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Uni-Termine

 
Studieninteressierte: Wochen der Studienorientierung

Duisburg, 08. Januar 2021 - Wie treffe ich die richtige Studienwahl? Wie kann ich mir das „Studentenleben“ vorstellen? Was muss ich beim neuen Vergabeverfahren von Studienplätzen beachten? Diese und viele weitere Fragen beantworten die Studiumsprofis der Universität Duisburg-Essen (UDE) in der NRW-weiten „Wochen der Studienorientierung“ vom 18. Januar bis zum 5. Februar.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Auf die Studierenden von morgen wartet ein vielfältiges digitales Programm via Zoom: Von Vorträgen zur Studienwahlorientierung, über Angebote für Eltern bis hin zu informativen Vorträgen zu Studiengängen oder direkten Gesprächen mit Studierenden. Wer dabei sein möchte, sollte idealerweise ein Tablet oder einen Laptop/PC nutzen. Auch digital werden ein Austausch und die Beantwortung von Fragen durch die Mitarbeitenden des Akademischen Beratungszentrums (ABZ) möglich sein. 

 

Hoffnungsschimmer für regionale Unternehmen Wirtschaftsweiser im Fördervereins-Talk

Duisburg, 21. Dezember 2020 - „Überraschend schnell“ hat sich die Wirtschaft im Sommer und Herbst vom Corona-Einbruch erholt. Zu diesem Urteil kam Prof. Dr. Achim Truger, Professor für Sozioökonomie der Universität Duisburg-Essen und einer der fünf „Wirtschaftsweisen“, im 4. digitalen Talk des Fördervereins der Hochschule. Mehr als 40 Unternehmen haben sich mit dem Ökonomen über die wirtschaftliche Lage in Deutschland und der Region ausgetauscht.

Im zweiten Quartal 2020 ist die Wirtschaft in Deutschland so stark eingebrochen wie noch nie, seit die entsprechenden Daten vierteljährlich veröffentlicht werden. „Allerdings war die Erholung im dritten Quartal dann auch unerwartet stark, bevor sie aufgrund des notwendigen zweiten Lockdowns unterbrochen wurde“, so Truger, der als Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung an den Jahresgutachten für die Bundesregierung mitschreibt. Bleibt es beim V?
Die bisherige Entwicklung der Volkswirtschaft gleiche damit eher einem „V“ als einem „U“: keine lange Dürreperiode, sondern ein tiefer Absturz gefolgt von einem schnellen Wiederanstieg. Für Truger sind wirtschaftliche Entwicklung und Pandemieverlauf eng miteinander verknüpft.

„Die Konjunktur wird sich endgültig erst wieder erholen, wenn es gelingt, die Pandemie unter Kontrolle zu bringen.“ Richtige Weichenstellungen der Politik Mit den raschen und umfangreichen Maßnahmen hat die Politik aus Sicht Prof. Trugers die Wirtschaft in diesem Jahr gestützt. Allen voran das Kurzarbeitergeld habe den Arbeitsmarkt stabilisiert. Im Gespräch ging es den beteiligten Unternehmen um die Unterstützungsprogramme von Land und Bund, die langfristigen Auswirkungen auf den Staatshaushalt, den Strukturwandel in der Automobilbranche und den Brexit. “Es besteht unter sehr vielen ÖkonomInnen Konsens, dass die Regierung sehr gut auf die Krise reagiert und damit Unternehmenszusammenbrüche und Massenarbeitslosigkeit verhindert hat.

Im Detail könnte man bei den Unterstützungsprogrammen für Unternehmen allerdings durchaus noch einmal nachsteuern“, so der Wirtschaftsweise. Mitglied werden und dabei sein Die digitalen Experten-Talks stoßen bei unseren Mitgliedern auf sehr große Resonanz. Wir werden die Veranstaltungsreihe daher im nächsten Jahr fortsetzen. Den Anfang macht am 10. Februar der aus Funk und Fernsehen bekannte Politikwissenschaftler Prof. Karl-Rudolf Korte. Werden Sie Mitglied im Förderverein und seien Sie das nächste Mal dabei.

- Gültige Annahme in Frage gestellt: Mehr Bildung schützt nicht zwingend vor Demenz 
- Sonderforschungsbereiche RESIST und MARIE - Doppelerfolg für die UDE

Gültige Annahme in Frage gestellt: Mehr Bildung schützt nicht zwingend vor Demenz 
Duisburg, 27. November 2020 - Die Studienlage schien klar zu sein: Schulbildung schützt vor Demenz. Um bis zu sieben Prozent sollte jedes Schuljahr das Risiko verringern, im Alter daran zu erkranken. Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben einen langen Atem bewiesen und diesen kausalen Zusammenhang nun widerlegt – anhand einer Schulreform, die vor 80 Jahren die Schulzeit in Schweden verlängerte. Das American Journal of Epidemiology berichtete.

Klasse in einer nordschwedischen Dorfschule in den 1920ern. Foto: © Lars Enarsson/Jamtlis fotosamlingar

Bildung galt als vielversprechender Faktor, mit dem sich das Risiko einer Demenzerkrankung aktiv verringern ließ – und tatsächlich ist eine Korrelation zu erkennen: Alzheimer und ähnliche Krankheiten treffen häufiger Menschen mit geringem Bildungsabschluss als Akademiker. Doch ist es tatsächlich die Bildung an sich, die den schützenden Effekt hat? 
Nicht unbedingt, sagen Wissenschaftler um UDE-Professor Martin Karlsson. Jahrelang haben er und seine Kollegen Archive durchforstet nach Informationen zur Reform der schwedischen Volksschule zwischen 1930 und 1950. Damals wurde nach und nach landesweit die Schulpflicht von sechs auf sieben Jahre verlängert. „Genau das ist der springende Punkt“, erklärt Karlsson. „Sie war verpflichtend für alle 13-Jährigen, unabhängig von Intelligenz, Charakter, sozialem Umfeld oder anderen Faktoren, die normalerweise die Entscheidung beeinflussen, wie lange man zur Schule geht.“ So verglichen die Forscher die unterschiedlich lange Ausbildung mit Demenzdiagnosen von 1,3 Millionen Menschen der Geburtsjahrgänge 1920 bis 1936. 
Mehr Bildung, aber nicht mehr Geld 
Eine parallele Studie zum Arbeitsmarkterfolg zeigte, dass die verlängerte Ausbildung keinen nennenswerten Einfluss auf den Status im späteren Leben hatte – Berufswahl und Einkommen veränderten sich nach der Reform im Durchschnitt nicht, damit ebenso wenig die Möglichkeiten zur gesunden Ernährung oder Krankenversorgung. So konnten die beteiligten Ökonomen, Epidemiologen und Psychologen sicher sein, tatsächlich nur den Einfluss des zusätzlichen Schuljahres zu untersuchen. Das American Journal of Epidemiology berichtet darüber in seiner aktuellen Ausgabe.
Dass es zwar eine Korrelation zwischen beiden Aspekten, aber keine Kausalität gibt, erklärt Karlsson wie folgt: „Wichtige Faktoren für den schulischen Erfolg –zum Beispiel Intelligenz oder sozioökonomischer Hintergrund – beeinflussen auch unseren Alterungsprozess.“ * An der internationalen Studie unter Karlssons Leitung waren auch das Karolinska-Institut in Stockholm, die Universität Lund (beide Schweden) sowie das Irving Medical Centre der Columbia University (New York City, USA) beteiligt. Publikation: https://doi.org/10.1093/aje/kwaa255

 


Sonderforschungsbereiche RESIST und MARIE - Doppelerfolg für die UDE
Große Freude an der Universität Duisburg-Essen (UDE): Sie bekommt einen neuen Sonderforschungsbereich (SFB) zur Aquatischen Ökologie: RESIST untersucht, wie Gewässer und ihre Lebensräume auf die vielen Belastungen reagieren. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat ihn soeben für vier Jahre mit 12,3 Millionen Euro bewilligt. Verlängert wird außerdem MARIE. Dieses Programm, das die Grundlagen für mobile Mini-Materialdetektoren entwickelt, wird für eine zweite Phase von 2021 bis 2024 mit 13,7 Millionen Euro gefördert. Hieran arbeiten UDE und die Ruhr-Universität Bochum gemeinsam.
Der Einfluss multipler Stressfaktoren auf die Biodiversität soll im SFB RESIST auch mit Hilfe so genannter Mesokosmen-Experimente analysiert werden. Im Bild ist das ExStream-System an der Kinzig, Hessen. Foto: Till-Hendrik Macher
RESIST (Degradation und Erholung von Fließgewässerökosystemen unter multiplen Belastungen) Flüsse und Bäche sind Zentren der Biodiversität und für den Menschen lebenswichtig. Durch unser Zutun werden Gewässer auf vielfältige Weise beeinträchtigt, was nicht spurlos an Tieren und Pflanzen vorbeigeht. RESIST will verstehen, wie verschiedene Belastungen einzeln und in Kombination auf die Biodiversität und die Funktionen von Fließgewässern wirken, und wie sich vormals gestresste Ökosysteme wieder erholen. Außerdem sollen Modelle entwickelt werden, um die Effekte vorherzusagen. 
Fachleute für verschiedenste Stressoren sowie für ein breites Spektrum an Organismengruppen kooperieren in dem SFB. Seine Sprecher sind die Professoren Dr. Bernd Sures und Dr. Daniel Hering aus der Abteilung Aquatische Ökologie; neben 15 Forschenden der UDE sind Teams der Universitäten Bochum, Köln, Kiel und Koblenz Landau sowie des Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (Berlin) und des Umweltforschungszentrums Halle-Leipzig beteiligt.  „Der Schwerpunkt unserer Untersuchungen liegt auf drei Stressoren, die weltweit für negative Folgen sorgen: steigende Temperaturen, Versalzung und Verschlechterung von Gewässerstruktur und Fließverhalten“, erklärt Bernd Sures.
„Wir ergründen, wie die drei einzeln und auch zusammen wirken: zum einen auf alle Komponenten des Nahrungsnetzes von Fließgewässern – von Viren bis zu Fischen –, zum anderen auf vier ökosystemare Funktionen, etwa den Abbau von Falllaub und die Nährstoffzyklen.“  Die Forschenden wenden dabei ein breites Methodenspektrum an. Sie verbinden Freilanduntersuchungen mit Mesokosmen-Experimenten, also künstlichen Mini-Ökosystemen, in denen Versuche wiederholt durchgeführt werden können. Dies findet im Ruhrgebiet an der Boye, dem größten Nebenfluss der Emscher, sowie am Fluss Kinzig in Hessen statt.
„Die Renaturierung der Emscher, eines der weltweit umfangreichsten Vorhaben seiner Art, bietet uns ideale Bedingungen“, betont Daniel Hering.  MARIE (Mobile Material-Charakterisierung und -Ortung durch Elektromagnetische Abtastung) Seit 2016 werden in diesem SFB/Transregio die Grundlagen für einen mobilen hochsensiblen Mini-Detektor erforscht. Das Gerät wird einmal die Materialeigenschaften nahezu beliebiger Objekte bestimmen können, selbst wenn diese hinter einer Wand verborgen liegen. So können auch Menschen in kontaminierten Räumen oder schmorende Kabel innerhalb von Wänden aufgespürt werden. Dafür muss der Detektor sehr hohe Frequenzen bis in den Terahertzbereich abdecken.
In der ersten Förderphase wurden in den Disziplinen Elektronik, Photonik und Mikromechanik kompakte leistungsstarke Terahertz-Sender und Empfänger konzipiert, vermessen und schließlich realisiert. Diese zählen laut der internationalen SFB-Gutachter zur Weltspitze. In der im Januar beginnenden zweiten Förderphase werden diese Detektoren „mobil“, also besonders energieeffizient und leichtgewichtig. Sie werden damit für zahlreiche Anwendungen bin hin zur Integration in ein Smartphone geeignet sein.  
Geleitet wird MARIE von Prof. Dr. Thomas Kaiser (Sprecher), Leiter des UDE-Fachgebiets für Digitale Signalverarbeitung, und Prof. Dr. Ilona Rolfes, Leiterin des RUB-Lehrstuhls für Hochfrequenzsysteme. Beteiligt sind zudem die Universität Wuppertal, die TU Darmstadt und die Fraunhofer-Institute für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme (IMS/Duisburg) sowie für Hochfrequenzphysik und Radartechnik (FHR/Wachtberg).

- 2,3 Mio. Euro für Batterie-Projekt von UDE und Evonik
- 4 Mio. Euro für internationales Doktorandennetzwerk Optische Chips realisieren
- Wachstumsprozess skalierbar Flexible Leuchtelemente in 2D 

Besseres Anodenmaterial für Lithium-Ionen-Batterien 
Duisburg, 15. Oktober 2020 - Spätestens im Jahr 2023 soll es marktreif sein: Anodenmaterial für Lithium-Ionen-Batterien, das zu leistungsfähigeren Energiespeichern führt. Das Material ist in den Laboren des Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) bereits erprobt worden. Seit dem 1. September fördert das Bundeswirtschaftsministerium die UDE mit fast 1,7 Mio. Euro, um den Herstellungsprozess in einem gemeinsamen Projekt mit Evonik weiterzuentwickeln und auf den Industriemaßstab zu übertragen.

Amorphe Silizium/Kohlenstoff-Partikel (Aufnahme aus einem Transmissions-Elektronenmikroskop). © UDE/Orthner

Bisher wird Graphit als Anodenmaterial in Lithium-Ionen-Batterien eingesetzt, doch dessen Kapazität und Fähigkeit zum schnellen Laden sind weitestgehend ausgereizt. Eine vielversprechende Alternative haben UDE und Evonik in den Syntheseanlagen des NanoEnergieTechnikZentrums (NETZ) am Campus Duisburg hergestellt: Das Komposit aus Kohlenstoff und Silizium hat eine viel höhere Kapazität bei gleichem Volumen, zudem ist es langzeitstabil und schnell zu laden.
„Kein Projektpartner kennt etwas Vergleichbares“, so Prof. Dr. Hartmut Wiggers, Experte für die Gasphasensynthese von Nanomaterialien. Die von der Fachwelt geforderte Kapazität von 1,5 Ah/g erreicht es problemlos. Nun müssen die im Labor bereits etablierten Herstellungs- und Verarbeitungsprozesse auf die erheblich größeren Dimensionen der industriellen Fertigung übertragen werden.
Neben der Arbeitsgruppe Wiggers arbeiten daran auch die Forscher um Prof. Doris Segets und Prof. Andreas Kempf: Es geht um optimale Prozesstechnik, Partikelcharakterisierung und den Bau von Anlagen in der richtigen Größe und Form auf Basis von Modellsimulationen. Ebenfalls genau unter die Lupe genommen wird der nächste Schritt, in dem die hergestellten Partikel zu Pasten verarbeitet und als Anodenmaterial auf Kupferfolie gedruckt werden. Evonik nutzt die Strömungsmodelle sowie die Experimente der UDE-Experten für die eigene Pilotanlage im Industriemaßstab.

„Unser erstes Ziel ist, die richtige Zusammensetzung und Form der Partikel auch im industriellen Maßstab zu gewährleisten. So können wir unseren Kunden dann maßgeschneiderte Lösungen anbieten“, erklärt Dr. Julia Lyubina, die zuständige Projektmanagerin bei Evonik. 
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert das Verbundprojekt „HOSALIB – Hochleistungs-Silizium-Kohlenstoff-Komposit als Anodenmaterial für Lithium-Ionen-Batterien“ für drei Jahre mit insgesamt 2,3 Mio. Euro (Förderkennzeichen 03EI3027A bzw. B).



4 Mio. Euro für internationales Doktorandennetzwerk Optische Chips realisieren
Sie können Licht erzeugen, detektieren, modulieren und speichern, um hochfrequente Terahertzstrahlung zu empfangen und zu verarbeiten – theoretisch. Noch sind lediglich einzelne Bestandteile optischer Chips entwickelt; bis zu vollständigen Schaltkreisen auf Photonen-Basis sind noch einige Herausforderungen zu meistern. Diesen stellt sich nun das internationale Doktorandennetzwerk TERAOPTICS, das von Ingenieuren der Universität Duisburg-Essen (UDE) koordiniert wird. Die EU fördert das Projekt bis 2024 mit vier Millionen Euro.

Photonisch integrierter Schaltkreis (PIC) für die Terahertz-Strahlsteuerung. (c) UDE/Stöhr

Licht lässt sich durch spezielle Technik in hochfrequente Terahertzstrahlung zwischen 0,3 und 10 THz umwandeln. „Diese Technologie ist vielversprechend, zum Beispiel für künftige Mobilfunknetze, Sicherheitstechnik oder für die Raumfahrt“, erklärt Prof. Dr. Andreas Stöhr vom UDE-Zentrum für Halbleitertechnik und Optoelektronik (ZHO), der das Netzwerk koordiniert. Doktoranden von Universitäten und Forschungseinrichtungen weltweit sowie von mehreren europäischen Industrieunternehmen erforschen in 15 Teilprojekten unterschiedliche Aspekte der Technologie. 

Ziel ist es, optisch integrierte Halbleiterchips zu entwickeln, also Schaltkreise, die anstelle von Elektronen mit Photonen arbeiten. Dadurch ließen sich THz-Signale effizienter erzeugen und präziser verarbeiten – ein fundamentaler Vorteil beispielsweise für die Materialanalyse oder die Übertragung höchster Datenraten per Funk. „Bisher entwickelte optische Systeme sind aber in der Regel zu komplex und letztlich auch zu teurer“, fasst Stöhr die Ausgangslage zusammen. Verschiedene Materialsysteme kombinieren Eine der größten Herausforderungen ist der Aufbau aus verschiedenen Materialsystemen, denn im Gegensatz zu komplett Silizium-basierten elektronischen Chips brauchen die Bestandteile der optischen Technologie verschiedene Trägermaterialien – und müssen dennoch in einem integrierten System funktionieren. Forschungsbedarf besteht daher auch beim Design der Chips, ihrer Mikrostrukturierung sowie bei der Aufbau- und Verbindungstechnik. „Voraussetzung für möglichst viele innovative Lösungen ist die Möglichkeit, ein optisches System zu miniaturisieren und günstig herzustellen“, so der Koordinator. 
 TERAOPTICS ist das erste von der UDE koordinierte europäische Doktorandennetzwerk. Wie groß das Interesse am Thema ist, zeigt die große Anzahl assoziierter Partner, darunter die Europäische Weltraumorganisation ESA, der Europäische Verband der Photonischen Industrie, aber auch viele Start-ups und kleine Unternehmen. Die EU fördert das Netzwerk im Marie-Skłodowska-Curie-Programm innerhalb von Horizon 2020.


Wachstumsprozess skalierbar Flexible Leuchtelemente in 2D 

Würde man 80.000 von ihnen übereinanderlegen, wäre der Stapel nur so hoch wie ein flachliegendes Blatt Papier: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) und Kooperationspartner haben eine nur drei Atomlagen dünne Schicht aus Wolframdisulfid entwickelt, die leuchtet, flexibel ist und zudem stabil gegenüber äußeren Einflüssen. Mehrere Quadratzentimeter große Flächen davon wurden bereits in Bauelemente eingebettet, der Herstellungsprozess ist aber darüber hinaus skalierbar. Das Fachmagazin Advanced Optical Materials berichtet.

