntags übernehmen Sturmtiefs die Regie beim Wetter. In der Nacht auf Montag und Montag selbst drohen dann im ganzen Land Sturm und Orkan.

Ein ausgedehntes Sturmfeld ersteckt sich zu Beginn der kommenden Woche über den Nordatlantik. Quelle: WetterOnline

Orkan zum Wochenbeginn

Hoch FRANK bringt uns bis zum Wochenende ruhiges Wetter. Doch Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline warnt: „Im Laufe des Sonntags braut sich was zusammen! Tiefs vom Atlantik rücken uns mit Regen und immer mehr Wind auf die Pelle. In der Nacht auf Montag droht dann im Norden und Westen Deutschlands die erste richtig schwere Sturmlage des Winters mit Orkanböen bis ins Flachland, die sich im Laufe des Montags auf das gesamte Land ausdehnen.“ 

Sturm- und Orkanböen treffen auf eine vorgeschädigte Vegetation, verbreitet sind Behinderungen möglich. Quelle: WetterOnline

Verkehrschaos zum Start des Berufsverkehrs

Problematisch wird sein, dass der Sturm auf eine geschwächte Vegetation trifft. „Viele Bäume sind bundesweit durch die zwei zurückliegenden trockenen Jahre massiv geschwächt, hunderttausende durch Dürre und Borkenkäfer bereits abgestorbene Bäume stehen als Totholz in den Wäldern. Bei den zu erwartenden Windgeschwindigkeiten von deutlich über 100 Stundenkilometern könnten diese Bäume reihenweise umfallen und dann nahezu überall zu massiven Verkehrsbehinderungen führen.“, sagt Matthias Habel.  

Ausgedehntes Sturmfeld auf dem gesamten Nordatlantik 

„Sollten die derzeitigen Berechnungen der Wettermodelle bestätigen, dann wird anstehende Sturm- und Orkanlage großflächig eines der markantesten Sturmereignisse der letzten 10 bis 15 Jahre sein. Bei uns Meteorologen wecken die aktuellen Wetterkarten Erinnerungen an Orkan KYRILL im Jahr 2007, wenngleich dieser sogar noch ein Tick heftiger war. Dies ist aber nur ein Szenario von vielen. Wie stark der Sturm am Ende wirklich wird, zeigen die kommenden Tage.“, betont Matthias Habel.
„Das Sturmfeld reicht von Neufundland über den gesamten Nordatlantik bis nach Westrussland. Extrem tiefer Luftdruck herrscht vor allem Richtung Norwegen. Dort könnte tatsächlich der Luftdruck-Rekord geknackt werden und das Barometer den tiefsten jemals registrierten Luftdruck anzeigen.“, sagt Habel.

Die Aussichten

Nach dem Sturm ist vor dem Sturm. Nachdem sich das Wetter kurzzeitig am Montag beruhigt, legt der Wind dann schon am Dienstag wieder zu. Ob und wie stark der Wind dann erneut weht, ist aber noch nicht sicher. Klar ist jedoch: Die Zeichen stehen auf Sturm.



Sturm, Regen und Winterintermezzo 

Wetterwoche wird turbulent 


Bonn/Duisburg, 3. Februar 2020 – Nach einer windigen Nacht gibt der Winter örtlich ein kurzes Gastspiel. Zur Wochenmitte fallen nasse Flocken teils bis ins Flachland. Nach ein paar trockenen und kalten Tagen übernehmen Tiefs mit milder Luft die Regie.

In kräftigen Schauern rieseln die Flocken bis ins Flachland. Foto WetterOnline
 

Kaltfront quert – Orkanböen möglich

Wind spielt in den nächsten Tagen eine große Rolle. Besonders in der kommenden Nacht wird es turbulent, wenn ein kleines, aber kräftiges Tief Süddeutschland rasch überquert. „Vor allem an der Kaltfront wird es stürmisch. Am Alpenrand und im Schwarzwald drohen Orkanböen bis 120 Kilometer pro Stunde. In den Hochlagen sind auch Böen bis Tempo 150 möglich. Im Alpenvorland gibt es wahrscheinlich Böen bis 100 Kilometer pro Stunde. Diese können auch im Großraum München und Augsburg auftreten“ warnt Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline.  

Orkanböen von bis zu 120 Kilometer pro Stunde drohen im Süden des Landes.  Foto WetterOnline

Niederschlag lässt Pegel steigen

Der anhaltende Regen der letzten Tage hat bereits die Flußpegel steigen lassen. In einigen Regionen Süddeutschlands sind binnen 24 Stunden bereits mehr als 50 Liter Regen pro Quadratmeter vom Himmel geprasselt. „Das ist in etwa so viel Niederschlag, wie sonst im Durchschnitt im Februar zusammenkommt. Der Feldberg meldet sogar 102 Liter.“, betont Habel.
Die enormen Regensummen lassen die Pegel vieler kleinerer Flüsse stark steigen. Im Schwarzwald, im Allgäu und im östlichen Alpenbereich sind erste Gewässer über die Ufer getreten. Bis morgen können beispielsweise die Iller, der Lech oder die Traun die Hochwassermeldestufe 2 oder 3 erreichen. Auch an großen Flüssen wie Mosel und Rhein steigen die Pegel kräftig, Überflutungen ufernaher Bereiche werden erwartet.  

Polarluft bringt Flocken  

Zur Wochenmitte gibt es dann kurzzeitig einen Hauch von Winter, denn mit der Kaltfront strömt Polarluft ins Land. Habel erklärt: „In kräftigen Schauern fallen Flocken regional bis ins Flachland. Im Rest des Landes bleibt es stark bewölkt und es ziehen ein paar Schneeregen- und Graupelschauer durch. Mit 3 bis 7 Grad wird es überall deutlich kälter.“ 

Die Aussichten

Anschließend wird es bei steigendem Luftdruck kurz ruhiger. Uns erwartet dann meist trocken-kaltes Hochdruckwetter, oft allerdings mit zähem Nebel oder Hochnebel. Zum Wochenende verabschiedet sich das Hoch Richtung Südosteuropa und macht Platz für atlantische Tiefs. Dadurch wird es wieder wechselhafter. Ob uns sogar das eine oder andere Sturmtief streifen oder überqueren wird, ist noch unsicher. 



Viel zu milder und trockener Januar

Deutschlandwetter im Januar 2020 – kaum Schnee, oft sonnig im Süden

Offenbach/Duisburg, 30. Januar 2020 – Im Januar 2020 lief die Wetterentwicklung stets nach dem gleichen Muster ab: Der Kältepol der Nordhemisphäre über Kanada und Grönland brachte immer wieder kräftige Tiefdruckgebiete auf den Weg von Island über Lappland nach Nordrussland.
Über Südeuropa erstreckte sich dagegen eine Hochdruckzone von der Iberischen Halbinsel zum Schwarzen Meer. Dazwischen befand sich eine starke Südwestströmung, die große Teile Europas und auch Deutschland nahezu durchgehend mit sehr milder Luft überflutete. Lediglich durch die zeitweilige Verlagerung des hohen Druckes etwas nach Norden konnte sich im Süden und in der Mitte vorübergehend eine bodennahe Kaltluftschicht bilden.
Abgesehen davon fiel der Winter in den meisten Gebieten auch im Januar völlig aus. So verlief der Monat deutlich zu mild, bei wenig Niederschlag und viel So Sonnenschein. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.  

