BZ-Home                                               Wetter und Klima 2020    



BZ-Sitemap
Allgemeine Themen auch unter Duisburg
(tages)aktuell

Archiv 2020
Archiv 2019







Kapriolen, Unwetter und Rekorde - Redaktion Harald Jeschke

WetterSchule – Wetter für Kinder

Milder Herbst lässt Pilze sprießen

Ideale Zeit für Sammler

Bonn/Duisburg, 28. Oktober 2020 – Die Pilze schießen sprichwörtlich aus dem Boden. Die Bedingungen sind durch das anhaltend feuchte und milde Wetter ideal. Welchen Einfluss das Wetter auf das Pilzwachstum hat und worauf man beim Pilze sammeln achten muss, wissen die Expertinnen und Experten von WetterOnline.

Optimale Witterung
Pilze mögen es warm und feucht. Die Monate September und Oktober gelten als Hauptsaison für Pilzsammler. Durch die Wärme und den anhaltenden Regen aber begann die Pilzsaison in diesem Jahr im Süden Deutschlands bereits im August. „Wenn sich die milde und feuchte Witterung noch eine Weile hält, könnte die Pilzernte im ganzen Land noch gut bis in den November hinein andauern“, weiß Björn Goldhausen, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline. 
„Je nach Art sprießen die Pilze zu unterschiedlichen Zeiten. Einige von ihnen wachsen besser, wenn es mehr regnet, da sie mehr Feuchtigkeit benötigen als andere, oder sie können besser mit Temperaturen gegen 0 Grad umgehen als ihre Verwandten. Biologen haben beobachtet, dass sich das Pilzspektrum über die letzten Jahre verändert hat. Es gibt Pilzarten, die vermehrt auftreten und solche, die seltener werden. Möglicherweise ist dies der Klimaerwärmung geschuldet“, erklärt Goldhausen. „Pilze sind übrigens weder Tiere noch Pflanzen, sie bilden vielmehr ein ganz eigenes Reich von Lebewesen.“

Hier darf gesammelt werden
Laut Bundesnaturschutzgesetz darf nur an Stellen gesammelt werden, die keinem Betretungsverbot unterliegen. Ein generelles Sammelverbot gilt in öffentlichen Parks, Naturschutzgebieten, Nationalparks sowie auf eingezäunten Waldflächen und Flächen, auf denen Holz geschlagen wird. Aus gesundheitlichen Gründen sollten Orte wie Industriegebiete und viel befahrene Straßen gemieden werden. Pilze nehmen giftige Ablagerungen stärker auf als eine Pflanze. Zu bevorzugen sind naturbelassene Gebiete, in denen ein ausreichendes Pilzwachstum herrscht. 

Den Wiesenchampignon findet man auf gedüngten Wiesen und Weiden. Foto WetterOnline



Speisepilz versus Giftpilz
Fast jeder Speisepilz hat einen giftigen Zwilling. Wer nicht ganz sicher ist, um welchen Pilz es sich handelt, dreht ihn am besten aus dem Boden. Das erleichtert die Bestimmung. Ansonsten sollten Pilze abgeschnitten werden, damit das Wurzelgeflecht erhalten bleibt. Zu fast jedem essbaren Pilz gibt es ein giftiges bis hochgiftiges Gegenstück, das dem Speisepilz zum Verwechseln ähneln kann. Deswegen sollten Pilze ohne Expertenhilfe nur dann geerntet und gegessen werden, wenn diese wirklich genau bekannt sind.
Bei einigen Pilzen, die früher als Speisepilz galten, wird mittlerweile vom Verzehr abgeraten. Nicht alle essbaren Pilze kann man roh genießen, denn in diesem Zustand können sie teilweise auch giftig sein. Hier kommt es auf die Verarbeitung an. Geprüfte Pilzsachverständige können bei allen Unsicherheiten helfen. 

Vorschriften und Bußgelder
Beim Sammeln von Pilzen ist auf die in Deutschland vorgeschriebene Höchstmenge zu achten. Je nach Bundesland ist diese unterschiedlich festgelegt. In den meisten Fällen gilt jedoch 1 Kilogramm pro Person und Tag für den Eigenbedarf. Wer dennoch kiloweise Pilze aus dem Wald schleppt und dabei erwischt wird, riskiert ein Bußgeld von bis zu 10.000 Euro. 

Ausstattung
An Ausstattung wird nicht viel benötigt. Ein Korb und ein kleines scharfes Küchenmesser reichen aus. Pilze sollten nicht in Plastiktüten gesammelt werden, da diese darin faulen können. Das Tragen von langer Kleidung, schützt vor Zecken.

Aufbewahrung
Waldpilze halten sich im Gemüsefach des Kühlschranks 2 bis 3 Tage lang. Sie sollten in ein luftdurchlässiges Gefäß gelegt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die druckempfindlichen Pilze nicht zerquetscht werden.  

Zum Sammeln von Pilzen sind luftdurchlässige Körbe  geeignet. In Plastiktüten können Pilze zu schnell faulen.


Vom fiesen Nieseln bis zum Schütten - Regen ist nicht gleich Regen

Bonn/Duisburg, 22. Oktober 2020 – Mal platzt er vom Himmel, mal nieselt er ganz sanft auf uns herab: Regen. Doch wie entsteht der flüssige Niederschlag eigentlich?
So entsteht Regen
Als Regen bezeichnen Meteorologen flüssigen Niederschlag, also Wassertropfen. Regentropfen haben einen Durchmesser von mindestens einem halben Millimeter. Der Anfang von Regen ist immer eine Wolke, in der sich durch Kondensation kleinste Tröpfchen binden. „Diese Tröpfchen sind dann aber viel zu klein und damit zu leicht, als dass sie als Regen zu Boden fallen würden“, erklärt Björn Goldhausen, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline.

„Große Regentropfen entstehen im Wesentlichen durch zwei unterschiedliche Prozesse: Zum einen die sogenannte Koaleszenz, wobei größere Wassertropfen mit kleineren kollidieren und zusammenschmelzen, bis der Tropfen irgendwann so groß und schwer ist, dass er zu Boden fällt.  Zum anderen - und als wichtigster Prozess in unseren Breiten - entsteht Regen aber aus Eiskristallen. Oft ist es so, dass die Tropfen in der Wolke deutlich unter 0 Grad kühl sind, aber dennoch nicht gefrieren. Und da kommt der Gefrierkern ins Spiel.
Das ist zum Beispiel ein kleines festes Teilchen, das von einer Wasserhaut umgeben ist. Diese gefriert um den Eiskeim herum. Dieses kleine Eisteilchen zieht nun die Wassermoleküle von den unterkühlten Wolkentröpfchen der Umgebung an, die dann direkt gefrieren. Das Eiskristall wächst auf Kosten der unterkühlten Wolkentröpfchen immer weiter an. Irgendwann ist das Eiskristall so groß, dass es noch innerhalb der Wolke fällt.
Auf dem Weg runter durch die - nach unten immer wärmer werdende - Wolke lagern sich dann unterkühlte Wassertropfen oder andere Eiskristalle an. Eine Schneeflocke entsteht. Wenn diese dann in Bereiche über 0 Grad gelangt, schmilzt sie und weiter unten regnet es.“ Diesen Entstehungsprozess nennt man Koagulation. 

Arten von Regen und Regenwolken
Je nach Größe der Regentropfen kann man zwischen Sprühregen mit sehr kleinen Tröpfchen, dem Landregen, der einen Warmfrontregen mit mittlerer Tropfengröße bezeichnet, und Platzregen, der häufig bei Schauern und Gewittern auftritt, unterscheiden.
Regen kann sowohl aus sogenannten warmen Wolken, die reine Wasserwolken sind, als auch aus kalten Wolken, die aus Eiskristallen bestehen, oder aus Mischwolken, die Wolken mit Wassertröpfchen und Eiskristallen bezeichnen, fallen. Im Falle von kalten Wolken und Mischwolken sind Regentropfen das Produkt geschmolzener ehemals fester Niederschlagsteilchen wie Schneeflocken, Graupelkörnern und Hagelkörnern.

Regen entsteht häufig aus geschmolzenen Schneeflocken. Quelle: WetterOnline

It‘s magic: Weihnachten wird weiß und der Sommer viel zu heiß

Langfristvorhersagen und ihr Wahrheitsgehalt

Bonn/Duisburg, 21. Oktober 2020 – Wie wird das Wetter nächsten Monat, wie wird es an Weihnachten und blüht uns nächstes Jahr schon wieder ein Hitzesommer? Alles Fragen, die vielen unter den Nägeln brennen. Doch der Wettervorhersage sind Grenzen gesetzt und manche Antworten gehören eher in den Bereich der Magie als in eine seriöse Wissenschaft.

Datenquellen: Wettermodelle und Bauernregeln
Langfristvorhersagen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und viele versuchen sich daran. Teils bekommt man sogar explizite Vorhersagen von Temperatur, Regen und Wetter für mehrere Monate im Voraus. „Diese vermeintlichen Vorhersagen stützen sich dabei auf unterschiedliche Quellen. Das sind zum einen Wettermodelle, die die Witterung mittlerweile Wochen oder gar Monate im Voraus berechnen, zum anderen aber auch Bauernregeln.
Generell muss man jedoch zwischen einer seriösen Wettervorhersage, einem Witterungstrend und übersinnlichen Vorahnungen unterscheiden“, erklärt Björn Goldhausen, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline. „Auch wenn tradierte Bauernregeln zum Teil aus jahrhundertelangen Wetterbeobachtungen entstanden sind, sind sie dennoch keine seriöse Vorlage für den Witterungsverlauf. Weit vorausrechnende Wettermodelle sind rein experimentell und leider sind die Ergebnisse häufig nicht gut. Mehr als grobe Temperatur- und Regenabweichungen kommen dabei nicht raus.“ 

 Zeitfenster der Wetterprognose
Seriöse Vorhersagen von Temperatur, Wolken und Regen werden meist nur 3 bis 7 Tage im Voraus gemacht. „Bei komplexen Wetterlagen ist eine genaue Vorhersage selbst für den Folgetag manchmal sehr schwierig und wir Wetterfrösche sehen dann richtig alt aus. Selbst bei sehr stabilen Hochdrucklagen ist bei 8, im Extremfall 10 Tagen im Voraus Schluss“, weiß Goldhausen.  Alles, was über dieses Zeitfenster hinaus geht, ist lediglich als Witterungstendenz zu verstehen. Das heißt, es wird versucht, Entwicklungen der Wetterlage zu deuten und eine Wahrscheinlichkeit daraus abzuleiten.

„Die geäußerten Bewertungen beschränken sich dabei aber maximal auf den Trend zu kühlerem, nasserem oder trockenerem Wetter als bisher. Genaue Aussagen über Temperaturen, Regenmengen oder die Wolkenverteilung können nicht getroffen werden“, so der Meteorologe. 

Jahrestrends: Zufall macht‘s möglich 
Zu Wettervorhersagen für eine Jahreszeit oder gar einen Jahrestrend empfiehlt Björn Goldhausen eine kritische Distanz: „Experimentelle Berechnungen von Wettermodellen können zwar zum Beispiel einen extrem warmen Monat sehen, dabei ist es jedoch durchaus möglich, dass es zwischenzeitlich auch mal richtig kalt wird. Der Nutzen der Aussage ist also zweifelhaft.
Da in der heutigen Zeit in der Regel ohnehin überdurchschnittlich warme Monate berechnet werden, braucht man kein Wettermodell, um diese Aussage zu treffen. Wer also demnächst liest: „Weihnachten wird’s weiß“ oder „Der nächste Hitzesommer rollt an“, kann sich entspannt zurücklehnen, denn der Wahrheitsgehalt dieser Aussagen ist sehr gering. Falls es mal passen sollte, ist dies ein reiner Zufallstreffer. “  

Ein über Wochen und Monate vorhergesagter Schneefall kann ebenso zu Irritationen führen wie dieses Schild. Foto WetterOnline

Zurück zur Winterzeit

Ende Oktober wird die Zeit zurückgestellt – Tipps für die dunkle Jahreszeit

Bonn/Duisburg, 20. Oktober 2020 – Am letzten Sonntag im Oktober, in diesem Jahr am 25.10.2020, gibt es eine Stunde geschenkt – denn dann wird die Uhr von 3:00 Uhr auf 2:00 Uhr zurückgestellt und somit von Sommer- auf Winterzeit gewechselt. Ab diesem Zeitpunkt herrscht dann bei uns wieder die mitteleuropäische Normalzeit (MEZ).

