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Archiv 2019







Kapriolen, Unwetter und Rekorde - Redaktion Harald Jeschke

2020: Zweitwärmstes Jahr seit 1881

Offenbach/Duisburg, 30. Dezember 2020 –  Das Jahr 2020 ist in Deutschland mit einer Jahresmitteltemperatur von 10, 4 Grad Celsius (° C) das zweitwärmste Jahr seit Beginn flächendeckender Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Geringfügig wärmer war nur das Jahr 2018 mit 10,5 °C gewesen. Auf den folgenden Plätzen liegen mit knappem Abstand 2019 und 2014 mit jeweils 10,3 °C. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

Tobias Fuchs, Klima-Vorstand des DWD: „Das sehr warme Jahr 2020 darf uns nicht kalt lassen. Die wissenschaftlichen Klimafakten des nationalen Wetterdienstes sind alarmierend. Klimaschutz ist das Gebot der Stunde. Wir müssen jetzt handeln." Dies unterstrichen auch weitere Klimadaten des DWD: So seien hierzulande neun der zehn wärmsten Jahre im 21. Jahrhundert beobachtet worden, davon die vier wärmsten Jahre in der zurückliegenden Dekade 2011-2020. Diese Dekade war zugleich die wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Kennzeichnend für das vergangene Jahr war zudem: 2020 war sehr sonnenscheinreich und das Dritte zu trockene Jahr in Folge.

Milder Winter und langanhaltende Hitzewelle im August
Der Temperaturdurchschnitt lag im Jahr 2020 mit 10,4 Grad Celsius (°C) um 2,2 Grad über der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung 1,5 Grad. Bis auf den Mai fielen alle Monate zu warm aus. Januar, Februar, April und August zeigten dabei mit einer Abweichung von über 3 Grad die höchsten positiven Temperaturanomalien.

Auch wenn mit -15,0 °C die tiefste Jahrestemperatur in Oberstdorf am 27. Dezember gemessen wurde, traten die in der Fläche kältesten Nächte in der letzten Märzdekade auf. Den ersten meteorologischen Sommertag gab es am 17. April in der Mitte und im Süden. Zwischen dem 5. und 22. August etablierte sich über Deutschland eine teils sehr heiße und feuchte Witterung. Dabei kletterten die Höchstwerte auf über 35 °C. Am höchsten stieg das Quecksilber am 9. August in Trier-Petrisberg mit 38,6 °C. Am Ende wurde 2020 nach 2018 das zweitwärmste Jahr seit Messbeginn im Jahr 1881.


Abweichung der Jahresmitteltemperaturen vom vieljährigen Mittel seit 1881 in Deutschland. Der Wert für 2020 ist noch vorläufig. © DWD


Verbreitet zu trocken, insbesondere in der Westhälfte
Mit rund 710 Litern pro Quadratmeter (l/m²) erreichte 2020 nur gut 90 Prozent seines Solls von 789 l/m². Damit waren von den letzten 10 Jahren 9 zu trocken, nur 2017 war feuchter als normal. Dürre und Regen, teilweise mit Überflutungen, lagen 2020 häufig nah beieinander. Am 3. August meldete Aschau-Innerkoy, südöstlich von Rosenheim, mit 154,4 l/m² die größte Tagessumme.

Die höchsten Jahresmengen gingen mit bis zu 2000 l/m² im Schwarzwald und an den Alpen nieder. Am trockensten blieb es mit unter 500 l/m² in vielen Teilen Nordostdeutschlands. Beachtenswerte Schneefälle waren eine Rarität und fokussierten sich vor allem auf das höhere Bergland. In der Südhälfte kamen Ende Februar und Anfang Dezember aber auch mal im Flachland die Schneefans auf ihre Kosten. Die mächtigste Schneedecke des Jahres weitab der Gipfellagen gab es in Zinnwald-Georgenfeld, Osterzgebirge, am 5. Februar mit 37 cm.


Abweichung der Jahresmittelniederschläge vom vieljährigen Mittel seit 1881 in Deutschland. Der Wert für 2020 ist noch vorläufig. © DWD


Deutschland erlebte das viertsonnigste Jahr seit Messbeginn
Mit etwa 1901 Stunden übertraf der Sonnenschein sein Soll von 1544 Stunden um gut 20 Prozent. Damit nahm 2020 den vierten Platz der sonnigsten Jahre seit Messbeginn 1951 ein. Über 2000 Stunden schien sie vor allem im Süden. Vergleichsweise sonnenscheinarm blieb es dagegen in der norddeutschen Tiefebene und in den zentralen Mittelgebirgen.