Meist sehr mild, im Süden und in der Mitte nur vorübergehend etwas kälter  
Mit 3,3 Grad Celsius (°C) lag im Januar der Temperaturdurchschnitt um 3,8 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung nach oben 2,9 Grad. Damit gehörte der Januar 2020 zu den zehn wärmsten seit Beginn der Messungen 1881. Nur für kurze Zeit befand sich der Süden und die Mitte in bodennaher Kaltluft, so dass man dort ein paar Tage mit Dauerfrost und mäßigem, ganz vereinzelt auch strengem Nachtfrost zählen konnte.

Oberstdorf meldete dabei am 20. über einer dünnen Schneedecke sogar ein Minimum von -14,7 °C. Ansonsten bestimmte meist sehr milde Luft das Wetter, wobei die Maxima häufig zweistellige Werte erreichten. Bundesweit am höchsten kletterte das Quecksilber am 9. in Ohlsbach bei Offenburg mit 16,0 °C.  

Im Norden nass, im Süden trocken, kein Schnee in den Niederungen  
Dem Januar 2020 fehlten mit rund 45 l/m² 30 Prozent zu seinem Soll von 61 Litern pro Quadratmeter (l/m²). Durch die größere Nähe zum tiefen Luftdruck bekam der Norden am meisten Regen ab - in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg sogar verbreitet mehr als im vieljährigen Mittel. Die höchsten Mengen meldeten das Sauerland, der Harz und Schleswig-Holstein mit teilweise über 120 l/m². Die  größte Tagessumme wurde am 27. in Börfink- Thranenweier im Hunsrück mit 40,4 l/m gemessen.
Im Süden dagegen blieben die Niederschläge durch vermehrten Hochdruckeinfluss deutlich geringer. Am Oberrhein und im südlichen Baden-Württemberg kamen örtlich nur um 5 l/m² zustande. In vielen Orten, wie z.B. Bremen, Magdeburg und Dresden, fiel im ganzen Januar keine einzige Schneeflocke. An 319 der etwa 500 DWD Wetterstationen mit Schneehöhenmessung gab es an keinem Tag im Januar eine Schneedecke.  

Die Sonne bevorzugte im Januar den Süden  
Die Sonnenscheindauer lag mit etwa 60 Stunden um 34 Prozent über ihrem Soll von 44 Stunden. Das südliche Baden-Württemberg meldete örtlich über 130 Stunden, das nördliche Niedersachsen und Schleswig- Holstein teilweise weniger als 20 Stunden.
In Nordrhein-Westfalen betrug die Temperatur 4,6 °C (1,2 °C), der Niederschlag rund 50 l/m² (77 l/m²) und der Sonnenschein etwa 45 Stunden (42 Stunden). Eine tiefhängende Wolke am Kölner Dom, die aussah wie der Qualm eines Feuers, löste in der Nacht zu zum 9. einen Großeinsatz der Feuerwehr aus.

Igel: Warmer Winter möglicherweise kein Problem

Zweistellige Temperaturen und ihre Folgen für den Winterschläfer


Bonn/Duisburg, 29. Januar 2020 - Winterruhe und Winterschlaf sind in der Tierwelt erfolgreiche Überlebensstrategien in der Zeit der jahreszeitlich bedingten Nahrungsmittelknappheit. Aber was bedeutet es für unsere heimischen Igel, wenn die Temperaturen wenig winterlich sind? Fragen zum Igel gingen an Ulli Seewald, 1. Vorsitzende des Vereins Pro Igel e.V.

Milder Dezember und außergewöhnliche Januarwärme

Der Dezember 2019 ist sehr mild ausgefallen. Er fügt sich damit nahtlos in die Reihe überdurchschnittlich warmer Dezember-Monate ein. Der Januar bot regional sogar bereits Frühlingswetter. In Greifswald ist der Wärmerekord einer über 120-jährigen Messreihe für Januar gebrochen worden. Daneben gab es in der 13 bis 15 Grad milden Nordhälfte noch weitere Rekorde. Bisher ist der Januar zwei bis fünf Grad wärmer als im Klimamittel gewesen.

Warmer Winter und Klimawandel – Gefahr für den Igel?

Ob warme Winter für den heimischen Igel ein Problem bedeuten, kann man nicht klar beantworten. Die naheliegende Vermutung, dass der fehlende Winter den einzigen Winterschläfer unter den Insektenfressern gravierend stört und letztlich schwächt, ist bisher nicht bewiesen. Grundsätzlich ist der Winterschlaf nicht allein von den Außentemperaturen abhängig, sondern auch von der Tageslichtlänge und einer hormonellen Umstellung. „Aktuell ist bei Pro Igel e. V. noch kein vermehrtes Aufwachen von Igeln gemeldet worden und auch über eine zunehmende Abgabe von Fundtieren an Pflegestellen können wir nichts sicher aussagen.
Aber auszuschließen ist dies nicht, wir sind keine Meldestelle oder ein Kontrollorgan.“, sagt Ulli Seewald, Vorsitzende des Vereins Pro Igel e.V..

„Der Klimawandel wirkt sich vermutlich weit weniger auf den Igel aus als von manchen vermutet! Igel existieren seit vielen Millionen Jahren, länger als Dinosaurier! Sie haben sich immer an Kalt- und Warmzeiten anzupassen gewusst. Eine zunehmende Gefährdung beruht vielmehr auf durch den Menschen verursachte Gefahren. Zu nennen sind Biotopzerschneidung sowie Lebensraum- und Nahrungsminderung durch das Insektensterben.“, erklärt Seewald. 

Bitte schlafen lassen! Igel benötigen gute Verstecke und Laub für ihren Winterschlaf. Mit einem Haufen Zweige und Blätter können Gartenbesitzer Igeln beim Überwintern helfen. Foto WetterOnline

 

Was tun, wenn man jetzt einen aktiven Igel findet?

Igel wachen während ihres Winterschlafes immer mal wieder auf kurz auf. Dies ist eine Art „Reset“ des Stoffwechsels und bedeutet keine Gefahr für das Tier. Anders verhält es sich, wenn der Igel vollständig aufwacht. Wer im Winter einen aktiven Igel beobachtet, sollte dem Tier helfen. Denn richtiges Aufwachen bis hin zu normaler Aktivität und Nahrungssuche erfordert sehr viel Energie.
Ein hilfsbedürftiger Igel gehört in sachkundige menschliche Obhut. „Igelfinder mögen sich unbedingt mit einer Igelstation und/oder einem Tierarzt in Verbindung setzen. Dort wird der Igel medizinisch behandelt und fachkundiger Rat erteilt, ohne den kranke und verletzte Igel zu einem qualvollen Tod verurteilt sind.“, betont Ulli Seewald. Informationen zum Thema Igel: http://www.pro-igel.de


Dienstag: Sturmgefahr für Süddeutschland 

Am Alpenrand orkanartige Sturmböen möglich 

Bonn/Duisburg, 27. Januar 2020 - Der Dienstag droht im Süden Deutschlands stürmisch zu werden: Ein kleines, aber recht kräftiges Tief zieht dann von Großbritannien in Richtung Schweden.

