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Kapriolen, Unwetter und Rekorde  Redaktion Harald Jeschke

 
Der Polarwirbel hält den Winter fern

Wettermaschine voll in Fahrt - Grönland-Polarwirbel bringt mildes Wetter

Ein mächtiges Tiefdruckgebiet bei Grönland führt immer wieder milde Luft nach Mitteleuropa. Quelle: WetterOnline

Bonn/Duisburg, 9. Januar 2020 - Schon seit Wochen dümpelt der Winter so vor sich hin. Schnee und Eis haben bei der vorherrschenden Wetterlage keine Chance. „Grund dafür ist der Polarwirbel, der derzeit im Bereich Grönland zu finden ist.“, erklärt Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline.

„Das ihn umgebende Starkwindband in über 10 Kilometer Höhe – der Jet-Stream – steuert im Winterhalbjahr Zugbahn und Stärke von Tiefdruckgebieten auf der Nordhalbkugel. Der Polarwirbel beeinflusst somit entscheidend die Temperaturverteilung zwischen dem Nordpol und mittleren Breiten.” S

chwächelt der Polarwirbel oder verändert er seine Position, so dominieren Hochdruckgebiete. Polarluft kann dann leichter nach Süden und somit auch nach Mitteleuropa und Deutschland strömen. Ist der Polarwirbel hingegen stark wie derzeit, so bewirkt er kräftige Tiefs. Milde Westwinde dominieren unser Wetter, polare Kaltlufteinbrüche sind unmöglich. “Für winterliche Kälte und Schnee bei uns in Deutschland sind die Voraussetzungen also schlecht, solange Westwind den Ton angibt.”, betont Habel. 

So funktioniert der Polarwirbel
Über Alaska und Sibirien herrscht derzeit hoher Luftdruck. Rund um Grönland hingegen dominiert tiefer Luftdruck das Wettergeschehen und setzt somit den Polarwirbel in Gang. „Um das stark ausgeprägte Tief bei Grönland weht der Wind entgegen dem Uhrzeigersinn. Für uns in Europa bedeutet dies, dass die Luft fast immer aus Westen oder Südwesten zu uns strömt.“, erklärt Matthias Habel.

„Richtig kalte Luft aus Norden und Nordosten hat so keine Chance. Bestenfalls dreht der Wind kurzzeitig mal auf Nordwest und bringt nur den höchsten Lagen der Mittelgebirge ein paar Flocken. Rasch aber dreht der Wind mit Durchzug des Tiefs wieder auf West und lässt die weiße Pracht schnell wieder verschwinden.“

Der Ausblick Für Winterliebhaber gibt es derzeit keinen Grund zur Hoffnung, da alle Wettermodelle übereinstimmend anzeigen, dass die eingefahrene Westwetterlage fortbesteht. „Damit bei uns Winterwetter einkehrt, ist bei uns eine komplett andere Wetterlage erforderlich.“, weiß Habel.
 „Dazu müsste sich der Polarwirbel in Richtung Mitteleuropa oder bestenfalls nach Osteuropa verlagern. Gleichzeitig sollte sich ein mächtiges Hoch über dem Ostatlantik bilden und bis in die Polregion erstrecken. Dann würde die Luft bei uns direkt aus Norden kommen. Winterliches Wetter mit Schnee und Kälte wäre die Folge. Davon allerdings sind wir derzeit meilenweit entfernt. “

Drittwärmstes Jahr seit 1881: Heißeste NRW-Orte am 25. Juli 2019 waren Duisburg-Baerl und Tönisvorst mit 41,2 °C.

2019 Niederschlagsarm und sonnenscheinreich
Offenbach/Duisburg, 30. Dezember 2019 – Wie bereits die meisten der vorangegangenen Jahre, so verlief auch 2019 in Deutschland wieder zu trocken, mit mehr Sonnenschein als üblich und vor allem deutlich zu warm. Es war sogar das drittwärmste Jahr seit dem Beginn von regelmäßigen Messungen 1881. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

