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Anamnese- und Einwilligungsbogen zur Schutzimpfung mit mRNA-Impfstoff 
Online-Register der impfenden Praxen: Impfregister - Startseite (coronaimpfung.nrw)



KV Nordrhein: „Die Niedergelassenen haben die richtige Antwort gefunden“

 Düsseldorf, 29. November 2021 — Diese Zahlen sprechen für sich: Über 400.000 Corona-Schutzimpfungen haben die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte im Rheinland in der vergangenen Woche bewältigt. Allein am Samstag und am ersten Adventssonntag haben die nordrheinischen Praxen fast 50.000 Menschen – unter anderem durch gesonderte Walk-In-Angebote ohne vorherige Terminabstimmung – geimpft. 

„Diese Zahlen belegen sehr eindrucksvoll, dass sich die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen in Nordrhein von nichts abhalten lassen – auch nicht von unüberschaubar gewordenen Impfstoff-Lieferkontingenten oder ungerechtfertigten verbalen Angriffen mancher Politiker“, hielt der KVNO-Vorstandsvorsitzende, Dr. med. Frank Bergmann, nach dem Start in den Impf-Advent fest. „Für diese Leistung gilt den gesamten Praxisteams unser ausdrücklicher Dank! Wir haben bis zum Jahresende sicherlich noch anstrengende Wochen vor uns, aber wie man sieht sind sich die Niedergelassenen ihrer Verantwortung mehr als bewusst – sie haben auf die an manchen Stellen getätigten Aussagen die richtige Antwort gefunden.“  

In der vergangenen Woche haben sich fast 5.000 Praxen in Nordrhein an der Impfkampagne beteiligt – das sind 500 Arztpraxen mehr als in der Woche davor. Im Schnitt hat jede Praxis 83 Corona-Schutzimpfungen verabreicht, in der Woche davor waren es knapp 60.   

  

KV Nordrhein: „In der Impfkampagne jagt ein Desaster das nächste!“

Düsseldorf, 26. November 2021 - Der Erfolg der Impfkampagne gegen das Coronavirus ist nach Ansicht der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein durch massive politische Fehler in unmittelbare Gefahr geraten. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hatte erst am vergangenen Freitag (19.11.) verkündet, dass der in Deutschland mit Abstand am meisten genutzte Impfstoff BionTech den Praxen künftig nur begrenzt zur Verfügung steht – dafür könne, so die Aussagen des geschäftsführenden Bundesgesundheitsministers, Jens Spahn, aber der Impfstoff Moderna unbegrenzt bestellt werden. Diese Aussage bezog sich auf Lieferungen für die kommende Woche.  

Seit gestern erreichen die KV Nordrhein nun zahlreiche Hilferufe von Praxen im Rheinland, die bereits jetzt deutlich weniger BionTech-Impfstoff geliefert bekommen haben, als ihnen zugesagt wurde. Entsprechende Nachfragen der KV beim Pharma-Großhandel haben ergeben, dass es teilweise massive Lieferengpässe gibt. Dadurch müssen z.B. Praxen im Oberbergischen Kreis, im Raum Aachen, im Kreis Viersen und in Köln Impftermine wieder absagen.

Als konkretes Beispiel sei hier Köln genannt: Nach Aussagen des Kreisstellenvorsitzenden der KV Nordrhein, Dr. Jürgen Zastrow, sind in den Impfstellen der Stadt und über mobile Aktionen, die von Vertragsärzten der KV unterstützt werden, bis Weihnachten über 16.000 Termine für Impfungen mit BionTech vereinbart worden. Geliefert werden sollen laut BMG dagegen nur etwas über 1.000 Dosen pro Woche, sagt Zastrow. Das heiße, man könne bis zu den Feiertagen voraussichtlich nur ein Viertel der Termine bedienen.    


Nun hat das BMG zusätzlich angekündigt, dass für die kommende Woche aufgrund der hohen Nachfrage gut die Hälfte der BionTech-Bestellungen nicht bedient werden kann. Viele Praxen werden kommende Woche also weniger Impfstoff erhalten, als sie bestellt haben. Insgesamt fehlen nach Informationen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) bundesweit rund zwei Millionen Dosen. Selbst beim Impfstoff Moderna kann es regional zu Kürzungen kommen. Dies widerspricht den von Bundesgesundheitsminister Spahn getätigten Aussagen, wonach für Praxen genug Moderna-Impfstoff vorhanden sei.  

 „So kann es einfach nicht weitergehen, in den vergangenen Wochen jagt im Bund ein Desaster das nächste. Es ist noch nicht lange her, da hat die Politik den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten vorgeworfen, sie würden die Impfkampagne verschleppen. In Wahrheit sind sie es, die dafür sorgen, dass der Impfmotor nicht stottert. Die Praxen in Nordrhein impfen, was das Zeug hält – sogar am Abend nach den Sprechstunden und an den Wochenenden. Die Niedergelassenen und ihre Praxisteams sind mit ihren Kräften am Limit und trotzdem lassen sie beim Impfen nicht nach: aus Verantwortung für die Gesellschaft!

Es ist die Politik, die hier ihre Hausaufgaben nicht macht und den Fortschritt beim Impfen bremst. Mit Blick auf die Infektionszahlen dürfen jetzt einfach keine solch groben Fehler gemacht werden, sonst droht die Impfkampagne gänzlich zu scheitern“, kommentiert der Vorstandsvorsitzende der KV Nordrhein, Dr. med. Frank Bergmann, die Situation.


Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte: „30 Dosen BioNTech-Impfstoff pro Praxis bedeutet Impfbremse! Beschränkung muss ab sofort aufgehoben werden!“  
Angesichts der vierten Corona-Welle fordert der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. (BVKJ) für seine Fachgruppe die umgehende Aussetzung der BioNTech-Impfstoff-Beschränkung.   BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach: “30 Dosen Comirnaty pro Praxis pro Woche sind ein Skandal. Und jetzt werden nächste Woche wahrscheinlich nicht mal die geliefert.

Mit der Beschränkung verhindert Gesundheitsminister Spahn die Impfung der Kinder und Jugendlichen, da für sie ausschließlich die Impfung mit Comirnaty von der STIKO empfohlen ist – eine absurde und inakzeptable Fehlentscheidung des Bundesgesundheitsministers. Genauso gut könnte man der Feuerwehr das Löschwasser rationieren bei einem Großbrand. Die Kinder- und Jugendärzt:innen und ihre Praxisteams arbeiten hart, um die Familien sicher durch die Pandemie zu bringen. Die STIKO hat uns erlaubt, Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren mit dem Impfstoff von BioNTech zu impfen, die EMA hat ihn gestern für Kinder ab fünf zugelassen.

Die Eltern vertrauen dem BioNTech-Impfstoff. Comirnaty ist der Impfstoff, den Kinder und Jugendliche am besten vertragen. Wenn wir nur die eingeschränkte Menge zur Verfügung haben, können wir viele unserer Patient:innen nicht impfen. Bereits verabredete Impftermine müssen wir absagen, Impfsprechstunden neu organisieren. Das können und wollen wir nicht leisten. Im Interesse unserer Patient:innen fordern wir den geschäftsführenden Bundesgesundheitsminister auf, den Beschluss zur Liefereinschränkung sofort zurückzuziehen und damit die ausreichende Belieferung unserer Praxen mit dem BioNTech-Impfstoff zu garantieren.


Darüber hinaus fordern wir die allgemeine Impfpflicht für Erwachsene. Impfungen tragen zu einer Rückkehr zur Normalität und zur Wiedereinsetzung der Grundrechte aller Bürger:innen, aber insbesondere der Grundrechte der Kinder und Jugendlichen bei.  Kinder und Jugendliche haben seit Beginn der Pandemie die größten Opfer gebracht, obwohl sie weniger die Intensivstationen belegen, ja oft nicht einmal medizinisch versorgt werden müssen, wenn sie sich mit dem Corona-Virus infiziert haben. Viele leiden unter den Folgen des Lockdowns, haben psychosoziale Störungen entwickelt, Adipositas, Spielsucht und Lernrückstände. Vor allem Kinder aus sozial prekären Familien haben gelitten und leiden weiterhin. Das können wir nicht länger hinnehmen als Gesellschaft, wenn wir nicht eine ganze Generation verlieren wollen.“  

 

KV Nordrhein: „Vorweihnachtliches ‚Walk-In-Impfen‘ in nordrheinischen Praxen“

Düsseldorf, 25. Vovember 2021 — Impfen ohne Termin in der Adventszeit: Nach einer Umfrage der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) unter ihren Mitgliedern, haben sich fast 90 niedergelassene Ärztinnen und Ärzte zurückgemeldet, die an den Adventswochenenden Walk-In-Angebote in ihren Praxen anbieten. D.h. hierfür müssen im Vorfeld keine Termine für Corona-Schutzimpfungen abgestimmt werden, die Praxen können direkt von Impfinteressierten aufgesucht werden.

 

„Bei der extrem hohen Arbeitsbelastung, der die Praxen in Nordrhein in diesen Zeiten ausgesetzt sind, ist das ein großartiges Signal von den Kolleginnen und Kollegen. Wie oft war in den vergangenen Wochen zu hören, dass die Niedergelassenen keine Lust zum Impfen und Boostern hätten - nach der BionTech-Panne in Berlin und einem nicht gerade motivierenden öffentlichen Umgang mit den Praxen hätte man das sogar nachvollziehen können. Dazu kam in dieser Woche noch die den Praxen kurzfristig auferlegte Testpflicht für das Praxispersonal.

Nimmt man diese ganzen strategischen Fehler der Politik einmal zusammen, ist dieses Signal der nordrheinischen Praxen noch einmal deutlich höher zu bewerten. Wie man sieht, lassen sich die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte davon nicht beeindrucken, sondern arbeiten mit Hochdruck daran, das Impfgeschehen im Rheinland so schnell wie möglich weiter voranzubringen“, sagt der KVNO-Vorstandsvorsitzende Dr. med. Frank Bergmann.

 

Die Walk-In-Angebote können unter folgendem Link eingesehen werden: https://coronaimpfung.nrw/impfaktionen 

Zur Impfung mitgebracht werden sollte in jedem Fall der eigene Impfausweis und ein gültiger Identitätsnachweis, etwa der Personalausweis.

 

In der vergangenen Woche sind in Nordrhein fast 313.000 Impfungen durchgeführt worden, 84 Prozent davon in den Arztpraxen. Die vergangene KW 46 war damit die erfolgreichste Impfwoche seit langem. Insgesamt impfen zurzeit über 4.400 Praxen im Rheinland.

Kinder- und Jugendärzte droht Praxisschließung noch diese Woche!

Bielfeld/Duisburg, 24. November 2021 - Fassungslos nehmen die Kinder- und Jugendärzt:innen die neuesten Nachrichten aus der Politik zur Kenntnis. So informiert die KBV am 23.11. zu den Beschlüssen der Bundesregierung, dass ab Mittwoch 24.11.21 alle Personen, die eine Arztpraxis betreten, unabhängig vom Impfstatus getestet werden müssen. Ausnahmen gelten nur für die Patienten selbst. Dies bedeutet für alle Praxen einen erheblichen Kosten- und Zeitaufwand, Zeit, die viel besser in Impfungen oder die Behandlung von Patienten investiert werden könnte.

Für Kinder- und Jugendärzt:innen ergibt sich eine weitere, praktisch nicht zu beherrschende Regelung im neuen Infektionsschutzgesetz der neuen Ampelkoalition. Zusätzlich zum Personal müssen nämlich alle Besucher getestet werden, die die Praxis betreten. Besucher ist aber jeder der eine Praxis nicht als Patient betritt, somit auch die Eltern. Christiane Thiel , Landesvorsitzende des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Nordrhein: „Wenn Eltern nur noch getestet in die Praxis dürfen -  das sind täglich über 100 Personen - bedeutet das, dass für Behandlung und Versorgung der Kinder keine Zeit mehr bleibt.

Es scheint, dass Politik gar nicht mehr versucht, Gesetze und Verordnungen, die beschlossen werden, auf die Anwendbarkeit in der Praxis zu prüfen.“ Dr. Marcus Heidemann, der den BVKJ in Westfalen-Lippe als Vorsitzender vertritt, ergänzt: „Wir sind es leid, jeden Tag hinter einem Türchen im Corona-Adventskalender eine neue politische Überraschung vorzufinden, die dann in der Praxis den Alltag erschwert. Wo Herr Spahn mit Rationierungen von benötigten Impfstoffen aufgehört hat, will die neue Koalition mit medizinisch unsinnigen Testungen anscheinend nahtlos weiter machen.“

Für Kinder- und Jugendärzt:innen stellt sich somit nur die Wahl, das neue Gesetz bewusst zu ignorieren, um die Patientenversorgung aufrecht zu erhalten, oder die Praxen noch diese Woche zu schließen und die Nachbesserung der Regelungen abzuwarten. Beide NRW-Vorsitzende sind hier einig: „Wir Ärzt:innen können nicht einfach immer weiter die Defizite der Politik ausgleichen. Erfolgt bis Ende der Woche keine rechtssichere, praxistaugliche und kostenneutrale Korrektur, sollten alle Praxen ganz konkret die Schließung einplanen. Uns und unseren Kolleginnen und Kollegen reicht es!“  

 

Schule für Logopädie informiert über Ausbildungsmöglichkeiten  

Duisburg, 24. November 2021 - Am Donnerstag, 2. Dezember 2021, 15 Uhr, informiert die Schule für Logopädie an der Helios St. Anna Klinik Duisburg über den Beruf des Logopäden/der Logopädin und über die Ausbildungsmöglichkeiten. Damit ausreichend Zeit für individuelle Fragen bleibt, sind die Plätze für die digitale Informationsveranstaltung begrenzt. Um Anmeldung unter Telefon (0203) 755-1355 wird gebeten. „Wir möchten vor allem Schülerinnen und Schüler aus Duisburg ansprechen, die sich für den Beruf des Logopäden bzw. der Logopädin interessieren“, erklärt Karin Jochimsen, Leiterin der Schule für Logopädie.


„Die Arbeit als Logopäde ist abwechslungsreich und vielfältig mit Elementen aus Pädagogik, Psychologie und Medizin. Spaß an der Arbeit mit Menschen sollten Bewerber in jedem Fall mitbringen.“ Ausbildungsbeginn ist im Oktober 2022.

Neben Schulleiterin Karin Jochimsen (m.), Melanie Meyendriesch (r.) und Bettina Alzner vermitteln weitere drei Lehrlogopädinnen ein abwechslungsreiches Berufsfeld in der staatlich anerkannten Schule für Logopädie an der Helios St. Anna Klinik Duisburg.


Adventskonzert im Freien
Am Samstag, den 27. November um 16:30 Uhr lädt die Helios St. Johannes Klinik zu einem Adventskonzert im Freien ein. Vor dem Haupteingang treten professionelle Musiker:innen auf, darunter Mitglieder der Duisburger Philharmoniker, und präsentieren stimmungsvolle Barockklänge. Das ausgewählte Konzertprogramm dauert etwa 30 Minuten und läutet die besinnlichen Weihnachtstage ein. Der Eintritt ist frei.

Quelle: iStock
 

 

Kinderärzte: „Allgemeine Impfpflicht für Erwachsene! Keine BioNTech-Deckelung!

Duisburg, 22. November 2021 - Angesichts der vierten Corona-Welle fordert der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte die umgehende Einführung einer allgemeinen Impfpflicht für Erwachsene. Dies wurde heute auf der jährlichen Delegiertenversammlung in einer Resolution beschlossen.  
Impfungen tragen zu einer Rückkehr zur Normalität und zur Wiedereinsetzung der Grundrechte aller Bürger, aber insbesondere der Grundrechte der Kinder und Jugendliche bei. Hierzu zählen insbesondere die freie Entfaltung der Persönlichkeit, das Recht auf uneingeschränkte und freie Bildung und das Recht eines wieder normalen Lebens im Schutze der eigenen Familien.

„Kinder und Jugendliche haben seit Beginn der Pandemie die größten Opfer gebracht, obwohl sie weniger die Intensivstationen belegen, ja oft nicht einmal medizinisch versorgt werden müssen, wenn sie sich mit dem Corona-Virus infiziert haben,“ so BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach. „Unter den Lockdown-Maßnahmen haben sie dagegen mehr gelitten als andere Bevölkerungsgruppen. Viele haben psychosoziale Störungen entwickelt, Adipositas, Spielsucht und Lernrückstände.

Vor allem Kinder aus sozial prekären Familien haben gelitten und leiden weiterhin. Das können wir nicht länger hinnehmen als Gesellschaft, wenn wir nicht eine ganze Generation verlieren wollen. Wir brauchen die Zusage der Politik, dass Schulen nur als allerletzte Möglichkeit zur Bewältigung der Pandemie geschlossen werden dürfen, und wir brauchen die allgemeine Impfpflicht für Erwachsene.
Die derzeit von der STIKO empfohlenen Impfstoffe sind wirksam und verträglich.

