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Anamnese- und Einwilligungsbogen zur Schutzimpfung mit mRNA-Impfstoff 
Stadt Duisburg: Neue Coronaschutzverordnung ab 9. Juli



Gerade in Pandemie-Zeiten wichtig: KVNO rät zur Grippeschutzimpfung  

Düsseldorf/Duisburg, 17. September 2021 - Mit Beginn der kalten und dunkleren Jahreszeit naht auch wieder die alljährliche Grippesaison. Obwohl derzeit vor allem über die Impfungen gegen das Coronavirus gesprochen wird, kommt der Grippeschutz-impfung auch in diesem Jahr wieder eine große Bedeutung zu.  

„Wir haben bereits im vergangenen Jahr gesehen, dass sich durch Hygiene- und Schutzmaßnamen die Anzahl saisonaler Infekte deutlich verringern lässt, das konnte die Praxen im Land erheblich entlasten. Auch ein aktiver Impfschutz gegen Grippeviren trägt dazu bei. Ich rate daher vor allem älteren Menschen und Immungeschwächten, in den kommenden Wochen die Influenzaimpfung in ihrer Stammpraxis wahrzunehmen“, sagt Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO).

„Wer gegen die Grippe vorsorgt, schützt nicht nur seine eigene Gesundheit, sondern auch die vieler anderer. So kann jeder dafür sorgen, dass nicht zusätzlich die saisonale Influenza das Pandemiegeschehen beeinflusst“, so Bergmann.   Deutlicher Anstieg bei den Grippeschutzimpfungen Dem letztjährigen breiten Aufruf zur Grippeschutzimpfung waren erfreulicherweise viele Menschen im Rheinland gefolgt. Während zwischen Oktober 2019 und März 2020 „nur“ knapp über eine Million Grippeschutzimpfungen in Nordrhein durchgeführt wurden, waren es im vergangenen „Corona-Winter“ 2020/2021 insg. über 1,2 Millionen Impfungen gegen die Influenza.

Um die Nachfrage auch in den kommenden Wochen entsprechend decken zu können, haben die Praxen im Rheinland schon im Frühjahr mehr Impfdosen bestellt. Inzwischen sind die ersten Chargen des Influenza-Impfstoffes in den Arztpraxen verfügbar.   Neben Personen über 60 Jahren wird die Grippeimpfung insbesondere auch Schwangeren ab dem 2. Trimenon, chronisch Kranken, Pflegenden und jenen Personen empfohlen, die in Einrichtungen mit viel Publikumsverkehr arbeiten – sie sind besonders gefährdet, sich mit dem Virus anzustecken.

Laut der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut liegt der Fokus der Influenzaimpfung auch 2021/2022 klar auf den Risikogruppen für schwere Krankheitsverläufe.  
 
Impfungen ab Ende September sinnvoll
„Den besten Schutz vor einer Erkrankung mit der Influenza bietet eine rechtzeitige Impfung – etwa zwischen Ende September und November. Dann ist man zu Beginn der Grippewelle, die in der Regel zu Beginn des neuen Jahres auftritt, geschützt“, sagt Dr. med. Carsten König, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KVNO und Hausarzt in Düsseldorf. Nach der Impfung dauert es etwa zwei Wochen, bis der Körper genügend Antikörper produziert hat.
Neben den Hausärzten nehmen vor allem auch Kinder- und Jugendärzte sowie Gynäkologen Grippeschutzimpfungen vor. Vor einer Impfung sollten Patienten mit ihrem behandelnden Arzt sprechen und bei dieser Gelegenheit am besten auch den Impfpass auf die Fälligkeit anderer Impfungen kontrollieren lassen.   
Informationen rund um die Grippeschutzimpfung hat auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) im Netz zusammengestellt: https://www.kbv.de/html/4195.php

 Mädchen und Jungen stark machen – mit einer Impfung gegen den Erreger von Krebs

Berlin, München, Köln/Duisburg, 13. September 2021 -  „Pikst kurz, schützt lang – mach dich stark gegen Krebs!“ ist das Motto der diesjährigen Nationalen Krebspräventionswoche, die vom 13. bis 17. September 2021 geht. Eltern werden ermutigt, ihre Kinder gegen viele unterschiedliche Krebserkrankungen zu schützen – durch eine Impfung ab dem neunten Lebensjahr.   

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte und der Berufsverband der Frauenärzte begrüßen diese Kampagne außerordentlich und schließen sich ihr an. „Noch immer sind viel zu wenige Mädchen und Jungen gegen Krebs geimpft. Noch immer können bei denen, die nicht geimpft sind, Infektionen mit gefährlichen Viren Krebserkrankungen auslösen“, betonen Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, und Dr. med. Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte. Krebserkrankungen des Gebärmutterhalses, der Vagina, der Schamlippen, aber auch am Darmausgang, am Penis und im Mund können durch Humane Papilloma Viren (HPV) hervorgerufen werden.