2019 begann mit einem niederschlagsreichen Januar. Wolken stauten sich an den Nord-rändern der Berge und führten dort zu lange nicht erlebten Schneemassen.
- Der Februar zeigte sich dagegen als sonnenscheinreichster Monat seit Messbeginn und mit sehr hohen Temperaturen bereits richtig frühlingshaft.
- Im März fegte eine ganze Reihe von schweren Stürmen über das Land, bevor der April mit trockenem und häufig sehr warmem Wetter schon einen Vorgeschmack auf den Sommer brachte.
- Völlig anders der Mai: Nach 13 zu warmen Monaten hintereinander verlief er sehr kühl und nass. Doch folgte der wärmste und sonnigste Juni seit Messbeginn. Dies war der Auftakt eines weiteren erheblich zu trockenen und extrem heißen Sommers, der alle vorangegangenen noch an Hitze übertraf. Flüsse trockneten aus und auch die Wälder litten unter der großen Trockenheit.
- Im September begann eine Periode mit mehr Niederschlag, die mit kurzen Unterbrechungen bis Weihnachten anhielt und die Dürre allmählich beendete. Im Juli extreme Hitzewelle mit über 40 Grad an drei aufeinander folgenden Tagen. Der Temperaturdurchschnitt lag im Jahr 2019 mit 10,2 Grad Celsius (° C) um 2,0 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung nach oben 1,3 Grad.

Damit gehört 2019 neben 2018 mit 10,5 °C und 2014 mit 10,3 °C zu den drei wärmsten Jahren seit dem Beginn regelmäßiger Aufzeichnungen 1881.
Großen Anteil daran hatten elf zu warme Monate, sowie die extreme Hitze Ende Juli, als die Temperatur an 23 Messstellen auf 40,0 °C oder darüber kletterte. Am höchsten stieg die Temperatur dabei am 25. Juli in Lingen im Emsland mit dem neuen deutschen Rekord von 42,6 °C.
Den kältesten Wert meldete Deutschneudorf-Brüderwiese am 21. Januar mit - -18,6 °C. Erneut zu wenig Niederschlag Mit rund 730 Litern pro Quadratmeter (l/m²) erreichte 2019 nur 93 Prozent des Solls von 789 l/m². Der wenigste Niederschlag fiel vom Thüringer Becken bis zur Leipziger Tieflandsbucht, wo lokal nur etwa 350 l/m² zustande kamen.
Den meisten Regen und Schnee erhielt das Allgäu mit bis zu 2450 l/m². Die größte Tagessumme meldete Kreuth-Glashütte bei Bad Tölz am 28. Juli mit 138,9 l/m
, die höchste Schneedecke abseits der Berggipfel Anger-Stoißberg bei Bad Reichenhall am 13. Januar mit 240 cm.
Sonnenschein deutlich im Plus
Mit etwa 1800 Stunden übertraf der Sonnenschein sein Soll von 1544 Stund Stu Stund S Stund Stu Stund Stunden um 18 Prozent. Am längsten zeigte sich die Sonne am Hochrhein mit r mi mit r mit r mi mit r mit rund 2120 Stunden, am wenigsten im Norden und im Sauerland mit örtli ö örtl örtli ö örtli örtlich unter 1500 Stunden.

Das Jahr 2019 brachte in Nordrhein-Westfalen 10,7 °C (9,0 °C), knapp 805 l/m² (875 l/m²) und etwa 1715 Sonnenstunden (1440 Stunden). Zahlreiche Karnevalszüge fielen am Rosenmontag (4. März) dem Sturmtief „Bennet“ zum Opfer. In Ochtrup im Münsterland wurde ein Mann in seinem Auto von einem Baum erschlagen.
Auch bei Tief „Eberhard“, dessen Sturmfeld am 10. März NRW traf, starb im Sauerland ein Mann in seinem Auto durch einen umstürzenden Baum. Ein Tornado der Stärke F2, das sind 181 bis 253 km/h, fegte am 13. März durch den Ort Roetgen bei Aachen. Er beschädigte mindestens 4 40 Häuser und verletzte sogar fünf Menschen.
 Am 20. Mai fielen in Nieheim im Weserbergland 91,3 l/m². NRW meldete im Juni mit 298 Stunden einen neuen Sonnenscheinrekord. Den Ruf als wärmste Orte von NRW teilen sich seit dem 25. Juli Duisburg-Baerl und Tönisvorst we westlich von Krefeld mit 41,2 °C.

Jahreswechsel: Extremer Böller-Nebel durch Feinstaub

Smog in der Silvester-Nacht

Bonn/Duisburg, 27. Dezember 2019 - Der Wetterbericht für den Jahreswechsel ist auf den ersten Blick gar nicht so schlecht: Trocken, kalt und verbreitet windstill. Doch vor allem aufgrund der Windstille droht in der Silvesternacht die Gefahr von "Böller-Nebel".

