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Kapriolen, Unwetter und Rekorde - Redaktion Harald Jeschke



Garten: Kaltkeimer brauchen Kälteschock - Aussaat im Januar noch möglich

Bonn/Duisburg, 15. Januar 2021 - Einige Pflanzen haben sich an ein Klima angepasst, in dem es im Winter kalt und frostig ist. Diese Wild- und Gartenpflanzen keimen sogar nur, wenn sie längere Zeit niedrigen Temperaturen ausgesetzt sind. Um später in den Genuss einer üppigen Blütenpracht zu kommen, sollten diese Kaltkeimer spätestens jetzt ausgesät werden.

Schlüsselblumen gehören zu den Kaltkeimern. Quelle: WetterOnline


Aussaat im Januar noch möglich
Einige Pflanzen haben sich an ein Klima angepasst, in dem es im Winter kalt und frostig ist. Diese Wild- und Gartenpflanzen keimen sogar nur, wenn sie längere Zeit niedrigen Temperaturen ausgesetzt sind. Um später in den Genuss einer üppigen Blütenpracht zu kommen, sollten diese Kaltkeimer spätestens jetzt ausgesät werden.

Optimaler Zeitpunkt
Kaltkeimer brauchen mindestens sechs Wochen in feuchter kalter Erde, um zu keimen. Björn Goldhausen, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline rät: „Wer also Astern, Akelei oder Eisenhut im Herbst nicht ausgesät hat, kann das jetzt im Januar noch sehr gut nachholen. Denn in den ersten Wochen des Jahres ist es noch ausreichend kalt, um den Pflanzen den nötigen Kälteschock zu geben.“  

Frostkeimer sind hervorragend an kalte Winter angepasst und haben einen „Trick“, der sie vor dem Erfrieren der Keimlinge bewahrt. Die reifen Samen dieser Pflanzen fallen im Herbst zwar auf den Boden, keimen aber erst im Winter, weil sie über eine schützende Keimblockade verfügen. Diese Blockade besteht aus Substanzen, die nur durch niedrige Temperaturen um den Gefrierpunkt abgebaut werden können. Pünktlich zum Frühling startet dann die eigentliche Keimung. 

Beliebte Kaltkeimer
Die Liste der früher auch „Frostkeimer“ genannten Pflanzen ist lang. Neben den oben schon erwähnten Blumen brauchen den Kälteschock die Samen von so beliebten Garten- und Wildpflanzen wie Bärlauch, Waldmeister, Hopfen, Tränendes Herz, Heidelbeeren, Duftveilchen, Schlüsselblumen oder Frauenmantel und vielen mehr. 

Aussaat: Das ist zu beachten
Die oftmals recht dicken und hartschaligen Samen der kaltkeimenden Pflanzen bringt man am besten in Aussaaterde aus. Dazu kann man sowohl in Kästen und Töpfe säen als auch direkt ins Beet. Der Boden sollte leicht feucht sein und auch feucht gehalten werden, bis die ersten Triebe zu sehen sind. „Einige Frostkeimer lassen sich übrigens auch schon einmal zwei Winter Zeit, um aus dem Boden zu kommen. Hier ist dann nur Geduld gefragt“, so Goldhausen.   

Um zu keimen, braucht der köstliche Bärlauch einen ausreichenden Kälteschock. Quelle: WetterOnline

 

Schneemann: Auf das Baumaterial kommt es an 

Darum kann man Schnee zu Kugeln rollen  - Geschichte des Schneemanns

Eine Familie aus Schneekristallen und Wasser. Quelle: WetterOnline

Bonn/Duisburg, 13. Januar 2021 - Kaum ist der erste Schnee gefallen, wird er draußen fleißig zu Kugeln gerollt und ein Schneemann gebaut. Die meist freundlich dreinschauenden Gesellen gehören zum Schneespaß einfach dazu. Aber warum sind solche Gebilde überhaupt möglich? Das erklärt Björn Goldhausen von WetterOnline.

