Duisburg, 28. August 2025 - Das
Smartphone ist längst zur Schaltzentrale des Alltags
geworden: Termine, Nachrichten, Navigation – und immer öfter
auch Zahlungen laufen über das kleine Gerät in der
Hosentasche. Ein neuer Schritt in diese Richtung wurde im
August 2025 vollzogen. Die ING Deutschland, mit rund zehn
Millionen Kundinnen und Kunden eine der größten Direktbanken
des Landes, hat den europäischen Bezahldienst Wero direkt in
ihre Banking-App integriert. Damit können
Verbraucherinnen und Verbraucher Geld in Echtzeit
überweisen – ohne IBAN, nur mit einer Handynummer. Was auf
den ersten Blick wie eine weitere Komfortfunktion wirkt, ist
in Wahrheit ein Meilenstein in der europäischen
Zahlungsinfrastruktur. Denn Wero steht für den Versuch, eine
eigenständige europäische Lösung im Mobile-Payment-Bereich
zu etablieren.

Wie Wero den Alltag verändert Die
Grundidee von Wero ist einfach: Geld soll so schnell und
unkompliziert verschickt werden können wie eine
Textnachricht. Nutzerinnen und Nutzer wählen im Adressbuch
die gewünschte Handynummer, geben einen Betrag ein und
bestätigen die Transaktion. Innerhalb von zehn Sekunden
landet das Geld beim Empfänger – egal ob am Wochenende,
mitten in der Nacht oder während eines Einkaufs. Technisch
basiert das System auf dem SEPA-Instant-Standard, der seit
Januar 2025 für alle Banken im Euro-Raum verpflichtend
geworden ist. Jede Bank muss eingehende
Echtzeitüberweisungen annehmen und ausführen können.
Die Besonderheit von Wero liegt darin, dass es diesen
technischen Standard in eine benutzerfreundliche
Wallet-Lösung gießt. Während klassische Überweisungen oft
noch mit langen IBANs und TANs verbunden sind, setzt Wero
auf intuitive Elemente wie Handynummern, QR-Codes und die
direkte Integration in Banking-Apps. Damit wird der Alltag
einfacher: ob das Zurückzahlen der Restaurantrechnung unter
Freunden, die spontane Spende an eine Initiative oder die
schnelle Zahlung beim Online-Shopping – Wero ist auf
Sekunden und Alltagstauglichkeit ausgelegt.
Europäische Antwort auf PayPal & Co. Dass ING
als erste große deutsche Bank den Schritt gewagt hat, ist
kein Zufall. Schon seit Jahren wird der europäische
Zahlungsmarkt von US-Anbietern wie PayPal, Apple Pay oder
Google Pay dominiert. Diese Dienste sind längst tief im
Alltag verankert und haben es geschafft, sich in völlig
unterschiedliche Lebensbereiche einzuschleusen.

Google Pay ist dafür ein gutes Beispiel. In der
Online-Unterhaltungswelt setzen viele Nutzer auf die Wallet,
egal ob sie In-Game-Käufe tätigen, bei sicheren GPay Casinos
oft ohne Gebühren
mit Google Pay einzahlen oder Abos bei Diensten wie
Spotify und Netflix zahlen. Die Transaktion erfolgt mit
einem Fingertipp, das Geld steht sofort bereit – keine
Eingabe langer IBANs, keine Wartezeiten.
Diese breite
Präsenz macht deutlich, warum der europäische Markt unter
Druck steht. Während Verbraucherinnen und Verbraucher die
Einfachheit schätzen, liegt die Kontrolle über Daten,
Gebührenstrukturen und technische Standards bislang
überwiegend bei außereuropäischen Unternehmen. Zwar haben
Banken in Deutschland mit Diensten wie Giropay oder
Paydirekt eigene Lösungen gestartet, doch diese konnten sich
nicht durchsetzen – zu schwerfällig in der Nutzung, zu
begrenzt in der Akzeptanz.