Studien und Anwendungsbeobachtungen von Millionen geimpfter Personen haben das bewiesen. Nur wenn wir die derzeit noch 15 Millionen ungeimpften Personen weitgehend impfen, werden wir die Pandemie beherrschen und unser Gesundheitswesen aufrechterhalten können. In diesem Zusammenhang brauchen wir auch eine Aufhebung von Spahns BioNTech-Deckelung. Sie ist inakzeptabel.
Der BioNTech-Impfstoff, dem die Menschen vertrauen, darf nicht zurückgehalten werden. BioNTech ist der Impfstoff, den Kinder- und Jugendliche am besten vertragen, die STIKO empfiehlt ihn als ausschließlichen Impfstoff für diese Altersgruppe. Wenn wir nur die eingeschränkte Menge zur Verfügung haben, können wir viele unserer Patienten nicht impfen.“

 

Herz unter Druck - Telefonaktion des Helios Klinikum Duisburg

Expert:innen stehen anlässlich der Herzwochen 2021 für Fragen rund um das Thema Bluthochdruck bereit.  

Duisburg, 21. November 2021 - Etwa ein Drittel aller Erwachsenen weltweit hat einen zu hohen Blutdruck, das sind allein in Deutschland rund 20 Millionen Menschen. Leider ist der Druck auf das Herz einer der hauptsächlichen Risikofaktoren für Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche oder den Verschluss der Beingefäße (Thrombosen). Oft führen erst diese schwerwiegenden Folgen die Betroffenen zum Arzt und dann kann es schnell lebensbedrohlich werden.

Jeder Erwachsene sollte daher seinen Blutdruck kennen und spätestens ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig messen. Auch bei den Ursachen des Bluthochdrucks ist Wissen oft die beste Prävention, etwa wenn es darum geht, welche Stressfaktoren – wie gestörter Schlaf oder schlechte Ernährung – eigentlich wie auf das Herz einwirken und wie man sie vermeiden kann.


Anlässlich der jährlichen Herzwochen im November möchten unsere Expert:innen am Helios Klinikum Duisburg deshalb auf das Thema aufmerksam machen und bieten Patienten:innen und Interessierten am kommenden Mittwoch, 24. November von 16.30 bis 17.30 Uhr, die Möglichkeit, sich am Telefon Antworten auf die dringendsten Fragen rund um das offizielle Motto „Herz unter Druck – Ursachen, Diagnose und Therapie des Bluthochdrucks“ zu holen.  

Dabei sind:
- Priv.-Doz. Dr. med. Wolfgang Lepper, Chefarzt Kardiologie und Intensivmedizin an der Helios St. Johannes Klinik > 0203 546 2156
Der erfahrene Kardiologe kennt alle Auswirkungen des Bluthochdrucks und sieht die Folgen täglich bei seinen Patienten. Bei kardiologischen und intensivmedizinischen Fragen sowie Informationen rund um Herzmedikamente oder Unterstützungssysteme hilft er Betroffenen gerne weiter.  


- Priv.-Doz. Dr. med. Nikolaus Büchner, Chefarzt der Pneumologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin an der Helios St. Johannes Klinik > 0203 546 2157
Der Experte für das Thema Lungenerkrankungen und Schlafmedizin kennt die Zusammenhänge zwischen Schlafstörungen und Bluthochdruck, denn erstere sind ein enormer Stressfaktor für unser Herz. Er berät rund ums Thema „Gesunder Schlaf – gesunder Kreislauf“.  

- Dr. med. Gabriele Schott, Chefärztin der Inneren Medizin, Nephrologie und Diabetologie an der Helios Marien Klinik > 0203 546 2163

Als Fachmedizinerin für die Nierenfunktion sowie Diabetes und zertifizierte Blutdruckexpertin berät sie täglich Patient:innen rund um die Themen Herz und Niere, Auswirkungen der Ernährungsweise und eine herzgesunde Lebensweise.  


KV Nordrhein: „Wir erwarten mehr Respekt, Herr Minister!"

Düsseldorf/Duisburg, 17. November 2021 -  Statement vom Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein, Dr. med. Frank Bergmann, zur Aussage von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann, nach der für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte mit Blick auf die Corona-Auffrischimpfungen nun die Devise „Statt Golfplatz am Samstag Impfen“ gelten sollte. Quelle ÄrzteZeitung: Laumann fordert Ärzte auf: Samstags impfen statt golfen (aerztezeitung.de)     

 „Die Corona-Impfkampagne wird seit einem Jahr mit höchstem Engagement bewältigt - und zwar von den Praxisteams, den von der KV organisierten Honorarärztinnen und -ärzten sowie den vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kommunen. Dabei handelt es sich ganz klar um eine Mannschaftsleistung dieser Menschen. Die Praxisteams leisten seit Monaten Akkordarbeit – zum Teil bis an die Grenzen des Machbaren.   

Nordrhein-Westfalen liegt auf Platz vier im bundesweiten Impfquoten-Vergleich. Ohne die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, die in ihren Praxen und den Impfzentren im Einsatz waren und die Honorarärztinnen und -ärzte, die zurzeit auch wieder die kommunalen Impfaktionen und temporären Impfstellen am Laufen halten, wäre das überhaupt nicht möglich gewesen. Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in Nordrhein haben allein im Juni, dem besten Impf-Monat, rund 375.000 Impfungen pro Woche durchgeführt.   


Die Kommunen hatten in Kooperation mit der KV kurz vor Weihnachten Impfzentren errichtet, unsere Ärztinnen und Ärzte hatten an Ostern und Pfingsten geimpft und werden auch in der bevorstehenden Adventszeit viele Booster-Impfungen bewältigen. Wir würden all diesen hart arbeitenden Menschen und Ihnen auch, Herr Minister, gerne eine Ruhepause gönnen – aber die aktuelle Lage lässt leider keine Zeit für Verschnaufpausen. Diejenigen, die sich unermüdlich und mit Tatkraft für den Gesundheitsschutz der Menschen in Nordrhein-Westfalen einsetzen, verdienen mehr Respekt! “

Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte

Offener Brief an NRW- Gesundheitsminister Laumann: „Wir impfen, soviel wir können!“  
NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat auf der Düsseldorfer Medica gefordert: „Statt Golfplatz am Samstag Impfen am Samstag.“ Dr. Michael Achenbach, Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte Westfalen Lippe, antwortet an dieser Stelle dem Gesundheitsminister.   Sehr geehrter Herr Minister Laumann, Sie unterstellen uns Ärztinnen und Ärzten, dass wir lieber golfen als impfen. Dies ist nicht der Fall und wir finden diese Unterstellung zynisch und unangebracht. Vor allem wir Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte kämpfen dafür, dass die Schulen und Kitas geöffnet bleiben, der Kampf gegen den Lockdown beschäftigt uns rund um die Uhr. Wir impfen, soviel wir können.


Dass die Impfquoten nicht ausreichen, um die Pandemie zu stoppen, liegt nicht am mangelnden Einsatz von uns Ärzten. Es liegt daran, dass viele Menschen immer noch Impfungen skeptisch gegenüberstehen und sich nicht impfen lassen. Es ist Aufgabe der Politik, sie zu überzeugen.  Wir Kinder- und Jugendärzte kämpfen zur Zeit mit der Corona-Pandemie und dem RS-Virus, gleichzeitig versorgen wir unsere chronisch kranken Patienten, führen Vorsorgen durch, bieten Grippe-Impfungen an, behandeln Kopfläuse, Magen-Darm-Erkrankungen etc, etc.


Die meisten von uns arbeiten mit ihren Medizinischen Fachangestellten zur Zeit „locker“ 60 Wochenstunden. An Freizeit ist nicht zu denken. Wir laden Sie ein: kommen Sie an einem ganz normalen Tag in meine Kinder- und Jugendarztpraxis, erleben Sie, wie es ist, wenn sich schon frühmorgens das Wartezimmer füllt mit Patienten und deren Eltern, wie der Strom der Patienten nicht abreißt bis abends. Ich freue mich auf Ihren Besuch in der Hoffnung, dass Sie damit einen Eindruck davon bekommen, was wir und unsere Teams leisten. Ich glaube nicht, dass danach noch Zeit für eine Runde Golf bleibt. Ihr  Michael Achenbach PS: Ich kann gar nicht golfen ;-)


Online-Kurs: Erste Hilfe bei Neugeborenen und Kleinkindern  

Wie verhalte ich mich bei Notfällen mit meinem Säugling und Kleinkind richtig? Wie schütze ich mein Baby vor dem plötzlichen Kindstod? Was gilt es, in Hinblick auf Infektionskrankheiten und Impfungen zu beachten?
Auf diese und weitere, auch individuelle Fragen gibt Dr. med. Sabine Brauer, erfahrene Kinderärztin und Oberärztin des Sozialpädiatrischen Zentrums an der Helios St. Anna Klinik Duisburg, Eltern, Großeltern und anderen Interessierten in einem kostenlosen Online-Erste-Hilfe-Kurs Antwort. Außerdem demonstriert sie die Reanimation von Kindern an einer Simulationspuppe. Der Kurs findet statt am Mittwoch, 24.11.2021 ab 18:00 Uhr. Eine Anmeldung per E-Mail ist erforderlich: helga.hamacher@helios-gesundheit.de  

 

Zum Weltfrühchentag:  Leitfarbe dieses Aktionstages ist Lila

Duisburg, 17. November 2021 - Am 17. November, ist Welt-Frühgeborenen-Tag und die Leitfarbe dieses Aktionstages ist Lila. Der Tag will über Landesgrenzen hinweg auf Frühgeburt und ihre Folgen aufmerksam machen. Denn alleine deutschlandweit werden jährlich über 60.000 Kinder zu früh geboren. Demnach ist eines von zehn Neugeborenen ein Frühchen und damit die größte Kinderpatientengruppe Deutschlands. Als Perinatalzentrum Level 1 unterstützen wir an der Helios St. Johannes Klinik diesen Tag von Herzen und beteiligen uns mit einer weithin sichtbaren Beleuchtungsaktion in der Nacht vom 17. auf den 18. November.

Angestrahlt wird die rund 8 Meter hohe Statue des St. Johannes auf dem Rundbogen unseres Altbestandes an der Dieselstraße, siehe Bild im Anhang (leider ist das Licht aufgrund der Helligkeit im Moment noch nicht gut zu sehen ;)). Im Laufe des späten Nachmittags erstellen wir noch weiteres Bildmaterial, das wir Ihnen gerne auch für eine Berichterstattung zur Verfügung stellen. Alternativ können Sie sich heute auch noch selbst ein Bild machen. Die Statue ist von fast allen Seiten unseres Klinikums gut sichtbar. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich gerne an meine Kollegin Caroline Mackert (0203 546 42407, Email in cc), sie ist vor Ort.  


Helios Perinatalzentrum Duisburg
Im Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe Level 1 an der Helios St. Johannes Klinik Duisburg ist das Team spezialisiert auf Risikoschwangerschaften und Frühgeburten, auch für die kleinsten Frühchen ab 500 Gramm. Dort bestehen alle Möglichkeiten, einen komplizierteren Schwangerschaftsverlauf kompetent und engmaschig zu überwachen und zu früh oder krank geborene Kinder nach den neuesten Erkenntnissen der Medizin optimal zu versorgen. Darüber hinaus ist die Klinik als „Twin Center“ besonders spezialisiert auf Mehrlingsgeburten.


Die Korrektur von Fehlbildungen kann aufgrund angegliederter Fachabteilungen wie der Kinderchirurgie oder der Kindernephrologie und -urologie ebenfalls unmittelbar im Haus erfolgen.  Sollten also operative Eingriffe nötig sein, muss kein Kind dafür verlegt werden. Die hochspezialisierten medizinischen Möglichkeiten werden jedoch nur eingesetzt, wenn sie unbedingt erforderlich sind, immer mit Rücksicht auf die Bedürfnisse von Mutter und Kind. Zusätzlich stehen am Haus spezialisierte Pflegetrainer:innen der familialen Pflege für die Eltern bereit. Sie geben eine ausführliche Anleitung zur Versorgung der frühgeborenen Kinder (siehe auch: „Eltern müssen erst einmal verstehen, was passiert ist“ (helios-gesundheit.de) ) An der Helios St. Johannes Klinik kommen jährlich etwa 800 Babys zur Welt, bis zu zehn Prozent davon sind Frühchen, also Kinder, die vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren werden.

Dreifaches Glück – Drillingsgeburt im Helios Klinikum Duisburg

Duisburg, 16. November 2021 - „Sensationell unkompliziert“ – so das einstimmige Urteil der Ärzt:innen über eine ganz besondere Schwangerschaft. Denn am 23. Oktober 2021 um 21:05 Uhr erblickten in der Helios St. Johannes Klinik in Alt-Hamborn Drillinge das Licht der Welt. Das Trio – bestehend aus den beiden Jungen Adam und Klaas sowie Mädchen Nieke – kam zwar, wie es für Mehrlingsschwangerschaft häufig ist, mehrere Wochen zu früh. Doch allen Beteiligten geht es sehr gut und für die glücklichen Eltern ist damit das langersehnte Familienglück vollkommen. Bis zu ihrer Entlassung werden die Frühchen noch auf der Neonatologie-Station des Krankenhauses versorgt.

„Die erste Frage, die uns immer gestellt wird, ist die nach einer künstlichen Befruchtung. Und nein, es war keine In-Vitro-Fertilisation“, nehmen Mama Ina (31) und Papa Igor (36) die wahrscheinlich brennendste Frage mit einem Schmunzeln gleich vorweg.  Auch bei der Erinnerung an ihren ersten Arztbesuch strahlt die frischgebackene Mama. Dort erfuhr sie zunächst, dass sie mit Zwillingen schwanger sei. Mehr war noch nicht zu erkennen.


Umso überraschender war dann der zweite Termin: Nachdem ein kleines Missverständnis aufgeklärt werden konnte und sie verstand, dass mit dem dritten Herzschlag nicht ihr eigener gemeint war, konnte die Duisburger Förderschullehrerin es kaum fassen. Drei Herzen schlugen in ihrem Bauch. Zweifel hatte sie von Anfang an keine, sondern die Freude über den kleinen „Nachzügler“, Tochter Nieke, war bedingungslos: „Mein Mann und ich sind total ausgeflippt, als ich ihm dann endlich die Ultraschallbilder zeigen konnte. Nur vor dem dritten Termin hatte ich ein bisschen Bammel. Wer weiß, ob nicht noch ein viertes dazu gekommen ist.“

Nicht nur die beiden Eltern freuen sich riesig über den dreifachen Nachwuchs, auch Familie und Freunde können es kaum erwarten, die drei kennenzulernen. Opa Jupp (62) etwa lag zum Zeitpunkt der großen Neuigkeit noch im Krankenhaus. „Er nannte die vermeintlichen Zwillinge schon liebevoll ‚Pünktchen und Anton‘. Doch als er erfuhr, dass er sich noch einen dritten Namen einfallen lassen und noch tatkräftiger unterstützen muss, ging es ihm schnell besser“, sagt Mama Ina mit einem Augenzwinkern.

Das Schöne sei zudem, dass es so keinen Streit darum gibt, wer die Babys im Arm halten darf. Das Trio soll zweisprachig erzogen werden, schließlich möchte Papa Igor, selbst aus den Niederlanden, dass auch seine Familie sich mit den Kindern verständigen kann. Vor eine unerwartete Herausforderung vor der Geburt stellte die Familie der Einkauf von Babyausstattung. „Die meisten Läden sind nicht spezialisiert auf Drillinge. Und wenn es überhaupt Artikel für unsere Kleinen gibt, dann haben wir meist nur eine sehr kleine Auswahl. Gerade bei den Kinderwägen war das wirklich schwierig. Wir mussten uns entscheiden, ob wir sie lieber nebeneinander oder hintereinander setzen möchten. Das heißt im Klartext, ob wir uns zukünftig lieber Türen oder Kurven zum Feind machen.“

Doch diese Herausforderungen nehmen sie für das Wohlbefinden ihrer Drillinge gerne in Kauf.  Genauso wie den aktuellen Aufenthalt auf der Kinderintensivstation: Als Perinatalzentrum Level 1 und Twin Center ist die Helios St. Johannes Klinik spezialisiert auf die Betreuung von Risikoschwangerschaften und -geburten und damit auch auf Mehrlingsschwangerschaften, doch selbst für die erfahrenen Spezialisten sind Drillinge nach wie vor besonders. „Wir standen schon bei der Geburt mit drei Teams für die Kinder bereit und es war auch für uns beruhigend zu sehen, dass alle drei erstmal stabil waren“, erzählt Dr. Metin Degirmenci, ärztlicher Leiter der Neonatologie.