Über zehntausend Krebsdiagnosen und mehrere tausend Todesfälle werden dadurch in Deutschland jedes Jahr verursacht. Und fast 50.000 kleinere Eingriffe sind zum Beispiel am Gebärmutterhals jedes Jahr notwendig, um Vor- und Frühstadien der Krebserkrankung zu entfernen.   

„Wenn die Impfung gegen diese Viren, die so genannte HPV-Impfung, früh genug durchgeführt wird, baut der Organismus eine sehr wirkungsvolle, dauerhafte Immunabwehr auf“, erläutern die beiden erfahrenen Ärzte. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, die Impfung im Alter zwischen 9 und 14 Jahren durchzuführen. Sie kann entweder bei einem Besuch beim Kinder- und Jugendarzt stattfinden - am besten bei der regulären Vorsorgeuntersuchung U11 oder später bei der J1 - oder beim Frauenarzt. Mütter können ihre Töchter für die Impfung in die frauenärztliche Sprechstunde mitbringen.

„Natürlich wird dabei nur geimpft. Die jungen Mädchen werden nicht frauenärztlich untersucht“, versichert Dr. Albring. Aber auch wenn diese Altersspanne verpasst wurde, ist die Impfung noch möglich. Die Immunabwehr, die gegen die gefährliche Infektion aufgebaut wird, ist dann allerdings weniger stark. Deshalb sind ab 15 Jahren nicht mehr zwei, sondern drei Impftermine notwendig. Bis zum 18. Geburtstag ist die Impfung eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Manche Krankenkassen übernehmen die Kosten aber auch darüber hinaus.  
    

Vom Glück, wieder schlucken zu können

Duisburg, 09. September 2021 - Rund fünf Jahre kämpfte Jürgen Kleemeier mit unzähligen Radiochemotherapien gegen den Kehlkopfkrebs, bis er ihn schließlich besiegte. Mit den Folgen, nicht mehr sprechen und nicht mehr schlucken zu können, wollte er sich nicht zufriedengeben. Auf Anraten seiner Ärzte vertraute er sich dem Team der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde rund um den renommierten Chefarzt Prof. Dr. Stephan Remmert an der 250 Kilometer entfernten Helios St. Anna Klinik Duisburg an.  
Lange hat Jürgen Kleemeier diesen Moment herbeigesehnt. In der gefilmten Röntgenuntersuchung des Schluckaktes lässt sich verfolgen, wie es ihm gelingt, den mit Kontrastmittel versetzten Brei zu schlucken. Doch von vorne: Nachdem 2015 Stimmlippenkrebs bei Jürgen Kleemeier diagnostiziert wird, muss er sich einer Radiochemotherapie mit allein rund 40 Bestrahlungen unterziehen, bis er 2017 als krebsfrei gilt.  

Dann, im Sommer 2019, das sowohl für ihn als auch die behandelnden Ärzte in seinem Heimatkrankenhaus zunächst Unfassbare:  Ein Rezidiv, der Krebs ist zurück. Seine Ärzte sehen sich gezwungen, den Kehlkopf – und damit auch das natürliche Verbindungsstück zwischen Luft- und Speiseröhre – zu entfernen. Unterhalb der Schilddrüse wird eine Atemöffnung geschaffen, das sogenannte Tracheostoma, das durch ein in die Luftröhre gebogenes Röhrchen, die Trachealkanüle, stabilisiert wird. Der Schlund, also der oberste Abschnitt der Speiseröhre, wird direkt mit der Mundhöhle verbunden, sodass Kleemeier zehn Tage nach dem Eingriff zunächst wieder schlucken und damit auch essen und trinken kann.  


Sprechverlust nicht der schlimmste „Kollateralschaden“
Vorerst sieht es so aus, als wäre der durch die Kehlkopfentfernung bedingte Verlust des Sprechens der schlimmste „Kollateralschaden“ in Kleemeiers Kampf gegen den Krebs. Doch bereits nach wenigen Tagen ergeben sich neue Probleme: Das Gewebe im Halsbereich ist durch die zahlreichen Bestrahlungen massiv geschädigt worden. Wundheilungsstörungen und eine Fistel, durch die Speichel und Nahrung den Weg vom Schlund zum Tracheostoma finden und austreten, setzen Kleemeier zu.