Wasser als Klebstoff 
Um einen Schneemann zu bauen, bedarf es neben einer ausreichenden Schneedecke auch Wasser. Jeder, der einmal einen Schneemann gebaut hat, weiß, wie die Schneekugel beim Rollen über eine Wiese immer größer wird. Manchmal hinterlässt die Kugel auch eine grüne Spur, weil einfach der gesamte Schnee an der Kugel haften bleibt. Die idealen Bedingungen für diese Haftung sind Temperaturen um den Gefrierpunkt und feuchte Luft.  

„Frisch gefallene Schneekristalle sind zunächst locker miteinander verbunden. Durch Wasser, wie es zum Beispiel bei Temperaturen um 0 Grad noch vorhanden ist, wird die Luft aus den Hohlräumen zwischen dem Kristallgeäst verdrängt und die Kristalle werden enger miteinander verbunden“, erklärt Björn Goldhausen, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline.

„Das Wasser klebt sozusagen die Schnee- bzw. Eiskristalle aneinander. Durch das Rollen und Drücken des Schnees wird die Luft immer weiter aus dem Wirrwarr an Schneekristallen verdrängt.
Die Wassermoleküle können sich immer fester binden, da sie immer mehr Kontakt zu der Eisfläche bekommen. Eine feste Kugel kann entstehen.“ Für ein langes und standhaftes Leben des Schneemanns ist es günstig, wenn es nach dem Bau ordentlich friert. So wird die Schneekunst regelrecht einzementiert. 

Geschichte des Schneemanns
Skulpturen aus Schnee finden schon in der Literatur des 16. Jahrhunderts Erwähnung. In einem Kinderliederbuch von Christian Felix Weiße taucht 1770 der Begriff „Schneemann“ zum ersten Mal belegt auf. Mit einer veränderten Einstellung zum Winter, der nun nicht mehr vor allem entbehrungsreich war, wird auch die Abbildung von Wintermotiven in der Kunst immer freundlicher und heiterer. In Darstellungen des 19. Jahrhunderts findet man neben Schlittenfahrten und fröhlichen Schlittschuhläufern auch den freundlich blickenden Schneemann - so wie wir ihn bis heute kennen. 


Bei idealen Bedingungen lässt sich Schnee zu riesigen Kugeln rollen. Quelle: WetterOnline

 

Warum Schnee nicht einfach nur „schmilzt“

Es gibt erhebliche Unterschiede, wie eine Schneedecke verschwindet

Taupunkt und Feuchttemperatur sind die wichtigsten Parameter beim „Verflüssigen“ des Schnees. Quelle: WetterOnline

Temperatur, Luftfeuchte und Taupunkt bestimmen
Bonn/Duisburg, 07. Januar 2021 - „Die Natur hält für uns immer wieder Überraschungen parat: Die meisten Menschen glauben sicherlich, dass Schnee schmilzt, wenn das Thermometer Plusgrade anzeigt. Doch kurioserweise ist die Temperatur für das Verschwinden von Schnee gar nicht so wichtig“, sagt Björn Goldhausen, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline, und erklärt: „Ob der Schnee schmilzt, taut oder sublimiert, hängt vielmehr von der Luftfeuchte ab“.

Der Taupunkt als Maß für die Luftfeuchte bezeichnet die Temperatur, bei der die Luft gesättigt ist, also theoretisch Nebel herrscht. Der  Taupunkt kann über oder unter dem Gefrierpunkt liegen und beeinflusst auch das Tempo und die Art des Schneeschwundes.   

Tauen: Der flüssige Zustand wird erreicht „Nur bei Plusgraden und feuchter Luft beginnt die weiße Pracht zu tauen“, erklärt Goldhausen. In diesem Fall wird der Schnee zu Wasser, geht also vom festen ausschließlich in den flüssigen Zustand über. Die Schneedecke verliert dann rasant an Mächtigkeit. Wenn auch noch Wind und Regen mit ins Spiel kommen, verschwindet selbst viel Schnee relativ schnell. Wenn der Boden dann noch gefroren ist und so kein Wasser aufnehmen kann, kommt es häufig zu starkem Hochwasser in den Flüssen.