Ein Sturmfeld zieht am Dienstag über Süddeutschland hinweg. Besonders über der Mitte und im Süden ist dann mit Sturmböen zu rechnen. Quelle: WetterOnline

Atlantisches Tief bringt Sturm 

Ein Sturmfeld zieht am Dienstag über Süddeutschland hinweg. Am Alpenrand sind sogar orkanartige Böen nicht ausgeschlossen. „Ein kleines, aber recht kräftiges Tief zieht dann von Großbritannien in Richtung Schweden. An seiner Südseite sind die Luftdruckunterschiede über Süddeutschland besonders groß, deshalb erreicht der Wind dort zeitweise Sturmstärke.“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline.
„Besonders heftig wird es in Schauer- und Gewitternähe, denn da wird der ruppige Wind aus höheren Luftschichten bis zur Erdoberfläche heruntergemischt.“ Im Bergland, vereinzelt aber auch im Flachland sind Böen von 75 bis 90 Kilometer pro Stunde wahrscheinlich. 

Sturmgefahr in Süddeutschland. Böen bis 110 Kilometer pro Stunde möglich. Quelle: WetterOnline

Schwere Sturmböen

In höheren Lagen, wie im Hochschwarzwald oder in den Alpen, drohen schwere Sturmböen über 90 Kilometer pro Stunde. Selbst Böen über Tempo 110 sind nach derzeitigem Stand denkbar. Dazu schneit es zum Teil kräftig, sodass zusätzlich mit Schneeverwehungen zu rechnen ist. 

„Allerdings sind die Unsicherheiten bei den aktuellen Berechnungen der Wettermodelle noch groß: Weder die exakte Zugbahn noch die genaue Stärke des Sturmtiefs lassen sich derzeit im Detail bestimmen.“, schränkt Habel ein. 

Kurzer Wintergruß

Ab Dienstag bringt Polarluft Wintergrüße mit Flocken bis ins Flachland. Teils gibt es sogar kräftige Schneefälle. Die Schneefallgrenze sinkt dabei auf 300 bis 600 Meter Höhe. Bis Mittwochabend fallen im Schwarzwald und im Allgäu teils 30 bis 50 Zentimeter Schnee. Aber auch sonst kann sich in den Mittelgebirgen verbreitet eine geschlossene Schneedecke bilden. Selbst in einigen Flachlandregionen wird es vorübergehend weiß. Wo genau, lässt sich allerdings noch nicht sagen. Schon am Donnerstag ist aber wahrscheinlich wieder Schluss mit Winter. Dann schnellen die Temperaturen in die Höhe und bis über 1500 Meter Höhe stellt sich Tauwetter ein.

 


 

Vor 30 Jahren: Orkantief DARIA wütet - Tote und Millardenschäden

Bonn/Duisburg, 22. Januar 2020 - Der Orkan DARIA hat am 25. und 26. Januar 1990 Teile Europas heimgesucht. Er gehört zu den verheerendsten Stürmen der jüngeren Wettergeschichte.

Sturmtief DARIA entwurzelte zahlreiche Bäume, deckte Häuser ab und führte zu Stromausfällen. Symbolbild. - Quelle WetterOnline

 

Chaos und Zerstörung

Orkan DARIA forderte 94 Menschenleben, acht allein in Deutschland. Der Sturm hinterließ Schäden in Milliardenhöhe und ist einer der teuersten Winterstürme der vergangenen Jahrzehnte. „Großes Chaos hinterließ der Orkan in Nord-, West- und Mitteleuropa, wo die Schäden sich auf rund 4,4 Milliarden Euro beliefen.“, berichtet Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline. „In einem der mildesten Winter des 20. Jahrhunderts war DARIA am 25. und 26. Januar der Auftakt einer Sturm-Serie, die über Wochen bis Anfang März 1990 andauerte. Die teils starken Stürme tobten, als sich eine starke Westdrift von den USA bis nach Europa ausgebildet hatte.“ DARIA gehört mit den Orkanen LOTHAR 1999 und KYRILL 2007 sogar weltweit zu den finanziell schadenreichsten Naturkatastrophen der vergangenen 50 Jahre.

Mit über 130 Kilometer pro Stunde knickte Orkan DARIA Bäume wie Sreichhölzer um. Symbolbild - Quelle WetterOnline

 

DARIA in Deutschland

Mit großflächig aufgetretenen Windgeschwindigkeiten um 130 Kilometer pro Stunde und extremen Böen bis Tempo 230 auf dem Brocken im Harz riss DARIA am 25. Januar 1990 unzählige Bäume in Deutschland um. In der Folge kam es in Hessen zu einer Zugentgleisung. In Nordrhein-Westfalen wurden zahlreiche Häuser abgedeckt. Auch eine Halle des Flughafen Köln-Bonn wurde beschädigt und die Startbahn musste gesperrt werden. Vorübergehend war es notwendig, die Stromversorgung des Kernkraftwerks in Kalkar zu unterbrechen, als durch Blitzschlag und Sturm zwei Strommaste abknickten.

Auf der Insel Sylt wurden Teile der Südspitze abgetragen. In Schleswig-Holstein stürzten rund 3000 Bäume um. In Ostfriesland warf der Sturm mehrere Hochspannungsmaste um, sodass in einigen Ortschaften der Strom ausfiel.
Nordfrankreich und Großbritannien Auch in anderen Regionen der Republik sowie in Großbritannien, Nordfrankreich und den Niederlanden kam es zu Stromausfällen und massiven Sturmschäden. Die Stromversorgung hunderttausender Menschen brach zusammen.

Im Atomkraftwerk Gravilines in der Bretagne wurden fünf der sechs Blöcke abgeschaltet. In Großbritannien hatten rund eine Million Haushalte keinen Strom. Nachdem der Sturm das Dach des Parlamentsgebäudes in London beschädigt hatte und Regenwasser eingedrungen war, räumte die Polizei die Lobby des Unterhauses. Über den Norden des Landes fegten Schneestürme hinweg, die zu massiven Verkehrsbehinderungen führten. An den Küsten gerieten einige Schiffe in Seenot. Der Fährverkehr im Ärmelkanal sowie zwischen Schottland und Nordirland wurde eingestellt. In Teilen Nordfrankreichs und Großbritanniens wurden Spitzenböen über Tempo 160 registriert.

Sturmserie 1990
Orkan DARIA war der Auftakt einer markanten Sturmserie, die so noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Europa registriert wurde. Nach den eher kleinen Orkantiefs HERTA und JUDITH Anfang Februar folgten Ende des Monats die großflächig zerstörerischen Stürme VIVIAN und WIEBKE, die noch einmal ähnlich hohe Sachschäden verursachten wie DARIA.

