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Sozial- und Kulturpässe - Großes Potenzial, begrenzte
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Duisburg, 15. Januar
2026 - Wer arm ist, kann sich Tickets für Schwimmbäder,
Konzerte oder den öffentlichen Nahverkehr oft nicht leisten.
Sozial- und Kulturpässe sollen Betroffenen daher vergünstigte
oder kostenlose Eintritte ermöglichen und ihnen
gesellschaftliche Teilhabe erleichtern.
Ob das
gelingt, hat ein vom NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit
und Soziales gefördertes
Projekt der Universität Duisburg-Essen untersucht. Es
kommt zu einem ambivalenten Ergebnis: Sozial- und Kulturpässe
können helfen, sind aber bislang häufig nur begrenzt wirksam.
Für ihre Studie haben Dr. Christian Gräfe und Prof. Dr.
Holger Schoneville vom Institut für Soziale Arbeit und
Sozialpolitik alle kommunalen Sozial- und Kulturpässe in NRW
systematisch erfasst.
Außerdem haben sie in mehreren
Städten Interviews geführt – mit Menschen, die diese Pässe
nutzen, sowie mit Fachpersonal aus Sozialämtern und den
Servicestellen für die Kultur- und Sozialpässe. Dabei wurde
insgesamt deutlich, wie wichtig kulturelle Angebote für
armutsbetroffene Menschen sind und dass die Pässe durchaus
das Potenzial haben, eine Schlüsselrolle für
gesellschaftliche Teilhabe zu spielen.
Doch je nach
Kommune unterscheiden sich die Pässe erheblich: Während
manche Städte nur wenige kulturelle Angebote vergünstigen und
den Kreis der Berechtigten sehr eng fassen, bieten andere ein
breiteres Spektrum, das auch verbilligte Nahverkehrstickets
einschließt. Ohne diese können viele Betroffene gar nicht
erst an kulturellen oder sozialen Angeboten teilnehmen.
„Uns haben die Betroffenen berichtet, dass sich ihre
finanzielle Situation auch mit einem Sozial- und Kulturpass
nicht grundlegend verändert. Dennoch können Pässe den Zugang
zu Angeboten deutlich erleichtern“, erklärt Dr. Christian
Gräfe. „Häufig sind selbst stark rabattierte Tickets aber
noch zu teuer. Wer sie nutzt, plant lange im Voraus und
schränkt sich an anderer Stelle noch stärker ein als
ohnehin.“
Zudem spielen Scham und Stigmatisierung
eine große Rolle. „Das Vorzeigen des Passes, Warteschlangen
bei Ausgabestellen der Ämter oder Unklarheiten darüber, wann
welche Vergünstigung gilt, erleben viele als demütigend – und
meiden die Angebote deshalb“, so Prof. Dr. Schoneville.
Kritisch sehen die Forschenden auch, dass allgemeine
Informationen zu den Pässen häufig lückenhaft verbreitet
werden und Beratungsangebote fehlen. Ein Problem stelle zudem
die Digitalisierung dar: Zwar können Online-Anträge, QR-Codes
oder Apps die Verfahren vereinfachen und Stigmatisierung
reduzieren. Gleichzeitig haben es Menschen ohne Smartphone,
mit geringen digitalen Kompetenzen oder Sprachbarrieren
schwer, die Angebote zu nutzen.