Dr. med. Metin Degirmenci, ärztlicher Leiter der Neonatologie und die glücklichen Eltern

Für die Eltern waren gerade die ersten Tage natürlich eine schwere Zeit: „Wir wurden zwar von Anfang an gut darauf vorbereitet, dass es bei Mehrlingen meist zu einer Frühgeburt kommt, daher war das keine Überraschung, aber die Anfangsschwierigkeiten vor allem von Nieke haben uns dann doch sehr große Sorgen bereitet“, so Mama Ina. Das kleine Mädchen kam mit Magen-Darm-Problemen zur Welt und hat nach wie vor größere Schwierigkeiten mit der Nahrungsaufnahme als ihre beiden Brüder. „Doch das ganze Team sorgt sich rührend um die Kleinen und wir haben sie auch schon richtig gut aufgepeppelt. Vor allem unser Adam, der bei der Geburt unter 1000 Gramm wog, macht das ganz vorbildlich.“


Beide Eltern dürfen zwar rund um die Uhr bei ihren Kindern sein, doch nach den Wochen in der Klinik wünschen sie sich jetzt nichts sehnlicher, als ein gemeinsames und ungestörtes Kuscheln zu fünft. Ganz ohne Masken, Klinikpersonal und Zugänge. „Wir sind aber optimistisch. Wahrscheinlich dürfen wir Ende des Monats schon nach Hause nach Tönisvorst. Und dann wird fleißig geschmust.“

 

40 Jahre im Dienst der Kranken Ökumenische Krankenhaushilfe in Homberg feiert Jubiläum  

Duisburg, 9. November 2021 - Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ökumenischen Krankenhaushilfe (ÖKH) sind aus dem Gefüge der heutigen Helios Klinik Duisburg-Homberg nicht wegzudenken: „Wir haben immer ein offenes Ohr für die Wünsche und Sorgen der Patientinnen und Patienten und nehmen uns Zeit für persönliche Gespräche. Manchmal begleiten wir bei Spaziergängen oder machen kleine Besorgungen. Wenn eine Patientin oder ein Patient es wünscht, stellen wir den Kontakt zu Angehörigen her. Und manchmal leisten wir auch einfach nur Gesellschaft am Krankenbett oder lesen etwas vor“, erläutert Jörn Schadewaldt, der seit 2015 Mitglied der ÖKH und seit 2017 Leitung der Ehrenamtler in Homberg ist.    

An dem Haus haben die Grünen Damen, wie die Mitglieder der ÖKH häufig genannt werden, eine lange Tradition. Dabei war die Dienstkleidung damals, im November 1981, noch blau: „Seinerzeit noch unter der Trägerschaft der Katholischen Kirche gründete sich eine Gruppe aus fast 40 Damen, die sich im damaligen „St. Johannes Stift“ um Patientinnen und Patienten kümmerten. Erst nach der Übernahme durch den Malteser-Orden wurden die Kittel grün und zu den „Grünen Damen“ gesellten sich vereinzelt Grüne Herren“, weiß Jörn Schadewaldt zu berichten.    

Auch unter der Trägerschaft von Helios ist die ÖKH hochgeschätzter Partner im Krankenhausalltag der Homberger Klinik: „Wir sind sehr dankbar für die wichtige und engagierte Arbeit, welche die Grünen Damen und Herren tagtäglich für unsere Patientinnen und Patienten leisten. Zum 40-jährigen Jubiläum wünschen wir alles Gute und weiterhin viel Schaffensfreude“, erklärt Klinikgeschäftsführerin Claudia Meßthaler.  


Nachdem die Gruppe ihre Tätigkeit Corona-bedingt von März 2020 bis August 2021 nicht ausüben konnte, ist sie nun zurück – zahlenmäßig aber leider dezimiert: „Vor der Pandemie waren wir noch 21, heute sind wir leider nur noch neun“, berichtet Jörn Schadewaldt, der sein Ehrenamt als sehr erfüllend erlebt und sich gerne an verschiedene Erlebnisse erinnert: „Einmal habe ich eine hochbetagte Dame beim Frühstück unterstützt. Mir wurde berichtet, dass sie sich am Tag zuvor weigerte zu essen. Doch in geduldiger und guter Gesellschaft blühte sie förmlich auf und wollte mich nach ihrem Frühstück gar nicht mehr gehen lassen.“  


Und so hat der Homberger die Hoffnung, bald neue Mitstreiter für die gute Sache zu finden: „Wir suchen Menschen, die bereit sind, sich für Patientinnen und Patienten zu engagieren, die gut auf Andere zugehen können und auch mal nur zuhören, die zumindest einmal in der Woche Zeit für ein ehrenamtliches Engagement haben. Eine Altersbeschränkung gibt es nicht, wir sind aktuell 53 bis 84 Jahre alt. Man muss sich fit fühlen.“ Interessierte können sich für weitere Informationen telefonisch bei Jörn Schadewaldt melden: (02066) 9020201.  

Die Mitglieder der Ökumenischen Krankenhaushilfe an der Helios Klinik Duisburg-Homberg feiern im November 2021 ihr 40-jähriges Bestehen.  

Jörn Schadewaldt (r.) feiert gemeinsam mit ehemaligen und aktiven Mitgliedern der Ökumenischen Krankenhaushilfe der Helios Klinik Duisburg-Homberg sowie mit Krankenhausseelsorger Pfarrer Markus Jansen das 40-jährige Bestehen der „Grünen Damen und Herren“ am Haus. 

KV Nordrhein: 2G-Regel in die Fläche und klare Aussagen zum Impfstatus von Pflegeheim-Personal!

 Düsseldorf, 8. November 2021 - Dr. med. Frank Bergmann, KVNO-Vorstandsvorsitzender: „Schauen wir auf die aktuelle Entwicklung, halte ich es dringend für geboten, sich nun zeitnah Länder wie Österreich als Vorbild zu nehmen und eine flächendeckende 2G-Regelung sowie eine verbindliche 3G-Regel am Arbeitsplatz einzuführen. Hierüber wird die Impfquote und damit auch der Schutz der besonders vulnerablen Gruppen sicherlich noch einmal gesteigert werden können. Aus meiner Sicht benötigen wir hier einen klaren Richtungszeig der Politik, um für die kommenden Wochen und Monate angemessen gerüstet zu sein.  

Außerdem empfinde ich es grundsätzlich als beschämend, dass mit Blick auf das hoch infektionsgefährdete Patientenklientel in den Alten - und Pflegeheimen überhaupt über eine Impfpflicht des Personals diskutiert werden muss. Die Betreiber der Pflegeeinrichtungen und das Personal selbst sollten sich ihrer Verantwortung für ihre Schützlinge eigentlich sehr bewusst sein. Bevor wir aber über eine Impfpflicht an dieser Stelle nachdenken, müssten wir wissen, wie viele Pflegekräfte sich wirklich noch nicht haben impfen lassen, sprich: Hier wäre es aus unserer Sicht wünschenswert, wenn zunächst die Arbeitgeber von der ihnen gesetzlich zur Verfügung stehenden Möglichkeit Gebrauch machen würden, den jeweiligen Impfstatus ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erfragen. Dann wüssten wir mehr und könnten die Notwendigkeit einer Impfpflicht anhand belastbarer Zahlen diskutieren.  

Mit Blick auf die Booster-Impfungen haben wir angesichts der steigenden Inzidenzen nach wie vor eine klare Haltung: Richtschnur für die ärztliche Entscheidung zu Auffrischimpfungen bleiben die STIKO-Empfehlungen. Wenn Praxen allerdings entsprechende Kapazitäten haben, auch weitere Personen zu boostern, die die nötigen Voraussetzungen dafür mitbringen, spricht überhaupt nichts dagegen, dies auch zu tun. Selbstverständlich gilt auch weiterhin, dass alle Patienten geboostert werden können, bei denen dies aus medizinischen Gründen sinnvoll ist. Das Land NRW wird in den kommenden Wochen außerdem in Zusammenarbeit mit uns noch einmal verstärkt auf mobile Impfaktionen und temporäre Impfstellen setzen - auch hierüber werden sich alle eine Booster-Impfung holen können, die dies möchten und deren Zweitimpfung mindestens ein halbes Jahr zurückliegt.“ 


Dr. med. Carsten König, stellvertretender KVNO-Vorstandsvorsitzender: „Einige Patientinnen und Patienten haben offenbar die Berichterstattung rund um die Gesundheitsministerkonferenz vom vergangenen Freitag so verstanden, dass sie ihre Booster-Impfung nun umgehend und ohne jegliche Verzögerung bekommen können. In meiner Hausarztpraxis stehen jedenfalls seit heute Morgen die Telefone nicht mehr still und es kommt leider immer wieder auch vor, dass meine Mitarbeiterinnen regelrecht beschimpft werden, wenn keine sehr zeitnahe Terminvergabe erfolgt. Es kann nicht sein, dass hier mitunter jeglicher Respekt fehlt.


Wir tun als Niedergelassene, was wir können und auch die auf eine Woche verkürzte Bestellfrist für Corona-Impfstoffe hilft uns in der Praxisorganisation - gleichzeitig haben wir es derzeit in unseren Praxen mit sehr vielen grippalen Infekten und Erkältungskrankheiten zu tun. Das ist zum einen der Jahreszeit und zum anderen dem Umstand geschuldet, dass unser Immunsystem nach vielen Monaten Lockdown und entsprechenden Corona-Schutzmaßnahmen nicht mehr so gut „trainiert“ und anfälliger für Infektionen ist. Meine Kolleginnen und Kollegen werden in den kommenden Wochen und Monaten sicherlich jedem eine Booster-Impfung anbieten, der dies möchte – aber für einen Impftermin brauchen wir als Praxen eben auch einen gewissen Vorlauf. Wir haben als KV Nordrhein übrigens bereits im Sommer ein Online-Register erstellt, das einen guten Überblick über die Praxen gibt, die Corona-Schutzimpfungen anbieten.“ 
Online-Register der impfenden Praxen in Nordrhein:  Impfregister - Startseite (coronaimpfung.nrw)  

Focus Klinikliste 2022: Helios Klinikum zählt erneut zu den Top-Krankenhäusern in NRW

 Duisburg, 8. November 2021 - In 2022 hat sich das Helios Klinikum Duisburg erneut mit seinen beiden Standorten St. Johannes in Alt-Hamborn und Marien in Hochfeld einen Platz auf der Bestenliste der Focus Klinikliste gesichert und gehört damit zu den Top-Kliniken in Nordrhein-Westfalen. Für Geschäftsführer Birger Meßthaler eine Bestätigung: „Diese Auszeichnung zeigt die stetig hervorragende Arbeit, die jeder Einzelne jeden Tag hier am Helios Klinikum Duisburg leistet.“

Ein besonderer Fokus der Auszeichnung liegt auf der Klinik für Onkologie und Hämatologie, die für den Fachbereich Leukämie gesondert aufgeführt wurde. Um die Qualität der Kliniken beurteilen zu können, beauftragte das Magazin FOCUS-GESUNDHEIT das Rechercheinstitut Munich Inquire Media, um so die Top-Krankenhäuser und Top-Kliniken Deutschlands zu ermitteln. Dabei sind die Qualifikation des medizinischen Personals, die Behandlungserfolge bei Operationen und auch Hygienestandards und technische Ausstattung ausschlaggebend.

Bewertet wird das Ganze anhand von Experteninterviews, Befragung von niedergelassenen Ärzten, Auswertungen von Qualitätsberichten und externen Qualitätssicherungen. Aber auch online Abfragen und Patientenbewertungen spielen unter anderem eine entscheidende Rolle.  Veröffentlicht wird die Klinikliste regelmäßig in der Zeitschrift Focus-Gesundheit. Die Länderlisten zeigen dabei die führenden Krankenhäuser der einzelnen Bundesländer auf, die von Focus die Auszeichnung „Top Regionales Krankenhaus 2022" erhalten haben.

Dr. med. Michael Heinsch – Ltd. Oberarzt Onkologie und Hämatologie und Birger Meßthaler – Geschäftsführer     

 

Kinder- und Jugendärzte: "Antibiotika nie ohne ärztliche Verordnung!“

Duisburg, 5. November 2021 -  mahnen:  Die aktuell grassierenden Atemwegsinfekte treffen vor allem Kleinkinder und Säuglinge. Viele Eltern verlangen Antibiotikarezepte, immer wieder kommt es auch vor, dass Eltern ihren Kindern Antibiotika, die sich noch im heimischen Medikamentenkasten befinden, ohne ärztliche Verordnung verabreichen. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) mahnt: „Antibiotika für Kinder nur nach genauer Untersuchung und Abwägung aller therapeutischer Möglichkeiten!“  


Dr. Benedikt Brixius, Sprecher des BVKJ im Saarland: „Die Mehrzahl der Infekte, die jetzt grassieren, wird durch Viren verursacht. Gegen sie können Antibiotika nichts ausrichten. Und auch bei bakteriellen Infekten ist nicht zwangsläufig ein Antibiotikum das richtige Medikament. Last but not least: Antibiotika wirken nicht wahllos auf alle, sondern spezifisch auf jeweils bestimmte Erreger. Einfach die angebrochene Packung aufzubrauchen, ist eine denkbar schlechte Idee. Um herauszufinden, ob der Erreger eher bakterieller oder viraler Natur ist, können Kinder- und Jugendärzte per Schnelltest einen besonderen Blutwert bestimmen, das C-reaktive Protein (CRP).

Der Test gibt zusammen mit einem Blutbild einen ersten Hinweis darauf, ob ein Antibiotikum angebracht ist. Auch anhand der Beschwerden kann der Kinder- und Jugendarzt einschätzen, ob die Beschwerden des Kindes eher durch Bakterien oder durch Viren verursacht sind. Eltern sollten ihrem Kinder- und Jugendarzt vertrauen, dass er auf der Grundlage der Befunde die richtige Therapie auswählt. Antibiotika falsch oder unnötig anzuwenden, hilft dagegen dem Kind nicht, es kann sogar seine Darmflora beeinträchtigen und fördert Resistenzen. Wenn aber Bakterien gegen ein Antibiotikum resistent, also unempfindlich sind, wirkt das Medikament nicht mehr.

Im schlimmsten Fall wird dann ein eigentlich harmloser Infekt zu einer lebensbedrohlichen Krankheit, weil man ihn nicht mehr behandeln kann. Diese Unempfindlichkeit hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Antibiotic Stewardship - der clevere Umgang mit Antibiotika Um dieser bedrohlichen Tendenz entgegen zu wirken, wurde das Konzept des „Antibiotic Stewardship“ entwickelt. Es hilft den Praxen und Kinderkliniken weltweit und eben auch in Deutschland, verantwortungsvoll und zielgerecht Antibiotika bei Infektionserkrankungen einzusetzen.

Für bestimmte Krankheiten wie Atemwegs-, Magen-Darm- oder Harnwegsinfekte, Infekte im Bereich von Hals-Nasen-Ohren, im Zentralen Nervensystem und in Knochen-Haut-Weichteilen empfiehlt das Antibiotic Stewardship jeweils spezielle Antibiotika. Regional, je nach Resistenzlage, können jeweils spezifische Empfehlungen gegeben werden.“

Wie Eltern helfen können, Antibiotika richtig einzusetzen Ebenso wichtig wie die richtige Verordnung ist auch die richtige Handhabung des Antibiotikums. Dr. Benedikt Brixius empfiehlt Eltern: Dosieren Sie das Antibiotikum genau so wie Ihr Kinder- und Jugendarzt es empfohlen hat. Saftzubereitung: das Pulver wird mit einer definierten Wassermenge (die Fülllinie der Flasche beachten!) gelöst. Zu wenig oder zu viel Wasser verändert die Konzentration und damit wird die angeordnete Dosierung falsch.  Brechen Sie die Behandlung nicht vorzeitig ab.


Informieren Sie den Kinder- und Jugendarzt, falls Ihr Kind Erkrankungen der Leber oder Nieren hat. Soll ein Antibiotikum alle acht Stunden genommen werden, bedeutet das nicht, dass Sie Ihr Kind nachts wecken müssen. Dreimal täglich jeweils vor den Mahlzeiten genommen wirkt das Medikament auch. Fragen zur Dosierung, Mischung, weil das Medikament nicht reicht? Fragen Sie Ihren Kinder- und Jugendarzt um Rat.


Gemeinsam gegen Krebs: Erfolgreiche Re-Zertifizierung des Gynäkologischen Krebszentrums am BETHESDA Krankenhaus

Duisburg, 4. November 2021 - Die Diagnose Krebs bedeutet für jeden Menschen eine erschütternde und zukunftsverändernde Nachricht. Viele Fragen schießen den Betroffenen und ihren Angehörigen dann durch den Kopf: „Wie geht es weiter?“, „Welche Behandlung ist die Beste für mich?“, „Welche Klinik werde ich wählen?“.


Für die Patientinnen und Patienten, ihre Familien und Freunde erscheint die Gesamtsituation oft wie ein hoher Berg, der alleine nur schwer zu meistern ist. In einer solchen, extrem herausfordernden Lage helfen spezialisierte, zertifizierte Zentren, in denen unterschiedliche Fachdisziplinen eng zusammenarbeiten, um den bestmöglichen Behandlungserfolg zu garantieren. Diese Krebszentren unterliegen strengen Prüfkriterien und müssen ihre Expertise regelmäßig aufs Neue unter Beweis stellen. So hat die Deutsche Krebsgesellschaft jetzt erneut bestätigt, dass im zertifizierten Gynäkologischen Krebszentrum am BETHESDA Krankenhaus alle Akteure Hand in Hand arbeiten, um die Patientinnen auf ihrem schweren Weg zu unterstützen und mit einem Höchstmaß an Qualität zu betreuen.