Das Jahr endet mit Hochdruck

„Das Wetter am Silvesterabend wird von einem kräftigen Hoch mit Zentrum über Großbritannien dominiert. Es bringt ganz Deutschland trockenes Wetter.“, weiß Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline. „Dabei wird es im Norden windig und frostfrei bleiben, im Rest des Landes hingegen sinken die Temperaturen bei nur wenig Wind schnell in den frostigen Bereich. Fürs Anstoßen und Raketenzünden empfehlen sich bei Temperaturen von 0 bis minus 4 Grad daher Handschuhe und Mütze.“, so Habel.

Smog und Nebel durch Feinstaub

Von Nordrhein-Westfalen bis nach Bayern wird es zum Jahreswechsel windstill. „Genau dies ist ein Problem!“, warnt Habel. „Die bodennahe Kaltluft wird sich innerhalb von Minuten durch das Feuerwerk mit großen Mengen von Feinstaub anreichern.  Vor allem in Flusstälern und in Orten, wo intensiv Feuerwerk abgebrannt wird, bildet sich in kürzester Zeit dichter Nebel. Dabei wird die Sichtweite abrupt auf unter zehn Meter sinken. Dies schränkt nicht nur die Sicht auf das Feuerwerk ein, sondern stellt auch eine Gefahr für den Straßenverkehr dar. Die hohen Feinstaubmengen können zudem gesundheitsschädlich sein, da der nicht vorhandene Wind die Schadstoffe nicht großflächig verbreitet.“

Aerosole ziehen Feuchtigkeit an 

Der Rauch der Silvesterböller und Raketen trägt Milliarden feinster Partikel in die Atmosphäre. An diese als primäre Aerosole bezeichneten Staubteilchen dockt die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit an. In der Folge kann sich in kürzester Zeit dichter Nebel bilden. Aufgrund der verbreitet vorherrschenden Windstille kann diese Situation bis weit nach Mitternacht andauern. Die Feinstaubkonzentration dürfte in vielen Orten die höchsten Werte des ganzen Jahres erreichen. 

Autobahnsperrungen möglich

Besonders extrem war der Nebel zum Jahreswechsel 2014/2015. Damals sank die Sichtweite unter anderem in Hamburg und Köln auf teils unter 5 Meter. Autos fuhren nur noch im Schritttempo durch den "Böller-Nebel", die Fahrer mussten teils von Fußgängern gelotst werden, die sich am Randstreifen der Straße orientierten. Bei Köln wurden damals sogar Autobahnen gesperrt. 

Extremer "Böller-Nebel" kann sich bei Windstille in der Silvesternacht innerhalb von Minuten bilden. Autofahren ist bei solch widrigen Sichtverhältnissen nur noch in Schrittgeschwindigkeit möglich.  Foto WetterOnline


 

Von wegen zu kalt: Sport im Winter ist sehr effektiv

Auf die richtige Tageszeit kommt es an — Dopamin gegen das Wintertief

Bonn/Duisburg, 16. Dezember 2019 - Winterzeit ist Kuschelzeit. Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, ist die Sehnsucht nach Ruhe und Entschleunigung groß. Da machen wir es uns doch lieber mit dem inneren Schweinehund auf dem Sofa bequem, als in die Laufschuhe zu schlüpfen. Die Arbeit an der Bikinifigur verschieben wir auf das nächste Frühjahr und züchten Bauch und Hüften mit Spekulatius und Lebkuchen. Dabei ist ausdauernder Sport gerade in der kalten Jahreszeit besonders effektiv, baut Stress ab und stärkt unser Immunsystem.

Mit Training dem Winterblues trotzen
Was viele nicht wissen: Im Winter verbrauchen wir beim Sport die meisten Kalorien, weil der Körper zusätzliche Energie aufbringen muss, um den Organismus warm zu halten. Wer im Winter also regelmäßig trainiert, kann seine Fitness sogar noch steigern und muss im Frühjahr nicht wieder bei null anfangen. Positiver Nebeneffekt: Sport im Winter hält uns gesund. Setzen wir unseren Körper regelmäßig Kältereizen aus, stärken wir unser Immunsystem. Bei Minusgraden durch den Park zu spurten, ist also nicht nur was für Sportfanatiker und Spitzensportler, sondern eine einfache Lösung, gesund durch den Winter zu kommen. Da durch Sport das Stresshormon Cortisol abgebaut und Wohlfühlhormone wie Dopamin und Serotonin ausgeschüttet werden, entgehen wir durch regelmäßiges Training sogar dem Wintertief und sorgen stattdessen für gute Stimmung.