Ob und wann ein Sturm droht, erfährt man auf www.wetteronline.de, mit der WetterOnline App oder durch einen Blick auf die neue Wetterstation wetteronline home. Mit dem Alexa-Skill von WetterOnline sowie dem Skill für den Google Assistant können Wetterinfos auch über die digitalen Helfer abgefragt werden.

 

Kunstwerke der Kälte: Eisblumen

So entstehen die filigranen Muster auf den Fenterscheiben

Bonn/Duisburg, 21. Januar 2020 - Vor der Zeit wärmegedämmter Fensterscheiben sah man die vergängliche Glaskunst häufiger bei Frost: Eisblumen. Die Eiskristalle in Anmutung von Federn, Farnblättern, Bäumen oder Blumen entdeckt man zuweilen heute noch an Autoscheiben oder Flachdachfenstern. Ihre Entstehung gibt Rätsel auf.

Glaskunst von Väterchen Frost: Eisblumen in Form von Federn, Fächern oder Blüten.  Foto Wetter Online

Zauberwort Resublimation

Damit sich Eisblumen bilden, bedarf es verschiedener Faktoren. Grundlegend sind die Temperatur und der Feuchtigkeitsgehalt der Luft, die zur sogenannten Resublimation führen. Eisblumen entstehen an der Innenseite ungedämmter dünner Fensterscheiben, wenn die Außentemperatur unter 0 Grad sinkt. Die Luft kann umso weniger Wasser aufnehmen, je kälter sie wird. „Wenn im Winter die Heizung in Räumen abgesenkt wird, um zum Beispiel Energie zu sparen und oder um einfach besser zu schlafen, sinkt die Temperatur im Zimmer und die Luft übersättigt sich mit Wasser.“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline.
„Dieses Wasser setzt sich an den Fensterscheiben ab, so wie man es zum Beispiel nach dem Duschen im Bad beobachten kann. Liegt aber die Temperatur der Fensterscheibe unter 0 Grad, kann das gasförmige Wasser auf dem Glas unmittelbar gefrieren. Das Wasser setzt sich dabei also nicht in flüssiger Form auf der Scheibe ab, sondern direkt im festen Zustand als Eis. Diesen Vorgang nennt man Resublimation.“

Die Entstehung der Gestalt von Eisblumen ist bis heute nicht genau geklärt. Foto Wetter Online

 

Wachstum der Eisblume

Die Bildung einer Eisblume beginnt immer an einem Kristallisationskern. Auf einer Fensterscheibe können dies feine Schmutzpartikel, die Oberflächenbeschichtung oder Kratzer sein. An diesen lagert sich das gefrorene Wasser aus der Luft an. Die Partikel bilden nun den Ausgangspunkt für die weiteren Verzweigungen und Verästelungen der Eisblume. Mehr und mehr Wassermoleküle lagern sich an. Die Gebilde aus Eis wachsen
zusammen, verzweigen sich schließlich weiter und lassen so die besonderen Muster der Eisblumen entstehen. Manchmal kann man in den floralen Formen die Wischmuster vom Fensterputzen oder die Scheibenwischerbewegung wiedererkennen. Oft scheinen die Gebilde aber auch rein zufällig zu entstehen.

Welche Gestalt die Eisblume annehmen wird, lässt sich nach heutigen Erkenntnissen nicht vorhersagen. Eisblumen sind ebene Kristalle des Wassers. Ihre Formen beruhen wie bei einer Schneeflocke auf einer hexagonalen Symmetrie. Interessant ist, dass bei den Eisblumen die Gestalt eines kleinen Teiles so ist wie die des großen, es besteht als eine sogenannte Selbstähnlichkeit. Da ihr Gebilde demnach auch nie fertig sein kann und deshalb unvollkommen ist, beschreibt man sie in der Mathematik auch als Fraktal.

 

Rekord-Hoch EKART über England

Auswirkungen auf Wetter und Gesundheit

Hoch EKART über Großbritannien mausert sich zum stärksten Hochdruckgebiet seit Jahrzehnten in dieser Region Europas. Der Luftdruck steigt auf der Insel bis auf rekordverdächtige 1050 Hektopascal und auch in Deutschland in Rekordnähe.


Der Luftdruck steigt auf rekordverdächtige Werte von über 1045 Hektopascal


Hoher Luftdruck – Ruhiges Winterwetter in Deutschland

In Deutschland stehen die Barometer auf Anschlag. Besonders in Nordrhein-Westfalen kommt man mit über 1045 Hektopascal an die höchsten Luftdruck-Werte seit Jahrzehnten ran. In Essen liegt der über 60 Jahre alte Rekord bei 1047,8 Hektopascal. Durch das extreme Hoch herrscht in der neuen Woche ruhiges Winterwetter in Deutschland.
„Bis Freitag bleibt es im ganzen Land trocken. Dazu gibt es einen Mix aus Sonne und Wolken. Regional können sich Nebel und Hochnebel länger halten, dies gilt vor allem für die Flusstäler. Die Höchstwerte liegen meist zwischen 3 und 7 Grad. Im Dauergrau bleibt es kälter. Nachts wird es verbreitet frostig, Richtung Alpen gibt es in der ersten Wochenhälfte sogar zweistellige Minusgrade. Milder ist es ganz im Norden.“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe bei WetterOnline.

Besonders hohe Luftdruck-Werte werden aktuell in Großbritannien gemessen, das eigentlich für seine Sturmtiefs bekannt ist. Nun aber liegt das extrem kräftige Hoch EKART über den Britischen Inseln. Mit rund 1050 Hektopascal stieg der Luftdruck in der Nacht zum Montag dort auf den höchsten Wert seit 1992. Eventuell wird sogar noch der absolute Luftdruck-Rekord von 1902 geknackt, damals zeigte das Barometer unglaubliche 1053 Hektopascal.

Zur Einordnung erklärt Habel: „Luftdruck ist nichts anderes als das Gewicht der Lufthülle, die uns umgibt. Das Gewicht der Erdatmosphäre ist abenteuerlich! Sie wiegt 5 Trillionen Kilogramm. Auf jedem Quadratmeter Erdoberfläche, und damit auch auf uns Menschen, lasten somit bei einem mittleren Luftdruck von 1.013 Hektopascal rund 10 Tonnen Luft. Das hohe Gewicht der Luftsäule über uns spüren wir jedoch nicht als Last, die auf unsere Köpfe drückt. Die Schwankungen des Luftdrucks allerdings werden möglicherweise von einigen sensiblen Menschen wahrgenommen.“

Auswirkungen des Luftdrucks auf die Gesundheit

Ernsthafte Auswirkungen hat extrem hoher Luftdruck nicht, auch wenn in England am Wochenende vor Störungen des TV-Signals und Ohrdruck gewarnt wurde. Tatsächlich berichten aber immer wieder Menschen davon, dass sie Luftdruckschwankungen „fühlen“. Es wird immer wieder diskutiert wird, ob ein plötzlicher Luftdruckabfall ein Gesundheitsrisiko darstellt, jedoch ist dies wissenschaftlich bisher nicht belegt.
„Jahrzehntelange Forschungen von Medizinern und Atmosphärenphysikern konnten keine direkten Zusammenhänge zwischen Luftdruckschwankungen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen bestätigen. Man kam zu dem Schluss, dass es sich bei den beobachteten Krankheitsfällen und der gleichzeitigen Wetterlage offenbar um Scheinkausalitäten handelt.
Mit anderen Worten: In vielen Millionen Jahren haben wir Landbewohner uns evolutionär an die sich langsam wandelnden natürlichen Druckverhältnisse angepasst. Daher nehmen wir diese nicht wahr.“, sagt Habel.