Zeitumstellung - wenn die Uhr anders tickt
Für viele EU-Bürger ist die Zeitumstellung eine lästige sowie teilweise auch körperlich und psychisch belastende Angelegenheit. Sie geraten einfach aus dem Takt. „Müdigkeit, schlechte Laune und Konzentrationsstörungen sind oft die Resultate, wenn der biologische Rhythmus gestört wird. Zwar ist die geschenkte Stunde durch die Umstellung auf die Winterzeit weniger schmerzlich zu verkraften, aber die Zeiger der inneren Uhr drehen sich auch dann langsam hinterher und sind erst nach ein paar Tagen wieder korrekt eingestellt“, erklärt Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline. „Auch schlägt die Tatsache, dass es durch den Wechsel auf die Winterzeit eine Stunde früher dunkel ist und man nun für längere Zeit nur im Dunkeln die Arbeitsstelle verlässt, vielen aufs Gemüt.“ 

Arbeiten bis in die Dunkelheit. Durch die Winterzeit wird es eine Stunde früher dunkel. Das schlägt vielen aufs Gemüt. Quelle: WetterOnline

Winterzeit ideal
Über den Sinn und Unsinn, die Uhr zweimal im Jahr auf Sommer- oder Winterzeit zu stellen, wurde stets rege diskutiert. Nach Beschluss des EU-Parlaments soll die Zeitumstellung 2021 abgeschafft werden. Die Umsetzung jedoch steht noch in den Sternen. Allein die Tatsache, dass die Staaten selbst wählen dürfen, ob sie dauerhaft Sommer- oder Winterzeit haben wollen, ist ein großes Problem.  Die Bundesregierung bevorzugt die Sommerzeit. Dabei spricht einiges dagegen. „Die sogenannte Winterzeit passt besser zu unserem Tagesrhythmus“, weiß Birgit Heck. „Morgens wird es früher hell, was das Aufstehen erleichtert und abends schneller dunkel, was beim Einschlafen hilft.“  

Gedanke der Zeitumstellung
Birgit Heck erklärt: „Eingeführt wurde die Zeitumstellung ursprünglich, um im Sommer Energie zu sparen. Denn wenn es abends draußen länger hell ist, wird weniger Strom für die Beleuchtung verbraucht, so der Gedanke. Allerdings gleicht sich der Verbrauch im Frühjahr und im Herbst wieder aus, da dann morgens mehr Energie für Licht und Heizung benötigt wird, was die Ersparnisse wieder hinfällig macht.“ 

Tipps für einen guten Start in den Tag
Für alle Morgenmuffel, denen es mit oder ohne Winterzeit schwerfällt, morgens in die Gänge zu kommen, gibt es einige Tipps, die das Aufstehen erleichtern. Es empfiehlt sich beispielsweise, den Wecker so zu stellen, dass man nach dem Klingeln noch einen Moment ruhig im Bett liegen bleiben kann. Die Augen sollten dabei geöffnet sein, damit sich der Körper auf den Wachzustand einstellen kann. Anschließend sollte man sich ein wenig recken, strecken oder gähnen, um den Kreislauf in Schwung zu bringen.
Etwas Radfahren in der Luft aktiviert den Kreislauf zusätzlich. Licht ist ebenfalls ein wichtiger Wachmacher, gerade in der dunklen Jahreszeit: Wenn die Vorhänge geöffnet, Rollos oder Jalousien hochgezogen oder helle Lampen angeknipst werden, fällt Licht auf die Netzhaut und die Bildung des Schlafhormons Melatonin wird gestoppt. 

Sommer 2020 – staubtrockene Böden das dritte Jahr in Folge

Offenbach/Duisburg, 14. Oktober 2020 – Obwohl sich der Sommer 2020 über weite Strecken wechselhaft präsentierte, waren ausgetrocknete Böden und deren Auswirkungen vor allem für die Landwirtschaft erneut ein großes Thema. Ursache der Trockenheit war das sehr niederschlagsarme Frühjahr 2020. Es brachte nur etwa die Hälfte der üblichen Regenmenge und war damit das sechsttrockenste seit Aufzeichnungsbeginn 1881.
Der Sommer erreichte dann zwar – über Deutschland gemittelt – fast das vieljährige Niederschlagsmittel, konnte damit aber das Bodenwasserdefizit kaum verringern. Im Vergleich zu den üblichen Werten fiel der Sommer im Westen Deutschlands am trockensten aus. 

Im Frühling 2020 abermals starke Trockenheit
Nach dem sehr nassen Februar waren die Bodenwasservorräte im Großteil Deutschlands zumindest bis in 60 cm Tiefe aufgefüllt, nur etwa vom Thüringer Becken bis zur Lausitz erfolgte in dieser Schicht keine komplette Auffüllung. Von Mitte März bis Ende April setzte sich jedoch sehr niederschlagsarme, sonnige und häufig windige Witterung durch. Sie sorgte für erneute Wasserknappheit in der Vegetationsperiode 2020.
Bis Ende April trockneten vor allem die obersten Bodenschichten stark aus. Im Deutschlandmittel lag die Bodenfeuchte (unter Gras und sandigem Lehm) im April in 0 bis 60 cm Tiefe mit nur 68 Prozent nutzbarer Feldkapazität (nFK) (*) so niedrig wie noch nie in einem April seit 1991. Wintergetreide zeigte im Laufe des Aprils erste Trockenstresssymptome und die frisch ausgesäten Sommerkulturen liefen vielerorts nur langsam und ungleichmäßig auf. Vor allem in der zweiten Monatshälfte kam es zu mehreren, teils großflächigen Waldbränden.
Im Mai 2020 schwächten besonders in der Südosthälfte gelegentliche Niederschläge die Trockenheit etwas ab. Aufgrund der insgesamt deutlich unterdurchschnittlichen Regenmengen im Mai verringerte sich das Defizit der Bodenfeuchte gegenüber dem April aber kaum.

Sommer 2020: Durchwachsen aber trotzdem vielerorts zu trocken
Der Sommer erhielt zwar rasch das Etikett „typisch mitteleuropäischer Schaukelsommer“. Dies galt aber vor allem für die Temperaturen – weniger für die Niederschläge – und schloss den heißen August noch nicht mit ein. Letztlich lagen die Temperaturen um fast 2 Grad höher als im Mittel 1961-1990. Zu Sommerbeginn waren die Böden deutlich trockener als üblich.
Der durchschnittlich nasse und nur leicht zu warme Juni konnte das Bodenwasserdefizit verringern und vielerorts Ernteeinbußen bei Raps und Getreide verhindern. Im Gegensatz dazu war der Juli mit nur rund zwei Dritteln des Niederschlagssolls im Deutschlandmittel markant zu trocken. Somit sank die Bodenfeuchte deutlich ab. Mais, Zuckerrüben, Grünland, Obstgehölze und die Wälder litten zunehmend unter der Trockenheit, Getreide war hingegen kaum noch betroffen.
Am stärksten waren die Auswirkungen in den besonders trockenen Regionen vom Südwesten Deutschlands bis nach Sachsen. In Südbayern und im äußersten Norden war die Wasserversorgung der Pflanzen hingegen meist gut. Im heißen und zunächst sehr niederschlagsarmen August verschärfte sich die Bodentrockenheit rasch.
Die Feuchte sank auf die niedrigsten Werte der Saison 2020 – im Flächenmittel auf 53 Prozent nFK in den obersten 60 cm. In weiten Landesteilen waren die Böden noch etwas trockener, südlich der Donau hingegen weitaus feuchter. Im zweiten Monatsdrittel sorgten zahlreiche Gewitter vielerorts, aber nicht überall für leichte Entspannung. Lokal führte Starkregen sogar zu Überflutungen und Erosion, weil der ausgedörrte Boden die plötzlichen Wassermassen kaum aufnehmen konnte. Gegen Monatsende feuchtete kühles und teils nasses Wetter die obersten Bodenschichten an und begünstigte die Rapsaussaat.

Die Trockenheit zog sich bis in den Herbst
Im September setzt sich jedoch nochmals anhaltend trockenes und sehr warmes bis heißes Wetter durch. Die Feuchtigkeit in den obersten Bodenschichten verdunstete rasch wieder, darunter blieben die Böden weiterhin stark ausgetrocknet. Damit dauerte die Durststrecke bei den Wäldern an. Erst im letzten Monatsdrittel stellte sich eher nasses Herbstwetter ein, womit die Feuchte in den obersten Bodenschichten nachhaltig zunahm.


Mittlere Bodenfeuchte (in 0-60 cm Tiefe unter Gras und sandigem Lehm) in Prozent nutzbarer Feldkapazität (% nFK) im August 2018


Es bestanden gute Bedingungen zur Aussaat von Wintergetreide. Allerdings sind tiefere Bodenschichten derzeit vielerorts immer noch sehr trocken. Der Witterungsverlauf der kommenden Wochen und Monate wird darüber entscheiden, wie schnell und in welchem Ausmaß diese Schichten mit Bodenwasser aufgefüllt werden und wann der Trockenstress für die Wälder endet.

Mittlere Bodenfeuchte (in 0-60 cm Tiefe unter Gras und sandigem Lehm) in Prozent nutzbarer Feldkapazität (% nFK) im August 2020




* Die nutzbare Feldkapazität (nFK) gibt das pflanzenverfügbare Bodenwasser in Prozent an. Ab 100 % nFK kann der Boden kein weiteres Wasser dauerhaft gegen die Schwerkraft halten, vorübergehend kann die nutzbare Feldkapazität bei Niederschlag jedoch über 100 % steigen. Bei 0 % nFK können die Pflanzen dem Boden kein weiteres Wasser mehr entziehen (Welkepunkt), es befindet sich aber noch Restfeuchte im Boden.

Ein leicht zu trockener September mit viel Sonne und spätsommerlicher Wärme

Offenbach/Duisburg, 29. September 2020 – Der September 2020 verwöhnte die Bundesbürger wochenlang mit sonnigem und warmem Outdoor-Wetter. Erst zum Monatsende sorgte ein Großwetterlagenwechsel pünktlich zum astronomischen Herbstanfang für kühle und nasse Witterung. Unter dem Strich war der erste klimatologische Herbstmonat zu warm, zu trocken und sehr sonnig - verglichen mit vieljährigen Mittelwerten. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

Foto Rüdiger Manig

Ein überwiegend sommerlich warmer September endet mit herbstlicher Kühle
Mit 14,8 Grad Celsius (°C) lag der Temperaturdurchschnitt im September um 1,5 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur wärmeren Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung +1,3 Grad. Die ersten drei Wochen zeigten sich unter Hochdruckeinfluss meist spätsommerlich warm. Im Südwesten gab es 10 bis 18 Sommertage mit 25 Grad und mehr. Mitte September drehte die Strömung auf südliche Richtungen, wodurch die Temperaturen regional noch mal auf deutlich über 30 °C kletterten.
Den höchsten Wert erreichte Trier-Petrisberg am 15. mit 34,8 °C. In den darauffolgenden Nächten wurde es aber empfindlich kalt. Im Nordosten Deutschlands sanken die Frühwerte am 19. sogar in den leichten Frostbereich. Die deutschlandweit tiefste Temperatur trat am 28. in Messstetten, Zollernalbkreis, mit -2,0 °C auf. (Nur auf der fast 3000 m hohen und nicht repräsentativen Zugspitze war es am 26. mit -10,9 °C kälter).
Erst nach drei Wochen Trockenheit reichlich Niederschläge Der September lag mit knapp 50 Litern pro Quadratmeter (l/m²) etwa 20 Prozent unter dem vieljährigen Durchschnitt von 61 l/m². Nachdem es unter Hochdruckeinfluss vielerorts wochenlang trocken blieb, sandten Tiefdruckgebiete in der letzten Septemberwoche flächendeckende und reichliche Niederschläge. Sie brachten in den Mittelgebirgen sogar den ersten Schnee der Saison. Am Alpenrand sowie im Südschwarzwald fielen mit über 150 l/m² die höchsten Monatssummen.

Auch der in den Vormonaten vom Regen ausgesparte Osten der Republik erhielt nun endlich signifikanten Regen. Die bundesweit höchste Tagessumme wurde aber am 26. in Baiersbronn-Ruhestein, 20 km südlich von Baden-Baden, mit 107 l/m² gemessen. Viel zu trocken blieb es dagegen in Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Hessen, wo in der Fläche gerade einmal 50 Prozent der zu erwartenden Monatssummen eingesammelt wurden.

Der September 2020 war ein sehr sonniger Monat
Mit 206 Sonnenstunden übertraf der September 2020 sein Sonnenscheinsoll von 150 Stunden um gut ein Drittel. Dabei gab es in den ersten beiden Monatsdekaden verbreitet Sonnenschein von früh bis spät. Am sonnigsten war es mit über 230 Stunden in Mitteldeutschland. Im Nordseeumfeld zeigte sich die Sonne etwa 50 Stunden weniger.

In NRW datierten die Meteorologen 14,9 °C (13,6 °C) und trockene 50 l/m² (67 l/m²). Die Sonne schien sehr oft und zeigte sich in der Bilanz 200 Stunden (135 Stunden).

Spätsommer geht auf Tauchstation

Herbst lässt seine Muskeln spielen

Bonn/Duisburg, 23. September 2020 –  Dem außergewöhnlich warmen Septemberwetter geht jetzt die Puste aus. Am Wochenende sind statt Shorts und Rock dann Jacken und Regenschirme gefragt. Anfang Oktober sieht es aber wieder etwas wärmer aus.

Nach einem regelrechten Wettersturz in den nächsten Tagen zeigt die Temperaturkurve nach dem Monatswechsel erneut etwas nach oben. Regenschauer sind jedoch weiterhin dabei. Quelle: WetterOnline


Herbstlich kühles Regenwetter
Nach nochmals bis zu 25 Grad am Donnerstag geht es mit den Temperaturen steil bergab. Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline, erklärt: „Pünktlich zum Beginn des kalendarischen Herbstanfangs wird es richtig herbstlich. Am Wochenende liegen die Höchstwerte meist nur noch zwischen 10 und 15 Grad. Dazu regnet es schon ab Freitag vor allem im Süden und Osten teils längere Zeit. Aber auch in den anderen Landesteilen wird es am Wochenende zumindest zeitweise nass. In den Bergen kann die Schneefallgrenze bis auf etwa 1000 Meter Höhe absinken. Sogar in den höchsten Lagen der südlichen Mittelgebirge kann es etwas schneien. Ein frischer und teils stürmischer Wind lässt das Wetter noch ungemütlicher erscheinen.“

Längere Regenphase
Auch in der nächsten Woche können Regenjacke und Schirm zum Einsatz und Pfützenspringer auf ihre Kosten kommen. Gießkanne und Wasserschlauch hingegen werden endlich nicht gebraucht, denn es regnet immer wieder und das teilweise kräftig. Dazu ziehen vielfach dichte Wolken über den Himmel und die Höchsttemperaturen pendeln um die 15-Grad-Marke.
In der zweiten Wochenhälfte steigen die Chancen auf längere trockene Phasen. Auch der Temperaturtrend zeigt Richtung erstes Oktoberwochenende nach oben. In den wärmsten Regionen sind nochmals rund 20 Grad oder etwas mehr möglich. Zumindest Regenschauer gibt es wohl auch dann noch häufiger.   