Folie mit 1 cm Kantenlänge mit vier Lichtemittern; das Inset zeigt einen davon in Betrieb. Der weiße Balken entspricht 2 mm. Quelle: Andrzejewski et al., Advanced Optical Materials 2020, 2000694, Published by Wiley-VCH, Weinheim

Die hauchdünne Leuchtschicht wächst auf einer Unterlage aus Saphir, wird anschließend behutsam mithilfe eines Lackes abgehoben, auf die Trägerfolie übertragen und der Lack aufgelöst. In groben Zügen ist das der Herstellungsprozess, über den die Projektpartner der UDE, der RWTH Aachen und der Firma AIXTRON ganze Bauelemente aus dem zweidimensionalen Material entwickelt haben.

Die Methode lässt sich mit dem gleichen Material und derselben Bauelementarchitektur auf weitaus größere Flächen skalieren – das macht sie industriell interessant. Ändert sich die Biegung, ändert sich das Licht Unter der Leitung von UDE-Prof. Gerd Bacher entstanden so Leuchtelemente, die die Vorteile verschiedener Bauelementkonzepte verbinden: Die anorganische Wolframdisulfidschicht ist wenig anfällig gegenüber schädlichen Umgebungseinflüssen wie Sauerstoff oder Feuchtigkeit und zudem langzeitstabil. Durch die flexible Bauweise passt sich die Struktur jeder Form an.

Doch die Flexibilität birgt noch einen weiteren Vorteil: Biegt man die Folie, verzerrt sich das Kristallgitter der leuchtenden Schicht und die Wellenlänge des ausgesandten Lichts – und damit die Lichtfarbe – verändert sich. Diese Änderung ist zwar mit dem bloßen Auge nicht sichtbar, aber mit Messgeräten leicht zu erfassen. „Das macht die Elemente zum Beispiel auch interessant als Sensoren“, erklärt Dr. Tilmar Kümmell aus der Arbeitsgruppe Bacher: „Etwas weiter gesponnen könnten wir uns etwa vorstellen, dass sie eingesetzt werden, um Verformungen oder Verbiegungen zu erkennen.“ Auf der anderen Seite ließe sich durch die präzise Biegung der Folie auch eine bestimmte Wellenlänge für das ausgestrahlte Licht einstellen.

- NRW fördert neues Versuchszentrum: Der Hafen als Labor  
- UDE-Projekt mit RAG-Stiftung Atome und Tablets im Chemieunterricht

NRW fördert neues Versuchszentrum: Der Hafen als Labor
Duisburg, 09. Oktober 2020 - Deutschland ist Logistikweltmeister, und NRW spielt dabei eine führende Rolle. Eine wichtige Drehscheibe ist Duisburg mit dem weltweit größten Binnenhafen. Damit dies so bleibt, fördert das nordrhein-westfälische Verkehrsministerium ein neues Versuchszentrum für innovative Hafen- und Umschlagtechnologien: HaFoLa. Es wird von der Universität Duisburg-Essen (UDE) und dem Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme (DST) aufgebaut. Das Land finanziert das neue Hafenforschungslabor – Eröffnung voraussichtlich Ende 2021 – mit 1,5 Millionen Euro. Verkehrsminister Hendrik Wüst übergab den Förderbescheid jetzt persönlich.

Übergabe des Förderbescheids an der Oststraße in Duisburg – dort wird die 390 qm große Versuchshalle entstehen.
V.l.: Prof. Dieter Bathen (UDE und Vorstandsvorsitzender der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft (JRF)), Dr. Rupert Henn (Vorstandsmitglied DST), NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst, Prof. Dr. Bettar Ould el Moctar (Direktor DST sowie UDE/Schiffstechnik), Prof. Dr. Dieter Schramm (UDE/Mechatronik). Foto: DST

„Die Mobilität der Zukunft ist digital, vernetzt und automatisiert. Wir wollen, dass die Mobilität 4.0 nicht nur in Nordrhein-Westfalen erforscht, entwickelt und getestet, sondern auch hier produziert und frühzeitig angewendet wird“, so Minister Hendrik Wüst. „Deshalb schaffen wir in Duisburg optimale Bedingungen für die Entwicklung der autonomen Binnenschifffahrt und fördern das Projekt Hafenforschungslabor.“
Die Uni und ihr An-Institut stärken mit dem neuen Versuchszentrum an der Oststraße in Duisburg ihre ohnehin schon herausragende Forschung zum vollautomatisierten Schiffsbetrieb und zur Hafenlogistik. Viele Bundes- und Landesmittel sind bereits in innovative Testumgebungen und Projekte geflossen. Dass HaFoLa realisiert werden kann, freut vor allem dessen Leiter Cyril Alias, der auch die Idee dazu hatte.
Alias verantwortet den Bereich Logistik & Verkehr am DST. Er sagt: „Mit dem neuen Versuchszentrum werden wir anwendungsorientierte Forschung zu Binnenschifffahrt und Hafenlogistik betreiben, um Lösungen und Prototypen bis zur technischen Machbarkeit zu entwickeln und in das Realumfeld überführen zu können. Das geht vom Anlegen und Festmachen des Schiffs über den Güterumschlag und den Kranbetrieb bis hin zum Management von Hafenressourcen.“
HaFoLa wird aus einer Halle bestehen, in der die Topografie eines Hafens abgebildet ist – samt Hafenbecken, Kaimauer, Schiffsmodellen, Containern und Umschlaggeräten. „Außerdem wird es ein Experimentierlabor geben, in dem wir untersuchen werden, wie sich die Hafen- und Schifftechnologien weiter digitalisieren lassen“, so Alias.
Denn wollen die deutschen Häfen wettbewerbsfähig bleiben, geht kein Weg an der schrittweisen Automatisierung vorbei. Um maschinelles Lernen, cyberphysische Systeme und Industrie 4.0-Anwendungen zu erproben, arbeitet das DST eng mit dem Lehrstuhl für Mechatronik der Uni zusammen. Eine bewährte Kooperation, setzen die beiden Partner doch schon andere Erfolgsprojekte gemeinsam um.


UDE-Projekt mit RAG-Stiftung Atome und Tablets im Chemieunterricht

Spätestens seit Beginn der Corona-Pandemie ist klar, wie wichtig digitales Lernen ist. In einem von der RAG-Stiftung geförderten Projekt erarbeiten nun Chemiedidaktiker der Universität Duisburg-Essen (UDE) passende Lehr- und Lerninhalte für die 8. Klasse dazu. Gemeinsam mit Lehrkräften von zehn Real- und Gesamtschulen im Ruhrgebiet entwickeln die UDE-Wissenschaftler eine digitale Unterrichtsreihe zum Thema Aufbau von Atomen.
Das Besondere: Die digitale Aufbereitung ermöglicht es, die individuellen Voraussetzungen und Kenntnisse der Jugendlichen zu berücksichtigen. „Das digitale Lernen ist heute eine Schlüsselkompetenz für den Bildungserfolg junger Menschen. Ich freue mich, dass in dem von uns geförderten Projekt nun konkrete Lehrmaterialien entwickelt werden, die zeigen, wie digitale Methoden sinnvoll in den Unterricht integriert werden können,“ so Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied des Vorstands der RAG-Stiftung.
Ein passgenaues Angebot für jeden Schüler und jede Schülerin bereitzustellen – genau darum geht es Prof. Dr. Mathias Ropohl, Dr. Helena van Vorst und Dr. Sebastian Habig. Das wissenschaftliche Team entwickelt eine sogenannte digitale Lernleiter, die aus aufeinander aufbauenden Aufgabenpaketen zum Thema „Atombau“ besteht. Neuntklässler können mit ihrer Hilfe sowohl in der Schule als auch zu Hause auf einem Tablet Sprosse für Sprosse erklimmen – so sollen sie möglichst selbstständig und ohne Hilfe die Aufgaben zum Atombau lösen.
„Um die unterschiedlichen Leistungsniveaus zu berücksichtigen, setzen wir unterschiedliche, digitalgestützte Formen der Diagnose ein, sodass immer die passenden Aufgaben angeboten werden“, erklärt Dr. Helena van Vorst. Auch Test-Einheiten, bei denen Punkte erzielt werden können, und regelmäßige Abfragen zur wachsenden Selbsteinschätzung der Jugendlichen sind in die Lernleiter integriert. Atome und Tablets? Da fällt nicht nur den Jugendlichen der Zugang zur Chemie leichter, sondern auch den Lehrkräften das individuelle Unterrichten.
Gemeinsam mit ihnen wollen die Chemiedidaktiker die Reihe weiterentwickeln und so die Pädagogen im Umgang mit digitalen Medien im Unterricht und in der Entwicklung entsprechender Lehrmaterialien fortbilden. Mit einer Auftaktveranstaltung Ende September 2020 wurde dazu der erste Schritt gemacht. Zehn Real- und Gesamtschulen aus Bochum, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Mülheim und Oberhausen sind am Start.
Begleitend zur Projektdurchführung überprüfen die Forschenden das Konzept fortlaufend: Wie groß ist der Lernfortschritt der Schülerinnen und Schüler? Wie interessant fanden sie die Aufbereitung des Lernstoffs? Ist ihre Motivation durch das neue Konzept gestiegen? Aber auch die Lehrkräfte werden zu ihren Einstellungen und Einschätzungen bezüglich des Konzepts befragt. Das Projekt läuft drei Jahre.

Industrierelevanz eindrücklich belegt Katalysatormaterial aus dem Laserlabor  

Duisburg, 05. Oktober 2020 - Mehr Oberfläche heißt bei Katalysatoren oftmals mehr Aktivität. Und kaum etwas bietet mehr Oberfläche als Strukturen aus Nanopartikeln. Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben gezeigt, dass es wirtschaftlich sinnvoll ist, katalytisch hochaktive Partikel per Laser herzustellen. Sie sind nicht nur hochrein, sondern schon bei niedrigen Temperaturen leistungsfähiger als ihre klassisch hergestellten Pendants – das haben Tests bei einem Industriepartner ergeben.


Von der Herstellung der Partikel bis zum fertigen Katalysator (schematische Darstellung). (c) UDE/CENIDE

Abgase aus dem Dieselmotor laufen in der Regel durch einen Katalysator, der aus Platin- und Palladiumpartikeln auf einem Aluminiumoxidträger besteht. Die Partikel – kleiner als 10 Nanometer im Durchmesser – werden bisher überwiegend nasschemisch hergestellt, d.h. in einem mehrschrittigen Verfahren, das für jede Zusammensetzung neu optimiert werden muss. Tests mit neuen Materialien sind daher zeit- und kostenaufwendig. Die „Laserablation“ ermöglicht es hingegen, hochreine Nanopartikel in einem Schritt aus einem Feststoff zu erzeugen.

Ein Laser verdampft dabei mit ultrakurzen Pulsen Material von der Oberfläche eines Plättchens, das aus dem gewünschten Rohstoff besteht und in einer Flüssigkeit liegt. Die Fragmente finden sich anschließend zu Nanopartikeln zusammen – und fertig. Der ursprüngliche Nachteil der Methode: Bisher war die Ausbeute der gewünschten Partikelgröße begrenzt.
Aber Dr. Sven Reichenberger aus der Technischen Chemie I und sein Team haben eine Lösung gefunden: „Wir haben den Fokuspunkt des Lasers etwas oberhalb des Platin-Palladium-Plättchens in die Lösung gesetzt.“ Mehr als ein Gramm pro Stunde lässt sich so gezielt in der gewünschten Größe herstellen. Damit haben die Wissenschaftler, die im NanoEnergieTechnikZentrum (NETZ) arbeiten, die entscheidende Grenze überschritten, ab der die Lasermethode durch die geringen laufenden Kosten wirtschaftlicher ist als die nasschemische.

Das Fachmagazin Nanomaterials“ berichtet darüber in seiner aktuellen Ausgabe. Bessere Performance schon bei niedrigeren Temperaturen Industriepartner Umicore hat die so entstandenen Partikel unter realistischen Bedingungen getestet: Schon bei niedrigen Temperaturen zeigt der Katalysator eine wesentlich höhere Aktivität als das klassische Produkt. Zudem setzt er Kohlenstoffmonoxid gleich gut, Stickoxide sogar besser in ökologisch unbedenkliche Produkte um. „Das war unser Meilenstein, um die industrielle Relevanz der Methode zu beweisen“, so Reichenberger. „Jetzt werden wir weitere Materialien testen.“ als ihre klassisch hergestellten Pendants – das haben Tests bei einem Industriepartner ergeben.

 

Neuer Ressortleiter Presse: Thomas Wittek übernimmt Kommunikation der UDE

Duisburg, 08. September 2020 - Dr. Thomas Wittek ist neuer Ressortleiter Presse der Universität Duisburg-Essen (UDE). Der 50-Jährige verantwortet damit künftig die externe, die interne und die digitale Kommunikation der Hochschule. Gleichzeitig ist er Pressesprecher der Universität. Wittek folgt auf Beate Kostka, die aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden war.

Vor seinem Wechsel an die UDE war Wittek in leitender Funktion für die Kommunikation der Bertelsmann Stiftung sowie für die Kommunikation des Beratungsunternehmen Accenture in der DACH-Region verantwortlich. Begonnen hatte der promovierte Historiker seine berufliche Laufbahn als Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit am Britischen Generalkonsulat in Düsseldorf.

Leitet das Ressort Presse der UDE: Dr. Thomas Wittek. Foto: UDE/Frank Preuß

Schwerpunktprogramm weiter gefördert: Vom Detailverständnis zum Industriemaßstab

Duisburg, 24. August 2020 - Viele Materialien offenbaren neue, vielversprechende Eigenschaften, wenn man sie nanostrukturiert, sie also aus winzigen Partikeln aufbaut. Ein Weg dazu ist die Sprayflammensynthese, mit der sich eine große Vielfalt von Materialien herstellen lässt. Das im Labor bereits etablierte Verfahren reif für den industriellen Maßstab zu machen, ist ein Ziel des Schwerpunktprogramms (SPP) 1980 unter der Koordination des Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE). Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Programm für weitere drei Jahre mit rund 7,5 Mio. Euro.

Blick auf die Mitte des standardisierten Synthesereaktors „SpraySyn“, der speziell für die reproduzierbare Herstellung und Untersuchung von Nanopartikeln aus einer Sprayflamme entwickelt wurde. Die Flamme wird mithilfe einer speziellen Probenentnahmesonde untersucht, die für Temperaturen von bis zu 2600°C geeignet ist. © Samer Suleiman, IVG/CENIDE (UDE)

Seit 2017 arbeiten die Projektpartner unter der Koordination von UDE-Professor Dr. Christof Schulz daran, die zugrundeliegenden Prozesse der Sprayflammensynthese zu verstehen. Mit diesem Wissen lassen sich Alternativen für teure Spezialchemikalien und Lösungsmittel finden und die benötigten Syntheseanlagen passgenau designen. Erst dann ist das Verfahren attraktiv für den größer dimensionierten Einsatz in der Industrie und die Erzeugung von Materialien, zum Beispiel für Batterien, Katalysatoren oder Gassensoren.

Auf erarbeitetes Wissen aufbauen „Jetzt, in der zweiten Förderphase, nehmen wir weitere Fragestellungen in den Fokus: Wie lassen sich die Prozesse auf Industriemaßstäbe übertragen? Wodurch lassen sich teure oder giftige Rohstoffe ersetzen und welches Produktspektrum ist überhaupt möglich?“, erklärt Schulz. Zu diesem Zweck nutzen die Wissenschaftler weiterhin den eigens entwickelten Standardbrenner „SpraySyn“, an dessen standardisiertem Aufbau die Sprayflammensynthese von Nanopartikeln detailliert untersucht wird.
Aus den Ergebnissen lassen sich Simulationsverfahren entwickeln, die beim Übertrag vom Labor- in den Produktionsmaßstab helfen. Eine Datenbank dokumentiert nicht nur die Ergebnisse aller Projektbeteiligten, sondern dient auch über das SPP hinaus dazu, das Prozessverständnis zu dokumentieren und weiterzuentwickeln.

An acht von 19 Projekten des SPP 1980 „Nanopartikelsynthese in Sprayflammen, SpraySyn: Messung, Simulation, Prozesse“ ist die UDE maßgeblich beteiligt. Deren Nanopartikel-Syntheseanlage im NanoEnergieTechnikZentrum (NETZ) schließt die Lücke zwischen Labormaßstab und industrieller Produktion. Zusätzlich steht allen Projektpartnern ein gemeinsames Zentrallabor für laseroptische Untersuchungen im NETZ zur Verfügung.

Andrea Nahles: Gastprofessur für Politikmanagement

Duisburg, 12. August 2020 - Sie war die erste Frau an der Spitze der SPD und prägte sie wie keine andere. Jetzt kommt Andrea Nahles an die Universität Duisburg-Essen (UDE). Die langjährige Spitzenpolitikerin wird im kommenden Semester Gastprofessorin für Politikmanagement der Stiftung Mercator an der NRW School of Governance.
Andrea Nahles. Foto: SPD/Phototek/Janine Schmitz Neben der Vorlesung wird Andrea Nahles gemeinsam mit Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte eine Seminarreihe für Studierende des Masterstudiengangs „Politikmanagement, Public Policy und öffentliche Verwaltung“ gestalten und leiten.
„Wir konzipieren ein neues Format und werden unseren Studierenden einmalige Einblicke in die außergewöhnliche politische Arbeit der Sozialdemokratin Andrea Nahles bieten können“, so Korte, Direktor der NRW School of Governance. Andrea Nahles ist bis heute fest in ihrem Heimatort Weiler in der Eifel verwurzelt. In Bonn studierte sie Politikwissenschaft und Germanistik.

Noch als Schülerin war sie 1988 in die SPD eingetreten und machte ihren Weg von der Juso-Vorsitzenden (1995-1999) und Bundestagsabgeordneten (1998-2002: 2005-2019) bis an die Spitze der Sozialdemokraten. Ab 2003 gehörte die profilierte Vertreterin der Parteilinken dem SPD-Präsidium an und war ab 2009 Generalsekretärin der Partei, bis sie Ende 2013 zur Bundesministerin für Arbeit und Soziales im Kabinett Merkel berufen wurde. Dieses Amt hatte sie bis September 2017 inne.
Unter ihrer Zuständigkeit wurden der gesetzliche Mindestlohn und die so genannte Mütterrente eingeführt. Auch das Tarifeinheitsgesetz wurde unter ihrer Verantwortung beschlossen. Ab September 2017 führte Nahles die Bundestagsfraktion der SPD. Im April 2018 wurde sie SPD-Parteichefin; im Sommer 2019 legte sie alle Ämter und auch ihr Bundestagsmandat nieder.

Die NRW School of Governance wird seit 2006 von der Stiftung Mercator unterstützt. Dazu zählen verschiedene Veranstaltungsformate und die Gastprofessur, die seit 13 Jahren verliehen wird. Vor Andrea Nahles kamen unter anderem schon Gregor Gysi, Rita Süssmuth und Christian Wulff an die NRW School of Governance, um den Studierenden einen exklusiven Einblick in ihre Arbeit zu ermöglichen. 

Wenn die Herzgefäße verkalken

Anfälligkeit auch vererbbar
Duisburg/Essen, 31. Juli 2020 - Ein interdisziplinäres Forschungsteam der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) hat nachweisen können, dass nicht nur die Lebensweise eines Menschen für die Verkalkung von Herzkranzgefäßen verantwortlich ist. Auch Gen-Varianten des G-Protein-Signalweges sind es. Für ihre Erkenntnisse analysierten die Forschenden über 5 Jahre 3.108 zufällig ausgewählte Teilnehmende der Heinz Nixdorf Recall Studie. Die Ergebnisse sind im Fachjournal Atherosclerosis publiziert.