 
„Da fing das Leiden an“, schreibt er beim Interview auf einen Block. Mehrere Versuche die Fistel operativ zu schließen scheitern. Kleemeiers Schlund ist vernarbt und trichterförmig stark verengt, sodass er nicht mehr essen und trinken kann, sondern über eine Magensonde ernährt werden muss.   Ein ganzes Jahr lebt der sonst so lebensfrohe Mann mit den Einschränkungen, die er als massiven Verlust der Lebensqualität empfindet. „Sprechen geht immer, auch wenn man mit Händen und Füßen redet. Aber ohne Geschmack im Mund … Am meisten habe ich vermisst, an Sommertagen etwas Kaltes zu trinken“, flüstert er mit tonloser Stimme.

„Das einzige Positive ist, dass man sein Gewicht hält“, ergänzt der frühere 130-Kilo-Mann aus Porta Westfalica, und seine Augen leuchten belustigt im nun schlanken Gesicht. „Für unsere Kinder und mich war es eine sehr schwierige Situation, aber Jürgen ist ganz gelassen und im Großen und Ganzen auch positiv eingestellt geblieben“, erklärt Ehefrau Regina.  


Patienten aus Deutschland und der Welt
Mit dieser positiven Energie beschließt der 62-Jährige, sich nicht mit der Situation zufrieden zu geben. Seine Ärzte überweisen ihn an die 250 Kilometer entfernte Helios St. Anna Klinik in Duisburg. Die hier ansässige Abteilung für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde zieht mit einem Schwerpunkt auf der plastisch-rekonstruktiven Chirurgie nach ausgedehnter Tumorchirurgie Patienten aus der ganzen Republik und anderen Ländern an. Sowohl das Vorgespräch als auch die Voruntersuchungen und das Konzept überzeugen Kleemeier und so setzt er sich Ende März 2021 noch einmal einer großen Operation und den damit verbundenen Risiken aus.  

 Nahtmaterial dünner, als ein menschliches Haar
Während des achtstündigen Eingriffs entnimmt Prof. Remmert mit seinem Team ein rund 6x9 cm großes Stück Unterarmgewebe mit Haut, Bindegewebe und Faszien (Muskelhaut) sowie eine zugehörige Arterie und zwei Begleitvenen, um die künftige Blutversorgung des Gewebes sicherzustellen. Das Ganze wird, die Haut auf der Innenseite, zu einem Rohr geformt und vernäht. Dann wird der so neugebildete Schlund implantiert.
Damit das transplantierte Gewebe vom Unterarm einheilt, werden die Gefäße unter mikroskopischer Sicht an kleine Gefäße des Halses mit Fäden die dünner sind als ein menschliches Haar angeschlossen. Diese plastische Rekonstruktion bringt unseren Patientinnen und Patienten einen solchen Zugewinn an Funktionalität und damit auch Normalität, dass der damit verbundene Eingriff und die anschließende Zeit der Heilung eine sehr gute Investition in die Lebensqualität darstellen“, erläutert Prof. Remmert.        

Und tatsächlich: Bereits zehn Tage nach dem Eingriff erfolgt die sogenannte Röntgen Breischluck-Untersuchung. Auf den Bildern ist zu erkennen, dass Kleemeier den mit Kontrastmittel versetzten Brei schlucken kann. „Ich muss zwar sehr ordentlich kauen, kann ansonsten aber wieder normal essen und trinken. Das ist eine großartige Leistung des gesamten Teams und auch die Zusammenarbeit mit meiner Heimatklinik hat wunderbar funktioniert“, freut er sich einige Wochen später bei der Nachkontrolle. Nun möchte er den nächsten Schritt gehen und sich ein Stimmventil einsetzten lassen, wodurch die Schleimhaut der Speiseröhre in Schwingungen versetzt wird um ein Ton zu erzeugen, um so ein weiteres Stück Normalität zurückgewinnen.     

 Jürgen Kleemeier (r.) freut sich nach dem Eingriff durch Prof. Stephan Remmert (l.), HNO-Chefarzt der Helios St. Anna Klinik Duisburg, über die zurückgewonnene Lebensqualität.

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Pflegeschüler:innen erhalten Abschlusszeugnisse

Duisburg, 05. September 2021 - Drei Jahre lang haben sie auf diesen Moment hingearbeitet. Viel Arbeit und Stress, aber auch viel Spaß, neue Erfahrungen und erlerntes Wissen liegen hinter ihnen. Nun erhielten zehn Pflegeschüler:innen der Helios Rhein-Ruhr Kliniken in Duisburg ihre Examenszeugnisse und sind ab sofort offiziell examinierte Gesundheits- und Krankenpfleger:innen. Neben sämtlichen Kenntnissen zum pflegerischen Umgang mit Patienten, wie Krankenbeobachtung, Medikamente verabreichen oder Assistenz bei Untersuchungen in Theorie und Praxis, lernten sie in ihrer Ausbildung auch den empathischen Umgang mit Patienten und Angehörigen.