Anders sieht es aus, wenn sich der Luftdruck plötzlich und rapide verändert, bspw. beim Start oder der Landung eines Flugzeugs, bei der Fahrt in einem Aufzug oder beim raschen Bergauf- oder Bergabfahren mit dem Auto. Unter Umständen kann dabei unsere Ohrtrompete den Druckausgleich zwischen Umgebungsluft und dem Mittelohr nicht schnell genug herstellen. Unser Trommelfell wölbt sich dann minimal nach innen oder außen, was wir als unangenehmen Druck empfinden.


Ob die ruhige Wetterlage Bestand hat, erfährt man auf www.wetteronline.de, mit der WetterOnline App oder durch einen Blick auf die neue Wetterstation wetteronline home. Mit dem Alexa-Skill von WetterOnline sowie dem Skill für den Google Assistant können Wetterinfos auch über die digitalen Helfer abgefragt werden.


Ruhiges Winterwetter mit einem freundlichen Mix aus Sonne und Wolken dank Hoch EKART.

Der Polarwirbel hält den Winter fern

Wettermaschine voll in Fahrt - Grönland-Polarwirbel bringt mildes Wetter

Ein mächtiges Tiefdruckgebiet bei Grönland führt immer wieder milde Luft nach Mitteleuropa. Quelle: WetterOnline

Bonn/Duisburg, 9. Januar 2020 - Schon seit Wochen dümpelt der Winter so vor sich hin. Schnee und Eis haben bei der vorherrschenden Wetterlage keine Chance. „Grund dafür ist der Polarwirbel, der derzeit im Bereich Grönland zu finden ist.“, erklärt Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline.

„Das ihn umgebende Starkwindband in über 10 Kilometer Höhe – der Jet-Stream – steuert im Winterhalbjahr Zugbahn und Stärke von Tiefdruckgebieten auf der Nordhalbkugel. Der Polarwirbel beeinflusst somit entscheidend die Temperaturverteilung zwischen dem Nordpol und mittleren Breiten.” S

chwächelt der Polarwirbel oder verändert er seine Position, so dominieren Hochdruckgebiete. Polarluft kann dann leichter nach Süden und somit auch nach Mitteleuropa und Deutschland strömen. Ist der Polarwirbel hingegen stark wie derzeit, so bewirkt er kräftige Tiefs. Milde Westwinde dominieren unser Wetter, polare Kaltlufteinbrüche sind unmöglich. “Für winterliche Kälte und Schnee bei uns in Deutschland sind die Voraussetzungen also schlecht, solange Westwind den Ton angibt.”, betont Habel. 

So funktioniert der Polarwirbel
Über Alaska und Sibirien herrscht derzeit hoher Luftdruck. Rund um Grönland hingegen dominiert tiefer Luftdruck das Wettergeschehen und setzt somit den Polarwirbel in Gang. „Um das stark ausgeprägte Tief bei Grönland weht der Wind entgegen dem Uhrzeigersinn. Für uns in Europa bedeutet dies, dass die Luft fast immer aus Westen oder Südwesten zu uns strömt.“, erklärt Matthias Habel.

„Richtig kalte Luft aus Norden und Nordosten hat so keine Chance. Bestenfalls dreht der Wind kurzzeitig mal auf Nordwest und bringt nur den höchsten Lagen der Mittelgebirge ein paar Flocken. Rasch aber dreht der Wind mit Durchzug des Tiefs wieder auf West und lässt die weiße Pracht schnell wieder verschwinden.“

Der Ausblick Für Winterliebhaber gibt es derzeit keinen Grund zur Hoffnung, da alle Wettermodelle übereinstimmend anzeigen, dass die eingefahrene Westwetterlage fortbesteht. „Damit bei uns Winterwetter einkehrt, ist bei uns eine komplett andere Wetterlage erforderlich.“, weiß Habel.
 „Dazu müsste sich der Polarwirbel in Richtung Mitteleuropa oder bestenfalls nach Osteuropa verlagern. Gleichzeitig sollte sich ein mächtiges Hoch über dem Ostatlantik bilden und bis in die Polregion erstrecken. Dann würde die Luft bei uns direkt aus Norden kommen. Winterliches Wetter mit Schnee und Kälte wäre die Folge. Davon allerdings sind wir derzeit meilenweit entfernt. “

Drittwärmstes Jahr seit 1881: Heißeste NRW-Orte am 25. Juli 2019 waren Duisburg-Baerl und Tönisvorst mit 41,2 °C.

2019 Niederschlagsarm und sonnenscheinreich
Offenbach/Duisburg, 30. Dezember 2019 – Wie bereits die meisten der vorangegangenen Jahre, so verlief auch 2019 in Deutschland wieder zu trocken, mit mehr Sonnenschein als üblich und vor allem deutlich zu warm. Es war sogar das drittwärmste Jahr seit dem Beginn von regelmäßigen Messungen 1881. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

2019 begann mit einem niederschlagsreichen Januar. Wolken stauten sich an den Nord-rändern der Berge und führten dort zu lange nicht erlebten Schneemassen.
- Der Februar zeigte sich dagegen als sonnenscheinreichster Monat seit Messbeginn und mit sehr hohen Temperaturen bereits richtig frühlingshaft.
- Im März fegte eine ganze Reihe von schweren Stürmen über das Land, bevor der April mit trockenem und häufig sehr warmem Wetter schon einen Vorgeschmack auf den Sommer brachte.
- Völlig anders der Mai: Nach 13 zu warmen Monaten hintereinander verlief er sehr kühl und nass. Doch folgte der wärmste und sonnigste Juni seit Messbeginn. Dies war der Auftakt eines weiteren erheblich zu trockenen und extrem heißen Sommers, der alle vorangegangenen noch an Hitze übertraf. Flüsse trockneten aus und auch die Wälder litten unter der großen Trockenheit.
- Im September begann eine Periode mit mehr Niederschlag, die mit kurzen Unterbrechungen bis Weihnachten anhielt und die Dürre allmählich beendete. Im Juli extreme Hitzewelle mit über 40 Grad an drei aufeinander folgenden Tagen. Der Temperaturdurchschnitt lag im Jahr 2019 mit 10,2 Grad Celsius (° C) um 2,0 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung nach oben 1,3 Grad.