Wero soll genau hier
ansetzen. Der neue Dienst will das Muster durchbrechen und
eine europäische Alternative bieten, die den Komfort der
internationalen Player mit der Sicherheit und Regulierung
des europäischen Bankensystems verbindet. Hinter Wero steht
die European Payments Initiative, ein Zusammenschluss von
mehr als 30 Banken und Zahlungsdienstleistern, die das Ziel
verfolgen, Europa im digitalen Zahlungsverkehr unabhängiger
und konkurrenzfähiger zu machen.
Auf die
Person-zu-Person-Zahlungen, die derzeit im Mittelpunkt
stehen, folgt ab 2025 die Integration in den Online-Handel.
Erste Partnerschaften mit Zahlungsdienstleistern wie
Worldline sind bereits angekündigt. Ab 2026 sollen
Verbraucherinnen und Verbraucher auch im stationären Handel
mit Wero bezahlen können – kontaktlos und direkt am
Kassenterminal, wie sie es heute von Google Pay oder Apple
Pay gewohnt sind.
Darüber hinaus plant die EPI, Wero
um zusätzliche Funktionen zu erweitern: von integrierten
Treueprogrammen über digitales Abo-Management bis hin zu
Ratenkäufen („Buy Now, Pay Later“). Damit soll ein
vollwertiges, europäisches Ökosystem entstehen, das den
internationalen Playern nicht nur Paroli bietet, sondern im
Idealfall auch spezifische Vorteile für Verbraucherinnen und
Verbraucher in Europa schafft – etwa niedrigere Kosten oder
eine stärkere Einbindung regionaler Banken und Händler.
Bedeutung im Wirtschaftsalltag Für
Verbraucherinnen und Verbraucher in Duisburg bedeutet die
Einführung zunächst vor allem eines: Alltagszahlungen werden
einfacher und schneller. Doch der Nutzen geht weit darüber
hinaus. Duisburg ist nicht nur eine Großstadt am Rhein,
sondern Standort des
größten Binnenhafens der Welt. Hier treffen
internationale Warenströme zusammen, werden Container
umgeschlagen und Lieferketten organisiert.
Gerade in
diesem Umfeld spielt der Zahlungsverkehr eine entscheidende
Rolle. Heute dauert eine klassische grenzüberschreitende
Überweisung häufig noch Tage, verbunden mit zusätzlichen
Gebühren. Mit Wallet-Lösungen wie Wero könnten künftig
Zahlungen zwischen Spediteuren, Hafendienstleistern und
Zulieferern in Echtzeit erfolgen. Eine Frachtgebühr, eine
Zollabwicklung oder die Nutzung einer Hafendienstleistung
ließen sich unmittelbar begleichen – ohne Umwege über
langwierige Transaktionswege. Auch die lokale
Innovationsszene in Duisburg kann von dieser Entwicklung
profitieren und Lösungen für die Digitalisierung von
Lieferketten oder Blockchain-basierte Frachtdokumente
könnten in Zukunft direkt mit Wallet-Funktionen wie Wero
gekoppelt werden.
Regulierung und Ausblick
Neben der technischen Umsetzung ist auch die Regulierung ein
entscheidender Faktor. Mit der neuen
EU-Zahlungsdiensterichtlinie PSD3 und der seit Januar 2025
geltenden SEPA-Instant-Pflicht werden europaweit
verbindliche Rahmenbedingungen geschaffen. Wero ist damit
kein isoliertes Projekt, sondern Teil einer umfassenden
Strategie für digitale Souveränität im Zahlungsverkehr.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet das: mehr
Auswahl, niedrigere Kosten und mehr Sicherheit. Denn während
PayPal oder Apple Pay auf eigenen Geschäftsmodellen beruhen,
ist Wero direkt mit dem Bankkonto verknüpft – und damit
EU-weit reguliert. Für Unternehmen bedeutet es: schnellere
Abwicklung von Rechnungen und weniger Abhängigkeit von
außereuropäischen Anbietern.
Der Blick nach vorn
zeigt: Wero wird in den kommenden Jahren schrittweise
ausgebaut, weitere Länder und Banken werden sich
anschließen. Für Duisburg und die Region eröffnet dies die
Chance, als logistisches Zentrum direkt von der europäischen
Payment-Innovation zu profitieren. Mit der Integration von
Wero in die ING-App ist ein weiterer Schritt in Richtung
Echtzeit-Zahlungsverkehr gelungen.
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