Abweichung der Jahressonnenscheindauer vom vieljährigen Mittel seit 1951 in Deutschland. Der Wert für 2020 ist noch vorläufig. © DWD

2020 gehörte NRW mit 11,1 °C (9,0 °C) zu den wärmsten Regionen.
Die Niederschlagstöpfe sammelten abgerundet 746 l/m² (875 l/m²) ein. Im Ländervergleich belegte NRW mit gut 1756 Stunden (1440 Stunden) den vorletzten Platz der sonnenscheinärmsten Regionen. Am 9. Januar lösten tiefhängende Wolken am Kölner Dom einen Großeinsatz der Feuerwehr aus. Grund: Sie wurden für Qualm eines Feuers gehalten.

Am 10. 2. sorgte Sturmtief „Sabine“ verbreitet für schwere Sturmböen. Am 23. Februar wurden vor Ankunft des Sturmtiefs „Yulia“ viele Karnevalsumzüge abgesagt. Wegen großer Trockenheit brachen im April zahlreiche Brände aus. So wurden am 20. April bei Gummersbach 75 und bei einem mehreren Tage wütenden Feuer bei Niederkrüchten an der niederländischen Grenze 10 ha Wald und Heide zerstört.
Auch im Mai gab es vereinzelte großflächige Waldbrände. Der Wonnemonat war der zweittrockenste seit Messbeginn. Der Sommer brachte den neben 2003 den wärmsten August. An bis zu 14 Tagen stieg das Quecksilber auf über 30 °C. Tönisvorst meldete mit 14 Hitzetagen sogar einen neuen Augustrekord. Auf einen ungewöhnlich sonnigen September folgte mit vielen Regenfällen ein extrem sonnenscheinarmer Oktobermonat.

 

Dezember 2020: Verbreitet trübes und feuchtes „Schmuddelwetter“

 Offenbach/Duisburg, 30. Dezember 2020 – Nach dem sonnigen Vormonat gestaltete sich die Witterung im Dezember sehr wolkenreich und trüb. Das charakteristische „Schmuddelwetter“ wurde dabei mal von mäßig kalten, mal von ungewöhnlich milden Temperaturen begleitet. Ein landesweiter Temperatursturz von gut 10 Grad sorgte zum 1. Weihnachtsfeiertag in den Mittelgebirgen für eine weiße Überraschung. Am 27. brachte Tief „Hermine“ dem Westen Sturm und dem Bergland weiteren Schnee.

Alles in allem verabschiedete sich das Jahr 2020 mit einem zu warmen, trockenen und sehr sonnenscheinarmen Dezember. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen. Vor Weihnachten ungewöhnlich mild, dann Temperatursturz Der Temperaturdurchschnitt lag im Dezember 2020 mit 3,0 Grad Celsius (°C) um 2,2 Grad über der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der wärmeren Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung 1,8 Grad.

Dezember © Ulf Köhler

 

Die erste Monatsdekade zeigte sich mäßig kalt mit frostigen Nächten. Dann wurde es zunehmend milder. Am 23. erreichte die Temperaturkurve ihren Höhepunkt. In der Westhälfte Deutschlands wurde es mit über 15 °C sogar ungewöhnlich mild. Die höchste Temperatur erfasste Müllheim, südwestlich von Freiburg, mit 16,6 °C. Am Heiligen Abend drehte die Strömung auf Nord und landesweit gingen bis zum 2. Weihnachtsfeiertag die Temperaturen nach und nach um gut 10 °C zurück.

Schließlich kam die Kaltluft auch im Süden des Landes an: Am 27. wurde in Oberstdorf mit -15,0 °C der niedrigste Wert, abseits der Berggipfel, gemessen. Viel Niederschlag in den Weststaulagen, in der Osthälfte häufig erheblich zu trocken Mit rund 55 Litern pro Quadratmeter (l/m²) erreichte der Dezember 2020 nur 80 Prozent seines Solls von 70 l/m². Tiefs brachten immer wieder Niederschläge, die sich jedoch schwerpunktmäßig auf die Westhälfte des Landes konzentrierten.