Prof. Jürgen Peters (l.) und PD Stefanie Klenke. Fotos: UK Essen

Herzerkrankungen gelten als Haupttodesursache, z. B. durch Herzinfarkt, und sind oft Folgen der koronaren Herzkrankheit (KHK). Ausgelöst wird die KHK durch Arterienverkalkung. Wenn es um Gründe für den Verkalkungsgrad und dessen Fortschreiten geht, blickt die Medizin bislang auf klassische Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder Rauchen.  „
Diese Faktoren allein können jedoch die verschiedenen Grade von Arterienverkalkung nicht erklären“, sagt PD Dr. Stefanie Klenke, Oberärztin der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Universitätsklinikum Essen. Sie und ihre Kollegen vermuteten eine vererbte Anfälligkeit, d. h. die Ursache könnte in den kodierten Genen in der DNA liegen.  Sie konzentrierten sich auf Gene der Guaninnukleotid-bindenden Eiweiße, kurz G-Proteine, die in Zellen wichtige Signale empfangen, übersetzen und weiterleiten.
Wie bereits bekannt ist, kann diese Kommunikation aber durch funktionell wirksame genetische Varianten gestört werden: Diese sogenannten Risiko-Allele schaden dem Körper potenziell.  Die Forschenden fanden heraus, dass Risiko-Allele im G-Protein-Signalweg eine stärkere und schnellere Verkalkung der Herzarterien erheblich wahrscheinlicher machen – und dies unabhängig von klassischen Risikofaktoren.
„Nachdem wir bereits die Bedeutung genetischer Varianten des G-Protein-Signalweges bei Herzoperationen aufzeigen konnten, weisen unsere Ergebnisse auf eine besondere Bedeutung dieser Gen-Varianten auch für das Voranschreiten der koronaren Herzkrankheit selbst hin“, resümiert Prof. Jürgen Peters, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin.


Petra Kleinbongard: Forschen mit Herzblut 

Herzinfarkte gehören in Deutschland zu den häufigsten Todesursachen. „Ihre Behandlung ist in den letzten Jahrzehnten deutlich besser geworden, dennoch sterben etwa 15 Prozent der Patient*innen an den Folgen des Infarktes“, sagt Prof. Dr. Petra Kleinbongard. Die neue Professorin für Kardioprotektion an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) erforscht am Universitätsklinikum Essen (UK Essen), wie das Herz besser geschützt werden kann.

Prof. Dr. Petra Kleinbongard, Herzexpertin am UK Essen © UDE/Frank Preuß

Petra Kleinbongard studierte Biologie an der Universität Bochum (1992-1999), wo sie 2003 promoviert wurde. Danach forschte sie an den Universitätskliniken Düsseldorf und Aachen sowie am US-amerikanischen Gesundheitsinstitut NHLBI, das sich mit Erkrankungen von Herz, Blutgefäßen und Lunge beschäftigt. 2008 wurde sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am UK Essen und habilitierte sich 2011 über Blut als Bildungsort und Träger von Substanzen, die die Blutgefäße erweitern oder verengen. Ihre Forschung wurde mehrfach ausgezeichnet.

„Dass und wie wir im Herzen die Muskelzellen während und nach dem Infarkt schützen können, wissen wir schon recht gut. Möglicherweise ist aber der Fokus auf die Muskelzellen für den Schutz des gesamten Herzens zu eng“, sagt die gebürtige Essenerin. Aus ersten Studien sei bekannt, dass nach dem Infarkt auch der Blutfluss in den kleinsten Blutgefäßen eingeschränkt sei (koronare Mikrozirkulation). „Dies wird bisher nicht genug beachtet“, so Kleinbongard.
Neben dem Schutz der Herzmuskelzellen wird die 47-Jährige deshalb untersuchen, wie die Blutgefäße geschützt und der Blutfluss in den Herzkranzgefäßen verbessert werden kann; das Blut versorgt das Herz mit Sauerstoff und Nährstoffen. Zuerst möchte sie die im Experiment gewonnenen Ergebnisse an gesunden jungen Proband*innen bestätigen und danach auf Patient*innen des Westdeutschen Herz- und Gefäßzentrums im UK Essen übertragen. Die Ergebnisse sollen die Prävention und Therapie von Infarkten optimieren.

Kurt Rothschild Preis für Achim Truger - Kritiker der Schuldenbremse

Duisburg, 24. Juli 2020 - Der Kurt Rothschild Preis für Wirtschaftspublizistik geht in diesem Jahr an Achim Truger, Sozioökonom und Professor der Universität Duisburg-Essen (UDE). Damit würdigen das österreichische Karl-Renner-Institut und der SPÖ-Parlamentsklub Trugers kritische Beiträge zur deutschen Schuldenbremse und zur Sparpolitik der EU*. Der Preis wird zum fünften Mal vergeben und am 28. September in Wien verliehen. Prof. Dr. Achim Truger - Foto UDE/Frank Preu .
Prämiert werden Wissenschaftler für Arbeiten, die sowohl in der Fachwelt diskutiert werden als auch zu einer medien-öffentlichen Debatte beitragen – jenseits der volkswirtschaftlichen Standardtheorie oder des ökonomischen Mainstreams.
„Kurt Rothschild hat immer einen sozialen Anspruch an die Ökonomie gestellt. Und das gilt auch für den Hauptpreisträger Achim Truger“, erklärt die Präsidentin des Karl-Renner-Instituts, Doris Bures. Um die Krise zu bewältigen, brauche man eine Wirtschaftswissenschaft, die sich für die tatsächlichen Lebensverhältnisse der Menschen interessiere. 
Achim Truger lehrt und forscht seit 2019 an der UDE. Der renommierte Experte ist außerdem einer der fünf Wirtschaftsweisen, die die Bundesregierung beraten. „Ich fühle mich sehr geehrt, weil Kurt Rothschild für mich immer ein großes Vorbild, ein fantastischer Ökonom  – durchaus auch Sozioökonom – und toller Mensch gewesen ist“, freut sich Truger über die Auszeichnung. „Außerdem finden sich einige sehr bedeutende wissenschaftliche Persönlichkeiten unter den bisherigen Haupt-Preisträger*innen.“
Diese waren Kate Raworth, Heinz D. Kurz, Marcel Fratzscher und Peter Bofinger. Der Kurt Rothschild Preis erinnert an die großen Leistungen des österreichischen Ökonomen (1914-2010), der Wissenschaft, Politik und Gesellschaft seines Landes nachhaltig geprägt hat. Als Sozialist jüdischer Herkunft musste Rothschild 1938 emigrieren. 

- Unterrichtsprojekt zur Mehrsprachigkeit: Jede weitere Sprache lohnt sich
- Unterrichtsprojekt zur Mehrsprachigkeit: Jede weitere Sprache lohnt sich

Mehrere Schwachstellen in Intel SGX-Enklaven - Gefahr für sensible Daten
 Duisburg, 16. Juli 2020 - Sicherheitsexperten des Softwaretechnik-Instituts paluno der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben mehrere Schwachstellen in sicherheitskritischen Programmen entdeckt, die in extra geschützten Speicherbereichen moderner Intel-Prozessoren ausgeführt werden. Dadurch könnte schlimmstenfalls Schadsoftware in sensible Programme eingeschleust werden, z.B. in die Software von Fingerabdruckscannern. Mit Hilfe der Forscher haben viele Firmen ihre Programme bereits nachgebessert.
Anwendungsentwickler können bei neueren Intel-Prozessoren speziell gesicherte Speicherbereiche, so genannte Enklaven, erstellen. Dies geschieht mit Hilfe der „Software Guard Extensions (Intel SGX)“. Durch eine hardwarebasierte Verschlüsselung werden dabei ausgewählte Speicherinhalte des Prozessors vom Rest des Systems abgeschirmt. Selbst wenn eine Spionagesoftware ein System befallen würde, käme ein Angreifer prinzipiell nicht an die Daten oder den Code in der Enklave. Damit eignet sich die SGX-Technologie sehr gut, um z.B. eine vertrauenswürdige Ausführungsumgebung in einer Cloud zu schaffen oder um biometrische Daten auf einem Computer zu verarbeiten – wenn sie denn fehlerfrei eingesetzt wird.
In fast allen öffentlich verfügbaren Enklaven konnte das paluno-Team um Professor Lucas Davi allerdings Lücken aufdecken und Angriffe, so genannte Proof-of-Concept-Exploits, zum Ausnutzen der Schwachstellen konstruieren. Hierzu haben die Wissenschaftler eigens ein Tool entwickelt, das den Binärcode an der Schnittstelle zwischen SGX-Enklave und dem Rest des Systems analysiert. Es zeigte Defizite in Beispielcodes von Intel und Baidu/Apache, die eigentlich bei der Programmierung von sicheren Enklaven helfen sollten.
Besonders brisant: Auch zwei mittels SGX geschützte Fingerabdruck-Treiber von Synaptics (CVE-2019-18619) und Goodix (CVE-2020-11667) konnten der Attacke der Forscher nicht standhalten. Sie werden auf neueren Notebooks von Lenovo und Dell eingesetzt, um biometrische Daten sicher zu verarbeiten. Die Enklave des Messenger-Dienstes Signal war hingegen immun gegen die Angriffe der Wissenschaftler. Die Ergebnisse wurden den betroffenen Firmen bereits im November letzten Jahres mitgeteilt.
Inzwischen haben sie die Fehler in dem Code der Enklaven behoben bzw. die Lücken der Fingerabdruckscanner durch jüngste Windows-Updates geschlossen. Die technischen Details der Proof-of-Concept-Exploits und des neu entwickelten Analyse-Tools TeeRex stellen die paluno-Wissenschaftler jetzt am 12. August auf der Sicherheitskonferenz USENIX Security 2020 vor.

 


Unterrichtsprojekt zur Mehrsprachigkeit: Jede weitere Sprache lohnt sich

Türkisch, Polnisch, Russisch, Arabisch oder Italienisch: Viele Kinder sprechen neben Deutsch auch die Sprachen ihrer Herkunftsländer oder der ihrer Eltern. Hat ihre Sprachkompetenz in der Schule Vorteile? Lässt sich Mehrsprachigkeit im Französisch-Unterricht fördern?
Das untersuchten Unterrichtsforscher der Universität Duisburg-Essen (UDE) gemeinsam mit Kollegen aus Wuppertal. Die ersten Ergebnisse des DFG-geförderten Forschungsprojekts „Franzimo“ (kurz für Französischunterricht interkulturell und mehrsprachigkeitsorientiert) sind vielversprechend. „Französisch ist nicht gerade die einfachste Fremdsprache. Mit unseren Aufgaben wollen wir zeigen, dass weitere Sprachen Schülerinnen und Schülern beim Französischlernen helfen können“, so Pädagogin und Projektleiterin Prof. Dr. Kerstin Göbel.
„In einer Aufgabe geht es beispielweise darum, authentische Stundenpläne von Schülern aus Frankreich, Polen, den USA und der Türkei zu vergleichen und die deutsche Entsprechung zu finden. So entwickeln sie ihr interkulturelles Wissen, indem sie Unterschiede zwischen verschiedenen Schulsystemen wahrnehmen und reflektieren.“ Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen der Bergischen Universität Wuppertal befragten sie und ihr Team rund 400 Siebtklässler ein 12 Gymnasien im Ruhrgebiet und Bergischen Land, von denen etwa die Hälfte andere Familiensprache als Deutsch spricht, zu ihren Erfahrungen mit „Franzimo“.
Das Ergebnis: Motivierend, gut verständlich, abwechslungsreich und spaßig fanden die Schüler die Aufgaben – und wer mehrsprachig ist, fand sie besonders gut. Das Aufgreifen der verschiedenen Herkunftssprachen der Schülerinnen und Schüler wurde positiv wahrgenommen und macht deutlich, dass all diese Sprachen als (Lern-)Ressource im Sprachenunterricht eingesetzt werden können. „Außerdem gaben die Schüler an, dass die Aufgaben ihren Wortschatz in Französisch erweitert haben. Über die Hälfte von ihnen sagte, dass es ihnen bei der Bearbeitung geholfen hat, Englisch zu können – wobei die mehrsprachigen Siebtklässler von ihren weiteren Sprachkompetenzen profitiert haben“, so Göbel.
„Mehr als die Hälfte der Schüler sagten uns, dass sie Ähnlichkeiten zwischen den Sprachen neu bzw. stärker wahrgenommen haben, ein Großteil der Lernenden wollte anschließend mehr über die andere Sprache erfahren, weil ihnen der Vergleich Spaß macht. Das bestätigt, wie wichtig es ist, Lehrkräfte für die Mehrsprachigkeit ihrer Schüler zu sensibilisieren.“

- Studienberatung virtuell
- UDE leitet landesweites Projekt  E-Learning und E-Klausuren für NRW

UDE und das THE-Ranking Weiter unter den Top 20
Duisburg, 25. Juni 2020 - Die Universität Duisburg-Essen (UDE) bleibt ein „rising star“ der internationalen Hochschullandschaft. Im Times Higher Education (THE) Young University Ranking der 200 weltbesten Universitäten, die noch keine 50 Jahre alt sind, belegt sie aktuell den 16. Platz. Sie bleibt wie im Vorjahr damit die beste deutsche Uni. Ausgezeichnet werden die Einrichtungen, die sich in kurzer Zeit rasch und erfolgreich entwickelt haben und als aufstrebend gelten.
Seit fünf Jahren gehört die UDE nun zu den Top 20 der besten jungen Universitäten weltweit, und sie hat sich im internationalen Wettbewerb als Forschungsuniversität etabliert. Betrachtet man das Millennials-Ranking – das ist die Rangliste von Universitäten, die in diesem Jahrtausend gegründet wurden –, belegt die UDE sogar Platz 6. Auch im direkten Vergleich mit etablierten Universitäten, dem THE World University Ranking 2020, liegt die UDE nicht schlecht: Unter 1.397 Universitäten weltweit rangiert sie auf Platz 194. Überzeugen kann sie besonders im THE-Zitationsindex, hier nimmt sie im World University Ranking Platz 103 ein.
Im bundesweiten Vergleich landet die UDE hier auf Platz fünf hinter Heidelberg, der Berliner Charité, Ulm und Hohenheim. THE beurteilt die forschungsstärksten Universitäten der Welt nach verschiedenen universitären Dimensionen wie Lehre, Forschung, Wissenstransfer und internationale Ausrichtung. Die Bewertung erfolgt auf Grundlage von dreizehn Leistungsindikatoren, von denen Zitationen und Reputation das meiste Gewicht haben. Im Young University Ranking werden subjektive Bewertungsfaktoren geringer gewichtet, da sie vor allem Traditions-Unis nützen.

Studienberatung virtuell

Am 25. Juni von 16 bis 20.30 Uhr Studienberatung virtuell Das Abi ist geschafft, und wie geht’s jetzt weiter? Wer studieren möchte, hat noch bis zum 20. August Zeit – dann ist Bewerbungsschluss. Es bleiben also noch ein paar Wochen, sich über Studiengänge zu informieren und sich zu entscheiden. Die Studienberatung der Universität Duisburg-Essen (UDE) hilft dabei.
Sie lädt alle Interessierten und natürlich auch Eltern zum „Langen Abend der Studienberatung“ ein: am Donnerstag, 25. Juni, von 16 bis 20.30 Uhr. Beraten wird persönlich am Telefon, per Mail oder online über Zoom.
Anmelden muss man sich nicht. Außerdem gibt es virtuelle Vorträge zum Thema Medizin, Lehramt sowie zur Bewerbung und Einschreibung. Nützliche Informationen mit hilfreichen Präsentationen und Links bündelt außerdem das Onlineportal Studienorientierung@home der UDE.


UDE leitet landesweites Projekt  E-Learning und E-Klausuren für NRW
 
Die Landesregierung hat fünf Projekte für das Programm „Digitale Werkzeuge in der Hochschullehre“ ausgewählt. Mit dabei: das Projekt Harness.nrw. Hier sollen unter Federführung des Software-Instituts paluno der Universität Duisburg-Essen (UDE) existierende Anwendungen zum E-Assessment so zusammengeführt werden, dass sie landesweit nutzbar sind. An einem anderen Projekt für die Lehrerbildung – ePort NRW – ist die UDE beteiligt.

In Zeiten von Corona, aber auch darüber hinaus, nimmt die Online-Lehre einen immer größeren Stellenwert an unseren Hochschulen ein. Ein wichtiger Baustein ist das E-Assessment – die automatisierte Bewertung von Übungen und Prüfungsleistungen durch den Computer. Hierfür existiert an den nordrheinwestfälischen Hochschulen eine Vielfalt an verschiedenen Lösungen, die sich in erster Linie aus den speziellen Anforderungen einzelner Fächer ergeben. Im Fach Chemie müssen z.B. chemische Strukturformeln gezeichnet und ausgewertet werden; bei den Informatikern bewertet eine Software Programmcodes.

Die Anwendungen decken dabei nicht nur Fehler auf, sondern geben didaktisch fundiertes Feedback, das sich an den Kompetenzen der Studierenden orientiert. Das macht sie teilweise sehr speziell, und es ist nicht zu erwarten, dass es in Zukunft eine einzelne E-Assessment-Lösung für alle geben wird. Das Projekt Harness.nrw hat das Ziel, dass dennoch alle Hochschulen in NRW die bestehenden Lösungen nutzen können. Hierzu werden diese so modularisiert, dass die einzelnen Komponenten an andere E-Assessment-Lösungen angedockt werden können.
Die Grundlage wird eine moderne Software-Architektur bilden, die auf (Micro-)Services basiert und so einen modularen Aufbau aus verschiedenen unabhängigen Diensten erlaubt. Diese Lösung soll an das entstehende „Online-Landesportal für Studium und Lehre“ angebunden werden und für alle NRW-Hochschulen nutzbar sein.

Am Projekt ePort NRW arbeitet das Zentrum für Lehrerbildung (ZLB) mit. Es geht darum, fürs ganze Land kompatible digitale Portfoliolösungen für die Lehrerbildung zu entwickeln. Durch ePortfolios können Studierende die individuelle Kompetenzentwicklung dokumentieren und reflektieren – und das während des Studiums, im Referendariat und im anschließenden Berufsalltag an der Schule. Die Vorhaben werden über drei Jahre gefördert und finanzieren sich aus den rund vier Millionen Euro, die das Wissenschaftsministerium  und die digitale Hochschule NRW bereitstellen. Harness.nrw wird von der paluno-Arbeitsgruppe von Prof. Michael Goedicke geleitet, fünf weitere Hochschulen sind beteiligt. Bei ePort NRW liegt die Federführung bei der Uni Köln.