Geringere Luftfeuchtigkeit im Winter: entschleunigt beschleunigen, so lautet die Devise

Damit Sport im Winter auch gesunde Effekte bringt, sollte man Folgendes wissen: „Die Luftfeuchtigkeit ist bei Kälte meist gering. Atmen wir bei hoher Belastung zu stark durch den Mund, trocknen unsere Schleimhäute aus und wir werden anfälliger für Viren“, so Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe bei WetterOnline. Beim Sport im Winter sollte man es also nicht übertreiben: „Zum Training eignen sich besonders ausdauernde Sportarten mit geringerer Belastung wie beispielsweise Fahrradfahren, Wandern oder moderates Joggen. Wenn es besonders kalt ist, hilft das Atmen durch die Nase. Dann kommt die Luft warm in der Lunge an“, so Habel. 

Ein zu intensives Training bei Kälte kann den Körper hingegen schwächen und krank machen. Um sich vor Krankheiten zu schützen, sind Sportler mit dem Zwiebellook auf der sicheren Seite, denn zwischen den Kleidungsschichten bleibt die Wärme gut erhalten. Wer eine Mütze trägt, schützt seinen Körper ebenfalls vor Wärmeverlust. 

Tageslicht: Power für die Muskeln

Mit durchschnittlich zwei Sonnenstunden täglich ist Tageslicht in der dunklen Jahreszeit nur spärlich vorhanden. Trotzdem sollte man nach Möglichkeit im Hellen trainieren. Studien zeigten, dass Licht sich begünstigend auf die Leistungsfähigkeit und den Stoffwechsel der Muskeln auswirkt. Für ein gesundes Training im Winter ist also der Sport-Biorhythmus entscheidend. Besonders gut eignet sich der Nachmittag, da ist es am wärmsten. 

Die Temperaturen spielen jedoch für das Training nur eine untergeordnete Rolle: Bei regelmäßigem Outdoor-Training im Winter sind auch niedrige Temperaturen unter dem Gefrierpunkt unproblematisch. 


Bei niedrigen Temperaturen ist der Kalorienverbrauch besonders hoch. Quelle: WetterOnline

 

 

Weiße Weihnachten – Ideal und Wirklichkeit

Laut Statistik zu Weihnachten häufig Tauwetter

Bonn/Duisburg, 04. Dezember 2019 - Kurz vor Weihnachten stellt sich die beliebteste aller Fragen: Wie wird das Weihnachtswetter? Doch der Wunsch nach weißen Weihnachten wird seltener erfüllt als gedacht.

Grenzen der Prognose

Die Frage nach Weißen Weihnachten lässt kaum jemanden kalt und frühzeitige Prognosen gibt es jedes Jahr aufs Neue. „Bei langfristigen Prognosen handelt es sich um grobe Modellierungen, die von den Wetterdiensten experimentell durchgeführt werden und Tendenzen für die Wetterentwicklung der kommenden Wochen und Monate angeben“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline. „Für das Wetter über vier bis sieben Tage hinaus kann man aber generell nur Trends zur wahrscheinlichen Entwicklung abschätzen.“ Alles darüber hinaus bleibt also spekulativ. „Denn bereits geringfügige Störungen eines Musters können das Wetter in völlig gegensätzliche Richtungen lenken. Dieses sogenannte Chaos-Prinzip sorgt dafür, dass seriöse Jahreszeiten-Vorhersagen und Prognosen über viele Wochen schlicht und einfach nicht möglich sind“, so der Experte Habel. 

Statistische Chancen für Schnee

Ein paar Wochen vor Heiligabend ist zwar noch keine Prognose möglich, eine statistische Wahrscheinlichkeit kann man aber durchaus bestimmen. „Die Chancen für Schnee an Weihnachten liegen im Flachland meist bei 10 bis 20 Prozent, am Alpenrand bei über 50 Prozent. Für eine genauere Vorhersage müssen wir uns noch gedulden. Erst um den 15. Dezember herum lässt sich ein grober Trend aus den Wettermodellen ablesen, eine halbwegs treffsichere Tagesprognose für die Festtage ist frühestens ab dem 20. Dezember möglich.“, weiß Habel. 

