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Statement des DUPride e.V. / CSD Duisburg zur aktuellen Situation im Rahmen des Anschlags auf den CSD Berlin
Queres Netzwerk NRW: Stellungnahme vom 27.07.2026 zum islamistischen Terrorangriff auf den CSD Berlin
PM, Jochem Knörzer

Berlin/Duisburg, 27. Juli 2026
„Jetzt erst recht!“ – DUPride ruft nach Anschlag auf CSD Berlin zu echter Solidarität und politischem Handeln auf
Nach dem mutmaßlich islamistischen Terroranschlag auf den Christopher Street Day in Berlin, versammelten sich am Sonntagabend zahlreiche Menschen zu einer Mahnwache vor dem Duisburger Rathaus.
DUPride e.V., Veranstalter des CSD Duisburg, hat die Stimmung der Anwesenden aufgenommen und zieht daraus eine klare Forderung: Politik und Bundesregierung müssen jetzt wirkliche Schritte zur Antidiskriminierung der queeren Bevölkerung gehen – statt es bei Worten zu belassen.  

„Wir haben von dem Anschlag erfahren, kurz nachdem wir in Duisburg abgebaut hatten – nach einem starken, lauten, bunten Tag.
Vorne an der 25 Meter langen Regenbogenflagge mit Bärbel Bas zu laufen, das war echte Solidarität zum Anfassen. Wenige Stunden später dann die Nachricht aus Berlin. Der Kontrast hätte kaum größer sein können“, erklärt Christian Karus, Vorstandsmitglied von DUPride e.V..

Bei der Mahnwache in Duisburg wurde deutlich: Die Trauer sitzt tief, doch genauso deutlich wurde der Wille, sich nicht einschüchtern zu lassen. „Die Straßen gehören auch uns. Wir verstecken uns nicht“, so der Verein.

DUPride e.V. richtet einen klaren Appell an die Politik: Wer queere Veranstaltungen abwertend als „Zirkuszelt“ bezeichnet, gleichzeitig Förderprogramme kürzt und die Community aus dem Blick verliert, handelt nicht solidarisch – und stellt sich gegen den im Grundgesetz verankerten Grundsatz der Gleichheit aller Menschen. Von Gleichheit kann keine Rede sein, solange eine nicht kleine Minderheit der Bevölkerung diskriminiert wird, in Angst lebt und sich verstecken muss. Der Verein fordert daher einen wirksamen, dauerhaften Schutz queeren Lebens im Grundgesetz sowie ein klares, glaubwürdiges Bekenntnis der gesamten Gesellschaft zur Solidarität mit der queeren Community – über Lippenbekenntnisse hinaus.    


Queres Netzwerk NRW
Stellungnahme vom 27.07.2026 zum islamistischen Terrorangriff auf den CSD Berlin

„Dem Hass keinen weiteren Millimeter!“ Wir sind voller Trauer.
Eine Person hat auf brutalste Weise ihr Leben verloren. 29 Menschen wurden verletzt, teils schwer. Ihnen, ihren Angehörigen und allen Zeugen und Zeuginnen dieses schrecklichen islamistischen Terrorangriffs gilt unser tiefstes Mitgefühl und unsere umfassende Solidarität. Wir sind schockiert und aufgewühlt.
Dieser Angriff gilt queeren Communitys als Ganzes. Er gilt uns als Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans, Inter und Nichtbinären und er hätte uns alle treffen können. Er hätte an jedem Ort und auf jedem CSD passieren können.
Die Folgen sind: Angst, Ohnmacht und Unverständnis einerseits, Wut, Entschlossenheit und Zusammenhalt andererseits.
„Wir haben Angst vor einer Zunahme der Gewalt. Aber wir kämpfen weiter und bleiben sichtbar!“, so Patrick Orth (Vorstand Queeres Netzwerk NRW).

Wenn friedlich demonstrierende Menschen auf einem CSD angegriffen und getötet werden, ist das nicht nur ein Anschlag auf queere Communitys, sondern auch ein Angriff auf die Demokratie. Der islamistische Anschlag zerstört und bedroht die Würde des Menschen, die körperliche Unversehrtheit, die Versammlungs- und Meinungsfreiheit – und verneint ganz bewusst die Gleichwertigkeit queerer Menschen. Der Kampf gegen Extremismus – gegen Islamismus, Rechtsextremismus und jede andere menschenfeindliche Ideologie, die Menschen ausgrenzt, entrechtet, entwürdigt, verfolgt und zu Feindinnen und Feinden macht – ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Dieser Kampf gehört jeden Tag auf die politische Agenda und nicht nur dann, wenn Menschen verletzt und getötet werden.