Tauen, Schmelzen oder Sublimieren - wie der Schneemann wohl wieder verschwindet? Quelle: WetterOnline



Ganz anders ist es bei trockener Luft: Hier kommen neben der Temperatur auch noch der Taupunkt und die  Feuchttemperatur ins Spiel. Die Feuchttemperatur liegt zwischen Taupunkt und Lufttemperatur. Sie wird übrigens mit einem normalen Thermometer ermittelt, dass während des Messvorgangs mit einem feuchten Tuch überzogen und belüftet wird. 

Schmelzen und Sublimieren: Schneedecke verschwindet langsam  Liegen Luft- und Feuchttemperatur beide über dem Gefrierpunkt, der Taupunkt aber noch darunter, so beginnt der Schnee zu schmelzen. Dabei geht er sowohl in den flüssigen als auch in den gasförmigen Zustand über. Die Schneedecke nimmt nun schon langsamer ab als beim Tauen.

„Liegen Taupunkt und Feuchttemperatur unter dem Gefrierpunkt, so sublimiert der Schnee nur noch. Einfach ausgedrückt: Er verdampft“, so der Meteorologe. Darunter versteht man den direkten Übergang von Schnee in Wasserdampf. Die Schneedecke nimmt nun nur noch sehr langsam ab und der Schnee bleibt sogar pulvrig. Dabei spielt die Lufttemperatur eine nur untergeordnete Rolle. Das heißt, diese kann durchaus im Plusbereich liegen.  

„Fußbodenheizung“ lässt Schnee tauen
 Es gibt noch eine weitere Art, wie Schnee verschwindet. Diese ist allerdings dem Tauen zuzuordnen. „Wenn die „Fußbodenheizung“ noch richtig aufgedreht ist, also der Erdboden warm ist, dann kann eine Schneedecke selbst bei Minusgraden rasch dünner werden“, erläutert Goldhausen. Dieser Prozess kann über Tage hinweg andauern. Er verlangsamt sich erst dann, wenn der Boden ausreichend abgekühlt ist.

Nur deutliche Minusgrade und ein „Durchfrosten“ der Schneedecke kann den Prozess komplett stoppen. Besonders im Herbst und Frühwinter sorgt der warme Erdboden manchmal für kuriose Bilder: Dann hüllen sich Bäume und Sträucher in ein dickes Winterkleid, während der Erdboden grün ist. Die „Fußbodenheizung“ hat in diesem Fall ganze Arbeit geleistet. 


2020: Zweitwärmstes Jahr seit 1881

Offenbach/Duisburg, 30. Dezember 2020 –  Das Jahr 2020 ist in Deutschland mit einer Jahresmitteltemperatur von 10, 4 Grad Celsius (° C) das zweitwärmste Jahr seit Beginn flächendeckender Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Geringfügig wärmer war nur das Jahr 2018 mit 10,5 °C gewesen. Auf den folgenden Plätzen liegen mit knappem Abstand 2019 und 2014 mit jeweils 10,3 °C. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

Tobias Fuchs, Klima-Vorstand des DWD: „Das sehr warme Jahr 2020 darf uns nicht kalt lassen. Die wissenschaftlichen Klimafakten des nationalen Wetterdienstes sind alarmierend. Klimaschutz ist das Gebot der Stunde. Wir müssen jetzt handeln." Dies unterstrichen auch weitere Klimadaten des DWD: So seien hierzulande neun der zehn wärmsten Jahre im 21. Jahrhundert beobachtet worden, davon die vier wärmsten Jahre in der zurückliegenden Dekade 2011-2020. Diese Dekade war zugleich die wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Kennzeichnend für das vergangene Jahr war zudem: 2020 war sehr sonnenscheinreich und das Dritte zu trockene Jahr in Folge.

Milder Winter und langanhaltende Hitzewelle im August
Der Temperaturdurchschnitt lag im Jahr 2020 mit 10,4 Grad Celsius (°C) um 2,2 Grad über der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung 1,5 Grad. Bis auf den Mai fielen alle Monate zu warm aus. Januar, Februar, April und August zeigten dabei mit einer Abweichung von über 3 Grad die höchsten positiven Temperaturanomalien.

