BZ-Home Klinik Medizinische Versorgung
   Redaktion Harald Jeschke
  Sonderseiten



BZ-Sitemap
DU-Fallzahlen
Krankenhaus-Atlas

Archiv

DU-Fallzahlen 2020
Gesundheitszentrum Sittardsberg
Klinik Krankenhäuser
Klinik Apotheken
Klinik Notdienste

Kostenfrei: 0800 00 22 8 33 - Kurzwahl 22833 (69 Cent pro Minute)
Ärztliche Bereitschaft

116 117

Privatärztlich
180-1019246

Zahnärztlich
1805-986700


Feuerwehr, Rettung
112

Polizei

110


Krankentransport
19 222
Bei Gewalt an Frauen
Frauenhaus DU
62213

Tierärztlich
33 56 56

Vergiftungen
Bonn

0228/19240
und
0228/287-33211
und:
www.gizbonn.de  


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 






BZ-Sonderseite Klinik DU 94 00 49 Klinik Duisburger Fallzahlen  Duisburgs Impfangebote
Online-Register der impfenden Praxen: Impfregister - Startseite (coronaimpfung.nrw)

Was tun bei einem Insektenstich und hilft Honig wirklich bei Wunden?

Kreißsaalinformationsabend für werdende Eltern im BETHESDA Krankenhaus

Duisburg, 11. August 2022 - Das Kreißsaal-Team im BETHESDA Krankenhaus bietet wieder vor Ort Informationsabende für werdende Eltern an. In netter Gesprächsrunde beantwortet das Team alle Fragen, die sich künftige Eltern stellen, bevor sie sich für einen Kreißsaal entscheiden. Dazu zählen unter anderem Infos darüber, wie eine Aufnahme abläuft, was mitgebracht werden darf und wie sie vor Ort betreut werden. Auch über die aktuellen COVID-Bestimmungen, die bei der Geburt gelten, werden sie informiert. Daneben bietet der Info-Abend die Gelegenheit, dass Eltern schon vor der Geburt ein Vertrauensverhältnis zu den Betreuerinnen aufbauen und sich im BETHESDA Krankenhaus sicher und wohl fühlen.

Der Info-Abend findet zunächst zweimal monatlich in dem Eventraum im Park des BETHESDA Krankenhauses statt. Für alle Termine gibt es noch freie Plätze. Die kommenden Veranstaltungen sind geplant am: 18. August, 15. September und 29. September. Beginn ist jeweils um 18 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Online-Anmeldung ist erforderlich. Diese ist bis zum jeweiligen Veranstaltungstag möglich und zwar auf der Website der Elternschule im BETHESDA Krankenhaus.(https://www.bethesda-krankenhaus-duisburg.de/für-patienten-1/elternschule/

 Erforderlich sind zudem ein tagesaktueller Schnelltest sowie eine FFP2 Maske. Weitere Informationen gibt es auch telefonisch unter 0203 6008-1210 im Bethesda Krankenhaus, Heerstraße 219, 47053 Duisburg.   

Dr. med. Sarah Müller (links), Oberärztin und Kreißsaal-Leitung, freut sich gemeinsam mit Oberärztin Melanie Sturm (rechts), stellvertretende Kreißsaal-Leitung, auf die kommenden Info-Abende für werdende Eltern im BETHESDA Krankenhaus. (Quelle: EVKLN)

 

 

Infoabend für werdende Eltern

Duisburg, 10. August 2022 - Bei den Infoabenden für werdende Eltern an der Helios St. Anna Klinik Duisburg informieren Hebammen und Ärzt:innen aus der Geburtshilfe zu Abläufen bei der Entbindung, Möglichkeiten der Schmerzbehandlung, Akupunktur und anderen ergänzenden Angeboten sowie weiteren Themen rund um Schwangerschaft und die sanfte Geburt. Im Anschluss zeigt das Team den werdenden Eltern die Kreißsäle sowie die Wochenstation mit Patienten-, Familien- und Kinderzimmern. Jederzeit besteht die Gelegenheit, individuelle Fragen zu stellen.

Die Infoabende finden jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat um 18:00 Uhr statt, das nächste Mal am Donnerstag, 18. August 2022. Da die Plätze begrenzt sind, wird um eine telefonische Terminvereinbarung gebeten: (0203) 755-1254   Laut der aktuellen gesetzlichen Regelungen ist für die Teilnahme am Infoabend ein offizieller Corona-Schnelltest erforderlich. Das Testzentrum am St. Anna öffnet am Veranstaltungstag deshalb bis 18:00 Uhr, letzte Testmöglichkeit um 17:45 Uhr.    

Das Team der Geburtshilfe an der Helios St. Anna Klinik Duisburg informiert werdende Eltern bei den regelmäßigen Infoabenden zu den Themen Schwangerschaft und Geburt.

  

St. Anna Klinik startet Palliativmedizinischen Konsiliardienst  

Duisburg, 09. August 2022 - Zeit nehmen, zuhören und Patienten und Angehörige beraten: Das multiprofessionelle Team des Palliativmedizinischen Konsiliardienstes an der Helios St. Anna Klinik in Duisburg-Huckingen begleitet Menschen mit fortschreitenden und lebensbegrenzenden Erkrankungen während des stationären Aufenthaltes auf allen Stationen, mit dem Ziel, vorausschauend ihre Lebensqualität nach Möglichkeit zu erhalten und zu verbessern.  


Bislang ist das Wort „palliativ“ in den Köpfen der meisten Menschen ein Synonym für die Begleitung sterbender Menschen in ihren letzten Wochen, Tagen oder Stunden. Palliativmedizin ist jedoch viel mehr: Sie ist die aktive, ganzheitliche Behandlung von Patienten mit einer fortschreitenden Erkrankung, die nicht mehr geheilt werden kann. Palliativmedizin ist lebensbejahend und akzeptiert das Sterben als natürlichen Prozess. „Wir möchten unsere Patienten, ihre Angehörigen – aber auch unsere Behandlungsteams in dieser Situation unterstützen und haben deshalb zu Beginn des Jahres das Angebot eines Palliativmedizinischen Konsiliardienstes geschaffen“, so Klinikgeschäftsführerin Claudia Meßthaler.  

Den Kern des „Palliativdienstes“ bilden die beiden Ärztlichen Leiterinnen, Caroline Blumenthal und Michaela Fricke, sowie die Pflegerische Leitung, Sandra Vollnhals. Auf Anforderung des behandelnden Arztes ergänzen sie die Versorgung von Menschen mit fortschreitenden und lebensbegrenzenden Erkrankungen auf den jeweiligen Stationen – und das nach Möglichkeit so früh wie möglich und nicht erst am Lebensende. „Unser Hilfsangebot beinhaltet die Linderung von Beschwerden wie Schmerzen, Luftnot, Übelkeit, problematischen Wunden oder Mangelernährung“, die Hilfe und Unterstützung in der Krankheitsverarbeitung sowie die vorausschauende Planung  erklärt Blumenthal.


„Zum Team des Palliativdienstes gehören auch Physiotherapeuten, Seelsorger, Psychoonkologen und der Sozialdienst, mit denen wir uns gemeinsam um die weiterführenden Fragen von Patienten und ihren Angehörigen kümmern. Dazu zählen auch die Auseinandersetzung mit der Erkrankung, die weitere Versorgung nach dem Krankenhausaufenthalt und  die Aufklärung über Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht“, ergänzt Fricke.  


Dabei hat das Team immer eines im Blick: die vorausschauende Planung zur Verbesserung der Lebensqualität unter Berücksichtigung der individuellen Begebenheiten des Patienten. Denn: Nicht alles, was die Medizin zu leisten vermag, ist für einen palliativen Patienten in seiner jeweiligen Lebenssituation die sinnvollste Therapie. Somit fungiert der Palliativdienst als „Unterstützer“ von Patienten, Angehörigen und den Behandlungsteams der medizinischen Fachabteilungen.  

Bislang gibt es das Angebot des Palliativmedizinischen Konsiliardienstes jedoch nur an Unikliniken und wenigen anderen Kliniken, die im Regelfall auch eine Palliativstation angeschlossen haben. So auch am St. Anna: Die inhaltliche Nähe und die erforderlichen spezifischen Weiterbildungen sind eine gute Basis dafür, dass  die Teams von Palliativstation und Palliativdienst sich gegenseitig im Sinne der Patientenversorgung unterstützen und eng zusammenarbeiten.  

Das Fazit der beiden Medizinerinnen nach den ersten sechs Monaten Palliativdienst am St. Anna ist durchweg positiv: „Unsere Patienten und auch ihre Angehörigen sowie die ärztlichen und pflegerischen Kollegen schätzen es sehr, dass es dieses Angebot gibt und die Patienten in kritischen Fragen um ihre Krankheit ganzheitlich im Team mit den behandelnden Fachabteilung begleitet und beraten werden.“  

Das Team des Palliativmedizinischen Konsildienstes umfasst neben Oberärztin Michalea Fricke (r.) und Fachpflegerin Palliative Care Sandra Vollnhals (l.) weitere Ärzte und Pflegekräfte, Psychoonkologen, Sozialarbeiter, Seelsorger sowie Physio- und Ergotherapeuten.  

Schockraum statt Klassenzimmer: Kinderuni an der St. Anna Klinik

Duisburg, 08. August 2022 - Intensivstation, Blutbank, Schockraum, Labor und OP: Dieser umfassende Einblick hinter die Kulissen eines Krankenhauses bleibt häufig selbst langjährigen Klinikmitarbeitern verwehrt. 31 „Juniorstudenten“ erlebten dies und noch viel mehr im Rahmen der ersten Kinderuni an der Helios St. Anna Klinik in Duisburg-Huckingen.  

Unter der Anleitung des erfahrenen Unfallchirurgen Frank Nippes reparierten die Juniorstudenten fachgerecht gebrochene Kunstknochen.  

In der letzten Sommerferienwoche durften die 8- bis 12-Jährigen an zwei Tagen intensiv Krankenhausluft schnuppern. In spannenden Kurzvorträgen lernten sie, wie ein Krankenhaus funktioniert, was das Herz zum „Supermotor“ macht oder wie man sich richtig streitet und begaben sich in drei ???-Manier auf die Spuren der Sinne.  

Dass Medizin an vielen Stellen eng mit „handwerklichem Geschick“ verbunden ist, erlebten die Kinder in der Unfallchirurgie. An künstlichen Knochen, aber mit echten Werkzeugen und „Fremdmaterialien“, legten sie selbst Hand an, bohrten und schraubten, um Knochenbrüche fachgerecht und zum Teil nach neuestem Standard zu „reparieren“.   Ordnungsgemäß eingeschleust und eingekleidet verschafften die Juniorstudenten sich einen Einblick vom OP-Bereich und den Abläufen.

Der Narkosearzt erklärte die verschiedenen Verfahren der Anästhesie und lud die Kinder ein, eine Simulationspuppe zu intubieren und selbst einmal durch eine Beatmungsmaske zu atmen.   Wie die Versorgung von Notfällen abläuft, konnten die Juniorstudenten in der Notaufnahme und im Schockraum erleben.

Ein Rettungssanitäter der Johanniter demonstrierte spontan die Ausstattung eines Rettungswagens. In der Radiologie wurden sie zu kleinen Superhelden und errieten mithilfe von Röntgenstrahlen den Inhalt einer Kiste, ohne diese zu öffnen. Doch neben dem Spaß erfuhren die Junioren auch in einem Reanimationskurs, wie sie eine Herzdruck-Massage korrekt durchführen, um in Notfallsituationen helfen zu können.   Wie es sich für eine „Uni“ gehört, erhielten die Juniostudenten zum Abschluss ihr wohlverdientes Diplom aus den Händen von Klinikgeschäftsführerin Claudia Meßthaler und der Ärztlichen Direktorin Dr. Claudia Peters.  

Um Einblicke in den OP und die Arbeit eines Anästhesisten zu erlangen, zogen die Kinder sich ordnungsgemäß um und schleusten in den OP ein.

 

 

Was pflegende Angehörige wirklich leisten – darüber spricht keiner!

Duisburg, 01. August 2022 - Sandra Gutzeit ist Pflegetrainerin am Helios Klinikum Duisburg und begleitet Angehörige von Pflegebedürftigen in allen Lebenslagen. Manchmal entstehen daraus auch Freundschaften, so wie mit Herbert Müller* (78) der sich acht Jahre um seine schwerkranke Frau kümmerte.

V.li.: Herbert Müller* -  Name wurde geändert -  und Pflegetrainerin Sandra Gutzeit

 

Der enge Austausch mit dem Pflegetrainerteam vom Helios Klinikum Duisburg hat ihm dabei sehr geholfen. Deshalb will er gemeinsam mit Sandra Gutzeit derzeitigen und auch künftigen pflegenden Angehörigen Mut machen und sie wissen lassen, dass sie nicht alleine sind. Nachdem Herbert Müller seine Partnerin bewusstlos am Boden vorfand und sie reanimiert werden musste, war schnell klar, dass sie nicht mehr aufwachen würde. Die Ursache konnte nicht herausgefunden werden, für ihn kam das Ganze plötzlich und unerwartet.

Zunächst auf der Intensivstation, später in einer Intensiv-Wohngemeinschaft, lag sie für insgesamt 8 Jahre im Wachkoma. In dem Entschluss, seine Partnerin nicht alleine lassen zu wollen und voller Tatendrang, krempelte Herbert Müller die Ärmel hoch und wollte sie selbst zu Hause versorgen. Doch was es wirklich bedeutet, eine Wachkomapatientin rund um die Uhr alleine zu versorgen, kann man sich als Außenstehender nicht vorstellen. Und bis Herbert Müller realisiert, dass er dazu nicht in der Lage ist, muss erst noch Zeit vergehen.


„Man macht schließlich alles zum ersten Mal, das sind Fragen über Fragen, die man sich vorher noch nie gestellt hat. Natürlich dauert dieser Prozess“, erklärt Sandra Gutzeit, langjährige Pflegetrainerin am Helios Klinikum Duisburg. „Auch muss zuerst der emotionale Schock überwunden werden, einen geliebten Menschen so vorzufinden.“ Müller und auch viele weitere Angehörige, die plötzlich vor dieser neuen Situation stehen, werden oftmals zu früh mit zu vielen vermeintlich unterschiedlichen Informationen überfordert.

„Da ist man noch gar nicht in der Lage, das alles aufzunehmen“, so Gutzeit.  Zum ersten Mal gesehen haben die beiden sich in der Helios St. Johannes Klinik, als seine Partnerin auf die Intensivstation kam. Gutzeit bot ihm Hilfe in Form von kostenlosen Beratungen, Pflegekursen und Gesprächskreisen an. Mit der Zeit wächst das Vertrauen zwischen dem Angehörigen und der Pflegetrainerin, sodass die gelernte Kinderkrankenschwester ihm aufzeigen konnte, dass seine Partnerin nur in einer betreuten Wohngemeinschaft gut aufgehoben sein würde. Dort wird sie von professionellen Fachkräften 24 Stunden überwacht und gepflegt.

Er besucht seine Partnerin jeden zweiten Tag, um ihr Gesellschaft zu leisten und sie zu versorgen. „Das wollte ich noch selbst machen, auch wenn es manchmal wirklich sehr anstrengend wurde “, so Herbert Müller. Er ist sehr dankbar für die Tricks und Kniffe, die er während der Pflegekurse gelernt hat. Neben pflegefachlichem Wissen, wie Handgriffe bei der Mobilisierung und Positionierung, Handgriffe beim Anreichen von Essen, Trinken und Medikamenten oder auch Handgriffe bei der Körperpflege und dem An- und Auskleiden, werden einem auch Grundlagen der Pflegeversicherung vermittelt.

Dazu gehört unter anderem die Frage, mit welchem Pflegegrad man welche Pflegeleistungen aus der Pflegeversicherung erhält. Auch die Gespräche und der gegenseitige Austausch helfen ihm in dieser Zeit. „Das sind alles Dinge, auf die kommt man nicht einfach so. Bei den Handgriffen musste ich richtig üben. Immer und immer wieder“, sagt der Rentner. Zum Glück weiß Sandra Gutzeit die Stimmung in solchen Übungen zu lockern und vermittelt ihr Wissen mit viel Freude. Aber natürlich gibt es auch ernste, emotional aufgeladene Gespräche.

„Die kostenlosen Beratungen, Trainings, Schulungen und Gesprächskreise helfen den Menschen, die gerade ihren Halt verloren haben und die eine Stütze brauchen – emotional oder mithilfe von praktischen Übungen zur Pflege.“ Dazu gehören ebenfalls Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Hilfestellungen beim Ausfüllen von Anträgen. Durch den Gesprächskreis wusste die Pflegetrainerin, dass Herbert Müller ganz alleine ist. Der enge Kontakt entwickelte sich schnell zu einer noch engeren Freundschaft, die die beiden nun seit über neun Jahren verbindet.

„Unser Arbeitsauftrag als Pflegetrainer ist ganz klar: Wir sehen dich und bedanken uns bei dir. Die Bürde, die man als pflegender Angehöriger hat, ist immens groß. Das sieht kaum jemand. Wir lassen keinen damit alleine. Das Schönste ist für mich, wenn sich die Angehörigen gegenseitig stützen und in Kontakt bleiben“, sagt Sandra Gutzeit. Dem stimmt Herbert Müller nur zu: „Man bekommt die Hilfe, die man sucht“.

Einen ganz praktischen Tipp möchte der Angehörige am Ende des Gesprächs noch jedem mit auf den Weg geben: „Man sollte am besten eine Tabelle vorbereiten mit allen Infos, die man benötigt. Alle wichtigen Telefonnummern, die Namen der Ärzte, den Namen der Krankenkasse, Medikamente, die eingenommen werden und ob Allergien vorhanden sind. Denn mir wurden all diese Fragen auf einmal zu meiner Frau gestellt und ich wusste nicht alles sofort. Man sollte vorbereitet sein.“

Genau aus diesem Grund hat er nun auch eine Notfalldose in seinem Kühlschrank zu Hause. Darin befinden sich alle wichtigen Medikamente, die er einnehmen muss und Informationen über Allergien. Sollte es zu einem Notfalleinsatz kommen, wissen die Rettungssanitäter:innen sofort Bescheid, wo sie nachzuschauen haben. Im besten Fall markiert man den Kühlschrank noch mit einem grünen Aufkleber (ein Kreuz), der in der Dose enthalten ist, sodass dieser auch schon auf größere Distanz für die Einsatzkräfte erkennbar ist.  

Jedem pflegenden Angehörigen und ehrenamtlich Pflegetätigen stehen kostenlose Pflegekurse zu: „Die Pflegekassen haben für Angehörige und sonstige an einer ehrenamtlichen Pflegetätigkeit interessierte Personen unentgeltlich Schulungskurse durchzuführen, um soziales Engagement im Bereich der Pflege zu fördern und zu stärken, Pflege und Betreuung zu erleichtern und zu verbessern sowie pflegebedingte körperliche und seelische Belastungen zu mindern und ihrer Entstehung vorzubeugen.“ ( § 45 des Elften Buchs Sozialgesetzbuch SGB XI)

Das Helios Klinikum Duisburg bietet regelmäßig kostenlose Pflegekurse an. Angeboten werden Pflegegrundkurse, spezielle Demenzkurse und verschiedene Gesprächskreise, z.B. „Kraft tanken“ und „Mach mal Pause“. Anmeldungen unter (0203) 546 41722.  

 

Kein Fiebersaft mehr in Deutschland - Versorgung der Kleinsten unzureichend

Duisburg, 26. Juli 2022 - Einmal mehr versäumt es die Politik, die medizinische Versorgung für Kinder und Jugendliche sicher zu gestalten. Eltern, Kinderärzt:innen und Apotheker:innen sind empört. Seit Wochen beklagen in ganz Bayern, aber auch bundesweit, Kinder- und Jugendmediziner:innen sowie Apotheken massive Lieferengpässe für fertige Ibuprofen-Fieber- und Schmerzsäfte. „Jetzt rächt sich die Produktionsverlagerung sogenannter „unrentabler“, aber für bestimmte Patientengruppen wichtiger Arzneimittelspezifikationen, ins außereuropäische Ausland“, klagt Dr. Dominik Ewald, Vorsitzender der bayerischen Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte.