Damit gehört 2019 neben 2018 mit 10,5 °C und 2014 mit 10,3 °C zu den drei wärmsten Jahren seit dem Beginn regelmäßiger Aufzeichnungen 1881.
Großen Anteil daran hatten elf zu warme Monate, sowie die extreme Hitze Ende Juli, als die Temperatur an 23 Messstellen auf 40,0 °C oder darüber kletterte. Am höchsten stieg die Temperatur dabei am 25. Juli in Lingen im Emsland mit dem neuen deutschen Rekord von 42,6 °C.
Den kältesten Wert meldete Deutschneudorf-Brüderwiese am 21. Januar mit - -18,6 °C. Erneut zu wenig Niederschlag Mit rund 730 Litern pro Quadratmeter (l/m²) erreichte 2019 nur 93 Prozent des Solls von 789 l/m². Der wenigste Niederschlag fiel vom Thüringer Becken bis zur Leipziger Tieflandsbucht, wo lokal nur etwa 350 l/m² zustande kamen.
Den meisten Regen und Schnee erhielt das Allgäu mit bis zu 2450 l/m². Die größte Tagessumme meldete Kreuth-Glashütte bei Bad Tölz am 28. Juli mit 138,9 l/m
, die höchste Schneedecke abseits der Berggipfel Anger-Stoißberg bei Bad Reichenhall am 13. Januar mit 240 cm.
Sonnenschein deutlich im Plus
Mit etwa 1800 Stunden übertraf der Sonnenschein sein Soll von 1544 Stund Stu Stund S Stund Stu Stund Stunden um 18 Prozent. Am längsten zeigte sich die Sonne am Hochrhein mit r mi mit r mit r mi mit r mit rund 2120 Stunden, am wenigsten im Norden und im Sauerland mit örtli ö örtl örtli ö örtli örtlich unter 1500 Stunden.

Das Jahr 2019 brachte in Nordrhein-Westfalen 10,7 °C (9,0 °C), knapp 805 l/m² (875 l/m²) und etwa 1715 Sonnenstunden (1440 Stunden). Zahlreiche Karnevalszüge fielen am Rosenmontag (4. März) dem Sturmtief „Bennet“ zum Opfer. In Ochtrup im Münsterland wurde ein Mann in seinem Auto von einem Baum erschlagen.
Auch bei Tief „Eberhard“, dessen Sturmfeld am 10. März NRW traf, starb im Sauerland ein Mann in seinem Auto durch einen umstürzenden Baum. Ein Tornado der Stärke F2, das sind 181 bis 253 km/h, fegte am 13. März durch den Ort Roetgen bei Aachen. Er beschädigte mindestens 4 40 Häuser und verletzte sogar fünf Menschen.
 Am 20. Mai fielen in Nieheim im Weserbergland 91,3 l/m². NRW meldete im Juni mit 298 Stunden einen neuen Sonnenscheinrekord. Den Ruf als wärmste Orte von NRW teilen sich seit dem 25. Juli Duisburg-Baerl und Tönisvorst we westlich von Krefeld mit 41,2 °C.

Jahreswechsel: Extremer Böller-Nebel durch Feinstaub

Smog in der Silvester-Nacht

Bonn/Duisburg, 27. Dezember 2019 - Der Wetterbericht für den Jahreswechsel ist auf den ersten Blick gar nicht so schlecht: Trocken, kalt und verbreitet windstill. Doch vor allem aufgrund der Windstille droht in der Silvesternacht die Gefahr von "Böller-Nebel".

Das Jahr endet mit Hochdruck

„Das Wetter am Silvesterabend wird von einem kräftigen Hoch mit Zentrum über Großbritannien dominiert. Es bringt ganz Deutschland trockenes Wetter.“, weiß Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline. „Dabei wird es im Norden windig und frostfrei bleiben, im Rest des Landes hingegen sinken die Temperaturen bei nur wenig Wind schnell in den frostigen Bereich. Fürs Anstoßen und Raketenzünden empfehlen sich bei Temperaturen von 0 bis minus 4 Grad daher Handschuhe und Mütze.“, so Habel.

Smog und Nebel durch Feinstaub

Von Nordrhein-Westfalen bis nach Bayern wird es zum Jahreswechsel windstill. „Genau dies ist ein Problem!“, warnt Habel. „Die bodennahe Kaltluft wird sich innerhalb von Minuten durch das Feuerwerk mit großen Mengen von Feinstaub anreichern.  Vor allem in Flusstälern und in Orten, wo intensiv Feuerwerk abgebrannt wird, bildet sich in kürzester Zeit dichter Nebel. Dabei wird die Sichtweite abrupt auf unter zehn Meter sinken. Dies schränkt nicht nur die Sicht auf das Feuerwerk ein, sondern stellt auch eine Gefahr für den Straßenverkehr dar. Die hohen Feinstaubmengen können zudem gesundheitsschädlich sein, da der nicht vorhandene Wind die Schadstoffe nicht großflächig verbreitet.“

Aerosole ziehen Feuchtigkeit an 

Der Rauch der Silvesterböller und Raketen trägt Milliarden feinster Partikel in die Atmosphäre. An diese als primäre Aerosole bezeichneten Staubteilchen dockt die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit an. In der Folge kann sich in kürzester Zeit dichter Nebel bilden. Aufgrund der verbreitet vorherrschenden Windstille kann diese Situation bis weit nach Mitternacht andauern. Die Feinstaubkonzentration dürfte in vielen Orten die höchsten Werte des ganzen Jahres erreichen. 

Autobahnsperrungen möglich

Besonders extrem war der Nebel zum Jahreswechsel 2014/2015. Damals sank die Sichtweite unter anderem in Hamburg und Köln auf teils unter 5 Meter. Autos fuhren nur noch im Schritttempo durch den "Böller-Nebel", die Fahrer mussten teils von Fußgängern gelotst werden, die sich am Randstreifen der Straße orientierten. Bei Köln wurden damals sogar Autobahnen gesperrt. 

Extremer "Böller-Nebel" kann sich bei Windstille in der Silvesternacht innerhalb von Minuten bilden. Autofahren ist bei solch widrigen Sichtverhältnissen nur noch in Schrittgeschwindigkeit möglich.  Foto WetterOnline


 

Von wegen zu kalt: Sport im Winter ist sehr effektiv

Auf die richtige Tageszeit kommt es an — Dopamin gegen das Wintertief

Bonn/Duisburg, 16. Dezember 2019 - Winterzeit ist Kuschelzeit. Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, ist die Sehnsucht nach Ruhe und Entschleunigung groß. Da machen wir es uns doch lieber mit dem inneren Schweinehund auf dem Sofa bequem, als in die Laufschuhe zu schlüpfen. Die Arbeit an der Bikinifigur verschieben wir auf das nächste Frühjahr und züchten Bauch und Hüften mit Spekulatius und Lebkuchen. Dabei ist ausdauernder Sport gerade in der kalten Jahreszeit besonders effektiv, baut Stress ab und stärkt unser Immunsystem.