Die Studie kommt zu
dem Schluss: Ein Pass allein schafft keine Teilhabe. Aber mit
politischer und struktureller Unterstützung – von klaren
Informationen bis zu bezahlbarer Mobilität – können Sozial-
und Kulturpässe helfen, bestehende Ungleichheiten abzubauen
Die Studie ist hier abrufbar (die Kommunen sind
anonymisiert):
https://www.uni-due.de/imperia/md/images/biwi/einrichtungen/isp/theorie_und_methoden
_der_sozialen_arbeit/gräfe-schoneville_bericht-expertise.pdf
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Einkommens- und Sozialpolitik - Was kostet die
Inflationskrise? |
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Duisburg, 15. Januar 2026 - Die
Inflationskrise 2022 und 2023 kostete erhebliche politische
Anstrengungen und löste zusätzliche gesellschaftliche
Konflikte aus: Während staatliche Entlastungspakete viele
Haushalte vor drastischen Einkommensverlusten bewahrten,
geriet die zuvor begonnene Aufwertung niedriger Löhne und
Einkommen ins Wanken. Ein aktueller Report des Instituts
Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen
zeigt, welche Folgen die Krisenpolitik insbesondere für die
unteren Einkommensgruppen hatte.
Für ihre Analyse*
haben die IAQ-Forschenden Dr. Georg Barthel, Dr. Karen
Jaehrling und Michel Breuer politische Akteure und
Sozialpartner interviewt, ergänzende Hintergrundgespräche
geführt, Bundestagsdebatten und andere politische Dokumente
sowie ausgewählte Tarifverträge ausgewertet.
Laut
IAQ-Report wurde die Politik zur Aufwertung niedriger
Einkommen in der Inflationskrise grundsätzlich fortgesetzt.
Ausschlaggebend hierfür war, dass Haushalte mit geringem
Einkommen besonders stark unter den Preissteigerungen litten.
Gleichzeitig geriet diese Strategie zunehmend unter
politischen Druck und führte zu neuen Konflikten. Besonders
deutlich wurde dies beim Bürgergeld: Die an der Inflation
orientierte Anhebung der Regelsätze verkleinerte zeitweise
den Abstand zu niedrigen Löhnen und löste damit eine
grundsätzliche Debatte über die Reform selbst aus.
Relativ zu ihrem Einkommen profitierten vor allem die
einkommensschwächsten Haushalte von den Entlastungspaketen
der Bundesregierung. In absoluten Euro-Beträgen werden jedoch
Haushalte mit höheren Einkommen stärker bevorzugt. Damit
rückte das im Koalitionsvertrag formulierte Ziel, niedrige
Einkommen und Familien gezielt zu entlasten, teilweise in den
Hintergrund.
Ein wichtiger politischer Eingriff war
die außerplanmäßige Anhebung des Mindestlohns auf zwölf Euro
im Oktober 2022. Dieser Schritt sollte zu einer armutsfesten
Lohnuntergrenze beitragen, wurde jedoch durch die hohe
Inflation zum Teil wieder aufgezehrt. Zudem verschärfte er
die Konflikte zwischen den Sozialpartnern: Erstmals konnte
sich die Mindestlohnkommission im Jahr 2023 nicht auf eine
gemeinsame Empfehlung einigen. Die Krise machte damit einen
grundlegenden Zielkonflikt sichtbar: Soll der Mindestlohn
lediglich eine untere Haltelinie darstellen oder einen
Mindestlebensstandard sichern?
Auch die Tarifparteien
trugen zur Abfederung der Preissteigerungen bei, indem sie
überproportionale Lohnerhöhungen für untere Lohngruppen
vereinbarten. Diese Abschlüsse kamen jedoch erst nach
längeren und teils sehr konfliktintensiven Verhandlungen
zustande.
Insgesamt zeigt die IAQ-Analyse, dass
bestehende Instrumente wie Tarifverträge mit langen
Laufzeiten oder rückwirkende Anpassungen von Sozialleistungen
und Mindestlohn kaum geeignet sind, kurzfristig auf hohe
Inflationsraten zu reagieren. Das Forschungsteam empfiehlt
daher automatische Anpassungen an die Preisentwicklung oder
tarifliche Klauseln, die bei unerwartet hoher Inflation
schnelle Nachverhandlungen ermöglichen – insbesondere zum
Schutz niedriger Einkommen.
* Der IAQ Report basiert
auf einer international vergleichenden, von der EU-Kommission
geförderten Studie zur „Bewältigung der Inflationskrise durch
sozialen Dialog“ (MAINSOC).