„Das weiß doch jedes Kind, dass Babys und Kleinkinder keine Tabletten schlucken können!“ Kleinkinder benötigen gegen Fieber und Schmerzen Säfte oder Zäpfchen als Darreichungsform. Die Herstellung von Säften ist hygienisch aufwendiger, Abfüllung und Versand schwerer und die Haltbarkeit geringer als bei Tabletten. Das macht Kindersäfte teurer. Rabattverträge mit den gesetzlichen Krankenkassen und politische Auflagen zur Kostenreduktion im Gesundheitswesen (GKV-Finanzstabilisierungsgesetz, GKV-FinStG) zwingen die Hersteller:innen hingegen, ihre Arzneimittel unter europäischen Herstellungskosten abzugeben.

So hat sich die Produktion der pharmazeutischen Wirkstoffe wie auch der fertigen Arzneimittel ins billigere Ausland verlagert. China, Indien und die USA sind die weltweit größten Hersteller von Ibuprofen und Paracetamol. Nun hängen chinesische Arzneimittel seit Monaten wegen des Corona-Lockdowns in den Exporthäfen des Reiches der Mitte fest und gelangen nicht nach Europa. In den USA brach jüngst die Produktion wegen technischer Probleme zusammen. Allein davon sollen 10-15 Prozent des Weltmarktes betroffen sein, so Dr. Hans-Peter Hubmann, Vorsitzender des Bayerischen Apothekerverbandes e. V. Die Hersteller in Indien produzieren nun für den Weltmarkt, kommen der Nachfrage aber kaum nach.

Westliche Expert:innen kritisieren seit Jahren zudem die schlechten Produktionsbedingungen und Qualitätsstandards indischer Arzneimittel, die europäischen kaum genügen würden. Derweil negierte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Hinweise auf Lieferengpässe dieser versorgungsrelevanten Darreichungsformen für Babys und Kleinkinder. Hiesige Apotheken verarbeiten nun Ibuprofen-Tabletten aufwendig und kostenintensiver zu Fiebersäften, um der hohen Nachfrage in der aktuellen Sommer-Infektionswelle Herr zu werden.


Politiker:innen geben sich regelmäßig bei Arzneimittelengpässen erschrocken und versprechen, die Produktion wieder ins Inland zu holen, aber passieren tut nichts. „Wir lernen nichts aus früheren Lieferkettenengpässen. Die Politik versäumt es immer wieder in Deutschland und Europa eine eigene Produktion aufzubauen!“, resümiert Dr. Hubmann. Wer darunter leidet, sind mal wieder die Kleinsten in unserem Gesundheitssystem. Die Patient:innen, die noch keine Tabletten schlucken können. Und jetzt werden auch noch die Zäpfchen knapp, berichtet Dr. Ewald.

 

Das verschlissene Knie

Neues und Bewährtes aus der Endoprothetik

Duisburg, 18. Juli 2022 - Wenn das Knie verschlissen ist und medikamentöse oder physikalische Behandlungsoptionen ausgereizt sind, stellt sich für viele Betroffene die Frage nach einem Gelenkersatz. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt? Was sind die Vor- und Nachteile von partiellem und vollständigem Gelenkersatz? Für welchen Patienten ist welches Modell das richtige? Welche aktuellen Operationsmethoden gibt es? Und wie läuft die Therapie genau ab?

Diese und weitere Fragen beantwortet Reinhard Ottersbach, Oberarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie an der Helios Klinik Duisburg-Homberg, in seinem ca. 45-minütigen Vortrag. Darüber hinaus stellt er das Endoprothetikzentrum Duisburg als einziges zertifiziertes Zentrum in der Stadt mit seinen Operateuren vor. Im Anschluss besteht die Gelegenheit, Fragen zu stellen und mit dem Experten zu diskutieren.  

Der kostenlose Vortrag findet statt am Mittwoch, 27.07.2022 um 17:00 Uhr in der Cafeteria der Helios Klinik Duisburg-Homberg, Johannisstr. 21, 47198 Duisburg. Da die Teilnehmeranzahl begrenzt ist, ist eine vorherige Anmeldung per E-Mail an Kim.Huettermann@helios-gesundheit.de oder per Telefon unter (02066) 29-1605 erforderlich.  

Es gelten die aktuellen Corona-Regeln für Krankenhäuser: derzeit das Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes oder einer FFP2-Maske sowie die Vorlage eines tagesaktuellen AG-Tests (offizieller Schnelltest). Das eigene Testzentrum ist dauerhaft geschlossen. Lassen sie sich daher selbstständig testen, wie etwa im Testzentrum Bürgermeister-Wendel-Platz, ganz in der Nähe.  


Mythencheck Organ- und Gewebespende

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
Köln/Duisburg, 13. Juli 2022:
Mythos 1: Ich bin viel zu alt für eine Organspende. Richtig ist: Es gibt keine Altersbegrenzung für eine Organspende, denn es kommt auf den Zustand der Organe und nicht auf das kalendarische Alter an. Gerade die Leistungsfähigkeit von manchen schon älteren Organen ist beachtlich. 98 Jahre zählte der bisher älteste Organspender Deutschlands. Ihm wurde 2009 in Deutschland eine Leber entnommen und erfolgreich transplantiert.
Auch andere Organe konnten bundesweit von relativ alten Spendern postmortal weitergegeben werden: Niere (95, 2012), Herz (75, 2016), Lunge (85, 2014) (Quelle: DSO-Jahresbericht 2021).

Mythos 2: Ich habe Vorerkrankungen und kann meine Organe gar nicht spenden. Eine Organentnahme wird in der Regel nur dann von vornherein ausgeschlossen, wenn beim Verstorbenen eine unbehandelbare Infektion, eine akute bösartige Tumorerkrankung oder ein positiver HIV-Befund vorliegen. Bei allen anderen Erkrankungen entscheiden die Ärztinnen und Ärzte nach den vorliegenden Befunden, ob Organe für eine Entnahme in Frage kommen.

Mythos 3: Wenn ich einen Organspendeausweis besitze und einer Organentnahme zugestimmt habe, werde ich im Todesfall automatisch Organspender. Nein, das hängt von anderen Faktoren ab.
Organe können nur gespendet werden, wenn es bei der betreffenden Person auf einer Intensivstation zum unumkehrbaren Ausfall der Gesamtfunktion von Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm kommt. Dies wird als Hirntod bezeichnet und trifft nur auf wenige Prozent aller Sterbefälle zu. Beim Hirntod kann die Kreislauffunktion und damit die Durchblutung der Organe künstlich eine kurze Zeit aufrechterhalten werden. In dieser Zeit prüft das Ärzteteam, ob eine Organspende in Frage kommt.

 •  Mythos 4: Wenn ich bereit bin, Organe zu spenden, wird im Falle des Falles nicht alles getan, um mich zu retten. Das stimmt nicht. Die Medizinerinnen und Mediziner, die sich bei einer schweren Erkrankung oder nach einem Unfall um die Versorgung kümmern, tun alles, um die betroffene Person zu retten. Sie haben nichts mit dem Thema Organspende zu tun.

Eine Organspende kann nur dann erwogen werden, wenn trotz aller ärztlichen Bemühungen eine Rettung nicht mehr möglich ist der unumkehrbare Ausfall der gesamten Hirnfunktionen – der sogenannte Hirntod – eintritt.

Mythos 5: Beim Hirntod ist man nicht richtig tot. Richtig ist: Ist jemand hirntot, ist er verstorben, denn die Gesamtfunktionen von Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm ist unumkehrbar erloschen. Nur Herz und Kreislauf können eine begrenzte Zeit lang künstlich durch Maschinen aufrechterhalten werden.
Selbst wenn diese Personen optisch nicht anders aussehen als andere beatmete Intensivpatientinnen und -patienten, sind bei Ihnen jegliche Funktionen wie Denken, Fühlen oder die Atmung völlig erloschen. Um den Hirntod festzustellen, führen zwei erfahrene Fachärztinnen oder Fachärzte unabhängig voneinander eine umfangreiche und klar definierte Hirntod-Diagnostik durch.

Mythos 6: Spenderinnen und Spender erhalten bei der Organentnahme Schmerzmittel, weil sie doch noch etwas spüren. Mit dem Hirntod ist die Schmerzwahrnehmung unwiederbringlich erloschen. Daher kann die Gabe von Schmerzmedikamenten bei Verstorbenen die Schmerzwahrnehmung nicht mehr beeinflussen.
Die Spenderin oder der Spender erhält während der Operation Medikamente, die die Muskeln entspannen und Reflexe des Rückenmarks verhindern. Denn unterhalb des Gehirns ist der Körper und damit auch das Rückenmark noch durchblutet. Durch Reflexe aus dem Rückenmark können sich zum Beispiel Blutdruck oder Herzschlag verändern und es kann sogar zu Spontanbewegungen des hirntoten Menschen kommen.

 


Mythos 7: Organspenderinnen und Organspender sind nach der Entnahme entstellt. Das ist falsch. Die Organentnahme ist eine Operation wie jede andere auch. Die Ärztinnen und Ärzte verschließen sorgfältig die Wunden und versorgen die Verstorbene oder den Verstorbenen so, dass sie oder er würdig aufgebahrt werden kann.

Mythos 8: Nach der Organspende kann die Familie nicht in Ruhe Abschied nehmen. Das medizinische Team übergibt die oder den Verstorbenen nach der Organentnahme in würdigem Zustand. Der Leichnam wird dann für eine Aufbahrung vorbereitet, sodass die Angehörigen sich nach der Organentnahme in gewünschter Weise von der oder dem Verstorbenen verabschieden können. Aber auch eine Verabschiedung vor der Organentnahme ist möglich.

Mythos 9: Die Angehörigen einer Spenderin oder eines Spenders erfahren, wer das Organ bekommen hat. Nein, das ist nicht richtig. Aber die Angehörigen können erfahren, ob die Transplantation erfolgreich war und wie es der Empfängerin oder dem Empfänger geht. Es gibt sogar die Möglichkeit, der Spenderfamilie Dankesbriefe anonym über die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) zukommen zu lassen (https://dankesbriefe.dso. de/Seiten/default-tdd-landing-page.aspx).

Mythos 10: Verstorbene mit einer Corona-Infektion dürfen keine Organe spenden. In den gründlichen medizinischen Untersuchungen wird jeder mögliche Spender auch auf Corona getestet. Falls der Befund positiv ist, wird die Transplantation der Lunge nicht empfohlen. Bei allen anderen Organen rät die Bundesärztekammer zu einer sorgfältigen Spender- und Empfängerauswahl, bei der die Transplantationszentren in jedem Fall Nutzen und Risiko individuell abwägen und den potentiellen Empfänger darüber aufklären müssen.

Mythos 11: Der Organspendeausweis bringt nicht viel – im Notfall habe ich ihn sowieso nicht dabei. Ob man als Spenderin oder Spender infrage kommt, wird auf der Intensivstation geklärt. Hierzu werden ausführliche Gespräche zur Erkundung des Willens der betroffenen Person geführt. Daher ist es wichtig, den Angehörigen die Entscheidung mündlich mitzuteilen und sie auch zu informieren, wo der Organspendeausweis aufbewahrt wird. Denn nur so ist gewährleistet, dass im Sinne der oder des Verstorbenen entschieden wird. Wenn der Wille nicht bekannt ist, werden die Angehörigen gebeten, eine Entscheidung im Sinne der verstorbenen Person zu treffen.


Zweiter Corona-Booster für alle ab 60: „Wir sollten keine Zeit verlieren“

Brüssel/Duisburg, 11. Juli 2022 - Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) empfiehlt allen Menschen über 60 Jahren und Personen mit hohem Risiko eine zweite Corona-Auffrischungsimpfung. Angesichts steigender Infektionszahlen empfehlen die Experten eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff mindestens vier Monate nach einer vorherigen Dosis. Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides, sagte: „Da die Fälle und Krankenhausaufenthalte wieder zunehmen, fordere ich alle auf, sich so schnell wie möglich impfen zu lassen, beziehungsweise eine Auffrischungsdosis zu erhalten. Wir sollten keine Zeit verlieren.“

„Ich fordere die Mitgliedstaaten auf, unverzüglich die zweiten Auffrischungsdosen für alle Personen über 60 Jahre sowie für alle gefährdeten Personen einzusetzen. Ich dränge alle berechtigten Bürger, sich zu melden und sich impfen zu lassen. Auf diese Weise schützen wir uns selbst, unsere Angehörigen und gefährdete Bevölkerungsgruppen,“ so Kyriakides weiter. Personen, deren letzte Impfung bereits sechs Monate zurückliegt, sollten prioritär geimpft werden.

 

Brustkrebs: Neue Expertise für Duisburger Betroffene

Mit Anke Pollmanns wechselte jetzt eine renommierte Spezialistin für Brusttumore an die Helios St. Johannes Klinik in Duisburg

Duisburg, 11. Juli 2022 -  Eine aus acht – das bedeutet rund 70 000 Patientinnen jährlich erhalten in Deutschland die Diagnose Brustkrebs. Damit ist dieser Tumor hierzulande die häufigste Krebsart bei Frauen, bei Männern tritt er hingegen nur sehr selten auf. Für eine umfassende Betreuung der Betroffenen müssen die versorgenden ÄrztInnen schon bei Früherkennung und Diagnose die richtige Balance zwischen Einfühlungsvermögen und Hightech-Medizin finden.

 Für Anke Pollmanns, eine der führenden Senologinnen der Region, ist genau dieser Anspruch das, was sie schon seit dem Beginn ihrer Karriere leitet. Die 58Jährige wechselte nun Anfang Juli aus dem benachbarten Oberhausen an die Helios St. Johannes Klinik in Duisburg Alt-Hamborn und bringt viel zusätzliche Erfahrung und Kompetenz in das Team um den ebenfalls seit Juni neuen Chefarzt Dr. Alejandro Corral. Für Duisburger PatientInnen mit Brustkrebs gibt es damit im Norden der Stadt eine neue hochqualifizierte Ansprechpartnerin für ihre Erkrankung.  

 Die Gynäkologin war zuletzt Oberärztin am Evangelischen Krankenhaus in Oberhausen und seit 2007 zudem Netzkoordinatorin des zertifizierten Brustzentrums Mülheim-Oberhausen. Ihr Studium absolvierte die geborene Viersenerin an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Nach dem Staatsexamen begann Anke Pollmanns ihre Aus- und Weiterbildung zur Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe in Mülheim a.d.R., wo sie schon mit Anfang 30 die Position einer Oberärztin übernahm. In diesem Zuge erweiterte sie auch ihr Spektrum auf die spezielle operative Gynäkologie sowie die Gynäko-Onkologie und leitete die onkologische Tagesklinik.  

Besonders am Herzen lag der Niederrheinerin zudem die Leitung des standortübergreifenden Brustzentrums, das sie mit aufbaute und seit seiner Gründung Mitte der 2000er-Jahre durchgängig betreute. „In solch einem Netzwerk aus speziell weitergebildeten ÄrztInnen, Pflegekräften und PsychologInnen ist die ganzheitliche Betreuung und Versorgung immer vorrangig und damit ein absoluter Gewinn für die Betroffenen“, so Pollmanns.

Diesen umfassenden Therapieaspekt (Symbolbild Brustkrebs) sowie die Umsetzung der aktuellen Leitlinienempfehlungen der Fachgesellschaften will die Medizinerin zusammen mit dem Duisburger Team nun auch am neuem Standort in Alt-Hamborn weiterführen: „Gemeinsam mit Dr. Corral möchte ich den Ausbau der hier schon bestehenden Tumorkonferenz vorantreiben und so eine noch bessere Zusammenarbeit mit den internen und auch niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen erreichen.“  

Aber nicht nur TumorpatientInnen profitieren zukünftig von Anke Pollmanns Expertise, denn neben der Betreuung onkologischer Fragestellungen gehören auch die Versorgung, Gutachtenerstellung und operative Korrektur von Brustfehlbildungen, übergroßen Brüsten und transgender-relevanten Maßnahmen zu ihrem Leistungsspektrum. Abschalten vom Klinikalltag kann die Expertin am besten bei Reisen und Aktivitäten mit Familie und Freunden.  

 

 

Hilfe, mein Kind hat Würmer! Was ist zu tun?

Michael Achenbach, Kinder- und Jugendarzt und BVKJ-Sprecher (LV Westfalen-Lippe) gibt Tipps

Köln/Duisburg, 2. Juli 2022 - Echt eklig: In der Windel des Kindes finden sich plötzlich jede Menge kleine weiße Fädchen – und die bewegen sich auch noch! Viele Eltern reagieren auf die kleinen Tierchen erst einmal panisch, weiß Kinder- und Jugendarzt Michael Achenbach aus Erfahrung. Sein wichtigster Rat: „Ruhe bewahren!“ Die häufigste Wurmerkrankung bei Kindern, die sogenannte Oxyuriasis ist harmlos, gut zu behandeln und in der Regel schnell überwunden.  

Michael Achenbach weiter: „Wurmerkrankungen sind nichts Ungewöhnliches. Ich selbst sehe in meiner Praxis regelmäßig mehrere Fälle pro Woche. Und der Befall hat mit mangelnder häuslicher Sauberkeit überhaupt nichts zu tun. Das Kind kann sich im Sandkasten anstecken, viel häufiger aber am gemeinsam genutzten Wasserhahn in der Kita oder Schule."  

Madenwürmer befallen fast ausschließlich den Menschen. Die weiblichen Würmer legen gerne nachts ihre sehr klebrigen Eier um den After herum ab. Der dadurch entstehende Juckreiz führt zu unbewusstem Kratzen – und schon haften die Eier unter den Fingernägeln. Geht die Hand dann an den Mund, hat sich das Kind selbst erneut angesteckt.   

Händehygiene!
Händehygiene ist somit das A und O der Behandlung einer Madenwurmerkrankung. Also ordentliches Händewaschen mit Seife und Nagelbürste nach jedem Toilettengang, vor dem Essen, auch vor der Essenszubereitung. Weiterhin gilt: Fingernägel kurz halten. Kratzen vermeiden. Besser duschen als baden.  

Medikamente!
Der Kinder- und Jugendarzt verordnet Medikamente in Form von Tabletten oder Suspensionen gegen die lästigen Würmer. Da Madenwürmer oftmals eine Familienerkrankung sind, sollten zeitgleich alle Familienmitglieder behandelt werden. Anderenfalls spielen die Madenwürmer mit der Familie Ping-Pong. Man wird dann das Problem nicht los. Wichtig ist auch die mehrzeitige Behandlung. Die schon abgelegten Eier werden durch die Medikamente nämlich nicht erreicht. Eine zweite Gabe nach 14 Tagen ist daher besonders wichtig, um die Würmer endgültig zu eliminieren. In hartnäckigen Fällen ist auch eine mehrfache Behandlung der gesamten Familie über bis zu vier Monate notwendig.

 

Reha-Verordnungen werden ab Juli 2022 einfacher

Berlin/Duisburg, 30. Juni 2022 - Ab 1. Juli 2022 erhalten Patientinnen und Patienten leichter Zugang zu geriatrischer Rehabilitation und Anschlussrehabilitation. Ob eine geriatrische Rehabilitation für Versicherte ab 70 Jahren medizinisch erforderlich ist, wird dann nicht mehr von der Krankenkasse geprüft. Stattdessen überprüfen Vertragsärztinnen und -ärzte anhand festgelegter Kriterien und über Funktionstests den medizinischen Bedarf.