Mit Training dem Winterblues trotzen
Was viele nicht wissen: Im Winter verbrauchen wir beim Sport die meisten Kalorien, weil der Körper zusätzliche Energie aufbringen muss, um den Organismus warm zu halten. Wer im Winter also regelmäßig trainiert, kann seine Fitness sogar noch steigern und muss im Frühjahr nicht wieder bei null anfangen. Positiver Nebeneffekt: Sport im Winter hält uns gesund. Setzen wir unseren Körper regelmäßig Kältereizen aus, stärken wir unser Immunsystem. Bei Minusgraden durch den Park zu spurten, ist also nicht nur was für Sportfanatiker und Spitzensportler, sondern eine einfache Lösung, gesund durch den Winter zu kommen. Da durch Sport das Stresshormon Cortisol abgebaut und Wohlfühlhormone wie Dopamin und Serotonin ausgeschüttet werden, entgehen wir durch regelmäßiges Training sogar dem Wintertief und sorgen stattdessen für gute Stimmung.

Geringere Luftfeuchtigkeit im Winter: entschleunigt beschleunigen, so lautet die Devise

Damit Sport im Winter auch gesunde Effekte bringt, sollte man Folgendes wissen: „Die Luftfeuchtigkeit ist bei Kälte meist gering. Atmen wir bei hoher Belastung zu stark durch den Mund, trocknen unsere Schleimhäute aus und wir werden anfälliger für Viren“, so Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe bei WetterOnline. Beim Sport im Winter sollte man es also nicht übertreiben: „Zum Training eignen sich besonders ausdauernde Sportarten mit geringerer Belastung wie beispielsweise Fahrradfahren, Wandern oder moderates Joggen. Wenn es besonders kalt ist, hilft das Atmen durch die Nase. Dann kommt die Luft warm in der Lunge an“, so Habel. 

Ein zu intensives Training bei Kälte kann den Körper hingegen schwächen und krank machen. Um sich vor Krankheiten zu schützen, sind Sportler mit dem Zwiebellook auf der sicheren Seite, denn zwischen den Kleidungsschichten bleibt die Wärme gut erhalten. Wer eine Mütze trägt, schützt seinen Körper ebenfalls vor Wärmeverlust. 

Tageslicht: Power für die Muskeln

Mit durchschnittlich zwei Sonnenstunden täglich ist Tageslicht in der dunklen Jahreszeit nur spärlich vorhanden. Trotzdem sollte man nach Möglichkeit im Hellen trainieren. Studien zeigten, dass Licht sich begünstigend auf die Leistungsfähigkeit und den Stoffwechsel der Muskeln auswirkt. Für ein gesundes Training im Winter ist also der Sport-Biorhythmus entscheidend. Besonders gut eignet sich der Nachmittag, da ist es am wärmsten. 

Die Temperaturen spielen jedoch für das Training nur eine untergeordnete Rolle: Bei regelmäßigem Outdoor-Training im Winter sind auch niedrige Temperaturen unter dem Gefrierpunkt unproblematisch. 


Bei niedrigen Temperaturen ist der Kalorienverbrauch besonders hoch. Quelle: WetterOnline

 

 

Weiße Weihnachten – Ideal und Wirklichkeit

Laut Statistik zu Weihnachten häufig Tauwetter

Bonn/Duisburg, 04. Dezember 2019 - Kurz vor Weihnachten stellt sich die beliebteste aller Fragen: Wie wird das Weihnachtswetter? Doch der Wunsch nach weißen Weihnachten wird seltener erfüllt als gedacht.

Grenzen der Prognose

Die Frage nach Weißen Weihnachten lässt kaum jemanden kalt und frühzeitige Prognosen gibt es jedes Jahr aufs Neue. „Bei langfristigen Prognosen handelt es sich um grobe Modellierungen, die von den Wetterdiensten experimentell durchgeführt werden und Tendenzen für die Wetterentwicklung der kommenden Wochen und Monate angeben“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline. „Für das Wetter über vier bis sieben Tage hinaus kann man aber generell nur Trends zur wahrscheinlichen Entwicklung abschätzen.“ Alles darüber hinaus bleibt also spekulativ. „Denn bereits geringfügige Störungen eines Musters können das Wetter in völlig gegensätzliche Richtungen lenken. Dieses sogenannte Chaos-Prinzip sorgt dafür, dass seriöse Jahreszeiten-Vorhersagen und Prognosen über viele Wochen schlicht und einfach nicht möglich sind“, so der Experte Habel. 

Statistische Chancen für Schnee

Ein paar Wochen vor Heiligabend ist zwar noch keine Prognose möglich, eine statistische Wahrscheinlichkeit kann man aber durchaus bestimmen. „Die Chancen für Schnee an Weihnachten liegen im Flachland meist bei 10 bis 20 Prozent, am Alpenrand bei über 50 Prozent. Für eine genauere Vorhersage müssen wir uns noch gedulden. Erst um den 15. Dezember herum lässt sich ein grober Trend aus den Wettermodellen ablesen, eine halbwegs treffsichere Tagesprognose für die Festtage ist frühestens ab dem 20. Dezember möglich.“, weiß Habel. 

Weihnachtstauwetter-Eine meteorologische Singularität

Ursache für die ernüchternden Zahlen ist das sogenannte Weihnachtstauwetter, das oft für mildes Regenwetter an den Feiertagen sorgt. Mit bis zu 70 Prozent Eintreffwahrscheinlichkeit tritt es bemerkenswert häufig auf. Unter dem Begriff Weihnachtstauwetter versteht man eine milde und nasse Witterungsphase in Mitteleuropa, die in den meisten Jahren in der Zeit um Weihnachten eintritt, meist zwischen dem 24. und 29. Dezember. Bis in die Hochlagen der Mittelgebirge taut dann der Schnee. Das Weihnachtstauwetter gehört zu den bedeutendsten Witterungsregelfällen. Man bezeichnet diese Regelfälle in der Meteorologie als Singularitäten, weil sie mit hoher Wahrscheinlichkeit zu bestimmten Zeiten im Jahr auftreten und vom durchschnittlichen Wetterverlauf der Jahreszeit deutlich abweichen. 


An Heiligabend ist eher selten mit Schnee und Eis zu rechnen. Foro WetterOnline


Herbst: Recht durchschnittlich, aber trotzdem leicht zu warm

Offenbach/Duisburg, 29. November 2019 -  Zu Beginn war der meteorologische Herbst 2019 in Deutschland unter dem Einfluss von Hochdruckgebieten meist warm, trocken und sonnig. Ab Ende September dominierten dann Tiefdruckgebiete mit mehr Wolken und vor allem reichlich Niederschlag, der die große Trockenheit beendete.
Insgesamt verliefen die Monate September, Oktober und November leicht zu warm und nass bei durchschnittlicher Sonnenscheindauer. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

Häufiger Wechsel zwischen warmen und kühlen Perioden
Mit 10,1 Grad Celsius (°C) lag im Herbst der Temperaturdurchschnitt um 1,3 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur wärmeren Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung nach oben 1,1 Grad. Pünktlich zum meteorologischen Herbstbeginn am 1. September gab es einen kräftigen Temperaturrückgang in Deutschland. Lediglich im Osten kletterte das Quecksilber nochmals auf hochsommerliche Werte. Heißester Ort war dabei Coschen, südlich von Eisenhüttenstadt, mit 33,6 °C.