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Boot, Technik, Zukunft: Universität Duisburg-Essen
und DST auf der boot |
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Duisburg, 12. Januar
2026 - Ab Samstag, 17. Januar 2026, wird Düsseldorf zum Dreh-
und Angelpunkt der Bootsbegeisterten. Die Universität
Duisburg-Essen (UDE) und das DST präsentieren ihre neuesten
Forschungsexponate. Besonderes Highlight: das autonom
fahrende Forschungsschiff NOVA.
Wer Schiffe, autonome
Systeme und Hafenlogistik selbst erforschen möchte, bekommt
hier spannende Einblicke, wie praxisnah und innovativ ein
Studium an der UDE ist. Auf der NOVA wird autonomes Fahren
erforscht.

Copyright: Ilja Höpping/Stadt Duisburg
An ihrem Stand
präsentieren die UDE und das DST innovative Entwicklungen und
aktuelle Forschungsprojekte – das absolute Highlight ist das
Forschungsschiff NOVA, ein autonomes, emissionsfreies Schiff
mit Elektroantrieb und unterstützender Photovoltaik-Anlage.
Hier erproben Wissenschaftler:innen alternative Antriebe und
selbstfahrende Systeme für eine nachhaltige
Binnenschifffahrt.
Ein weiterer Publikumsmagnet und
Schwerpunkt am gemeinsamen Stand auf der boot ist das von der
UDE und dem DST mitentwickelte Fernsteuersystem für
Binnenschiffe. Ein erfahrener Kapitän wird ein reales
Güterschiff live auf dem Rhein vom Fernsteuerstand aus
steuern – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum autonomen
Fahren.
Besucher:innen können im Fernsteuersystem,
das gleichzeitig als Simulator genutzt werden kann, ein
Containerschiff durch den virtuellen Duisburger Hafen und auf
dem Rhein steuern. Als eine der wenigen Universitäten in
Deutschland forscht und lehrt die UDE zu nachhaltigen
maritimen Systemen, moderner KI-gestützter Binnen- und
Küstenschifffahrt sowie Hafenlogistik.
In
Studiengängen und Kreativlaboren bildet sie praxisnah
Ingenieur:innen aus. Das DST ist national und international
mit seiner Spitzenforschung in vielen Projekten engagiert und
kooperiert eng mit der Industrie sowie den
Forschungsinstituten an der UDE. Auch die Studienberatung der
UDE ist vor Ort und informiert über Studiengänge wie
"Nachhaltige und autonome maritime Systeme", Maschinenbau,
Energy Science und weitere Fächer.
Wer praxisnah
forschen und aktiv an zukunftsweisenden Technologien
mitarbeiten möchte, sollte diesen Stand nicht verpassen. Die
UDE und das DST freuen sich auf Besucher:innen in Halle 15
(Stand C58).
Die Exponate am UDE-/DST-Stand: -
Forschungsschiff NOVA: Autonomes, emissionsfreies Schiff mit
Solar- und Elektroantrieb; Erprobung alternativer Antriebe
und automatisierter Systeme. - Fernsteuerstand und
Schiffssimulator VeLABi mit virtuellem Testfeld VERA:
Deutschlandweit einzigartig, zeigt er die ferngesteuerte und
virtuelle Schiffsführung. - Rennkatamaran: Studierende
präsentieren ihr Renn-Tretboot „ „Close to Perfection“. -
Modell-Kavitationstunnel: Zeigt, wie Kavitation an
Schiffspropellern entsteht. - Autonome Modellschiffe:
Schiffsmodelle, mit denen Studierende die Entwicklung
autonomer Schiffssysteme lernen. - Windturbine:
Demonstriert, wie elektrische Energie an Land und auf See
erzeugt werden kann. - Flexible Wellen (Flex-Line N-FLEX):
Innovative Antriebswelle aus Faserverbund- und
Elastomermaterial. - Aqua Speeder: Europas erster
voll-elektrischer, geräuschloser Jetski, mitentwickelt von
UDE-Ingenieur:innen. - CoCreation Lab: 3D-Drucker und
Scanner zeigen Produktinnovationen; Mini-Novas und Giveaways
werden live gedruckt.