Auch wenn mit -15,0 °C die tiefste Jahrestemperatur in Oberstdorf am 27. Dezember gemessen wurde, traten die in der Fläche kältesten Nächte in der letzten Märzdekade auf. Den ersten meteorologischen Sommertag gab es am 17. April in der Mitte und im Süden. Zwischen dem 5. und 22. August etablierte sich über Deutschland eine teils sehr heiße und feuchte Witterung. Dabei kletterten die Höchstwerte auf über 35 °C. Am höchsten stieg das Quecksilber am 9. August in Trier-Petrisberg mit 38,6 °C. Am Ende wurde 2020 nach 2018 das zweitwärmste Jahr seit Messbeginn im Jahr 1881.


Abweichung der Jahresmitteltemperaturen vom vieljährigen Mittel seit 1881 in Deutschland. Der Wert für 2020 ist noch vorläufig. © DWD


Verbreitet zu trocken, insbesondere in der Westhälfte
Mit rund 710 Litern pro Quadratmeter (l/m²) erreichte 2020 nur gut 90 Prozent seines Solls von 789 l/m². Damit waren von den letzten 10 Jahren 9 zu trocken, nur 2017 war feuchter als normal. Dürre und Regen, teilweise mit Überflutungen, lagen 2020 häufig nah beieinander. Am 3. August meldete Aschau-Innerkoy, südöstlich von Rosenheim, mit 154,4 l/m² die größte Tagessumme.

Die höchsten Jahresmengen gingen mit bis zu 2000 l/m² im Schwarzwald und an den Alpen nieder. Am trockensten blieb es mit unter 500 l/m² in vielen Teilen Nordostdeutschlands. Beachtenswerte Schneefälle waren eine Rarität und fokussierten sich vor allem auf das höhere Bergland. In der Südhälfte kamen Ende Februar und Anfang Dezember aber auch mal im Flachland die Schneefans auf ihre Kosten. Die mächtigste Schneedecke des Jahres weitab der Gipfellagen gab es in Zinnwald-Georgenfeld, Osterzgebirge, am 5. Februar mit 37 cm.


Abweichung der Jahresmittelniederschläge vom vieljährigen Mittel seit 1881 in Deutschland. Der Wert für 2020 ist noch vorläufig. © DWD


Deutschland erlebte das viertsonnigste Jahr seit Messbeginn
Mit etwa 1901 Stunden übertraf der Sonnenschein sein Soll von 1544 Stunden um gut 20 Prozent. Damit nahm 2020 den vierten Platz der sonnigsten Jahre seit Messbeginn 1951 ein. Über 2000 Stunden schien sie vor allem im Süden. Vergleichsweise sonnenscheinarm blieb es dagegen in der norddeutschen Tiefebene und in den zentralen Mittelgebirgen.


Abweichung der Jahressonnenscheindauer vom vieljährigen Mittel seit 1951 in Deutschland. Der Wert für 2020 ist noch vorläufig. © DWD

2020 gehörte NRW mit 11,1 °C (9,0 °C) zu den wärmsten Regionen.
Die Niederschlagstöpfe sammelten abgerundet 746 l/m² (875 l/m²) ein. Im Ländervergleich belegte NRW mit gut 1756 Stunden (1440 Stunden) den vorletzten Platz der sonnenscheinärmsten Regionen. Am 9. Januar lösten tiefhängende Wolken am Kölner Dom einen Großeinsatz der Feuerwehr aus. Grund: Sie wurden für Qualm eines Feuers gehalten.

Am 10. 2. sorgte Sturmtief „Sabine“ verbreitet für schwere Sturmböen. Am 23. Februar wurden vor Ankunft des Sturmtiefs „Yulia“ viele Karnevalsumzüge abgesagt. Wegen großer Trockenheit brachen im April zahlreiche Brände aus. So wurden am 20. April bei Gummersbach 75 und bei einem mehreren Tage wütenden Feuer bei Niederkrüchten an der niederländischen Grenze 10 ha Wald und Heide zerstört.
Auch im Mai gab es vereinzelte großflächige Waldbrände. Der Wonnemonat war der zweittrockenste seit Messbeginn. Der Sommer brachte den neben 2003 den wärmsten August. An bis zu 14 Tagen stieg das Quecksilber auf über 30 °C. Tönisvorst meldete mit 14 Hitzetagen sogar einen neuen Augustrekord. Auf einen ungewöhnlich sonnigen September folgte mit vielen Regenfällen ein extrem sonnenscheinarmer Oktobermonat.