Insbesondere in Staulagen der dortigen Mittelgebirge kamen im Monatsverlauf über 150 l/m² zusammen. Spitzenreiter war Baiersbronn-Ruhestein, nordwestlich von Freudenstadt im Nordschwarzwald, mit über 220 l/m². Die höchste Tagessumme erfasste am 22. die Station Hoherodskopf im Vogelsberg mit 46,2 l/m². Deutlich trockener blieb es im Lee der zentralen Mittelgebirge sowie in den östlichen Landesteilen. Hier und da fielen keine 15 l/m².

Schneefälle, die hauptsächlich im Bergland für Winterfeeling sorgten, gab es vor allem in der ersten Dekade und zum Monatsende. Besonders im Südschwarzwald und Allgäu konnte man über 20 Schneetage zählen. Lenzkirch-Ruhbühl im Südschwarzwald meldete zum Jahresende mit gut 28 cm die höchste Schneedecke abseits der Berggipfel. Ein vielerorts sehr wolkenverhangener Dezembermonat Mit etwa 35 Stunden verfehlte der Sonnenschein sein Soll von 38 Stunden um 10 Prozent. Am häufigsten lachte die Sonne mit über 70 Stunden Richtung Allgäu, in Sachsen sowie in der Niederlausitz. Der Norden Bayerns und die mittleren Landesteile kamen teilweise nur auf gut 15 Sonnenstunden.

Im Dezember war NRW mit 4,6 °C (2,3 °C) nach Bremen das zweitwärmste Bundesland. Die Niederschlagstöpfe sammelten aufgerundet 70 l/m² (88 l/m²) ein. Zudem schien die Sonne knapp 35 Stunden (37 Stunden). Am 27. brachte Tief „Hermine“ vielerorts stürmischen Wind. Böen erreichten 75 bis 90 km/h. Aachen-Orsbach erfasste sogar 91,4 km/h.

 

Zeichen stehen auf Winter - Tief bringt nasse Flocken

Temperaturen auf Talfahrt
Nach einem ersten zaghaften Wintergruß an den Feiertagen zieht schon das nächste Tief heran. Dieses läutet einen nasskalten Witterungsabschnitt ein. In den Bergen ist einiges an Neuschnee zu erwarten.


Bonn/Duisburg,  23. Dezember 2020 - Pünktlich zum Start in die Feiertage geht es bergab mit den Temperaturen. Dazu haben meist die Wolken das Sagen und gelegentlich regnet oder schneit es etwas. Björn Goldhausen, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline, erklärt: „Das in den letzten Tagen eher an eine frühlingshafte Regenzeit erinnernde Wetter wandelt sich langsam Richtung Winter. Am Sonntag bringt ein neues Tief in der Westhälfte zwar immer noch Regen und aber sogar auch echten Schnee. In den Mittelgebirgen sind dabei auch größere Neuschneemengen möglich.“
Tagsüber zeigt das Thermometer meist Werte zwischen 1 und 6 Grad an, nachts sinkt die Temperatur vielfach auf 0 Grad und es droht Glätte. 

 Winterlicher mit Schneeregen, im Osten bleibt es hingegen trocken.
Zum Start in die neue Woche nistet sich ein Tief genau über Mitteleuropa ein. Dabei wechseln sich längere trockene Abschnitte mit Niederschlägen ab. „Für einen Schneemann werden die Flocken voraussichtlich nicht reichen, denn nach einem etwas milderen Montag und Dienstag fällt vielfach bis in tiefe Lagen Schneeregen oder nasser Schnee. In den Bergen wird es aber immer winterlicher“, so Goldhausen. Auch zum Jahreswechsel fühlt sich das Tief bei uns weiter sehr wohl. Nach derzeitigem Stand beginnt das neue Jahr eher winterlich. 

 Besonders in den Bergen steht eine winterliche und möglicherweise auch schneereiche Zeit bevor.
Quelle: WetterOnline

 Im Verlauf der Woche  fallen Niederschläge vielfach bis in tiefe Lagen als Schneeregen oder nasser Schnee. Quelle: WetterOnline

41,2 Grad Celsius: DWD-Stationen Duisburg-Baerl und Tönisvorst Spitzenreiter

Deutscher Wetterdienst annulliert deutschen Temperaturrekord in Lingen
Offenbach/Duisburg, 17. Dezember 2020 - Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat den am 25. Juli 2019 in Lingen im Emsland gemessenen deutschen Temperaturrekord von 42,6 Grad Celsius (°C) annulliert (Archiv 2019). Nach Angaben des nationalen Wetterdienstes ergaben aktuelle Auswertungen von Parallelmessungen an der Wetterstation Lingen, dass es in einem sehr kleinen Bereich des Messfeldes bei bestimmten Wetterlagen insbesondere am frühen Nachmittag zu auffällig erhöhten Temperaturen kam.