Fast alle der Absolventen werden zukünftig als Pflegekräfte an der Helios St. Anna Klinik und der Helios Klinik Duisburg-Homberg arbeiten.

Noch wenige Ausbildungsplätze frei Für den nächsten Ausbildungsjahrgang, der am 1. Oktober 2021 startet, sind noch wenige Plätze frei. Weitere Informationen und Kontakt bei  Pflegedirektor Karl Poersch unter karl.poersch@helios-gesundheit.de


Koordinierte Versorgung von schwer psychisch Erkrankten wird Kassenleistung

NPPV-Projekt aus Nordrhein lieferte Blaupause  

Düsseldorf/Duisburg, 03. September 2021 — Für die Betroffenen dürfte dies ein Meilenstein in der ambulanten Versorgung sein: Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im deutschen Gesundheitswesen, hat gestern eine neue Richtlinie zur koordinierten und strukturierten Versorgung von schwer psychisch erkrankten Erwachsenen beschlossen. Diese Patient*innen haben einen komplexen ärztlichen und therapeutischen Behandlungsbedarf und können wichtige Lebensbereiche wie Familie oder Beruf nicht mehr allein bewältigen. Sie werden aber „von den bestehenden Versorgungsangeboten oft nur schwer und unvollständig erreicht“, heißt es in der Begründung des G-BA.

Dabei mangele es nicht an der Zahl und Vielfalt der Leistungen, sondern daran, sie zu verzahnen und in Einklang zu bringen. Genau hier setzt die neue Richtlinie an: Sie schafft die Voraussetzungen dafür, alle für die Versorgung im Einzelfall benötigten Gesundheitsberufe zu vernetzen, um Betroffenen schnell und bedarfsgerecht zu helfen. Eine wesentliche Rolle nehmen dabei feste Bezugs- und Koordinationspersonen ein, die die Patient*innen auf den Wegen zwischen den Versorgungsangeboten – auch zwischen ambulanter und stationärer Versorgung – navigieren.
Ein Bezugsarzt oder -psychotherapeut ist verantwortlich für den individuellen Gesamtbehandlungsplan und die Überwachung der Therapieziele. Die Koordination des patientenindividuellen Versorgungsangebots – etwa das Terminmanagement – übernimmt eine nichtärztliche Person, zum Beispiel aus der Sozio- oder Ergotherapie oder der psychiatrischen Krankenpflege.  


Anforderungen an Netzverbünde
Die Richtlinie ermöglicht nun, dass sich niedergelassene Fachärzt*innen, Psychotherapeut*innen, stationäre Einrichtungen sowie Therapeut*innen aus verschiedenen Bereichen zu regionalen Netzverbünden zusammenschließen können. Vorgabe ist, dass ein Netzverbund aus mindestens zehn Akteuren aus verschiedenen Gesundheitsberufen besteht.

Der Erstkontakt zu den Patient*innen kann direkt über spezialisierte Fachärzt*innen oder Psychotherapeut*innen des Netzverbundes erfolgen. An den Netzverbund überweisen oder empfehlen können alle an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen sowie Sozialpsychiatrische Dienste und ermächtigte Einrichtungen. Die Netzverbünde sollen Eingangssprechstunden anbieten; Termine dafür sollen innerhalb von sieben Werktagen angeboten werden. Liegen die Voraussetzungen für eine Komplexbehandlung vor, soll – in der Regel ebenfalls innerhalb von sieben Werktagen – eine Differentialdiagnostik durchgeführt werden und die Behandlung kann beginnen. Zur Erklärung: Aufgabe der Differentialdiagnostik ist es, Erkrankungen mit einem ähnlichen Erscheinungsbild sicher voneinander abzugrenzen (Ausschluss-Diagnose), um eine korrekte Diagnose stellen zu können.

NPPV-Projekt lieferte Vorlage „Ich begrüße es außerordentlich, dass die koordinierte und strukturierte Versorgung von schwer psychisch erkrankten Menschen nun endlich in der Regelversorgung ankommt. Es war ein weiter Weg durch die Gremien und über das Reformgesetz zur Psychotherapeutenausbildung bis zur Richtlinie. Wir mussten über viele Jahre dafür kämpfen und so manches dicke Brett bohren“, ordnet Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein, den G-BA-Beschluss ein. „Es macht mich aber auch ein bisschen stolz, dass der Impuls für dieses notwendige neue Versorgungsangebot aus Nordrhein kommt.“

Dort setzt die KV Nordrhein seit 2017 das vom Innovationsfonds geförderte Projekt „Neurologisch-psychiatrische und psychotherapeutische Versorgung“ (NPPV) zusammen mit Partnern wie u. a. der AOK Rheinland/Hamburg und dem BKK Landesverband Nordwest um. 284 Psychotherapeuten und 396 Fachärzte aus 423 Praxen haben sich im Rahmen von NPPV in regionalen Netzen organisiert. Viele weitere Hausärzt*innen, Kliniken und Selbsthilfeorganisationen sind ebenfalls in die Vernetzung eingebunden.
Gemeinsam kümmern sie sich um rund 14.000 schwer psychisch erkrankte Patient*innen in Nordrhein. Im September werden die letzten Patienten in die vernetzten Strukturen eingesteuert, dann beginnt die Evaluationsphase.