Sind die Kriterien erfüllt, können sie mit den Ergebnissen die Erforderlichkeit auf dem Verordnungsformular begründen; die Krankenkasse prüft dann nur noch die leistungsrechtlichen Voraussetzungen. Eine geriatrische Rehabilitation hat das Ziel, Beweglichkeit und individuelle Selbständigkeit zu erhalten, nach einer langen Krankheit oder einer Operation wiederherzustellen sowie Pflegebedürftigkeit zu vermeiden.
Einfacher wird es außerdem für alle Patientinnen und Patienten, die nach einem Krankenhausaufenthalt eine sogenannte Anschlussrehabilitation (früher: Anschlussheilbehandlung) benötigen. Hier entfällt bei Vorliegen der Voraussetzungen für eine Rehabilitation für bestimmte Indikationen ebenfalls die Überprüfung der Krankenkassen, ob die Leistung medizinisch erforderlich ist. So beispielsweise bei Erkrankungen des Herzens, des Kreislaufsystems, nach Einsatz eines neuen Knie- oder Hüftgelenks oder bei Krebserkrankungen.

Psychisch kranke Kinder und Jugendliche: Monatelange Wartezeiten auf einen Behandlungsplatz

Politik muss Voraussetzungen für schnelle und unbürokratische Hilfe schaffen!
Köln/Duisburg, 29. Juni 2022 -In einem gemeinsamen Appell an den Bundesgesundheitsminister Prof. Dr. Karl Lauterbach und an den Vorsitzenden des Gemeinsamen Bundesausschusses Prof. Dr. Hecken weisen der BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach und die stellvertretende bkj-Vorsitzende Dipl. Psychologin Marion Schwarz auf die prekäre Versorgungslage von psychisch kranken Kindern und Jugendlichen hin.

„Wie in vielen zuletzt veröffentlichten Studien festgestellt wurde, hat sich insbesondere durch die Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen die psychische und psychosoziale Situation bei Kindern und Jugendlichen erheblich verschlechtert. Viele Kinder und Jugendliche leiden unter „Long-Lockdown“: unter Störungen der psychischen und sozialen Entwicklung. Diese Patienten brauchen schnellstmöglich Hilfe, doch wir wissen nicht, wohin wir sie schicken sollen!“, so Dr. Thomas Fischbach.


Die Versorgungsangebote durch niedergelassene Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten waren schon vor der Pandemie keineswegs ausreichend, jetzt ist der Mangel dramatisch. Die Wartezeiten für eine Psychotherapie haben sich auf mehrere Monate ausgeweitet, auch in der stationären Kinder- und Jugendpsychiatrie müssen Patienten oft lange warten, bis sie aufgenommen werden können. „Wir schieben einen Berg von Anfragen vor uns her und wissen zugleich, dass wir in den kommenden Monaten keinen Behandlungsplatz – höchstens vielleicht ein Erstgespräch – anbieten können. Das ist ein unzumutbarerer und auch gefährlicher Zustand, vor allem für die betroffenen Familien, Kinder und Jugendlichen, aber auch für uns Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten“, beschreibt die stellvertretende bkj-Vorsitzende Marion Schwarz die Situation.

Die beiden Verbandsvertreter fordern die Verantwortlichen im Gesundheitswesen auf, schnell und unbürokratisch für Abhilfe zu sorgen, um den Versorgungsnotstand abzuwenden. Z.B. durch neue Sitze für die Niederlassung von Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten oder durch die Möglichkeit von Therapeuten, Kolleg*innen anzustellen, um damit die Behandlungskapazität pro Praxis ausweiten zu können. Und dann müsse grundsätzlich auch endlich die sogenannte Bedarfsplanung an den steigenden Bedarf an psychotherapeutische Hilfsangebote angepasst werden.


„Die Politik hat der Wirtschaft schnell und entschlossen geholfen, mit den ökonomischen Folgen der Corona-Pandemie fertig zu werden. Ebenso schnell und entschlossen sollte sie nun auch belastete Kinder und Jugendliche unterstützen, denn ihr gesundes Aufwachsen ist für die Zukunft unseres Landes mindestens ebenso systemrelevant“, fordern Dr. Thomas Fischbach und Marion Schwarz.  

  

Lebenshilfe befürchtet: Bluttests als Kassenleistung führen zu mehr Schwangerschaftsabbrüchen

 Berlin/Duisburg, 30. Juni 2022 -  Ab morgen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für Bluttests, die in der Schwangerschaft Trisomien wie das Down-Syndrom aufspüren sollen. Die Bundesvereinigung Lebenshilfe bedauert sehr, dass der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) dazu die Zulassung erteilt hat. Sie befürchtet, dass die Bluttests nun zur Regeluntersuchung und noch mehr Menschen mit Behinderung abgetrieben werden.

Mit den neuen Methoden der Pränataldiagnostik geraten Eltern von Kindern mit Beeinträchtigung immer stärker unter Rechtfertigungsdruck, und bei Menschen mit Behinderung verstärkt sich die Angst, in dieser Gesellschaft nicht gewollt zu sein. Sebastian Urbanski, Berliner Schauspieler mit Down-Syndrom und Mitglied im Bundesvorstand der Lebenshilfe, sagt: „Ich lebe gerne und habe viel Freude am Leben. Ich bin glücklich, weil ich mich als Teil der Gesellschaft fühle und einfach dazu gehöre. Manchmal brauche ich zwar etwas mehr Unterstützung, aber die braucht ja jeder mal. Nur diese Bluttests machen mir und anderen Menschen mit Down-Syndrom wirklich große Sorgen.“ (1071 Zeichen)

Informationen zu den Bluttests: https://www.lebenshilfe.de/mitmachen/aktiv-werden/1221-trisomie-bluttest 

Spitzen-Mediziner: FOCUS Auszeichnungen für den Verbund Evangelisches Klinikum Niederrhein und BETHESDA Krankenhaus

Duisburg,  24. Juni 2022 - Insgesamt neun Chefärzte aus dem Verbund Evangelisches Klinikum Niederrhein und BETHESDA Krankenhaus Duisburg sind vom Magazin FOCUS als „TOP Mediziner 2022“ ausgezeichnet worden und zählen damit auf ihrem Gebiet zu den besten Fachexperten Deutschlands. Zudem empfiehlt der FOCUS das Evangelische Klinikum Niederrhein mit all seinen Standorten (Evangelischen Krankenhaus Duisburg-Nord, Herzzentrum Duisburg, Johanniter Krankenhaus Oberhausen, Evangelisches Krankenhaus Dinslaken) und das BETHESDA Krankenhaus Duisburg jeweils als „TOP Klinik 2022“ in Nordrhein-Westfalen.

Die FOCUS-Ärzteliste dient als wichtiger Wegweiser für potentielle Patientinnen und Patienten bei der Behandlungswahl. Von den insgesamt neun Chefärzten sind acht bereits zum wiederholten Male in der FOCUS-Liste aufgeführt. Herausragende fachliche Leistungen werden folgenden Ärzten bestätigt: Erstmals in der FOCUS-Liste vertreten ist Prof. Dr. Jochen Börgermann (Foto EVKLN) vom Herzzentrum Duisburg. Der Chefarzt der Herzchirurgie überzeugt in seinem Fachgebiet und wird dafür erstmalig vom FOCUS als TOP Mediziner ausgewiesen.

Ebenfalls vom Herzzentrum Duisburg wird Prof. Dr. Wolfgang Schöls im Fachbereich Interventionelle Kardiologie aufgeführt. Er ist Spezialist für minimal-invasive Untersuchungen und Eingriffe am Herzen mittels Katheter. Aus dem BETHESDA Krankenhaus Duisburg haben sich drei Ärzte erneut in der FOCUS-Liste platziert. Prof. Dr. Dietmar Simon, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, erhält die Auszeichnung im Fachbereich Endokrine Chirurgie. Er behandelt Erkrankungen der Schilddrüse, der Nebenniere und der Bauchspeicheldrüse. Dr. Harald Krentel, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde Geburtshilfe, Gynäkologische Onkologie und Senologie, wird als Experte im Fachbereich Gynäkologische Operationen gewürdigt.

Für die Behandlung von durch Diabetes verursachte Nervenschäden (Diabetische Polyneuropathie) wird Prof. Dr. Martin Pfohl, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, ausgezeichnet. Vom Evangelischen Krankenhaus Duisburg-Nord in Fahrn ist Dr. Mark Tomalla, Chefarzt der Klinik für Refraktive und Ophthalmo-Chirurgie, mit zwei Auszeichnungen abermals in der FOCUS-Liste vertreten: Er wird als Spezialist für Hornhauterkrankungen genannt und dazu als Experte für Eingriffe am Auge und für die Behandlung von Grauem Star (Refraktive Chirurgie & Katarakt). Ebenfalls gewürdigt wird sein Kollege Prof. Dr. Daniel Vallböhmer, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie mit Sitz am Evangelischen Krankenhaus Duisburg-Nord und am Evangelischen Krankenhaus Dinslaken.

Prof. Dr. Vallböhmer wird für seine fachlichen Leistungen im Bereich Hernienchirurgie empfohlen, die unter anderem die Behandlung von Leisten-oder Narbenbrüchen beinhaltet. Das Johanniter Krankenhaus Oberhausen ist mit zwei Chefärzten erneut mehrfach in der FOCUSListe vertreten. Prof. Dr. Jens Kuhn, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, wird im FOCUS-Ranking in den drei Fachbereichen Schizophrenie, Suchterkrankungen sowie Angst-und Zwangsstörungen gelistet. Der Chefarzt der Klinik für Urologie, Prof. Dr. Jan Fichtner, gilt als TOP Mediziner in den Bereichen Blasenkrebs, Prostatakrebs und Prostata-Syndrom.

Das Evangelische Klinikum Niederrhein und das BETHESDA Krankenhaus freuen sich, dass die medizinische Qualität im Verbund von der FOCUS-Redaktion und den externen Experten durch die diesjährigen Auszeichnungen erneut gewürdigt worden ist. Hintergrund: Seit mehr als 20 Jahren veröffentlichen die Magazine FOCUS und FOCUS-GESUNDHEIT Ärztelisten der führenden Mediziner in Deutschland. Diese Liste entstehen in aufwändiger Recherche mit dem Kooperationspartner FactField.

Berücksichtigt werden unter anderem die ärztliche Qualifikation, die Behandlungsleistung, wissenschaftliche Veröffentlichungen, Online-Bewertungen und Weiterbildungen. Außerdem fließt in die Bewertung mit ein, wie ein Mediziner von Fachkolleginnen und -kollegen sowie Patientinnen und Patienten beurteilt wird. BU: Prof. Dr. Jochen Börgermann, Chefarzt der Herzchirurgie am Herzzentrum Duisburg, ist das erste Mal in der FOCUS-Ärzteliste vertreten. (Quelle: EVKLN)

 

 

Vortrag: Die neue Hüfte

Möglichkeiten der modernen Endoprothetik  
Duisburg, 14. Juni 2022 - Im Laufen, Stehen, Sitzen und sogar im Liegen: Bei nahezu jeder Bewegung ist das Hüftgelenk beteiligt. Das wird vielen Menschen häufig erst bewusst, wenn es mit zunehmendem Alter zu Gelenkbeschwerden kommt. Sind die vielfältigen konservativen Methoden von Gelenkerhalt und Schmerztherapie ausgeschöpft, stellt sich häufig die Frage nach einem künstlichen Gelenkersatz, der sogenannten Endoprothetik, um Bewegungsfreiheit und Lebensqualität wiederherzustellen.

In der rund 45-minütigen Veranstaltung beleuchtet Dr. Frank Bischof, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie an der Helios Klinik Duisburg-Homberg und der Helios St. Anna Klinik in Huckingen, verschiedene Implantat-Modelle, moderne Operationsmethoden und den Ablauf der Behandlung am Haus. Darüber hinaus stellt er das Endoprothetik Zentrum Duisburg als einziges zertifiziertes Zentrum der Stadt mit seinen Operateuren vor. Im Anschluss steht der ausgewiesene Spezialist für Erkrankungen des Bewegungsapparates und künstlichen Gelenkersatz für individuelle Fragen zur Verfügung.  

Die kostenlose Veranstaltung findet statt am Mittwoch, 22.06.2022 um 17:00 Uhr in der Cafeteria der Helios St. Anna Klinik Duisburg, Albertus-Magnus-Str. 33, 47259 Duisburg. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, ist eine vorherige Anmeldung per E-Mail an orthopaedie-unfallchirurgie.anna@helios-gesundheit.de oder per Telefon unter (0203) 755-1737 erforderlich. Es gelten die aktuellen Corona-Regeln für Krankenhäuser: derzeit das Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes oder einer FFP2-Maske sowie die Vorlage eines tagesaktuellen AG-Tests (offizieller Schnelltest). Abstriche im Testzentrum am St. Anna sind am Veranstaltungstag bis 16:45 Uhr möglich.  

 

Tierische Unterstützung: Patientin der Neurologischen Frührehabilitation bekommt Besuch von ihrem Pferd 

Duisburg, 13. Juni 2022 -  Im April 2022 hat sich das Leben der 23-jährigen Laura innerhalb von Sekunden verändert. Die erfahrene Reiterin, die seit mehr als 20 Jahren im Sattel sitzt, stürzte beim Ausritt von der Stute Sisi und musste mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma auf die Intensivstation gebracht werden. Anfang Mai kam Laura in die Abteilung für Neurologische Frührehabilitation am Evangelischen Krankenhaus Duisburg-Nord, die darauf spezialisiert ist, Patientinnen und Patienten nach schweren Traumata und anderen Erkrankungen den Weg zurück ins Leben zu bahnen und auf eine Reha-Behandlung vorzubereiten.

Mit ihrem Kampfgeist, ihrem Optimismus und ihrem unerschütterlichen Willen hat Laura seitdem riesige Fortschritte gemacht – immer unterstützt vom leitenden Abteilungsarzt Dr. Janpeter Nickel und seinem interdisziplinären Team. Auf der NNFR äußerte Laura dann auch ihren größten Wunsch: Ein Wiedersehen mit Sisi, die – genau wie die Reiterin – an dem Unfall keine Schuld trifft. Ein Pferd im Krankenhaus? Das hat es, zumindest am Evangelischen Klinikum Niederrhein, noch nie gegeben. Aber die Abteilung war von der ungewöhnlichen Idee sofort begeistert. „Wir versuchen immer, unseren Patientinnen und Patienten Begegnungen mit ihren Haustieren zu ermöglichen.“, sagt Laura Andermann, Psychologische Psychotherapeutin in der NNFR, „Sie entdecken durch so ein Erlebnis oft ihre Lebensfreude wieder. Das kann einen gewaltigen therapeutischen Schub auslösen.“ 


Und deshalb war auch für Dr. Janpeter Nickel sofort klar: „Enkelkinder oder Haustiere sind häufig eine sehr effektive Motivationsverstärkung für unsere Patientinnen und Patienten – da kann ein Pferd auch nicht verkehrt sein.“ Lauras Wunsch in die Tat umzusetzen, bedurfte aber natürlich einiger Vorbereitung: Die Geschäftsführung des Klinikverbundes gab ihre Erlaubnis und sicherte volle Unterstützung zu. Die Krankenhaushygiene musste in die Planungen mit eingebunden werden. Und die Zentrale Notaufnahme und die Intensivstation erklärten sich bereit, im Falle eines Hubschrauberanflugs während des Besuchs rechtzeitig Bescheid zu geben, um ein mögliches Erschrecken der Stute zu verhindern.

An Christi Himmelfahrt war dann der große Tag gekommen. Der Tag, auf den Laura so lange hingearbeitet und von dem sie gesagt hatte: „Bis dahin muss ich ein paar Sachen wieder hinbekommen.“ Am frühen Nachmittag fuhren zwei Pferdeanhänger auf die Zufahrt zum Evangelischen Krankenhaus Duisburg-Nord – zwei, um Sisi durch eine Artgenossin zusätzliche Sicherheit in der ungewohnten Situation zu geben. Was aber vielleicht gar nicht nötig gewesen wäre: Die Stute, von der Laura vorher erzählt hatte, dass sie „ein besonderes Pferd, mit einem eigenen Kopf und Charakter“ ist, fühlte sich auf der Wiese vor dem Krankenhaus ganz offensichtlich sofort wohl und feierte ausgiebig Wiedersehen mit Laura.

Impressionen vom Pferdebesuch am Evangelischen Krankenhaus Duisburg-Nord (Fotos: EVKLN)   

Die tiefe Zuneigung zwischen Mensch und Tier war für alle Anwesenden sofort zu spüren – für das Team der NNFR, Lauras Freundinnen und Freunde, ihre Mutter und die vielen Schaulustigen, die sich das ungewöhnliche Highlight weit abseits vom normalen Krankenhausalltag nicht entgehen lassen wollten. Lauras Bilanz nach dem vielleicht ungewöhnlichsten Patientenbesuch, den das Evangelische Krankenhaus Duisburg-Nord jemals erlebt hat: „Ich habe vorher gar nicht versucht, mir vorzustellen, wie es werden könnte...aber es ist so toll, wie alle das hier für mich organisiert haben.“

Die Zeit mit Sisi hat der 23-jährigen noch einmal neue Motivation gegeben, ihren Weg hin zur kompletten Genesung erfolgreich weiterzugehen. Ende Mai hat sie ihre mehrwöchige Reha-Behandlung in Dortmund begonnen. Und wir drücken ihr ganz fest die Daumen, dass sie schon sehr bald wieder ganz die Alte ist. Und endlich wieder mit Sisi ausreiten kann.       

 Blut spenden und Leben retten

 Der 14. Juni ist Weltblutspendetag

Duisburg, 9. Juni 2022 - Blut ist essentiell für einen Großteil der Behandlungen im Krankenhaus, lässt sich aber nicht künstlich herstellen. Der Verbund Evangelisches Klinikum Niederrhein und BETHESDA Krankenhaus ist deshalb an allen fünf Verbundstandorten in Duisburg, Dinslaken und Oberhausen auf die Versorgung durch Blutspendedienste angewiesen. Allerdings hat die Corona-Pandemie in den vergangenen zwei Jahren immer wieder zu Engpässen und Verzögerungen geführt.

Aktuell ist der Bedarf an Blutkonserven aufgrund der Lockerungen wieder gestiegen: „Wir holen viele planbare Operationen nach, die wegen der Pandemie abgesagt wurden. Im Prinzip haben wir jetzt wieder so viele Operationen wie vor Corona. Die Zahl der Blutspenden hinkt da aber leider etwas hinterher“, erklärt Nanda Padval, Transfusionsverantwortliche Laborärztin im Evangelischen Klinikum Niederrhein. Sorgsamer Umgang mit Spenderblut Von hoher Bedeutung ist im Verbund der verantwortungsvolle Umgang mit dem knappen Spenderblut.

„Für uns ist das eine kostbare Ressource, von der leider phasenweise immer wenig vorhanden ist. Deshalb setzen wir das vorhandene Spenderblut so optimal wie möglich ein. Schon vor einer OP untersuchen wir die Patienten, ob eventuell eine Blutarmut vorliegt, die dann vorab therapiert wird. Zudem kommen inzwischen immer häufiger OP-Techniken mit sehr geringem Blutverlust zum Einsatz“, sagt Dr. Axel Runge, Transfusionsverantwortlicher im BETHESDA Krankenhaus Duisburg. All diese Maßnahmen laufen unter dem Begriff „Patient Blood Management“.

Dazu zählt auch das Cell-Saver-Verfahren, bei dem während einer OP Blut abgesaugt, gefiltert und recycelt wird und anschließend für die Eigenbluttransfusion zur Verfügung steht. Insgesamt ist so die Menge an benötigten Blutkonserven, die bei operativen Eingriffen verwendet werden, in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurückgegangen. Die meisten Blutkonserven benötigt der Verbund hingegen für die Versorgung von Krebspatientinnen und Krebspatienten.

Die Behandlung von Krebs führt häufig zu einer Blutarmut, die durch gespendetes Fremdblut ausgeglichen werden muss. Viele Krebspatientinnen und Krebspatienten können vorab für sich selbst kein gesundes Blut spenden, was im Anschluss für sie aufbereitet und verwendet kann. „Diese Patientinnen und Patienten sind dringend darauf angewiesen, dass sich jemand freiwillig bereit erklärt, Blut zu spenden“, appelliert Nanda Padval. Zudem benötigen natürlich auch schwerstverunfallte Patientinnen und Patienten Blutkonserven. Schulferien und Feiertage führen zu Engpässen

Bei einer Vollblutspende werden 500 ml Blut entnommen. Mithilfe einer Zentrifuge wird es beim Blutspendedienst in seine Bestandteile aufgetrennt: Blutplasma, Erythrozyten-Konzentrat (rote Blutkörperchen) und Thrombozytenkonzentrat (Blutplättchen). Die Blutprodukte lagern bei den Blutspendediensten und werden bei Bedarf vom Verbund angefordert. „Blutplättchen sind aber nur ein paar wenige Tage haltbar. Eng wird es dann zum Beispiel rund um Feiertage, wenn es keine Blutspendetermine und damit keinen Nachschub gibt.

