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Düsseldorf/Duisburg, 29. Oktober 2026 - Geld anlegen,
schnell Gewinne erzielen und dabei angeblich kein Risiko
eingehen: Mit solchen Versprechen locken Kriminelle Menschen
auf gefälschte Anlageplattformen im Internet. Die Webseiten
oder Apps sehen professionell aus und angebliche Fachleute
bieten dort ihre persönliche Beratung an. Doch statt das
Geld anzulegen, behalten die Täter es für sich. Diese Form
des Online-Anlagebetrugs wird auch "Cybertrading Fraud" oder
"Cybertrading-Betrug" genannt. Das Landeskriminalamt
Nordrhein-Westfalen (LKA NRW) klärt über die Masche auf.
Die wichtigste Botschaft: Prüfen Sie Anlageangebote
sorgfältig, bevor Sie persönliche Daten weitergeben oder
Geld überweisen. Wie groß das Problem ist, zeigen
die Zahlen: Die Polizei NRW registrierte im vergangenen Jahr
6385 Fälle. Und dabei handelt es sich ausschließlich um das
Hellfeld. Der erfasste Schaden belief sich 2025 insgesamt
auf rund 251 Millionen Euro. Hinter diesen Summen stehen
Menschen, die teilweise ihr gesamtes Erspartes verloren
haben. So funktioniert die Masche: Am Anfang steht
häufig eine Werbeanzeige in sozialen Netzwerken oder auf
einer bekannten Internetseite. Auch Werbung in Zeitungen,
Magazinen oder im Fernsehen kann auf betrügerische Angebote
führen. Versprochen werden hohe Gewinne mit Aktien,
Kryptowährungen oder anderen Geldanlagen. Die
professionell gestaltete Werbung ist jedoch kein Beleg
dafür, dass ein Angebot seriös ist. Manche Anzeigen erwecken
den Eindruck, bekannte Persönlichkeiten hätten mit dem
Angebot bereits viel Geld verdient. Dafür nutzen Kriminelle
auch Bilder, Stimmen und Videos, die mithilfe künstlicher
Intelligenz gefälscht wurden. Die gezeigten Personen haben
mit der beworbenen Anlage nichts zu tun. Wer sich
registriert, wird von angeblichen Anlageberaterinnen oder
Anlageberatern kontaktiert. Sie wirken hilfsbereit und bauen
Vertrauen auf. Zunächst soll oft nur ein kleiner Betrag
eingezahlt werden. Auf dem vermeintlichen Anlagekonto
erscheinen schon bald Gewinne. Tatsächlich sind diese Zahlen
erfunden. Sie sollen dazu verleiten, immer mehr Geld zu
überweisen. Manchmal zahlen die Täter anfangs sogar
kleinere Beträge aus, um Zweifel auszuräumen. Doch wer
später sein Guthaben zurückhaben möchte, wird vertröstet
oder soll zunächst weitere Gebühren oder angebliche Steuern
bezahlen. Auch dieses Geld landet bei den Kriminellen. Eine
erste Auszahlung beweist deshalb nicht, dass eine Plattform
vertrauenswürdig ist. Das LKA NRW rät: -
Misstrauen Sie ungewöhnlich hohen Gewinnversprechen. Hohe
Gewinne ohne Risiko sind ein Warnsignal. Lassen Sie sich
erklären, wie die Anlage funktioniert, welche Kosten
entstehen und welche Verluste möglich sind.
-
Lassen Sie sich nicht drängen. Aussagen wie "Nur heute
verfügbar" oder die Aussicht auf besondere Bonuszahlungen
sollen Sie zu schnellen Entscheidungen bewegen. Nehmen Sie
sich Zeit und besprechen Sie das Angebot mit einer
unabhängigen Person.
- Prüfen Sie den Anbieter.
Sind Firmenname, Anschrift und Kontaktdaten nachvollziehbar?