 

Dezember 2020:  Verbreitet trübes und feuchtes „Schmuddelwetter“

Offenbach/Duisburg, 30. Dezember 2020 – Nach dem sonnigen Vormonat gestaltete sich die Witterung im Dezember sehr wolkenreich und trüb. Das charakteristische „Schmuddelwetter“ wurde dabei mal von mäßig kalten, mal von ungewöhnlich milden Temperaturen begleitet. Ein landesweiter Temperatursturz von gut 10 Grad sorgte zum 1. Weihnachtsfeiertag in den Mittelgebirgen für eine weiße Überraschung. Am 27. brachte Tief „Hermine“ dem Westen Sturm und dem Bergland weiteren Schnee.

Alles in allem verabschiedete sich das Jahr 2020 mit einem zu warmen, trockenen und sehr sonnenscheinarmen Dezember. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen. Vor Weihnachten ungewöhnlich mild, dann Temperatursturz Der Temperaturdurchschnitt lag im Dezember 2020 mit 3,0 Grad Celsius (°C) um 2,2 Grad über der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der wärmeren Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung 1,8 Grad.

Dezember © Ulf Köhler

 

Die erste Monatsdekade zeigte sich mäßig kalt mit frostigen Nächten. Dann wurde es zunehmend milder. Am 23. erreichte die Temperaturkurve ihren Höhepunkt. In der Westhälfte Deutschlands wurde es mit über 15 °C sogar ungewöhnlich mild. Die höchste Temperatur erfasste Müllheim, südwestlich von Freiburg, mit 16,6 °C. Am Heiligen Abend drehte die Strömung auf Nord und landesweit gingen bis zum 2. Weihnachtsfeiertag die Temperaturen nach und nach um gut 10 °C zurück.

Schließlich kam die Kaltluft auch im Süden des Landes an: Am 27. wurde in Oberstdorf mit -15,0 °C der niedrigste Wert, abseits der Berggipfel, gemessen. Viel Niederschlag in den Weststaulagen, in der Osthälfte häufig erheblich zu trocken Mit rund 55 Litern pro Quadratmeter (l/m²) erreichte der Dezember 2020 nur 80 Prozent seines Solls von 70 l/m². Tiefs brachten immer wieder Niederschläge, die sich jedoch schwerpunktmäßig auf die Westhälfte des Landes konzentrierten.

Insbesondere in Staulagen der dortigen Mittelgebirge kamen im Monatsverlauf über 150 l/m² zusammen. Spitzenreiter war Baiersbronn-Ruhestein, nordwestlich von Freudenstadt im Nordschwarzwald, mit über 220 l/m². Die höchste Tagessumme erfasste am 22. die Station Hoherodskopf im Vogelsberg mit 46,2 l/m². Deutlich trockener blieb es im Lee der zentralen Mittelgebirge sowie in den östlichen Landesteilen. Hier und da fielen keine 15 l/m².

 Schneefälle, die hauptsächlich im Bergland für Winterfeeling sorgten, gab es vor allem in der ersten Dekade und zum Monatsende. Besonders im Südschwarzwald und Allgäu konnte man über 20 Schneetage zählen. Lenzkirch-Ruhbühl im Südschwarzwald meldete zum Jahresende mit gut 28 cm die höchste Schneedecke abseits der Berggipfel. Ein vielerorts sehr wolkenverhangener Dezembermonat Mit etwa 35 Stunden verfehlte der Sonnenschein sein Soll von 38 Stunden um 10 Prozent. Am häufigsten lachte die Sonne mit über 70 Stunden Richtung Allgäu, in Sachsen sowie in der Niederlausitz. Der Norden Bayerns und die mittleren Landesteile kamen teilweise nur auf gut 15 Sonnenstunden.