Auch die Sommerferien sind immer eine kritische Zeit, wenn viele im Urlaub sind. Wünschenswert wäre es, wenn Menschen sich vornehmen, regelmäßig ihr Blut zu spenden, so dass über das Jahr konstant ein Bestand vorhanden ist. Der Weltblutspendetag ist dafür ein guter Start“, so Dr. Axel Runge. Der Weltblutspendetag findet jedes Jahr am 14. Juni statt, es ist der Geburtstag von Nobelpreisträger Karl Landsteiner, dem Entdecker der Blutgruppen.

Die WHO hat diesen Tag 2005 ins Leben gerufen, um allen Blutspendern zu danken. Dieses Jahr lautet das Motto: Donating blood is an act of solidarity. Join the effort and save lives (Blutspenden ist ein Akt der Solidarität. Machen Sie mit und retten Sie Leben). Infos zur Blutspende Blut spenden können gesunde Menschen ab 18 Jahren, die mindestens 50 kg wiegen. Wer zum ersten Mal Blut spendet, darf nicht älter als 68 Jahre sein. Wiederholungsspender können ja nach Blutspendedienst auch älter sein.

Vor jeder Spende erfolgt ein kostenloser Gesundheitscheck (kleines Blutbild, Puls, Blutdruck und Körpertemperatur). Männer können maximal 6-mal pro Jahr Blut spenden, Frauen bis zu 4-mal. Blutspender erhalten in den festen Blutspendestationen eine Aufwandsentschädigung von 20 Euro pro Spende von Plasma und Vollblut. Für die Blutspende im BZD Blutspendezentrum Duisburg und im BZO Blutspendezentrum Oberhausen ist keine Terminvereinbarung nötig.

Weitere Infos unter www.blutspendezentren.de Der Deutsche Rote Kreuz Blutspendedienst-West bitte um vorherige Terminreservierung unter www.blutspendedienst-west.de  


 Anderthalbjähriger Junge verschluckt eine Knopfbatterie
„Die Gefahr ist der Stromfluss“  - Was tun, wenn das Kind einen Gegenstand verschluckt

Duisburg, 3. Juni 2022 - Ein anderthalbjähriger Junge verschluckt eine Knopfbatterie, seine Speiseröhre beginnt zu schmoren. Der Vater hat den richtigen Instinkt und bringt das Kind in die Notaufnahme der Helios St. Johannes Klinik. Dort verhindert ein Notfalleingriff Schlimmeres, denn nicht die Batterie selbst ist das Problem, sondern das, was sie auslöst.  

Es soll ein entspannter Besuch im Autohaus werden, doch nur wenige Stunden später liegt der anderthalbjährige Sohn von Thomas Schürer* auf der Kinderintensivstation. Anton* findet an der Verkaufstheke auf einem Schreibtisch des Autohauses eine Knopfbatterie aus einem Schlüssel, steckt sie blitzschnell in den Mund und schluckt. „Plötzlich fing er an zu weinen und ich brauchte einen Moment, bis ich verstand, was passiert war“, erzählt Thomas Schürer, der bei der Erinnerung immer noch eine Gänsehaut bekommt.

Der zweifache Vater sieht den Schlüssel und erinnerte sich, aus dem Augenwinkel noch etwas dort liegen gesehen zu haben. Sofort bricht ihm der Schweiß aus, sein Sohn weint immer lauter, fasst sich an den Hals und ist kaum mehr zu beruhigen. Thomas Schürer bricht den Besuch ab und fährt mit Anton in die Kindernotaufnahme in der Helios St. Johannes Klinik.

„Ich dachte mir, dass die Batterie irgendwo in seinem Hals feststeckte und nur rausgeholt werden musste, ähnlich wie eine Münze. Dass es aber so schlimm wird, hätte ich im Leben nicht erwartet.“ Was der 36-Jährige – wie wohl die meisten Menschen – nicht weiß, ist, dass nicht unbedingt die Batterie selbst das große Problem ist, sondern ihre Wirkweise. Denn steckt die Knopfzelle im feuchten Gewebe der Speiseröhre fest, entsteht ein Stromfluss von sogenannten Hydroxidionen, also negativ aufgeladenen Ionen, die zu schweren Verbrennungen und Verätzungen führen können. Auch bei Anton.

In der Kindernotaufnahme empfängt sie der diensthabende Arzt, lässt gleich Röntgenbilder anfertigen und hält Rücksprache mit Dr. Rüdiger Kardorff. Der 60-Jährige leitet die Sektion Kindergastroenterologie des Klinikums und ist Spezialist für alle Verdauungsorgane vom Hals abwärts. Sofort macht er sich auf den Weg in die Klinik. Für Thomas Schürer und seine mittlerweile hinzugekommene Frau beginnt eine emotionale Achterbahnfahrt.

Nach einem ersten Blick auf die Röntgenbilder sind sie zunächst erleichtert: „Man konnte die Batterie als leuchtend weißen Fleck gut erkennen, weit oben direkt unterhalb des Kiefers. Die bekommen sie bestimmt schnell raus und dann ist alles gut. Haben wir gedacht.“ Doch dann teilen ihnen die Ärzte mit, was das eigentliche Problem ist: der Stromfluss, der das Gewebe schon angegriffen hatte. „Und bei Anton tickte die Uhr. Es galt zu verhindern, dass der Strom Löcher in die Speiseröhre und womöglich in die umgebenden Gewebe brannte“, erklärt Dr. Kardorff.

Denn dann könnten Blutungen entstehen – im schlimmsten Fall sogar aus einer der großen Körperschlagadern – oder Bakterien zum Herzen, der Lunge oder den Blutgefäßen gelangen, die dort nichts zu suchen haben und eine tödliche Sepsis verursachen könnten. Das Team bereitet in Windeseile alles für einen Eingriff vor und schon wenige Minuten später schlummert Anton unter Narkose auf dem Tisch. Dr. Kardorff entfernt die Batterie problemlos und binnen weniger Augenblicke mit Hilfe eines Endoskops, doch die Schäden an der Speiseröhre sind immens, sie ist besonders im oberen Bereich stark geschwollen und Teile des Gewebes sind verbrannt.

Da zu diesem Zeitpunkt noch nicht sicher zu beurteilen ist, wie tief die Schäden gehen oder ob noch Komplikationen auftreten, muss der Pädiater am nächsten Tag erneut spiegeln. Deshalb versetzen die Ärzte den kleinen Jungen in ein künstliches Koma, um ihm zum einen die Aufregung und deine zweite Narkoseeinleitung zu ersparen und ihn zum anderen genauer überwachen zu können. Anton bekommt zudem Medikamente, die der Schleimhautschwellung entgegenwirken und eine Infektion verhindern sollen. Für seine Eltern beginnen bange Stunden, denn noch ist nicht ganz klar, wie stark die Speiseröhre beeinträchtigt ist und ob es Durchbrüche gibt.

„Unseren Sohn im Koma an all den Schläuchen zu sehen, das war wirklich schlimm. Wenige Stunden vorher war noch alles in Ordnung und dann bricht einem plötzlich der Boden weg.“ Thomas Schürers Stimme hört man die Betroffenheit noch immer an. Auch wenn er weiß, dass es nahezu unmöglich ist, Kleinkinder vor allem zu schützen, macht der Gleisbauer sich Vorwürfe, nicht besser aufgepasst zu haben.

„Das werde ich noch lange mit mir tragen, auch wenn wir jetzt Glück im Unglück hatten.“ Denn nach dem zweiten Eingriff am nächsten Tag hat Dr. Kardorff gute Nachrichten. Anton Speiseröhre ist zwar innen stark geschädigt, außen aber intakt. Das heißt, keine Öffnungen Richtung Herz oder Lunge. Vier Tage muss der kleine Kämpfer im Anschluss noch zur Überwachung auf der Intensivstation bleiben, wird über eine Sonde ernährt, da er noch nicht gut schlucken kann. Aber der Anderthalbjährige erträgt an Mamas Seite alles mehr als tapfer und sein Zustand verbessert sich von Tag zu Tag. Die Schwellungen im Halsbereich gehen zurück und er kann langsam aber sicher wieder weiche Nahrung zu sich nehmen.

Nach dem Wechsel auf die Normalstation dauert es nicht lange, und die beiden können nach Hause entlassen werden. In den folgenden Wochen muss Anton noch mehrmals zur Kontrolle in die Klinik, aber bisher verläuft alles gut, auch wenn er noch leichte Probleme beim Schlucken hat. Für Papa Thomas Schürer ist das alles eine große Erleichterung: „Manchmal zeigt er noch auf seinen Hals und sagt ‚Aua’, aber das ist vermutlich eher die Erinnerung als ein akuter Schmerz. Ansonsten ist er fröhlich und ein Sonnenschein wie eh und je.“

Und auch Dr. Kardorff ist optimistisch: „Im Moment sieht es so aus, dass wir wohl gerade noch rechtzeitig gekommen sind, um die ganz schweren Schäden zu verhindern. Man muss nur wissen, dass sich auch nach Wochen und sogar Monaten im Bereich so schwerer Schleimhautverletzungen manchmal noch Narbengewebe bildet, das beim Schlucken hinderlich sein kann.“ Bei manchen Betroffenen ist das dann so ausgeprägt, dass weitere operative Eingriffe notwendig sind, um die Speiseröhre aufzudehnen. „Ich vermute und hoffe allerdings, dass dem kleinen Anton das erspart bleibt.“  

*Namen geändert  

Kleiner Patient und Pflegekraft

 
Was tun, wenn das Kind einen Gegenstand verschluckt

So gut Eltern auch aufpassen, Babys und Kleinkinder sind wahre Meister darin, sich harmlose wie unheilbringende Dinge in Sekundenschnelle in den Mund zu stecken, denn sie erschließen sich die Welt auch über den Geschmack und das Tasten mit der Zunge. Im schlimmsten Fall verschlucken sie die Gegenstände dann sogar oder atmen sie ein. Welche Dinge meist harmlos sind und wann Eltern schnell handeln müssen:

·         Münzen
Beim Spitzenreiter unter den verschluckten Gegenständen, den Münzen, geht es in den meisten Fällen gut aus. Sie wandern in der Regel problemlos durch die Verdauungsorgane und werden am Ende wieder ausgeschieden. Größere Münzen können allerdings, wie die Batterie im beschriebenen Fall, in der Speiseröhre stecken bleiben.
Dann müssen sie ebenfalls rasch im Rahmen einer Speiseröhrenspiegelung entfernt werden, die Komplikationsgefahr ist aber geringer als bei einer Batterie. Münzen im Magen machen zunächst fast nie Probleme; sie werden ohne notfallmäßige Eile bei einer Magenspiegelung entfernt, wenn sie für mehr als einige Tage im Magen liegen bleiben.

·         Batterien
Gefährlich wird es, wie oben beschrieben, wenn Batterien den Hals hinunterwandern. Vor allem die großen, flachen Knopfzellen mit einem Durchmesser von rund zwei Zentimetern oder mehr sind tückisch. Sie stecken oft in Uhren, Thermometern oder Fernbedienungen. Meist haben die Knopfzellen eine Spannung von 3 Volt und sind aus Lithium hergestellt.

Bleibt die Knopfzelle in der Speiseröhre stecken, entsteht ein Stromfluss und dadurch kann es sehr schnell zu schweren Schäden kommen, die sich gefährlich rasch in die Umgebung ausdehnen - ein echter Notfall. Einmal im Magen gelandet, ist weniger der Strom das Problem: Durch die ätzende Magensäure können Batterien undicht werden und Quecksilber oder ähnliche gefährliche Stoffe verlieren. Wenn Eltern also bemerken, dass ihr Kind eine Batterie verschluckt hat, ist allerhöchste Eile geboten.

Das Kind muss sofort ins Krankenhaus. Tierversuche zeigen übrigens, dass ein Esslöffel Honig alle 10 Minuten als Erste-Hilfe-Maßnahme auf dem Weg zum Krankenhaus zumindest den Stromfluss abschwächen kann. Diese Maßnahme aber nur bei Kindern über einem Jahr anwenden, jüngere Kinder dürfen noch keinen Honig zu sich nehmen.

·         Magnete
Wegen der zunehmenden Verbreitung von Magnetspielzeug, insbesondere in Form von Kugeln, haben Notfälle durch deren Verschlucken in jüngster Zeit stark zugenommen. Eine einzelne Magnetkugel ist meist nicht gefährlich, aber wenn das Kind mehrere Magnete verschluckt, ziehen sich diese an, auch über Darmwände hinweg. Das kann zu Durchbrüchen oder Entzündungen führen. Eine Entfernung mittels Magenspiegelung sollte daher so schnell wie möglich erfolgen, bevor die Magnete in den Darm weiterrutschen und dort womöglich nur noch durch eine Operation entfernbar sind.


·         Metallische (oder andere) Gegenstände
Hier kommt es auf die Form und Größe an, etwa, ob ein Gegenstand Spitzen, scharfe Kanten oder ähnliches aufweist, was den Verdauungstrakt verletzen kann. Nach einem Röntgenbild müssen Ärzte im Krankenhaus entscheiden, ob man abwarten kann oder versucht werden muss, den Fremdkörper zu entfernen.  

WICHTIG
Gut gemeinte Versuche, verschluckte Fremdkörper selbst aus dem Kind zu entfernen (z.B. durch Nachfassen im Rachen, Auslösen von Erbrechen, Zusammendrücken von Brustkorb oder Oberbauch) können gefährlich sein. Mediziner raten, auf solche Maßnahmen grundsätzlich zu verzichten. Für die Behandler im Krankenhaus ist es zudem hilfreich, den verschluckten Gegenstand möglichst genau beurteilen zu können. Daher sollte man einen entsprechenden Vergleichsgegenstand, sofern vorhanden, immer mit in die Klinik bringen.  


Studie: Auf deutschen Intensivstationen fehlen bis zu 50.000 Pflegekräfte

Duisburg, 1. Juni 2022 - Bundesweit fehlen bis zu 50.000 Vollzeitkräfte in der Intensivpflege der Krankenhäuser. Eine einfache Lösung des Problems ist nicht in Sicht. Gerade deshalb muss die Politik in Bund und Ländern endlich handeln. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue, von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie des Gesundheitssystemforschers Prof. Dr. Michael Simon.*

Die Lage auf den Intensivstationen deutscher Krankenhäuser ist besonders angespannt: Pflegekräfte sind chronisch überlastet. Es gibt zu wenig Personal. Die seit langem bestehenden Probleme wurden durch die Corona-Pandemie noch verschärft – und gerieten in den Blick einer breiteren Öffentlichkeit. Wie groß der Personalmangel tatsächlich ist, wo die Ursachen des Problems liegen, und welche Schritte Politik und Krankenhausbetreiber zu einer Lösung machen müssen, zeigt Simons neue Untersuchung. Darin hat er den bundesweiten Bedarf an Pflegepersonal auf Intensivstationen anhand von Daten der Krankenhausstatistik, die bis zum Jahr 2020 vorliegen, sowie des Intensivregisters berechnet.

„Es besteht dringender Handlungsbedarf“, lautet sein Urteil. Unterbesetzung und Arbeitsüberlastung seien „eine Gefahr für die Gesundheit der Patienten und auch für die Gesundheit des Pflegepersonals auf Intensivstationen“. In deutschen Krankenhäusern gab es 2020 knapp 28.000 Intensivbetten, von denen durchschnittlich circa 21.000 belegt waren. Die Zahl der Pflegekräfte in diesem Bereich entsprach etwa 28.000 Vollzeitäquivalenten. Unter Fachleuten und in der medialen Berichterstattung hält sich die Einschätzung, dass bundesweit ungefähr 3000 bis 4000 Pflegefachkräfte in Vollzeit fehlen.

Diese Zahlen sind allerdings abgeleitet von den Stellenplänen der Krankenhäuser, die wiederum von der wirtschaftlichen Situation abhängen. Ein Krankenhaus, das gezwungen ist, Kosten zu sparen, kürzt den Stellenplan. Das wahre Ausmaß des Personalmangels wird dadurch gar nicht sichtbar. Folgt man nicht nur wirtschaftlichen Kriterien bei der Berechnung, gehe die Unterbesetzung „weit über die bisher diskutierte Zahl“ hinaus, schreibt Simon. Empfehlungen der Fachgesellschaft und gesetzliche Untergrenze als Maßstäbe Zwar gibt es für die Intensivpflege zurzeit kein verbindliches Verfahren der Personalbedarfsermittlung, wohl aber die Empfehlungen der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI).

Seit 2019 gibt es zudem eine bundesweit geltende Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung (PpUGV), die Mindestbesetzungen auch für Intensivstationen vorgibt. Mit diesen Maßstäben rechnet Simon und kommt zu folgenden Ergebnissen:
- Nach der PpUGV wären für 21.000 Intensivbetten bundesweit 50.800 Vollzeitkräfte erforderlich – deutlich mehr als die vorhandenen 28.000. Um die Pflegepersonaluntergrenzen einhalten zu können, wäre also eine Verdoppelung des gegenwärtigen Personalbestandes notwendig.  
- Um die Empfehlungen der DIVI zu erfüllen, bräuchte es sogar 78.200 Vollzeitkräfte. Daraus ergibt sich für das Jahr 2020 eine Unterbesetzung von 50.000. Um die auszugleichen, wäre eine Verdreifachung des Personalbestandes nötig. Oder anders ausgedrückt:
- Mit dem aktuellen Personalbestand dürften nach Vorgaben der PpUGV nur 11.700 der 28.000 Intensivbetten genutzt werden.

Folglich müssten circa 60 Prozent der vorhandenen Betten „gesperrt“ werden. Dass Betten nicht mit Intensivpatientinnen oder -patienten belegt werden, passiert im kleineren Rahmen einzelner Kliniken schon jetzt häufig, wenn akut Personal fehlt.  
Legt man die Empfehlungen der DIVI zugrunde, wären angesichts der aktuellen Personallage sogar nur rund 7500 Intensivbetten belegbar. Rund 75 Prozent der vorhandenen Betten dürften folglich nicht belegt werden. Vermutlich liegt die Zahl der Pflegekräfte inzwischen sogar noch niedriger als 2020, weil es während der Pandemie zahlreiche Kündigungen gab, analysiert Simon.

So ergab eine Umfrage des Deutschen Krankenhausinstituts, dass im Herbst 2021 in mehr als zwei Dritteln der befragten Krankenhäuser weniger Intensivpflegepersonal tätig war als noch Ende 2020. Daher hatte ein Viertel der Krankenhäuser einen Teil ihrer Intensivbetten gesperrt. Diese Entwicklung zeigt sich auch in den Daten des Intensivregisters. Das Intensivregister wurde kurz nach Ausbruch der Corona-Pandemie im März 2020 eingerichtet und erfasst seitdem zentrale Daten der intensivmedizinischen Versorgung in Krankenhäusern.

Ende Dezember 2020 meldeten die Krankenhäuser bundesweit 26.700 belegbare Intensivbetten, von denen 22.000 belegt waren. Anfang April 2022 wurden nur noch 24.400 Intensivbetten gemeldet, von denen 20.600 belegt waren. Die Zahl der Intensivbetten ist somit um knapp 9 Prozent geschrumpft und die der tatsächlich belegten Betten um knapp 7 Prozent. „Zwar können Bettensperrungen kurzfristig eine Entlastung für das Pflegepersonal bewirken, das grundsätzliche Problem der massiven Unterbesetzung können sie nicht lösen“, so der Experte.