Patrick Orth appelliert: „Queere Communities brauchen keine Lippenbekenntnisse, sondern jetzt und sofort mehr Schutz vor jeglichem Extremismus. Es geht um Leben und Tod.“
Überall in NRW und Deutschland finden derzeit CSDs statt – und zwar weil es sie braucht. Sie machen sichtbar, dass Diskriminierung und Queerfeindlichkeit fortbestehen. Wenn aus Angst vor Anschlägen weniger oder nicht demonstriert wird, nimmt unsere Freiheit Schaden. Allen CSD-Organisatoren und -innen gilt unser allergrößter Dank für ihr unermüdliches und unerschrockenes Engagement – es ist so wichtig wie schon lange nicht mehr! Von der Politik erwarten wir, dass die CSDs in NRW gestärkt werden – durch politische Präsenz, umfassende Sicherheitsmaßnahmen und eine Erhöhung der CSD-Förderung. Es kann nicht sein, dass CSDs nicht stattfinden können, weil Geld für Sicherheitsmaßnahmen fehlt.
Rechtsextreme Akteure und -innen nutzen den Anschlag schon wenige Stunden später, um Stimmung gegen muslimische Menschen zu machen. Das ist widerwärtig. Der Angriff auf den CSD in Berlin richtete sich auch gegen queere Muslimen und -innen.
Die Gleichstellung von Islam und Islamismus ist falsch. Uns erreichen viele Solidaritätsbekundungen muslimischer Vereine, die sich klar gegen jede Form queerfeindlicher Gewalt stellen.
Wir erwarten von Menschen, Politik und Unternehmen Solidarität und Unterstützung.
Queere Menschen sind selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft – zeigen Sie das und stehen Sie dafür ein! Unterstützen Sie gerade jetzt ihren lokalen CSD durch Anwesenheit und Sponsoring. Widersprechen Sie queerfeindlichen Aussagen im öffentlichen Raum und im Netz entschlossen! Tun Sie das heute und tun Sie es in Zukunft.

Allerdings beobachten wir mit Befremden, wie öffentliche Förderprogramme im Bund gestrichen oder die Förderung für das queere Jugendnetzwerk lambda gekündigt wird. Das ist falsch. Richten Sie stattdessen gerade jetzt Förderprogramme für queere Communitys ein, stärken Sie kommunale Angebote und Beratungsstellen, bauen Sie die Meldestellen aus, erhöhen Sie die Anzeigenbereitschaft, schaffen Sie Sensibilisierungsmöglichkeiten für Polizei, Lehrkräfte und generell alle Fachkräfte.

Queerpolitik muss jetzt und dauerhaft entschlossen gestärkt werden. Wir als Queeres Netzwerk NRW werden auch zukünftig mit ganzer Kraft daran arbeiten, dass Hass, Hetze und Menschenfeindlichkeit nicht gewinnen. Angst und Gewalt dürfen niemals darüber entscheiden, wer sichtbar, frei und unversehrt leben darf – und wer nicht. Lassen Sie uns zusammenstehen und diese Arbeit gemeinsam voranbringen. Dem Hass keinen weiteren Millimeter!

BZ Duisburg auf ein Wort v. Jochem Knörzer
Es ist natürlich eine Gradwanderung, die Stellungsnahmen von DUPride und Quers Netzwerk NRW zu kommentieren.
In Berlin ist bei einer öffentlichen Veranstaltung eine Mensch getötet, viele Menschen, die Rede ist von 29, zum Teil schwer verletzt worden. Von einem islamistischen Fanatiker, aus fehlgeleiteten religiösen Gründen. Ob die betroffenen Menschen der queeren Szene zuzuordnen sind, ist mir nicht bekannt, spielt aber auch keine Rolle. Es sind Menschen, die an diesem Tag zum Feiern gekommen waren, die einfach nur Spaß haben wollten.
Dieser Anschlag ist ein Anschlag auf unsere Lebensweise, auf unsere Gesellschaft und auf unsere Demokratie!
Das zu nutzen, um populistisch Forderungen an Politik und an unseren Staat zu stellen, wird der Toten und den Verletzten nicht gerecht.
Wir alle sind betroffen!
Wir alle müssen uns gegen diese Bedrohung wehren!

 

Mutmaßlicher islamistischer Anschlag auf den CSD in Berlin
Tatverdächtiger Abdul Ballout bei der Festnahme erschossen
Bundesratspräsident Bovenschulte zum Angriff auf den CSD in Berlin
PM, Jochem Knörzer

Update, 26. Juli gegen 19:30 Uhr - Bei einem SEK-Einsatz in einer Gartenkolonie an der Ruhlebener Straße in Berlin ist der Tatverdächtige Abdul Ballout gestellt worden. Er lief mit einem Messer bewaffnet auf die Einsatzkräfte zu und wurde erschossen.

Berlin/Duisburg, 26. Juli 2026 - Gegen 22 Uhr raste ein Auto in die feiernde Menschenmenge beim CSD in Berlin am Samstagabend.
Eine Frau wurde getötet, mehrere Menschen verletzt, drei lebensgefährlich. Die Veranstaltung wurde vorzeitig beendet.

Die Polizei hat einen polizeibekannten mutmaßlichen Verdächtigen im Bereich der islamistischen Berliner Szene ermittelt und eine Öffentlichkeitsfahndung ausgeschrieben.

Bundesratspräsident Bovenschulte: "Der Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin erschüttert mich zutiefst. Eine Feier, die wie kaum eine andere für Weltoffenheit, Lebensfreude und Toleranz steht, wurde zum Ziel tödlichen Hasses. Dieser Anschlag ist nicht nur ein Angriff auf den CSD – er richtet sich gegen die Freiheit von uns allen, gegen unsere Werte und unser friedliches Zusammenleben. Ich trauere um den Menschen, der bei diesem Anschlag aus dem Leben gerissen wurde. Meine Gedanken sind bei den Angehörigen und Freunden, den Verletzten und ihren Familien und allen, die diese furchtbare Tat miterleben mussten."