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Woche des Lehramts vom 2. bis 5. Februar 2026 |
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„Lehrer:in zu sein heißt, Influencer:in zu
sein!“ Duisburg, 7. Januar 2026 - Wer Lehrerin oder
Lehrer werden möchte, für die oder den ist das Ruhrgebiet
eine gute Adresse. Alle Informationen zu Studium, Schulformen
und Beruf gibt es vom 2. bis 5. Februar 2026 an der
Universität Duisburg Essen (UDE) bei der Woche des Lehramts.
Diese gehört zu den NRW-weiten Wochen der
Studienorientierung, bei denen auch die UDE Interessierte
intensiv berät und Studiengänge vorstellt. Die kostenlose
Veranstaltung richtet sich an Schüler:innen, die sich ab
sofort anmelden können. Wie ist das Lehramtsstudium
aufgebaut? Welche Unterstützungsangebote gibt es während
der Studienzeit?
Auf Fragen wie diese gibt es bei der
Woche des Lehramts an der UDE Antworten – digital und vor Ort
mit Veranstaltungen wie „Lehrer:in zu sein heißt,
Influencer:in zu sein“. Lehramtsstudierende geben wertvolle
Einblicke in ihre Fächer und persönliche Tipps für die
Eignungstests in Kunst, Musik und Sport.
Wer sich
schon mal an der Uni umschauen möchte, den laden die
Lehrkräfte von morgen zu einer gemeinsamen Tour über den
Campus ein. Auch die TU Dortmund und die Ruhr-Universität
Bochum bieten als Verbundpartner:innen des Projekts
talents4teachers/teachers4talents spannende Veranstaltungen
in der Woche des Lehramts an.
Als Planungshilfe steht
Studieninteressierten das standortübergreifende Programm in
einer
Wochenübersicht zur Verfügung. Eine Anmeldung für die
Veranstaltungen an der UDE ist erforderlich und über die
ABZ-Website möglich. Weitere Informationen: Amrei Sander,
Zentrum für Lehrkräftebildung, Tel. 0201/183-6690,
amrei.sander@uni-due.de
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UDE: Neues Kompetenzmodell für den Katastrophenschutz |
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Duisburg, 6. Januar 2026 - Wenn jede
Entscheidung zählt Extremwetter, Stromausfälle und andere
Krisenlagen stellen Einsatzkräfte vor enorme
Herausforderungen. Unter Zeitdruck und in oft
unübersichtlichen Situationen müssen sie schnell, sicher und
koordiniert handeln.
Vor diesem Hintergrund hat das
Team um Dr. Christian K. Karl von der Universität
Duisburg-Essen hierzu ein organisationsübergreifendes Modell
für Ausbildung und Training entwickelt. Es ist Teil des
Forschungsprojekts
KOKA – Kompetenzorientierung im Katastrophenschutz.
Im Katastrophenschutz sind Technik und Organisation
unverzichtbar – doch sie allein reichen nicht aus.
Entscheidend ist, wie professionell Einsatzkräfte in
komplexen und unsicheren Lagen handeln. „Da sich Ausbildungen
im Katastrophenschutz je nach Organisation, Aufgabenbereich
oder Ausbildungsebene unterscheiden, sind wir der Frage
nachgegangen, wie sich diese Anforderungen systematisch
erfassen und zusammenführen lassen“, erklärt Dr. Christian K.
Karl von der Fachdidaktik Bautechnik der Universität
Duisburg-Essen.
Dafür haben er und sein Team mehr als
300 Lernziele aus bestehenden Ausbildungsunterlagen
analysiert – unter anderem von Feuerwehr, Technischem
Hilfswerk (THW), Rettungsdiensten, der Deutschen
Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sowie Akteuren der
Wasserwirtschaft.