Personalmangel auf Intensiv- und Normalstationen angehen
Im internationalen Vergleich verfügt Deutschland über viele Intensivbetten. Während im Durchschnitt der OECD-Länder circa 12 Intensivbetten pro 100.000 Einwohner vorgehalten werden, sind es in Deutschland 34. Vergleichbare europäische Länder kommen sogar mit weniger als 10 Intensivbetten pro 100.000 Einwohner aus. So liegt die Intensivbettendichte in Norwegen bei 8,5 und in Dänemark bei 7,8. Das vergleichsweise große Angebot an Intensivplätzen hat in der Corona-Pandemie dabei geholfen, Schlimmeres zu verhindern, es wird aber von manchen Politikern und Experten kritisch betrachtet. 

„Es wäre jedoch verfehlt, einfach nur eine drastische Reduzierung der Zahl der Intensivbetten zu fordern und anzunehmen, damit könne das Problem gelöst werden“, schreibt Simon. Da die Intensivstationen offensichtlich ausgelastet und vielfach sogar überlastet sind, sei davon auszugehen, dass es einen entsprechenden Bedarf gibt. Der Experte sieht vor allem die Bundesregierung in der Pflicht: Der Bund könne die intensivmedizinische Versorgung durch Änderungen der PpUGV, die von Fachleuten seit langem geforderte Einführung eines von allen zugelassenen Krankenhäusern verbindlich anzuwendenden Verfahrens zur Personalbedarfsermittlung, eine Umgestaltung des Intensivregisters und Änderungen der Krankenhausfinanzierung verbessern. Außerdem dürfe man das Problem der Intensivstationen nicht isoliert betrachten.

Viele Probleme würden auf die Intensivstationen ausgelagert, da auch die Normalstationen „seit mehr als 30 Jahren unterbesetzt“ seien. Ob Patientinnen und Patienten von einer Normalstation auf eine Intensivstation oder von dort wieder zurückverlegt werden können, sei in hohem Maße auch davon abhängig, wie gut Normalstationen besetzt sind. Die Lage könne sich nur verbessern, wenn der Pflegenotstand insgesamt angepackt wird. „Ankündigungen“ im Koalitionsvertrag der Ampelkoalition machten zwar Hoffnungen, dass die Regierung „bereit ist, ein konsequentes und wirksames System zur Sicherstellung und Überwachung einer bedarfsgerechten Personalbesetzung“ in Angriff zu nehmen, attestiert der Forscher.

Doch das müsse konsequent und zügig auch umgesetzt werden. „Werden nicht sehr bald Maßnahmen ergriffen, durch die eine für die Pflegekräfte direkt spürbare und nachhaltig wirkende Entlastung erreicht wird, droht eine weitere Verschlechterung“, schreibt der Experte. Dann würden mehr Pflegekräfte aufgrund chronischer Arbeitsüberlastung, wachsender Unzufriedenheit und tiefer Enttäuschung über die Untätigkeit der Politik kündigen und ihren Beruf verlassen.
 

Tag der Apotheke am 7. Juni
50 Jahre Krankenhausapotheke im Evangelischen Krankenhaus Duisburg-Nord

Duisburg, 31. Mai 2022 - Im Untergeschoss des Evangelischen Krankenhauses Duisburg-Nord in Fahrn befindet sich ein Herzstück des Klinikbetriebs: die eigene Krankenhausapotheke. „Wir sind das Rädchen im Klinikalltag, das kaum einer der Patientinnen und Patienten kennt“, sagt Leiter Dr. Andreas Grzesiok - Foto EVKLN) -, Fachapotheker für Klinische Pharmazie. Vor dem Tag der Apotheke, am 7. Juni, gewährt er Einblicke in den Bereich, der für den Verbund Evangelisches Klinikum Niederrhein und BETHESDA Krankenhaus zuständig ist.

Die Krankenhausapotheke versorgt mit 22 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern alle fünf Verbundstandorte in Duisburg, Dinslaken und Oberhausen mit zum Teil selbst hergestellten Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln.


Herstellung von Krebsmedikamenten unter hohen Sicherheitsanforderungen
Im Unterschied zu vielen öffentlichen Apotheken verfügt die Krankenhausapotheke über einen Reinraumbereich für sterile Arzneimittel, in dem unter anderem Zytostatika-Infusionen hergestellt werden.
Zytostatika sind in der Lage das Zellwachstum von Tumorzellen zu stoppen und werden deshalb in der Krebstherapie eingesetzt. „Für jede Krebspatientin und jeden Krebspatienten stellen wir individuell dosierte Infusionslösungen der benötigten Zytostatika her. Dazu erhalten wir vom behandelnden Arzt Anforderungen, die auch Daten über Diagnose, Körpergröße, Gewicht und Laborwerte des Patienten enthalten. Diese Daten bilden die Grundlage für die individuelle Dosis des verordneten Zytostatikums“, erklärt Dr. Andreas Grzesiok.


Da es sich bei Zytostatika um hochwirksame Arzneimittel handelt, erfolgt die Herstellung in einem speziell abgetrennten Teil des Reinraumbereiches. Die eigentliche Zubereitung erfolgt unter speziellen Sicherheitswerkbänken, die zum einen die Herstellung einer sterilen Zytostatika-Infusionslösung ermöglichen, und zum anderen die herstellenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor dem Kontakt mit diesen hochwirksamen Arzneimitteln schützen. Die einzelnen Bereiche sind durch Schleusen für Personal und Material voneinander getrennt. Mehrfach ziehen sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sogenannte Reinraumkleidung aus fusselfreiem Material über.

„Bis alles für die Herstellung vorbereitet ist, kann das durchaus bis zu 45 Minuten dauern. Man überlegt sich deshalb ganz genau, ob alles Notwendige beisammen ist. Wenn man zurückgehen muss, wiederholt sich das komplette Umkleiden“, so Dr. Andreas Grzesiok. Damit keine Partikel oder Keime die hergestellten Medikamente verunreinigen, wird die Raumluft durch Filter gereinigt und von Partikelsensoren überwacht. Zusätzlich sind die Räume unterschiedlich überdruckbelüftet. Durchschnittlich werden pro Tag ca. 50 Zytostatika-Infusionen hergestellt.


Ebenfalls unter sterilen Bedingungen werden in einem separaten Bereich Augenarzneimittel und Mischbeutel mit parenteraler Ernährung für die Kinderkardiologie im Herzzentrum in Meiderich angefertigt. „Außerdem stellen wir für die Kinderkardiologie auch Medikamente in kindgerechter Dosierung her. Arzneimittel speziell für herzkranke Kinder gibt es wenige am Markt, weil sich das für die Hersteller mengenmäßig nicht lohnt“, erläutert Dr. Andreas Grzesiok.
In allen Herstellungsbereichen gilt die Kontrolle nach dem 4-Augen-Prinzip, um höchste Qualität und Sicherheit zu gewährleisten. Darüber hinaus erfolgen unangekündigte Überprüfungen durch die Amtsapothekerin, die per Zufall ausgewählte Proben zur Analyse an das Landeszentrum Gesundheit NRW in Münster schickt.

Seit 2016 verfügt die Apotheke über ein Qualitätsmanagement-System nach DIN EN ISO 9001, das durch die Apothekerkammer Nordrhein zertifiziert wurde. 2019 konnte die Rezertifizierung erfolgreich durchgeführt werden.


Lieferung von bis zu 1.500 Medikamentenpackungen pro Tag
Im Zuge der Erweiterung des Klinikverbunds sind auch die Liefermengen benötigter Fertigarzneimittel gestiegen. Allein die Lieferung verschreibungspflichtiger Medikamente umfasst ca. 1.500 Packungen pro Tag. Seit Anfang 2019 müssen alle verschreibungspflichtigen Medikamente einer Echtheitsprüfung unterzogen werden. Das geschieht durch Scannen eines QR-Codes.


„Damit sichern wir uns gegen Fälschungen. Wir beziehen zwar, bis auf wenige Ausnahmen, direkt vom Hersteller, sind aber trotzdem verpflichtet, jede Packung zu überprüfen“, betont Dr. Andreas Grzesiok. Das Warenlager der Krankenhausapotheke unterscheidet sich dabei grundlegend von dem einer öffentlichen Apotheke: Während eine öffentliche Apotheke einen Wirkstoff von vielen Herstellern in geringen Mengen bezieht, beschränkt sich die Krankenhausapotheke bei jedem Wirkstoff auf große Mengen von einem einzigen Hersteller.


„Wir achten besonders darauf, dass unsere Vorräte in wichtigen Bereichen, wie der Intensivmedizin, sehr groß sind. Lieferausfälle kommen auch bei uns inzwischen häufig vor. Wir konnten diese aber bisher immer mit unseren Vorräten oder Alternativen ausgleichen“, erklärt Dr. Andreas Grzesiok. Seit 1997 ist er in der Krankenhausapotheke tätig, seit 2013 leitet er sie: „Krankenhauspharmazie ist ein sehr vielfältiges Betätigungsfeld für Apotheker. Egal ob Organisation, Herstellung oder Beratung. Es ist schön, wenn Ärzte oder Pflegekräfte mit speziellen Fragen zur Arzneimitteltherapie zu uns kommen und wir dann mit der Beantwortung der Frage oder der Bereitstellung eines Medikamentes dem Patienten helfen konnten“, sagt Dr. Andreas Grzesiok.

Rufbereitschaft rund um die Uhr
In einigen Fällen konnte die Apotheke, auch durch die Rufbereitschaft, die rund um die Uhr an 365 Tagen geleistet wird, die Ärzte und Pflegekräfte in akuten Notsituationen unterstützen: Während einer Rufbereitschaft am Wochenende meldete sich die Kinderintensivstation des Herzzentrums. Dort wurde ein Kind mit einer Methämoglobinämie aufgenommen. Dabei ist das Blut, ausgelöst zum Beispiel durch eine Vergiftung, nicht mehr in der Lage ausreichend Sauerstoff zu transportieren. Ein äußeres Zeichen ist eine Blaufärbung der Haut.

In der Krankenhausapotheke ist für die Behandlung ein entsprechendes Gegenmittel vorhanden. Bereits auf dem Weg zur Apotheke orderte der diensthabende Apotheker einen Kurierfahrer, dem sofort das Gegenmittel aus der Apotheke übergeben werden konnte, um das Medikament ohne Zeitverlust ins Herzzentrum zu bringen. „Die Intensivschwester meinte hinterher, dass sich schon beim Verabreichen des Medikamentes die Hautfarbe des Kindes verändert und der Zustand wieder stabilisiert hat“, erinnert sich Dr. Andreas Grzesiok.

Mit der hauseigenen Krankenhausapotheke gewährleistet der Verbund Evangelisches Klinikum Niederrhein und BETHESDA Krankenhaus eine Patientenversorgung auf höchstem Niveau. Sie feiert ebenso wieder der Verbundstandort Evangelisches Krankenhaus Duisburg-Nord dieses Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Zum Verbund gehören: das Evangelische Krankenhaus Duisburg-Nord, das Herzzentrum Duisburg, das Johanniter Krankenhaus Oberhausen, das Evangelische Krankenhaus Dinslaken und das BETHESDA Krankenhaus. www.evkln.de Der Tag der Apotheke, am 7. Juni 2022, ist ein bundesweiter Aktionstag. Initiiert durch die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände zielt er darauf ab, über Funktion und Aufgaben der Apotheken vor Ort im deutschen Gesundheitssystem zu informieren.

 

So schützen Sie Ihr Kind vor Sonnenschäden!  

Hamburg/Duisburg, 27. Mai 2022 - Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ e.V.) weist darauf hin, dass im Sommer die Sonne mit ihrer hohen Strahlenintensität bei ungeschützter Haut leicht zu Sonnenbrand führen kann und damit das Risiko für späteren Hautkrebs erhöht. Kinder sollten daher keinen Sonnenbrand bekommen!  

„Kinder sollen an die frische Luft, draußen toben und spielen“, aber ihre Haut muss durch Kleidung und geeigneten Sonnenschutz an den unbekleideten Körperstellen geschützt werden (Kopf, Gesicht, Ohrmuscheln, Hände, Arme, Beine). Kinder sollten mit einer Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30 eingecremt werden. Die speziellen Kindersonnencremes sollten mineralische Sonnenschutzfilter nutzen: Zinkoxid oder Titandioxid – Mikropigmente, die sich wie eine Barriere auf die Haut legen und nicht absorbiert werden.

Für Kinder ungeeignet sind Cremes mit den chemischen UV-Filtersubstanzen Filtersubstanzen Ethylhexyl-Methylzinnamat (EHMC) oder Octocrylen, die von der Haut resorbiert werden und möglicherweise gesundheitliche Schäden verursachen können“, so Dr. Charlotte Schulz, Sprecherin der Hamburger Kinder- und Jugendärzt:innen. Es ist wichtig, ausreichend Creme oder Lotion zu verwenden und mindestens zweimal täglich, nach dem Baden auch öfter, einzucremen, Charlotte Schulz: „Die Anwendung von Sonnenschutzmitteln darf allerdings nicht dazu führen, dass der Aufenthalt in der prallen Sonne verlängert wird“.

Je nach Alter und Hautempfindlichkeit des Kindes sind ein bis zwei Stunden die Höchstgrenze, so Charlotte Schulz weiter. Am besten sollte die intensive Mittagssonne gemieden werden! Kindersonnenbrillen und Kopfbedeckungen, die auch die Nackenpartie schützen, können ergänzend genutzt werden. Ganz wichtig: Der beste Sonnenschutz für Kinder unter einem Jahr ist die Vermeidung der direkten Sonneneinstrahlung.   

 

STIKO empfiehlt COVID-19-Impfung der 5- bis 11-jährigen Kinder

24. Mai 2022 - Gemeinsame Presseinformation von Deutscher Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Deutscher Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) und Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat nach sorgfältiger Abwägung der Krankheitslast durch COVID-19, der Belastung durch die pandemiebedingten Restriktionen, der Impfeffektivität und der möglichen Komplikationen einer SARS-CoV-2-Impfung eine generelle Impfempfehlung für 5- bis 11-jährige Kinder ausgesprochen. Die Empfehlung gilt für Kinder mit intaktem Immunsystem und zunächst für die einmalige Impfung.  

Die wissenschaftlichen Fachgesellschaften der Kinder- und Jugendmedizin und der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte begrüßen und unterstützen diese heute erschienene Impfempfehlung ausdrücklich, da sie vorausschauend - über die gegenwärtige Situation hinaus - die weitere Entwicklung der Pandemie berücksichtigt.  

In Deutschland geht man davon aus, dass sich die Mehrheit der Kinder mit Omikron infiziert hat. Über die Schutzdauer nach durchgemachter Omikron-Infektion liegen allerdings noch keine Daten vor. Mehrere Studien haben jedoch gezeigt, dass der Immunschutz vor erneuter Infektion bei Personen, die eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben und anschließend eine Dosis mit einer mRNA-Impfstoffdosis erhalten hatten, deutlich besser ist als der Schutz nach alleiniger SARS-CoV-2-Infektion.  

Ziel der Impfempfehlung ist mit Blick auf den kommenden Herbst insbesondere der Aufbau einer SARS-CoV-2-Basisimmunität bzw. Hybridimmunität auch bei Kindern im Grundschulalter; darüber hinaus geht es um die Vermeidung von den sehr seltenen, durch eine Corona-Erkrankung oder deren Folgen bedingten Krankenhausaufenthalten. Zudem soll auch das Risiko für immunologische Folgeerkrankungen nach der Infektion weiter reduziert werden.

Besonders wichtig aus Sicht der Kinder- und Jugendmedizin ist die Verminderung der indirekten Folgen einer Infektion wie Isolation und Quarantäne. Auch wenn dies nicht der Verhinderung der primären Krankheitslast dient, waren die psychologischen und psychosomatischen Auswirkungen dieser Maßnahmen während der Corona-Pandemie für Kinder und Jugendliche, wie zahlreiche Untersuchungen gezeigt haben, so belastend, dass es notwendig und angemessen erscheint, dies zukünftig mit allen Mitteln zu verhindern.  

DGKJ, DGPI und BVKJ vertreten mit Nachdruck auch die Forderung der STIKO, dass der Zugang von Kindern und Jugendlichen zur Teilhabe an Bildung, Kultur und anderen Aktivitäten des sozialen Lebens nicht vom Vorliegen einer Impfung abhängig gemacht werden darf.   Die STIKO prüft kontinuierlich die auswertbaren Daten zur Sicherheit des Impfstoffes sowie die erwarteten Effekte einer breit angelegten Impfstrategie in der Altersgruppe auf den Verlauf der Pandemie in der Gesellschaft und passt ihre Empfehlungen entsprechend an.
Epidemiologisches Bulletin 21/2022 (rki.de)

Ehefrau rettet ihrem Mann mit Laien-Reanimation das Leben   

Duisburg, 11. Mai 2022 - Es ist ein ganz normaler Abend für Natascha und Christian Adams: Beide sind nach der Arbeit zu Hause und verbringen nach dem Essen gemeinsam Zeit vor dem Fernseher. Irgendwann steht Christian Adams auf, um am Wohnzimmertisch noch einmal Mails zu checken. Wenige Minuten später hört seine Frau, wie er plötzlich zu röcheln beginnt. Und sieht ihn leblos zu Boden sinken. Natascha Adams reagiert blitzschnell und intuitiv richtig: Trotz ihrer eigenen Panik bringt sie ihren Mann in die stabile Seitenlage und wählt sofort die Nummer des Notrufs.  

Der Mitarbeiter in der Leitstelle stellt die entscheidende Frage: „Trauen Sie sich zu, Ihren Mann zu reanimieren, bis wir vor Ort sind?“. Natascha Adams Antwort: „Ja. Wenn Sie mir sagen, wie…“. Unter der Anleitung des Fachmanns beginnt sie mit der Laien-Reanimation. 15 Minuten lang hält sie so ihren Mann am Leben, bis es endlich an der Tür klingelt und der Notarzt übernimmt.

„Ich habe während dieser Zeit, die mir wie eine Ewigkeit vorgekommen ist, einfach nur versucht, Ruhe zu bewahren. Und gehofft, dass mein Mann bei mir bleibt.“, sagt Frau Adams rückblickend. Aber auch nach dem Eintreffen der Rettungskräfte bleibt Christian Adams Zustand kritisch: Mehrere Male kommt der Defibrillator zum Einsatz. Dann, nach mehr als einer halben Stunde, ist der 53-jährige transportfähig. Im Krankenhaus gelingt es in der Nacht, Christian Adams zu stabilisieren. Die gute Nachricht: Dank des beherzten Eingreifens seiner Ehefrau hat er keine Hirnschädigungen oder sonstige Organschäden davongetragen.

Die Diagnose der behandelnden Ärzte lautet dilatative Kardiomyopathie, eine Herzmuskelerkrankung, durch die es zu einer Erweiterung der Herzkammern kommt. Die Folge bei dem Patienten: Ein funktioneller Herzstillstand mit Kammerflimmern. Am nächsten Tag wird Christian Adams ins Herzzentrum Duisburg nach Meiderich verlegt. Dort beginnen die Spezialisten der Herzchirurgie um Professor Dr. Jochen Börgermann mit ihrer Arbeit: Nach einer Herzklappen-OP und der Versorgung mit einem externen Herzunterstützungssystem (ECLS = Extracorporeal Life Support) stellt sich heraus, dass das Organ des 53-jährigen zu angegriffen ist, um weiterhin selbständig arbeiten zu können. Deshalb wird Christian Adams ein Herzunterstützungssystem (sog. „Kunstherz“) implantiert.