Uwe Kirsche, Pressesprecher des DWD: „Wir haben die Temperaturmessung in Lingen jetzt ein halbes Jahr unter die Lupe genommen - auch durch parallele Messungen - und ältere Messungen unter diesem Gesichtspunkt erneut überprüft. Die Ergebnisse sind eindeutig: Seit 2017 traten am Messfeld der Station immer wieder Temperaturen auf, die für die Region nicht repräsentativ sind. Das war auch am 25. Juli 2019 so gewesen. Deshalb muss der in Lingen gemessene deutsche Rekordwert von 42,6 °C aus dem DWD Klimaarchiv gestrichen werden.

Neue Rekordhalter sind nun gemeinsam die DWD-Wetterstationen Duisburg-Baerl und Tönisvorst mit am 25. Juli 2019 gemessenen 41,2 °C.“ Verantwortlich dafür sei die in den vergangenen Jahren deutlich gewachsene Vegetation in direkter östlicher Nachbarschaft der Station. Sie behindere immer wieder bei Windrichtungen aus Nordosten bis Südosten den Luftaustausch. Das habe insbesondere bei windschwachen aber strahlungsintensiven Wetterlagen dann zu einer Abkopplung der lokalen Temperaturen am Messfeld der Station von der großräumigen Temperaturentwicklung geführt.

„Der DWD ist sich der Probleme im Umfeld der Station schon länger bewusst und sucht seit mehreren Jahren nach einem neuen Standort. Wir sind fündig geworden und hoffen, im Frühjahr 2021 die neue Station in Lingen-Baccum eröffnen zu können.“
Bis dahin werde der DWD keine Messungen aus Lingen mehr veröffentlichen und zugleich die Daten seit 1. Januar 2017 aus seinen frei zugänglichen Angeboten entfernen. Kirsche: „Da wir nicht für alle Messdaten aus Lingen der vergangenen Jahre die Hand ins Feuer legen können, können wir sie auch nicht veröffentlichen. Die Qualität des nationalen Klimaarchivs hat immer höchste Priorität.“

DWD-Wetterstation Lingen  © DWD

Erster vager Wettertrend für Weihnachten

Das Wetter zu Weihnachten Grün oder weiß?  
Bonn/Duisburg, 08. Dezember 2020 - Die Frage nach dem Wetter an den Feiertagen wird immer lauter. „Wie das Wetter im Detail an den Weihnachtstagen wird, dass lässt sich jetzt zwar noch nicht sagen, aber die ersten Trends der Großwetterlage zeigen klar in eine Richtung und von einem typischen Weihnachtstauwetter, das mit bis zu 70 Prozent Eintreffwahrscheinlichkeit oft für mildes Regenwetter an den Feiertagen sorgt, ist nicht viel zu sehen“, sagt Björn Goldhausen. 

Weiß oder grün? Kalt oder mild? Noch ist in Sachen Weihnachtswetter alles offen, aber ein erster Trend zeichnet sich ab. Quelle: WetterOnline


Wetterlage bleibt eingefahren 
„Aktuell haben wir es mit einem kräftigen Azorenhoch und einem Hoch über Russland zu tun. Dazwischen schießen Tiefs vom Nordatlantik regelrecht in Richtung “, so der Pressesprecher.  „Diese Tiefdruckrennbahn schwächt sich in der nächsten Zeit zwar etwas ab, eine grundlegende Umstellung der Wetterlage ist aber nur vorübergehend in Sicht.“

Hochdruckbollwerk über Russland
Goldhausen: „Nach dem dritten Adventswochenende wird den Tiefs der Weg ins Mittelmeer zwischenzeitlich abgeschnitten. Dann dreht der Wind bei uns wohl auf Süd und mit den Temperaturen geht es deutlich bergauf.“ Doch von langer Dauer ist dies wahrscheinlich nicht. „Nach derzeitigem Stand deutet vieles darauf hin, dass ein immer kräftiger werdendes Hoch über Russland die Tiefs in der Vorweihnachtswoche wieder abprallen lässt“. Die Folgen für unser Wetter können dabei allerdings vielfältig sein.