Neben der fachlich-medizinisch hochwertigen Therapie liegt das besondere Augenmerk bei der Zertifizierung auf der psychosozialen Betreuung der Betroffenen. Speziell geschulte Psychologen, Mitarbeiter des Sozialen Dienstes, Seelsorger, Palliativmediziner und Selbsthilfegruppen begleiten die Patientinnen während des gesamten Krankenhausaufenthaltes und danach. Ein weiterer wichtiger Eckpfeiler für den hohen Qualitätsstandard: Alle Krankheitsfälle werden in speziellen Tumorkonferenzen begutachtet und die Therapieverfahren für jeden einzelnen Patienten besprochen. Je nach Krankheitsbild entscheiden die Mediziner, ob den Betroffenen mit einer Operation, einer Chemotherapie, einer Bestrahlung oder einer Kombination verschiedener Therapieformen am besten geholfen werden kann.


Das führt zu schnellen diagnostischen und therapeutischen Ergebnissen, und es ist ein Spezifikum des BETHESDA Krankenhauses, dass verschiedene Disziplinen derart eng miteinander zusammenarbeiten. Denn die Onkologie bildet einen Schwerpunkt am BETHESDA: Mit dem Brustkrebszentrum – dessen Re-Zertifizierung erst im Frühjahr 2021 erfolgt ist – ist ein zweites zertifiziertes Krebszentrum ebenfalls unter dem Dach der Klinik für Frauenheilkunde angesiedelt. Und auch das zertifizierte Darmkrebszentrum sorgt dafür, dass das BETHESDA in Bezug auf die Behandlung onkologischer Patienten hervorragend aufgestellt ist.


Diese intensive Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen und Zentren kommt vor allem dann zum Tragen, wenn die Krankheit sich auf andere Bereiche des Körpers ausgeweitet hat. So ist es durchaus möglich, dass die Experten des Gynäkologischen Zentrums und des Darmkrebszentrums Hand in Hand arbeiten, um die Patientinnen umfänglich zu behandeln. „Im Mittelpunkt unseres Handelns stehen die Patientinnen, denen wir eine schonende und schnelle Behandlung ihrer Krebserkrankung ermöglichen wollen. Unser Zentrum ist dafür bestens ausgestattet und verfügt über die neuesten Techniken und modernsten Verfahren in der Diagnostik, der Chirurgie und der medikamentösen Therapie.


Die Zertifikate der Deutschen Krebsgesellschaft unterstreichen, dass unser Qualitätsniveau deutlich über der Norm liegt“, betont Dr. Harald Krentel Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde, Geburtshilfe, Gynäkologische Onkologie und Senologie. Medizinische Expertise, umfassende Betreuung und viel Empathie – damit sind das BETHESDA Krankenhaus und seine zertifizierten Krebszentren hinsichtlich der Behandlung onkologischer Patientinnen und Patienten auch für die Zukunft hervorragend aufgestellt.

Chefarzt Dr. Harald Krentel und die Leiterin des Brustkrebszentrums Dr. Katja Engellandt freuen sich über die erneute Würdigung der hohen qualitativen Arbeit. Quelle: EVKLN/BETHESDA


Ultraschall statt Herz-OP Innovatives Verfahren an St. Anna Klinik

Duisburg, 3. November 2021 - Bei der Entfernung von Nierensteinen sind sie schon lange ein etabliertes Verfahren. Nun werden Ultraschallwellen eingesetzt, um verkalkte Herzkranzgefäße wieder freizumachen. Als erstes Krankenhaus in Duisburg hat die Helios St. Anna Klinik das „Shockwave“-Verfahren eingeführt und einem Großenbaumer so eine Herz-OP erspart.   


„Beim Radfahren, Treppensteigen und sogar beim Schuhe anziehen war ich nach kürzester Zeit vollkommen erschöpft und hatte Schmerzen in der Brust“, erinnert Rolf Scheffer sich an die Symptome, die seinen Hausarzt bewogen, den 69-Jährigen in die Kardiologie der Helios St. Anna Klinik in Duisburg-Huckingen zu überweisen. „Im Herzkatheterlabor konnten wir deutlich sehen, was los war: An gleich drei Stellen waren die Herzkranzgefäße stark verengt. Anzeichen einer klassischen Koronaren Herzkrankheit“, erläutert Dr. Jan Ohlig, neuer Leitender Oberarzt Kardiologie an der Helios St. Anna Klinik Duisburg.   

An der Koronaren Herzkrankheit leidet rund jeder fünfte Mensch in Deutschland im Laufe seines Lebens. Hierbei lagern sich verschiedene Stoffe in den Wänden der Blutgefäße ab, die das Herz mit sauerstoffreichem Blut versorgen. Einen maßgeblichen Anteil dieser Stoffe machen Kalkablagerungen aus, weshalb man im Volksmund davon spricht, dass Blutgefäße verkalken. Mit zunehmenden Ablagerungen wird der Durchmesser der Blutgefäße immer kleiner; immer weniger Blut kann hindurchfließen, um das Herz mit dem dringend benötigten Sauerstoff zu versorgen. Dies macht sich zunächst unter Belastung, später aber auch in Ruhe durch typische Beschwerden wie Brustschmerzen und Luftnot bemerkbar.  


„Diese Gefäßveränderungen werden in der Kardiologie üblicherweise mit einem Ballonkatheter aufgedehnt. Dabei wird der Ballon durch einen feinen, biegsamen Kunststoffschlauch unter Röntgenkontrolle bis zur Engstelle geschoben und dann mit einem Druck von bis zu 20 Bar aufgepumpt. Zum Vergleich: Ein Autoreifen hat rund 2,5 Bar Druck. Die Verkalkungen von Herrn Scheffer waren jedoch so massiv, dass sie mit dem Ballonkatheter nicht mehr zu knacken waren und entsprechende Versuche scheiterten. Auch die anderen beiden Verfahren, die uns bei Kathetereingriffen zur Verfügung stehen – mit winzig kleinen Klingen bestückte Ballons und eine wenige Millimeter große Diamantfräse – kamen bei ihm nicht infrage.


Eine klassische Bypass-Operation am offenen Herzen wäre normalerweise die einzige Option gewesen“, erläutert der neue Kardiologie-Chefarzt Dr. Martin Oels. Doch die neuen Teammitglieder der Kardiologie am St. Anna haben von ihrer vorherigen Wirkungsstätte ein innovatives Katheterverfahren mitgebracht, das in Duisburg bislang noch nicht eingesetzt wurde. „Bei der intravaskulären Lithoplastie, dem sogenannten Shockwave-Verfahren, wird ein spezieller, mit Ultraschallemittern ausgestatteter Ballon bis zur verkalkten Stelle geschoben. Dort gibt er Ultraschallwellen mit einem rechnerischen Druck von etwa 50 Bar auf die Gefäßwand ab.

Das elastische Gewebe der Gefäßwand absorbiert die Ultraschallwellen und bleibt unverletzt; die harten, verkalkten Strukturen werden jedoch gesprengt, wodurch wir anschließend eine Aufdehnung erreichen. Anschließend wird das Blutgefäß an dieser Stelle mit einem Stent, einem schlauchförmigen Gittergerüst, gestützt und so dauerhaft offengehalten. Die Prozedur ist schmerzfrei und ohne Narkose durchführbar. Bei Herrn Scheffer haben wir damit ein fantastisches Ergebnis erzielt und alle drei Engstellen vollständig öffnen können“, so Dr. Ohlig, der den Eingriff gemeinsam mit Chefarzt Dr. Oels und dem Team des Herzkatheterlabors durchgeführt hat.  


„Die Ärzte und Pflegekräfte haben mich während der gesamten, rund einstündigen Prozedur auf den Monitoren mitverfolgen lassen, wie sie die Engstellen an meinem Herzen wieder geöffnet haben. Es war super spannend, das mitzuerleben. Dabei habe ich nur ein wenig Druck in der Brust verspürt. Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis und habe mich schon am Tag drauf wieder so fit gefühlt, dass ich zu Fuß hätte nach Hause laufen können. Das gesamte Team war ausgesprochen freundlich und wenn es nötig wäre, würde ich mich hier jederzeit wieder in Behandlung begeben. Aber jetzt möchte ich meine Rente erstmal genießen“, sagt Scheffer schmunzelnd.  

 „Wir freuen uns sehr, dieses Verfahren als erstes Haus in Duisburg anzuwenden. Besonders glücklich macht uns natürlich, dass wir unserem Patienten hiermit so gut helfen und ihm eine Bypass-Operation ersparen konnten“, resümiert Chefarzt Dr. Oels.    

V.r.n.l.: Rolf Scheffer freut sich über die zurückgewonnene Lebensqualität nach dem Ultraschall-Herzkathetereingriff des Teams rund um Kardiologie-Chefarzt Dr. Martin Oels, die stellvertretende pflegerische Leitung des Herzkatheterlabors Lisa Marie Hermes und den leitenden Oberarzt Dr. Jan Ohlig.   


Röntgen: Die Gefäßverengung (l.) ist nach dem Einsatz des Ultraschall-Katheters (r.) vollständig geöffnet, das Blut kann wieder ungehindert zum Herzen fließen.


- Vortrag: Die neue Hüfte Möglichkeiten der modernen Endoprothetik  
- Infoabend für werdende Eltern

Vortrag: Die neue Hüfte Möglichkeiten der modernen Endoprothetik  

Duisburg, 27. Oktober 2021 -- Im Laufen, Stehen, Sitzen und sogar im Liegen: Bei nahezu jeder Bewegung ist das Hüftgelenk beteiligt. Das wird vielen Menschen häufig erst bewusst, wenn es mit zunehmendem Alter zu Gelenkbeschwerden kommt. Sind die vielfältigen konservativen Methoden von Gelenkerhalt und Schmerztherapie ausgeschöpft, stellt sich häufig die Frage nach einem künstlichen Gelenkersatz, der sogenannten Endoprothetik, um Bewegungsfreiheit und Lebensqualität wiederherzustellen.


In der rund 45-minütigen Veranstaltung beleuchtet Dr. Frank Bischof, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie an der Helios Klinik Duisburg-Homberg und der Helios St. Anna Klinik in Huckingen, verschiedene Implantat-Modelle, moderne Operationsmethoden und den Ablauf der Behandlung am Haus. Darüber hinaus stellt er das Endoprothetik Zentrum Duisburg als einziges zertifiziertes Zentrum der Stadt mit seinen Operateuren vor.

Im Anschluss steht der ausgewiesene Spezialist für Erkrankungen des Bewegungsapparates und künstlichen Gelenkersatz für individuelle Fragen zur Verfügung.  
Die kostenlose Veranstaltung findet statt am Mittwoch, 03.11.2021 um 17:00 Uhr in der Cafeteria der Helios Klinik Duisburg-Homberg, Johannisstr. 21, 47198 Duisburg. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, ist eine vorherige Anmeldung per E-Mail an kim.huettermann@helios-gesundheit.de oder per Telefon unter (02066) 29-1605 erforderlich. Es gelten die 3G.  


Infoabend für werdende Eltern  
An der Helios St. Anna Klinik Duisburg finden regelmäßig Infoabende für werdende Eltern statt. Dabei informieren Hebammen und Ärzt:innen aus der Geburtshilfe zu Abläufen bei der Entbindung, Möglichkeiten der Schmerzbehandlung, Akupunktur und anderen ergänzenden Angeboten sowie weiteren Themen rund um Schwangerschaft und die sanfte Geburt. Im Anschluss zeigt das Team den werdenden Eltern die Kreißsäle sowie die Wochenstation mit Patienten-, Familien- und Kinderzimmern. Jederzeit besteht die Gelegenheit, individuelle Fragen zu stellen.  

Die Infoabende finden jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat um 18:00 Uhr statt, das nächste Mal am 4. November 2021. Es gelten die allgemein üblichen Regeln: getestet (Schnelltest, max. 24 Stunden alt), vollständig geimpft oder genesen; das Tragen eines Mund-Nassen-Schutzes sowie die Händedesinfektion entsprechend der Hinweisschilder. Da die Plätze begrenzt sind, wird um eine telefonische Terminvereinbarung gebeten: (0203) 755-1254    

Das Team der Geburtshilfe an der Helios St. Anna Klinik Duisburg rund um (v.r.n.l.) die leitende Hebamme Stefanie Bertsch, Chefarzt Dr. Martin Rüsch und Ltd. Oberärztin Melanie Gaarz informiert werdende Eltern bei den regelmäßigen Infoabenden zu den Themen Schwangerschaft und Geburt.


 

EU-Kommission erstellt Liste mit den zehn aussichtsreichsten COVID-19-Therapeutika

Brüssel/Duisburg, 25. Oktober 2021 - Die Kommission hat ein Portfolio von zehn potenziellen COVID-19-Therapeutika erstellt. Diese Liste gehört zu den Prioritäten der EU-Strategie für COVID-19-Therapeutika und ist aus einer unabhängigen wissenschaftlichen Beratung hervorgegangen. Sie konzentriert sich auf COVID-19-Arzneimittelkandidaten, deren Zulassung wahrscheinlich ist und die daher bald auf dem europäischen Markt erhältlich sein werden.

Nachdem ihre Sicherheit und Wirksamkeit von der Europäischen Arzneimittel-Agentur bestätigt wurden, werden Patientinnen und Patienten in der gesamten EU sobald wie möglich mit diesen Therapeutika behandelt werden. 25/10/2021 Die Impfung gegen COVID-19 bietet den besten vorbeugenden Schutz vor einer Infektion, schweren und tödlichen Verläufen und vor den langfristigen Folgen der Erkrankung. Dies ist die beste Möglichkeit, die Pandemie zu beenden und wieder zu einem normalen Leben zurückzukehren, doch parallel dazu wollen wir sicherstellen, dass für infizierte Personen auch die besten COVID-19-Heilmittel zur Verfügung stehen.


Der für die Förderung unserer europäischen Lebensweise zuständige Vizepräsident Margaritis Schinas erklärte dazu: „Da wir immer noch mit den Herausforderungen von COVID-19 konfrontiert sind, ist es wichtig, uns über die Impfung hinaus zu schützen. Mit der Auswahl von zehn COVID-19-Therapeutika wird sichergestellt, dass die Bürgerinnen und Bürger in den Genuss der aussichtsreichsten Behandlungsmethoden gegen das Virus kommen.“


Die EU-Kommissarin für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit Stella Kyriakides sagte dazu: „Die Impfung ist das einzige Mittel, mit dem coronabedingte Hospitalisierungen und Todesfälle verhindert werden können, und damit ist sie der einzige Ausweg aus dieser Pandemie. Derweil benötigen COVID-19-Patientinnen und -Patienten jedoch sichere und wirksame Therapien, die die Infektion bekämpfen, die Aussichten auf eine rasche Genesung verbessern, Krankenhauseinweisungen seltener erforderlich machen und vor allem den Verlust von Menschenleben verhindern. Wir haben bereits vier gemeinsame Beschaffungsverträge für unterschiedliche COVID-19-Behandlungsmethoden unterzeichnet und sind bereit, Verhandlungen über weitere Therapeutika zu führen. Unser Ziel ist es, dass in den kommenden Wochen mindestens drei Therapeutika und bis Ende des Jahres möglicherweise zwei weitere zugelassen werden sowie dass die Mitgliedstaaten so rasch wie möglich Zugang dazu erhalten.“


Die EU-Strategie für COVID-19-Therapeutika ist ein integraler Bestandteil der Arbeiten zum Aufbau einer starken Europäischen Gesundheitsunion und orientiert sich an der erfolgreichen Impfstrategie der EU. Eine Gruppe unabhängiger wissenschaftlicher Experten hat 82 in der Endphase der klinischen Entwicklung befindliche Therapeutika-Kandidaten geprüft und die zehn vielversprechendsten für das EU-Portfolio von COVID-19-Therapeutika ermittelt, wobei berücksichtigt wurde, dass für die einzelnen Patientengruppen und die verschiedenen Erkrankungsstadien und -verläufe unterschiedliche Arten von Arzneimitteln benötigt werden.


Die Liste der Zehn ist in drei Kategorien von Behandlungsmethoden aufgeteilt und wird sich entlang neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse weiterentwickeln. In den Anfangsstadien der Infektion sind antivirale monoklonale Antikörper am wirksamsten: Ronapreve, eine Kombination der beiden monoklolonalen Antikörper Casirivimab und Imdevimab von Regeneron pharmaceuticals und Roche Xevudy (Sotrovimab) von Vir Biotechnology und GlaxoSmithKline Evusheld, eine Kombination der zwei monoklonalen Antikörper Tixagevimab und Cilgavimab von AstraZeneca Orale antivirale Mittel für eine Behandlung möglichst schnell nach der Infektion:
Molnupiravir von Ridgeback Biotherapeutika und MSD PF-07321332 von Pfizer AT-527 von Atea Pharmaceuticals und Roche Immunmodulatoren zur Behandlung stationärer Patientinnen und Patienten: Actemra (Tocilizumab) von Roche Holding Kineret (Anakinra) von Swedish Orphan Biovitrum Olumiant (Baricitinib) von Eli Lilly Lenzimulab von Humaningen


Nächste Schritte
Sechs der ausgewählten TherapeutikaDiesen Link in einer anderen Sprache aufrufenEN••• werden bereits einer fortlaufenden Überprüfung unterzogen oder es wurde bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur schon eine Zulassung beantragt. Sofern die endgültigen Daten ihre Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit belegen, könnten sie rasch zugelassen werden. Die Auswahl der zehn Kandidaten ist unabhängig von der wissenschaftlichen Bewertung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur oder der Zulassung der Arzneimittel durch die Europäische Kommission und ist auch kein Ersatz dafür.