Endlich Regen: Pfützenspringer im Glück! Mit der richtigen Einstellung ist auch ein Wettersturz kein Problem. Quelle: WetterOnline

Oh, du schöner Herbst

Wann der Herbst ins Freie lockt, welche Ausflüge sich lohnen und warum Pilzsammler gesund leben

Bonn/Duisburg, 21. September 2020 –  Der Herbst: mal sonnig und warm, mal nasskalt. WetterOnline verrät, wann sich das Wetter für welche Freizeitmöglichkeiten eignet und wie sich sonnige und regnerische Herbsttage nutzen lassen.

Goldener Herbst lädt ins Freie ein
Die Temperaturen sinken und der niedrige Sonnenstand taucht kunterbunte Blätter in ein leuchtendes Farbenmeer: Ab September zieht der Herbst ins Land. Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline, erklärt: „Im Herbst wendet sich die nördliche Erdhalbkugel immer mehr von der Sonne ab. Die Strahlen der Sonne treffen dann zunehmend flacher auf die Erde und wärmen nicht mehr so stark. Doch gerade zu Herbstbeginn ist es oftmals noch angenehm warm. Unser Tipp: Raus ins Freie, bevor die nassen Tage beginnen und die Temperaturen in den einstelligen Bereich fallen.“ 

Hauptsache draußen: Städtetrip, Waldspaziergang und Co. 
Vor den Wintermonaten noch einmal Sauerstoff und gute Laune tanken: Nicht ohne Grund zieht es an sonnigen Herbsttagen viele Menschen vor die Tür. Die Möglichkeiten, sich an der frischen Luft zu bewegen, sind vielfältig: Unternehmungen in der Stadt beispielsweise werden angenehmer, da im Herbst die Temperaturen sinken und die asphaltierten Straßen und Häuserwände keine große Hitze mehr abstrahlen. Wer die Natur liebt, kann bei einem ausgedehnten Spaziergang im herbstlichen Wald die Seele baumeln lassen, sammelt Kastanien oder wandert entlang von Feldern und Wiesen.  

Herbst-Workout: Pilze sammeln
Trockene Herbsttage eignen sich zudem für ein beliebtes Hobby: Pilze sammeln. Viele bekannte Sorten wie Steinpilze und Pfifferlinge gedeihen bereits in den Sommermonaten, lassen sich jedoch bis tief in den Herbst hinein ernten –besonders gut in waldigen, sandigen Gebieten in der Nähe großer Bäume. Wer Pilze sucht, bewegt sich an der frischen Luft, trainiert auf unebenen Waldwegen seine Balance und hält die Wirbelsäule beim Hoch- und RunterbeugenHerunterbeugen in Bewegung. Zudem tragen die Pilze zu einer gesunden Ernährung bei. Doch Vorsicht: Pilzsammler sollten sich intensiv mit den unterschiedlichen Sorten befassen und unbekannte Gewächse im Zweifelsfall stehen lassen.  

Bis in den Herbst hinein lassen sich leckere Pilze im Wald suchen und finden. Das Hobby tut ganz nebenbei auch der körperlichen Fitness gut. Quelle: WetterOnline

Wenn es kälter wird …
Spätestens ab November ist der goldene Herbst endgültig vorbei und dunkle, nasse und kalte Tage dominieren das Wettergeschehen. Wer die sonnigen Herbsttage genutzt hat, um Kastanien, Tannenzapfen und bunte Blätter zu sammeln, der setzt sich bei Regen an den Küchentisch und bastelt kleine Figuren und Dekoelemente – möglicherweise schon als Vorbereitung für das Weihnachtsfest. 

Im Westen bis 36 Grad heiß - Neue Wärmerekorde für September

Bonn/Duisburg, 16. September 2020 –  Hoch LEIKI hat uns eine kurze Hitzewelle mit Spitzenwerten bis 36 Grad beschert. Dabei war es am Dienstag mancherorts so warm wie noch nie im September seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. 

Mit 36,2 Grad wurde am Dienstag einer der heißesten Septembertage seit Beginn der Messungen verzeichnet - Quelle WetterOnline

Spitzenreiter Geilenkirchen 
Nordrhein-Westfalen hat am Dienstag einen der heißesten Septembertage seit Beginn der Messungen verzeichnet. „An mehreren Messstationen wurden alte Bestmarken um mehrere Zehntelgrade überboten. Spitzenreiter mit 36,2 Grad war Geilenkirchen unweit von Aachen. Dort wurde ein neuer Wärmerekord aufgestellt. Allerdings misst die Wetterstation auf dem Flugplatz erst seit 20 Jahren. Der bisherige September-Höchstwert für Nordrhein-Westfalen, der mit 35,1 Grad im Jahr 1947 in Herford gemessen worden war, wurde damit übertroffen,“ erklärt Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline.

Vielfach Stationsrekorde gemessen
Zudem meldeten gleich mehrere Orte Stationsrekorde. Das war nicht nur in Nordrhein-Westfalen, sondern auch in Rheinland-Pfalz und im Saarland der Fall. Birgit Heck: „Trier-Petrisberg registrierte mit 34,8 Grad eine neue Bestmarke. Der alte Rekord vom 13. September 2016 lag knapp ein halbes Grad niedriger. In Bad Neuenahr zeigte das Thermometer einen Spitzenwert von 34,3 Grad an, das ist fast ein Grad mehr als der alte Rekord vom 5. September 1973.“
Düsseldorf knackte mit 34,0 Grad den alten Rekord vom 6. September 2013 (32,9 Grad). Das Städtchen Geldern am Niederrhein übertraf mit 34,2 Grad den alten Septemberrekord vom 13. September um mehr als zwei Grad. In Tönisvorst (34,3 Grad) bei Mönchengladbach und Saarbrücken-Burbach (34,1 Grad) waren es einige Zehntelgrade mehr als vor rund zwei Jahren. Auch an weiteren Orten an der Mosel sowie am Mittel- und Niederrhein und seinen Nebenflüssen gab es Wärmerekorde.

Allzeitrekord von 1947 unerreicht
An den bisherigen Allzeitrekord von 36,5 Grad in Bühlertal in Baden-Württemberg kamen die Temperaturen aber nicht heran. Dieser war am 19. September 1947 gemessen worden. „Der September 1947 gilt neben dem September 2006 und 2016 als der wärmste seit Aufzeichnungsbeginn. Er war nicht nur warm, sondern mit 30 Liter Regen pro Quadratmeter im gesamten Monat ungewöhnlich trocken. Es ist zu befürchten, dass der September 2020 den von 1947 in dieser Hinsicht noch übertreffen könnte. Denn in diesem September sind im Durchschnitt bisher nur 12 Liter pro Quadratmeter gefallen. Bis nächste Woche wird nicht viel Niederschlag dazukommen,“ so Heck.


Auf Hochsommerwetter folgt Altweibersommer 

Regen fast chancenlos

Bonn/Duisburg, 14. September 2020 – Die kleine September-Hitzewelle endet mit einer markanten Kaltfront nach Wochenmitte. Doch der Altweibersommer folgt sogleich. Mit einem neuen Hoch kämpfen sich Sonne und Wärme rasch zurück.

Temperatursturz bleibt Intermezzo
Der Sommer 2020 gibt sich nicht geschlagen. Der Altweibersommer löst das Hochsommerwetter ab. Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline erklärt: „Bis Mittwoch gibt es deutschlandweit fast hochsommerliches Wetter. Nach lauen Nächten erwärmt sich die Luft mit viel Sonne verbreitet auf 28 bis 33 Grad. Dann macht sich von Norden her mit mehr Wolken und einzelnen Schauern und Gewittern allerdings eine Kaltfront bemerkbar. Zum Donnerstag gibt es dort einen Temperatursturz von knapp zehn Grad. Der September bleibt jedoch sommerlich, denn im Südwesten wird es trotz Abkühlung immer noch über 25 Grad warm. In der zweiten Wochenhälfte gibt es mit einem neuen kräftigen Hoch wieder viel Sonne und angenehme Luft.“ 

Typisch Altweibersommer: Morgentau macht Spinnennetze gut sichtbar. Foto WetterOnline



Aussicht: Altweibersommer bleibt
Das nächste Wochenende wird freundlich, warm und trocken. Das Regenrisiko ist durch ein Tief über Frankreich nur von der Eifel bis zu den Alpen erhöht. Das Südwest-Nordost-Gefälle bei den Temperaturen bleibt erhalten. Der erste Trend für die kommende Woche deutet sogar ein erneutes Vorankommen der Mittelmeerluft nach Nord- und Ostdeutschland an. Höchstwerte von über 25 Grad sind nicht ausgeschlossen. Dabei bleibt es wahrscheinlich trocken und eher sonnig.  

Der Begriff Altweibersommer
Grundsätzlich wird mit dem Begriff „Altweibersommer“ eine Periode sonniger und warmer Tage nach den eigentlichen Sommermonaten bezeichnet. Für Menschen, die Angst vor Spinnen haben, ist der Altweibersommer eine Herausforderung, denn in dieser Zeit scheint die Anzahl der Spinnen und der von Ihnen gebauten Netze zuzunehmen. Dies ist aber de facto nicht so. Die Spinnen sind nach dem Sommer ausgewachsene Tiere und einfach besser zu sehen.
Da die Nächte nach den relativ warmen Tagen schon sehr kühl werden, bildet sich Tau. Dieser haftet auch an den Bauwerken der Spinnen, die dadurch vermehrt sichtbar werden. Das gilt auch für die Gespinste der winzigen, nur wenige Millimeter großen Baldachinspinne. Im Gegensatz zu anderen Spinnen benutzen sie auch als ausgewachsene Tiere ihre Fäden, um sich durch die Luft treiben zu lassen und dabei Wind und Thermik nutzen. Auf ihrem Flug hinterlassen sie überall auffällige Fäden. Dieses Phänomen scheint das Hauptmotiv des Namens „Altweibersommer“ zu sein, der regional auch unter anderem Begriffen bekannt ist.
Einer dieser Begriffe ist der „Witwensommer“, der möglicherweise einen schon etwas in die Jahre gekommenen Sommer bezeichnet. Manche Sprachwissenschaftler nehmen an, dass der „zweite Frühling“ älterer Menschen hinter dem Begriff steckt, der aber zur falschen Zeit kommt und nur kurz dauert. Möglicherweise stammt der Wortteil „weiber“ vom althochdeutschen Wort „weibon“, das so viel wie „umhertreiben“ bzw. „sich hin und her bewegen“ bedeutet.  Der Sprachwissenschaft gelang es bis heue nicht, den Begriff „Altweibersommer“ eindeutig zu erklären. So kann also jeder die Erklärung für richtig halten, die ihm am besten gefällt.

Sommer gibt Zugabe  

Wärme wie im Hochsommer 

Bonn/Duisburg, 09. September 2020 – Der Spätsommer kommt in der nächsten Zeit immer mehr in Fahrt. Sonne und Wärme verwöhnen ab dem Wochenende auch die Menschen in Norddeutschland. Weiter südlich sind sogar über 30 Grad möglich.

Sonne setzt sich durch
Zunächst geht es in den kommenden Tagen regional noch leicht wechselhaft weiter. Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation, erklärt: „Am Donnerstag nimmt auch in Süddeutschland das Schauerrisiko an einer schwachen Kaltfront kurzzeitig zu. Richtung Wochenende gewinnt dann aber ein Hoch immer mehr an Einfluss. Insbesondere am Samstag sind zwar noch Richtung Nordsee und Alpen einzelne Schauer oder Gewitter unterwegs, am Sonntag dominiert dann aber bei Temperaturen bis 30 Grad schon verbreitet der Sonnenschein.“ 

Hochsommer Comeback
Die nächste Woche beginnt voraussichtlich hochsommerlich: „Derzeit sieht es nach ‚Sonne pur‘ bei Spitzenwerten von über 30 Grad aus. Selbst entlang der Küsten erreichen die Temperaturen um 25 Grad.“, erklärt Heck, schränkt aber ein: „Offen ist derzeit, wie lange das Spätsommerhoch durchhält. Nach den neuesten Berechnungen sind die Chancen gestiegen, dass zumindest die Wärme noch bei uns bleibt. Allerdings entscheidet die Lage des Hochs darüber, ob es warm bis heiß oder herbstlich frisch wird. Es ist nämlich nicht ausgeschlossen, dass sich das Hoch im Wochenverlauf westwärts verlagert. Dann würde bei uns der Weg frei für kühle Polarluft. Ob sich im weiteren Wochenverlauf gebietsweise schon Schauer bilden, ist aktuell unsicher.“   

Der Hochsommer kommt zurück. Foto WetterOnline

Ein warmer und regional auch sehr trockener „Schaukelsommer“  

In NRW war es deutlich zu trocken
Offenbach/Duisburg,, 31. August 2020 – Der Sommer 2020 zeigte sich oft wechselhaft. Zeitweise stabile Wetterlagen brachten dabei nur kurzzeitig hochsommerliche Wärme. Erst im August drehte der Hochsommer voll auf. In tropischer Luft stiegen die Temperaturen über mehrere Tage hinweg auf 30 Grad Celsius (°C) und mehr. Hier und da entluden sich schwere Starkregengewitter, mancherorts blieb es aber weiterhin sehr trocken. Unter dem Strich war der Sommer 2020 bei ausgeglichener Sonnenscheindauer zu warm und etwas zu trocken. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

 

Im Juni und Juli „Schaukelsommer“ mit schwankenden Temperaturen 

Mit 18,2 °C lag der Sommer 2020 um 1,9 Grad über dem Mittel der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der wärmeren Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die positive Abweichung 1,1 Grad. In den Monaten Juni und Juli waren stabile hochsommerliche Phasen eine Seltenheit. Kühle und warme Witterungsphasen wechselten sich ab, sodass die ersten Sommermonate eher einem „Schaukelsommer“ glichen. Erst im August führte eine mehrtägige Hitzewelle mit Temperaturen von über 35 °C zu einer landesweiten hohen bis extremen Wärmebelastung. Die deutschlandweit höchste Temperatur wurde am 9.8. mit 38,7 °C in Trier-Petrisberg gemessen. Die niedrigsten Frühtemperaturen wurden vom DWD Anfang Juni registriert.  Am 1.6. übermittelte die Station Oberharz am Brocken-Stiege frische 0,5 °C.