Weihnachtstauwetter-Eine meteorologische Singularität

Ursache für die ernüchternden Zahlen ist das sogenannte Weihnachtstauwetter, das oft für mildes Regenwetter an den Feiertagen sorgt. Mit bis zu 70 Prozent Eintreffwahrscheinlichkeit tritt es bemerkenswert häufig auf. Unter dem Begriff Weihnachtstauwetter versteht man eine milde und nasse Witterungsphase in Mitteleuropa, die in den meisten Jahren in der Zeit um Weihnachten eintritt, meist zwischen dem 24. und 29. Dezember. Bis in die Hochlagen der Mittelgebirge taut dann der Schnee. Das Weihnachtstauwetter gehört zu den bedeutendsten Witterungsregelfällen. Man bezeichnet diese Regelfälle in der Meteorologie als Singularitäten, weil sie mit hoher Wahrscheinlichkeit zu bestimmten Zeiten im Jahr auftreten und vom durchschnittlichen Wetterverlauf der Jahreszeit deutlich abweichen. 


An Heiligabend ist eher selten mit Schnee und Eis zu rechnen. Foro WetterOnline


Herbst: Recht durchschnittlich, aber trotzdem leicht zu warm

Offenbach/Duisburg, 29. November 2019 -  Zu Beginn war der meteorologische Herbst 2019 in Deutschland unter dem Einfluss von Hochdruckgebieten meist warm, trocken und sonnig. Ab Ende September dominierten dann Tiefdruckgebiete mit mehr Wolken und vor allem reichlich Niederschlag, der die große Trockenheit beendete.
Insgesamt verliefen die Monate September, Oktober und November leicht zu warm und nass bei durchschnittlicher Sonnenscheindauer. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

Häufiger Wechsel zwischen warmen und kühlen Perioden
Mit 10,1 Grad Celsius (°C) lag im Herbst der Temperaturdurchschnitt um 1,3 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur wärmeren Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung nach oben 1,1 Grad. Pünktlich zum meteorologischen Herbstbeginn am 1. September gab es einen kräftigen Temperaturrückgang in Deutschland. Lediglich im Osten kletterte das Quecksilber nochmals auf hochsommerliche Werte. Heißester Ort war dabei Coschen, südlich von Eisenhüttenstadt, mit 33,6 °C.

Anschließend wechselten kühle und warme Abschnitte häufig einander ab: Vom 19. bis zum 21. September traten lokal schon die ersten Nachtfröste auf. Dagegen konnte man vom 12. bis zum 15. Oktober für die Jahreszeit recht spät verbreitet noch Sommertage mit 25 °C und mehr zählen.
Während die Temperatur am 31. Oktober in Sohland, südlich von Bautzen, bis auf -8 °C sank, stieg sie bereits am 2. November in Ohlsbach bei Offenburg wieder auf 20 °C an. Den bundesweit tiefsten Wert in diesem Herbst meldete Meßstetten auf der Schwäbischen Alb, östlich von Rottweil, am 11. November mit -9,6 °C.

Ende der großen Trockenheit
Mit etwa 205 Litern pro Quadratmeter (l/m²) überschritt der Herbst sein Soll von 183 l/m² um 11 Prozent. Zunächst setzte sich in den meisten Gebieten die Trockenheit des Sommers weiter fort. Erst im letzten Septemberdrittel ging die Dürre überall in Deutschland mit flächendeckenden Regenfällen zu Ende. Diese kamen für die Wälder jedoch häufig zu spät: Sie waren teilweise bereits abgestorben.
Die nasse Witterung dauerte mit kurzen Unterbrechungen bis in den November an; der Regen ging dabei in der zweiten Novemberdekade mancherorts in Schnee über. Niederschlagsreiche und zu trockene Gebiete lagen im Herbst verstreut in ganz Deutschland. Die Monatssummen schwankten lokal zwischen rund 500 und 90 l/m². Die größte 24-stündige Menge fiel in Sigmarszell-Zeisertsweiler bei Lindau am Bodensee am 8. September mit 71,2 l/m².

Sonnenscheindauer fast genau im Mittel
Der Sonnenschein wich mit rund 315 Stunden kaum von seinem Soll von 311 Stunden ab. Die sonnenscheinreichsten Gebiete mit örtlich bis zu 415 Stunden befanden sich im Bayerischen Wald, im Allgäu und in Sachsen. Wenig Sonnenschein erhielten das Sauerland und Schleswig-Holstein mit teils weniger als 230 Stunden.