Nicht alle Wünsche umgesetzt
„Unser NPPV-Projekt hat auf dem Weg zur Richtlinie sicher einiges an Erkenntnis beitragen können. Stellenweise liest sie sich wie eine Blaupause unseres Versorgungsmodells. Allerdings ist nicht alles so gekommen, wie wir uns das vorgestellt haben“, räumt Bergmann ein.
Die Hauptziele – schneller Zugang zu qualifizierter Versorgung, wohnortnahe Begleitung der Patient*innen durch Bezugspersonen und die Vernetzung verschiedener Gesundheitsberufe und Einrichtungen – seien zwar erreicht worden, kommentiert auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV).
Dass alle Patienten nach der Eingangssprechstunde bei einem Verbundarzt oder -psychotherapeuten nun zur differentialdiagnostischen Abklärung und Erstellung oder Änderung eines Behandlungsplans bei Psychiater*innen des Verbundes vorgestellt werden müssen, schaffe unnötige Engpässe. Diese Rolle hätten sowohl fachlich wie berufsrechtlich auch Psychotherapeuten übernehmen können.

„Die Fokussierung auf Psychiater wirkt wie ein Flaschenhals und konterkariert am Ende das wichtige Ziel, die Patienten so schnell wie möglich an die für sie am besten geeigneten Versorgungsangebote zu geleiten“, ergänzt Bergmann. Bedauerlich sei auch, dass Erkrankungen an Demenz und weitere wesentliche Erkrankungsbilder aus dem neurologischen Formenkreis durch die Richtlinie nicht abgedeckt werden. Die jetzt verabschiedete G-BA-Richtlinie bietet die Grundlage, durch das Projekt NPPV aufgebaute Versorgungsstrukturen und -angebote in Nordrhein als von der GKV bezahlte Versicherungsleistung fortführen zu können.
Zunächst muss die Richtlinie aber vom Bundesgesundheitsministerium geprüft und danach im Bundesanzeiger veröffentlicht werden. Anschließend legt der Bewertungsausschuss der Ärzt*innen und Krankenkassen die benötigten Vergütungsziffern fest. Nach Inkrafttreten der Richtlinie können sich Netzverbünde gründen und die neue Versorgungsform anbieten. Die KBV rechnet damit, dass dies frühestens Mitte 2022 möglich sein wird.

 

Williams-Beuren-Syndrom: Wenn dem Leben 28 Gene fehlen

Duisburg, 03. September 2021 - Als Ella geboren wird, ahnt niemand, dass sie unter einem seltenen Gendefekt leidet. Bis ihr Herz stillsteht. Hellblaues T-Shirt, bunte Leggins und ein kleiner Rucksack über den zarten Schultern – als die Tür aufgeht, strahlt die fünfjährige Ella ihre betreuende Ärztin im Krankenzimmer der Kinderstation 34 fröhlich an. Auf den ersten Blick könnte das hier Klinikalltag sein und Ella einfach ein tapferes Mädchen, das heute – vielleicht nach einem harmlosen Eingriff – gemeinsam mit ihrer Mutter nach Hause darf. Auf den zweiten Blick aber ragen Schläuche aus ihrem kleinen Rucksack bis zur Blutdruckmanschette am Oberarm, hat sie noch einen frischen Zugang im Handgelenk und zeichnet sich eine Sonde unter ihrem T-Shirt ab.

Ella Gabelmann

Bis sie entlassen werden kann, wird es noch dauern. Denn Ellas Geschichte ist eine andere, eine die ihr und ihrer Familie mehr abverlangt als Tapferkeit und in deren Verlauf das Leben des kleinen Mädchens schon mehrfach am seidenen Faden hing. Ellas Gesichtszüge sind schmal, sie wirkt ein wenig zu klein für eine Fünfjährige. Aber man muss genauer hinschauen, um zu erkennen, dass sie sich noch in anderen Dingen von Kindern ihres Alters unterscheidet. Ihre Nasenspitze ist rundlicher, die Lippen anders geformt. In ihrem zarten Körper schlägt zudem ein Herz, das geschwächt ist. Denn Ella fehlt seit ihrer Geburt ein Stück eines Chromosoms, und damit rund 28 Gene. Dieser Defekt nennt sich Williams-Beuren-Syndrom (kurz WBS) nach seinen deutsch-neuseeländischen Entdeckern.