- Friedensgutachten 2020 vorgestell
- Virtueller Ostasientag am 19. Juni EU und China

 Friedensgutachten 2020 vorgestellt: Friedlichen Protest unterstützen 
Duisburg, 16. Juni 2020 - In der Corona-Krise nehmen humanitäre Notlagen zu, Gewaltkonflikte können sich verschärfen. Das ist die eindringliche Warnung des diesjährigen Friedensgutachten, das am 16. Juni in Berlin vorgestellt wurde. „Im Schatten der Pandemie: letzte Chance für Europa“ heißt die gemeinsame Publikation der führenden deutschen Friedensforschungsinstitute. Zu ihnen gehört das Institut für Entwicklung und Frieden (INEF) der Universität Duisburg-Essen (UDE). Die Autoren fordern die deutsche und europäische Politik dazu auf, trotz der Pandemie andere wichtige, globale Themen nicht aus den Augen zu verlieren. Das INEF hat das Kapitel „Nachhaltiger Frieden“ koordiniert. Darin geht es um Chancen und Risiken von Massenprotestbewegungen, die seit einer Dekade die Politik weltweit in Aufruhr versetzen.
„Nicht zuletzt zeigen die Proteste nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd in Minneapolis, wie zerbrechlich der innergesellschaftliche Frieden selbst in westlichen Industriestaaten ist. Sie verdeutlichen darüber hinaus, welches Potenzial für Veränderungen sie haben,“ so die Autoren. In vielen Ländern unterdrücken Regierungen die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen und sorgen so für Eskalation. Doch das Friedensgutachten nennt auch Erfolgsbeispiele. Dabei stechen die Anti-Regime-Proteste heraus, die oft einen positiven Einfluss auf die demokratische Entwicklung der Länder haben  – etwa in Algerien und im Sudan.
Hier konnten die Demonstrationen jeweils erfolgreich dazu beitragen, dass eine langjährige autoritäre Herrschaft ihr Ende fand. Beide Länder zeigen auch, wie schwach die demokratische Teilhabe abgesichert ist.  Wie sollte man mit den weltweiten Protesten gegen politische Systeme umgehen? Das Friedensgutachten fordert von der deutschen Politik klare strategische Leitlinien, wie sie sich hierzu positionieren wird.
Die Autoren appellieren an die Bundesregierung, bei autoritären Staaten nicht auf Regimestabilisierung zu setzen, sondern der wachsenden Repression entgegenzuwirken. Sie sagen: „Länder, in denen gewaltfreie Massenbewegungen erfolgreich waren, brauchen politische Unterstützung und unbürokratische finanzielle Hilfen. Dazu können auch Umschuldungsmaßnahmen gehören.“  Das Friedensgutachten erscheint seit 1987. Es untersucht internationale Konflikte und gibt der Politik klare Empfehlungen. Das INEF ist seit dem Jahr 2000 Mitherausgeber.
 

 

 

Virtueller Ostasientag am 19. Juni EU und China

Die internationalen Beziehungen verändern sich derzeit sehr – nicht erst seit der Coronakrise. Die Kräfte des Dreiecks China-EU-USA verschieben sich, einige Länder reduzieren die wirtschaftliche Verflechtung mit dem Weltmarkt. Vor diesem Hintergrund diskutieren Experten auf dem 24. Ostasientag an der Universität Duisburg-Essen (UDE) die Beziehungen zwischen der EU und China. Er findet diesmal virtuell statt.

© IN-EAST
Für den Veranstalter, das Institut für Ostasienwissenschaften (IN-EAST), führt Prof. Dr. Dr. Nele Noesselt ins Thema ein. Bei der online Diskussion sind vier weitere Experten dabei: Nicole Bastian (Handelsblatt), Dr. Mikko Huotari (Mercator Institute for China Studies), Petra Sigmund (Auswärtiges Amt, Abteilung Asien-Pazifik) und Dr. Volker Stenzel (ehem. Botschafter in China und Japan).
Sie diskutieren mit Blick auf die Beziehungen zwischen der EU und China über Demokratien, die in ihren Grundfesten gefährdet sind, aufsteigende Autokraten, kollabierende Volkswirtschaften und eine Weltwirtschaft, die sich in Nationalstrukturen auflöst. Der virtuelle Ostasientag dauert am 19. Juni von 16 bis 18 Uhr. Interessierte schreiben möglichst bis 17. Juni an: events@in-east.de.


 

- Neuro-Podcast: Sprechen über den Geist
- Online-Befragung zur universitären Lehre: Wie und wo lehrt es sich am besten digital? 

Neuro-Podcast: Sprechen über den Geist
Duisburg, 27. Mai 2020 - Zerstört Unterricht echte Kreativität, wie der Mathematiker John F. Nash behauptete? „Es kommt drauf an, wie interaktiv er abläuft“, sagt Dr. Magnus Liebherr vom Lehrstuhl für Allgemeine Psychologie: Kognition der Universität Duisburg-Essen (UDE). In seinem kürzlich gestarteten Podcast informiert er Studierende zu psychologischen und neurowissenschaftlichen Themen. Wer möchte, kann sie online kommentieren bzw. melden, wenn etwas unverständlich ist oder mehr Input gewünscht wird.
© fotolia.com

„Ich möchte in meinem Podcast ‚Insight the mind‘ einem breiten Publikum zeigen, was in psychologischen, neuro- und kognitionsneurowissenschaftlichen Studien über den menschlichen Verstand herausgefunden worden ist“, erläutert Liebherr. „Zudem stelle ich zwischen den Ergebnissen und dem Alltag einen Bezug her.“
Die beiden ersten Audiodateien zeigen gut, was die Studierenden und andere Interessierte erwartet. „Es ist mir wichtig, die Inhalte allgemeinverständlich darzustellen und kritisch zu betrachten. Zugleich möchte ich euch wichtige Methoden nahebringen, Gespräche mit Kollegen und Interviews mit anderen Wissenschaftlern einbauen“, so der Psychologe zu seiner Hörerschaft.
Für seinen ersten wissenschaftlichen Podcast hat Liebherr Studien ganz unterschiedlicher Personen aus Neurowissenschaften und Psychologie gewählt. „Es geht also weniger um meine Arbeiten. Aber die Themen lehnen sich natürlich an meine Schwerpunkte an“, sagt er. Langweilig wird’s dann nicht, immerhin beschäftigt er sich u.a. mit Aufmerksamkeit, Achtsamkeit, dem Arbeitsgedächtnis, Neuen Technologien, Prozessen des Alters oder der Inhibition, bei der Nervenzellen durch einen Impuls von außen gereizt werden.


Online-Befragung zur universitären Lehre: Wie und wo lehrt es sich am besten digital? 

Ein digitales Semester? Vor Monaten noch undenkbar. Seit sich die Coronapandemie weltweit ausbreitet, lernen die meisten Studierenden zuhause statt im Hörsaal – was auch Dozierende herausfordert. Prof. Kerstin Göbel von der Universität Duisburg-Essen (UDE) will genauer wissen, wie der Übergang zwischen konventionellem Unterricht zu digitalisierten Lehre an Unis organisatorisch und pädagogisch klappt. Gemeinsam mit Kolleg*innen startet die Erziehungswissenschaftlerin eine internationale Studie (CRTS-Study; Coronavirus-Related Teaching Situation Study).

Ein digitales Semester? Vor Monaten noch undenkbar. Seit sich die Coronapandemie weltweit ausbreitet, lernen die meisten Studierenden zuhause statt im Hörsaal – was auch Dozierende herausfordert. Prof. Kerstin Göbel von der Universität Duisburg-Essen (UDE) will genauer wissen, wie der Übergang zwischen konventionellem Unterricht zu digitalisierten Lehre an Unis organisatorisch und pädagogisch klappt. Gemeinsam mit Kolleg*innen startet die Erziehungswissenschaftlerin eine internationale Studie (CRTS-Study; Coronavirus-Related Teaching Situation Study).

Vorlesungen via Zoom, Sprechstunde im Chat, Prüfungen per Video oder mit Abstand und Maske: Studierende und Hochschullehrende gewöhnen sich an der UDE langsam an das außergewöhnliche Semester. Wie sieht es in anderen Ländern aus? „Wir befragen in den nächsten Wochen mindestens 200 Dozierende in Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Großbritannien, Israel, Argentinien, Chile und den USA online, wie sie mit den neuen pädagogisch-didaktische Herausforderungen umgehen und welche institutionellen Unterstützungsbedarfe sie für erforderlich halten“, erklärt Göbel. 

Sie und ihre Kolleginnen und Kollegen möchten beispielsweise wissen, in welchem Umfang Videokonferenzen oder Chat-Plattformen genutzt werden. „Oder auch, welche Art von Unterstützung sich die Lehrenden von ihrer Institution im Falle einer zukünftigen Krisensituation erwarten.“ Dabei sollen sowohl die aktuellen- als auch die langfristigen Auswirkungen der Umstellung auf die digitalisierte Lehre betrachtet werden. 
In fast allen Ländern der Erde tritt das Coronavirus auf – dementsprechend international ist die Studie angelegt. Den Anfang der Online-Befragung hat vor zwei Wochen die Israel gemacht, in dieser Woche starten Deutschland und Argentinien, Frankreich und Großbritannien sollen folgen. „Die Ergebnisse sollen uns helfen, die Erfahrungen, Einstellungen und Bedürfnisse des akademischen Personals in dieser herausfordernden Zeit besser zu verstehen und international vergleichend zu betrachten.“ Erste Ergebnisse liegen voraussichtlich Ende Juli vor.  

IAQ zur betrieblichen Ausbildung - Neu: FOM Hochschulzertifikat ab Sommer 2020

Fehlende Auszubildende, fehlende Stellen  
Duisburg, 18. Mai 2020 - Trotz wachsender Beschäftigung in Deutschland, bilden nur noch 19,7 Prozent der Betriebe aus – 2007 waren es 4,4 Prozent mehr. Die Ausbildungsquote schrumpfte um 1,7 Prozentpunkte auf 4,8 Prozent. Wie wird die aktuelle Coronakrise die Situation beeinflussen? Das zeigt das Online-Portal „Sozialpolitik-Aktuell“ des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE).
 Nach 2012 sah es für Ausbildungen gut aus: Die rückläufigen Zahlen stabilisierten sich, vor allem durch die positive Entwicklung in ostdeutschen Betrieben. Doch welche Folgen hat der Covid-19 Lockdown? „Betriebe, die um ihre Existenz fürchten, werden ihre Ausbildungsbemühungen vermutlich zurückstellen“, befürchtet die IAQ-Forscherin Lina Zink. „Für die Jüngeren, die aktuell den Übergang von Schule zu Beruf meistern müssen, sind dies schlechte Aussichten“. Immer mehr Firmen bilden nicht mehr aus. Bei steigendem Wettbewerbsdruck wird es für sie schwieriger, die Berufsausbildung am langfristigen, gesamtwirtschaftlich erforderlichen Bedarf und nicht am kurzfristigen Planungshorizont auszurichten. Die möglichen Folgen: Fachkräftemangel und ein stetiger Bedarf an nachholender Qualifizierung.
Viele Lehrstellen bleiben unbesetzt, weil passende Bewerbungen fehlen – was wiederum die Bereitschaft hemmt, überhaupt Stellen anzubieten, so Zink. Die Zahl der Jüngeren in der Bevölkerung geht zurück, zudem haben sie höhere Schulabschlüsse und orientieren sich stärker als früher auf universitäre Bildung.
Das reduziert den Pool der Auszubildenden, aus dem Betriebe schöpfen. Entscheidend ist, welche Betriebe in welchen Branchen, in welchen Regionen und in welcher Intensität Ausbildungsplätze anbieten. Deutschland zerfällt in eine Fülle von regionalen und beruflichen Teilausbildungsmärkten. Im Süden gibt es günstige Relationen, aber vor allem in den neuen Bundesländern und in den wirtschaftsstrukturell schwachen Regionen der alten Bundesländer (z.B. im Ruhrgebiet) zeigen sich erhebliche Unterdeckungen. Hier blieben nicht nur jene Bewerber unversorgt, die einen schlechten Hauptschulabschluss vorweisen, sondern auch junge Menschen mit einem mittleren Bildungsabschluss, resümiert Zink.


Neu: FOM Hochschulzertifikat ab Sommer 2020

Fake News & DSGVO - Kompetenzen in „Internet- und Medienrecht“ immer wichtiger Nicht erst seit der Einführung der neuen Datenschutzgrundverordnung gehören Fragen zum rechtlich sicheren Umgang mit Informationen und zur rechtssicheren Nutzung der unterschiedlichen (Online-)Medien zum beruflichen Alltag vieler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Gerade akut in Zeiten der Corona-Krise: „Fake News“ und die Frage, wie aus juristischer Perspektive mit Falschmeldungen umgegangen werden kann. Wer sich jetzt mit Internet- und Medienrecht auskennt, kann bei seinem Arbeitgeber punkten.

Für alle, die sich jetzt weiterbilden wollen, bietet die FOM Hochschule ab Sommer 2020 das kompakte Zertifikat „Internet- und Medienrecht“ an. Eine Anmeldung ist noch bis zum 31. Mai möglich.   Lernen auf akademischem Niveau, berufsbegleitend nach Feierabend oder am Wochenende, bei Professorinnen und Professoren der FOM Hochschule: Die Veranstaltungen und digitalen Lernphasen für die Hochschulzertifikate dauern zehn Monate und enden bei bestandener Prüfung mit einem Zertifikat und 30 Credit Points, die auf ein Studium angerechnet werden können. Die FOM Hochschulzertifikate unterstützen Berufstätige dabei, beruflich und persönlich voranzukommen und sich auf einzelne Fachgebiete optimal zu qualifizieren.    
Mit dem Hochschulzertifikat „Internet- und Medienrecht“ erwerben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wichtige Kenntnisse über aktuelle rechtliche Entwicklungen und Vorgaben bei der Internet- und Mediennutzung. Sie lernen, neue digitale Medien, deren Inhalte und Einsatzmöglichkeiten für ein Unternehmen unter juristischen Gesichtspunkten zu bewerten. Dabei geht es auch um die juristische Sicht auf redaktionelle Inhalte, die Arbeit mit Social Media und die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) für verschiedenste Unternehmensprozesse.  


Physik-Studierende im Lab@Home

Halbe Brille und Stullenpapier
Duisburg, 17. Mai 2020 - Was für eine schräge Post! Da steckt ein Sammelsurium aus Magneten, Blechstücken, Holzstab, Stahlfeder, Nagel und Millimeterpapier in einem Kuvert, in einem anderen eine halbe Brille mit Butterbrotpapier. Hat da jemand seine Schubladen geleert?
 Ein Blick auf den Absender ..., es ist die Physik der Universität Duisburg-Essen (UDE). 200 solcher Umschläge hat sie an ihre Studierenden verschickt – für Heimexperimente. In manchen war sogar etwas „Richtiges“: ein Optik-Kit. Dozent Dr. Andreas Reichert beim Eintüten der Hausaufgaben. Foto: UDE In den Naturwissenschaften sind Versuche unverzichtbar. Nun aber sind die Labore für den Lehrbetrieb geschlossen, weshalb sich die Physik behilft – mit interaktiven Bildschirmexperimenten und eben dem Lab@Home: das Zuhause als Forscherwerkstatt.

„Die Studierenden im Grundschulfach Sachunterricht testen mit dem Kuvertinhalt beispielsweise die Eigenschaften von Magneten und das Dehnungsverhalten einer Feder. Oder sie nehmen einen Karton Tetra Pak und eine Taschenlampe, um Lichtleitern nachzuspüren“, beschreibt Professorin Heike Theyßen einige Aufgaben. Angehende Physiklehrer hingegen müssen aus dem Stück Brille und dem Stullenpapier eine Lochkamera bauen.

 „Sie lernen, wie sich mit einfachen Ideen spannende Physik vermitteln lässt, ohne dass es gleich im Frontalunterricht endet.“ Alle Versuche müssen mit Videos und Fotos dokumentiert und an die Dozierenden geschickt werden. Unterstützt werden die Studierenden über die Lehrplattform Moodle, auf der verschiedene Foren eingerichtet wurden für Chats und Videomeetings. Das Optik-Kit (Linsen, Polarisatoren und ein Gitter für spektroskopische Untersuchungen) ist ein Fall für Studierende der Chemie und der Medizinischen Biologie.
Sie haben Hausaufgaben zur geometrischen Optik und Wellenoptik, müssen eigenständig Messungen durchführen und wissenschaftliche Aussagen treffen. „Viele optische Phänomene kann man mit simplen Mitteln daheim beobachten. Es ist natürlich etwas knifflig und braucht Zeit “, sagt Dr. Oliver Schöps. „Die Studierenden haben wirklich gute Einfälle; manchmal überraschen sie uns sogar mit Varianten, an die wir gar nicht gedacht hatten.“ Beliebt unter den angehenden Grundschullehrer*innen ist übrigens ein Experiment zum Rückstoßprinzip: Ein Luftballon muss an einer Schnur durch die Wohnung katapultiert werden.

Dozent Dr. Andreas Reichert beim Eintüten der Hausaufgaben. Foto: UDE

- Kann Training Schmerzen in der Schulter mindern?
- Reisanbau und Methan: Mit Bakterien gegen Treibhausgas

Kann Training Schmerzen in der Schulter mindern?
Duisburg, 26. April 2020 - Das wollten Sportwissenschaftler der Universität Duisburg-Essen (UDE) herausfinden. Probanden trainierten dreimal wöchentlich zu Hause. Nun gibt es die Ergebnisse. Wasserkisten schleppen, etwas aus dem Schrank nehmen, sich anziehen: Was tun, wenn schon gewöhnliche Aktivitäten im Alltag schmerzen? Prof. Dr. Thomas Mühlbauer und sein Team untersuchten, ob Übungen mit einer neu entwickelten Trainingshilfe („Schulterhilfe Optima“) zu Verbesserungen der Symptomatik führen.
Acht Wochen lang trainierten 36 erwachsene Probanden, 18 Frauen und 18 Männer, mit Schulterproblemen zu Hause – entweder mit einem klassischen Theraband oder mit der neuen „Schulterhilfe Optima“. Das mittlere Alter der Teilnehmer*innen betrug 53 Jahre.
„Das Ziel war eine Kräftigung der Schultermuskulatur zu erreichen. Unmittelbar bevor die Probanden das Training aufnahmen und nachdem sie es beendet hatten, haben wir bei uns im Institut umfangreich Tests zum aktuellen Schmerzbild, zur Beweglichkeit der Schulter sowie zur Maximalkraft und Kraftausdauer der Schultermuskulatur durchgeführt“, so Mühlbauer.

Zusätzlich gab es eine Kontrollgruppe mit 20 Teilnehmern (11 Frauen, 9 Männer), die kein Training absolvierte. Nach Abschluss der Studie stellten die Forscher fest, dass die Teilnehmer*innen beider Trainingsgruppen bedeutsame Verbesserungen hinsichtlich des subjektiven Schmerzempfindens, der Schulterbeweglichkeit sowie der Maximalkraft und der Kraftausdauer der Außenrotatoren der Schulter zeigten. „Beides wirkt, um Schulterschmerzen zu verringern und die Funktionalität zu verbessern. Häufigere und größere Effekte gab es aber in der Gruppe, die mit der Schulterhilfe Optima übte, so nahmen bei den Probanden die nächtlichen Schulterschmerzen um 50 Prozent ab“, so Mühlbauer.
Allen Teilnehmer*innen wurde nach Abschluss der Studie empfohlen, das Training fortzusetzen bzw. ein regelmäßiges Kräftigungstraining für die Außenrotatoren der Schulter aufzunehmen, um Schulterschmerzen entgegenzuwirken.


Reisanbau und Methan: Mit Bakterien gegen Treibhausgas

Der weltweite Reisanbau ist schlecht fürs Klima, denn die Felder sondern viel Methan ab. Ein Team der Universitäten Aarhus (Dänemark) und Duisburg-Essen (UDE) hat möglicherweise eine Lösung gefunden: Werden dem Boden so genannte Kabelbakterien hinzugefügt, können die Methanemissionen um mehr als 90 Prozent gesenkt werden. Darüber berichtet aktuell Nature Communications*.  