Anschließend wechselten kühle und warme Abschnitte häufig einander ab: Vom 19. bis zum 21. September traten lokal schon die ersten Nachtfröste auf. Dagegen konnte man vom 12. bis zum 15. Oktober für die Jahreszeit recht spät verbreitet noch Sommertage mit 25 °C und mehr zählen.
Während die Temperatur am 31. Oktober in Sohland, südlich von Bautzen, bis auf -8 °C sank, stieg sie bereits am 2. November in Ohlsbach bei Offenburg wieder auf 20 °C an. Den bundesweit tiefsten Wert in diesem Herbst meldete Meßstetten auf der Schwäbischen Alb, östlich von Rottweil, am 11. November mit -9,6 °C.

Ende der großen Trockenheit
Mit etwa 205 Litern pro Quadratmeter (l/m²) überschritt der Herbst sein Soll von 183 l/m² um 11 Prozent. Zunächst setzte sich in den meisten Gebieten die Trockenheit des Sommers weiter fort. Erst im letzten Septemberdrittel ging die Dürre überall in Deutschland mit flächendeckenden Regenfällen zu Ende. Diese kamen für die Wälder jedoch häufig zu spät: Sie waren teilweise bereits abgestorben.
Die nasse Witterung dauerte mit kurzen Unterbrechungen bis in den November an; der Regen ging dabei in der zweiten Novemberdekade mancherorts in Schnee über. Niederschlagsreiche und zu trockene Gebiete lagen im Herbst verstreut in ganz Deutschland. Die Monatssummen schwankten lokal zwischen rund 500 und 90 l/m². Die größte 24-stündige Menge fiel in Sigmarszell-Zeisertsweiler bei Lindau am Bodensee am 8. September mit 71,2 l/m².

Sonnenscheindauer fast genau im Mittel
Der Sonnenschein wich mit rund 315 Stunden kaum von seinem Soll von 311 Stunden ab. Die sonnenscheinreichsten Gebiete mit örtlich bis zu 415 Stunden befanden sich im Bayerischen Wald, im Allgäu und in Sachsen. Wenig Sonnenschein erhielten das Sauerland und Schleswig-Holstein mit teils weniger als 230 Stunden.

Im Herbst 2019 kam Nordrhein-Westfalen auf eine mittlere Temperatur von 10,3 °C (9,5 °C). Die Niederschlagsmenge lag mit mehr als 240 l/m² um 16 Prozent über dem Soll (208 l/m²), die Sonnenscheindauer mit gut 280 Stunden (294 Stunden) um vier Prozent darunter. Damit gehörte Nordrhein-Westfalen zu den sonnenscheinarmen Bundesländern.


Vom Staubkorn zum Eiskristall: So entsteht Schnee 

Bonn/Duisburg, 27. November 2019 - Wie er sich bildet, welche Arten es gibt und warum Schnee eigentlich weiß ist Wenn der Winter vor der Tür steht und es draußen kälter wird, träumen viele von schneebedeckten Dächern und Baumwipfeln.

Damit Schnee entsteht, muss nicht nur die Temperatur, sondern auch die Luftfeuchtigkeit stimmen. Foto WetterOnline

Ob und wieviel Schnee in der kalten Jahreszeit noch fallen wird, hängt nicht allein von der Temperatur ab. Luftfeuchtigkeit und Kondensationskerne Damit Schnee entstehen kann, muss die Luft ausreichend Feuchtigkeit und Kondensationskerne enthalten.
Das können zum Beispiel kleine Staub- oder Rußpartikel sein, die in der Luft schweben. Sinkt die Temperatur in der Höhe weit genug ab, so frieren die Wassermoleküle in der Luft an dem Kondensationskern fest und bilden ein Eiskristall. „Damit Schnee entsteht, müssen die Temperaturen in den Wolken etwa minus 12 Grad betragen“, so Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe bei WetterOnline. Haben sich die Eiskristalle gebildet und sind schwer genug, fallen sie aufgrund der Schwerkraft langsam auf die Erde.
Auf diesem Weg verhaken sich einzelne Kristalle miteinander und bilden so die typischen Schneeflocken. Schneesterne  Die spezielle Form der Eiskristalle entsteht durch den Aufbau der Wassermoleküle. In diesen gruppieren sich die beiden Atome des Wasserstoffs in einem Winkel von 105 Grad um das Sauerstoffatom. Beim Gefrieren entstehen durch die Verbindung mehrerer Wassermoleküle sechseckige Eisplättchen, deren Durchmesser geringer ist als 0,1 Millimeter. Schwebt ein Eisplättchen nach unten, so friert auf diesem Weg Wasserdampf an den sechs Ecken des Plättchens fest und ein Schneestern entsteht.
Jeder Schneekristall ist dabei einzigartig und seine Form abhängig von der Temperatur, weiß Matthias Habel: „Bei tiefen Temperaturen entstehen eher Schneeplättchen und -prismen. Ist es wärmer, bilden die Kristalle ihre Sternform aus“. Auch die Größe der Schneeflocke hängt von Temperatur und Luftfeuchtigkeit ab: Je kälter es ist, desto weniger Luftfeuchtigkeit ist vorhanden und es entstehen nur kleine Flocken. Bei höheren Temperaturen und einer höheren Luftfeuchtigkeit bilden sich hingegen größere Schneeflocken.

„Genau wie Wasser sind Schneekristalle übrigens transparent“, ergänzt Meteorologe Matthias Habel. „Sie wirken jedoch wie kleine Spiegel, die das Licht reflektieren und streuen. Schnee erscheint daher weiß.“  Formen des Schnees  Hat die Schneeflocke den Boden einmal erreicht, beginnt sie mit ihrer Verwandlung.
Während die feinen Kristalle bei frisch gefallenem Schnee intakt sind, verlieren sie durch Temperaturschwankungen ihre Form.
Die feinen Äste bilden sich zurück, brechen ab und kleben aneinander. Mit steigenden Temperaturen wird pulvriger Neuschnee allmählich feuchter. Durch wiederholte Schmelz- und Gefrierzyklen entsteht grobkörniger Sulz- bzw. Nassschnee. Er verwandelt sich durch weiteres Schmelzen und Gefrieren zu einer kompakten Eisschicht, die als Harsch bezeichnet wird.

Schnee, der mindestens ein Jahr alt ist und eine besonders hohe Dichte aufweist wird Firn genannt, aus diesem kann nach Ablauf weiterer Jahre Gletschereis entstehen. Der beste Schnee für Schneemänner und Schneeballschlachten ist übrigens frischer und gleichzeitig feuchter Schnee, denn dieser klebt unter Druck besonders gut zusammen.