Rein medizinisch gesehen ist WBS eine seltene Erkrankung, sie tritt nur bei etwa einer von 8000 Geburten auf. Für die betroffenen Familien aber ändert sie alles. Denn trotz zunehmender Bekanntheit vergehen oft Jahre, in denen schon schwere Symptomen auftreten, aber niemand die Ursache erkennt. Auch, weil die Erkrankung so unterschiedliche Ausprägungen hat. Denn eine der Folgen des „Stückverlusts“ am langen Arm des Chromosoms 7 ist, dass Betroffene ein verändertes, weniger funktionstüchtiges Elastin bilden können.

„Eine Störung, die nahezu alle Körpervorgänge beeinflusst, denn Elastin gehört zu den strukturgebenden Eiweißen und sorgt unter anderem für die Dehnungsfähigkeit der Blutgefäße“, erklärt Dr. Elke Reutershahn, Leiterin des bundesweit einzigen WBS-Zentrums an der Helios St. Johannes Klinik in Duisburg. 

Dieser Mangel kann bei Betroffenen unter anderem Herz- und Gefäßfehlbildungen sowie dauerhaften Bluthochdruck verursachen. Neben den organischen Veränderungen weisen die Kinder zudem besondere optische Merkmale auf so wie auch Ella. Dazu kommen einschränkende Entwicklungsdefizite und ein verändertes Sozialverhalten. Viele Betroffene sind gegenüber Mitmenschen extrem kontaktfreudig, neugierig und vertrauensselig, dafür aber in Alltagssituationen wie etwa beim Zähne putzen übertrieben ängstlich oder reaktionsstark.

Für Ellas Familie beginnen die Veränderungen schon in der Schwangerschaft, denn auf allen Ultraschallbildern bleibt das kleine Mädchen immer ein wenig hinter den Größenvorgaben zurück. Doch sie entwickelt sich konstant, also gibt es erstmal keinen Grund zu großer Sorge. In der 30. Schwangerschaftswoche aber setzen plötzlich Wehen ein, Ella drängt auf die Welt, viel zu früh. Mit Glück schafft sie noch bis zur 38. Woche, muss dann aber per Notkaiserschnitt geholt werden. Schon direkt nach ihrer Geburt hat sie leichte Atemaussetzer, kann kaum trinken und nimmt nur sehr langsam zu. Sie kommt deshalb zur Überwachung in die Kinderklinik. Die Ärzte gehen von einer Anpassungsstörung aufgrund der verzögerten Entwicklung in der Schwangerschaft aus. Bei der U2 in der Klinik hört der Kinderarzt zwar ein Herzgeräusch, die Kontrolle soll aber aufgrund knapper Termine erst in sechs Monaten erfolgen.

Niemand schöpft Verdacht, Ella wird entlassen. Doch auch zuhause bleibt ihr Zustand unbeständig, von einer sorglosen Kennenlernzeit ist die Familie weit entfernt. „Ella schrie viel, war unruhig und konnte weiterhin nicht gut trinken“, erzählt Olga Gabelmann, Ellas Mama. Sie ahnt immer mehr, dass hier etwas nicht stimmt. Als ihre Tochter mit einem Mal auffallend ruhiger und zugleich schwächer wird, drängt sie in der Klinik auf einen früheren Ultraschall. Die Aufnahmen sollen ihr recht geben. Ellas Herz ist bereits stark vergrößert, ihre Herzklappen funktionieren nicht richtig. Jetzt muss es schnell gehen, sie kommt zur Untersuchung ins Herzkatheterlabor, dort verschlechtert sich ihr Zustand unter der Vollnarkose rapide, das wenige Monate alte Baby muss zweimal reanimiert werden. Danach liegt sie wochenlang beatmet auf der Intensivstation, auch hier versagt ihr Herz, doch die Ärzte holen sie wieder zurück.

Für ihre Familie ein Albtraum: „Diese Wochen waren so unfassbar grausam. Ich frage mich oft immer noch, wie wir das durchgestanden haben.“ Olga Gabelmanns Gesicht verdunkelt sich bei der Erinnerung. Doch kurz darauf strahlt die 37jährige wieder eine Kraft und Zuversicht aus, die beeindruckend ist. Sie kämpft für ihre kleine Tochter, jeden Tag. Und auch für ihr zweites Mädchen, Lena, die zwei Jahre ältere Schwester von Ella: „Geschwister von erkrankten Kindern nennt man oft Schattenkinder, weil sie unheimlich viel zurückstecken müssen. Wir versuchen, das so gut es geht, mit Exklusivzeit auszugleichen.“

Denn Ellas Kampf geht weiter, ihr stark geschwächtes Herz macht kurzfristig eine große Operation notwendig, erneut hängt ihr Leben am seidenen Faden. Doch sie kämpft und überlebt. Und auch eine mögliche Diagnose steht im Raum, denn nach einem Schnelltest hört die Familie zum ersten Mal den Begriff Williams-Beuren-Syndrom, kurz WBS. Einen richtigen Behandlungsplan aber gibt nicht. Ellas Zustand stabilisiert sich und Olga Gabelmann findet Zeit, um zu recherchieren. Dabei stößt sie in den sozialen Medien auf andere Betroffene und darüber auf das WBS-Zentrum an der Helios St. Johannes Klinik und seine Leiterin Dr. Elke Reutershahn.