Reispflanzen ohne Kabelbakterien (l.) und mit Kabelbakterien (r.): An der orangefarbenen Rostkruste auf dem Boden ist zu erkennen, dass die Bakterien aktiv sind. Sie lösen schwarzes Eisensulfid im Boden auf und wandeln das Sulfid in Sulfat um, während das Eisen an die Oberfläche wandert und Rost bildet, wenn es mit Sauerstoff in Kontakt kommt. Foto: UDE/Vincent Valentin Scholz

Methan ist ein 25-mal stärkeres Treibhausgas als CO2, und fünf Prozent seines globalen Ausstoßes wird durch Reisfelder verursacht. „Damit die Pflanzen wachsen, werden Felder überflutetet. Das Wasser macht den Boden sauerstoffarm und schafft die richtigen Bedingungen für Mikroorganismen, die Methan produzieren“, erklärt Rainer Meckenstock, Professor für Aquatische Mikrobiologie an der UDE.
Wie lässt sich das verhindern?

Reisbauern versuchen oft, den Methanausstoß vorübergehend zu verlangsamen, indem sie Sulfat auf den Feldern verteilen. Das dänisch deutsche Team hat hingegen mit Kabelbakterien experimentiert. Erst 2012 in der Bucht vor Aarhus entdeckt, gedeihen Kabelbakterien oft in großen Mengen weltweit auf Meeresböden, in Seen, Bächen und im Grundwasser. Sie gelten als Ingenieure des Ökosystems, denn sie bilden aus tausenden von Zellen zentimeterlange Ketten, die elektrischen Strom leiten können.

Am unteren Ende ernährt sich die Kette von sauerstoffarmem, schwefelhaltigem Sediment und leitet die gewonnene Energie als Elektronen nach oben zur Sedimentoberfläche. Dort holt sich die Kette den Sauerstoff zum Atmen. Die Forscher haben im Labor Reis in Erde angebaut – mit und ohne Kabelbakterien.
„Unsere Erwartungen wurden weit übertroffen: Die Reis-Töpfe mit den Kabelbakterien emittierten 93 Prozent weniger Methan als die Töpfe ohne“, sagt Vincent Valentin Scholz.

Der Absolvent der UDE ist derzeit Doktorand am Zentrum für Elektromikrobiologie der Uni Aarhus. Zu erklären ist das so: „Kabelbakterien transportieren Elektronen entlang ihrer Filamente, also den Ketten, und verändern so die geochemischen Bedingungen des wassergesättigten Bodens. Sie recyceln die Schwefelverbindungen des Bodens und halten dort eine große Menge Sulfat zurück. Dies hat zur Folge, dass die Methan-produzierenden Mikroben ihre Aktivität reduzieren”, so Scholz.
 Die Laborbeobachtungen sind vielversprechend. Allerdings betonen die Autoren, dass nun als nächstes in Feldstudien erforscht werden müsse, ob Kabelbakterien in Reisfeldern gedeihen können.

 

Fußball und Corona: „Einige Vereine wären auch so überschuldet“

Duisburg, 24. April 2020 - Trotz der Corona-Krise wird im Fußball mit aller Macht versucht, den Spielbetrieb wieder aufzunehmen. Der Grund dafür ist klar: Es geht um viel Geld. Zahlreiche Vereine fürchten um ihre Existenz, ihnen droht wegen der fehlenden Einnahmen die Insolvenz. Die wird für viele Clubs umso wahrscheinlicher, als Fußball vor Publikum weiterhin ausgeschlossen ist.

„Einige Vereine wären aber auch so zahlungsunfähig“, sagt Sportökonom Dr. Daniel Weimar von der Universität Duisburg-Essen (UDE). In seiner Studie* hat er das Procedere der Insolvenzverfahren im Fußball genauer betrachtet. Denn das „unterliegt zahlreichen ökonomischen Besonderheiten, steht zum Teil im Widerspruch zur Insolvenzordnung und kann zu Wettbewerbsverzerrung und Bevorteilung einzelner Vereine führen“.

So sind im deutschen Fußballsystem zusätzlich gesonderte Verbandsstatuten zu beachten, die sportliche Sanktionen wie die des 9-Punkte-Abzugs oder des Zwangsabstiegs insolventer Clubs vorsehen. „Diese Klauseln sind rechtlich und aus Fairness-Gründen diskussionswürdig “, so der Sportökonom. Zudem gelten aktuell noch keine einheitlichen Insolvenzsanktionen in den Verbänden, und eine abschreckende Wirkung scheinen sie überdies nicht zu haben. Denn die finanziellen Probleme halten unvermindert an.

Vereine kurz vor der Pleite haben sportrechtlich momentan keine Konsequenzen zu fürchten. Weil der DFB Punktabzug und Zwangsabstieg ausgesetzt hat, denken strukturell überschuldete Clubs über eine Planinsolvenz nach, um ihre Altlasten loszuwerden. Erleichternd kommt hinzu, dass die Vereine bis Ende September Zeit haben, eine Insolvenz anzumelden.

Nach geltendem Recht müsste das eigentlich spätestens nach drei Wochen passieren. Überschuldet, aber Entwicklung vielversprechend „Tatsächlich sind gerade nicht wenige Fußballclubs der dritten bis fünften deutschen Liga überschuldet, wonach ein Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt werden müsste“, hat Weimar herausgefunden. Ihnen hilft dann nur eine sogenannte „positive Fortführungsprognose“.
Bedeutet, dass Vereine mit einer vielversprechenden sportlichen Entwicklung wie einem Aufstieg, Spielerverkäufen oder neuen Sponsoren dank der dadurch generierten Mehreinnahmen pokern. „Das sind stets hypothetische Faktoren, die Liquiditätslücken nur theoretisch schließen. Die Überschuldung bleibt, Vereine können die Fortführungsprognose mühelos wieder negativ rechnen und so einen Antrag auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahren einreichen, wenn es gerade am besten passt.“
„Fehlanreize, die Verantwortliche durchaus animieren, hohe Risiken einzugehen“, nennt der Sportökonom diesen Umstand. Dazu trägt auch bei, dass dieses Instrument zur Sanierung beliebig oft genutzt werden kann.
„Insbesondere einige Vereine mit langer Tradition, mit einem Imagegewinn für die Stadt“ und treuen Fans haben sich so entschuldet “, erklärt Weimar. So sei es auch nicht verwunderlich, dass in den letzten 25 Jahren gerade Kult-Clubs wie z.B. KFC Uerdingen, Fortuna Köln, SSV Ulm, Hessen Kasel, Kickers Offenbach, Alemannia Aachen und der FC Rot-Weiß Erfurt bereits mehrfach Insolvenzverfahren eingeleitet haben.

Ungleichbehandlung
Dass ein Verein gänzlich aus dem Fußballgeschehen verschwindet, ist laut Weimar eher unwahrscheinlich – auch weil Ligastartrechte wie Spielerrechte auf einen Nachfolgeverein übertragen werden dürfen. Spieler können dann neu angemeldet werden, während es für viele Stadien kaum weitere Nutzungsmöglichkeiten gibt. „Da die einzige Anforderung an einen Auffangclub ein etwas anderer Name ist, kann ein Verein mit kleinen Veränderung fortbestehen.“

Um einer Ungleichbehandlung entgegenzuwirken, sollte laut Daniel Weimar zum einen die Übertragung von Startrechten aus Nachfolgevereine ausgeschlossen werden, „zum anderen sollten die Verbände die bisherigen Insolvenzparagraphen überdenken und auf allen Ebenen der deutschen Fußballpyramide vereinheitlichen.“ * Die Studie „Insolvenzrelevante Fußball-Verbandsregularien in Deutschland: Ökonomische Besonderheiten, Fehlanreize und Reformansätze“ ist auf Anfrage bei Daniel Weimar erhältlich.

- UDE-Auslandslotsen Botschafter für das Fernweh
- Entwicklung tragbarer Messgeräte: Bodenbelastungen sofort erkennen

UDE-Auslandslotsen Botschafter für das Fernweh
Duisburg, 8. April 2020 - Das Sommersemester oder ein Praktikum im Ausland verbringen? Gerade undenkbar. Aber darauf vorbereiten kann man sich schon jetzt: Studierende der Universität Duisburg-Essen (UDE), die bereits in einem anderen Land waren, geben ihr Wissen als Auslandslotsen gerne weiter. Das Projekt des Akademischen Auslandsamtes begleitet jedes Semester neue Botschafter für das Fernweh.
„Ich hatte große Ängste und habe lange gebraucht, bis ich mich getraut habe, weg zu gehen“, erinnert sich Sonja Funke. Um sich für ihr Französisch-Studium sprachlich fit zu machen, verbrachte sie ein Erasmus-Semester an der Universität in Marseille. „Danach kamen viele auf mich zu und haben mich nach Tipps gefragt, z.B. zum Studentenwohnheim. Also dachte ich mir, dass ich mich weiter dafür engagieren kann und bin Auslandslotsin geworden.“  Über Kommilitonen wie Sonja Funke freut sich Long Do Hoang besonders. Als studentische Hilfskraft im Akademischen Auslandsamt koordiniert er, wie die Auslandslotsen ihre Erfahrungen am besten mit anderen teilen können.
„Wir möchten Tipps und Tricks für die Organisation und Gestaltung eines Auslandsaufenthalts geben, zum Beispiel über Instagram unter #heimatdiezweite und über unseren Blog, aber auch persönlich oder per Mail“, so Do Hoang. Sonja Funke ließ ihre Erfahrungen zum Beispiel in mehrere Artikel zu Themen wie Fernbeziehung oder im Ausland krankwerden einfließen. 

Neue Sprache, spannende Leute, vielleicht sogar Sonne und Strand – gibt es wirklich so wenige Studierende, die ins Ausland gehen?
„Wir haben das Projekt gestartet, weil wir gemerkt haben, dass an der UDE viele Studierende nicht den Schritt ins Ausland wagen“, so Projektleitern Verena Heuking. „In den letzten beiden Semestern konnten wir über unsere Stipendienprogramme 660 Auslandsaufenthalte in 52 Ländern fördern. Da ist auf jeden Fall noch Luft nach oben! Unsere Lotsen können noch einmal ganz anders motivieren und begeistern, weil sie schon geschafft haben, wovon bestimmt viele träumen.“ 

Warum es sich lohnt, der Heimat vorübergehend Tschüss zu sagen, beschreiben die aktuellen Auslandslotsen auf der Projekthomepage. Über diese können sich auch Studierende, die ihre Erfahrungen weitergeben möchten, für die nächste Runde bewerben. Einblicke in das Projekt gibt es auch im Video „Auslandslotsen“ im UDE-Kanal auf YouTube unter: https://www.youtube.com/user/UDEchannel/videos   Weitere Informationen:  https://www.uni-due.de/international/auslandslotsen.php

Entwicklung tragbarer Messgeräte: Bodenbelastungen sofort erkennen
Die Tankstelle ist längst aufgegeben, nun soll sie einem Wohnhaus weichen. Doch wie belastet ist der Boden mit Kohlenwasserstoffen aus Benzin, Diesel und Öl? In einem gemeinsamen Projekt entwickeln Chemiker der Universität Duisburg-Essen (UDE) mit einem Industriepartner Analyseverfahren für handgehaltene Spektrometer, um künftig Antworten ohne Wartezeit zu liefern.
Tragbare Nahinfrarot-Spektrometer sollen künftig Bodenbelastung durch Kohlenwasserstoffe direkt vor Ort anzeigen. (c) UDE/ Heinz W. Siesler

Reicht eine einfache Reinigung oder muss der Boden komplett ausgehoben werden? Waren die bisherigen Säuberungsmaßnahmen erfolgreich? Fragen wie diese möchte der UDE-Chemiker Prof. Heinz W. Siesler künftig an Ort und Stelle klären können, ohne erst Proben zu Laboruntersuchungen versenden zu müssen. Dazu forscht er ab Juni zusammen mit einem US-amerikanischen Unternehmen an tragbaren Nahinfrarot-Spektrometern.
Diese können Rückstände von Benzin, Diesel oder Öl im Boden schon erkennen und unterscheiden, wenn sie nur 0,1% der untersuchten Probe ausmachen. Besonders für petrochemische Firmen und Umweltbehörden könnte die Technologie interessant sein. Das mit 83.500 € dotierte Projekt ist zunächst auf ein Jahr angesetzt.

 

- App-Umfrage: Legt Corona die Ausbildung lahm?
- Vom Pflanzenrest zum Biotreibstoff

Vom Pflanzenrest zum Biotreibstoff


Duisburg, 6. April 2020 - Sägespäne, Stroh oder Getreidespelzen mit nur einem Mikroorganismus möglichst effizient zu nachhaltigem Treibstoff umsetzen: Dazu haben Forscher der Universität Duisburg-Essen (UDE) einen wichtigen Beitrag geleistet. Ihr im Fachmagazin „Nature Communications“ veröffentlichter Ansatz aus Experiment und theoretischer Simulation unterstützt biotechnologisch Ansätze und führt zu einem Verfahren, das vom Industriepartner bereits in der Produktion eingesetzt wird.

Biokraftstoff entsteht per Definition aus biologischen Quellen, die oft auch als Nahrungsmittel genutzt werden könnten, wie Mais, Zuckerrüben oder Sojabohnen. Lignocellulose hingegen, das die holzigen Anteile in Pflanzen ausmacht, findet sich oft als Abfallprodukt nach der Ernte oder im Sägewerk und ist ebenfalls geeignet.

Der Weg vom Pflanzenrest zum Biokraftstoff führt allerdings über sogenannte Hexosen oder Pentosen, d.h. Zucker, die aus sechs bzw. fünf Kohlenstoffatomen bestehen wie z.B. Glukose und Xylose.
Ein Mikroorganismus kann in der Regel entweder das eine oder das andere umsetzen. Fünffachzucker sind ein Problem für die gängigen biotechnologisch genutzten Mikroben: Selbst wenn diese mit den benötigten Enzymen ausgestattet werden, sammeln sich zum Beispiel Zwischenprodukte an, die den Organismus lahmlegen oder nachfolgende Reaktionen hemmen.

Ansatz funktioniert im Reagenzglas und im Mikroorganismus

Daher haben sich Wissenschaftler um die UDE-Forscher Prof. Dr. Bettina Siebers und Dr. Jochen Niemeyer sowie Jacky Snoep (University of Stellenbosch, Südafrika) mit der Reaktionskette aus fünf Enzymen beschäftigt, in der Xylose zu einem wertvollen Zwischenprodukt auf dem Weg zum Biotreibstoff umgewandelt wird: dem Weimberg-Weg. Ihr am Computer entstandenes Modell – jeweils bestätigt, korrigiert und optimiert durch das anschließende Experiment – erlaubt es nun, eine optimale Reaktionskette im Reagenzglas zu designen. Es gibt eine Anleitung für jedes einzelne Enzym vor: Menge, Inkubationszeit oder mögliche benötigte Cofaktoren wie z.B. Metallionen. 

Der Industriepartner Sigma-Aldrich (Merck) setzt ein Enzym des Weimberg-Weges bereits in der Produktion ein. Aber auch anderen Wissenschaftlern steht das Modell über Open-Source-Webplattformen zur Verfügung, denn „faires Datenmanagement ist uns wichtig“, so Siebers. Das Projekt wurde von Mercator Research Center Ruhr (MERCUR) sowie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.



App-Umfrage: Legt Corona die Ausbildung lahm?
Kindergärten und Schulen sind geschlossen, viele Unternehmen und das öffentliche Leben laufen auf Sparflamme. Wie aber werden junge Menschen in der Corona-Zeit auf den Job vorbereitet?
Das fragt der Fachbereich für Berufliche Aus- und Weiterbildung der Universität Duisburg-Essen (UDE). Er begleitet den Lernalltag von Azubis über eine App. Wer mitmachen möchte, erfährt mehr unter https://www.uni-due.de/biwi/vet/interconnect/.
 IHK-Zwischenprüfungen in der Dualen Berufsausbildung, zentrale berufliche Abschlussprüfungen: abgesagt und verschoben. Betriebliche und schulische Lernprozesse müssen schnell angepasst werden, um die Ausbildungsprogramme weiter laufen zu lassen und qualifizierte Berufsabschlüsse zu gewährleisten.
„Firmen gehen in dieser Zeit sehr unterschiedlich mit ihren Auszubildenden um“, weiß Prof. Dr. Esther Winther, Leiterin des UDE-Fachgebiets Berufliche Aus- und Weiterbildung. „Einige werden im Betrieb freigestellt, andere können die Lehre vor Ort unter veränderten Bedingungen fortsetzen. Für manche Auszubildende stehen fachtheoretische Inhalte jetzt früher auf dem Lehrplan, andere konzentrieren sich auf die fachliche Praxis.“ 

Zudem ergeben sich für Azubis teils existenzielle Fragen: Werde ich meine Lehre in meinem Ausbildungsbetrieb fortsetzen und beenden können? Werde ich übernommen? Auch Firmen und Lehrkräfte fordert u.a. deren problematische Lage heraus und die enge, beratende Betreuung. „Die Berufsausbildung wird durch den Corona-Virus mehrfach deutlich eingeschränkt und das wird kaum beachtet“, sagt Esther Winther.
Sie möchte u.a. herausfinden, welche Strategien es je nach Ausbildungsberuf, Branche und Betriebsgröße beim Bewältigen der Krise gibt. Wie wird die Duale Berufsausbildung organisiert? Was kann der Betrieb, was kann die Schule aus der Ferne leisten? Dies und Weiteres fragen die Professorin und ihr Team in den kommenden Wochen über eine App (SmartSurvey für Android und iOS).
Daneben bietet der UDE-Fachbereich Berufliche Aus- und Weiterbildung Instrumente für die ausbildenden Betriebe und Lehrkräfte. So soll der Status Quo erhoben werden. Ursprünglich wurde die Anwendung in einem von der DFG geförderten Projekt (INTERCONNECT) entwickelt, um Ausbildungsqualitäten prozess- und zeitnah zu erfassen.  Weitere Informationen und Zugang zur App-Befragung:  https://www.uni-due.de/biwi/vet/interconnect/ 

BMBF fördert Chemikerin mit 1,4 Mio. Euro

Duisburg, 1. April 2020 - Katalysatormaterialien, die CO2 recyclen Plastik, Glas und bald auch CO2 wiederverwenden: Seit März entwickelt Professorin Corina Andronescu von der Universität Duisburg-Essen (UDE) mit ihrer Arbeitsgruppe industrierelevante Katalysatormaterialien, die Kohlenstoffdioxid (CO2) in Basischemikalien umsetzen – als Grundlage für andere Produkte.

Das Bundesforschungsministerium fördert das Projekt für fünf Jahre mit 1,4 Millionen Euro. Das Projekt MatGasDif, kurz für „Nanomaterialien als Basis für Gasdiffusionselektroden für die hochselektive CO2-Reduktion“, will den Anteil des Treibhausgases CO2 in unserer Atmosphäre reduzieren. Dazu forschen Andronescu und ihr Team an neuen Elektrokatalysatoren, die es ermöglichen, Kohlendioxid elektrochemisch zu Ethanol oder Ethylen zu reduzieren. Diese können dann z.B. als Lösungsmittel für Duft- oder Farbstoffe, Aromen, Medikamente oder als Biokraftstoff eingesetzt werden.