Danach nimmt seine Genesung Fahrt auf. Sieben Wochen nach dem Herzstillstand hat sich der Zustand des Patienten so weit gebessert, dass er in den kommenden Tagen das Herzzentrum verlassen und eine Reha-Behandlung beginnen kann. Und wenn ein passendes Spenderorgan gefunden ist, soll dieses das geschädigte Herz in seiner Brust dauerhaft ersetzen.   Wenn Christian Adams an die vergangenen Wochen zurückdenkt, weiß er genau, wem er diese ungemein positive Entwicklung zu verdanken hat: „Ich kann meiner Frau nur dankbar sein. Wenn sie nichts getan hätte, wäre das mein Tod gewesen. Und natürlich danke ich den Rettungssanitätern, den Ärzten und allen anderen, die sich um mich gekümmert haben. Jetzt konzentriere ich mich auf unsere Zukunft. Denn: Ich lebe noch!“  

Dr. Michael Schönbrodt, Leitender Oberarzt der Herzchirurgie am Herzzentrum Duisburg, fügt hinzu: „Wir alle haben Frau Adams für ihren Mut und ihre Abgeklärtheit beglückwünscht. Bei ihrem Mann haben wir wirklich einen optimalen Verlauf – alle Glieder einer langen Kette haben ineinander gegriffen und funktioniert. Herr Adams hat jetzt die Chance, mit seiner Erkrankung noch viele Jahre zu leben.“

Für Prof Dr. Jochen Börgermann ist die Geschichte von Natascha und Christian Adams ein klares Plädoyer für die Laien-Reanimation: „Ohne das Eingreifen seiner Frau hätte Herr Adams wohl keine Chance gehabt. Das zeigt einmal mehr: Mit allem, was man in einem solchen Fall tut, erhöht man die Chance, das Leben eines Menschen zu retten. Das sollte jedem bewusst sein, der einmal in eine solche Situation kommt. Bei Herrn Adams sind der Mut und die Geistesgegenwart seiner Frau wirklich lebensrettend gewesen!“            

Christian und Natascha Adams zusammen mit dem Team des Herzzentrums Duisburg (v.l. Prof. Dr. Jochen Börgermann (Chefarzt Herzchirurgie), Dr. Bastian Huschens (Leitender Oberarzt Anästhesiologie/Intensivmedizin), Rositta Bentgens (Fachkrankenschwester), Dr. Michael Schönbrodt (Leitender Oberarzt Herzchirurgie) - Foto: EVKLN

 

„Eine Geburt verliert nie ihren Zauber“

Duisburg, 7. Mai 2022 - Dr. Alejandro Corral übernimmt am 1. Juni die Leitung der Frauenklinik am Helios Klinikum Duisburg. Die Schwerpunkte des erfahrenen Mediziners liegen vor allem auf der Behandlung von gynäkologischen Tumorerkrankungen und der speziellen Geburtsmedizin.   Egal wie viele Berufsjahre vergehen, für Dr. Alejandro Corral ist seine Arbeit im Kreißsaal und auf der Wöchnerinnenstation immer von einer besonderen Stimmung umgeben: „Eine Geburt verliert nie ihren Zauber, auch wenn man es schon zigmal erlebt hat. Neues Leben auf die Welt zu bringen, ist und bleibt etwas grundlegend Besonderes.“


Der 42-Jährige weiß, wovon er spricht. Schon über 4000 Geburten begleitete er in seiner Zeit als Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, unter anderem in Mönchengladbach, Oberhausen und zuletzt am Helios Universitätsklinikum Wuppertal, wo er als leitender Oberarzt in der Landesfrauenklinik tätig war. Nun übernimmt der gebürtige Südamerikaner zum 1. Juni die Position des Chefarztes der Duisburger Frauenklinik an der Helios St. Johannes Klinik. Den Staffelstab übergibt Prof. Dr. Michael Friedrich, der die Abteilung in den letzten zwei Jahren parallel zu seiner Klinik in Krefeld geführt hatte.

„Das Team hier hat mit großem Einsatz in den letzten Jahren schon viel erreicht, unter anderem eine pränataldiagnostische Sprechstunde auf hohem Niveau und Kooperationen mit niedergelassen Kollegen. Auf diesem ‚gutem Nährboden‘ gebe ich den Stab gerne in gute Hände weiter.“   Die Schwerpunkte von Alejandro Corral liegen vor allem im Bereich der gynäkologischen Onkologie und der speziellen Geburtshilfe, dafür verfügt der Mediziner unter anderem über verschiedene Ultraschall-Qualifikationen (DEGUM I und II) und Weiterbildungen im Bereich der gynäkologischen Endoskopie sowie als DaVinci-Konsolenchirurg.

In Duisburg möchte der zweifache Vater nun vor allem den Bereich der speziellen Geburtshilfe – etwa die Betreuung von Risiko- und Mehrlingsschwangerschaften – sowie die umfassende Therapie bei Tumoren der Gebärmutter und Eierstöcke sowie bei Brustkrebs im Rahmen eines zertifizierten Krebszentrums weiter ausbauen. Auch die robotische Chirurgie soll dabei eine wesentliche Rolle spielen.
Dabei steht Alejandro Corral zukünftig ein vollständig besetztes, kompetentes und motiviertes Team zur Seite. Steigende Geburten- und Patientenzahlen zeigen die konstant gute Arbeit der letzten Jahre am Standort in Alt-Hamborn, auf deren Basis der neue Chefarzt die gynäkologische Versorgung in Duisburg vorantreiben will. Auch die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Gynäkolog:innen vor Ort sowie mit den ärztlichen Kolleg:innen anderer Fachdisziplinen im Haus liegen dem Neuzugang am Herzen.

 „Medizin ist immer eine Teamleistung und für das beste Ergebnis wollen und müssen wir eng mit den Kolleginnen und Kollegen anderer Abteilungen zusammenarbeiten, etwa aus der Pädiatrie und der Onkologie. Darauf und auf die Weiterentwicklung der Abteilung freue ich mich von Herzen.“   Aufgewachsen ist Alejandro Corral in Ecuador, ging dort auf eine deutsche Schule und studierte Humanmedizin an der Päpstlichen Katholischen Universität von Quito.

Nach seiner Promotion wechselte er 2005 nach Deutschland und absolvierte seinen Facharzt im Evangelischen Krankenhaus Oberhausen, wo er auch bis 2015 als Oberarzt blieb. Nach Stationen in Dinslaken und Mönchengladbach wechselte er 2020 an die Uniklinik Wuppertal.

 

Inner Wheel Club spendet Herzkissen für Brustkrebspatientinnen

Duisburg, 4. Mai 2022 - Mittlerweile zum 12. Mal in Folge und rechtzeitig zum Muttertag übergibt die Frauenorganisation Inner Wheel Duisburg ihre selbstgenähten Herzkissen an die Helios St. Anna Klinik in Duisburg. Insgesamt wurden 120 Herzkissen mit Drainagetaschen gespendet.  

Die Herzkissen helfen Brustkrebspatientinnen nach der OP, da sie durch ihre Form optimal unter die Achseln passen und den Druck-, Lager- und Wundschmerz lindern. Außerdem sind die bunten Herzkissen ein Zeichen der Hoffnung und ein treuer Begleiter der Patientinnen nach der Operation.   Unterstützung bekommt der Inner Wheel Club bereits langjährig durch die Bettwaren-Firma f.a.n. frankenstolz in Form von qualitativ hochwertigem Füllmaterial. Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen, jedoch werden Diagnose und Heilungschancen immer besser. Aber auch Männer können an dieser Form des Krebses erkranken.

Das Brustzentrum der Helios St. Anna Klinik, geleitet von Dr. Mahdi Rezai (3. v.l.), freut sich über die bunten Herzkissen des Inner Wheel Clubs Duisburg, vertreten durch Margit Burgbacher (1. v.l.) und Ruth Stromberg (4. v.l.)


5. Mai Tag des herzkranken Kindes
Experten des Kinderherzzentrums am Herzzentrum Duisburg machen Mut

Duisburg, 3. Mai 2022 - In Deutschland kommt etwa jedes 100. Kind mit einem Herzfehler auf die Welt. Für die Eltern ist diese Diagnose ein Schock und mit großen Ängsten verbunden. Wenn sie dann noch ihr erst wenige Wochen altes Baby operieren lassen müssen, ist das ein schwerer Schritt. Das Kinderherzzentrum im Herzzentrum Duisburg (HZD) in Meiderich ist spezialisiert auf die Behandlung angeborener Herzfehler - auch bei kleinsten Patienten.


Anlässlich des Tag des herzkranken Kindes am 5. Mai klären Dr. med. Gleb Tarusinov, Chefarzt der Klinik für Kinderkardiologie - Angeborene Herzfehler und Dr. med. Michael Scheid, Chefarzt Sektion Kinderherzchirurgie und Chirurgie angeborener Herzfehler über Möglichkeiten der Behandlung auf. „Kinder mit Herzfehler werden öffentlich nicht richtig wahrgenommen. Dem herzkranken Kind sieht man nicht unbedingt an, dass es Beschwerden hat und leidet. Das Herz sieht man ja nicht. Dieser Tag ist deshalb sehr wichtig, um darauf hinzuweisen, dass es diese Kinder gibt, aber auch um Mut zu machen“, erklärt Chefarzt Dr. med. Michael Scheid. Er ist spezialisiert auf die Behandlung komplexer Herzfehler – sowohl bei Früh- und Neugeborenen als auch bei Kindern im Säuglingsalter.

Spezialisten arbeiten Hand in Hand
Im Kinderherzzentrum werden pro Jahr etwa 2300 Kinder ambulant und 500 Kinder stationär behandelt, rund 200 von ihnen benötigen einen operativen Eingriff. Neben angeborenen Herzfehlern werden darüber hinaus erworbene Herz- und Kreislauferkrankungen, Rhythmusstörungen (inkl. Herzschrittmacher), Herzmuskelerkrankungen und weiteren Erkrankungen des Herzkreislaufsystems behandelt. Das Kinderherzzentrum ist das einzige seiner Art im Ruhrgebiet und am Niederrhein. „Wir haben hier den Vorteil, dass alle notwendigen Disziplinen unter einem Dach vereint sind.

Eltern müssen nicht in verschiedene Kliniken, die alle unterschiedliche Methoden haben. Bei uns im Haus sprechen sich Kinderkardiologie, Kinderherzchirurgie und Anästhesie für jeden kleinen Patienten miteinander ab. Ist eine Operation erforderlich, kommen sie danach auf die hauseigene kinderkardiologische Intensivstation und werden nach der Entlassung bei uns auch weiter regelmäßig untersucht“, sagt Chefarzt Dr. Gleb Tarusinov.

Chefarzt Dr. Gleb Tarusinov leitet die Klinik für Kinderkardiologie - Angeborene Herzfehler. (Quelle: EVKLN)


Minimal-invasive Eingriffe schonen den kleinen Körper
Die häufigsten Herzfehler, die im Kinderherzzentrum behandelt werden, sind Trennwanddefekte oder Einkammerherzen. „Die meisten Herzfehler sind inzwischen sehr gut behandelbar. Es hängt immer davon ab, wie komplex der Herzfehler ist. Bei einigen reichen Medikamente aus, bei anderen sind interventionelle Untersuchungen mittels Herzkatheter nötig oder korrigierende Operationen. Bei den meisten Eingriffen setzen wir minimal-invasive Techniken ein, bei denen nur ganz kleine Hautschnitte nötig sind. Das unterscheidet uns von vielen anderen Kliniken, in denen noch der Brustkorb geöffnet wird“, erläutert Chefarzt Dr. med. Michael Scheid.

Meistens können die Kinder einige wenige Tage nach so einem Eingriff nach Hause gehen und direkt zu ihrem normalen Leben zurückkehren ohne auf Wundheilung wie nach Operationen Rücksicht nehmen zu müssen. Liegt ein komplexer Herzfehler vor, der eine größere Operation erfordert, werden die Kinder anschließend auf der kinderkardiologischen Intensivstation durch erfahrene Kinderkrankenschwestern und Kinderkrankenpfleger betreut.

Unterstützung der Eltern – von Anfang an
Während dieser Zeit ist eine Unterbringung eines Elternteils in einem Wohnhaus auf dem Gelände möglich. „Ein Kind braucht diese Nähe. Eltern sind für uns auch keine normalen Besucher, sondern sie sind Teil des Patienten und gehören zur Behandlung dazu“, betont Chefarzt Dr. Gleb Tarusinov. Viele Herzfehler werden schon während der Schwangerschaft im Mutterleib erkannt. Dabei kooperiert das Kinderherzzentrum mit einer Vielzahl von Kliniken der Region im Bereich der pränatalen Diagnostik. Das ermöglicht eine Therapieplanung für die herzkranken Säuglinge nach der Geburt, beispielsweise damit direkt nach der Entbindung eine medikamentöse Behandlung beginnen kann oder weitere Eingriffe vorgenommen werden können.

„Wir nehmen uns von Anfang viel Zeit, um zu erklären, was das Kind hat, wie die Prognose ist und was alles auf die Eltern zukommt. Da braucht es viel Verständnis und Einfühlungsvermögen, weil die Ängste um das eigene Kind natürlich sehr groß sind. Wichtig ist uns auch, dass die Eltern verstehen, dass ein angeborener Herzfehler auch nach erfolgreicher Behandlung ein Herzfehler bleibt. Die Kinder benötigen auch als Erwachsene noch regelmäßige Kontrolluntersuchungen. Unser Ziel ist es ihnen die Entwicklung zu ermöglichen, dass sie ihr Leben – wenn auch vielleicht mit leichten Einschränkungen – so normal wie möglich leben können, also aktiv sind, Sport machen – eben alles, was Kinder toll finden“, so Chefarzt Dr. Gleb Tarusinov.

Der Kontakt mit vielen Familien bleibt oft über Jahre bestehen – nicht nur, wenn halbjährliche oder jährliche Kontrolluntersuchungen anstehen. Um Familien mit ähnlichem Schicksal zusammenzubringen, hat das Kinderherzzentrum vor der Corona-Pandemie einmal im Jahr zum „Tag des herzkranken Kindes“ ein Sommerfest auf dem angrenzenden Spielplatz veranstaltet.

Auch dieses Jahr wird es pandemiebedingt leider nicht stattfinden können, was Dr. med Michael Scheid sehr bedauert: „Das ist natürlich sehr schade, aber wir hoffen, dass wir nächstes Jahr wieder dazu einladen können. Gerade für viele unserer behandelten Kinder war es schön, einfach mal ein paar Stunden unbeschwert zu spielen und Spaß zu haben. Und auch um Kinder zu treffen, die schon lange mit einem behandelten Herzfehler leben. Sowas macht Mut.
Viele Familien aus der Nachbarschaft sind auch immer gerne gekommen und haben dann die Kinder kennengelernt, die bei uns in der Klinik liegen. Auch so hat das ganze Thema ein Gesicht bekommen.“


Dr. med. Michael Scheid, Chefarzt Sektion Kinderherzchirurgie und Chirurgie angeborener Herzfehler, ist spezialisiert auf die Behandlung komplexer Herzfehler bei Früh- und Neugeborenen. (Quelle: EVKLN)
 telefonisch unter 0203/6008-1210 möglich. Ein weiterer „Fit für 2“-Kurs ist für Ende Juni/Anfang Juli geplant. Auch hier ist eine Anmeldung bereits möglich.

„Fit für 2“ – neuer Kurs für Schwangerschaftsgymnastik am BETHESDA Krankenhaus

Duisburg, 2. Mai 2022 - Am 4. Mai startet am BETHESDA Krankenhaus ein neuer Schwangerschaftsgymnastik-Kurs unter dem Motto „Fit für 2“. Vor dem Hintergrund der gelockerten Corona-Bestimmungen wird der Kurs an vier Abenden (jeweils mittwochs) als Präsenzveranstaltung durchgeführt. Während der Schwangerschaft werden Beckenboden, Wirbelsäule, Bänder und Gelenke stark beansprucht. Ein Training für den ganzen Körper tut gut und führt zu einem gesteigerten Wohlbefinden.

Durch Atem- und Körperübungen, eine gesunde Haltung und Entspannungsübungen wird Schwangerschaftsbeschwerden vorgebeugt und der Körper auf eine aktive Geburt vorbereitet. Das Wohlbefinden durch den Sport stärkt nicht nur die werdende Mutter, auch das Baby profitiert durch eine extra Portion Sauerstoff.

Der Kurs kann ab der 13. Schwangerschaftswoche besucht werden. Geplante Termine sind der 04.05., 11.05., 18.05. und 25.05. jeweils von 18 bis 19 Uhr. Die Teilnahmegebühr liegt bei 40,- € pro Person. Schwangerschaftsgymnastik ist eine Privatleistung und kann nicht mit der Krankenkasse abgerechnet werden. Anmeldungen sind bis zum 02. Mai, 12 Uhr, online über die Elternschule im BETHESDA Krankenhaus oder telefonisch unter 0203/6008-1210 möglich. Ein weiterer „Fit für 2“-Kurs ist für Ende Juni/Anfang Juli geplant. Auch hier ist eine Anmeldung bereits möglich.

Ein Jahr Corona - Schutzimpfungen in Zahlen

Düsseldorf/Duisburg, 21. April 2022 - Seit dem 6. April 2021 bieten die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in Nordrhein Impfungen gegen COVID-19 an. Ein Rückblick in Zahlen. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate haben die Praxen in Nordrhein Herausragendes geleistet und insgesamt 11,4 Millionen Impfungen gegen das Coronavirus verabreicht. Zum Vergleich: Das entspricht mehr als der zehnfachen Anzahl jährlicher Influenzaimpfungen in den Praxen mit durchschnittlich 1,04 Millionen Impfungen in den Jahren 2016 bis 2020.  

Mehr als 6700 Praxen an Impfkampagne beteiligt Insgesamt haben sich 6.755 Praxen an den Impfungen beteiligt. Der Tag mit den meisten Impfungen war der 14. Dezember 2021: 146.602-mal wurde an diesem Tag gegen COVID-19 geimpft. Die beste Woche in den Praxen war die KW49/2021. In der Nikolauswoche wurden 625.246 Impfungen in 5.328 Praxen durchgeführt. In diesem Zeitraum haben auch vermehrt Impfungen an den Wochenenden im sogenannten "Impfadvent" stattgefunden. Durchschnittlich kamen kurz vor Weihnachten somit pro Praxis 117 Impfungen je Woche zusammen.  

„Seit Beginn der Pandemie haben die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen in Nordrhein ganz Überragendes geleistet – und das meist zusätzlich zur Regelversorgung. Diese herausragende Leistung spiegelt sich auch in den Impfzahlen wider, die einmal mehr bekräftigen, dass die Praxen der wahre Motor der Impfkampagne und nicht zuletzt auch der Grund dafür sind, dass Nordrhein im Bundesvergleich heute sehr gut dasteht“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, Dr. med. Frank Bergmann.
 
Die Impfungen der vergangenen 12 Monate in Zahlen (Stand vom 20.04.2022):  
Gesamt: 11.440.471 · Erstimpfungen: 3.267.746 · Zweitimpfungen: 3.592.671
· Boosterimpfungen: 4.059.810 · 2. Boosterimpfungen: 520.244

Herzkranker Säugling stabilisiert und gerettet  

Duisburg, 20. April 2022 - Von Zeit zu Zeit muss die Zentrale Notaufnahme am Evangelischen Krankenhaus Duisburg-Nord Hilfe bei ungewöhnlichen Notfällen leisten. In diesem Fall bei einem Notfall, auf den die ZNA in Fahrn aufgrund ihrer Ausrichtung eigentlich nicht vorbereitet ist. Ein Patient aus dem Herzzentrum Duisburg in Meiderich, ein fünf Monate alter Junge mit einem angeborenen Herzfehler, sollte vom Hubschrauber-Dachlandeplatz des Evangelischen Krankenhauses Duisburg-Nord aus nach München geflogen und dort operiert werden.

Während der Fahrt von Meiderich nach Fahrn kam es im Intensivtransportwagen des DRK Düsseldorf zu einem respiratorischen Notfall, die Sauerstoffversorgung des Säuglings verschlechterte sich dramatisch. „Die Kollegen aus dem ITW kamen in die Zentrale Notaufnahme gelaufen und sagten: ´Wir brauchen sofort Hilfe!´“, erinnert sich Dominik Schmidt, Fachkrankenpfleger für Notfallpflege in der ZNA im Evangelischen Krankenhaus Duisburg-Nord, „Wir haben den Jungen dann direkt in den Schockraum 1 gebracht – die Sauerstoffsättigung war zu diesem Zeitpunkt praktisch nicht mehr messbar.“

Das Team der ZNA begann mit Sofortmaßnahmen – die Besatzung des bereits auf dem Dach gelandeten ADAC-Intensivtransporthubschraubers Christoph Rheinland war im Schockraum dabei und leistete tatkräftige Unterstützung. Nach kurzer Zeit gelang es dem Team der ZNA um den Ärztlichen Leiter Sebastian Windmöller zusammen mit Paul Hacke, Leitender Oberarzt der Klinik für Kinderkardiologie am Herzzentrum Duisburg, der Besatzung des ITW und der Helikopter-Crew, den Zustand des Jungen zu stabilisieren. Die Probleme waren damit allerdings noch nicht beendet. „Uns fehlte das komplette Material.