 

Starkregen, Überflutungen, Hochwasser und regional weiterhin sehr trocken  

Mit rund 230 Litern pro Quadratmeter (l/m²) Niederschlag im bundesweiten Mittel verfehlte der Sommer 2020 sein Soll (239 l/m²) nur leicht. Oftmals lagen Starkregenfälle mit Überflutungen und anhaltende Trockenheit nah beieinander. In einigen Regionen, wie der Uckermark, der Leipziger Tieflandbucht, dem Saarland und entlang des Rheins fielen mit 70 bis 100 l/m² weniger als die Hälfte der dort typischen Niederschlagsmenge. Zugleich gab es Dauerregenfälle, wie Anfang August mit bis zu 150 l/m² in 24 Stunden in Oberbayern, die auch Hochwasser brachten. Insgesamt wurden an den Alpen über den Sommer hinweg über 700 l/m² gemessen und damit zehnmal so viel, wie in den trockenen Regionen Deutschlands.

 

Ausgewogene Sonnenscheinbilanz  

Mit rund 675 Stunden übertraf die Sonnenscheindauer im Sommer ihr Soll von 614 Stunden um etwa 10 Prozent. Über 700 Stunden Sonnenschein verzeichneten die Küstenregionen. In den westlichen Mittelgebirgen wurden vom DWD dagegen nur um 500 Stunden gemessen.

Im bevölkerungsreichsten Bundesland lag die Sommertemperatur bei 18,3 °C (16,3 °C) und die Sonnenscheindauer bei gut 590 Stunden (554 Stunden). Somit war NRW das sonnenscheinärmste Bundesland. Dabei blieb es mit 190 l/m² (240 l/m²) Niederschlag deutlich zu trocken.

Mittwoch: Erster Herbststurm des Jahres

Sturmtief KIRSTEN über Nordhälfte Deutschlands – Jahreszeit ein Problem 

Bonn/Duisburg,, 24. August 2020 –  Am Mittwoch zieht ein ruppiger Sturm über die Nordhälfte Deutschlands hinweg. Bei diesem ersten größeren Herbststurm könnte weniger die Windgeschwindigkeit als vielmehr die Jahreszeit zum Problem werden. 

Belaubte Bäume bieten Sturmböen eine größere Angriffsfläche. Äste brechen auch bei Böen bis 90 Kilometer pro Stunde schnell. Foto WetterOnline


Schwere Sturmböen

Der Hochsommer verabschiedet sich mit Pauken und Trompeten. Tiefs beeinflussen das Wetter vor allem im Norden. Sie bringen teils ruppigen Wind und kühle Atlantikluft mit. Ein Tief über dem Atlantik zieht weiter Richtung Großbritannien. Zur Wochenmitte erfasst sein Sturmfeld dann voraussichtlich auch Deutschland.  
„Am Mittwoch zieht dann ein erster kräftiger Herbststurm über die Nordhälfte Deutschlands hinweg. Er bringt neben teils schweren Sturmböen besonders zu den Küsten hin auch ergiebigen Regen mit und es reicht kaum für 20 Grad“, berichtet Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline.  „Nach derzeitigen Stand haben wir es in der Nordhälfte des Landes dann mit Böen zwischen 70 und 100 Kilometer pro Stunde zu tun.“ 

Gefahr: belaubte Bäume und trockene Fichten
Auch wenn 70 bis 100 Kilometer pro Stunde nicht nach einem sehr heftigen Sturm klingen und im Winter auch keine allzu großen Probleme mit sich bringen würden, sieht es jetzt im Sommer anders aus. „Denn die belaubten Bäume bieten dem Wind eine große Angriffsfläche und so einen großen Widerstand, damit reichen Böen mit Tempo 70 bis 90 völlig aus, um große Äste abzubrechen oder ganze Bäume umzuwehen. Aber auch die durch das Fichtensterben vielerorts vertrockneten Nadelbäume lassen sich durch die Böen leicht umblasen.“ 

So zieht KIRSTEN
- In den Frühstunden erreicht Sturmtief KIRSTEN die südliche Nordsee. An der deutschen Nordseeküste frischt der Südwestwind stürmisch auf, auf den Inseln sind erste Sturmböen dabei. In den Morgenstunden kommt das Windfeld landeinwärts voran. Verbreitet erreicht der Wind in Böen 60 bis 70, an der Nordsee und in den Hochlagen der Eifel bis 80 Kilometer pro Stunde.  

- Am Vormittag erfasst das Windfeld mit Ankunft der Kaltfront die westlichen Mittelgebirge. Im Flachland werden Böen von 60 bis 70, in höheren Lagen und an der Nordsee von 70 bis 90 Kilometer pro Stunde erreicht. In den Hochlagen der Eifel, des Sauerlandes und des Harzes gibt es Spitzenböen bis Tempo 100.  
- Über Mittag dehnt sich der Sturm auch in die östlichen Mittelgebirge aus. Er bläst weiterhin mit Spitzenböen auf den Bergen teils sogar mit über 100 Kilometer pro Stunde. Die Gefahr von herabstürzenden Ästen ist jetzt am größten.  
- Im Laufe des Nachmittags dreht der Wind immer mehr auf westliche Richtungen und schwächt sich im westlichen Deutschland abseits von Schauern schon etwas ab. Nach Osten hin drohen dagegen jetzt die stärksten Böen. Örtlich sind Spitzenböen bis 100 Kilometer pro Stunde dabei.
- In den Abendstunden schwächt sich der Wind im Westen ab und auch in Schauern sind dort kaum noch Sturmböen dabei. Im Osten weht er dagegen immer noch mit 60 bis 80, in höheren Berglagen auch noch mit Böen um 90 Kilometer pro Stunde.  
- Am späten Abend schrumpft das Windfeld weiter, Windspitzen von 60 bis 80 Kilometer pro Stunde werden nun auch im Osten seltener. Hinter dem inzwischen zur südlichen Ostsee abgezogenen Tief dreht der Wind über westliche mehr und mehr auf nordwestliche Richtungen.  
Donnerstag früh ist Sturm KIRSTEN vorbei. 

Durch die Trockenheit geschädigte Nadelbäume werden schnell zu Sturmopfern. Foto WetterOnline


Regenwahrscheinlichkeit – Was bedeutet das?

Die Vorhersage des Niederschlags in Prozent 

Bonn/Duisburg,, 19. August 2020 –  Was heißt eine Regenwahrscheinlichkeit von 50 Prozent? Dass es nur zur Hälfte des Tages regnet oder nur die Hälfte des Stadtgebietes betroffen ist? Leider nichts von beiden. Wir erklären die Bedeutung.

Die Niederschlagswahrscheinlichkeit gibt an, ob Gummistiefel und Schirm zum Einsatz kommen. Quelle: WetterOnline


Regnet es?
In Wettervorhersagen wird auch die Regenwahrscheinlichkeit in Prozent angegeben. Das sorgt oftmals für Verwirrung, denn nicht jedem ist klar, was diese Prozentangaben bedeuten sollen. „Die Angabe der Regenwahrscheinlichkeit gibt wichtige Zusatzinfos darüber, ob Niederschlag auftreten wird oder nicht. Sie beschreibt die Sicherheit, mit der an einem Ort im Vorhersagezeitraum Niederschlag fällt“, erklärt Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline. 

Eher trocken durchkommen
Bei einer Regenwahrscheinlichkeit von 10 Prozent bleiben es also (fast) sicher trocken. Liegt der Wert bei 30 Prozent, kann mit einem Risiko von 30 Prozent irgendwo in Ihrer Stadt Regen fallen. Hier empfiehlt sich ab und zu mal ein Blick aufs WetterRadar, um sicher trocken durchzukommen.  Fifty-fifty-Chance Bei einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent kann es regnen oder auch trocken bleiben. Beides ist gleich wahrscheinlich und entsprechend unsicher ist die Lage. Hier lohnt es sich einen Schirm einzupacken, nur Risikofreudige sollten dann zum Beispiel eine Feier im Freien planen. 

Must-have: Schirm oder Regenjacke  
Liegt die Regenwahrscheinlichkeit bei 90 Prozent, dann werden Sie (fast) sicher irgendwann im Vorhersagezeitraum nass. Birgit Heck: „Die Wahrscheinlichkeit sagt jedoch nichts darüber aus, wie lange und wie kräftig es regnet. Es kann sich genauso gut um einen kurzen Schauer wie um langanhaltenden Regen handeln.“  
„Die Regenwahrscheinlichkeit heißt bei WetterOnline übrigens Niederschlagswahrscheinlichkeit. Sie gibt nämlich nicht nur das Risiko für Regen, sondern auch für andere Niederschlagsformen an. Beispiele sind Schnee oder Hagel“, so Heck.  

Regen ja oder nein: Ein Blick auf die Angabe der Regenwahrscheinlichkeit ist zu empfehlen. Quelle: WetterOnline


Perseiden - Zeit zum Wünschen

In der Nacht zum 13. August erreicht der Sternschnuppenregen seinen Höhepunkt 

Bonn/Duisburg,, 10. August 2020 –  Jedes Jahr bringt uns der Meteorstrom der Perseiden ein beeindruckendes Schauspiel an den nächtlichen Himmel. Bereits ab Juli waren wieder Sternschnuppen über Deutschland zu sehen. Um den 12. August steht der Höhepunkt bevor. Wer einen ausführlicheren Wunschzettel geschrieben hat, kann diesen dann gut abarbeiten.

Die Perseiden bieten ihr jährliches Himmelsspektakel. Foto WetterOnline



Perseus und die kosmischen Staubteilchen
Der Meteorstrom der Perseiden ergießt sich jedes Jahr in der ersten Augusthälfte über den Nachthimmel. Der Strom kommt scheinbar aus Richtung des Sternbildes Perseus. Die Sternschnuppen strahlen von dort in alle Himmelsrichtungen aus. „Die Perseiden bestehen aus vielen kleinen, maximal zentimetergroßen Teilchen, die der Schweif des Kometen Swift-Tuttle in seiner Flugbahn hinterlässt. Die Erde bewegt sich auf ihrer Bahn um die Sonne jedes Jahr gegen Mitte August durch das Gebiet dieser kosmischen Teilchen. Sie schießen mit Geschwindigkeiten von bis zu 60 Kilometer pro Sekunde in die Erdatmosphäre.
Durch die enorme Reibung an den Luftmolekülen werden die Teilchen abgebremst und verglühen binnen Sekunden. Ihre Bewegungsenergie wird dabei in Licht und Wärme umgewandelt“, erklärt Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline. Bis sie vollständig verglüht sind, legen sie oft noch Dutzende von Kilometern zurück. So entstehen die mehr oder weniger hellen Leuchtspuren am Nachthimmel. Die kleinsten Schnuppen verglühen so schnell, dass sie kaum wahrnehmbar sind. Die Leuchtpfade der größeren können ein paar Sekunden lang nachglimmen. 

Beste Sicht in der zweiten Nachthälfte
Die beste Beobachtungszeit ist immer in der zweiten Nachthälfte. In dicht besiedelten Gebieten mittlerer Breiten kann man höchstens 20 bis 50 Perseiden pro Stunde sehen. Das theoretische Maximum von 100 bis 120 Sternschnuppen, das Mitte August möglich wäre, wird in Mitteleuropa aus mehreren Gründen praktisch nie erreicht.
„Um das Spektakel beobachten zu können, ist ein möglichst dunkles Plätzchen weitab von störenden Lichtquellen wichtig. Wer in der Stadt wohnt, sollte aufs Land fahren und auch dort möglichst abseits von Ortschaften bleiben“, raten die Meteorologen von WetterOnline.
„Das Sternbild Perseus steht eingangs der Nacht noch tief im Nordosten und schraubt sich dann bis zum Morgen immer höher über den Horizont, sodass der Himmelsblick in dieser Richtung frei sein sollte. Die beste Sicht hat man von unbewaldeten Bergkuppen aus. Natürlich bedarf es ein wenig Geduld und natürlich auch etwas Wetterglück, denn das alles klappt natürlich nur dann, wenn Petrus auch die Bühne freigibt!“, sagt Heck.