Hieraus haben die Forschenden
anschließend das ABCD-Modell der Katastrophenschutzdidaktik
entworfen. Es strukturiert Kompetenzen entlang der Phasen
Vorsorge, Einsatz und Nachsorge und beschreibt, was
professionelles Handeln unter Bedingungen von Unsicherheit,
Zeitdruck und in dynamischen wie vielschichtigen
Einsatzsituationen ausmacht.
„Das ABCD-Modell soll
helfen, die Ausbildung und das Training im Katastrophenschutz
organisationsübergreifend weiterzuentwickeln“, sagt Dr.
Christian K. Karl. Analyse und Modell sind open access
verfügbar und richten sich an Verantwortliche aus
Einsatzpraxis, Ausbildung und Politik:
https://duepublico2.uni-due.de/receive/duepublico_mods_00084743
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Festkonzerte der Universität Duisburg-Essen „Es
tanzt" |
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Duisburg, 23. Dezember 2025 - Das
Uniorchester Duisburg-Essen feiert Anfang 2026 eine besondere
Premiere: Erstmals gastieren die mehr als 100 Musiker:innen –
Studierende, Alumni und engagierte Laien aus der Region – in
der Duisburger Mercatorhalle (25. Januar). Eine Woche später
(1. Februar) folgt ein zweites Konzert in der Essener
Philharmonie.
An beiden Terminen präsentiert das
Ensemble unter der Leitung von Prof. Dr. Oliver Leo Schmidt
tänzerische Kompositionen. Als Solisten gastiert das mehrfach
ausgezeichnete Davidoff Trio.

© Universitätsorchester Duisburg-Essen
Tänzerischen
Schwung, emotionale Tiefe und orchestrale Brillanz – das
vereinen alle drei Werke, die das Uniorchester aufführt:
Claude Debussys Marche écossaise (Schottischer Marsch)
eröffnet den Abend. Es folgt Ludwig van Beethovens
Tripelkonzert für Klavier Violine, Violoncello und Orchester
in C-Dur op. 56.
Den Abschluss bilden Sergej
Rachmaninovs Symphonische Tänze op. 45. Termine und
Kartenvorverkauf: Sonntag, 25. Januar 2026, 16 Uhr
Mercatorhalle Duisburg.
Eintritt: 20 € / 10 € Tickets:
https://mercatorhalle.ticket.io/Yhg8WzHF/ Sonntag, 1.
Februar 2026, 11 Uhr Philharmonie Essen Eintritt: 25 € / 10 €
Tickets:
https://www.theater-essen.de/programm/kalender/festkonzert-der-universitaet-duisburg-essen-136538/3598/
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Neues Forschungskolleg: Präzisere
Krebstherapien, weniger Nebenwirkungen
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Duisburg, 16.
Dezember 2025 - Die Medizinische Fakultät der Universität
Duisburg-Essen richtet gemeinsam mit der Else
Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) ein neues Forschungskolleg
für junge Kliniker:innen ein. Ziel ist, die nächste
Generation von klinisch arbeitenden Forschenden bestmöglich
auf die Anforderungen moderner Krebsmedizin vorzubereiten.
Das UMEA THERA* genannte Kolleg startet im Frühjahr
2026 und wird mit 1,3 Millionen Euro über 3 Jahre gefördert.
Sprecher ist Prof. Dr. Dr. Alpaslan Tasdogan, Co-Sprecherin
Prof. Dr. Sylvia Hartmann. Beide arbeiten am
Universitätsklinikum Essen und sind Forschende der
Medizinischen Fakultät.