Im Dezember war NRW mit 4,6 °C (2,3 °C) nach Bremen das zweitwärmste Bundesland. Die Niederschlagstöpfe sammelten aufgerundet 70 l/m² (88 l/m²) ein. Zudem schien die Sonne knapp 35 Stunden (37 Stunden). Am 27. brachte Tief „Hermine“ vielerorts stürmischen Wind. Böen erreichten 75 bis 90 km/h. Aachen-Orsbach erfasste sogar 91,4 km/h.

 

Zeichen stehen auf Winter - Tief bringt nasse Flocken

Temperaturen auf Talfahrt
Nach einem ersten zaghaften Wintergruß an den Feiertagen zieht schon das nächste Tief heran. Dieses läutet einen nasskalten Witterungsabschnitt ein. In den Bergen ist einiges an Neuschnee zu erwarten.


Bonn/Duisburg,  23. Dezember 2020 - Pünktlich zum Start in die Feiertage geht es bergab mit den Temperaturen. Dazu haben meist die Wolken das Sagen und gelegentlich regnet oder schneit es etwas. Björn Goldhausen, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline, erklärt: „Das in den letzten Tagen eher an eine frühlingshafte Regenzeit erinnernde Wetter wandelt sich langsam Richtung Winter. Am Sonntag bringt ein neues Tief in der Westhälfte zwar immer noch Regen und aber sogar auch echten Schnee. In den Mittelgebirgen sind dabei auch größere Neuschneemengen möglich.“
Tagsüber zeigt das Thermometer meist Werte zwischen 1 und 6 Grad an, nachts sinkt die Temperatur vielfach auf 0 Grad und es droht Glätte. 

 Winterlicher mit Schneeregen, im Osten bleibt es hingegen trocken.
Zum Start in die neue Woche nistet sich ein Tief genau über Mitteleuropa ein. Dabei wechseln sich längere trockene Abschnitte mit Niederschlägen ab. „Für einen Schneemann werden die Flocken voraussichtlich nicht reichen, denn nach einem etwas milderen Montag und Dienstag fällt vielfach bis in tiefe Lagen Schneeregen oder nasser Schnee. In den Bergen wird es aber immer winterlicher“, so Goldhausen. Auch zum Jahreswechsel fühlt sich das Tief bei uns weiter sehr wohl. Nach derzeitigem Stand beginnt das neue Jahr eher winterlich. 

 Besonders in den Bergen steht eine winterliche und möglicherweise auch schneereiche Zeit bevor.
Quelle: WetterOnline

 Im Verlauf der Woche  fallen Niederschläge vielfach bis in tiefe Lagen als Schneeregen oder nasser Schnee. Quelle: WetterOnline

41,2 Grad Celsius: DWD-Stationen Duisburg-Baerl und Tönisvorst Spitzenreiter

Deutscher Wetterdienst annulliert deutschen Temperaturrekord in Lingen
Offenbach/Duisburg, 17. Dezember 2020 - Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat den am 25. Juli 2019 in Lingen im Emsland gemessenen deutschen Temperaturrekord von 42,6 Grad Celsius (°C) annulliert (Archiv 2019). Nach Angaben des nationalen Wetterdienstes ergaben aktuelle Auswertungen von Parallelmessungen an der Wetterstation Lingen, dass es in einem sehr kleinen Bereich des Messfeldes bei bestimmten Wetterlagen insbesondere am frühen Nachmittag zu auffällig erhöhten Temperaturen kam.

Uwe Kirsche, Pressesprecher des DWD: „Wir haben die Temperaturmessung in Lingen jetzt ein halbes Jahr unter die Lupe genommen - auch durch parallele Messungen - und ältere Messungen unter diesem Gesichtspunkt erneut überprüft. Die Ergebnisse sind eindeutig: Seit 2017 traten am Messfeld der Station immer wieder Temperaturen auf, die für die Region nicht repräsentativ sind. Das war auch am 25. Juli 2019 so gewesen. Deshalb muss der in Lingen gemessene deutsche Rekordwert von 42,6 °C aus dem DWD Klimaarchiv gestrichen werden.