Das Ziel der Forscher: Ein langzeitstabiler und möglichst selektiver Umwandlungsprozess, der Nebenprodukte weitestgehend vermeidet. Dazu wollen sie Katalysatormaterialien aus günstigen, nachhaltigen und gut verfügbaren Rohstoffen einsetzen.
„Die größte Herausforderung besteht darin, die Katalysatoren und Elektroden so zu fertigen, dass wirklich nur das wertvolle Zielprodukt entsteht, keine Mischung von Produkten“, erklärt Andronescu. Dazu werden unterschiedliche Katalysatormaterialien in ein Trägermaterial aus Kohlenstoff eingebettet, so dass sie in einer Reaktionskaskade das gewünschte Produkt bevorzugt herstellen können.
„Dieses Konzept ist bisher nicht bekannt, wir betreten hier Neuland.“ Am Ende des Projekts soll ein erster fertiger Prototyp stehen, dessen Prinzip auch für größere Dimensionen im industriellen Einsatz geeignet ist. MatGasDif wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung innerhalb des Wettbewerbs „NanoMatFutur“ gefördert. Er ermöglicht es Nachwuchswissenschaftlern, ihre eigene Arbeitsgruppe aufzubauen und sich für Leitungsaufgaben in Wirtschaft und Forschung zu qualifizieren.

 

Gutes Zeichen für Ökosystem: Viele Saugwürmer in Ruhrseen

Duisburg, 31. März 2020 - Parasiten haben einen schlechten Ruf, dabei sind diese unsichtbaren Lebewesen wichtig für ein gesundes Ökosystem. In den Seen der Ruhr haben Wissenschaftler des Zentrums für Wasser- und Umweltforschung (ZWU) der Universität Duisburg-Essen (UDE) überraschend viele Arten von Trematoden entdeckt.

Diese Saugwürmer, die sich in anderen Lebewesen einnisten, sind ein gutes Zeichen. In einem fremden Organismus auf dessen Kosten zu leben, ist in der Natur weit verbreitet. „Trematoden sind dabei gleich auf mehrere Wirte angewiesen: Einen Teil ihres komplizierten Lebenszyklus` verbringen sie als Larven in Wasserschnecken und verlassen sie wieder, um in einem anderen Lebewesen – zum Beispiel einem Fisch – weiterzuwachsen“, sagt Bernd Sures, Professor für Aquatische Ökologie.

„Oft ist auch das nur eine Zwischenstation: Ein Vogel oder ein anderes Tier frisst den Fisch und wird dann von den Saugwürmern befallen. Die Wurm-Eier werden später über den Kot des Endwirts ausgeschieden. Der Kreislauf kann von Neuem beginnen.“
Über 5.500 Wasserschnecken hat Sures‘ Mitarbeiter Dr. Christian Selbach mit einem internationalen Team in drei Talsperren (Sorpe-, Verse-, Hennetalsperre) und zwei Stauseen (Baldeney-, Hengsteysee) der Ruhr gesammelt. In den fünf häufigsten Schneckenarten, die dort vorkommen, konnten sie insgesamt 36 verschiedene Arten von parasitischen Saugwürmern identifizieren.

Das hat sie selbst überrascht. Es ist weltweit die erste groß angelegte Studie zur Trematoden-Vielfalt in einem vernetzten Süßwassersystem. Parasiten sind Teil der Artenvielfalt „Ein gesundes Ökosystem ist reich an Parasiten“, erklärt Sures, warum man sich über sie freuen sollte.

„Sie übernehmen wichtige ökologische Funktionen: So regulieren sie die Populationen von Zwischenwirten und Endwirten und strukturieren das Netz von Nahrungsbeziehungen; sie zeigen an, wie viele andere Tiere in diesem Lebensraum noch vorkommen. Sie sind Teil der Artenvielfalt und liefern wertvolle Informationen über den Zustand der Gewässer.“

Bei Biodiversität dächten viele Menschen an tropische Regenwälder oder bunte Korallenriffe, sagen Sures und Selbach. „Dabei machen auch Parasiten einen großen Teil der biologischen Vielfalt auf Erden aus. Oft sind sie im Verborgenen zu finden – direkt vor unserer Tür in den Stauseen und Talsperren der Ruhr.“ Die Ergebnisse wurden in Scientific Report veröffentlicht: https://rdcu.be/b1G22


Die Abbildung zeigt Larven verschiedener Trematoden aus Schnecken des Baldeneysees. Mit bloßem Auge sind die Larven kaum zu erkennen - Foto: UDE AG Sures

- Schutzmasken aus dem 3D-Drucker 
- Kostenloser Kurs für Corona-Arbeitslose „E-Business-Manager“ werden 

Ingenieure unterstützen UK Essen
Duisburg, 27. März 2020 - Ein Gummiband, eine Folie und zwei Bauteile aus dem 3D-Drucker – daraus stellen Ingenieure der Universität Duisburg-Essen (UDE) gerade dringend benötigte Schutzmasken zur Behandlung von Corona-Patienten her. Wenn alles klappt sollen 1000 Stück so bald wie möglich an das Uniklinikum Essen (UK Essen) gehen.  

Foto AM Filament GmbH/ Lars Meyer

In den Duisburger Laboren und Werkstätten der Fertigungstechnik ist es ruhig geworden – und doch passiert dort Ungewöhnliches. Alles wird vorbereitet, um so genannte Faceshields zu produzieren. Aus den industriellen 3D-Drucker des Lehrstuhls von Prof. Gerd Witt kommen passgenau hergestellte Bauteile aus Kunststoff, die mit einem Gummiband am Kopf befestigt werden.

„Sie passen sich flexibel jeder Kopfform an, da verrutscht nichts“, erklärt Dr. Stefan Kleszczynski. „Das Schild für die Maske schneiden wir aus Folien von Overhead-Projektoren zu. Diese sammeln wir gerade überall an der Uni ein.“ Neben den 3D-Druck-Kapazitäten, die der Lehrstuhl zur Verfügung stellt, helfen auch die zentralen wissenschaftlichen Werkstätten und zwei Ausgründungen dabei, die dringend benötigten Komponenten herzustellen.

Der Ingenieur und seine Kollegen wechseln aufgrund der Corona-Maßnahmen zwischen Labor, Werkstätten und Homeoffice hin und her, trotzdem gelingt es ihnen, das Projekt in enger Abstimmung mit dem UK Essen schnell voranzutreiben. Auf die Idee kamen sie spontan nach einem Aufruf der Europäischen Kommission. Die suchte Unternehmen, die bei der Fertigung von Komponenten für Atemschutzmasken und medizinischer Geräte helfen.

„Nach einer kurzen Abstimmung war klar, wie wir Masken in großer Stückzahl herstellen können, die die Mediziner und das Pflegepersonal schützen“, freut sich Kleszczynski. Eine Firma aus Tschechien stellte auf ihrer Webseite das Datenmodell kostenlos zur Verfügung, an der UDE begann der 3D-Druck und die Zusammensetzung der einzelnen Komponenten, bei der auch die Studierenden mit außergewöhnlichem Engagement helfen.

Je nach 3D Druck Verfahren und verwendetem Werkstoff kostet der Gesichtsschutz zwischen 2 Euro und 9 Euro pro Stück. Die ersten Prototypen wurden bereits am UK Essen getestet und für gut befunden. „Aktuell testen wir die Desinfizierbarkeit, denn die Oberfläche der Bauteile ist eher rau. Natürlich müssen wir sichergehen, dass die Masken den Ansprüchen des harten Klinikalltags auch standhalten.“

Bisher laufe alles sehr vielversprechend. Das nächste Projekt steht auch schon in den Startlöchern. Gemeinsam mit den Mikrobiologen wollen Prof. Witt und sein Team Möglichkeiten suchen, Komponenten für die Labor-Analytik durch 3D-Druck-Verfahren herzustellen.

Kostenloser Kurs für Corona-Arbeitslose „E-Business-Manager“ werden 
Geschlossene Geschäfte, Arbeitnehmer im Zwangsurlaub oder in Kurzarbeit – Corona bedroht Existenzen. Viele Menschen und Unternehmen machen sich Sorgen, wie es für sie weitergeht. Der Lehrstuhl von Prof. Tobias Kollmann von der Universität Duisburg-Essen (UDE) bietet deshalb den Weiterbildungskurs „E-Business-Manager“ zu Sonderkonditionen an.  
Wer seinen Job durch die Pandemie verloren hat, kann das Online-Angebot kostenlos nutzen. Anmeldungen sind ab sofort möglich, Anmeldeschluss ist der 15. April. Der Sonderkurs beginnt am 18. April 2020 und wird mit einem offiziellen Abschluss zum „E-Business-Manager“ der UDE beendet. Die Teilnehmenden erarbeiten sich über drei Monate berufsrelevante Kompetenzen speziell für die digitale Wirtschaft und die Digitale Transformation von Unternehmen.
„Es geht über die Grundlagen des E-Business hinaus auch um die Frage, wie elektronische Mehrwerte in den Bereichen Einkauf (E-Procurement), Verkauf (E-Shop) und Handel (E-Marketplace) erzeugt und aufgebaut werden“, so Kollmann. Wer seinen Job nachweislich durch die Pandemie verloren hat), kann an dem Sonderkurs kostenlos teilnehmen.
„Beschäftigte, die aufgrund der Corona-Pandemie ab dem 1.März gekündigt wurden oder deren Unternehmen deswegen insolvent ist, können sich anmelden, die Plätze sind begrenzt“, so Kollmann. Aber auch Unternehmen, die die Zeit nutzen und ihre Mitarbeiter nun für die digitale Zukunft weiterbilden wollen, erhalten Sonderkonditionen.
„Firmen können mehrere Teilnehmer aus der Kurzarbeit oder dem Homeoffice anmelden und erhalten hierfür ein 2+1-Angebot. Dabei müssen nur zwei Kursplätze bezahlt werden, ein weiterer ist kostenlos“, erklärt Kollmann.
Dieses Modell kann auch mehrfach angewendet werden. Weitere Informationen und Anmeldung: https://www.rca.uni-due.de/e-business-manager/anmeldung-e-business-zert/ Sünke Witthaus-Purushotham, RCA, suenke.witthaus@rca.uni-due.de

 

Impfstoff gegen HIV entwickeln

Duisburg, 27. März 2020 - Christina B. Karsten ist neu an der UDE/am UK Essen Vollständig heilen lässt sich HIV bisher nicht, und für eine Schutzimpfung fehlt ein entsprechendes Serum. Dr. Christina B. Karsten möchte dazu beitragen, dass es entwickelt wird. Sie hat die Juniorprofessur für Impfstoffentwicklung an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) angenommen und forscht am Institut für HIV Forschung des Universitätsklinikums Essen (UK Essen).

 Prof. Dr. Christina B. Karsten © UDE/Frank Preuß

Christina B. Karsten studierte Bioinformatik und Genomforschung von 2004 bis 2008 an der Universität Bielefeld sowie Biologie an der Technischen Universität Braunschweig (2008-2010). Mit ihrer Doktorarbeit, die sie 2014 am Deutschen Primatenzentrum in Göttingen abschloss, wurde sie 2015 an der Medizinischen Hochschule Hannover promoviert. Danach forschte sie bis 2019 am Ragon-Institut des Massachusetts General Hospital, der Harvard University und des Massachusetts Institute of Technology in Cambridge, USA.

ür ihre Forschung  an neuartigen Strategien zur Entwicklung von Impfstoffen wurde sie mit einem Preis der Universität Harvard ausgezeichnet. Das menschliche Abwehrschwäche-Virus HIV (Humanes Immundefizienz-Virus) wurde in den 1980er Jahren weltweit bekannt. Derzeitige Behandlungen verhindern oder verzögern den Ausbruch der Krankheit medikamentös. Einen wirksamen Impfstoff (Vakzin) gegen die Ansteckung zu entwickeln, ist schwierig. Forschende scheitern bislang daran, dass das Virus diverse Strategien anwendet, um eine Erkennung durch das Immunsystem zu umgehen.

Insgesamt gibt es 37,9 Millionen HIV-Infizierte. Am UK Essen analysiert Professorin Karsten, wie Antikörper mit dem HI-Virus interagieren. „Wir untersuchen besonders die Fluchtmechanismen, mit denen HIV sich der Immunabwehr entzieht“, sagt die 35-Jährige. Den Schwerpunkt legen sie und ihr Team auf die Anti-HIV-Antikörper, die sich gegen die Zuckerhülle des viralen Hüllproteins richten „Zugleich erforschen wir, ob die Zusammensetzung der Zuckerhülle dem Erreger hilft, wertvolle Zeit für Entwicklung von schützenden Mutationen zu gewinnen. Sie täuscht dem Immunsystem vor, dass es sich bei dem Virus um einen ganz normalen Teil des Körpers handelt“, erklärt sie.

Karstens Professur für Impfstoffentwicklung gehört zu dem vom Bund aufgelegten Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses (WISNA). Es soll jungen Forschenden einen transparenten und planbaren Weg in die Professur auf Lebenszeit bieten. Bisher werden deutschlandweit 468 dieser „Tenure-Track-Professuren“ gefördert, davon 23 an der UDE.

 

Umfrage zeigt Verunsicherung unter Studenten der Uni Duisburg-Essen

Berlin/Metropole Ruhr, 20. März 2020 - Nur zwei Prozent der Studierenden der Universität Duisburg Essen fühlen sich bereit für das neue Semester, 82 Prozent fühlen sich angesichts der derzeitigen Pandemie-Lage nicht ausreichend informiert und sind verunsichert. Das geht aus einer Online-Umfrage der Studierenden-Lernplattform Studydrive hervor.

Die Ergebnisse der bundesweit zehn Hochschulen mit den meisten Plattform-Nutzern wurden jetzt veröffentlicht. Demnach haben sieben Prozent der Duisburg-Essener Studierenden große Sorge, die Prüfungen nicht oder durch die herrschende Unsicherheit schlechter zu bestehen. Damit sind sie im Bundesvergleich noch recht entspannt - der Durchschnitt der zehn untersuchten Universitäten liegt bei 15 Prozent. Am größten ist die Angst bei den Studierenden der Westfälischen Universität Münster. An der Befragung zwischen dem 13. und dem 16. März haben 4.668 Studierende aus 104 Universitäten teilgenommen.  (idr).

EU-Projekt sagt neuem Coronavirus den Kampf an

Duisburg, 16. März 2020 - Antivirale Wirkstoffe und neue Testmodelle Das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) hat weltweit bereits mehrere Tausend Todesopfer gefordert. Eine spezifische Therapie oder eine Schutzimpfung gibt es bisher nicht. In einem jetzt gestarteten EU-Projekt wollen Forschende um die Professoren Jan Münch von der Universität Ulm und Thomas Schrader (Universität Duisburg-Essen) die Entwicklung einer wirksamen antiviralen Therapie beschleunigen. Dazu sollen zusammen mit weiteren europäischen Partnern verschiedene potenzielle Wirkstoffe gegen das Coronavirus schnell und effizient erprobt werden.

Für das zweijährige Vorhaben „Fight nCoV“, das von der Universität Stockholm geleitet wird, hat das Konsortium 2,8 Millionen Euro eingeworben. Wie bei anderen Erregern gilt das Eindringen des Coronavirus in die Wirtszelle als vielversprechender Angriffspunkt für antivirale Wirkstoffe. Diesen Vorgang hemmen drei Substanzen, die im Projekt „Fight nCoV“ auf ihre Wirksamkeit gegen SARS-CoV-2 untersucht und optimiert werden.

Dabei handelt es sich zum einen um die von Thomas Schrader und Jan Münch entwickelten molekularen Pinzetten: Diese binden an die Virushülle und zerstören den Erreger. Des Weiteren werden ein einsträngiges Oligonukleotid untersucht sowie makromolekulare Inhibitoren, welche die Wechselwirkung des Erregers mit der Zielzelle unterbinden.   

Um die Wirksamkeit und Sicherheit dieser Wirkstoffe zu überprüfen, verwendet die Forschergruppe verschiedene Modelle. Im Ulmer Labor soll die antivirale Wirksamkeit der Substanzen anhand von ungefährlichen viralen Pseudotypen bestimmt werden. Die vielversprechendsten Wirkstoffe werden anschließend von europäischen Partnern auf die Hemmung von SARS-CoV-2 in Zellkulturen getestet. Für weitere Untersuchungen werden Tiermodelle bis hin zu Primaten genutzt, um zeitnah klinische Studien zu beginnen.

„Wir stehen vor der dringenden Aufgabe, eine wirksame Therapie gegen SARS-CoV-2 zu finden. Daher stellen wir die Testmodelle schnellstmöglich auch anderen europäischen Forschergruppen zur Verfügung“, betonen der Virologe Münch und der Chemiker Schrader.
Bei dem neuartigen Coronavirus handelt es sich um eine Zoonose: Der Erreger ist vom Tier auf den Menschen übergesprungen. Sollten sich die antiviralen Substanzen tatsächlich als wirksam gegenüber SARS-CoV-2 erweisen, können sie womöglich auch bei zukünftigen Zoonosen oder anderen viralen Atemwegserkrankungen eingesetzt werden.
„Fight nCoV“wird von der EU über das Projekt HORIZON 2020 gefördert. Neben den Universitäten Stockholm (Schweden), Ulm, Duisburg-Essen, und Aarhus (Dänemark) sind die Forschungseinrichtungen CEA (Frankreich) sowie Adlego Biomedical (Schweden) beteiligt. 

Vorlesungsstart verschoben, Prüfungen abgesagt

Duisburg, 13. März 2020 - Der Vorlesungsbeginn an der Universität Duisburg-Essen (UDE) wird vom 6. April auf den 20. April verschoben. Auch alle Klausuren ab dem 16. März sind zunächst ausgesetzt. Sie sollen bis zum 20. April 2020 nachgeholt werden, ohne dass den Studierenden rechtliche Nachteile entstehen. Da sich die Lage um das Coronavirus sehr dynamisch entwickelt, kann es sein, dass die UDE kurzfristig weitere Maßnahmen treffen muss.

Für ihre Entscheidungen steht sie im engen Kontakt mit den zuständigen Behörden des Landes und den Kommunen.  Den späteren Start haben alle Hochschulen im Land in Absprache mit dem NRW-Wissenschaftsministerium beschlossen, um Studierende und Beschäftigte vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen. Die Vorlesungszeit soll hingegen regulär am 17. Juli enden. 

Auch ist der Lehrbetrieb an der UDE bis zum neuen Vorlesungsbeginn eingestellt. Das heißt: Alle Übungen, Tutorien, Seminare, Laborpraktika und weitere Veranstaltungsformen, die eine Anwesenheit erfordern, finden bis zum 20. April nicht statt. Anders ist es bei E-Learning-Modulen, die keine Präsenz voraussetzen.   Damit der Lehrbetrieb im Sommersemester mit so wenig Einschränkungen wie möglich laufen kann, wird die UDE nach dem 20. April vor allem auf Distance Learning-Formate und ein begleitetes Selbststudium setzen.

Universitätsallianz ist unter den Finalisten im Wettbewerb des Bundesforschungsministeriums

Duisburg, 27. Februar 2020 - Die Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) gehört mit einem Forschungsprojekt zur nachhaltigen Energieversorgung zu den Finalisten in einem hochdotierten Wettbewerb des Bundesforschungsministeriums. Es geht um eine maximal neun Jahre lange Förderung mit jährlich bis zu fünf Millionen Euro. In der Endrunde stehen 16 Konzepte, die aus 137 Beiträgen ausgewählt wurden.