Prof. Dr. Dr. Alpaslan Tasdogan (Klinik für Dermatologie) und
Prof. Dr. Sylvia Hartmann (Institut für Pathologie). Foto:
Med.Fak./ Prof. Alpaslan Tasdogan
Laut
EKFS-Förderzusage überzeugt das neue Forschungskolleg durch
das methodische Spektrum sowie die wissenschaftliche
Exzellenz der betreuenden Mentor:innen, die den Kollegiaten
im Essener Umfeld zur Verfügung stehen. Im Fokus der
Forschungsteams steht ein Thema, das die Onkologie in den
kommenden Jahren entscheidend prägen wird: die
Stoffwechselprozesse zwischen Tumorzellen, Immunzellen und
der sogenannten Tumor-Mikro-Umgebung.
Gemeint ist das
direkte Umfeld eines Tumors, das aus Immunzellen,
Blutgefäßen, Bindegewebe und chemischen Signalen besteht.
Dieses Umfeld beeinflusst wesentlich, wie ein Tumor wächst,
wie er auf Therapien reagiert und ob das Immunsystem seine
Abwehrkraft behält oder verliert. Das neue Kolleg verfolgt
zentrale Fragen: Schwächen Tumore gezielt die körpereigene
Abwehr? Und können Krebstherapien selbst unbeabsichtigt
Immunfunktionen beeinträchtigen?
Die
Wissenschaftler:innen möchten diese Mechanismen
entschlüsseln. Sie möchten Wege finden, diese therapeutisch
zu steuern. Durch ihre Erkenntnisse sollen Behandlungen
wirksamer werden und Nebenwirkungen sinken. Die Teilnehmenden
arbeiten unter Anleitung erfahrener Clinician Scientists und
Medical Scientists. Sie entwickeln eigene Projekte und nutzen
eine Methodik, die derzeit nur wenige Zentren anbieten
können: Metabolomik und Transkriptomik,
Einzelzell-Sequenzierung sowie innovative theranostische
Konzepte.
Diese Verfahren erlauben es,
Stoffwechselvorgänge und Zellaktivitäten im Tumorgewebe
hochpräzise sichtbar zu machen. „Wir fördern Ärzt:innen, die
Forschung vorantreiben und direkt an Patient:innen anwenden“,
sagt Prof. Dr. Dr. Alpaslan Tasdogan (Klinik für
Dermatologie). Prof. Dr. Sylvia Hartmann (Institut für
Pathologie) betont: „Der technologische Fortschritt bietet
enorme Chancen, stellt aber auch hohe Anforderungen an die
klinische Praxis.“
Mit dem Forschungskolleg UMEA
THERA entsteht ein strukturiertes Ausbildungsumfeld, das
Mediziner:innen in frühen Phasen ihrer Karriere die nötigen
wissenschaftlichen Werkzeuge vermittelt – und damit die
Krebsmedizin der Zukunft mit formt. Das von der
EKFS geförderte Kolleg wird in die Strukturen der
University Medicine Essen Academy
UMEA
integriert. * THERA steht für „Targeting metabolic
vulnerabilities in tumors for theranostics“.
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PETA zeichnet die vegan-freundlichsten Mensen
Deutschlands 2025 aus |
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Vier Blätter für die Mensen in
Essen und Duisburg Stuttgart/Duisburg, 3. September
2025 - Wachsende vegane Vielfalt: Das
Angebot pflanzlicher Speisen an deutschen Hochschulmensen wird immer
vielfältiger und etablierter. Bereits zum neunten Mal hat PETA
bundesweit Universitätskantinen zu verschiedenen Aspekten rund um
das Thema vegane Ernährung befragt.
Basierend auf den Antworten der
29 teilnehmenden Studierendenwerke wurden Punkte in Form von grünen
Blättern (1 bis 5 in halben Schritten) vergeben und die
vegan-freundlichsten Mensen 2025 gekrönt. Die Mensa Campus in Essen
und die Mensa Campus in Duisburg des Studierendenwerks
Essen-Duisburg haben dabei vier Blätter verliehen bekommen.