Wenn die verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse für ein ausgewähltes Mittel nicht den rechtlichen Anforderungen genügen, darf es nicht zugelassen werden. Für die vier anderen Kandidaten auf der Liste wurde bei der EMA wissenschaftliche Beratung eingeholt; sobald genügend klinische Daten erhoben sind, können weitere fortlaufende Überprüfungen beginnen. Wie in der Strategie für COVID-19-Therapeutika angekündigt, wird ein sogenannter Innovationsmotor die Entwicklung dieser Therapeutika in den Frühphasen unterstützen.


Die EU-Behörde für die Krisenvorsorge und -reaktion bei gesundheitlichen Notlagen (HERA) wird eine interaktive Mapping-Plattform für vielversprechende Therapeutika einrichten. Eine Ausschreibung für die Gestaltung der Plattform wurde bereits veröffentlicht. Im November wird eine europaweite Vermittlungsbörse für die industrielle Herstellung von Therapeutika organisiert, um die Entwicklung neuer und für die COVID-19-Therapie durch Repurposing umgewidmeter Arzneimittel zu beschleunigen und die pharmazeutischen Produktionskapazitäten der EU zu mobilisieren.

„Arzneimittel-Rabattschlachten schaden Patienten und Praxen gleichermaßen“  

Statement vom Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO), Dr. med. Frank Bergmann, zu einem jetzt bekannt gewordenen Fall bei der AOK Baden-Württemberg. Die Krankenkasse hat für ein Medikament (das starke Schmerzmittel „Buprenorphin“) mit dem Pharmaunternehmen Glenmark offenbar Rabatte von über 99 Prozent auf den Herstellerabgabepreis verhandelt. 
Düsseldorf, 22. Oktober 2021 - ie Zuschläge für Glenmark hatte die AOK aus Versehen auch an andere Bieter verschickt. Ähnlich hohe Rabatte sind anscheinend auch noch für andere Medikamente verhandelt worden.    
„Dieses ernüchternde Beispiel aus Baden-Württemberg zeigt, dass die Kassen – insbesondere der AOK-Verbund - mit ihren Rabattverträgen jährlich mehrere Hundert Millionen Euro einsparen. Außerdem bin ich der festen Überzeugung, dass das Modell der Rabattverträge immer wieder dazu führt, dass einige Breitenmedikamente teilweise über Wochen in den Apotheken nicht verfügbar sind.
Denn: Kommt ein Pharmahersteller bei einem ausgeschriebenen Rabattvertrag nicht zum Zug, fährt er seine Produktion für das entsprechende Präparat herunter. Wenn dann der ursprüngliche Exklusiv-Lieferant kurzfristig ausfällt, kann in der Regel kein alternativer Hersteller zeitnah in großen Mengen liefern und den Ausfall auffangen.

Ergebnis: Die Patientinnen und Patienten müssen warten und in vielen Fällen leiden. Denn eines möchte ich klarstellen: Es geht bei diesem Rabatt-Irrsinn nicht nur um einige spezielle Medikamente, sondern um solche, auf die viele Erkrankte dringend angewiesen sind. Damit meine ich z.B. Arzneimittel gegen Bluthochdruck, Parkinson und Antidepressiva.
Wenn ein an Parkinson erkrankter Mensch nicht regelmäßig das von der Zusammensetzung her exakt auf ihn abgestimmte Medikament bekommt, erzeugt dies einen immens hohen Leidensdruck. Hinzu kommt, dass die Arzneimittelhersteller die Medikamente oft in Entwicklungsändern unter niedrigsten Lohnverhältnissen produzieren lassen.  
Schauen wir im Vergleich zu den immens hohen Summen, die die Krankenkassen durch solche Rabattverträge einsparen, einmal auf die Prüfverfahren, mit denen sich unsere Niedergelassenen auseinandersetzen müssen, bekommt das Ganze noch zusätzlich eine bittere Note: In mitunter kleinteiligen Regressen müssen sich die nordrheinischen Ärztinnen und Ärzte - insbesondere im Bereich des Sprechstundenbedarfs - gegenüber den Krankenkassen verantworten, weil ihnen vorgeworfen wird, beispielsweise zu viel Mullbinden verbraucht oder falsche Wundauflagen benutzt zu haben. Das halte ich für vollkommen unangemessen.“    

Auffrischimpfungen gegen Coronavirus – Kein „Windhundrennen“ in die Praxen nötig

Düsseldorf/Duisburg, 20. Oktober 2021 - Die Auffrischimpfungen gegen das Coronavirus im Rheinland durch die niedergelassenen Haus- und Fachärzte laufen seit über einem Monat reibungslos. Bis Anfang der laufenden Woche hatten insg. bereits gut 330.000 Bürgerinnen und Bürger im Landesteil ihre dritte Impfung erhalten – die meisten davon in Alten- und Pflegeheimen oder in hiesigen Praxen.  


Angesichts der derzeit geltenden Vorgaben von Bund und Land sowie den aktuellen Stiko-Empfehlungen erhalten momentan etwa Personen mit schweren chronischen Grunderkrankungen, über 70-Jährige, Bewohner und das Personal von Einrichtungen der Altenpflege und medizinischen Einrichtungen eine Auffrisch- bzw. Boosterimpfung mit einem mRNA-Impfstoff – der zeitliche Abstand zwischen Zweit- und Drittimpfung liegt bei mindestens sechs Monaten. Die Stiko rät seit kurzem auch Personen, die mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft wurden, zu einer ergänzenden mRNA-Impfung. Der zeitliche Mindest-Impfabstand liegt hier bei vier Wochen.  

Immunschutz lässt nicht schlagartig nach
Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein stellt in diesem Zusammenhang klar: „Diese Rahmenbedingungen sind für die Praxen maßgeblich, zudem gelte grundsätzlich das ärztliche individuelle Ermessen, welche Patienten aus medizinischen Gründen eine dritte Impfung erhalten sollten. Ich appelliere daher an alle diejenigen, die unter 70 Jahre alt sind und ebenso nicht zu den vulnerablen Gruppen zählen, in diesen Tagen noch Geduld aufzubringen“.

Dies gelte insbesondere auch mit Blick auf die jüngste Ankündigung des NRW-Gesundheitsministeriums, in den kommenden Wochen alle über 70-Jährigen im Land zusätzlich per Brief auf die Auffrischimpfung hinzuweisen. „Wichtig ist, dass der Immunschutz durch die Erst- und Zweitimpfung nicht schlagartig nachlässt, sondern nur ganz allmählich nach Monaten leicht absinkt. Ein ‚Windhundrennen‘ um die Boosterimpfung in die Praxen ist also nicht nötig.“ 

Laut KVNO-Chef Bergmann sind künftig ausreichend Impfstoffmengen vorhanden, um grundsätzlich jeden Impfwilligen, für den eine Auffrischimpfung empfohlen wird, erneut entsprechend immunisieren zu können. Die Kapazitäten der Niedergelassenen im Rheinland seien hierfür in ausreichender Zahl vorhanden, derzeit beteiligen sich rund 3.000 Praxen an den Corona-Schutzimpfungnen. Im Schnitt führen die hiesigen Praxen derzeit wöchentlich gut 29 Impfungen durch, in den Vorwochen sind es durchschnittlich knapp über 27 gewesen.  


Antikörper-Schnelltest kein Anlass zur Impfung
Eine klare Absage erteilt die KV Nordrhein aus medizinischer Sicht auch der Aussagekraft so genannter „Antikörper-Schnelltests“, die zuletzt vielerorts von verschiedenen Anbietern beworben wurden und angeblich Auskunft über die Notwendigkeit einer Auffrischimpfung geben sollen. Die Vielzahl an unterschiedlichen Testformaten mit unterschiedlicher Spezifität und Sensitivität lassen bisher keinerlei gesicherte Aussagen über die genaue Höhe des Immunschutzes zu, darüber hinaus sind derzeit noch keine wissenschaftlich belastbaren Grenz- bzw. Normwerte für entsprechende Antikörperwerte festgelegt.
„Daher bleibt es auch weiterhin bei den für uns Ärzte wesentlichen Richtwerten – dies sind die aktuellen Verordnungen des Landes NRW sowie vor allem die fachlichen Empfehlungen der Stiko“, sagt Dr. med. Carsten König, stellvertretender Vorsitzender der KV Nordrhein. „Den Betrag für den Schnelltest sollten Bürgerinnen und Bürger besser anderweitig anlegen, so der KVNO-Vize.

 

Pflegeausbildung in den Sana Kliniken Duisburg

 52 Jugendliche starten ihre Qualifikation als Pflegefachfrau und Pflegefachmann
Duisburg, 20. Oktober - Insgesamt 52 Schülerinnen und Schüler, davon 42 junge Frauen und zehn junge Männer, starteten im Oktober ihre dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann in der Schule für Pflegeberufe der Sana Kliniken Duisburg. Bereits zum vierten Mal startete ein Kurs der neuen „generalistischen Ausbildung“, die seit zwei Jahren angeboten wird und zum ersten Mal dürfen die Schülerinnen und Schüler wieder alle am Präsenzunterricht unter den Vorgaben der CoronaSchutzverordnung NRW teilnehmen.

In den ersten acht Wochen der Ausbildung steht die Theorie im Mittelpunkt und bietet den Schülerinnen und Schülern erste Einblicke in das Berufsbild Pflegefachfrau/Pflegefachmann. Der Unterricht wird mit digitalen Medien wie z.B. Tabletts für die Teilnehmer unterstützt. Im Anschluss daran erfolgen die ersten praktischen Einsätze auf verschiedenen Stationen. Eng begleitet werden die Auszubildenden dabei von Praxisanleiter/innen sowie dem Lehrerteam der Schule für Pflegeberufe. Die angehenden Pflegefachkräfte lernen in den nächsten drei Jahren in über 4.600 theoretischen und praktischen Stunden alle Inhalte der Krankenpflege, Altenpflege und Kinderkrankenpflege.


Die „generalistische Ausbildung“ vermittelt den jungen Frauen und Männern die nötigen Kompetenzen zur Pflege von Menschen aller Altersgruppen und ermöglicht ihnen den flexiblen Einsatz in allen Pflegebereichen. Eine Möglichkeit zur Erwerbung eines gesonderten Abschlusses in der Kinderkrankenpflege oder Altenpflege besteht im dritten Ausbildungsjahr. Der nächste Kurs in der „generalistischen Ausbildung“ startet am 01. April 2022. Bewerbungen hierzu sind bereits jetzt möglich unter www.sana.de/duisburg

 

 

 

Auch ein Armbruch kann mich von den Füßen holen

 Duisburg, 20. Oktober 2021 - Mit diesem Vortrag möchte Frank Nippes, Sektionsleiter Unfallchirurgie der Helios-Kliniken Huckingen (St. Anna) und Homberg, interessierten Zuhörern eine kleine Hilfe anbieten, um in einem derartigen „Fall“ gemeinsam mit dem behandelnden Arzt die richtige Therapie zu finden. Hierbei geht es am Beispiel der körperfernen Speichenbrüche und der Oberarmkopfbrüche darum, die Kriterien, die für oder gegen eine operative Therapie sprechen, kennenzulernen und zu verstehen. Im Anschluss an den 45-minütigen Vortrag besteht die Gelegenheit, individuelle Fragen zu stellen und mit dem Experten zu diskutieren.  
Die kostenlose Veranstaltung findet statt am Donnerstag, 28.10.2021 um 17:00 Uhr im Steinhof, Düsseldorfer Landstraße 347, 47259 Duisburg. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, ist eine vorherige Anmeldung per E-Mail an cornelia.reimers@helios-gesundheit.de oder per Telefon unter (0203) 755-1521 erforderlich. Es gelten die 3G.

KV Nordrhein: „Aussagekraft von Antikörperschnelltests ist mehr als fraglich“

Düsseldorf, 19. Oktober 2021 - Dr. med. Frank Bergmann, KVNO-Vorstandsvorsitzender: „Wir erleben gerade, dass sich rund um das Coronavirus Geschäftsmodelle entwickeln, die man definitiv einer genaueren Betrachtung unterziehen sollte. Vielerorts werden so genannten ‚Antikörperschnelltests‘ für etwa 19 Euro beworben, durch die Bürgerinnen und Bürger in bestimmten Apotheken angeblich ihren Immunstatus bestimmen lassen können. Diese Schnelltests sind aus medizinischer Sicht aber nur sehr begrenzt aussagefähig.

Die Vielzahl an unterschiedlichen Testformaten mit unterschiedlicher Spezifität und Sensitivität lassen bisher keinerlei gesicherte Aussagen über die genaue Höhe des Antikörperwertes zu. Außerdem besteht auch noch Unklarheit, wo ein Grenzwert zu ziehen ist.  

Ein Antikörpertest ist laut Robert Koch-Institut eher dazu geeignet, eine bereits durchgemachte Infektion mit dem Coronavirus nachweisen zu können, aber nicht, um den exakten Immunstatus nach erfolgten Impfungen bestimmen zu können. Solche Antikörper-Schnelltest schaffen eher Verunsicherung als wirklich einen erkennbaren medizinischen Nutzen.

Ebenso wie Impfungen gehören aus unserer Sicht auch entsprechende Beratungsleistungen einzig und allein in die ärztliche Praxis. Was wir aber sehen, ist, dass an dieser Stelle anscheinend ein Beratungsbedarf bei den Patientinnen und Patienten besteht. Die Politik ist daher dazu aufgerufen, sich grundsätzlich Gedanken darüber zu machen, wie unsere Ärztinnen und Ärzte künftig aussagekräftige und qualitativ hochwertige Antikörpertests anbieten und auch abrechnen können.“             


Dr. med. Carsten König, stellvertretender KVNO-Vorstandsvorsitzender: „Als praktizierender Hausarzt würde ich meine Patientinnen und Patienten, die mit einem solchen Schnelltestergebnis in meine Praxis kommen, sagen, dass sie diese 19 Euro deutlich besser hätten anlegen können. Als Begründung für eine sofortige Auffrischungsimpfung würde ich den Schnelltest jedenfalls nicht gelten lassen. Es liegt im Zweifelsfall immer im Ermessen von uns als Ärztinnen und Ärzten, wer zu welchem Zeitpunkt eine Auffrischungsimpfung erhält. Als Richtwerte dienen uns dabei die jeweils aktuellen Verordnungen, Erlasse sowie STIKO-Empfehlungen – an einem Antikörperschnelltest werden wir uns aus gutem Grund per se nicht orientieren.“     

 

BETHESDA Krankenhaus und Evangelisches Klinikum Niederrhein bieten Ambulante Spezialfachärztliche Versorgung (ASV)

Duisburg, 15. Oktober 2021 - Für viele Patientinnen und Patienten, die an einer komplexen, schwer therapierbaren oder auch seltenen Erkrankung leiden, beginnt gerade nach ihrem Klinikaufenthalt eine schwierige Zeit: Sie wünschen sich eine besonders intensive und umfassende Betreuung – und kompetente, schnell erreichbare Ansprechpartner, die ihren weiteren Genesungsprozess begleiten.


Um das alles zu gewährleisten, bieten das BETHESDA Krankenhaus und das Evangelische Klinikum Niederrhein ab sofort Patientinnen und Patienten mit Tumoren des Gastrointestinaltrakts und der Bauchhöhle die Möglichkeit der Ambulanten Spezialfachärztlichen Versorgung (ASV). Im ASV-Team arbeiten Ärztinnen und Ärzte verschiedener Fachrichtungen zusammen, um gemeinsam und koordiniert die medizinische Versorgung der Patienten zu übernehmen. Sie alle haben zwei Dinge gemeinsam: Eine besondere Qualifikation und viel praktische Erfahrung in der Behandlung der jeweiligen Erkrankung.

Teamleiter am BETHESDA Krankenhaus ist Prof. Dr. Abdurrahman Sagir, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie. Unterstützt wird er von Fachärztinnen und Fachärzten des gesamten Klinikverbundes, aber auch von hochspezialisierten niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen. Und weil die Arbeit der ASV nicht bei der Diagnostik und Therapie der Erkrankung endet, sind beispielsweise auch nicht-ärztliche Berufsgruppen, soziale Dienste und Selbsthilfeorganisationen mit im Boot. Selbstverständlich findet auch ein intensiver Austausch zwischen dem ASV-Team und dem Hausarzt (bzw. dem mitbehandelnden niedergelassenen Arzt) statt, der so über alle Behandlungsschritte auf dem Laufenden gehalten wird.

Für die Patientinnen und Patienten bedeutet das: Sie verfügen über zentrale Ansprechpartner, die ihnen jederzeit zur Verfügung stehen. Die Wege zu weitergehenden diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen sind kurz. Die einzelnen Fachärzte stehen in intensivem Austausch, ergänzen sich und garantieren so ein optimales Behandlungsergebnis. Und: Das Angebot der ASV wird von den gesetzlichen Krankenkassen getragen. Das Evangelische Klinikum Niederrhein und das BETHESDA Krankenhaus planen, das Modell der Ambulanten Spezialfachärztlichen Versorgung noch in diesem Jahr auf weitere Krankheitsbilder auszuweiten.