Der Meteorstrom der Perseiden ergießt sich jedes Jahr in der ersten Augusthälfte über den Nachthimmel. Foto WetterOnline

Gutes Beobachtungswetter
Das Wetter spielt beim „Wunschkonzert“ in den nächsten Tagen häufig mit. Ein stabiles Sommerhoch beschert uns in den meisten Regionen einen wolkenlosen Nachthimmel. Nur vereinzelt stören in den Abendstunden Hitzegewitter beim Blick zu den Sternen. Dazu bleibt es nachts meist angenehm warm. Besonders eindrucksvoll ist das Schauspiel fernab von den hell erleuchteten Städten.

Sternschnuppenglück und gute Wünsche
Allein das Beobachten des Himmelspektakels macht glücklich. Nun sollen die Sternschnuppen darüber hinaus Wünsche wahr werden lassen - vorausgesetzt man schickt sie rein gedanklich in den Himmel.
„Niemand weiß so genau, woher der Aberglaube kommt, dass man sich bei einer Sternschnuppe etwas wünschen kann. Es ranken sich viele Legenden um Sternschnuppen.
Die meisten von ihnen betrachten Sternschnuppen als Glücksbringer. So kehren nach einem alten schwäbischen Volksglauben verirrte Sterne an ihren Platz im Himmel zurück. Andernorts hält man Sternschnuppen für die verglühenden Dochte von Kerzen, die die Engel beim Sterneputzen fallen lassen.“, erklärt Heck. 

Ein warmer, erheblich zu trockener und sonnenscheinreicher Juli

Offenbach, 30. Juli 2020 – Im Juli befand sich der äußerste Süden Deutschlands oft in schwülwarmer Luft aus dem Mittelmeerraum. Dort entluden sich an manchen Tagen ge-bietsweise heftige Gewitter und vor allem am Alpenrand regnete es auch mal kräftig. Im Norden gestaltete tiefer Luftdruck über Skandinavien das Wetter meist wechselhaft und relativ kühl. Bis zur Mitte kamen die Tiefausläufer jedoch nur selten voran; häufig dominierte ein Keil des Azorenhochs mit trockener Luft sowie warmen Tagen und vereinzelt frischen Nächten. Zum Monatsende hin präsentierte sich der Juli in ganz Deutschland unter Hochdruckeinfluss sonnenscheinreich mit einer kurzen, aber intensiven Hitzewelle mit Temperaturen bis über 35 Grad Celsius (°C). Dies ergab einen insgesamt warmen Juli mit deutlich zu wenig Niederschlag und viel Sonnenschein. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

 

Ein recht warmer Juli mit kurzer Hitzewelle am Ende des Monats 

Mit 17,7 °C lag im Juli der Temperaturdurchschnitt um 0,8 Grad über dem Wert der inter-national gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 war der Juli 2020 dagegen 0,3 Grad zu kalt. Überwiegend westliche Winde führ-ten im zweiten Sommermonat oft kühle Luft in den Norden Deutschlands. Die bundesweit tiefste Temperatur registrierte Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge am 12. mit 1,1 °C und sogar leichtem Bodenfrost. Völlig anders zeigte sich der Juli in Süddeutschland. Die extreme Hitze aus Südeuropa gelangte zeitweilig bis nach Bayern und Baden-Württemberg. In Rheinfelden und in Regensburg meldete der DWD 10 Tage mit mehr als 30 °C. Mit Werten über 35 °C werden die Monatshöchstwerte voraussichtlich erst am 31. Juli erreicht.

 

Sehr trockener Südwesten, viel Niederschlag im Norden und äußersten Süden 

Mit rund 50 Litern pro Quadratmeter (l/m²) erreichte der Juli nur 65 Prozent seines Solls von 78 l/m². Gebiete, in denen das Niederschlagssoll erfüllt wurde, lagen meist im Süden und im hohen Norden Deutschlands. Besonders im äußersten Süden bildeten sich in der ersten und letzten Monatsdekade gebietsweise immer wieder kräftige Gewitter, begleitet von Starkregen und Hagel bis zu 4 cm. Am 2. verzeichnete Murnau am Staffelsee mit 24-stündig 96,8 l/m² die bundesweit höchste Tagesmenge. Am nassesten war es mit bis zu 240 l/m² in den Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen. Im Südwesten fielen hingegen gebietsweise nur knapp 10 l/m², wo die Natur aufgrund der hohen Verdunstungsrate enorm mit der fortschreitenden Trockenheit zu kämpfen hat.

 

Sonnenscheinbilanz leicht überdurchschnittlich, deutliches Nord-Süd-Gefälle 

Die Sonnenscheinbilanz wies im Juli 2020 ein deutliches Nord-Süd-Gefälle auf und lag mit mehr als 230 Stunden um 9 Prozent über ihrem Soll von 212 Stunden. Am meisten zeigte sich die Sonne mit örtlich 320 Stunden im Westen und der Mitte Baden-Württembergs sowie dem westlichen Bayern. In Ostfriesland und der Mitte sowie dem Norden Schleswig-Holsteins schien sie hingegen gebietsweise nur knapp 150 Stunden.
Im Juli 2020 verbuchte der DWD für Nordrhein-Westfalen durchschnittlich 17,1 °C (17,0 °C), nahezu 55 l/m² (82 l/m²) und über 190 Sonnenstunden (187 Stunden).

 Waldbrandgefahr nimmt zu  - 5 Tipps zum Joggen bei Hitze

Mensch für den Wald derzeit größte Gefahr

Bonn/Duisburg, 30. Juli 2020 – In Deutschland herrscht fast überall große und stellenweise sogar sehr große Waldbrandgefahr. Bricht ein Feuer aus, so ist es nur schwer zu bekämpfen. Doch wie kann man das Risiko mindern?


Waldbrandgefahr: Fehlende Niederschläge und hochsommerliche Temperaturen haben die Waldböden stark austrocknen lassen. Fotos WetterOnline

Wodurch entstehen Waldbrände?
„Die seit Anfang des Jahres in einigen Landesteilen fehlenden Niederschläge und die hochsommerlichen Temperaturen der letzten Wochen haben die Waldböden stark austrocknen lassen. Da die obere Waldbodenschicht recht schnell austrocknet, ist einem Feuer schnell der Boden geebnet. Kommen noch trockene Winde hinzu, können sich die Flammen rasant ausbreiten“, erklärt Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline, und weiß: „Stark gefährdet sind reine Nadelwälder, denn die harzigen Nadeln sind nach längerer Trockenheit besonders leicht entflammbar.

Durch das deutschlandweite Fichtensterben verschärft sich die Situation in dieser Hinsicht noch erheblich, denn zum Teil bestehen ganze Waldflächen aus toten und somit zundertrockenen Bäumen. Altes Reisig und trockene Grasflächen erhöhen die Brandgefahr zusätzlich. Hier reicht ein Funke, um einen Brand auszulösen.“
 Natürliche Auslöser für einen Waldbrand sind Blitzeinschläge. Diese spielen aber im Vergleich zur Brandursache Mensch nur eine sehr geringe Rolle. „Der weitaus größte Teil der Waldbrände in Deutschland entsteht durch Unachtsamkeit und Brandstiftung. Das heißt im Umkehrschluss, dass der Mensch durch richtiges Verhalten Waldbrände vermeiden kann.“, stellt Heck fest.

Richtiges Verhalten im und am Wald
Aufmerksamkeit ist das A und O zur Vermeidung von Waldbränden, denn Gedankenlosigkeit kann fatale Folgen haben. „Bitte beachten Sie stets die Warnungen“, rät die Sprecherin und erläutert weiter: „Bei höchster Warnstufe (Gefahren-Index 5) besteht eine sehr große Gefahr, das Betreten des Waldes ist dann in der Regel verboten.“ Rauchen Sie nicht im Wald und werfen Sie keine Zigarettenstummel in die Natur.
Zigaretten sollten auch nicht auf die Straße geworfen werden, da sie vom Wind leicht in die trockene Vegetation geweht werden können, wo sie binnen Sekunden ein Feuer entzünden. Machen Sie kein offenes Feuer - auch kein romantisches Lagerfeuer am Abend! Flaschen, Glasscherben und jeglicher sonstige Müll, der das Sonnenlicht bündeln könnte, dürfen nicht im Wald zurückgelassen werden. Zwar wird der Brennglaseffekt als Waldbrandursache kontrovers diskutiert, doch in einigen Fällen war er tatsächlich schon für den Ausbruch von Feuern verantwortlich.
Parken Sie Autos und Motorräder niemals auf Wiesen und Feldern oder am Waldrand. Der heiße Katalysator oder der Auspuff des Fahrzeugs kann trockenes Unterholz und Gras leicht entzünden.

Was ist zu tun, wenn man einen Waldbrand entdeckt
Wer Rauchentwicklung als Anzeichen für einen Waldbrand entdeckt, alarmiert sofort die Feuerwehr! unter der Telefonnummer 112 und gibt an, von welcher Stelle der mutmaßliche Brand beobachtet wird, wo es brennt und ob das Feuer am Boden wütet oder bereits die Baumwipfel ergriffen hat. Wird man selbst von einem Waldbrand überrascht, so flüchtet man seitlich zur Windrichtung vom Feuer weg in eine Region mit möglichst wenig brennbarem Bewuchs.


5 Tipps zum Joggen bei Hitze
Wann die beste Uhrzeit für ein Training ist, die wenigsten Pollen fliegen und worauf Sportler achten sollten

Joggen gehört wohl zu den beliebtesten Outdoor-Sportarten. Doch vor allem bei hohen Temperaturen im Sommer kann Sport im Freien dem Körper zusetzen. Wann bei Hitze die beste Tageszeit zum Trainieren ist und wann am wenigsten Pollen fliegen, verraten die Experten von WetterOnline.

In den kühleren frühen Morgenstunden lässt es sich deutlich angenehmer Sport treiben als in der Nachmittagshitze. Quelle: WetterOnline

Nachmittags ist es am wärmsten
Hohe Temperaturen können das Training und den Kreislauf maßgeblich beeinflussen. Daher sollten die Zeiten, zu denen man Sport treibt, gut ausgewählt werden. Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline, weiß: „Am heißesten ist es nicht zur Mittagszeit, wie viele Leute denken, sondern am späten Nachmittag und frühen Abend. Zwar haben wir im Sommer gegen 13.30 Uhr den Sonnenhöchststand und die intensivste Sonneneinstrahlung, aber die höchsten Temperaturen messen wir erst gegen 17 bis 18 Uhr.“
Dies liegt vor allem daran, dass sich die Luft vom Boden aus erwärmt. Die Sonnenstrahlen erwärmen also erst den Boden, bevor auch die Temperatur der Luft ansteigt. Um den Kreislauf zu schonen, sollten Läuferinnen und Läufer demnach ein Training in der späten Nachmittagshitze vermeiden und im Idealfall auf die frühen Morgenstunden ausweichen. „Die tiefste Temperatur des Tages messen wir fast immer am frühen Morgen, kurz nach Sonnenaufgang“, so Heck.

Den Pollen davonlaufen
Allen Joggerinnen und Jogger, die mit Pollen zu kämpfen haben, aber trotzdem das Sommerwetter für Sport im Freien nutzen möchten, rät Birgit Heck: „Allergiker sollten beim Sport stets auf den Pollenflug achten, um den Körper nicht zusätzlich zu belasten. Generell kann man sagen, dass die Pollenkonzentration in der Stadt morgens am geringsten ist und auf dem Land abends.“

Genügend Trinken
Ob morgens oder abends, beim Sport im Sommer ist es besonders wichtig, ausreichend zu trinken, um die körpereigene Klimaanlage in Gang zu halten. Denn durch das Schwitzen verliert der Körper viel Wasser. Am besten trinken Läuferinnen und Läufer schon vor dem Training und auch immer wieder zwischendurch. Natriumreiches Wasser oder Fruchtsaftschorlen sind als Getränke ideal. Sie geben vor und nach dem Training schnell Energie.

Auf den Körper hören
Leichte Funktionskleidung hilft, während des Sports den Schweiß abzutransportieren und einer Überhitzung des Körpers vorzubeugen. Wer zusätzlich eine Kappe trägt, kann sich so vor einem Sonnenstich schützen. Grundsätzlich sollten Sportlerinnen und Sportler bei starker Hitze ihr Pensum drosseln und immer genau auf die Signale ihres Körpers hören, um sich nicht zu überanstrengen. Kreislaufprobleme vermeiden Nach dem Training ist für viele der direkte Sprung unter die kalte Dusche oft verlockend. Dennoch ist es ratsam, die Nachschwitzphase noch mindestens 15 Minuten lang abzuwarten, um Kreislaufprobleme und Schwindel zu vermeiden.

 Im Norden kaum Sommertage im Juli

Ein Sommermonat ohne Hitze

Bonn/Duisburg, 22. Juli 2020 – Der Temperaturkontrast vom warmen Süden zum kühlen Norden Deutschlands bestimmte bisher den Juli. Um die Juli -Sommertage in Hamburg zu zählen, braucht man nicht mal alle Finger einer Hand.
Hamburg
Der Sommermonat Juli hat sich bisher nicht sonderlich sommerlich gezeigt. Dies geht besonders aus den gemessenen Sommertagen hervor. „Wir Wetterfrösche sprechen dann von einem Sommertag, wenn die Höchsttemperatur an einem Tag mindestens 25 Grad beträgt“, erklärt Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline. „Vor allem in der Nordhälfte reichte es bisher gebietsweise nicht mal für einen solcher Tage, wie zum Beispiel auf Sylt. In Hamburg wurde die 25-Grad-Marke zweimal überschritten.“ Das ist der zweitniedrigste Wert der letzten 30 Jahre.