Die erfahrene Oberärztin sitzt zeitgleich dem wissenschaftlichen Beirat des WBS-Bundesverbandes vor, ist Expertin bei der Behandlung des Gendefektes. Die Familie macht schließlich einen Termin in Duisburg und fährt aus der Pfalz an den Niederrhein. „Ich war so erleichtert, als wir die ersten Gespräche geführt haben. Plötzlich verstand jemand alle Sorgen und Besonderheiten rund um Ella und ich musste nichts erklären oder rechtfertigen“, erinnert sich die Krankenschwester. Mit Elke Reutershahn und ihrem Team gehen sie alle Herausforderungen durch, etwa Ellas Probleme bei der Nahrungsaufnahme, die sie von Beginn an begleiten und sich durch einen lebensbedrohlichen Riss ihrer Speiseröhre im Alter von zwei Jahren noch verschlimmern.

Bis heute löst Essen bei ihr einen Brechreiz aus und sie muss über eine Sonde künstlich ernährt werden. Elke Reutershahn entwickelt einen Therapieplan für Ella, gibt der Familie zudem hilfreiche Tipps und ist über die Jahre bei Sorgen immer ansprechbar, auch als die Pandemie beginnt, denn eine Corona-Infektion kann für WBS-Patienten schnell lebensgefährlich werden. Bereits dreimal war Ella für Behandlungen oder Operationen in Duisburg, alles wird dann aufeinander abgestimmt, damit es für sie möglichst stressfrei und schonend abläuft, denn auch eine Narkose ist für das Mädchen ein enormes Risiko.

Im Zimmer auf Station 34 der Alt-Hamborner Klinik erholt sie sich jetzt von Eingriffen am Bauch und an den Zähnen, die parallel stattfanden, um Ella von mittlerweile chronischen Schmerzen zu befreien. Kinder- und Kieferchirurgen arbeiteten dafür Hand in Hand. Auch das ist eine Besonderheit des Zentrums. Eingebettet in das Leistungsspektrum eines Maximalversorgers bietet die Abteilung WBS-Betroffenen und ihren Familien die gesamte Bandbreite der medizinischen Versorgung - von der internistischen über die operative bis hin zur entwicklungsdiagnostischen Therapie. Heilbar ist das Williams-Beuren-Syndrom bislang nicht.

Doch viele Patienten können als Erwachsene zwar ein betreutes, aber in einigen Dingen selbstständiges Leben führen. Ob das für Ella jemals möglich sein wird, kann keiner der Beteiligten sagen. Ihre Familie aber ist glücklich über jeden neuen Tag mit ihr: „Ella hat schon so viel durchgemacht und geht trotzdem unglaublich fröhlich durchs Leben. Daran nehmen wir uns immer wieder ein Beispiel und genießen auch alltägliche Momente umso intensiver.“

 

36 frisch examinierte Pflegekräfte sind ein starkes Signal in Coronazeiten

Nachwuchs für die Pflegeberufe

Duisburg, 02. September 2021 - 36 angehende Gesundheits- und KrankenpflegerInnen haben jetzt an der Pflegeschule Duisburg e.V., die ihren Sitz am Evangelischen Krankenhaus Duisburg-Nord in Fahrn hat, ihr Examen bestanden. Zwei von ihnen, Lea Kupper und Carla Witthüser, haben ihre Ausbildung sogar hervorragend abgeschlossen und sämtliche Prüfungsteile mit der Note „sehr gut“ absolviert.