„Mit jeder Mahlzeit haben wir die Wahl, Tierleid zu verhindern und
gleichzeitig etwas Gutes für die Umwelt zu tun. Mit veganen
Gerichten gelingt das einfach, lecker und noch dazu gesund“, so
Julia Weibel, Fachreferentin bei PETA. „Ein pflanzenbasiertes
Speisenangebot deckt die Ernährungsbedürfnisse und -wünsche vieler
Menschen ab, die tierische Produkte ablehnen – sei dies aus
ethischen, religiösen, umwelttechnischen oder gesundheitlichen
Gründen. Wir freuen uns besonders, dass in diesem Jahr so viele neue
Einrichtungen dazugekommen sind und viele andere ihr Ergebnis vom
vergangenen Jahr verbessern konnten.“
Top-Mensen mit
vegan-freundlichem Angebot: Vier Blätter für Essen und Duisburg
Sowohl die Mensa Campus in Essen als auch die Mensa Campus in
Duisburg des Studierendenwerks Essen-Duisburg bietet jeweils täglich
ein veganes Gericht an. Hinzu kommen pflanzliche Vor- und
Nachspeisen sowie eine Salattheke mit diverser Auswahl, Snacks und
Gebäck. Einzelaktionen und Aktionstage wie die Teilnahme am
Weltvegantag finden statt. Es gibt einen regen Austausch mit den
Studierenden.
Die Bewertungskriterien Die
Beurteilungskriterien bezogen sich unter anderem auf das tägliche
und vielfältige Angebot an veganen Gerichten sowie die spezielle
Schulung des Personals. Auch das vegane Angebot an Vor- und
Nachspeisen, Getränken sowie Snacks wurde in die Bewertung
einbezogen. Zudem wurde berücksichtigt, ob Aktionswochen oder -tage
zum Thema vegane Ernährung veranstaltet werden. In die Beurteilung
floss außerdem ein, ob ein Vegan-Tag angeboten oder regelmäßig für
rein pflanzliche Gerichte geworben wird. Wie sich die jeweilige
Mensa im Laufe der Jahre entwickelt hat, spielte ebenfalls eine
Rolle.
Veganes Angebot nimmt stetig zu Alle teilnehmenden
Mensen haben täglich mindestens eine rein pflanzliche Speise im
Angebot – meist sogar mehrere. Bei einem Großteil gibt es auch
vegane Vor- und Nachspeisen, Snacks und Gebäck. Viele organisieren
Mitarbeiterschulungen und Aktionswochen, meist zum jährlichen
Welt-Vegan-Tag am 1. November oder zum Veganuary. Einige der
ausgewählten Mensen der Studierendenwerke bieten mittlerweile eine
vielfältigere Auswahl an veganen Speisen an, weswegen sich alle
Vorjahresteilnehmer in diesem Jahr um einen oder einen halben Punkt
verbessern konnten. Die Entwicklung zeigt, dass die vegane Ernährung
in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist.
Eine 2023
veröffentlichte Studie kam zum Schluss: Werden pflanzliche Gerichte
in Hochschulmensen als Standardoption angeboten und Gerichte mit
tierischen Produkten nur auf Nachfrage, wird die vegane Mahlzeit zu
knapp 82 Prozent gewählt. [1] Insgesamt bieten die Studierendenwerke
einfallsreiche vegane Gerichte wie Burrito Bowl mit
Sonnenblumenhack, hausgemachte BratVurst, Blumenkohlburger, mit
Chili con Soja gefüllte Tortilla an pikanter Pueblo-Avocado-Salsa
oder Bohnen-Bulgur-Pfanne mit Walnüssen und Paprika-Radieschen Dip
an.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an
ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten
oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation
setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung,
bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der
Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen
angesehen.
Daneben wird auch zwischen verschiedenen
Tierarten unterschieden: So empfinden viele Menschen Hunde und
Katzen als Familienmitglieder und lehnen es ab, sie zu halten,
auszubeuten und zu töten wie Schweine, Rinder oder Hühner. Trotzdem
betrifft Speziesismus auch sogenannte Haustiere: Sie werden zur
menschlichen Unterhaltung benutzt, oftmals unter tierschutzwidrigen
Bedingungen (qual-) gezüchtet und wie Ware verkauft. Auch für
Tierversuche werden sie missbraucht.