Koordinatoren des Projekts der UA Ruhr sind die Universität Duisburg-Essen, die Ruhr-Universität Bochum und das Zentrum für Brennstoffzellentechnik in Duisburg.
Gemeinsam mit weiteren Partnern verknüpfen die Wissenschaftler verschiedene Forschungsfelder zur Entwicklungen neuer Materialien und Technologien für die Energiewandlung und -speicherung. Durch Beteiligung von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft sollen von Anfang an auch rechtliche und politische Rahmenbedingungen bedacht werden, um Produkte schneller auf den Markt bringen zu können. Anfang 2021 wird entschieden, ob das Vorhaben als eines von voraussichtlich sieben Zukunftsclustern gefördert wird. idr

Jetzt anmelden: Schüler CampusTag Medizin

Duisburg, 27. Februar 2020 - Blut abnehmen, Lunge abhören oder Organe ultraschallen: So kompakt und unkompliziert erleben dies junge Menschen am Schüler CampusTag der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE). Am 13. Mai findet er zum dritten Mal am Universitätsklinikums Essen (UKE) statt. Dieses Jahr können bis zu 50 Oberstufenschüler dabei sein. Wer mitmachen möchte, kann sich ab sofort per E-Mail unter fruehstudium@uni-due.de anmelden. 

Das Programm am 3. Schüler-CampusTag ist abwechslungsreich: Durch Laborbesuche und Workshops im SkillsLab kann man den menschlichen Körper am digitalen 3D-Seziertisch bestaunen, eine Wiederbelebung simulieren oder Krebszellen unter dem Mikroskop betrachten. Studierende, Forschende und Lehrende sind stets dabei und beantworten aufkommende Fragen zu Studium und wissenschaftlichem Arbeiten. 
 „Durch solch tiefgehende Einblicke erfahren die Teilnehmenden aus erster Hand, wie attraktiv der Studienstandort Essen ist“, sagt Prof. Dr. Nicole Dünker, Leiterin der Abteilung Neuroanatomie. Sie betreut die von der Stiftung Universitätsmedizin unterstützte Schnupper-Veranstaltung vor Ort federführend. 

Das sogenannte Frühstudium der UDE wird seit 17 Jahren vom Akademischen Beratungs-Zentrum der UDE für alle Fakultäten angeboten und richtet sich an Oberstufenschüler, die in ein Studienfach hineinschnuppern möchten. Mit den regulär Studierenden besuchen sie Vorlesungen, Seminare und Übungen. 
 Die UDE gehört bundesweit zu den wenigen Universitäten, die auch Veranstaltungen der Medizinischen Fakultät öffnen. Etwa 40 der rund 150 Frühstudierenden pro Semester besuchen medizinische Veranstaltungen. Das vollständige Programm zum 3. Schüler CampusTag steht auf diesen Seiten zur Verfügung: https://udue.de/campustagmedizin2020.
Zusätzliche Informationen zum Frühstudium finden sich unter http://www.uni-due.de/abz/studieninteressierte/fruehstudium.php.

 

UDE leitet Projekt zu Mikroorganismen

Saci, die Biofabrik
Duisburg, 25. Februar 2020 - Sie sind kleine Helfer mit großer Wirkung: Mikroorganismen produzieren Lebensmittel, Medikamente, Chemikalien und vieles mehr. Die Industrie nutzt sie wie Minifabriken, um Produkte zu entwickeln, zu verbessern oder Verfahren effizienter zu machen.
Mit einem besonders robusten Kleinstlebewesen, dem Saci – genauer Sulfolobus acidocaldarius –, befasst sich ein neues biotechnologisches Forschungsprojekt. Es soll helfen, Abfallprodukte wie CO2 oder Glycerin weiterzuverwerten. „HotAcidFACToRY“ wird von der Universität Duisburg-Essen (UDE) geleitet und erhält 2,2 Mio. Euro Fördermittel vom Bundesforschungsministerium.*

Die Fotomontage zeigt den Champagne Pool (Waiotapu Geothermalgebiet, Neuseeland) und – im runden Bild – eine Ansammlung von Saci-Zellen, wie sie dort vorkommen. Foto: UDE/Bettina Siebers

Zu den Mikroorganismen, die in der Industrie häufig eingesetzt werden, gehören Hefe und die Bakterien Escherichia coli und Bacillus subtilis. Man überträgt oder verändert ihre Eigenschaften, so dass sie Substrate in hochwertige Produkte umwandeln oder Enzyme produzieren. Das hat allerdings Grenzen: Bei höheren Temperaturen oder niedrigem, also saurem, pH-Wert sterben Pilze und Bakterien ab.
Eine Alternative könnten Archaeen sein. „Viele dieser einzelligen Organismen können sich an extreme Lebensräume anpassen. Sie haben einen einzigartigen Stoffwechsel und robuste Enzyme”, beschreibt Professorin Bettina Siebers. „Dennoch wird ihr großes biotechnologisches Potenzial bislang kaum genutzt. Das möchten wir mit unserem Projekt ändern.“
Siebers ist Expertin für Molekulare Enzymtechnologie und Biochemie; sie leitet das Vorhaben HotAcidFACTORY – unterstützt von ihren UDE-Kollegen Markus Kaiser (Biologische Chemie) und Oliver Schmitz (Angewandte Analytische Chemie). Zudem sind Wissenschaftler der Universitäten Freiburg, Bielefeld und der TU Wien dabei.

Industrieabfälle verwerten
Als Biofabrik möchte das Team Sulfolobus acidocaldarius, kurz: Saci, etablieren. Auch dieser Organismus gehört zu den Archaeen. Sein optimales Wachstum entfaltet er bei 75 bis 80 °C und einem pH-Wert von 2 bis 3, ähnlich dem von Zitronensaft. Von ihm geht keine Gefahr aus, denn er ist kein Krankheitserreger. Saci kommt beispielsweise in sauren heißen Quellen auf den Azoren oder Island vor.
Im Labor wollen die Wissenschaftler ihn so designen, dass er Industrieabfälle verwerten und daraus neue Stoffe wie Biosäuren oder Bioalkohole herstellen kann. „Wir wollen Saci dahingehend modifizieren, dass er CO2 fixieren kann. Das heißt, er baut das Treibhausgas, das bei vielen Industrieprozessen verursacht wird, in seinen Stoffwechsel ein“, erklärt Siebers. „Alternativ kann man ihn auf und von Glycerin leben lassen. Diese pflanzenbasierte Substanz fällt bei der Produktion von Biokraftstoffen an und ist interessant für viele Anwendungen.“

* HotAcidFACTORY (Sulfolobus acidocaldarius als neuartige thermoacidophile Biofabrik) läuft über drei Jahre. Es wird über das BMBF-Programm „Mikrobielle Biofabriken für die industrielle Bioökonomie – Neuartige Plattformorganismen für innovative Produkte und nachhaltige Bioprozesse“ gefördert. Von den 2,2 Mio. Euro gehen 1,4 Mio Euro an die UDE. 

- Startschuss fürs Tüfteln
- Schon Schüler sensibilisieren: Die Hintergedanken von Online-Karten

Startschuss fürs Tüfteln
Duisburg, 19. Februar 2020 - Aufgaben für freestyle-physics sind online Startschuss fürs Tüfteln. Ein Fußball, der von alleine rollt – das wär´s doch für die Europameisterschaft! Was ein Traum für jede Elf bleibt, wird für Schülerinnen und Schüler ein technisch kniffeliger Spaß. Diese und weitere Aufgaben warten auf sie bei den freestyle physics der Universität Duisburg-Essen (UDE). Anmeldungen sind bis zum 1. Juni möglich.

Bis zum Sommer haben die Teams der Klassen 5 bis 13 Zeit, sich mit Köpfchen und Eifer kreative Lösungen für diese spannenden Aufgaben auszudenken:   Selbstlaufender Fußball: Eine selbstgebaute Konstruktion sorgt dafür, dass sich der Ball selbstständig in eine vorbestimmte Richtung bewegt.
- Luftkissenfahrzeug: Es bewegt sich entlang einer Messstrecke von einem Meter und hält dabei eine Fahrzeit von 10 Sekunden möglichst genau ein. - Klapppapierbrücke: Eine klapp-, ausfahr- oder zerlegbare Brücke mit minimalem Eigengewicht soll einen Abstand von 80 cm überbrücken und dabei ein Gewicht von 400 g tragen, das in der Mitte der Brücke aufgelegt wird.
- Solarofen: Eine vorgegebene Menge Wasser wird mit Wärmestrahlung möglichst effektiv aufgeheizt. Als „Standardsonne" dient dabei ein Infrarotstrahler mit 100 Watt Leistung.
- Wasserrakete: Wasser und 5 bar Druck müssen ausreichen, eine zur Rakete umgebaute PET-Flasche möglichst rasant nach oben zu starten und lange in der Luft zu halten. Was sich die rund 2.000 Jungen und Mädchen einfallen lassen, bewertet eine Jury vom 15. bis zum 19. Juni am Campus Duisburg. Besonders kreative oder originelle Lösungen der Jung-Physiker erhalten Sonderpreise.


Copyright: UDE/Christoph Mecking


Schon Schüler sensibilisieren: Die Hintergedanken von Online-Karten  

Sie sind mitnichten nur die digitale Form der früher so aufwändig gefalteten Straßenkarte: Karten-Apps auf dem Smartphone finden Adressen, zeigen Restaurants in der Nähe und navigieren uns – auch mit kommerziellen Absichten. Wie Lehrer ihren Schülern einen kritischen Umgang mit digitalen Geomedien beibringen, damit beschäftigt sich das soeben gestartete Projekt „DiGeo“, an dem Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen (UDE) beteiligt sind.

Längst bestimmen wir mit, wie wir unsere Umwelt sehen: In Online-Karten fügen wir Strandansichten ein, bewerten Sehenswürdigkeiten oder beurteilen deren Barrierefreiheit. Was früher Kartographen vorbehalten war, ist längst offen für alle. Doch wer die Angebote frei nutzt und mitgestaltet, muss auch mit den Schattenseiten leben: Konzerne verbinden kommerzielle Interessen mit unserem Nutzungsverhalten, verfolgen unsere Wege und ziehen ihre Schlüsse daraus: Wo sich unser Smartphone nachts befindet, wohnen wir mit ziemlicher Sicherheit.

Führt unser Weg uns viermal die Woche zum Fitnessstudio, ist klar, welches Thema in personalisierter Werbung ankommt. „Auf diese zwei Seiten von digitalen Geomedien muss die Schule Kinder vorbereiten“, meint UDE-Professorin Dr. Inga Gryl. „Dafür müssen zunächst einmal die Lehrkräfte das System durchschauen, um es ihren Schülern anschließend verständlich vermitteln zu können.“
Die Fachdidaktikerin für Sachunterricht an Grundschulen leitet das Teilprojekt, das sich mit dem reflektierten Umgang mit Geomedien beschäftigt. Die Gesamtkoordination von „DiGeo“ liegt bei der Goethe-Universität Frankfurt, weitere Teilprojekte werden in Köln und Frankfurt koordiniert.
DiGeo ist im Januar gestartet und wird in den kommenden drei Jahren vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Als freies Lehrmaterial veröffentlichen Gemeinsam entwickeln die Wissenschaftler ein didaktisches Konzept für die Nutzung digitaler Karten, das angehende Lehrkräfte für Grund- und weiterführende Schulen auf einen entsprechenden Unterricht vorbereiten soll. Parallel dazu erforschen sie, wie erfolgreich Lehrer und Schüler mit dem Material arbeiten können.
"Dieses Fachkonzept wird für drei Schulformen geeignet sein. Wir veröffentlichen es als freies Lehrmaterial, das heißt, jeder kann es kostenfrei nutzen.“ Dieser Aspekt der sogenannten Open Educational Resource ist Gryl besonders wichtig, da alle Hochschulen und Einrichtungen der Lehrerbildung es zudem individuell anpassen und in geänderter Form wieder teilen können. „Im digitalen Zeitalter ist diese Art der wissenschaftlichen Zusammenarbeit essenziell.“  

(c) UDE/Helena Atteneder

Anmelden für die SommerUni

Duisburg, 06. Februar 2020 - Lust, MINT zu entdecken? In den Sommerferien lernen? Kann auch spannend sein! Vom 3. bis 7. August bietet die Universität Duisburg-Essen (UDE) wieder Experimente, Vorlesungen, Übungen und Exkursionen für Jugendliche ab 15 Jahren an. Für die SommerUni (SUNI) in Natur- und Ingenieurwissenschaften kann man sich ab sofort online anmelden.  

Wie viele Unendlichkeiten gibt es eigentlich? Kann man Bauteile drucken, und wie wird ein Roboter programmiert?
Wer Spaß am Entdecken der Antworten hat, ist genau richtig bei der SUNI. Es gibt 120 Plätze, gerecht aufgeteilt für Mädchen und Jungen. Um sie gezielt anzusprechen und für ein MINT-Studium zu begeistern, sind die meisten Veranstaltungen nach Geschlechtern getrennt. In der Projektwoche gewinnen die Jugendlichen einen realistischen Einblick in die verschiedenen Fachgebiete und erleben den Unialltag hautnah.
Dazu bekommen sie grundlegende Informationen, welche die Studien- ebenso wie die Berufswahl erleichtern: Studentische Tutoren begleiten sie mit Insider-Wissen, die Studienberatung informiert über Zulassungsbedingungen sowie die Finanzierung des Studiums, gestandene Ingenieure und Naturwissenschaftler aus Wirtschaft und Industrie lassen sich von den künftigen Fachkräften über die Schulter gucken. Die SUNI kostet 35 Euro, inklusive täglichem Essen in der Mensa. Wer eine weite Anfahrt hat, kann beispielsweise in der Jugendherberge übernachten.

Studienausstieg - eine Alternative?  

Duisburg, 3. Februar 2020 - Das falsche Fach gewählt? Prüfungsangst? Ausbleibender Erfolg? Die Veranstaltung möchte Impulse zu einem Neuanfang geben. Im Vordergrund steht der Aufbruch zu neuen Perspektiven!  
Studienaussteiger und -austeigerinnen werden zunehmend von Betrieben aus Industrie, Handel und Handwerk als gern gesehene und leistungsstarke Zielgruppe umworben. Damit bieten sich interessante Chancen!  
Das akademische Beratungszentrum der Universität Duisburg-Essen (ABZ), die Studienberatung der Hochschule Ruhr West, die Agentur für Arbeit Duisburg, das Jobcenter Duisburg, die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer Duisburg, Wesel, Kleve, die Kreishandwerkerschaft Duisburg und die Karriereberater/innen der Stadt Duisburg und der Arbeitsagentur informieren gemeinsam am   Donnerstag, 06.02.2020   Beginn: 14:00 Uhr (Dauer ca. 2 Std.)  
Über folgende Fragestellungen:
·         Wo gibt es Beratungsangebote?
·         Welche Informationswege gibt es?
·         Ist betriebliche Ausbildung ein Weg und wie finde ich passende Stellen? ·         Kommt eine Umschulung in Frage?
·         Gibt es Finanzierungsmöglichkeiten?  
Die Veranstaltungen ist natürlich kostenlos und steht allen Interessierten offen. Das Service-Center erreichen Sie außerhalb von Feiertagen von montags bis freitags in der Zeit von 8 bis 18 Uhr. Die kostenfreie Rufnummer für Kunden der Agentur für Arbeit lautet: 0800 4 5555 00.

Neuer Profilschwerpunkt an der UDE: Wasserforschung

Duisburg, 24. Januar 2020 - Wasser – sicher und sauber soll es sein und Milliarden von Menschen versorgen. Immer intensiver wird die Ressource genutzt, weshalb ein nachhaltiger und globaler Wasserkreislauf eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit ist. Dieser nimmt sich die Universität Duisburg-Essen (UDE) an. Schon seit vielen Jahren setzt sie einen Fokus auf „Wasser“, jetzt richtet sie einen Profilschwerpunkt dazu ein. Dreh- und Angelpunkt ist das Zentrum für Wasser- und Umweltforschung (ZWU).

Längst hat es sich über die Region hinaus einen exzellenten Ruf erarbeitet, verfolgt erfolgreich nationale und internationale Projekte, u.a. zum urbanen Wasserkreislauf, zur Wasseraufbereitung und -reinigung (Membran, Algen, Photokatalyse) und zur Biodiversität.
Im Doktorandenkolleg FUTURE Water wird verstärkt Starkregen und seine Auswirkungen auf die Umwelt untersucht. Hierauf baut der neue Profilschwerpunkt nun auf. „Wir forschen aus der gesellschaftlichen Verantwortung heraus und mit dem Ziel, sicheres und sauberes Trinkwasser für eine schnell wachsende Weltbevölkerung, ein nachhaltiges Wassermanagement und den Schutz vor Krankheiten und Hochwasser sicherzustellen“, so Prof. Dr. Torsten Schmidt, Sprecher des Profilschwerpunkts.

Die Wasserexperten aus verschiedenen Fachrichtungen werden nun noch enger zusammenarbeiten als bisher. „90 UDE-Forschende aus 29 Lehrstühlen der Natur- und Ingenieurwissenschaften, der Medizin und der Gesellschaftswissenschaften werden beteiligt sein.“ Ihre Expertise steuern außerdem bei: drei An-Institute der UDE, verschiedene Fachgebiete weiterer Hochschulen, darunter die Universitäten Bochum und Dortmund, regionale Wasserverbände und -versorger sowie Unternehmen. Wasserforschung ist der fünfte Profilschwerpunkt der UDE. Zu den weiteren gehören Nanowissenschaften, Biomedizinische Wissenschaften, Urbane Systeme und Wandel von Gegenwartsgesellschaften.

EU-Projekt zu Stammzelltherapie für Frühchen 
Helfer aus der Nabelschnur? Sie sind schon auf der Welt, aber ihr Körper und vor allen ihr Gehirn ist oft noch unreif: Frühgeborene. Therapien zur Prävention oder Behandlung der kleinen Gehirne gibt es nicht. Helfen könnten Stammzellen. Ob das zu empfehlen ist, untersucht ein Wissenschaftlerteam der Medizinischen Fakultät an der Universität Duisburg-Essen (UDE) im EU-Projekt PREMSTEM mit 15 Partnern aus 8 Ländern. 
„Gerade für die kleinsten Patienten der Kinderheilkunde gilt es, das Potenzial der Stammzelltherapie im Detail zu erforschen, um im Anschluss klinische Studien initiieren zu können“, so Prof. Dr. Ursula Felderhoff-Müser, Direktorin der Klinik für Kinderheilkunde I am Universitätsklinikum Essen.
Gemeinsam mit Prof. Dr. Ivo Bendix, Leiter der Arbeitsgruppe Experimentelle perinatale Neurowissenschaften, will sie herausfinden, ob eine Therapie mit Stammzellen aus der Nabelschnur bei der Erkrankung der unreifen Gehirne ein neuer nebenwirkungsarmer Ansatz sein kann. Das internationale Konsortium aus weltweit führenden Grundlagenwissenschaftlern, Klinikern, Industriepartnern und Elternverbänden möchte neue Erkenntnisse in optimale Behandlungsschemata umsetzen.
Erforscht werden dafür vor allem die Wirkmechanismen der Stammzelltherapie an unterschiedlichen Modellen der Hirnschädigung: durch Sauerstoffmangel unter der Geburt, Entzündung und Sauerstoffüberexposition. Auch auf die Weiterentwicklung bildgebender Verfahren (z.B. 3D ultrafast Ultraschall) konzentriert sich das Expertenteam. So können Risikopatienten leichter identifiziert werden. Das Projekt, das im Januar gestartet ist, wird bis 2025 mit 9 Millionen Euro von der EU im Rahmen von Horizon 2020 gefördert. Die Kinderklinik I am Universitätsklinikum Essen ist der einzige Partner im deutschsprachigen Raum und bekommt knapp 600.000 Euro.