Weitere Infos und Patientenbroschüre:
 www.bethesda-krankenhaus-duisburg.de/ambulantespezialfach%C3%A4rztliche-leistung-asv/

 

Typische Verletzungen bei Osteoporose – Vorsorge, Diagnose und Therapie

Duisburg, 12. Oktober 2021 - Am Mittwoch, 20. Oktober 2021, 17:00 Uhr hält Dr. Bischof in der Cafeteria der Helios St. Anna Klinik in Duisburg-Huckingen einen Vortrag zum Thema „Typische Verletzungen bei Osteoporose – Vorsorge, Diagnose und Therapie“. Dabei beleuchtet er die Risikofaktoren, die zur Entstehung des „Knochenschwundes“ beitragen ebenso sowie die Therapieoptionen und modernen Verfahren bei osteoporosebedingten Verletzungen. Im Anschluss an den 45-minütigen Vortrag besteht die Gelegenheit, individuelle Fragen zu stellen und mit dem Experten zu diskutieren.  


Die kostenlose Veranstaltung findet statt am Mittwoch, 20.10.2021 um 17:00 Uhr in der Cafeteria der Helios St. Anna Klinik, Albertus-Magnus-Str. 33, 47259 Duisburg. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, ist eine vorherige Anmeldung per E-Mail an
christine.horn@helios-gesundheit.de oder per Telefon unter (02066) 29-1605 erforderlich. Es gelten die 3G.  


Orthopädie-Chefarzt Dr. Frank Bischof (l.) informiert an der St. Anna Klinik über typische Verletzungen bei Osteoporose. Gemeinsam mit Frank Nippes (r.), betreut er Osteoporosepatienten sowohl bei frischen Knochenbrüchen, als auch bei chronischen Schmerzen.

 

Corona bedeutete für uns learning by doing“

Duisburg, 02. Oktober 2021 - Am 1. Oktober startete Dr. Marzia Bonsignore als neue Chefärztin der Infektiologie und Krankenhaushygiene für die Helios Standorte in Duisburg. Nicht erst seit der Pandemie gehört ihr Fachbereich zu den wichtigsten Schnittstellen im Krankenhaus.  

Nur auf wenigen Fachbereichen lag in den letzten anderthalb Jahren der Corona-Pandemie so ein Schlaglicht wie auf der Infektiologie. Die medizinischen VertreterInnen dieser Zunft waren gefragte Interviewpartner, saßen in Talkrunden und bekamen eigene Podcasts. Dabei ist der Bereich der Infektiologie und Krankenhaushygiene schon immer eine enorm entscheidende Wirkungsstätte und Schnittstelle in Krankenhäusern oder der Forschung gewesen, denn die Verbreitung von Erregern und insbesondere die Verhinderung dessen ist eines der großen Gesundheitsthemen unserer Zeit.

Aber das war nur ein Aspekt dessen, was Dr. med. Marzia Bonsignore in diesen Beruf gebracht hat. Die Leidenschaft der gebürtigen Italienerin, die seit dem 1. Oktober neue Chefärztin für Infektiologie und Krankenhaushygiene am Maximalversorger Helios Klinikum Duisburg und den Duisburger Helios Rhein Ruhr Kliniken ist, gehörte ursprünglich der Intensivmedizin und so absolvierte sie ihre Assistenzzeit unter anderem in der Inneren Medizin sowie in der Anästhesie. Doch gerade bei langwierigen Intensivverläufen spielen von Erregern hervorgerufene Infektionen immer wieder eine große Rolle und so begann sich die heute 47Jährige nachhaltiger mit der Thematik zu befassen.

„Die Infektiologie hat ein sehr breites Spektrum und berührt viele andere Fachbereiche. Der Kontakt mit den zahlreichen Kolleginnen und Kollegen und vor allem die Beratung und Aufklärung jüngerer Nachwuchsmediziner:innen macht für mich die Essenz meines Berufes aus.“  

Der Weg in die Medizin führte Marzia Bonsignore nach ihrem Abitur zunächst an die Universität Frankfurt und von dort über Stationen in Bonn, Neuwied und Bochum nach Oberhausen und zuletzt an die Evangelischen Kliniken in Gelsenkirchen, wo sie als Leitende Ärztin des Zentrums für Krankenhaushygiene und Infektiologie sowie als Leiterin des Antibiotic-Stewardship-Teams, das den Einsatz von Antibiotika überwacht, tätig war. Nebenher lehrt sie zudem an der Universitätsklinik Duisburg-Essen und ist Gründungsmitglied des ABS-Netzwerkes West.  

Für ihre kommende Zeit in Duisburg sind ihr vor allem die Schwerpunkte der gelebten Krankenhaushygiene sowie Versorgungsforschung und die Sicherung einer hohen Behandlungsqualität wichtig: „Eine eigene Abteilung für Infektiologie wie hier ist noch lange kein Standard in allen Krankenhäusern, das ist eine großartige Basis für gute Infektionsprävention.“

Das Helios Klinikum Duisburg hat mit seinen zwei Standorten in Hochfeld und Alt-Hamborn bereits seit 2013 eine eigene Krankenhaushygiene, neben Marzia Bonsignore arbeiten aktuell noch drei weitere Fachkräfte in ihrem Team, unterstützt werden sie dabei zudem von hygienebeauftragten Ärzt:innen und Pfleger:innen in allen Fachabteilungen, sprich über 60 Kolleg:innen, die das Thema Hygiene und Infektionsprävention in ihre Teams tragen.

Besonders in den herausfordernden Monaten einer Pandemie, die auch bei ihrem Start in Duisburg noch nicht vorbei ist, ein großer Vorteil, denn hier müssen Entscheidungen schnell getroffen und umgesetzt werden: „Corona bedeutete für uns Infektiolog:innen gerade in den ersten Monaten in erster Linie learning by doing, denn die wissenschaftlichen Erkenntnisse änderten sich gefühlt täglich. Wir mussten uns extrem schnell anpassen und Konzepte überdenken und umsetzbar machen.“ Ihr Sitz ist am HKD-Standort St. Johannes in Alt-Hamborn, doch darüber hinaus wird Marzia Bonsignore zukünftig auch die beiden weiteren Helios Standorte in Homberg und Huckingen mitbetreuen und den Bereich weiter ausbauen.  

Nach besonders stressigen Zeiten hilft Marzia Bonsignore eine Auszeit in den Bergen, denn sie liebt das Klettern und Wandern mit der entsprechenden Aussicht. Aber auch nasse Tiefen liegen ihr, wie sie mit einem Lachen erzählt: „Ich tauche leidenschaftlich gern, aber meine italienischen Wurzeln erlauben das nur in warmem Wasser“.  

Am Duisburger Standort St. Johannes gab es ein herzliches Willkommen für die neue Chefärztin: v.l. Dr. Christof Alefelder, Leiter Hygiene der Helios Region West, Dr. Marzia Bonsignore, neue Chefärztin, und die beiden Duisburger Helios Geschäftsführer Birger und Claudia Meßthaler)

Das verschlissene Knie – Neues und Bewährtes aus der Endoprothetik

Duisburg, 01. Oktober 2021 - Wenn das Knie verschlissen ist und medikamentöse oder physikalische Behandlungsoptionen ausgereizt sind, stellt sich für viele Betroffene die Frage nach einem Gelenkersatz. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt? Was sind die Vor- und Nachteile von partiellem und vollständigem Gelenkersatz? Für welchen Patienten ist welches Modell das richtige? Welche aktuellen Operationsmethoden gibt es? Und wie läuft die Therapie genau ab?

Diese und weitere Fragen beantwortet Reinhard Ottersbach, Oberarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie an der Helios Klinik Duisburg-Homberg, in seinem ca. 45-minütigen Vortrag. Darüber hinaus stellt er das Endoprothetikzentrum Duisburg als einziges zertifiziertes Zentrum in der Stadt mit seinen Operateuren vor. Im Anschluss besteht die Gelegenheit, Fragen zu stellen und mit dem Experten zu diskutieren.  

Der Vortrag findet statt am Mittwoch, 13.10.2021 um 17:00 Uhr in der Cafeteria der Helios Klinik Duisburg-Homberg, Johannisstr. 21, 47198 Duisburg. Da die Teilnehmeranzahl begrenzt ist, ist eine vorherige Anmeldung per E-Mail an christine.horn@helios-gesundheit.de oder per Telefon unter (02066) 29-1605 erforderlich. Es gelten die 3G.  

Neue Geschäftsführung an den Sana Kliniken Duisburg  

Duisburg, 28. September 2021 – Geschäftsführerin Julia Disselborg (45) verlässt die Sana Kliniken Duisburg zum Ende des Monats auf eigenen Wunsch. Sie war seit März 2019 Geschäftsführerin des Hauses und will sich nun neuen Herausforderungen widmen. Julia Disselborg hat die Sana Kliniken Duisburg gut durch die Corona-Pandemie geführt und weiterentwickelt.

„Für ihre geleistete Arbeit und ihr großes Engagement danke ich Julia Disselborg“, sagt NRW-Regionalgeschäftsführer Christian Engler. Mit Dr. Jörg Risse und Martin Heinz Mueller, von Vicondo Healthcare, werden zum 1. Oktober 2021 erfahrene Manager im Gesundheitswesen die Geschäftsführung der Sana Kliniken Duisburg interimsweise übernehmen.

„Beide verfügen über mehr als 20 Jahre Management- und Consultingerfahrung in diesem Bereich“, sagt Regionalgeschäftsführer Christian Engler. „Dr. Risse ist schon seit mehreren Jahren an verschiedenen Sana-Standorten in NRW beratend tätig.“  

Die Sana Kliniken Duisburg sind ein Krankenhaus der Maximalversorgung mit 18 Fachabteilungen, vier Instituten und einem angeschlossenen Ärztezentrum. Jährlich werden 22.000 Patientinnen Patienten stationär und 60.000 Patientinnen und Patienten ambulant behandelt. Die Sana Kliniken Duisburg sind akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Duisburg-Essen und gehören mit der sanaeigenen Schule für Pflegeberufe zu den größten Ausbildungsbetrieben in Duisburg. Hier werden insgesamt 180 Plätze für angehende Pflegekräfte angeboten.

 

Neuer Chefarzt der Kardiologie Helios Rhein-Ruhr

 Kliniken bauen Angebot rund ums Herz weiter aus  
Duisburg, 28. September 2021 - Obwohl sein offizieller Dienstbeginn erst am Freitag, den 1. Oktober 2021 ist, war Dr. Martin Oels in den letzten Wochen und Monaten schon oft an der Helios St. Anna Klinik: „Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe und konnte es nicht erwarten, sowohl das bestehende Team der Kardiologie, als auch die Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Bereichen kennenzulernen“, erklärt der 45-Jährige.  

Zuvor war er nach zehn Jahren an der Universitätsklinik Düsseldorf acht Jahre am Klinikum Remscheid tätig, zuletzt als Sektionsleiter Kardiologie und Nephrologie – und entschied sich dabei im Sinne seiner Patienten für eine breite klinische Ausbildung: Neben seinen drei Facharzttiteln für Innere Medizin mit den Schwerpunkten Kardiologie, Nephrologie und Angiologie erwarb er die Zusatzbezeichnungen Interventionelle Kardiologie und Herzinsuffizienz, Internistische Intensivmedizin sowie Lipidologie. Darüber hinaus hat er sich an spezialisierten medizinischen Zentren eine große Expertise für verschiedene interventionelle Therapien angeeignet. Dr. Oels will auch in Duisburg hochkomplexe Eingriffe an den Herzkranzarterien oder zur Verhinderung von Schlaganfällen (Vorhofohrverschluss) vornehmen, Herzklappenreparaturen durchführen und Löcher im Herzen verschließen.    

Gutes medizinisches Setting am Haus
An der Klinik im Duisburger Süden findet er dafür die besten Bedingungen vor: „Neben dem ausgezeichneten „Mikroklima“ in der Abteilung für Kardiologie haben mich das medizinische Setting am gesamten Haus und die in jeder Hinsicht kurzen Wege zueinander begeistert. Von der Kooperation mit der exzellenten Gefäßmedizin unter der Leitung von Chefarzt Dr. Konstantinos Meletiadis werden viele Patientinnen und Patienten mit Herz- und Gefäßkrankheiten enorm profitieren. Mit dem Anästhesie-Team um Chefarzt Dr. Rainer Sadra können wir in Zukunft gemeinsam Schwerstkranke mit Infarkten und schwerster Herzschwäche auf der kürzlich eröffneten Intensivstation optimal behandeln, um nur zwei Beispiele zu nennen.“  

Weitere exzellent ausgebildete Oberärzte
Die Räume, in denen sich die alte Intensivstation befand, werden gerade zu einem hochmodernen Herzkatheterlabor mit zwei Messplätzen umgebaut. Sie arbeiten durch modernste Technik mit deutlich verbesserter Bildqualität bei erheblich geringerer Strahlenbelastung. Infrastruktur, die das Team benötigt, denn gemeinsam mit Dr. Oels nehmen drei exzellent ausgebildete Oberärzte ihren Dienst auf. „Ich freue mich sehr, das bestehende Team um weitere fachlich und menschlich herausragende Kollegen erweitern zu können“, sagt Dr. Oels.

Mit der fachkundigen Unterstützung soll unter anderem die Kompetenz in der Implementierung von komplexen Eingriffen am Herzen, auch unter Verwendung von Herzunterstützungssystemen, Eingriffen an peripheren Arterien und Implantationen von speziellen Schrittmachersystemen verstärkt werden. Zukünftig wird zudem auch der Bereich der Elektrophysiologie ausgebaut.  

Kooperation mit niedergelassenen Medizinern
Ebenso wichtig wie die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen innerhalb der Klinik ist Dr. Oels aber auch die Kooperation mit dem anderen Teil des „Behandlungsteams“, nämlich den niedergelassenen Medizinern und dem Patienten selbst: „Durch den kollegialen und direkten Austausch mit den niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen möchten wir den Patientinnen und Patienten in jeder Phase der Therapie eine exzellente Medizin bieten. Wichtig ist uns dabei auch, den Patienten in seiner Gesamtheit zu betrachten und seine individuelle Lebenssituation in die gemeinsame Therapieentscheidung einfließen zu lassen. Nicht zuletzt sollen unsere Patienten sich am Haus zu jeder Zeit und an jeder Stelle wohlfühlen“, so der dreifache Familienvater.

„Dass wir einen so guten Kliniker für uns gewinnen konnten, demonstriert das gute Standing, welches das Haus als potenzieller Arbeitgeber hat. Das gesamte Helios-Team in Duisburg freut sich sehr auf die Zusammenarbeit mit Dr. Oels“, erklärt Klinikgeschäftsführerin Claudia Meßthaler.     

Claudia Meßthaler, Geschäftsführerin der Helios Rhein-Ruhr Kliniken in Duisburg, begrüßt den neuen Chefarzt der Kardiologie, Dr. med. Martin Oels.

Gerade in Pandemie-Zeiten wichtig: KVNO rät zur Grippeschutzimpfung  

Düsseldorf/Duisburg, 17. September 2021 - Mit Beginn der kalten und dunkleren Jahreszeit naht auch wieder die alljährliche Grippesaison. Obwohl derzeit vor allem über die Impfungen gegen das Coronavirus gesprochen wird, kommt der Grippeschutz-impfung auch in diesem Jahr wieder eine große Bedeutung zu.  

„Wir haben bereits im vergangenen Jahr gesehen, dass sich durch Hygiene- und Schutzmaßnamen die Anzahl saisonaler Infekte deutlich verringern lässt, das konnte die Praxen im Land erheblich entlasten. Auch ein aktiver Impfschutz gegen Grippeviren trägt dazu bei. Ich rate daher vor allem älteren Menschen und Immungeschwächten, in den kommenden Wochen die Influenzaimpfung in ihrer Stammpraxis wahrzunehmen“, sagt Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO).

„Wer gegen die Grippe vorsorgt, schützt nicht nur seine eigene Gesundheit, sondern auch die vieler anderer. So kann jeder dafür sorgen, dass nicht zusätzlich die saisonale Influenza das Pandemiegeschehen beeinflusst“, so Bergmann.   Deutlicher Anstieg bei den Grippeschutzimpfungen Dem letztjährigen breiten Aufruf zur Grippeschutzimpfung waren erfreulicherweise viele Menschen im Rheinland gefolgt. Während zwischen Oktober 2019 und März 2020 „nur“ knapp über eine Million Grippeschutzimpfungen in Nordrhein durchgeführt wurden, waren es im vergangenen „Corona-Winter“ 2020/2021 insg. über 1,2 Millionen Impfungen gegen die Influenza.

Um die Nachfrage auch in den kommenden Wochen entsprechend decken zu können, haben die Praxen im Rheinland schon im Frühjahr mehr Impfdosen bestellt. Inzwischen sind die ersten Chargen des Influenza-Impfstoffes in den Arztpraxen verfügbar.   Neben Personen über 60 Jahren wird die Grippeimpfung insbesondere auch Schwangeren ab dem 2. Trimenon, chronisch Kranken, Pflegenden und jenen Personen empfohlen, die in Einrichtungen mit viel Publikumsverkehr arbeiten – sie sind besonders gefährdet, sich mit dem Virus anzustecken.