Prüfen Sie in der Unternehmensdatenbank der Bundesanstalt
für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), ob der Anbieter
für die angebotene Tätigkeit in Deutschland zugelassen ist.
Verlassen Sie sich nicht auf eine angebliche Lizenz auf der
Werbeseite.
- Suchen Sie nach Warnungen oder
nutzen die Bilder-Rückwärtssuche zur Überprüfung von
Internetseiten (wegen möglicher "Deepfakes"). Beachten
Sie insbesondere Warnmeldungen der BaFin und recherchieren
Sie unabhängig nach Beschwerden. Gute Bewertungen und
prominente Werbegesichter können gefälscht sein.
- Geben Sie keinen Zugriff auf Ihre Geräte. Installieren Sie
keinesfalls auf Aufforderung angeblicher Anlageberater
Fernzugriffsprogramme, um sich helfen zu lassen. Damit
könnten Fremde Ihren Computer bedienen und Daten auslesen.
- Geben Sie niemals Passwörter oder Zugangsdaten
für Bankkonten und Depots weiter.
- Zahlen Sie
bei blockierten Auszahlungen nicht nach. Angebliche Steuern,
Gebühren oder Versicherungen, die Sie vor einer
Auszahlung zusätzlich überweisen sollen, sind ein deutliches
Warnsignal. Stoppen Sie weitere Zahlungen. Sie
haben bereits Geld überwiesen? Dann handeln Sie sofort.
Brechen Sie den Kontakt zu den mutmaßlichen Betrügern ab und
überweisen Sie kein weiteres Geld. Informieren Sie
sofort Ihre Bank oder Ihren Zahlungsdienstleister. Lassen
Sie prüfen, ob Zahlungen noch gestoppt oder zurückgerufen
werden können. Sichern Sie Nachrichten, E-Mails,
Zahlungsbelege und Bildschirmfotos der Plattform.
Erstatten Sie Anzeige bei Ihrer Polizei vor Ort. Als
Opfer einer Straftat sind Sie nicht auf sich allein
gestellt. Eine erste Orientierung zu Beratungs- und
Unterstützungsangeboten finden Sie im Präventionsportal der
Polizei NRW:
https://praevention.polizei.nrw/ Sie können sich auch an
die Mitarbeitenden des polizeilichen Opferschutzes in den
hierfür zuständigen Organisationseinheiten Ihrer örtlichen
Polizei wenden. Ihre örtlich zuständige Polizeidienststelle
finden Sie über
https://polizei.nrw/artikel/polizei-vor-ort Der
Betrug nach dem Betrug: Seien Sie auch nach festgestelltem
Betrug vorsichtig. Es kommt vor, dass die Kriminellen unter
dem Vorwand Unterstützung bei der Rückholung der Gelder zu
leisten (zum Beispiel als Anwalt), erneut Kontakt suchen
(sogenanntes "Recovery Scam"). Hierfür wird dann eine
Vorabgebühr verlangt. Die Themenseite
"Online-Anlagebetrug" der Polizeilichen Kriminalprävention
des Bundes und der Länder (ProPK) erklärt die
Vorgehensweise der Kriminellen und bündelt Warnsignale sowie
praktische Tipps:
https://www.polizei-beratung.de/them
en-und-tipps/gefahren-im-internet/cybertrading-betrug/
Weitere Informationen stellt das LKA NRW auf seiner Homepage
zur Verfügung: -
https://lka.polizei.nrw/artikel/vorsicht-abzocke-betrugsmasche-bei-ausschreibungen
-
https://lka.polizei.nrw/anlagebetrug-im-internet-leere-versprechen-gezielte-abzocke-hohe-verluste-zerstoerte-existenzen
Sprechen Sie auch mit Ihrer Familie, Freundinnen und
Freunden über die Masche. Helfen Sie mit, dass aus einem
verlockenden Angebot kein finanzieller Verlust wird.
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