Neue Rekordhalter sind nun gemeinsam die DWD-Wetterstationen Duisburg-Baerl und Tönisvorst mit am 25. Juli 2019 gemessenen 41,2 °C.“ Verantwortlich dafür sei die in den vergangenen Jahren deutlich gewachsene Vegetation in direkter östlicher Nachbarschaft der Station. Sie behindere immer wieder bei Windrichtungen aus Nordosten bis Südosten den Luftaustausch. Das habe insbesondere bei windschwachen aber strahlungsintensiven Wetterlagen dann zu einer Abkopplung der lokalen Temperaturen am Messfeld der Station von der großräumigen Temperaturentwicklung geführt.

„Der DWD ist sich der Probleme im Umfeld der Station schon länger bewusst und sucht seit mehreren Jahren nach einem neuen Standort. Wir sind fündig geworden und hoffen, im Frühjahr 2021 die neue Station in Lingen-Baccum eröffnen zu können.“
Bis dahin werde der DWD keine Messungen aus Lingen mehr veröffentlichen und zugleich die Daten seit 1. Januar 2017 aus seinen frei zugänglichen Angeboten entfernen. Kirsche: „Da wir nicht für alle Messdaten aus Lingen der vergangenen Jahre die Hand ins Feuer legen können, können wir sie auch nicht veröffentlichen. Die Qualität des nationalen Klimaarchivs hat immer höchste Priorität.“

DWD-Wetterstation Lingen  © DWD

Erster vager Wettertrend für Weihnachten

Das Wetter zu Weihnachten Grün oder weiß?  
Bonn/Duisburg, 08. Dezember 2020 - Die Frage nach dem Wetter an den Feiertagen wird immer lauter. „Wie das Wetter im Detail an den Weihnachtstagen wird, dass lässt sich jetzt zwar noch nicht sagen, aber die ersten Trends der Großwetterlage zeigen klar in eine Richtung und von einem typischen Weihnachtstauwetter, das mit bis zu 70 Prozent Eintreffwahrscheinlichkeit oft für mildes Regenwetter an den Feiertagen sorgt, ist nicht viel zu sehen“, sagt Björn Goldhausen. 

Weiß oder grün? Kalt oder mild? Noch ist in Sachen Weihnachtswetter alles offen, aber ein erster Trend zeichnet sich ab. Quelle: WetterOnline


Wetterlage bleibt eingefahren 
„Aktuell haben wir es mit einem kräftigen Azorenhoch und einem Hoch über Russland zu tun. Dazwischen schießen Tiefs vom Nordatlantik regelrecht in Richtung “, so der Pressesprecher.  „Diese Tiefdruckrennbahn schwächt sich in der nächsten Zeit zwar etwas ab, eine grundlegende Umstellung der Wetterlage ist aber nur vorübergehend in Sicht.“

Hochdruckbollwerk über Russland
Goldhausen: „Nach dem dritten Adventswochenende wird den Tiefs der Weg ins Mittelmeer zwischenzeitlich abgeschnitten. Dann dreht der Wind bei uns wohl auf Süd und mit den Temperaturen geht es deutlich bergauf.“ Doch von langer Dauer ist dies wahrscheinlich nicht. „Nach derzeitigem Stand deutet vieles darauf hin, dass ein immer kräftiger werdendes Hoch über Russland die Tiefs in der Vorweihnachtswoche wieder abprallen lässt“. Die Folgen für unser Wetter können dabei allerdings vielfältig sein.

Zwischen winterlich kalt und lauwarm - die Wetterlage nach der Mitte des Monats lässt viele Temperaturmöglichkeiten offen. Quelle: WetterOnline

Von eiskalt bis lauwarm
„Von zunehmend eisiger Ostluft bis hin zu einer vor allem in der Höhe milden Süddüse ist dann alles möglich“, erklärt der Meteorologe. Eines scheint sich jedoch zu festigen: Mildes, nasses und stürmisches Dezemberwetter ist, wenn überhaupt nur vorübergehend ein Thema. Im Grunde ändert sich an der Wetterlage nicht allzu viel.