Laut der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut liegt der Fokus der Influenzaimpfung auch 2021/2022 klar auf den Risikogruppen für schwere Krankheitsverläufe.  
 
Impfungen ab Ende September sinnvoll
„Den besten Schutz vor einer Erkrankung mit der Influenza bietet eine rechtzeitige Impfung – etwa zwischen Ende September und November. Dann ist man zu Beginn der Grippewelle, die in der Regel zu Beginn des neuen Jahres auftritt, geschützt“, sagt Dr. med. Carsten König, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KVNO und Hausarzt in Düsseldorf. Nach der Impfung dauert es etwa zwei Wochen, bis der Körper genügend Antikörper produziert hat.
Neben den Hausärzten nehmen vor allem auch Kinder- und Jugendärzte sowie Gynäkologen Grippeschutzimpfungen vor. Vor einer Impfung sollten Patienten mit ihrem behandelnden Arzt sprechen und bei dieser Gelegenheit am besten auch den Impfpass auf die Fälligkeit anderer Impfungen kontrollieren lassen.   
Informationen rund um die Grippeschutzimpfung hat auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) im Netz zusammengestellt: https://www.kbv.de/html/4195.php

 Mädchen und Jungen stark machen – mit einer Impfung gegen den Erreger von Krebs

Berlin, München, Köln/Duisburg, 13. September 2021 -  „Pikst kurz, schützt lang – mach dich stark gegen Krebs!“ ist das Motto der diesjährigen Nationalen Krebspräventionswoche, die vom 13. bis 17. September 2021 geht. Eltern werden ermutigt, ihre Kinder gegen viele unterschiedliche Krebserkrankungen zu schützen – durch eine Impfung ab dem neunten Lebensjahr.   

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte und der Berufsverband der Frauenärzte begrüßen diese Kampagne außerordentlich und schließen sich ihr an. „Noch immer sind viel zu wenige Mädchen und Jungen gegen Krebs geimpft. Noch immer können bei denen, die nicht geimpft sind, Infektionen mit gefährlichen Viren Krebserkrankungen auslösen“, betonen Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, und Dr. med. Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte. Krebserkrankungen des Gebärmutterhalses, der Vagina, der Schamlippen, aber auch am Darmausgang, am Penis und im Mund können durch Humane Papilloma Viren (HPV) hervorgerufen werden.

Über zehntausend Krebsdiagnosen und mehrere tausend Todesfälle werden dadurch in Deutschland jedes Jahr verursacht. Und fast 50.000 kleinere Eingriffe sind zum Beispiel am Gebärmutterhals jedes Jahr notwendig, um Vor- und Frühstadien der Krebserkrankung zu entfernen.   

„Wenn die Impfung gegen diese Viren, die so genannte HPV-Impfung, früh genug durchgeführt wird, baut der Organismus eine sehr wirkungsvolle, dauerhafte Immunabwehr auf“, erläutern die beiden erfahrenen Ärzte. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, die Impfung im Alter zwischen 9 und 14 Jahren durchzuführen. Sie kann entweder bei einem Besuch beim Kinder- und Jugendarzt stattfinden - am besten bei der regulären Vorsorgeuntersuchung U11 oder später bei der J1 - oder beim Frauenarzt. Mütter können ihre Töchter für die Impfung in die frauenärztliche Sprechstunde mitbringen.

„Natürlich wird dabei nur geimpft. Die jungen Mädchen werden nicht frauenärztlich untersucht“, versichert Dr. Albring. Aber auch wenn diese Altersspanne verpasst wurde, ist die Impfung noch möglich. Die Immunabwehr, die gegen die gefährliche Infektion aufgebaut wird, ist dann allerdings weniger stark. Deshalb sind ab 15 Jahren nicht mehr zwei, sondern drei Impftermine notwendig. Bis zum 18. Geburtstag ist die Impfung eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Manche Krankenkassen übernehmen die Kosten aber auch darüber hinaus.  
    

Vom Glück, wieder schlucken zu können

Duisburg, 09. September 2021 - Rund fünf Jahre kämpfte Jürgen Kleemeier mit unzähligen Radiochemotherapien gegen den Kehlkopfkrebs, bis er ihn schließlich besiegte. Mit den Folgen, nicht mehr sprechen und nicht mehr schlucken zu können, wollte er sich nicht zufriedengeben. Auf Anraten seiner Ärzte vertraute er sich dem Team der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde rund um den renommierten Chefarzt Prof. Dr. Stephan Remmert an der 250 Kilometer entfernten Helios St. Anna Klinik Duisburg an.  
Lange hat Jürgen Kleemeier diesen Moment herbeigesehnt. In der gefilmten Röntgenuntersuchung des Schluckaktes lässt sich verfolgen, wie es ihm gelingt, den mit Kontrastmittel versetzten Brei zu schlucken. Doch von vorne: Nachdem 2015 Stimmlippenkrebs bei Jürgen Kleemeier diagnostiziert wird, muss er sich einer Radiochemotherapie mit allein rund 40 Bestrahlungen unterziehen, bis er 2017 als krebsfrei gilt.  

Dann, im Sommer 2019, das sowohl für ihn als auch die behandelnden Ärzte in seinem Heimatkrankenhaus zunächst Unfassbare:  Ein Rezidiv, der Krebs ist zurück. Seine Ärzte sehen sich gezwungen, den Kehlkopf – und damit auch das natürliche Verbindungsstück zwischen Luft- und Speiseröhre – zu entfernen. Unterhalb der Schilddrüse wird eine Atemöffnung geschaffen, das sogenannte Tracheostoma, das durch ein in die Luftröhre gebogenes Röhrchen, die Trachealkanüle, stabilisiert wird. Der Schlund, also der oberste Abschnitt der Speiseröhre, wird direkt mit der Mundhöhle verbunden, sodass Kleemeier zehn Tage nach dem Eingriff zunächst wieder schlucken und damit auch essen und trinken kann.  


Sprechverlust nicht der schlimmste „Kollateralschaden“
Vorerst sieht es so aus, als wäre der durch die Kehlkopfentfernung bedingte Verlust des Sprechens der schlimmste „Kollateralschaden“ in Kleemeiers Kampf gegen den Krebs. Doch bereits nach wenigen Tagen ergeben sich neue Probleme: Das Gewebe im Halsbereich ist durch die zahlreichen Bestrahlungen massiv geschädigt worden. Wundheilungsstörungen und eine Fistel, durch die Speichel und Nahrung den Weg vom Schlund zum Tracheostoma finden und austreten, setzen Kleemeier zu.

 
„Da fing das Leiden an“, schreibt er beim Interview auf einen Block. Mehrere Versuche die Fistel operativ zu schließen scheitern. Kleemeiers Schlund ist vernarbt und trichterförmig stark verengt, sodass er nicht mehr essen und trinken kann, sondern über eine Magensonde ernährt werden muss.   Ein ganzes Jahr lebt der sonst so lebensfrohe Mann mit den Einschränkungen, die er als massiven Verlust der Lebensqualität empfindet. „Sprechen geht immer, auch wenn man mit Händen und Füßen redet. Aber ohne Geschmack im Mund … Am meisten habe ich vermisst, an Sommertagen etwas Kaltes zu trinken“, flüstert er mit tonloser Stimme.

„Das einzige Positive ist, dass man sein Gewicht hält“, ergänzt der frühere 130-Kilo-Mann aus Porta Westfalica, und seine Augen leuchten belustigt im nun schlanken Gesicht. „Für unsere Kinder und mich war es eine sehr schwierige Situation, aber Jürgen ist ganz gelassen und im Großen und Ganzen auch positiv eingestellt geblieben“, erklärt Ehefrau Regina.  


Patienten aus Deutschland und der Welt
Mit dieser positiven Energie beschließt der 62-Jährige, sich nicht mit der Situation zufrieden zu geben. Seine Ärzte überweisen ihn an die 250 Kilometer entfernte Helios St. Anna Klinik in Duisburg. Die hier ansässige Abteilung für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde zieht mit einem Schwerpunkt auf der plastisch-rekonstruktiven Chirurgie nach ausgedehnter Tumorchirurgie Patienten aus der ganzen Republik und anderen Ländern an. Sowohl das Vorgespräch als auch die Voruntersuchungen und das Konzept überzeugen Kleemeier und so setzt er sich Ende März 2021 noch einmal einer großen Operation und den damit verbundenen Risiken aus.  

 Nahtmaterial dünner, als ein menschliches Haar
Während des achtstündigen Eingriffs entnimmt Prof. Remmert mit seinem Team ein rund 6x9 cm großes Stück Unterarmgewebe mit Haut, Bindegewebe und Faszien (Muskelhaut) sowie eine zugehörige Arterie und zwei Begleitvenen, um die künftige Blutversorgung des Gewebes sicherzustellen. Das Ganze wird, die Haut auf der Innenseite, zu einem Rohr geformt und vernäht. Dann wird der so neugebildete Schlund implantiert.
Damit das transplantierte Gewebe vom Unterarm einheilt, werden die Gefäße unter mikroskopischer Sicht an kleine Gefäße des Halses mit Fäden die dünner sind als ein menschliches Haar angeschlossen. Diese plastische Rekonstruktion bringt unseren Patientinnen und Patienten einen solchen Zugewinn an Funktionalität und damit auch Normalität, dass der damit verbundene Eingriff und die anschließende Zeit der Heilung eine sehr gute Investition in die Lebensqualität darstellen“, erläutert Prof. Remmert.        

Und tatsächlich: Bereits zehn Tage nach dem Eingriff erfolgt die sogenannte Röntgen Breischluck-Untersuchung. Auf den Bildern ist zu erkennen, dass Kleemeier den mit Kontrastmittel versetzten Brei schlucken kann. „Ich muss zwar sehr ordentlich kauen, kann ansonsten aber wieder normal essen und trinken. Das ist eine großartige Leistung des gesamten Teams und auch die Zusammenarbeit mit meiner Heimatklinik hat wunderbar funktioniert“, freut er sich einige Wochen später bei der Nachkontrolle. Nun möchte er den nächsten Schritt gehen und sich ein Stimmventil einsetzten lassen, wodurch die Schleimhaut der Speiseröhre in Schwingungen versetzt wird um ein Ton zu erzeugen, um so ein weiteres Stück Normalität zurückgewinnen.     

 Jürgen Kleemeier (r.) freut sich nach dem Eingriff durch Prof. Stephan Remmert (l.), HNO-Chefarzt der Helios St. Anna Klinik Duisburg, über die zurückgewonnene Lebensqualität.

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Pflegeschüler:innen erhalten Abschlusszeugnisse

Duisburg, 05. September 2021 - Drei Jahre lang haben sie auf diesen Moment hingearbeitet. Viel Arbeit und Stress, aber auch viel Spaß, neue Erfahrungen und erlerntes Wissen liegen hinter ihnen. Nun erhielten zehn Pflegeschüler:innen der Helios Rhein-Ruhr Kliniken in Duisburg ihre Examenszeugnisse und sind ab sofort offiziell examinierte Gesundheits- und Krankenpfleger:innen. Neben sämtlichen Kenntnissen zum pflegerischen Umgang mit Patienten, wie Krankenbeobachtung, Medikamente verabreichen oder Assistenz bei Untersuchungen in Theorie und Praxis, lernten sie in ihrer Ausbildung auch den empathischen Umgang mit Patienten und Angehörigen.

Fast alle der Absolventen werden zukünftig als Pflegekräfte an der Helios St. Anna Klinik und der Helios Klinik Duisburg-Homberg arbeiten.

Noch wenige Ausbildungsplätze frei Für den nächsten Ausbildungsjahrgang, der am 1. Oktober 2021 startet, sind noch wenige Plätze frei. Weitere Informationen und Kontakt bei  Pflegedirektor Karl Poersch unter karl.poersch@helios-gesundheit.de


Koordinierte Versorgung von schwer psychisch Erkrankten wird Kassenleistung

NPPV-Projekt aus Nordrhein lieferte Blaupause  

Düsseldorf/Duisburg, 03. September 2021 — Für die Betroffenen dürfte dies ein Meilenstein in der ambulanten Versorgung sein: Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im deutschen Gesundheitswesen, hat gestern eine neue Richtlinie zur koordinierten und strukturierten Versorgung von schwer psychisch erkrankten Erwachsenen beschlossen. Diese Patient*innen haben einen komplexen ärztlichen und therapeutischen Behandlungsbedarf und können wichtige Lebensbereiche wie Familie oder Beruf nicht mehr allein bewältigen. Sie werden aber „von den bestehenden Versorgungsangeboten oft nur schwer und unvollständig erreicht“, heißt es in der Begründung des G-BA.

Dabei mangele es nicht an der Zahl und Vielfalt der Leistungen, sondern daran, sie zu verzahnen und in Einklang zu bringen. Genau hier setzt die neue Richtlinie an: Sie schafft die Voraussetzungen dafür, alle für die Versorgung im Einzelfall benötigten Gesundheitsberufe zu vernetzen, um Betroffenen schnell und bedarfsgerecht zu helfen. Eine wesentliche Rolle nehmen dabei feste Bezugs- und Koordinationspersonen ein, die die Patient*innen auf den Wegen zwischen den Versorgungsangeboten – auch zwischen ambulanter und stationärer Versorgung – navigieren.
Ein Bezugsarzt oder -psychotherapeut ist verantwortlich für den individuellen Gesamtbehandlungsplan und die Überwachung der Therapieziele. Die Koordination des patientenindividuellen Versorgungsangebots – etwa das Terminmanagement – übernimmt eine nichtärztliche Person, zum Beispiel aus der Sozio- oder Ergotherapie oder der psychiatrischen Krankenpflege.  


Anforderungen an Netzverbünde
Die Richtlinie ermöglicht nun, dass sich niedergelassene Fachärzt*innen, Psychotherapeut*innen, stationäre Einrichtungen sowie Therapeut*innen aus verschiedenen Bereichen zu regionalen Netzverbünden zusammenschließen können. Vorgabe ist, dass ein Netzverbund aus mindestens zehn Akteuren aus verschiedenen Gesundheitsberufen besteht.

Der Erstkontakt zu den Patient*innen kann direkt über spezialisierte Fachärzt*innen oder Psychotherapeut*innen des Netzverbundes erfolgen. An den Netzverbund überweisen oder empfehlen können alle an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen sowie Sozialpsychiatrische Dienste und ermächtigte Einrichtungen. Die Netzverbünde sollen Eingangssprechstunden anbieten; Termine dafür sollen innerhalb von sieben Werktagen angeboten werden. Liegen die Voraussetzungen für eine Komplexbehandlung vor, soll – in der Regel ebenfalls innerhalb von sieben Werktagen – eine Differentialdiagnostik durchgeführt werden und die Behandlung kann beginnen. Zur Erklärung: Aufgabe der Differentialdiagnostik ist es, Erkrankungen mit einem ähnlichen Erscheinungsbild sicher voneinander abzugrenzen (Ausschluss-Diagnose), um eine korrekte Diagnose stellen zu können.

NPPV-Projekt lieferte Vorlage „Ich begrüße es außerordentlich, dass die koordinierte und strukturierte Versorgung von schwer psychisch erkrankten Menschen nun endlich in der Regelversorgung ankommt. Es war ein weiter Weg durch die Gremien und über das Reformgesetz zur Psychotherapeutenausbildung bis zur Richtlinie. Wir mussten über viele Jahre dafür kämpfen und so manches dicke Brett bohren“, ordnet Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein, den G-BA-Beschluss ein. „Es macht mich aber auch ein bisschen stolz, dass der Impuls für dieses notwendige neue Versorgungsangebot aus Nordrhein kommt.“

Dort setzt die KV Nordrhein seit 2017 das vom Innovationsfonds geförderte Projekt „Neurologisch-psychiatrische und psychotherapeutische Versorgung“ (NPPV) zusammen mit Partnern wie u. a. der AOK Rheinland/Hamburg und dem BKK Landesverband Nordwest um. 284 Psychotherapeuten und 396 Fachärzte aus 423 Praxen haben sich im Rahmen von NPPV in regionalen Netzen organisiert. Viele weitere Hausärzt*innen, Kliniken und Selbsthilfeorganisationen sind ebenfalls in die Vernetzung eingebunden.
Gemeinsam kümmern sie sich um rund 14.000 schwer psychisch erkrankte Patient*innen in Nordrhein. Im September werden die letzten Patienten in die vernetzten Strukturen eingesteuert, dann beginnt die Evaluationsphase.

Nicht alle Wünsche umgesetzt
„Unser NPPV-Projekt hat auf dem Weg zur Richtlinie sicher einiges an Erkenntnis beitragen können. Stellenweise liest sie sich wie eine Blaupause unseres Versorgungsmodells. Allerdings ist nicht alles so gekommen, wie wir uns das vorgestellt haben“, räumt Bergmann ein.
Die Hauptziele – schneller Zugang zu qualifizierter Versorgung, wohnortnahe Begleitung der Patient*innen durch Bezugspersonen und die Vernetzung verschiedener Gesundheitsberufe und Einrichtungen – seien zwar erreicht worden, kommentiert auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV).
Dass alle Patienten nach der Eingangssprechstunde bei einem Verbundarzt oder -psychotherapeuten nun zur differentialdiagnostischen Abklärung und Erstellung oder Änderung eines Behandlungsplans bei Psychiater*innen des Verbundes vorgestellt werden müssen, schaffe unnötige Engpässe. Diese Rolle hätten sowohl fachlich wie berufsrechtlich auch Psychotherapeuten übernehmen können.