In Hamburg wurde die 25-Grad-Marke zweimal überschritten. Das ist der zweitniedrigste Wert der letzten 30 Jahre - Foto WetterOnline

Im Mittel sind es rund 11 Sommertage im Juli.
Mit einer durchschnittlichen Temperatur in Deutschland von 16,7 Grad liegt der Monat derzeit knapp 1,5 Grad unter dem langjährigen Juli-Mittel aus den vergangenen 30 Jahren. Juli ungewohnt durchschnittlich – Hitzetage selten Bisher hat sich der Juli in weiten Landesteilen ungewohnt durchschnittlich präsentiert. Von Hannover bis Hamburg geht es auch vorerst einmal so weiter. Heiße Tage mit Höchstwerten von über 30 Grad sucht man in vielen Regionen bisher vergebens.

„Im Südwesten und in Teilen Ostdeutschlands reichte es für ein bis vier Hitzetage. In den meisten Regionen war aber selbst an den wärmsten Tagen schon bei unter 30 Grad Schluss. Der Juli 2020 bringt es im Landesschnitt somit bisher auf 0,4 heiße Tage “, so Heck.

Heiße Tage mit Höchstwerten von über 30 Grad sucht man in vielen Regionen bisher vergebens - Foto WetterOnline

Aussicht
Bis kurz vor Monatsende wird sich an der Zahl der heißen Tage auch nicht viel ändern. Zum Vergleich: Im Juli 2019 waren es im Schnitt 5,5 heiße Tage (in den wärmsten Regionen über 10) und im Juli 2018 sogar 7,7. In Darmstadt reichte es damals sogar an 20 Tagen für 30 Grad und mehr.
Selbst wenn am Ende noch ein paar heiße Tage hinzukommen sollten: Unterm Strich wird es sehr wahrscheinlich der Juli mit den wenigsten heißen Tagen seit 2011.

Forschung für die Wettervorhersage

Gewittern und Windböen mit Laser und Flugzeugen auf der Spur

Lindenberg/Offenbach/Duisburg, 14. Juli 2020 – Kurzfristige Warnung auf dem Smartphone vor Gewitter mit Starkregen und kräftigen Windböen - fünf Kilometer weiter regnet es noch nicht einmal einen Tropfen. Wer hat eine solche Situation nicht selbst schon erlebt? Um diesen in ihrer räumlichen Ausdehnung oft nur ein paar Kilometer großen und in der Regel recht kurzlebigen Wetterereignissen besser auf die Spur zu kommen, führt der Deutsche Wetterdienst (DWD) derzeit an seinem Meteorologischen Observatorium Lindenberg / Richard-Aßmann-Observatorium (MOL Observatorium (MOL-RAO, Landkreis Oder-Spree, Brandenburg) gemeinsam mit Kooperationspartnern ein Feldexperiment durch.
Im Einsatz: Laser und unbemannte Flugzeuge Für die Wettervorhersage stellen Quellwolken, Schauer und Gewitter sowie Windböen eine besondere Herausforderung dar.
Wettervorhersagemodelle können solche kleinräumigen Prozesse von kurzer Dauer nicht explizit simulieren. Um diese Vorgänge in der Atmosphäre besser zu verstehen, vermessen seit Anfang Juni 2020, andauernd bis Ende August 2020, fast ein Dutzend so genannte Doppler-Lidar Lidar-Geräte per Laserstrahl das Verhalten des Windes, seine Böen sowie konvektive turbulente Strukturen bis in einige hundert Meter Höhe über Grund.

Die Messungen finden am Lindenberger Observatorium und auf dem zugehörigen Grenzschicht-Messfeld im benachbarten Falkenberg statt. Bis Ende Juli kommen zusätzlich unbemannte Messflugzeuge zum Einsatz, um die aus den indirekten Lidar-Messungen abgeleiteten Größen durch direkte Messungen zu überprüfen. Ziel: Verbesserung des Warnmanagements Dank des durch die Corona-Pandemie reduzierten Luftverkehrs und der Tatsache, dass der Flughafen BER noch nicht eröffnet ist, dürfen diese Flüge mit Genehmigung der Deutschen Flugsicherung GmbH (DFS) sogar bis in eine Höhe von mehreren Kilometern durchgeführt werden.

Den Schwerpunkt werden aber Messungen in den untersten 500 Meter der Atmosphäre bilden. Mit den Messflugzeugen kann die Variabilität von Wind, Temperatur und Wasserdampfgehalt der Luft mit sehr hoher Auflösung erfasst werden. Die Sensoren registrieren aktuelle Messsignale mehr als einhundert Mal pro Sekunde, woraus sich eine räumliche Auflösung im Dezimeter-Bereich ergibt. Die Wissenschaftler wollen mit diesen Messungen neben dem besseren Verständnis von Konvektion, Windböen und Gewittern auch die optimale Messstrategie für den operationellen Dauerbetrieb der Lidar-Geräte am Observatorium herausfinden, denn normalerweise können Flugzeuge wie derzeit nicht eingesetzt werden.
Möglicherweise gelingt es dann in einigen Jahren, auch die Bildung von Quellwollen und das Auftreten von Gewittern und Windböen kurzfristig besser vorherzusagen und die Bevölkerung sowie Wirtschaftssektoren wie den Luftverkehr, die Energiewirtschaft oder das Bauwesen frühzeitiger und noch lokaler mit Warnungen zu versorgen. Wegen Corona verkleinertes Experiment Das derzeitige Feldexperiment trägt den Namen FESST@MOL (Field Experiment on Submesoscale STructures @ Meteorological Observatory Lindenberg = Feldexperiment zu kleinräumigen Strukturen am Meteorologischen Observatorium Lindenberg).

Als Kooperationspartner wirken mit: das Karlsruhe-Institut für Technologie (KIT) – Campus Alpin (Garmisch-Partenkirchen), das Institut für Physik der Atmosphäre am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt - DLR (Oberpfaffenhofen) und das Zentrum für Angewandte Geowissenschaften der Eberhard Karls Universität Tübingen. FESST@MOL ist die reduzierte Variante der ursprünglich für dieses Jahr am MOL-RAO geplanten umfangreichen Kampagne mit dem Namen FESSTVaL (Field Experiment on Submesoscale Spatio-Temporal Variability in Lindenberg Feldexperiment zur kleinskaligen räumlichen und zeitlichen Variabilität der Atmosphäre in Lindenberg).

Dabei wollten Wissenschaftler der im Hans-Ertel-Zentrum für Wetterforschung (HErZ) mit dem DWD zusammenarbeitenden Universitäten aus Hamburg, Köln, Bonn, Frankfurt am Main und Berlin und die oben genannten Partner durch umfangreiche Beobachtungen, darunter auch ein Messnetz aus mehr als 100 Bodenstationen und ein lokales Wetterradargerät, die oben genannten Prozesse besser verstehen. Wegen der Corona-Pandemie musste dies dieses größere Experiment ins kommende Jahr verschoben werden.

Seit 1905 werden am MOL-RAO die Vertikalprofile atmosphärischer Parameter (wie Temperatur, Feuchte und Wind) im Routinebetrieb gemessen. Die angewandten Messverfahren haben sich zwar in den letzten mehr als 100 Jahren geändert, doch die Kernaufgabe des Observatoriums war, ist und bleibt die Vertikalsondierung der Atmosphäre. Während hierfür zu Beginn des 20. Jahrhunderts sogenannte Meteographen an Drachen und gefesselten Ballonen zum Einsatz gelangten, werden heute neben in-situ-Sensorik an Masten und (vorwiegend frei fliegenden) Ballonen insbesondere bodengebundene Fernsondierungsverfahren (vor allem Radar, Lidar und Sodar) genutzt.

Dies erlaubt unter Nutzung komplexer Methoden zur Datenanalyse die zeitlich und vertikal hoch aufgelöste Charakterisierung der Struktur der Atmosphäre über Lindenberg. Das Ziel des Messprogramms am MOL-RAO besteht in der Bereitstellung umfassender Referenz-Datensätze definierter Qualität – hierfür wurde der Begriff der „Lindenberger Säule“ geprägt.
Lindenberger Säule
Die Datensätze dienen der Erfüllung insbesondere folgender Aufgaben:
Langzeitbeobachtung der Atmosphäre zur Klimaüberwachung im Rahmen nationaler und internationaler Programme inkl. einer Analyse längerfristiger Trends, Prozessvalidierung numerischer Wettervorhersage- und Klimamodelle Bereitstellung hochaufgelöster Messdaten für die Datenassimilation in der Numerischen Wettervorhersage Wahrnehmung der Funktion einer Referenzstation der WMO im Rahmen internationaler Programme (GRUAN Lead Centre, CIMO Lead Centre / Testbed für Atmosphärenbeobachtungen) Bereitstellung von Datensätzen zur Satellitendatenvalidierung inkl. der Validierung ausgewählter Produkte Erprobung, Betrieb, Weiterentwicklung und wissenschaftliche Betreuung von Komponenten des operationelles Messnetzes des DWD (Windprofiler, Radiosonden, Strahlungsflüsse)

Komet mit bloßem Auge zu sehen

Morgendämmerung beste Zeit zur Beobachtung 

Bonn/Duisburg, 07. Juli 2020 – Erstmals seit vielen Jahren ist wieder einmal ein heller Komet mit bloßem Auge sichtbar.  Der Komet mit dem Namen C / 2020 F3 Neowise befindet sich am nordöstlichen Horizont vor Sonnenaufgang. Es ist der hellste Komet seit 7 Jahren.

Kometen sind in Sonnennähe von einer Wolke aus Gas und Staub umgeben. Diese wird durch verdampfendes Eis und andere Substanzen erzeugt und vom Sonnenwind zum klassischen Schweif verweht. Quelle: WetterOnline

Noch bis August sichtbar
Der neue Schweifstern hatte schon am 4. Juli den sonnennächsten Punkt seiner Umlaufbahn erreicht und war zuvor nur von der Südhalbkugel der Erde aus zu sehen. Inzwischen entfernt er sich zwar wieder von der Sonne, kommt aber der Erde noch bis zum 23. Juli näher.

„Daher dürfte die scheinbare Helligkeit des auf den Namen "Neowise" getauften Kometen nur langsam abnehmen. Unter der Bezeichnung ‚scheinbare Helligkeit‘ versteht man die Lichtmenge eines Himmelskörpers, die beim Betrachter ankommt, und nicht die tatsächliche Leuchtkraft des Objektes“, erklärt Birgit Heck. „Weil Neowise sich immer höher über den Horizont und somit in dunklere Himmelsbereiche erhebt, könnte er mit etwas Glück noch bis in den August hinein sichtbar bleiben.“

Lange Reise um die Sonne
Neowise war erst am 27. März 2020 vom NASA-Weltraumteleskop "Neowise" entdeckt worden und trägt die ergänzende Bezeichnung C/2020 F3.
Er benötigt mehrere Jahrtausende für einen Umlauf um die Sonne und ist dieser nur für wenige Monate so nah, dass Gase und Staub freigesetzt werden und einen Schweif bilden können. Der Komet bewegt sich in den kommenden Wochen von Europa aus gesehen in den nordwestlichen Himmelsbereich, sodass er ab Mitte Juli auch abends sichtbar wird. Wie lange man ihn noch mit bloßem Auge sehen kann, ist allerdings ungewiss.

Seltenes Highlight für Sterngucker
Das Warten auf einen hellen Schweifstern hatte Sternguckern zuvor viel Geduld abgefordert. Die letzten von der Nordhalbkugel aus mit freiem Auge gut sichtbaren Kometen waren "Hyakutake" und "Hale Bopp" Mitte der 1990-er Jahre. Seither erschienene Kometen blieben meist so lichtschwach, dass sie ohne optische Hilfsmittel entweder nicht oder nur mit viel Geduld beobachtet werden konnten. Zuletzt war im Jahr 2013 der Komet "Panstarrs" mit freiem Auge sichtbar. Aber nur mit optischen Hilfsmitteln bot dieser auch ein sehenswertes Himmelsschauspiel. 

Was ist ein Komet?
Kometen sind eine Art kosmische Schneebälle und bestehen aus lockerem Gestein, Staub und Eis. „Weil sie in Sonnennähe erwärmt werden, bilden sie eine Wolke aus Gas und Staub. Diese wird durch verdampfendes Eis und andere Substanzen und vom Sonnenwind zum klassischen Schweif verweht,“ erläutert Heck. „Sie sind Relikte aus den frühen Stadien unseres Sonnensystems.“ Im Mittelalter wurden Kometen oft als Vorboten des bevorstehenden Untergangs angesehen, wie Krankheiten, Unwetter, Ernteausfälle, Kriege und Hungersnöte.

Der Komet Neowise ist hell genug, um sogar mit dem freien Auge erspäht werden zu können. Ein Fernglas ist natürlich trotzdem hilfreich. Quelle: WetterOnline

So entstehen Jetstreams

Starkwindband verhindert Sommerhoch

Bonn/Duisburg, 06. Juli 2020 – Tagelang Sonne und Temperaturen um 30 Grad - daran ist derzeit kaum zu denken. Verantwortlich für die aktuelle Wetterlage ist der Jetstream. Er steuert die Zugbahn der Atlantiktiefs. Doch wie entstehen Jetstreams? Jetstream Der Jetstream ist ein Starkwindband in etwa 9 bis 14 Kilometer Höhe. Wie auf einer Autobahn nehmen an ihm Atlantiktiefs Kurs auf Europa.  Der Jetstream zieht sich in Wellen in den mittleren Breiten rund um den Globus.