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Reifenabrieb im Rhein: Wie Mikroplastik die
Flussökologie verändert |
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Duisburg, 1. September 2025 - Von der
Straße in Gewässer: Eine Studie von Forschenden der
Universität Duisburg-Essen und der Universität zu Köln zeigt
erstmals, wie stark Mikroplastik aus Reifenabrieb die
mikrobielle Welt im Rhein verändert. Über vier Wochen wurden
verschiedene Typen von Reifenpartikeln der Strömung im Fluss
ausgesetzt – mit klaren Ergebnissen. Das Fachmagazin
Environmental Pollution berichtet.

Per 3D-Druck hergestellte Kammern enthalten verschiedene
Arten und Partikelgrößen des Reifenabriebs sowie
Kontrollproben mit gleich großen, zuvor sterilisierten
Sedimentpartikeln als Kontrolle. Gestapelt und in einer Kiste
vor herumschwimmenden Gegenständen geschützt, werden sie vier
Wochen lang der Rheinströmung unterhalb des
Forschungsschiffes „Ökologische Rheinstation“ ausgesetzt. ©
Universität zu Köln / Julian Wagenhofer
Die winzigen
Partikel verschiedener Größen von neuen und alten PKW- wie
LKW-Reifen erwiesen sich nicht als neutrale Oberflächen, auf
denen sich Bakterien ansiedeln. Vielmehr veränderten sie die
Zusammensetzung der Biofilme – also jener bakteriellen
Schichten, die Flusssteine, Sedimente und auch künstliche
Materialien überziehen.
„Wir konnten zeigen, dass sich
bestimmte Bakterienarten besonders gern auf Reifenabrieb
ansiedeln, während die allgemeine Vielfalt der
Mikroorganismen darauf abnimmt“, erklärt Studienleiterin Dana
Bludau, die in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Jens Boenigk
in der Fakultät für Biologie der Universität Duisburg-Essen
(UDE) promoviert. „Besonders die Biofilme auf größeren
Partikeln älterer Reifen unterschieden sich deutlich von
denen auf natürlichen Partikeln des Flussgrundes.“
Die
Bedeutung dieser Veränderungen reicht weit über die
Bakteriengemeinschaft selbst hinaus. Mikroben sind zentrale
Akteure in aquatischen Ökosystemen: Sie zersetzen organisches
Material, steuern Nährstoffkreisläufe und bilden die Basis
für Nahrungsketten. „Wenn Reifenabrieb die Zusammensetzung
dieser Biofilme verändert, betrifft das daher das gesamte
Flusssystem“, betont Bludau.
Die Ergebnisse ergänzen
aktuelle Befunde des Landesamts für Natur, Umwelt und Klima
NRW (LANUK), das in einer Studie hohe Belastungen durch
primäres Mikroplastik im Rhein dokumentiert hat. Bei primärem
Mikroplastik handelt es sich um absichtlich hergestellte
Kunststoffpartikel wie Peelingkügelchen in Kosmetika oder
Kunststoffgranulat aus der Industrie, während sekundäres
Mikroplastik durch den Zerfall größerer Plastikteile
entsteht. Während in den Analysen des LANUK vor allem Mengen
und Eintragsquellen untersucht wurden, zeigt die Studie der
Universitäten Duisburg-Essen und Köln erstmals die konkreten
Auswirkungen von Reifenabrieb auf die mikrobiellen
Lebensgemeinschaften im Fluss.
Bisher wurden die
ökologischen Auswirkungen von Mikroplastik kaum systematisch
erforscht. Die neue Untersuchung liefert damit einen
wichtigen Mosaikstein für das Verständnis der ökologischen
Folgen.
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