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Düsseldorf/Duisburg, 30. November
2025 - Das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen warnt vor
einem beunruhigenden Phänomen: dem sogenannten
"Taschengeld-Treffen" (TG-Treffen).
Hinter dieser vermeintlich
harmlosen Bezeichnung verbirgt sich die sexuelle Ausbeutung
von Kindern und Jugendlichen - ein ernstes und wachsendes
Kriminalitätsfeld, das sich zunehmend im digitalen Raum
abspielt.
Was für Minderjährige oft als
"einfache Möglichkeit, Geld zu verdienen" oder als Weg zu
Anerkennung und Aufmerksamkeit erscheint, ist in Wahrheit
eine Form sexualisierter Gewalt. Diese Treffen stellen
strafrechtlich sexuellen Missbrauch Minderjähriger dar und
können gravierende psychische wie physische Folgen für die
Betroffenen haben.
So läuft es ab:
Die Täter - überwiegend Männer,
meist über 40 Jahre alt und aus unterschiedlichen
gesellschaftlichen Schichten - suchen gezielt über
Online-Anzeigenportale und
Dating-Plattformen nach Kontakten. Sie nutzen dort Kürzel
wie "TG-T" (Taschengeld-Treffen) oder "BMB" (Bitte mit
Bild), um sexuelle Handlungen gegen geringe Geldbeträge oder
Geschenke anzubieten oder zu erbitten.
Kinder
und Jugendliche werden häufig durch Gleichaltrige oder über
soziale Netzwerke auf das Phänomen aufmerksam. Die
Kommunikation erfolgt in der Regel zunächst über
Plattformen, anschließend über private und verschlüsselte
Messenger-Dienste. Häufig bleiben Täter und Opfer dabei
vollständig anonym - bis zur Tat.
"Diese
Form digitaler Anbahnung macht es für Eltern und
Bezugspersonen besonders schwer, Anzeichen zu erkennen",
sagt ein Sprecher des Landeskriminalamts NRW. "Umso
wichtiger ist es, dass Erwachsene das Thema aktiv ansprechen
und Vertrauen aufbauen."
Handlungsempfehlungen für
Eltern und Bezugspersonen
* Reden Sie offen und schaffen
Sie Vertrauen: Sprechen Sie regelmäßig und altersgerecht mit
Ihrem Kind über Risiken im Internet - auch über Phänomene
wie "TG-Treffen". Nur wer Vertrauen spürt, wendet sich im
Notfall an seine Eltern oder Bezugspersonen.
*
Achten Sie auf Warnsignale: Plötzlicher Rückzug,
Stimmungsschwankungen oder unerklärliche neue Besitztümer
können Hinweise auf Probleme oder Ausbeutung sein.
*
Suchen Sie professionelle Hilfe: Bei Verdacht oder konkreten
Anzeichen sollten Sie sich an eine Beratungsstelle oder
direkt an die Polizei (110) wenden. Unterstützung erhalten
Sie auch anonym - beispielsweise bei der Nummer gegen Kummer
(116 111).
Präventionshinweise für
Jugendliche
* Schätze die Realität richtig
ein: "TG-Treffen" sind immer sexuelle Ausbeutung - auch wenn
sie sich zunächst freiwillig anfühlen oder wie eine harmlose
Möglichkeit wirken, Geld zu verdienen.
*
Sprich darüber - du bist nicht allein: Wenn du unsicher bist
oder dich in einer schwierigen Situation befindest, wende
dich an eine Person, der du vertraust. Es gibt keinen Grund,
sich zu schämen.
Das LKA NRW arbeitet eng mit
Polizei, Jugendämtern und Präventionsnetzwerken zusammen, um
Täterstrukturen im digitalen Raum zu erkennen, Opfer zu
schützen und Präventionsarbeit zu stärken. Eltern, Schulen
und Fachkräfte sind entscheidende Partner, um Kinder und
Jugendliche zu sensibilisieren.
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