Im Herbst 2019 kam Nordrhein-Westfalen auf eine mittlere Temperatur von 10,3 °C (9,5 °C). Die Niederschlagsmenge lag mit mehr als 240 l/m² um 16 Prozent über dem Soll (208 l/m²), die Sonnenscheindauer mit gut 280 Stunden (294 Stunden) um vier Prozent darunter. Damit gehörte Nordrhein-Westfalen zu den sonnenscheinarmen Bundesländern.


Vom Staubkorn zum Eiskristall: So entsteht Schnee 

Bonn/Duisburg, 27. November 2019 - Wie er sich bildet, welche Arten es gibt und warum Schnee eigentlich weiß ist Wenn der Winter vor der Tür steht und es draußen kälter wird, träumen viele von schneebedeckten Dächern und Baumwipfeln.

Damit Schnee entsteht, muss nicht nur die Temperatur, sondern auch die Luftfeuchtigkeit stimmen. Foto WetterOnline

Ob und wieviel Schnee in der kalten Jahreszeit noch fallen wird, hängt nicht allein von der Temperatur ab. Luftfeuchtigkeit und Kondensationskerne Damit Schnee entstehen kann, muss die Luft ausreichend Feuchtigkeit und Kondensationskerne enthalten.
Das können zum Beispiel kleine Staub- oder Rußpartikel sein, die in der Luft schweben. Sinkt die Temperatur in der Höhe weit genug ab, so frieren die Wassermoleküle in der Luft an dem Kondensationskern fest und bilden ein Eiskristall. „Damit Schnee entsteht, müssen die Temperaturen in den Wolken etwa minus 12 Grad betragen“, so Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe bei WetterOnline. Haben sich die Eiskristalle gebildet und sind schwer genug, fallen sie aufgrund der Schwerkraft langsam auf die Erde.
Auf diesem Weg verhaken sich einzelne Kristalle miteinander und bilden so die typischen Schneeflocken. Schneesterne  Die spezielle Form der Eiskristalle entsteht durch den Aufbau der Wassermoleküle. In diesen gruppieren sich die beiden Atome des Wasserstoffs in einem Winkel von 105 Grad um das Sauerstoffatom. Beim Gefrieren entstehen durch die Verbindung mehrerer Wassermoleküle sechseckige Eisplättchen, deren Durchmesser geringer ist als 0,1 Millimeter. Schwebt ein Eisplättchen nach unten, so friert auf diesem Weg Wasserdampf an den sechs Ecken des Plättchens fest und ein Schneestern entsteht.
Jeder Schneekristall ist dabei einzigartig und seine Form abhängig von der Temperatur, weiß Matthias Habel: „Bei tiefen Temperaturen entstehen eher Schneeplättchen und -prismen. Ist es wärmer, bilden die Kristalle ihre Sternform aus“. Auch die Größe der Schneeflocke hängt von Temperatur und Luftfeuchtigkeit ab: Je kälter es ist, desto weniger Luftfeuchtigkeit ist vorhanden und es entstehen nur kleine Flocken. Bei höheren Temperaturen und einer höheren Luftfeuchtigkeit bilden sich hingegen größere Schneeflocken.

„Genau wie Wasser sind Schneekristalle übrigens transparent“, ergänzt Meteorologe Matthias Habel. „Sie wirken jedoch wie kleine Spiegel, die das Licht reflektieren und streuen. Schnee erscheint daher weiß.“  Formen des Schnees  Hat die Schneeflocke den Boden einmal erreicht, beginnt sie mit ihrer Verwandlung.
Während die feinen Kristalle bei frisch gefallenem Schnee intakt sind, verlieren sie durch Temperaturschwankungen ihre Form.
Die feinen Äste bilden sich zurück, brechen ab und kleben aneinander. Mit steigenden Temperaturen wird pulvriger Neuschnee allmählich feuchter. Durch wiederholte Schmelz- und Gefrierzyklen entsteht grobkörniger Sulz- bzw. Nassschnee. Er verwandelt sich durch weiteres Schmelzen und Gefrieren zu einer kompakten Eisschicht, die als Harsch bezeichnet wird.

Schnee, der mindestens ein Jahr alt ist und eine besonders hohe Dichte aufweist wird Firn genannt, aus diesem kann nach Ablauf weiterer Jahre Gletschereis entstehen. Der beste Schnee für Schneemänner und Schneeballschlachten ist übrigens frischer und gleichzeitig feuchter Schnee, denn dieser klebt unter Druck besonders gut zusammen.