Schulleiter Helmut Topel ist stolz auf den Nachwuchsjahrgang: „Alle haben sich den Abschluss redlich verdient, denn schließlich sind die Ausbildungen und Staatsexamen in den Pflegeberufen außerordentlich anspruchsvoll. Und in den letzten Tagen haben sie ihr umfassendes Wissen in den mündlichen Prüfungen gezeigt, das ihnen zuvor von ihren Kursleitungen Vanessa Sökeland-Keultjes und Bernhard Giese mit viel Einfühlungsvermögen und hohem persönlichem Einsatz vermittelt worden ist.“


Ein weiterer Grund zur Freude ist, dass beinahe der komplette Abschlussjahrgang dem Klinikverbund Evangelisches Klinikum Niederrhein erhalten bleibt und in Zukunft an einem der Standorte des Unternehmens (Evangelisches Krankenhaus Duisburg-Nord, BETHESDA Krankenhaus Duisburg, Herzzentrum Duisburg, Johanniter Krankenhaus Oberhausen, Evangelisches Krankenhaus Dinslaken) tätig sein wird. Helmut Topel sieht den erfolgreichen Abschluss seiner 36 Schülerinnen und Schüler auch als wichtiges Signal: „Gerade in den Zeiten der Corona-Pandemie und der Diskussionen über die fehlende Wertschätzung für die Pflegeberufe ist es schön zu sehen, dass sich junge Menschen für diesen Weg entscheiden und dann ihre Ausbildung noch mit besonderem Engagement zum Abschluss bringen. Wir freuen uns, dass wir mit unseren Ausbildungsangeboten immer wieder unseren Teil dazu beitragen können.“

Die frisch examinierten Pflegekräfte zusammen mit Schulleiter Helmut Topel (Mitte), seinem Stellvertreter Francesco Catanuso (links) und ihren Kursleitungen Vanessa Sökeland-Keultjes und Bernhard Giese vor der Pflegeschule (Quelle: EVKLN)


Kinderschutz geht nur durch Rückkehr zur Normalität

Duisburg, 01. September 2021 - Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in NRW fordert Politik und Gesundheitsbehörden ausdrücklich auf, das Kindeswohl und die ganzheitlich betrachtete Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt jeder Entscheidung der Pandemiepolitik zu stellen.

Wir sind an einem Punkt der Pandemie angekommen an dem für jeden Erwachsenen ein bestmöglicher Schutz durch eine Impfung verfügbar ist. Mit großer Sorge sehen wir Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte, dass ein noch zu großer Anteil der Erwachsenen diese Chance bisher nicht genutzt hat. Mit noch größerer Sorge stellen wir aber fest, dass es immer wieder Bestrebungen gibt, diesen Mangel an Vernunft mancher Erwachsener durch weitere oder anhaltende Maßnahmen der Kontaktbeschränkung und Einschränkungen in Kita und Schule zu kompensieren.


Für Kinder lässt sich klar feststellen, dass diese aktuell mehr durch Coronamaßnahmen als durch die Infektion selbst gefährdet sind. Wir erleben in Praxen und Kliniken praktisch keine schweren Verläufe bei Kindern, gleichzeitig sehen wir aber jeden Tag bei unseren Patienten zunehmende gesundheit­liche und Entwicklungs-Probleme bekommen. Und zwar sowohl im körperlichen Bereich (z.B. durch Übergewicht, Bewegungs­mangel), als auch im geistigen Bereich (z.B.  bei Bildung und Sprachkompetenz), aber vor allem auch im Bereich der seelischen Entwicklung, mit immer mehr Kindern, die Kontaktstörungen oder sogar Depressionen haben. 


Kinder waren zu keinem Zeitpunkt der Pandemie selbst in dem Maße gefährdet, wie sie Lasten und Einschränkungen der Pandemiepolitik ertragen mussten.  Die meisten Kinder haben das mit großer Rücksichtnahme und selbst kleine Kinder mit der ihnen möglichen Verantwortung gelebt. Es kann aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr sein, dass das Wohl der Kinder allein auf Infektions­vermeidung reduziert wird. Niemand wünscht sich, dass Kinder unnötig und leichtfertig infiziert werden, allerdings ist das kindliche Immunsystem deutlich besser auf das Coronavirus eingestellt als die kindliche Seele auf anhaltende negative Einflüsse von Verboten und Vereinsamung.

Wir fordern daher ein Umdenken in der Test- und Quarantänepolitik in Kitas und Schulen:
Kinder, die nicht selbst positiv getestet wurden, können Kita und Schule uneingeschränkt besuchen.
Quarantäne im Umfeld von positiv Getesteten wird nicht mehr angeordnet (ggf. mit Erhöhung der Testhäufigkeit der Betroffenen).
Gruppentestungen (Lollitest) werden wieder auf Individualtests umgestellt oder es erfolgt die sofortige Überprüfung durch Antigenteste, um positive Kinder zu identifizieren. Quarantänen bis zum Vorliegen endgültiger Ergebnisse für ganze Klassen sollen vermieden werden.
Keine Pflichten zur Arztvorstellung aufgrund von „Anordnungen“ von Lehrer*innen und Erzieher*innen. Wer krank ist, bleibt zu Hause, wer (wieder) gesund ist, besucht Schule oder Kita ggf. auch mit geringen Restsymptomen.