„Die Fokussierung auf Psychiater wirkt wie ein Flaschenhals und konterkariert am Ende das wichtige Ziel, die Patienten so schnell wie möglich an die für sie am besten geeigneten Versorgungsangebote zu geleiten“, ergänzt Bergmann. Bedauerlich sei auch, dass Erkrankungen an Demenz und weitere wesentliche Erkrankungsbilder aus dem neurologischen Formenkreis durch die Richtlinie nicht abgedeckt werden. Die jetzt verabschiedete G-BA-Richtlinie bietet die Grundlage, durch das Projekt NPPV aufgebaute Versorgungsstrukturen und -angebote in Nordrhein als von der GKV bezahlte Versicherungsleistung fortführen zu können.
Zunächst muss die Richtlinie aber vom Bundesgesundheitsministerium geprüft und danach im Bundesanzeiger veröffentlicht werden. Anschließend legt der Bewertungsausschuss der Ärzt*innen und Krankenkassen die benötigten Vergütungsziffern fest. Nach Inkrafttreten der Richtlinie können sich Netzverbünde gründen und die neue Versorgungsform anbieten. Die KBV rechnet damit, dass dies frühestens Mitte 2022 möglich sein wird.

 

Williams-Beuren-Syndrom: Wenn dem Leben 28 Gene fehlen

Duisburg, 03. September 2021 - Als Ella geboren wird, ahnt niemand, dass sie unter einem seltenen Gendefekt leidet. Bis ihr Herz stillsteht. Hellblaues T-Shirt, bunte Leggins und ein kleiner Rucksack über den zarten Schultern – als die Tür aufgeht, strahlt die fünfjährige Ella ihre betreuende Ärztin im Krankenzimmer der Kinderstation 34 fröhlich an. Auf den ersten Blick könnte das hier Klinikalltag sein und Ella einfach ein tapferes Mädchen, das heute – vielleicht nach einem harmlosen Eingriff – gemeinsam mit ihrer Mutter nach Hause darf. Auf den zweiten Blick aber ragen Schläuche aus ihrem kleinen Rucksack bis zur Blutdruckmanschette am Oberarm, hat sie noch einen frischen Zugang im Handgelenk und zeichnet sich eine Sonde unter ihrem T-Shirt ab.

Ella Gabelmann

Bis sie entlassen werden kann, wird es noch dauern. Denn Ellas Geschichte ist eine andere, eine die ihr und ihrer Familie mehr abverlangt als Tapferkeit und in deren Verlauf das Leben des kleinen Mädchens schon mehrfach am seidenen Faden hing. Ellas Gesichtszüge sind schmal, sie wirkt ein wenig zu klein für eine Fünfjährige. Aber man muss genauer hinschauen, um zu erkennen, dass sie sich noch in anderen Dingen von Kindern ihres Alters unterscheidet. Ihre Nasenspitze ist rundlicher, die Lippen anders geformt. In ihrem zarten Körper schlägt zudem ein Herz, das geschwächt ist. Denn Ella fehlt seit ihrer Geburt ein Stück eines Chromosoms, und damit rund 28 Gene. Dieser Defekt nennt sich Williams-Beuren-Syndrom (kurz WBS) nach seinen deutsch-neuseeländischen Entdeckern.

Rein medizinisch gesehen ist WBS eine seltene Erkrankung, sie tritt nur bei etwa einer von 8000 Geburten auf. Für die betroffenen Familien aber ändert sie alles. Denn trotz zunehmender Bekanntheit vergehen oft Jahre, in denen schon schwere Symptomen auftreten, aber niemand die Ursache erkennt. Auch, weil die Erkrankung so unterschiedliche Ausprägungen hat. Denn eine der Folgen des „Stückverlusts“ am langen Arm des Chromosoms 7 ist, dass Betroffene ein verändertes, weniger funktionstüchtiges Elastin bilden können.

„Eine Störung, die nahezu alle Körpervorgänge beeinflusst, denn Elastin gehört zu den strukturgebenden Eiweißen und sorgt unter anderem für die Dehnungsfähigkeit der Blutgefäße“, erklärt Dr. Elke Reutershahn, Leiterin des bundesweit einzigen WBS-Zentrums an der Helios St. Johannes Klinik in Duisburg. 

Dieser Mangel kann bei Betroffenen unter anderem Herz- und Gefäßfehlbildungen sowie dauerhaften Bluthochdruck verursachen. Neben den organischen Veränderungen weisen die Kinder zudem besondere optische Merkmale auf so wie auch Ella. Dazu kommen einschränkende Entwicklungsdefizite und ein verändertes Sozialverhalten. Viele Betroffene sind gegenüber Mitmenschen extrem kontaktfreudig, neugierig und vertrauensselig, dafür aber in Alltagssituationen wie etwa beim Zähne putzen übertrieben ängstlich oder reaktionsstark.

Für Ellas Familie beginnen die Veränderungen schon in der Schwangerschaft, denn auf allen Ultraschallbildern bleibt das kleine Mädchen immer ein wenig hinter den Größenvorgaben zurück. Doch sie entwickelt sich konstant, also gibt es erstmal keinen Grund zu großer Sorge. In der 30. Schwangerschaftswoche aber setzen plötzlich Wehen ein, Ella drängt auf die Welt, viel zu früh. Mit Glück schafft sie noch bis zur 38. Woche, muss dann aber per Notkaiserschnitt geholt werden. Schon direkt nach ihrer Geburt hat sie leichte Atemaussetzer, kann kaum trinken und nimmt nur sehr langsam zu. Sie kommt deshalb zur Überwachung in die Kinderklinik. Die Ärzte gehen von einer Anpassungsstörung aufgrund der verzögerten Entwicklung in der Schwangerschaft aus. Bei der U2 in der Klinik hört der Kinderarzt zwar ein Herzgeräusch, die Kontrolle soll aber aufgrund knapper Termine erst in sechs Monaten erfolgen.

Niemand schöpft Verdacht, Ella wird entlassen. Doch auch zuhause bleibt ihr Zustand unbeständig, von einer sorglosen Kennenlernzeit ist die Familie weit entfernt. „Ella schrie viel, war unruhig und konnte weiterhin nicht gut trinken“, erzählt Olga Gabelmann, Ellas Mama. Sie ahnt immer mehr, dass hier etwas nicht stimmt. Als ihre Tochter mit einem Mal auffallend ruhiger und zugleich schwächer wird, drängt sie in der Klinik auf einen früheren Ultraschall. Die Aufnahmen sollen ihr recht geben. Ellas Herz ist bereits stark vergrößert, ihre Herzklappen funktionieren nicht richtig. Jetzt muss es schnell gehen, sie kommt zur Untersuchung ins Herzkatheterlabor, dort verschlechtert sich ihr Zustand unter der Vollnarkose rapide, das wenige Monate alte Baby muss zweimal reanimiert werden. Danach liegt sie wochenlang beatmet auf der Intensivstation, auch hier versagt ihr Herz, doch die Ärzte holen sie wieder zurück.

Für ihre Familie ein Albtraum: „Diese Wochen waren so unfassbar grausam. Ich frage mich oft immer noch, wie wir das durchgestanden haben.“ Olga Gabelmanns Gesicht verdunkelt sich bei der Erinnerung. Doch kurz darauf strahlt die 37jährige wieder eine Kraft und Zuversicht aus, die beeindruckend ist. Sie kämpft für ihre kleine Tochter, jeden Tag. Und auch für ihr zweites Mädchen, Lena, die zwei Jahre ältere Schwester von Ella: „Geschwister von erkrankten Kindern nennt man oft Schattenkinder, weil sie unheimlich viel zurückstecken müssen. Wir versuchen, das so gut es geht, mit Exklusivzeit auszugleichen.“

Denn Ellas Kampf geht weiter, ihr stark geschwächtes Herz macht kurzfristig eine große Operation notwendig, erneut hängt ihr Leben am seidenen Faden. Doch sie kämpft und überlebt. Und auch eine mögliche Diagnose steht im Raum, denn nach einem Schnelltest hört die Familie zum ersten Mal den Begriff Williams-Beuren-Syndrom, kurz WBS. Einen richtigen Behandlungsplan aber gibt nicht. Ellas Zustand stabilisiert sich und Olga Gabelmann findet Zeit, um zu recherchieren. Dabei stößt sie in den sozialen Medien auf andere Betroffene und darüber auf das WBS-Zentrum an der Helios St. Johannes Klinik und seine Leiterin Dr. Elke Reutershahn.

Die erfahrene Oberärztin sitzt zeitgleich dem wissenschaftlichen Beirat des WBS-Bundesverbandes vor, ist Expertin bei der Behandlung des Gendefektes. Die Familie macht schließlich einen Termin in Duisburg und fährt aus der Pfalz an den Niederrhein. „Ich war so erleichtert, als wir die ersten Gespräche geführt haben. Plötzlich verstand jemand alle Sorgen und Besonderheiten rund um Ella und ich musste nichts erklären oder rechtfertigen“, erinnert sich die Krankenschwester. Mit Elke Reutershahn und ihrem Team gehen sie alle Herausforderungen durch, etwa Ellas Probleme bei der Nahrungsaufnahme, die sie von Beginn an begleiten und sich durch einen lebensbedrohlichen Riss ihrer Speiseröhre im Alter von zwei Jahren noch verschlimmern.

Bis heute löst Essen bei ihr einen Brechreiz aus und sie muss über eine Sonde künstlich ernährt werden. Elke Reutershahn entwickelt einen Therapieplan für Ella, gibt der Familie zudem hilfreiche Tipps und ist über die Jahre bei Sorgen immer ansprechbar, auch als die Pandemie beginnt, denn eine Corona-Infektion kann für WBS-Patienten schnell lebensgefährlich werden. Bereits dreimal war Ella für Behandlungen oder Operationen in Duisburg, alles wird dann aufeinander abgestimmt, damit es für sie möglichst stressfrei und schonend abläuft, denn auch eine Narkose ist für das Mädchen ein enormes Risiko.

Im Zimmer auf Station 34 der Alt-Hamborner Klinik erholt sie sich jetzt von Eingriffen am Bauch und an den Zähnen, die parallel stattfanden, um Ella von mittlerweile chronischen Schmerzen zu befreien. Kinder- und Kieferchirurgen arbeiteten dafür Hand in Hand. Auch das ist eine Besonderheit des Zentrums. Eingebettet in das Leistungsspektrum eines Maximalversorgers bietet die Abteilung WBS-Betroffenen und ihren Familien die gesamte Bandbreite der medizinischen Versorgung - von der internistischen über die operative bis hin zur entwicklungsdiagnostischen Therapie. Heilbar ist das Williams-Beuren-Syndrom bislang nicht.

Doch viele Patienten können als Erwachsene zwar ein betreutes, aber in einigen Dingen selbstständiges Leben führen. Ob das für Ella jemals möglich sein wird, kann keiner der Beteiligten sagen. Ihre Familie aber ist glücklich über jeden neuen Tag mit ihr: „Ella hat schon so viel durchgemacht und geht trotzdem unglaublich fröhlich durchs Leben. Daran nehmen wir uns immer wieder ein Beispiel und genießen auch alltägliche Momente umso intensiver.“

 

36 frisch examinierte Pflegekräfte sind ein starkes Signal in Coronazeiten

Nachwuchs für die Pflegeberufe

Duisburg, 02. September 2021 - 36 angehende Gesundheits- und KrankenpflegerInnen haben jetzt an der Pflegeschule Duisburg e.V., die ihren Sitz am Evangelischen Krankenhaus Duisburg-Nord in Fahrn hat, ihr Examen bestanden. Zwei von ihnen, Lea Kupper und Carla Witthüser, haben ihre Ausbildung sogar hervorragend abgeschlossen und sämtliche Prüfungsteile mit der Note „sehr gut“ absolviert.


Schulleiter Helmut Topel ist stolz auf den Nachwuchsjahrgang: „Alle haben sich den Abschluss redlich verdient, denn schließlich sind die Ausbildungen und Staatsexamen in den Pflegeberufen außerordentlich anspruchsvoll. Und in den letzten Tagen haben sie ihr umfassendes Wissen in den mündlichen Prüfungen gezeigt, das ihnen zuvor von ihren Kursleitungen Vanessa Sökeland-Keultjes und Bernhard Giese mit viel Einfühlungsvermögen und hohem persönlichem Einsatz vermittelt worden ist.“


Ein weiterer Grund zur Freude ist, dass beinahe der komplette Abschlussjahrgang dem Klinikverbund Evangelisches Klinikum Niederrhein erhalten bleibt und in Zukunft an einem der Standorte des Unternehmens (Evangelisches Krankenhaus Duisburg-Nord, BETHESDA Krankenhaus Duisburg, Herzzentrum Duisburg, Johanniter Krankenhaus Oberhausen, Evangelisches Krankenhaus Dinslaken) tätig sein wird. Helmut Topel sieht den erfolgreichen Abschluss seiner 36 Schülerinnen und Schüler auch als wichtiges Signal: „Gerade in den Zeiten der Corona-Pandemie und der Diskussionen über die fehlende Wertschätzung für die Pflegeberufe ist es schön zu sehen, dass sich junge Menschen für diesen Weg entscheiden und dann ihre Ausbildung noch mit besonderem Engagement zum Abschluss bringen. Wir freuen uns, dass wir mit unseren Ausbildungsangeboten immer wieder unseren Teil dazu beitragen können.“

Die frisch examinierten Pflegekräfte zusammen mit Schulleiter Helmut Topel (Mitte), seinem Stellvertreter Francesco Catanuso (links) und ihren Kursleitungen Vanessa Sökeland-Keultjes und Bernhard Giese vor der Pflegeschule (Quelle: EVKLN)


Kinderschutz geht nur durch Rückkehr zur Normalität

Duisburg, 01. September 2021 - Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in NRW fordert Politik und Gesundheitsbehörden ausdrücklich auf, das Kindeswohl und die ganzheitlich betrachtete Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt jeder Entscheidung der Pandemiepolitik zu stellen.

Wir sind an einem Punkt der Pandemie angekommen an dem für jeden Erwachsenen ein bestmöglicher Schutz durch eine Impfung verfügbar ist. Mit großer Sorge sehen wir Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte, dass ein noch zu großer Anteil der Erwachsenen diese Chance bisher nicht genutzt hat. Mit noch größerer Sorge stellen wir aber fest, dass es immer wieder Bestrebungen gibt, diesen Mangel an Vernunft mancher Erwachsener durch weitere oder anhaltende Maßnahmen der Kontaktbeschränkung und Einschränkungen in Kita und Schule zu kompensieren.


Für Kinder lässt sich klar feststellen, dass diese aktuell mehr durch Coronamaßnahmen als durch die Infektion selbst gefährdet sind. Wir erleben in Praxen und Kliniken praktisch keine schweren Verläufe bei Kindern, gleichzeitig sehen wir aber jeden Tag bei unseren Patienten zunehmende gesundheit­liche und Entwicklungs-Probleme bekommen. Und zwar sowohl im körperlichen Bereich (z.B. durch Übergewicht, Bewegungs­mangel), als auch im geistigen Bereich (z.B.  bei Bildung und Sprachkompetenz), aber vor allem auch im Bereich der seelischen Entwicklung, mit immer mehr Kindern, die Kontaktstörungen oder sogar Depressionen haben. 


Kinder waren zu keinem Zeitpunkt der Pandemie selbst in dem Maße gefährdet, wie sie Lasten und Einschränkungen der Pandemiepolitik ertragen mussten.  Die meisten Kinder haben das mit großer Rücksichtnahme und selbst kleine Kinder mit der ihnen möglichen Verantwortung gelebt. Es kann aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr sein, dass das Wohl der Kinder allein auf Infektions­vermeidung reduziert wird. Niemand wünscht sich, dass Kinder unnötig und leichtfertig infiziert werden, allerdings ist das kindliche Immunsystem deutlich besser auf das Coronavirus eingestellt als die kindliche Seele auf anhaltende negative Einflüsse von Verboten und Vereinsamung.

Wir fordern daher ein Umdenken in der Test- und Quarantänepolitik in Kitas und Schulen:
Kinder, die nicht selbst positiv getestet wurden, können Kita und Schule uneingeschränkt besuchen.
Quarantäne im Umfeld von positiv Getesteten wird nicht mehr angeordnet (ggf. mit Erhöhung der Testhäufigkeit der Betroffenen).
Gruppentestungen (Lollitest) werden wieder auf Individualtests umgestellt oder es erfolgt die sofortige Überprüfung durch Antigenteste, um positive Kinder zu identifizieren. Quarantänen bis zum Vorliegen endgültiger Ergebnisse für ganze Klassen sollen vermieden werden.
Keine Pflichten zur Arztvorstellung aufgrund von „Anordnungen“ von Lehrer*innen und Erzieher*innen. Wer krank ist, bleibt zu Hause, wer (wieder) gesund ist, besucht Schule oder Kita ggf. auch mit geringen Restsymptomen.