Die Karte zeigt die Lage des Jetstreams zu Wochenbeginn.  Quelle: WetterOnline


„Liegen wir im Wellental, wie zurzeit, haben wir es mit kühler Luft und wechselhaftem Wetter zu tun. Liegen wir im Bereich des Wellenbergs, dominiert Hochdruck“, erklärt Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline.
„Der Jetstream liegt derzeit genau über Mitteleuropa sehr weit südlich. Er trennt dabei kühle Polarluft von warmer Sommerluft. Auch in den nächsten Tagen ändert sich an der Lage des Starkwindbands nur wenig. Im Süden zeigt sich zwar häufiger die Sonne, weiter nordwärts dominieren aber weiterhin die Wolken und zeitweise wird es nass. Erst Richtung Wochenende schwächt sich der Jetstream ab und zieht sich in Richtung Skandinavien zurück. Nach derzeitigem Stand wird somit auch der Weg für ein Hoch frei. Wie lange dieses durchhält, bleibt aber abzuwarten“, berichtet Heck.

Polarfrontjet beeinflusst mitteleuropäisches Wetter
Jetstreams gibt es mehrere. Die wichtigsten sind der Subtropenjet und der Polarfrontjet. Letzterer beeinflusst das Wetter in Mitteleuropa. Der Polarfrontjet trennt dabei warme Luft am Äquator von kalter Polarluft. Die warme Luft über dem Äquator steigt sehr weit nach oben auf, die kalte Luft am Pol aber ist dagegen wesentlich dichter und staut sich am Boden. Der stets nach Ausgleich strebende Wind weht somit vom Äquator zum Pol. Auf dem Weg nach Norden wird die Luft aufgrund der Erdrotation, der sogenannten Corioliskraft, nach Osten abgelenkt.
Der von West nach Ost wehende Jetstream ist die Folge.  Durch die Temperaturunterschiede, die durch mehrere Faktoren entstehen, entwickeln sich Wellentäler und -berge, sogenannte Tröge und Rücken. Diese wandern von Westen nach Osten und bestimmen unser Wetter. Im Wellental bilden sich Tiefs, die Wolken und Regen bringen. Im Wellenberg, dem Rücken, befinden sich Hochs. Oft scheint dort die Sonne.  

Verlangsamung durch den Klimawandel
Durch den Klimawandel nehmen die Temperaturkontraste zwischen Pol und Äquator ab. Als Folge mäandriert der Jetstream stärker. Wellenberge und Täler sind somit ausgeprägter und wandern nicht mehr ganz so schnell. Im Bereich der Wellenberge kommt es dann zu längeren Hitzeperioden. In den Wellentälern kann sich aber auch wochenlang launisches Sommerwetter festsetzen.    Wann der Weg für ein konstantes Sommerhoch frei ist, erfährt man auf www.wetteronline.de, mit der WetterOnline App oder durch einen Blick auf die neue, mit dem „German Design Award 2020“ prämierte Wetterstation wetteronline home. Mit dem WetterOnline Skill für Amazon Alexa sowie der WetterOnline Action für den Google Assistant können Wetterinfos auch über die digitalen Helfer abgefragt werden.

Derzeit herrscht ein durchschnittliches Sommerwetter. Verantwortlich dafür ist der Jetstream.  Quelle: WetterOnline

Ein windiger, unbeständiger und warmer erster Sommermonat in Deutschland

Offenbach/Duisburg, 29. Juni 2020 – Der Juni 2020 zeigte sich von seiner launenhaften Seite. Nach einem sommerlichen Start folgte mit auf Nordwest drehenden Winden und wiederholten Regengüssen ein unbeständiger und windiger sowie kühler Witterungsverlauf. Teilweise gab es Schnee auf den Bergen. In der zweiten Dekade bildeten sich dann, in schwül-warmer Luft, regional wiederholt unwetterartige Gewitter.

Nach einer Stabilisierung mit hochsommerlichen Temperaturen verabschiedete sich der Juni mit einem windigen Ausklang. Insgesamt war der Juni 2020 zwar etwas zu warm, präsentierte sich sonst aber mit typisch mitteleuropäischem Sommerwetter. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

Schafskälte und kurzeitige Hitzeschübe
Mit 16,8 Grad Celsius (°C) lag der Temperaturdurchschnitt im ersten klimatologischen Sommermonat um 1,4 Grad über dem Mittel der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der wärmeren Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die positive Abweichung 1,1 Grad. Nach einer sommerlichen Begrüßung machte rasch die Schafskälte mit einer nordwestlichen Strömung auf sich aufmerksam. Dabei sanken die morgendlichen Tiefstwerte verbreitet in den einstelligen Bereich.
Der niedrigste Wert aber wurde am 1. von der Station Oberharz beim Brocken mit 0,5 °C übermittelt. Während eines eintägigen Hitzeschubs wurde das bundesweit höchste Tagesmaximum von 34,0°C am 13. in Coschen, südlich von Eisenhüttenstadt, gemessen.

Trotz ausgeglichenem Flächenniederschlag regional weiterhin sehr trocken
Mit rund 90 Litern pro Quadratmeter (l/m²) erreichte der Juni in etwa sein vieljähriges Mittel von 85 l/m². Besonders Mitte des Monats bildeten sich in einer Tiefdruckrinne immer wieder tropische Starkregengewitter. Sie luden von Nordwest nach Südost diagonal über Deutschland gebietsweise hohe Regenmengen ab. Die höchste Tagessumme wurde am 13. mit 133,4 l/m² aus Bottmersdorf / Klein Germersleben südwestlich von Magdeburg gemeldet.
Besonders nass war es auch in Bayern. An den Alpen summierten sich im Monatsverlauf die Niederschlagsmengen auf 250 bis 300 l/m². Im Allgäu fielen gebietsweise über 300 l/m². In Teilen Brandenburgs und Sachsens wurden dagegen vom DWD weniger als 15 l/m² erfasst.

Sonniger Norden und wolkiger Süden
In der Sonnenscheinbilanz zeigte sich im Juni 2020 ein deutliches Nord-Süd-Gefälle. Über 250 Sonnenstunden wurden den Küsten gegönnt. Das waren doppelt so viele wie in den Alpenregionen. Die wolkenarmen Phasen im Norden ermöglichten dort vor allem in der zweiten Monatshälfte das Beobachten leuchtender Nachtwolken. Deutschlandweit bilanzierten die DWD-Expertinnen und -Experten eine durchschnittliche Sonnenscheindauer von 215 Stunden (203 Stunden).

Im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW lag die Juni-Temperatur bei 17,3 °C (15,4 °C) und die Sonnenscheindauer bei gut 205 Stunden (184 Stunden). Dazu kamen rund 75 l/m² (84 l/m²) Niederschlag. Starkregen mit Unfällen am 13. in Ostwestfalen standen der bestehenden Trockenheit am Niederrhein gegenüber.

Was ist der Siebenschläfertag?

Der 27. Juni und seine Bedeutung fürs Wetter

Bonn/Duisburg, 23. Juni 2020 - „Scheint am Siebenschläfer Sonne, gibt es sieben Wochen Wonne“ — so lautet eine von vielen Bauernregeln zum Siebenschläfertag am 27. Juni. Doch können wir uns auf diese Prognose verlassen? Und woher hat der Siebenschläfertag seinen Namen?

Ein blauer Himmel am Siebenschläfertag kann ein Hinweis für einen sonnigen Sommer sein. Foto WetterOnline


Was bedeutet die Bauernregel?
Es gibt zahlreiche Formulierungen der Bauernregel zum Siebenschläfertag. Sie alle sagen das gleiche aus: Das Wetter am Siebenschläfer bestimme das Wetter der folgenden sieben Wochen. Ist also der 27. Juni ein Regentag, dann werde es auch in den folgenden sieben Wochen tendenziell regnerisch.

Wie zuverlässig ist die Prognose?
Die Frage, ob diese Volksweisheit stimmt, beantwortet Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation bei WetterOnline: „Wenn man die Bauernregel zum Siebenschläfertag an einen einzigen Tag wie den 27. Juni knüpft, trifft sie nicht zu. Dies schon deshalb nicht, weil am Ende des 16. Jahrhunderts der Kalender geändert und zehn Tage gestrichen wurden. Der eigentliche Termin des Siebenschläfertages müsste also heute der 7. Juli sein. Bezieht man die Bauernregel aber auf einen Zeitraum von mehreren Tagen um den 27. Juni herum, kann sie in der Meteorologie aber sogar Hinweise auf den weiteren Wetterverlauf liefern. Der Grund ist, dass sich in diesem Siebenschläfer-Zeitraum oftmals eine stabile Wetterlage einstellt, die danach tatsächlich über einen längeren Zeitraum besteht.“
Das liegt vor allem am Jetstream, einem Luftstrom in zehn Kilometern Höhe. Dieser stabilisiert sich um die Zeit des Siebenschläfertags herum und bestimmt dadurch das Wetter der folgenden Wochen. Der Luftstrom beeinflusst dabei vor allem das Wetter in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz. Heißt es am 27. Juni also „Ist der Siebenschläfer nass, regnet’s ohne Unterlass“, empfiehlt es sich dort, in den darauffolgenden Wochen zur Sicherheit einen Regenschirm im Gepäck zu haben.

Wie kam der Siebenschläfertag zu seinem Namen?
Seinen Namen verdankt der Siebenschläfertag nicht dem possierlichen Nagetier, dem Siebenschläfer - Foto WetterOnline -r, sondern einer christlichen Legende. Dieser zufolge retteten sich im Jahre 251 sieben Jünglinge vor der Christenverfolgung in eine Höhle bei Ephesus.
Dort schliefen sie mit Gottes Hilfe 195 Jahre lang, bis sie von Hirten am 27. Juni im Jahr 446 aufgeweckt wurden und somit den christlichen Glauben an die Wiederauferstehung bestätigten. Um ihrer zu gedenken, wurde der Siebenschläfertag ins Leben gerufen.  


Der Siebenschläfertag verdankt seinen Namen nicht dem Nagetier. Quelle: WetterOnline

Sechs Tipps für den Sommer im Homeoffice 

Bonn/Duisburg, 17.Juni 2020 - Die Temperaturen steigen und viele Deutsche arbeiten zurzeit in den eigenen vier Wänden. Wo in einigen Büros Klimaanlagen für Kühlung sorgen, muss zu Hause selbst Abhilfe geschaffen werden. WetterOnline verrät, wie es auch in den Sommermonaten gelingt, sich im Homeoffice ein angenehmes Arbeitsklima zu schaffen.

Wenn es heiß wird, einen kühlen Kopf bewahren 
Die Temperaturen steigen und viele Deutsche arbeiten zurzeit in den eigenen vier Wänden. Wo in einigen Büros Klimaanlagen für Kühlung sorgen, muss zu Hause selbst Abhilfe geschaffen werden. WetterOnline verrät, wie es auch in den Sommermonaten gelingt, sich im Homeoffice ein angenehmes Arbeitsklima zu schaffen. 

Früher Vogel oder Nachteule
Wer im Homeoffice arbeitet, kann sich seine Arbeitszeiten dort meist flexibler einteilen als im Büro. Wenn es im Sommer besonders heiß ist, lohnt es sich, etwas früher in den Tag zu starten und die ersten, meist noch kühleren Morgenstunden produktiv zu nutzen. Wer erst später zu kreativen Höchstleistungen aufläuft, kann die Arbeitszeit entsprechend in die Abendstunden verlegen.  

Richtig Lüften
Gerade im Sommer ist richtiges Lüften wichtig, um sich auch zu Hause ein angenehmes Arbeitsklima zu schaffen. Was es zu beachten gibt, erklärt Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation bei WetterOnline: „Die Frühaufsteher sind hier im Sommer klar im Vorteil. Früh morgens sollten die Fenster geöffnet und das Homeoffice gut durchgelüftet werden. Danach sollten die Fenster geschlossen bleiben und soweit wie möglich die Rollos heruntergelassen werden, um die Sonneneinstrahlung und die Sommerhitze draußen zu lassen.
Ein Ventilator kann über den Tag zusätzlich für Abkühlung sorgen. Die bewegte Luft transportiert den Schweiß von der Haut und sorgt durch die Verdunstung für einen angenehmen Kühlungseffekt.“  
Den Ventilator sollte man, wenn man ihn so intensiv wie möglich nutzen möchte, auf den Oberkörper richten, direkter Wind auf Gesicht oder Nacken sollte aber unbedingt vermieden werden. 

Viel Trinken, aber lieber warm 
Lauwarm ist das neue cool. Denn leicht angewärmte Getränke sind bei hohen Temperaturen deutlich gesünder und haben langfristig auch einen abkühlenderen Effekt. Der Grund: Die Normaltemperatur unseres Körpers sinkt nach dem Genuss eines stark gekühlten Getränkes rapide ab. Um die Körpertemperatur anschließend auf die normalen 36 bis 37 Grad zu bringen, verbrauchen wir viel Energie — uns wird wieder heiß.
Als lauwarme Getränke, die den Körper weniger belasten, sind zum Beispiel Tees geeignet. Am besten selbstgemacht: Sie schmecken nicht nur gut, sondern enthalten auch noch deutlich weniger Zucker als die gekühlten Varianten aus dem Supermarkt. 

Kleine Abkühlungen für Zwischendurch
Auch eine kalte Dusche wirkt nur für kurze Zeit erfrischend. Effektiver sind kalte Tücher für den Nacken oder ein kühles Fußbad. Gerade im Homeoffice ist es leichter möglich, sich eine kleine Wanne mit dem belebenden Nass unter den Schreibtisch zu stellen oder in der Mittagspause auf dem schattigen Balkon die Beine in das private Kneippbecken zu tauchen. Die Handgelenke mit kaltem Wasser abzuspülen wirkt ebenfalls Wunder, wenn es am Schreibtisch zu tropisch wird.  