Die passenden Schläuche für das Beatmungsgerät zum Beispiel – in der Größe für einen fünf Monate alten Säugling waren die bei uns nicht vorrätig, da unser Krankenhaus über keine Kinderklinik verfügt.“, sagt Sebastian Windmöller. Aber auch hier konnte mit kollegialer Unterstützung Abhilfe geschaffen werden: Die Duisburger Feuerwehr sorgte für die schnelle Anlieferung der Schläuche in der richtigen Größe. Paul Hacke kümmerte sich darum, dass sogar ein komplettes Beatmungsgerät für Säuglinge und Kleinkinder nach Fahrn gebracht wurde. Nach mehreren Stunden konnte das Kind schließlich für flugtauglich erklärt werden.

Das Team der Zentralen Notaufnahme hatte während dieser Zeit die Besatzung des Hubschraubers mit Kaffee und Brötchen bei Laune gehalten. Anschließend konnte der kleine Patient nach München geflogen und dort erfolgreich operiert werden. „Das ist ein tolles Beispiel dafür, wie kollegiale Zusammenarbeit funktioniert.“, sind sich Sebastian Windmöller und Dominik Schmidt einig, „Mit dieser Unterstützung konnten wir aus der Stresssituation das Beste machen – und dem kleinen Jungen erfolgreich helfen. Ganz herzlichen Dank dafür an die Kollegen im ITW des DRK Düsseldorf, das Team von Paul Hacke im HZD, die Duisburger Feuerwehr, die Helibesatzung und natürlich an unsere Kolleginnen und Kollegen hier in der ZNA in Duisburg-Nord.“

Startender Hubschrauber am Evangelischen Krankenhaus Duisburg-Nord (Foto: EVKLN) 

Kurs für Pflegende Angehörige

Duisburg, 20. April 2022 - Wird eine nahestehende Person pflegebedürftig, möchten Angehörige diese häufig zuhause, in der gewohnten Umgebung betreuen. Dem gegenüber stehen insbesondere zu Beginn oft Unsicherheiten. Hier unterstützen die Pflegetrainerinnen der Helios St. Anna Klinik Duisburg mit einem kostenlosen Kursangebot, das Angehörigen und anderen Interessierten Pflegetechniken und Handgriffe der Pflege, Hilfen zur Alltagserleichterung und Sicherheit im Umgang mit der Pflegesituation zuhause vermittelt.  

Der nächste dreitägige Kurs findet beginnend mit dem 10.05.2022 wöchentlich von 16:30 bis 20:00 Uhr in der Helios St. Anna Klinik, Albertus-Magnus-Str. 33, 47259 Duisburg statt. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, ist eine Anmeldung unter Telefon (0203) 755-2131 oder 0170-7095631 erforderlich.    

Die Pflegetrainerinnen Manuela Bergner (l.) und Iris Unverricht-Klöser (r.) vermitteln pflegenden Angehörigen Techniken für die Pflege zuhause.  

Online-Kurs: Erste Hilfe bei Neugeborenen und Kleinkindern  

Duisburg, 19. April 2022 - Wie verhalte ich mich bei Notfällen mit meinem Kleinkind richtig? Wie schütze ich mein Baby vor dem plötzlichen Kindstod? Welche Gefahren lassen sich bereits im Vorfeld entschärfen, damit es gar nicht erst zum Notfall kommt? Auf diese und weitere, auch individuelle Fragen, gibt Dr. med. Guido Wolf, erfahrener Kinderarzt und Chefarzt des Sozialpädiatrischen Zentrums an der Helios St. Anna Klinik Duisburg, Eltern, Großeltern und anderen Interessierten in einem kostenlosen Online-Erste-Hilfe-Kurs Antwort. Der Kurs findet statt am Mittwoch, 27.04.2022 ab 18:00 Uhr. Eine Anmeldung per E-Mail ist erforderlich: helga.hamacher@helios-gesundheit.de  


 Hygiene im Haushalt – Schutz vor Salmonellen und Co

Duisburg, 13. April 2022 - Eine Süßwarenfirma ruft Produkte wegen Salmonellenbelastung zurück. Ein Grund, um sein Wissen über diese kleinen Bakterien und vor allem ihren Übertragungsweg etwas aufzufrischen. Denn auch wenn in diesem Fall der Verzehr von Lebensmitteln ursächlich scheint, krankmachende Erreger gelangen vielfach auch auf anderen Wegen, etwa über kontaminierte Schneidebretter, in unseren Körper.  


Salmonellen sind stäbchenförmige Bakterien aus der Familie der Enterobakterien. Sie lösen beim Menschen Magen-Darm-Erkrankungen aus und führen durch ihre Vermehrung im Darm vor allem zu Durchfall. Der häufigste und entsprechend bekannteste Weg führt über Eier oder Eiprodukte, die nicht durchgegart sind, aber auch über Speiseeis oder rohes Fleisch. Pflanzliche Lebensmittel können tatsächlich ebenfalls von Salmonellen besiedelt sein.


„Vor allem, wenn auf Schneidebrettern rohes Fleisch bearbeitet wird und anschließend Gemüse auf dem gleichen Brett geschnitten wird“, erklärt Dr. med. Barbara Strey, Chefärztin der Gastroenterologie an der Duisburger Helios St. Johannes Klinik in Alt-Hamborn. Auch sogenannte Schmierinfektion von Mensch zu Mensch aufgrund von mangelnder Hygiene können ebenfalls zu einer Infektion führen, etwa wenn man Bakterien mit der Hand aufnimmt und die Hand dann Mund oder Nase berührt. Eher selten kommt es zu einer Übertragung durch Tierkot – doch auch hier ist mangelnde Hygiene ursächlich. Vor allem Reptilien können Salmonellen-Ausscheider sein und sind deswegen für Haushalte mit Kleinkindern eher nicht geeignet.  

Symptome einer Salmonelleninfektion
Meist geht die Erkrankung mit plötzlichem Durchfall, Bauchschmerzen, Unwohlsein und selten auch mit Erbrechen einher. Oftmals haben die Betroffenen zudem eine erhöhte Temperatur. In sehr seltenen Fällen kann es zu einer Blutstrominfektion, einer Sepsis, mit schwerem Krankheitsverlauf kommen. „Nach Aufnahme der Erreger bricht die Erkrankung relativ schnell aus – nach sechs bis 72 Stunden, meistens jedoch nach 12 bis 36 Stunden. Aber auch danach scheiden Erkrankte noch eine ganze Weile Salmonellen aus, in Einzelfällen bis zu mehreren Monaten“, so Strey.

Besonders sehr kleine Kinder und abwehrgeschwächte Menschen sind gefährdet, denn der Verlust an Flüssigkeit und Salzen macht sich bei ihnen besonders schnell bemerkbar. Um das möglichst effektiv wieder auszugleichen, gibt es in Apotheken sogenannte Elektrolytlösungen, die in Wasser aufgelöst werden und die unbedingt in die Hausapotheke gehören. Dauert die Durchfallerkrankung länger an und geht mit starkem Erbrechen und Fieber einher, sollten vor allem anfällige Menschen ärztliche Hilfe suchen.  
Faktencheck Salmonellen
· Salmonellen werden durch Einfrieren nicht abgetötet
· Bei Temperaturen zwischen 10 und 47°C Grad Celsius fühlen sie sich besonders wohl
· rohes Fleisch und Eier sowie Produkte mit rohen Eiern wie Mayonnaise immer lückenlos kühlen und nie in der Sonne stehen lassen
· Schneidebretter zwischen den unterschiedlichen Zutaten gut reinigen
· Speiseeis nicht wieder einfrieren
· Auf ausreichende Garzeiten bei Temperaturen >70 Grad achten
· Wasser für Säuglingsnahrung immer auf mindestens 70°C erhitzen
· Erkrankte sollten kein Essen für andere zubereiten bis sicher ist, dass sie keine Salmonellen mehr ausscheiden.

Hygiene im Haushalt schützt
Was aber kann ich selbst tun, um die Gefahr einer Übertragung von Salmonellen oder anderen Erregern im Haushalt zu verringern?
Auch wenn es dazu keine Spezialreiniger braucht, einige Grundregeln helfen, denn vor allem in der Küche – und nicht wie oft angenommen in der Nähe der Toilette – lauern viele Keime. Eine gründliche Reinigung benutzter Küchengeräte beugt daher möglichen Infektionen vor. Auch alte Plastikbrettchen, die bereits viele Schnittfurchen haben, sind ein wahres Paradies für Bakterien und sollten ersetzt werden, genauso wie Geschirrtücher und Schwämme alle ein bis zwei Tage ausgetauscht werden sollten.  

Weitere Tipps für einen keimarmen Haushalt (bitte beachten: für Haushalte mit immungeschwächten oder pflegebedürftigen Personen gelten ggfls. noch strengere Vorgaben)
· Spülbürsten sollten regelmäßig bei mind. 60 Grad in der Spülmaschine gereinigt, Schwämme und Tücher mindesten alle zwei Tage ausgetauscht und ebenfalls bei 60 Grad gewaschen werden.
· Vorratsschränke zweimal im Jahr reinigen und dabei Lebensmittelvorräte auf Haltbarkeit und Schädlingsbefall überprüfen, möglichst fest schließende Vorratsbehälter verwenden.
· Reinigen Sie Ihren Kühlschrank alle vier Wochen. Dabei reicht es, wenn Sie das Gerät mit Essigreiniger/Essigwasser auswischen.
· Abfallbehälter wöchentlich mit warmem Wasser und Reinigungsmittel säubern.
· Verwenden Sie unterschiedliche Putzlappen, um Bad und Toilette zu reinigen. Putzen Sie zuerst das Waschbecken, dann das WC.
· Keine aggressiven Mittel, wie z.B. Desinfektionsmittel verwenden, denn die Wirkstoffe gelangen in die Umwelt und greifen dort das bakterielle Gleichgewicht an oder führen sogar zu Resistenzen
· WC-Bürsten ebenfalls regelmäßig mit dem genutzten Reinigungsmittel säubern (z.B. im Siphon) · Duschtücher sollten Sie höchstens dreimal benutzen. Handtücher, mit denen Sie ihr Gesicht trocknen, und Waschlappen sollten Sie noch öfter waschen – idealerweise nach jeder Nutzung bei 60 Grad.
- Eine Maßnahme gilt aber für das Krankenhaus wie den Alltag gleichermaßen – die sorgfältige Händereinigung. Denn etwa 80 Prozent aller Infektionskrankheiten übertragen wir über die Hände.

 

Kardiologie am St. Anna: Herzteam komplett Rhythmologe vervollständigt

Duisburg, 13. April 2022 - Im Laufe des Lebens erkrankt rund jeder dritte Mensch in Deutschland an Vorhofflimmern. Es ist die häufigste Herzrhythmusstörung bei Erwachsenen und sie birgt ein fünffach erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Dr. Michael Müller, „der Neue“ im Team der Kardiologie an der Helios St. Anna Klinik, kennt sich mit dieser und anderen Herzrhythmusstörungen bestens aus, denn er ist ein ausgewiesener Experte in der Region. Neben den fachlichen Qualitäten spielten weitere Aspekte eine Rolle bei der Verpflichtung des 55-Jährigen.  

Rhythmologen sind rare Spezialisten.
Die „Elektriker des Herzens“ müssen Mediziner mit viel Verstand und filigranem handwerklichen Geschick sein. Gerät das Herz aus dem Takt, erkennen sie mögliche „Kurzschlüsse“ in den komplexen elektrischen Verbindungen des Herzens, um in sogenannten elektrophysiologischen Interventionen den normalen Herzrhythmus möglichst weitgehend wiederherzustellen. Dr. Michael Müller hat die gesamte Entwicklung der Elektrophysiologie begleitet, seit Anfang der 2000er Jahre die ersten komplexen Prozeduren durchgeführt wurden.  

Nach rund 15-jähriger Tätigkeit am Herzzentrum Wuppertal wechselte der Facharzt für Kardiologie mit den Zusatzbezeichnungen Spezielle Rhythmologie, invasive Elektrophysiologie und aktive Herzrhythmusimplantate 2011 nach Remscheid. Hier war Dr. Müller zum einen als niedergelassener Kardiologe in einer Praxis mit interventionellem, elektrophysiologischem Schwerpunkt, zum anderen im Klinikum Remscheid als Elektrophysiologe tätig und widmete sich ab 2019 ausschließlich diesem Schwerpunkt. Im Remscheider Klinikum lernte er auch Dr. Oels kennen. Die Chemie stimmte sofort – und so war Dr. Müller bereit, dem Ruf Dr. Oels, der im Oktober die Chefarztposition der Kardiologie an der Helios St. Anna Klinik Duisburg übernommen hatte, zu folgen.  

Positive Bilanz nach den ersten Tagen
Am 1. April trat Dr. Müller seinen Dienst im Duisburger Süden an und kann nach den ersten Tagen schon eine durchweg positive Bilanz ziehen: „Dr. Oels ist es gelungen, ein Team zusammenzustellen, das die medizinische Qualität der kardiologischen Behandlung an einem Herzzentrum mit einer empathischen Patientenversorgung, welche die individuellen Bedürfnisse und Besonderheiten eines jeden Patienten in den Mittelpunkt stellt, verbindet. Die Chemie sowohl im Team der Kardiologie, als auch die Zusammenarbeit mit den anderen Abteilungen im Haus ist sehr gut. Nun freue ich mich darauf, die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen kennenzulernen, deren Wünsche und Bedürfnisse ich durch meine Erfahrungen als niedergelassener Kardiologe gut verstehen kann.“


Neben der kollegialen Zusammenarbeit im bestehenden Team liegt dem zweifachen Familienvater die Ausbildung des medizinischen Nachwuchses besonders am Herzen: „Die Rhythmologie ist eine spannende Disziplin für Assistenzärzte, die jedoch lange Ausbildungszeiten mit sich bringt. Ich möchte auch weiterhin jungen Ärzten die Faszination an dem Bereich vermitteln und so langfristig dazu beitragen, den medizinischen Nachwuchs zu sichern.“     

Technische Voraussetzungen werden geschaffen
„Wir sind sehr stolz darauf, dass wir Dr. Michael Müller für uns gewinnen konnten. Durch den neuen Leistungsbereich haben wir einen weiteren Qualitätssprung in der Herzmedizin gemacht und bilden nun erstmals das gesamte Spektrum der modernen interventionellen Kardiologie an der Helios St. Anna Klinik ab“, freut sich Klinikgeschäftsführerin Claudia Meßthaler. Und auch Kardiologie-Chefarzt Dr. Oels zeigt sich sehr zufrieden: „Ich habe im Oktober letzten Jahres die Chefarztposition am St. Anna übernommen, weil sich hier die seltene Gelegenheit bot, eine neue kardiologische Abteilung aufzubauen, deren Team herausragende fachliche und menschliche Qualitäten miteinander vereint.“  


Um die fachlichen Fähigkeiten des Teams vollumfänglich einsetzen zu können, werden in den Räumlichkeiten der ehemaligen Intensivstation am St. Anna gerade zwei hochmoderne Herzkatheterlabore gebaut. Sie ermöglichen die bildliche Darstellung dreidimensionaler „Landkarten“ von Herz und Gefäßen der Patienten – eine elementare Voraussetzung für die innovativen Therapiekonzepte, die seit Oktober Einzug am St. Anna halten.  

Klinikgeschäftsführerin Claudia Meßthaler (l.) und Kardiologie-Chefarzt Dr. Martin Oels (r.) freuen sich, dass sie mit Dr. Michael Müller (m.) einen ausgewiesenen Experten im Bereich der Rhythmologie für die Helios St. Anna Klinik gewinnen konnten. 


"Versorgung binnen 20 Minuten langfristig nicht gewährleistet"

Kinderärzte fühlen sich in zweite Reihe gesetzt
Hürth/Duisburg, 11. April 2022 - Die CDU in Nordrhein-Westfalen plant bei Krankenhäusern Veränderungen in den Ballungsräumen, von denen der ländliche Raum profitieren soll: "Es muss nicht jedes Krankenhaus alles machen", sagt Peter Preuß, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion im health tv Talk "Wir wählen Gesundheit".

Christiane Thiele, Vorsitzende des Landesverbandes Nordrhein vom Berufsverband Kinder- und Jugendärzte, zeigte sich vom CDU-Wahlprogramm enttäuscht: "Wir kommen da nicht vor." Die Sendung findet sich auf dem YouTube-Channel (https://youtu.be/MK2LlHFCTEw) von health tv und wird im linearen Fernsehen ausgestrahlt.
Klinikexperte: Pauschalsummen nicht sinnvoll bei hohem Sanierungsbedarf Krankenhausexperte Nachtwey sieht den Verteilungsschlüssel in NRW als ein Problem an: "Die Krankenhäuser, die in den 60er Jahren gebaut wurden, bedürfen jetzt umfangreicher Sanierungsmaßnahmen, die man nicht mit Pauschalsummen darstellen kann. Daher braucht es eine klare Investitionskostenfinanzierung für die Krankenhäuser, um ihre Grundsubstanz wiederherzustellen."

Preuß betonte dagegen, dass die CDU an ihrem bisherigen Krankenhausplan festhalte. Schwierige Eingriffe erforderten Spezialisierungen, auch wenn damit längere Anfahrtswege für Patienten verbunden seien, sagte Preuß: "Wenn jemand zum Beispiel an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt ist, dann soll er die bestmögliche medizinische Versorgung bekommen, durch ein hochspezialisiertes Krankenhaus. Dafür wollen wir sorgen."

Die Investitionskostenförderung sei von CDU und FDP in NRW bereits "dramatisch erhöht", so Preuß, reiche aber noch immer nicht aus. Neben einer existenzsichernden Investitionskostenförderung der Kliniken sprach sich Preuß auch für die Einrichtung einer Pflegekammer aus. Über die Gründe, warum Pflegekammern in anderen Bundesländern unlängst abgeschafft worden waren, könne man "nur spekulieren. Das sind alles Gründe, die wir hier in Nordrhein-Westfalen vermieden haben."

Ärztin: Landarztquote benachteiligt Kinder- und Jugendmedizin
"Ganz sicher ein Erfolgsmodell" sei, so Preuß, die Landarztquote, die von der aktuellen NRW-Landesregierung eingeführt wurde. Sie erleichtert jungen Menschen den Zugang zum Medizinstudium, wenn diese sich darauf festlegen, sich anschließend im ländlichen Raum niederzulassen. Kinderärztin Thiele kritisiert, dass mit der Landarztquote eine Niederlassung als Kinderarzt nur möglich sei, wenn die allgemeinmedizinischen Kassensitze vergeben seien: "Wir zählen m KV-Recht zu den Hausärzten. Wir sind die Hausärztinnen und Hausärzte der Kinder. Wir sehen das als nicht gerecht an, in die zweite Reihe gerückt zu werden."