Hepatitis-B-Viren Leberzellen nicht wehrlos
Das Hepatitis-B-Virus (HBV) wurde 1970 entdeckt und ist bis heute von wissenschaftlichem Interesse. Nistet es sich im Körper ein, löst es eine Infektion der Leber aus, die in bis zu 10 Prozent der Fälle chronisch verläuft. Offen ist immer noch die Frage, wie es der Erreger schafft, das Immunsystem zu überwinden. Vielleicht könnte diese Entdeckung zur Lösung beitragen: Ein Team der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) hat herausgefunden, wie es dem Immunsystem gelingen kann, das Virus abzuwehren. 
In einer aktuell vom renommierten Wissenschaftsmagazin Hepatology veröffentlichten Arbeit konnte das interdisziplinäre Team um Privatdozentin Dr. Ruth Bröring aus der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie am Universitätsklinikum Essen erstmalig zeigen, wie diese Virus-Abwehr durch das Immunsystems beginnt: Leberzellen, so genannte Hepatozyten, sind in der Lage, die HBV-Partikel während des Eintritts in die Zelle über ein Protein, den Toll-like Rezeptor 2 (TLR2), zu erkennen und eine lokale Immunantwort auszulösen. In der Folge werden Signalproteine, die Chemokinen und Cytokinen, ausgeschüttet, die die Vermehrung des HBV drosseln. 

„Auch wenn es sich hierbei um eine zeitlich begrenzte Reaktion handelt, ist anzunehmen, dass eine ausgeprägte TLR2-Aktivierung zur spontanen Ausheilung der akuten HBV-Infektion beiträgt. Diese vermittelt eine direkt antivirale Wirkung gegen das Virus und koordiniert eine gerichtete und systemische Immunantwort“, erklärt Bröring. „Vermutlich findet diese Reaktion bei immungeschwächten Menschen unzureichend statt, so dass es zu einer chronischen Infektion kommen kann.“ 
Welche Auswirkungen die TLR2-Aktivierung im chronischen Verlauf der HBV-Infektion hat, wie das Virus dieser Immunantwort entgeht und ob man dem therapeutisch entgegenwirken kann, möchten Dr. Ruth Bröring und ihr Team in weiteren Projekten genauer untersuchen. 
Originalpublikation: Zhang Z, Trippler M, Real CI, Werner M, Luo X, Schefczyk S, Kemper T, Anastasiou OE, Ladiges Y, Treckmann J, Paul A, Baba HA, Allweiss L, Dandri M, Gerken G, Wedemeyer H, Schlaak JF, Lu M, Broering R. Hepatitis B virus particles activate toll-like receptor 2 signaling initial upon infection of primary human hepatocytes. Hepatology 2020 Jan 11. doi: 10.1002/hep.31112. [Epub ahead of print]

Drei Sterne für die Hauptmensa der Universität Essen-Duisburg

PETA zeichnet die vegan-freundlichsten Mensen Deutschlands aus
Stuttgart/Duisburg, 22. Januar 2020 - Rund 80 Prozent aller Studierenden in Deutschland werden täglich in den 57 Studierendenwerken versorgt. Da vegane Mahlzeiten vermehrt feste Bestandteile der Ernährung junger Menschen sind, wächst ein solches Angebot in den Mensen und Cafeterien der Universitäten stetig. Bereits im sechsten Jahr in Folge hat PETA bundesweit diese Einrichtungen mit ihren über 900 Mensen und Cafeterien zu verschiedenen Aspekten rund um das Thema Veganismus befragt. Basierend auf den Antworten der 36 teilnehmenden Studierendenwerke wurden Auszeichnungen im Sinne gastronomischer Sterne verliehen und die vegan-freundlichsten Mensen 2019 gekrönt.  

„In unserer Gesellschaft verändert sich etwas: Immer mehr Menschen erkennen die Vorteile rein pflanzlicher Gerichte – sei es für die Tiere, die Umwelt oder die eigene Gesundheit. Dies führt natürlich auch an Mensen zu einer immer höheren Nachfrage nach veganen Speisen“, so Ilana Bollag, Fachreferentin für Ernährung und Umwelt bei PETA. „Es freut uns sehr, dass die deutschen Studierendenwerke auf diese Nachfrage reagieren und ihr rein pflanzliches Angebot stetig erweitern.“  

Drei Sterne gehen nach Essen und Duisburg
Auch 2019 befand sich die Hauptmensa des Studierendenwerks Essen-Duisburg wieder auf den Spitzenpositionen der vegan-freundlichsten Mensen Deutschlands. Die Hauptmensen in beiden Städten führen das gleiche Angebot und bieten täglich mindestens ein veganes Gericht an, wie Riesenrösti mit Soja-Streifen in Pilzrahmsauce oder gelbe Paprikaschote mit Couscous gefüllt. Durch Mensastammtische mit hausinternen Ökotrophologen und kostenfreien Ernährungsseminaren sorgt das Studentenwerk für Aufklärung bezüglich rein pflanzlicher Ernährung.  
Bewertungskriterien für die vegan-freundlichsten Mensen 2019 Die Beurteilungskriterien für das Ranking der vegan-freundlichsten Mensen 2019 fokussierten sich hauptsächlich auf das tägliche Angebot an veganen Gerichten, die spezielle Schulung des Personals, das Angebot an Pflanzenmilch für den Kaffee, Aktionen zum Thema pflanzliche Ernährung sowie auch das Gesamtkonzept einer Mensa und deren Entwicklung über die Jahre. Viele von ihnen machen auf kreative Weise Werbung für das vegane Angebot und organisieren auch Aktionswochen zu dieser Thematik.

Tiefseeforscherin Antje Boetius wird Mercator-Professorin

Anwältin der Meere

Duisburg, 21. Januar 2020 -  Sie hat Expeditionen in Arktis und Antarktis geleitet, ist Direktorin des renommierten Alfred-Wegener-Instituts und damit Chefin von 1.250 Beschäftigten. Sie engagiert sich für mehr Klima- und Naturschutz, privat und in verschiedenen Organisationen – sei es in der Nationalakademie Leopoldina oder bei Scientists for Future. Wichtige Preise hat sie erhalten und weiß zu begeistern, wo immer sie spricht.
Prof. Dr. Antke Boetius. Foto: Alfred-Wegener-Institut/Martin Schiller


Im kommenden Herbst auch an der Universität Duisburg-Essen (UDE): Antje Boetius wird die nächste Mercator-Professorin. „Mit Professorin Antje Boetius ist es uns gelungen, eine ausgewiesene wissenschaftliche Persönlichkeit und ambitionierte Verfechterin des Klimaschutzes als Mercator-Professorin zu gewinnen. Hierüber freue ich mich sehr und bis gespannt auf die Impulse, die sie im Zuge ihrer Vorträge an der UDE setzen wird“, so Rektor Prof. Dr. Ulrich Radtke.

„Der Klimawandel“, sagt Antje Boetius, „verändert jetzt schon unser Land wie auch die fernsten Regionen der Erde, die Tiefsee und Polargebiete. Uns bleibt noch ein kleines Zeitfenster für die Klimaziele.“ Die 52-Jährige plädiert für eine deutliche Verschärfung des Umweltschutzes, für eine CO2-Besteuerung und mahnt unser Konsumverhalten an. „Es kommt uns teurer, nicht in den Klimaschutz zu investieren. Doch leider fließen unsere Steuern und Abgaben derzeit weiterhin in umweltschädliche Technologien.“

Abgesehen von den wirtschaftlichen Kosten durch Unwetter und Hitze gingen auch Naturräume und Artenvielfalt verloren. Expeditionen und Polarreisen Wie bedroht die Natur ist, hat die Professorin für Geomikrobiologie selbst erfahren können auf ihren knapp 50 Expeditionen, von denen etliche Polarreisen waren. „Das Meereis schmilzt schneller, als die Modelle vorhersagen, es gibt Plastikmüll in der Tiefsee – dort, wo noch kein Mensch war. Dafür braucht es Lösungen.“ Sie ist optimistisch, „dass Forschung, Engagement und gesellschaftlicher Dialog uns auf den richtigen Pfad bringen“.
Derzeit arbeitet sie mit Leuten aus Kunst und Wissenschaft zur Frage, in welcher Beziehung Mensch und Natur stehen. Antje Boetius ist studierte Biologin; international bekannt wurde sie, als sie im Jahr 2000 am Meeresboden Methan-fressende Mikroorganismen entdeckte, die wichtig für das Erdklima sind. Ihre Karriere ist eng mit diesen drei Einrichtungen verbunden: dem Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie, wo sie die Forschungsgruppe ‚Tiefseeökologie‘ leitet, dem Exzellenzcluster MARUM an der Universität Bremen, dessen Vizedirektorin sie war, und dem Alfred Wegener Institut (AWI), Helmholtz Zentrum für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven. Dies führt sie seit 2017. 

Zahlreiche Auszeichnungen hat die Tiefseeforscherin für ihre wissenschaftliche Arbeit und ihr politisches Engagement erhalten, u.a. den Leibniz-Preis und den Communicator Preis der DFG, den Deutschen Umweltpreis sowie das Bundesverdienstkreuz. Bundespräsident Steinmeier lobte ihre Hartnäckigkeit für den Klimaschutz, er sagte außerdem: „Sie besitzen die wunderbare Gabe, Ihre Forschung so zu erklären, dass Laien sie verstehen können.“

Auf Antje Boetius darf man sich freuen. Zu den Terminen: Die Vortragstermine stehen bereits fest: Es sind der 12. November (Duisburg) sowie der 10. Dezember (Essen). Eine Anmeldung ist erforderlich und voraussichtlich ab Oktober möglich. Mehr:
www.uni-due.de/de/mercatorprofessur

Mercator-Professur: Sie wurde 1997 eingerichtet, um das wissenschaftliche Erbe des berühmten Duisburger Kartographen und Universalgelehrten Gerhard Mercator (1512-1594) wachzuhalten. Eine Mercator-Professur hatten bislang unter anderen inne: Joachim Gauck, Richard von Weizsäcker, Hans-Dietrich Genscher, Margarethe von Trotta, Peter Scholl-Latour, Alfred Grosser, Götz W. Werner, Alice Schwarzer, Jutta Limbach und Karl Lehmann.

Genderforschungspreis für Heike Mauer Gesellschaft und Geschlecht

Duisburg, 21. Januar 2020 - Dr. Heike Mauer von der Universität Duisburg-Essen (UDE) hat einen der beiden neu geschaffenen Preise für exzellente Genderforschung des Wissenschaftsministeriums NRW erhalten. Damit wird die herausragende Qualität und Originalität ihrer Arbeit gewürdigt. Das Preisgeld von 25.000 Euro möchte die Politikwissenschaftlerin u.a. für ihre Habilitation verwenden.
Dr. Heike Mauer. Foto: David Kliewer

„Schon immer interessiert mich der Zusammenhang von Demokratie und Geschlecht. Konkret erforsche ich, welche Rolle Geschlechterverhältnisse in Politik und Gesellschaft spielen und welche Machtstrukturen hierbei wirken“, sagt Mauer.  Sie untersucht, wie Prostitution und Sexarbeit politisch problematisiert und reguliert werden und wie diese mit Migration, Staatsbürgerschaft und sozialem Status verflochten sind. Sie forscht zu Diversität und Intersektionalität – also der Tatsache, dass gleich mehrere Benachteiligungen und Formen von Unterdrückung zusammenspielen (etwa Geschlecht, Nationalität, Herkunft).

Auch Rechtspopulismus und Antifeminismus sind ihre Themen. Zu der Frage, wie gesetzliche Vorgaben von Gleichstellung an Hochschulen umgesetzt wird, möchte Mauer sich habilitieren.  Seit 2016 ist Heike Mauer wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Koordinations- und Forschungsstelle des Netzwerks Frauen- und Geschlechterforschung NRW, das an der UDE angesiedelt ist. Auch dem Essener Kolleg für Geschlechterforschung (EKfG) der Uni gehört sie an. 

 

- Jetzt anmelden für die Kinderuni
- Fortschrittswerkstatt Wasser Heiß.Nass.Trocken

Duisburg, 20. Januar 2020  - Wieso, weshalb, warum? Naseweise, Schlaumeier und alle, die es werden wollen, haben im März an der Universität Duisburg-Essen (UDE) gute Karten: Unikids, die Kinderuni für Acht- bis Zwölfjährige, nimmt sich wieder knifflige Themen vor. Diese spannenden Nachmittage mitzumachen, ist kostenlos; man muss sich allerdings anmelden – möglichst schnell. Denn die Plätze sind heiß begehrt.

Eine wichtige Regel gibt es: Wenn die Forschenden Kompliziertes kinderleicht erklären und die Unikids ihnen Löcher in den Bauch fragen, bleiben sie unter sich. Erwachsene dürfen im Hörsaal nebenan zuschauen. Die Kinderuni findet jeweils von 17 Uhr bis ca. 18 Uhr statt, am Campus Duisburg im Audimax LX, am Campus Essen im Audimax R14.

Das ist das Programm: 4. März, Duisburg: Zu früh geboren – wie kleine Kinder groß und stark werden Jedes zehnte Baby kommt vor dem Ende der normalen Schwangerschaft zur Welt. Meist sind diese Kinder sehr klein und wiegen weniger als 500 Gramm. Was ist zu tun, damit sie trotzdem überleben?

11. März, Essen: Bewohner des Wassers in Gefahr  Umweltverschmutzung und Erderwärmung lassen viele Arten aussterben. Wie Forschende die biologische Vielfalt mit U-Booten, Satelliten und DNA-Sonden erkunden und Schutzmaßnahmen entwickeln, zeigt diese Vorlesung. 18. März, Duisburg: Mobil in die Zukunft – Walking-Bus, Smart-Bike, Robo-­Shuttle und Co.

Was nutzt Du? Wir alle legen am Tag viele Wege zurück, ob zur Schule, zum Sport oder um Freunde zu treffen. Dabei nutzen wir verschiedene Verkehrsmittel. Welche sind schlecht fürs Klima? 25. März, Essen: Warum uns Geschichten und Musik tief berühren können Was haben Geschichten und Musik gemeinsam? Warum können sie uns unterhalten, trösten und beunruhigen? Kann man sie auch falsch verstehen?
Das wird anhand spannender und verrückter Beispiele herausgefunden.

Weitere Informationen: www.uni-due.de/unikids
Programm: https://www.uni-due.de/unikids/programm.php Anmeldung: https://www.rektorat-rv.wiwi.uni-due.de/veranstaltungen/unikids/anmeldeformular/

Fortschrittswerkstatt Wasser Heiß.Nass.Trocken
Der Klimawandel beschert immer mehr Wetterextreme. Das fordert auch die Wasserwirtschaft heraus. Wie können nachhaltige Maßnahmen aussehen? Damit befasst sich das Forschungskolleg Future Water unter Leitung der Universität Duisburg-Essen (UDE). Aktuelle Ergebnisse stellen die Beteiligten am 23. Januar bei der 3. Fortschrittswerkstatt Wasser vor. Sie findet ganztägig im Glaspavillon am Campus Essen statt.
„Heiß.Nass.Trocken. – Stürmische Zeiten für die Wasserwirtschaft?“, so lautet der Titel der Veranstaltung. Ausgewiesene Fachleute halten spannende Vorträge und diskutieren mit dem Publikum, inwieweit die Branche bereits gut gerüstet ist, wie viel politischer Handlungsbedarf besteht, und was die Bevölkerung tun kann.  Außerdem gibt es eine Projektmesse: 16 Promovierende präsentieren anschaulich ihre aktuellen Arbeiten zur nachhaltigen Wasserwirtschaft. Der Schwerpunkt liegt auf Mikroschadstoffen in unseren Gewässern und einer integrierten Regenwasserbewirtschaftung. 
Wer sich zur Fortschrittswerkstatt anmeldet, erfährt nicht nur viel Neues, sondern tut außerdem etwas Gutes: Die Teilnahmebeiträge (je 50 Euro) werden vollständig an die BUND Kreisgruppe Essen gespendet. Das Forschungskolleg Future Water wird seit 2014 vom Land NRW gefördert. Es arbeitet an Lösungsstrategien für einen nachhaltigen Wasserkreislauf und verbindet natur-, und ingenieurwissenschaftliche Aspekte mit wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedürfnissen.

 

Deutsche Krebshilfe fördert interdisziplinäre Forschung Immuntherapie durch Nano-Werkzeuge  

Essen/Duisburg, 8. Januar 2020 - Gemeinsam verfolgen Wissenschaftler aus Medizin, Biologie und Chemie der Universität Duisburg-Essen (UDE) jetzt einen neuen und visionären Ansatz in der Bekämpfung onkologischer Erkrankungen. In dem gemeinsamen Projekt unter Leitung von Prof. Dr. Sven Brandau sollen Nanowerkzeuge entwickelt werden, die innerhalb von Tumoren krebsfördernde Immunzellen ausschalten.
Die Deutsche Krebshilfe fördert das Präzisions-Immuntherapie-Projekt über drei Jahre mit 800.000 Euro. Mit knapp 230.000 Todesfällen im Jahr sind Krebserkrankungen nach Aussage des Bundesamts für Statistik die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Dabei ist Krebs nicht gleich Krebs, denn es gibt sehr viele verschiedene onkologische Erkrankungen. Fast allen menschlichen Tumoren gemein ist jedoch, dass ihr Gewebe nicht nur Krebszellen, sondern auch tumorfördernde Immunzellen enthält. Und genau hier setzen die Wissenschaftler an: Ihr Ziel ist es, diese Immunzellen durch eine hochspezifische Immuntherapie gezielt zu erkennen und auszuschalten.

Dafür möchten sie im Verbund geeignete molekulare Nano-Werkzeuge entwickeln. Die Forschungsgruppen von Prof. Dr. Sven Brandau, Medizinische Fakultät, Prof. Dr. Barbara Saccà, Fakultät für Biologie, und Prof. Dr. Sebastian Schlücker, Fakultät für Chemie, haben hierfür erfolgreich eine Forschungsförderung der Deutschen Krebshilfe eingeworben.
Ihr Projekt „Präzisionsimmuntherapie durch molekulare Erkennungsmotive auf Goldnanostäbchen“ wurde aus zahlreichen Projektvorschlägen ausgewählt und wird ab 2020 für drei Jahre mit rund 800.000 Euro im Förderschwerpunkt „Visionäre neue Konzepte in der Krebsforschung“ gefördert.
Das interdisziplinäre Team kombiniert hierzu sein Know-how zur Immunonkologie, DNA-Nanotechnologie, Nanomaterialchemie und optischen Spektroskopie

V.l.: Prof. Sebastian Schlücker, Prof. Barbara Saccà und Prof. Sven Brandau; Quelle: UDE/ UK Essen)