Leichte Kost statt schwerem Lunch
Wer sich geistig anstrengt, braucht spätestens zur Mittagszeit neue Energie. An heißen Tagen im Homeoffice sollten es dann besser keine großen und schwer verdaulichen Gerichte sein. Lieber greift man zu sommerlichen Snacks wie Obst und Gemüse. Diese lassen sich portionsweise im Kühlschrank aufbewahren und es ist immer eine Kleinigkeit zur Hand. Wem das nicht ausreicht, der kann sich mit einem Vollkornbrot mit Quark und frischer Kresse schnell ein gesundes und sommerliches Pausenbrot zubereiten. 

Zusätzliche Wärmequellen ausschalten
Auf PC oder Laptop können im Homeoffice nur die wenigsten verzichten. Doch es gibt eine Reihe weiterer elektrischer Geräte, die Hitze produzieren. Um die Temperatur im Arbeitszimmer zu reduzieren, hilft es, die Geräte möglichst abzuschalten. Drucker oder Kopiergeräte benötigen die meisten Heimarbeitenden nur temporär. Da kann es reichen, sie nur bei Bedarf einzuschalten und nicht im Energiesparmodus weiter laufen zu lassen.
So lässt sich neben Wärme auch noch Strom einsparen. Fällt die Mittagspause einmal etwas umfangreicher aus, lohnt es sich, auch den PC oder Laptop herunterzufahren und abkühlen zu lassen. 

Kleine Abkühlungen für Zwischendurch sind effektiver als eine kalte Dusche und sparen zudem Wasser.
Quelle: WetterOnline

Frisch aufgebrühte, lauwarme Tees bringen mehr Erfrischung als ein zuckersüßer und gekühlter Eistee. Quelle: WetterOnline

 

Bundesregierung bewirbt sich mit dem Standort Bonn um die Niederlassung des Europäischen Zentrums

für Mittelfristige Wettervorhersage

Berlin/Duisburg, 15.Juni 2020 - Die Bundesregierung wird sich mit der Bundesstadt Bonn um die zusätzliche Niederlassung des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersagen (EZMW) in der Europäischen Union (EU) bewerben. Das EZMW hat seinen Hauptsitz in Großbritannien und benötigt aufgrund des Brexits eine zusätzliche Niederlassung im Gebiet der EU.
Dabei sollen von dem neuen Standort zunächst die Aufgaben ausgeführt werden, die das EZMW im Rahmen des  EU-Erdbeobachtungsprogramms ,,Copernicus“ übernimmt: Der Copernicus Climate Change Service und der Copernicus Atmosphere Monitoring Service.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat daher für die Bundesregierung  in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) am 25. Mai sein Interesse an einem deutschen Standort bekundet. Der Abgabetermin für die Bewerbung ist der 30. September 2020. Bundesminister Andreas Scheuer: Das EZMW ist weltweit führend in der globalen numerischen Wettervorhersage und Klimatologie und ein zentraler Bestandteil der europäischen Infrastruktur im Bereich Wettervorhersage und Klimaforschung. Wir werden dem Zentrum und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Bonn beste Bedingungen für die Tätigkeit im Rahmen der EU-Programme bieten – insbesondere für das Flaggschiffprogramm Copernicus zur Beobachtung und Anpassung an den Klimawandel, das vom BMVI bereits umfangreich unterstützt wird. Unser zentrales Anliegen: die Arbeitsfähigkeit das EZMW vom ersten Tag an stärken und es optimal für die Zukunft aufzustellen.

Ministerpräsident Armin Laschet: Die Bundesstadt Bonn bietet mit ihrem einzigartigen Profil für internationale Zusammenarbeit sowie als Kompetenzstandort für nachhaltige Entwicklung und Wissenschaft dem Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage ein exzellentes, passgenaues Arbeitsumfeld. Das gilt auch und gerade für die Verzahnung mit dem Copernicus-Programm der EU. Bonns Bewerbung ist deshalb ein überzeugendes Angebot an die europäischen Partner.
Nordrhein-Westfalen freut sich darauf, sich im engen Schulterschluss mit der Bundesregierung und der Stadt Bonn nach Kräften für diese Bewerbung einzusetzen. Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan begrüßte die Bewerbung ausdrücklich: Bonns Vorzüge als Standort international ausgerichteter Organisationen und Unternehmen hat sich in der Vergangenheit vielfach gezeigt. Allein die kontinuierlich wachsende Zahl der VN-Einrichtungen ist dafür sichtbarer Beleg. Wir können mit unserer Exzellenz-Universität und weiteren hochkarätigen Forschungseinrichtungen punkten, mit einer starken Fokussierung auf digitalen Entwicklungen – und mit einer hohen Lebensqualität. Die mögliche Ansiedlung steht im Einklang mit dem Ziel des Bundestagsbeschlusses von 1991, Institutionen von internationaler Bedeutung nach Bonn zu holen.
Sridharan bekräftigte Bonns Bereitschaft, an der Ausarbeitung einer chancenreichen Bewerbung intensiv mitzuwirken. Die Bundesregierung plant, in einen Neubau für das EZMW in Bonn zu investieren, in dem zunächst bis zu 320 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Platz fänden. Hierfür wurde das bundeseigene Grundstück in Bad Godesberg-Nord an der Ludwig-Erhard-Allee nahe dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit vorgesehen.
Die Dimensionen des Neubaus sollen sich dabei am neuen Hochhaus des UN-Klimasekretariats im UN Campus mit einem zusätzlichen Konferenzzentrum orientieren. Mit der Stadtbahn-Haltestelle Robert-Schuman-Platz gibt es eine sehr gute Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr. Eine Entscheidung über den künftigen Sitz der Organisation will der EZMW-Rat voraussichtlich im Dezember 2020 treffen. Fiele die Entscheidung zugunsten Bonns, zögen die ersten Beschäftigten schon im ersten Halbjahr 2021 nach Bonn an einen Interimsstandort. Der gesamte Umzug sollte dann in der zweiten Jahreshälfte 2023 abgeschlossen sein. Informationen zum EZMW: www.ecmwf.int

 

 

Gewittrige Zeiten stehen an 

Darum blitzt und donnert es im Sommer so oft 

Bonn/Duisburg, 8. Juni 2020 – Ausgerechnet in den warmen Sommermonaten macht uns das Wetter manchmal einen Strich durch die Rechnung, wenn wir einen Ausflug in den Kletterwald oder den Tag im Garten planen. Auch in den kommenden Tagen setzt sich überall schwülwarme Luft durch und täglich entladen sich dann teils kräftige Gewitter. Warum das so ist und wie Blitz und Donner überhaupt entstehen, wissen die Meteorologen von WetterOnline. 

Ab Donnerstag Wärmegewitter 
Nach einem deutlichen Temperaturanstieg am Donnerstag und Spitzenwerten bis 30 Grad am Freitag, stellt sich ab dem Wochenende voraussichtlich "Waschküchenwetter" ein. Dann entladen sich neben längeren freundlichen Abschnitten in schwülwarmer Luft besonders nachmittags und abends Gewitter.
„Das ist für diesen Monat ein ganz typisches Wettergeschehen, denn Gewitter treten vor allem von Mai bis August auf, am häufigsten aber im Juni. Insgesamt erhellen in diesen Monaten im Durchschnitt etwa zwei bis drei Millionen Blitze den Himmel“, erläutert Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline.  

So bilden sich Gewitter im Sommer 
„Damit Gewitter entstehen können, muss die Luft in der Nähe des Bodens warm und feucht sein. Das ist vor allem im späten Frühling und im Sommer der Fall, da die Sonne den Boden stark aufheizt. Dadurch erwärmt sich die Luft und steigt in die Höhe. Ist diese feucht genug bildet sich zunächst eine typische Quellwolke. Unter idealen Bedinungen wächst die blumenkohlartige Wolke weiter und kann Höhen bis über 10 Kilometer erreichen.“  

So entstehen Blitze bei Gewitter
„In den oberen Schichten besteht die Wolke aus Eiskristallen. Durch kräftige Aufwinde stoßen und reiben sich die Kristalle aneinander und elektrische Ladung entsteht.  Typischerweise ist der untere Teil der Gewitterwolke negativ geladen. Der obere Teil ist, genau wie der Erdboden, positiv geladen. Ist der Spannungsunterschied groß genug, entlädt er sich – es blitzt“, erklärt Heck.  

Deshalb donnert es
Birgit Heck: „Ursache für den den Donner ist zunächst der Blitz. Dieser erhitzt die Luft in weniger als einer Sekunde auf bis zu 30.000 Grad Celsius. Dadurch dehnt sie sich explosionsartig aus und der Knall des Donners entsteht. Blitz und Donner treten also immer gemeinsam auf und eigentlich zur gleichen Zeit. Weil sich das Licht aber schneller bewegt als der Schall, sehen wir erst den Blitz und hören danach den Donner. Je weiter außerdem Blitz und Donner von uns entfernt sind, desto mehr nehmen wir den Donner als Grollen oder Rumpeln wahr. Je näher der Donner ist, desto lauter ist er und hört sich an wie ein Knall.“ 

So kann man die Entfernung abschätzen
Birgit Heck: „Zählen wir zwischen Blitz und Donner sechs Sekunden, dann ist der Blitz etwa zwei Kilometer von uns entfernt.“   

Von Mai bis August erhellen insgesamt etwa zwei bis drei Millionen Blitze den Himmel. Quelle: WetterOnline

Ab Donnerstag gehören Gewitter zur Tagesordnung. In zunehmend schwüler Luft blitzt und donnert es dann häufig. Quelle: WetterOnline

Neu: WetterSchule – Wetter für Kinder

Wind, Wolken und Tornado kinderleicht erklärt – Angebote komplett werbefrei 

Bonn/Duisburg, 8. Juni 2020 – Wetter ist cool und macht Spaß – und das nicht nur Erwachsenen. Das neue Projekt „WetterSchule“ von WetterOnline richtet sich deshalb speziell an Kinder: Auf einer eigens eingerichteten und werbefreien Webseite von WetterOnline findet der Nachwuchs ab sofort einfache Antworten auf Fragen zum Wetter. Videos zeigen Experimente zum Staunen und Nachmachen, Bauanleitungen und Ausmalbilder zum Herunterladen wecken die Neugierde auf Naturwissenschaft.

Kindgerechte Antworten auf schlaue Fragen

Kinder sind Experten im Fragen stellen: Wie entsteht Regen? Was ist der Treibhauseffekt? Warum wirbelt der Wind bei einem Tornado? Diese und weitere Fragen rund um das Thema Wetter beantwortet WetterOnline ab sofort unter www.wetteronline.de/wetterschule. Die neue „WetterSchule“ regt an, Wetter durch Experimente selbst zu erleben und bietet Eklärvideos sowie viele Materialien zum Herunterladen für zu Hause. Kinder können ihre eigenen Fragen auch direkt an die Wetterexperten senden. Das geht per E-Mail über info@wetteronline.de.  

Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline: „Unsere Meteorologin Verena Leyendecker, die selbst Mutter zweier neugieriger Mädchen ist, vermittelt in der ‚WetterSchule‘ auf eine außergewöhnliche Art auch noch so kompliziertes Wetterwissen spielerisch und kindgerecht, jedoch zugleich immer fundiert und korrekt. Dabei arbeitet sie eng mit Kindern zusammen, wodurch die kindgerechte Erklärweise stets gegeben ist.“ Das Angebot der „WetterSchule“ ist vollständig werbefrei.

Von Experimenten bis zu Ausmalbildern

Der besondere Schwerpunkt der „WetterSchule“ liegt auf Experimenten rund ums Wetter, an denen Kinder direkt beteiligt sind. Videos zeigen unter anderem Anleitungen für ein Barometer zur Luftdruckmessung oder wie man mit Flaschen und einer Kaugummidose einen kleinen Tornado entstehen lässt. „Mit Hilfe eines Wettertagebuchs können Kinder das tägliche Wetter beobachten“, so Heck. „Mit den kostenlosen Malvorlagen zum Ausdrucken können sie sich anschließend nicht nur ‚das Wetter schön malen‘, sondern auch die Wetterthemen noch einmal vertiefen.“

WetterSchule für Kinder, Eltern und Lehrer

Die „WetterSchule“ richtet sich vor allem an Kinder vom Grundschulalter bis etwa zur sechsten Klasse. Manche Projekte sind zudem für ältere Kinder interessant oder bieten sich bereits im Vorschulalter an. „Besonders in der herausfordernden Situation durch Corona stellt die ‚WetterSchule‘ so auch eine Hilfe für Eltern und Lehrer dar“, ergänzt Heck. „Und ganz nebenbei können diese ebenso Neues über das Wetter lernen, denn für interessierte und experimentierfreudige Erwachsene ist auch etwas dabei.“

Kostenloses Material 

Das gesamte Material der „WetterSchule“ wird kostenlos auch für Schulen und andere Bildungseinrichtungen zur Verfügung gestellt. Fragen der Kinder und Anfragen zu weiteren Nutzungszwecken können per E-Mail an WetterOnline gerichtet werden.

Ein Tornado in der Flasche - Experimentierspaß zum Mitmachen. Foto WewtterOnline

Windstärke schnell gecheckt. Das Faltheft mit der Beaufortskala passt in jede Hosentasche. Foto WewtterOnline