Auch im Bereich der Kindermedizin gebe es einen erheblichen Nachwuchsmangel. Der Talk bildet den Auftakt einer neuen Staffel von "Wir wählen Gesundheit". Im Austausch mit Landespolitikern und Experten aus der Praxis beleuchtet health tv, für welche Gesundheitspolitik CDU, SPD, FDP, Grüne und Linkspartei bei der NRW-Wahl am 15. Mai 2022 antreten. Link zur Sendung bei YouTube: https://youtu.be/MK2LlHFCTEw


Experte des Verbunds Evangelisches Klinikum Niederrhein und BETHESDA Krankenhaus setzt auf eine individuell abgestimmte medikamentöse Therapie sowie aktive Physiotherapie

11. April ist Welt-Parkinson-Tag 
Duisburg, 07. April 2022 - Die Diagnose Parkinson ist für Betroffene oft sehr belastend. Die Gewissheit, dass die Krankheit nicht heilbar ist, lässt viele verzweifeln. Allerdings ist die Parkinson-Erkrankung inzwischen sehr gut behandelbar – je früher die Diagnose feststeht, desto besser. Doch Symptome wie steife Muskel, zitternde Hände oder langsame Bewegungen werden meist über längere Zeit nicht abgeklärt und mit Alterserscheinungen oder Erkrankungen wie Rheuma verwechselt.

Parkinson wird häufig zwischen dem 55. und dem 60. Lebensjahr diagnostiziert und ist eine langsam, fortschreitende Erkrankung des Gehirns. Bei Parkinson sterben Nervenzellen ab, die Dopamin enthalten. Dopamin ist einer der Botenstoffe, der die Bewegungen des Körpers steuert. Zu den Hauptsymptomen der Krankheit zählen: Zittern (Tremor) von Händen, Armen oder Beinen sowie Muskelsteifheit (Rigor) vor allem der Nackenund Schultermuskulatur. Parkinson ist des Weiteren durch Bewegungsarmut (Bradykinese) gekennzeichnet. Betroffene laufen und bewegen sich insgesamt langsamer, sogar die Mimik ist eingeschränkt oder fast gar nicht mehr vorhanden. Auch Gang- und Haltungsstörungen sind häufig gestört, so das Betroffene stolpern und stürzen.

„In einem frühen Stadium der Krankheit können wir mit Medikamenten sehr gut gegensteuern und die Symptome erfolgreich lindern. Dann ist über viele Jahre ein weitgehend normales, oft beschwerdefreies Leben möglich. Da die Krankheit aber weiter voranschreitet, schauen wir fortlaufend, ob Medikamente und Dosierungen noch passen, um auch mögliche Nebenwirkungen gering zu halten“, erklärt PD Dr. Holger Grehl, Chefarzt der Klinik für Neurologie im Verbund Evangelisches Klinikum Niederrhein und BETHESDA Krankenhaus.

Für Dr. Grehl - Foto EVKLN -  und sein Team stehen bei der Behandlung der Parkinson-Erkrankung die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten an oberster Stelle. Sie werden von Anfang an aktiv miteinbezogen: „Wir fragen nach, welche Symptome am meisten stören oder auch welche Nebenwirkungen von möglichen Medikamenten akzeptabel sind.

Dann interessieren wir uns dafür, ob der- oder diejenige gerne Sport gemacht hat. Jemand, der sein ganzes Leben sehr sportlich war, hat oft ganz bestimmte Ansprüche an sich selbst und Wünsche an die Therapie.
Das alles berücksichtigen wir und wählen danach die Medikamente aus. Zusätzlich setzen wir auf Physiotherapie, mit der sich Beweglichkeit und Koordination trainieren lässt. Ziel ist immer, den Patientinnen und Patienten solange wie möglich ein selbständiges und zufriedenes Leben zu ermöglichen“, so Dr. Grehl. Damit dies gelingt ist eine frühzeitige Diagnose der Parkinson-Krankheit unbedingt erforderlich.

Der Welt-Parkinson-Tag, der am 11. April stattfindet, will dafür sensibilisieren, auch leichte Symptome frühzeitig abklären zu lassen. In Deutschland sind etwa 400.000 Menschen von Parkinson-Syndromen betroffen. Die Klinik für Neurologie des Verbunds Evangelisches Klinikum Niederrhein und BETHESDA Krankenhaus ist spezialisiert auf die Diagnostik und Behandlung von akuten und chronischen neurologischen Erkrankungen. Sie befindet sich am Standort Evangelisches Krankenhaus Duisburg-Nord in Fahrn. Neben der ambulanten und stationären Behandlung von Parkinson, können sich Patientinnen und Patienten dort auch eine Zweitmeinung einholen.

Erster Schritt zur Telenotarzt-Region Niederrhein

Landes-Gesundheitsministerium NRW genehmigt gemeinsame Planung der Kreise Kleve, Viersen und Wesel sowie der Städte Duisburg, Krefeld und Mönchengladbach
Duisburg/Niederrhein, 06. April 2022 - Die Kreise Kleve, Viersen und Wesel sowie die Städte Duisburg, Krefeld und Mönchengladbach streben eine gemeinsame Trägergemeinschaft „Telenotarzt Niederrhein“ an. Das LandesGesundheitsministerium NRW hat nun grünes Licht gegeben: Die Kommunen dürfen die Planung konkretisieren. Der Telenotarzt ist ein System, bei dem das bestehende Netz notärztlicher Versorgung um ein digitales Angebot ergänzt wird. Hierbei handelt es sich um das führende Projekt in der Digitalisierungsstrategie im Gesundheitswesen des Landes NRW.

Ziel ist, die schnellstmögliche Betreuung der Patientinnen und Patienten weiter zu verbessern. In einer TelenotarztRegion kann der Rettungsdienst bei einem Einsatz jederzeit digital einen erfahrenen Notarzt in einer Leitstelle konsultieren. Dieser integrierte Ansatz soll landesweit durch den Einsatz modernster Informations- und Kommunikationstechnologien im Rettungsdienst erreicht werden und verspricht eine Verbesserung der präklinischen Patientenversorgung bei gleichzeitiger Schonung von Ressourcen.

"Die Digitalisierung hat längst auch das Gesundheitswesen erreicht. Der Telenotarzt schließt eine Lücke zwischen Notfallversorgung und physischer Anwesenheit eines Notarztes. Er berät und unterstützt das Rettungspersonal vor Ort. So wird die Qualität der ambulanten Notfallversorgung weiter verbessert", so Oberbürgermeister Sören Link.

So funktioniert der Telenotarzt: Die Rettungskräfte im Einsatz nehmen Kontakt zur Leitstelle auf. Dort erhält der Telenotarzt die Vitaldaten der Patientin oder des Patienten per Echtzeit-Übertragung. Seine Aufgabe ist es, die Einsatzkräfte vor Ort mit Sprach- und/oder Videokontakt zu unterstützen und anzuleiten. Die geplante Telenotarzt-Region Niederrhein umfasst mehr als zwei Millionen Einwohner. Die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der sechs Kommunen arbeiten nun an der konkreten Ausarbeitung einer gemeinsamen öffentlich-rechtlichen Vereinbarung.


Dabei geht es um eine Vielzahl derzeit noch offener Fragen, beispielsweise um die Themen Einsatzbereiche, Standorte, Qualifikationen, Übertragungstechnik, Kosten, Haftung, Laufzeit und Inkrafttreten sowie Kündigungsfrist. Die sechs Partner streben an, die öffentlich-rechtliche Vereinbarung noch in diesem Jahr abzuschließen. Das Aachener Institut für Rettungsmedizin & zivile Sicherheit (ARS) begleitet sie bei der Umsetzung.

Das Land Nordrhein-Westfalen ist bundesweit Vorreiter bei der telenotfallmedizinischen Versorgung. Bereits seit 2014 gibt es in der Stadt Aachen die landesweit einzige Telenotarztzentrale im Regelbetrieb. Derzeit wird das Telenotarztsystem auch in weiteren Regionen aufgebaut. Der Umsetzungs- und Abstimmungsprozess wird in allen Fällen noch mehrere Jahre erfordern. Alleine die aufwändige Technikumrüstung in den Rettungsmitteln und in den Leitstellen wird für alle beteiligten Träger des Rettungsdienstes eine große Herausforderung darstellen.
Ziel ist es, bis zum Jahr 2025 das Telenotarzt-System landesweit auszubauen. Dazu hat das Land NRW eine Steuerungsgruppe eingerichtet.

 „Radiologie ist mehr als die Auswertung von Bildern“

 Duisburg, 05. April 2022 - Die Verbindung von Bildgebung und operativem Eingriff, die sogenannte interventionelle Radiologie, ist das Steckenpferd von Prof. Dr. Marco Das am Helios Klinikum Duisburg. Dafür wurde der radiologische Chefarzt nun offiziell zertifiziert. Es ist wohl ein gängiges Klischee, dass die Zunft der Radiologen die meiste Zeit ihres Arbeitslebens verborgen am Bildschirm und nicht am Patienten verbringt.
Dabei bietet dieses interdisziplinär so stark vernetzte und gebrauchte Fach weit mehr als bloße Bildgebung. Ob im OP-Saal bei einer Angiographie, in der Computertomographie oder in der Notaufnahme – Radiologen mischen besonders in Krankenhäusern an vielen Stellen direkt am Patienten mit. Ein Begriff, der in diesem Zusammenhang nicht fehlen darf, ist die „interventionelle Radiologie“.

In diesem Teilbereich steht nicht die Diagnosefindung im Fokus, sondern die aktive Mitarbeit beim therapeutischen Ansatz. Denn als interventionell bezeichnet man Diagnose- oder Behandlungsverfahren, bei denen - im Gegensatz zum konservativen Vorgehen - gezielte Eingriffe, sogenannte Interventionen, am erkrankten Gewebe vorgenommen werden. Beispiele dafür sind etwa Biopsien, die Wiedereröffnung oder der gezielte Verschluss von Blutgefäßen – etwa bei akuten Blutungen oder der Behandlung der Prostata – oder die Tumorbekämpfung durch Hitzeeinwirkung.

 

„Bei letzterem wird eine spezielle Sonde unter CT-Kontrolle in den Tumor eingebracht. Dort erzeugen Mikrowellen Hitze, die das bösartige Gewebe gezielt zerstört“, erklärt Prof. Dr. Marco Das, Chefarzt der diagnostischen und interventionellen Radiologie an der Helios St. Johannes Klinik Duisburg. Diese Methode ist oftmals schonender und effektiver als etwa eine Operation oder Bestrahlungen von außen und bereits in vielen medizinischen Leitlinien anerkannt und etabliert.

Prof. Dr. Marco Das, Chefarzt am Helios Klinikum Duisburg bei einem interventionellen Eingriff

Am Helios Klinikum Duisburg wird das Verfahren besonders erfolgreich bei Tumoren in Niere oder Leber eingesetzt. Marco Das ist hier federführend und wurde nun  gemeinsam mit seinem Team nach jahrelanger Arbeit von der Deutschen Gesellschaft für Interventionelle Radiologie (DeGIR) sowie der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) offiziell zertifiziert.


Für die umfangreiche Prüfung sind vor allem eine hohe Fallzahl an spezialisierten Eingriffen, die Teilnahme an regelmäßigen Fortbildungen und außerordentliche interventionelle Kenntnisse erforderlich. Das Zertifikat in Kombination mit dem großen Leistungsspektrum beschert der Abteilung zudem das Siegel als Ausbildungszentrum. Damit verbunden ist die Möglichkeit, Nachwuchsmediziner im Bereich der interventionellen Radiologie umfassend auszubilden. Prof. Das ist dankbar für all den Einsatz: „In der Zertifizierung steht zwar mein Name, aber das alles ist eindeutig eine Teamleistung. Denn ohne meine Mannschaft hier vor Ort könnte ich all diese Eingriffe und Verfahren nicht leisten.“

Auch die Duisburger Patient*nnen profitieren von dieser hohen Qualität, die sich aus kompetenten menschlichen Fähigkeiten und modernster Bildgebungstechnik im Neubau des Standortes zusammensetzt.    Die radiologische Abteilung des Helios Klinikum Duisburg ist eine der größten am Haus. Mit über 40 Köpfen (Ärzte und Ärztinnen sowie Medizinisch-Technische RadiologieassistentInnen [MTRA]) versorgen sie mehr als 60 000 Patientinnen und Patienten im Jahr. Besonders spezialisiert ist das Team im Bereich der interventionellen Verfahren und der Funktionsdiagnostik, in dessen Rahmen es eng mit den zahlreichen anderen Disziplinen am Haus wie etwa der Onkologie zusammenarbeitet.  
 

 

 Neue Seelsorgerinnen am BETHESDA Krankenhaus: Ute Sawatzki und Sara Randow  

Duisburg, 05. April 2022 - Pfarrerin Ute Sawatzki und Pfarrerin Sara Randow sind die neuen evangelischen Seelsorgerinnen am BETHESDA Krankenhaus. Am 1. März haben sie die Nachfolge von Pfarrer Peter Glörfeld angetreten, der nach 32 Jahren in den Ruhestand gegangen ist. Ein guter Monat – eine kurze Zeit, um sich an die neue Aufgabe heranzutasten, neue Strukturen und sehr viele neue Menschen kennenzulernen. Der Einstieg ist für die beiden aber mehr als positiv verlaufen, sagt Sara Randow: „Wir sind von Anfang an total freundlich und mit viel Wertschätzung aufgenommen worden.“

Ute Sawatzki ergänzt: „Immer wieder haben wir den Satz gehört: ´Wie schön, dass Sie da sind…´. Das gibt einem natürlich ein gutes Gefühl.“ Zur Zeit sind die beiden Seelsorgerinnen noch damit beschäftigt, Kontakte zu knüpfen, sich Patienten und Mitarbeitern vorzustellen und die Aufgaben, die Peter Glörfeld über lange Jahre betreut hat, für sich neu aufzuteilen und zu ordnen. Ute Sawatzki will sich in Zukunft unter anderem um das Projekt „Kinderhimmel“ für Eltern, die ihr Kind durch eine Fehl- oder Totgeburt verloren haben, und um die Neugeborenenstation kümmern, Sara Randow zum Beispiel um die Zusammenarbeit mit den Grünen Damen und Herren.

Beide sind Gemeindepfarrerinnen an der Evangelischen Trinitatis-Gemeinde im Duisburger Süden – was dazu führt, dass sie in ihren ersten Wochen am BETHESDA nicht nur von unbekannten Gesichtern umgeben waren. „Viele Patientinnen und Patienten hier sind Mitglieder unserer Gemeinde“, hat Ute Sawatzki festgestellt. Sie und ihre Kollegin wollen aber gerade auch für die da sein, die bislang nur wenige Berührungspunkte mit den Themen Kirche und Glauben hatten. „Ein Krankenhausaufenthalt ist oft ein gewaltiger Einschnitt im Leben.“, sagt Sara Randow, „Viele Menschen stellen sich in dieser belastenden Situation Fragen nach Sinn und setzen sich vielleicht zum ersten Mal mit dem Tod auseinander.“

Was die beiden Seelsorgerinnen auf jeden Fall schon während der ersten Wochen ihrer Tätigkeit am BETHESDA spüren: Den über die Jahrzehnte gewachsenen Evangelischen Charakter des Hochfelder Klinikums. „Oft waren es schließlich Kirchen oder Klöster, die die ersten Krankenhäuser gegründet haben. Dieses Gefühl, dass Kirche auch heute präsent ist im BETHESDA – das ist das, was wir den Menschen geben wollen.“  Das Evangelische Klinikum Niederrhein und das BETHESDA Krankenhaus wünschen Pfarrerin Ute Sawatzki und Pfarrerin Sara Randow für ihre neuen Aufgabe viel Erfolg und viel Freude an ihrer Arbeit. 
Pfarrerin Ute Sawatzki (li.), Pfarrerin Sara Randow (Fotos: PicturePeople)     

 

 Wenn Azubis eine Krankenhausstation leiten

Schülerstation an der Helios Klinik Duisburg-Homberg  
Duisburg, 03. April 2022 - „Im Rahmen der Schülerstation erfahren unsere Auszubildenden innerhalb von drei Wochen, was es bedeutet, einen kompletten Stationsablauf zu verantworten. Diese Fähigkeiten, haben wir in unserer damaligen gesamten dreijährigen Ausbildung nicht vermittelt bekommen“, erklärt Beate Rössner, Stationsleitung an der Helios Klinik Duisburg-Homberg. Dabei sind Praxiseinsätze immer schon ein elementarer Bestandteil der Krankenpflege-Ausbildung, schließlich müssen die Schüler:innen, genau wie in jedem anderen Lehrberuf auch, das theoretische Wissen in der Praxis umsetzen.

Normalerweise geschieht dies durch die Mitarbeit auf einer Station in einem bestehenden Team erfahrener Pflegekräfte. „Bei meinen bisherigen Einsätzen habe ich immer nur einzelne Tätigkeiten ausgeführt, während die examinierten Pflegekräfte sich um ‚das große Ganze‘ gekümmert haben“, berichtet Kilian Römer, Auszubildender zum Kranken- und Gesundheitspfleger im dritten und somit letzten Lehrjahr.   Das Projekt „Schüler leiten eine Station“, das letztes Jahr Premiere an den Helios Rhein-Ruhr Kliniken feierte, ist eine wesentlich tiefgreifendere Lern-Erfahrung.


„Drei Wochen lang leiten die Schülerinnen und Schüler unter Aufsicht, ausgebildeter Praxisanleiter und Stationsleitungen eine Station vollkommen eigenständig im realen Krankenhausbetrieb. Dazu gehören neben den klassischen pflegerischen Tätigkeiten in allen Schichten, inklusive des Nachtdienstes, auch das Schreiben von Dienstplänen, das Begleiten von Visiten und die Kommunikation mit den Ärzten und Therapeuten sowie die Pflege-Dokumentation und alle anderen administrativen Aufgaben.

 

„Die Wahl ist dabei nicht zufällig auf die altersmedizinisch ausgerichtete Station 4 gefallen, denn gerade die Betreuung unsere älteren Patienten, die häufiger unter kognitiven Veränderungen und weiteren altersbedingten Begleiterkrankungen leiden, ist angesichts der demografischen Entwicklung in Deutschland auch für die zukünftige Arbeit als Pflegefachkraft eine wertvolle Herausforderung“, so Karl Poersch, Pflegedirektor der Helios Rhein-Ruhr Kliniken in Duisburg.  


Vor Projektbeginn wurden den Schülerinnen und Schülern im Rahmen einer Vorbereitungswoche durch Praxisanleiter, Leitungen und Mitarbeiter verschiedener Abteilungen des Hauses noch einmal alle relevanten Tätigkeiten und Abläufe vermittelt, z.B. das Schreiben von EKGs, der richtige Umgang mit medizinischen Geräten und Hilfsmitteln, Wundbehandlung oder die Dokumentation und den Umgang mit dem PC. Aber auch Rollenspiele und Reanimationsmaßnahmen gehörten zum Pensum.   

„In den ersten Tagen mussten sich noch alle aufeinander einspielen, doch die Schülerinnen und Schüler sind sehr selbstkritisch und reflektieren ihr Handeln sehr gut,  sodass sie sich schnell organisiert und in ihre neuen Rollen hineingefunden haben“, sagt Rössner. Und auch von anderer Seite können die Auszubildenden sich über positives Feedback freuen: „Neben den examinierten Pflegekräften haben auch die Ärzte, die wir unter anderem bei den Visiten begleitet haben, uns sehr gelobt. Die schönste Anerkennung sind für uns natürlich die positiven Rückmeldungen der Patienteninnen und Patienten, die uns gespiegelt haben, dass sie sich bei uns sehr gut betreut fühlen“, so Römer.  

Pflegeausbildung an den Helios Rhein-Ruhr Kliniken in Duisburg Im Herbst 2020 wurde die Pflegeausbildung neu strukturiert: Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflege wurden mit einem generalistischen Ansatz zur Ausbildung zur Pflegefachfrau/zum Pflegefachmann zusammengeführt. Interessenten können sich an den Pflegedirektor der Helios Rhein-Ruhr Kliniken wenden:
karl.poersch@helios-gesundheit.de    

(Teil des Teams): Angehende Pflegefachmänner und -frauen (hellblaue Kasacks) unter der Leitung von Kilian Römer (4.v.r.) leiteten die diesjährige Schülerstation an der Helios Klinik Duisburg-Homberg selbstständig, konnten aber jederzeit auf rat- und tatkräftige Unterstützung des erfahrenen Pflegeteams (weiße Kasacks) mit den Stationsleitungen Kathera Jebran (l.) und Beate Rössner (3.v.l.) zählen.