Zwischen winterlich kalt und lauwarm - die Wetterlage nach der Mitte des Monats lässt viele Temperaturmöglichkeiten offen. Quelle: WetterOnline

Von eiskalt bis lauwarm
„Von zunehmend eisiger Ostluft bis hin zu einer vor allem in der Höhe milden Süddüse ist dann alles möglich“, erklärt der Meteorologe. Eines scheint sich jedoch zu festigen: Mildes, nasses und stürmisches Dezemberwetter ist, wenn überhaupt nur vorübergehend ein Thema. Im Grunde ändert sich an der Wetterlage nicht allzu viel.

 

Einer der wärmsten, ein zu trockener und ein sonnenscheinreicher Herbst

Offenbach/Duisburg, 24. November 2020 - Im Herbst 2020 führten reichlich Hochdruckgebiete oft milde oder mäßig warme Luftmassen nach Deutschland. Nur im Oktober zeigte sich das Wetter unbeständig. Tiefdruckgebiete brachten wenig Sonnenschein, viele Niederschläge sowie abwechselnd milde und kühle Witterung. Erst Ende November läuteten dann Temperaturen um den Gefrierpunkt und verbreitet Nachtfrost den nahenden Winter ein.
Unter dem Strich war der Herbst 2020 in Deutschland mit 10,3 Grad Celsius (°C) im Mittel der viertwärmste seit 1881 - hinter 2006 (12,0°C), 2012 (11,1 °C) und 1982 (10,4 °C). Die Jahreszeit war zudem zu trocken und recht sonnig. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

Warm bis in den November, erst zum Ende dieses Monats kühler
Mit 10,3 Grad Celsius (°C) lag im Herbst der Temperaturdurchschnitt um 1,5 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur wärmeren Periode 1981 bis 2010 betrug das Plus 1,3 Grad. Die erste Septemberhälfte fiel meist spätsommerlich warm aus, zur Monatsmitte gab es noch einmal Höchstwerte von deutlich über 30 °C. Trier-Petrisberg meldete am 15. September hochsommerliche 34,8 °C.
Erst zur zweiten Monatsdekade stellte sich im Oktober ein recht kühler Witterungsabschnitt mit örtlich leichten Nachtfrösten ein. Der Beginn des Novembers brachte besonders im Südwesten ungewöhnlich hohe Tages- und Nachtwerte. Im letzten Novemberdrittel sorgte Ex-Hurrikan „Eta“ für ein Ende der zu milden Temperaturen.

Den bundesweit tiefsten Herbstwert registrierte Bad Königshofen am 30. mit -9,2 °C. Meist deutlich zu trocken, nur im Oktober überdurchschnittlich nass Mit rund 150 Litern pro Quadratmeter (l/m²) unterschritt der Herbst seinen Klimawert von 183 l/m² mit nur 82 Prozent recht deutlich. Nachdem es im September unter Hochdruckeinfluss meist trocken blieb, brachten Tiefdruckgebiete zum Monatsende flächendeckende Niederschläge, die in den Mittelgebirgen für die erste Schneedecke sorgten.

Die größte Tagessumme meldete Baiersbronn-Ruhestein, nordwestlich von Freudenstadt, am 26. September mit 107,0 l/m². Die Ausläufer von Tief „Gisela“ sorgten Mitte Oktober auch in den östlichen Landesteilen für die lang ersehnten kräftigen Niederschläge. Anhaltender Hochdruckeinfluss führte zum fünfttrockensten November seit Messbeginn 1881. Der meiste Niederschlag im gesamten Herbst mit bis zu 480 l/m² fiel im Schwarzwald sowie am unmittelbaren Alpenrand. Die Gebiete mit dem geringsten Niederschlag lagen in der Mitte Deutschlands.

Viel Sonnenschein, vor allem im November
Im Herbst lag die Sonnenscheindauer mit rund 365 Stunden um 15 Prozent über ihrem Soll von 311 Stunden. Am längsten zeigte sich die Sonne im äußersten Süden sowie in der Leipziger Tieflandbucht mit örtlich über 450 Stunden. Relativ wenig Sonnenschein erhielt der äußerste Norden Deutschlands mit teils unter 270 Stunden.

Im Herbst 2020 gehörte Nordrhein-Westfalen mit 165 l/m² (208 l/m²) zu den niederschlagsreichen Bundesländern. Die DWD-Klimaexperten errechneten eine Durchschnittstemperatur von 11,1 °C (9,5 °C) und eine Sonnenscheindauer von beinahe 350 Stunden (294 Stunden).

 

Der Traum von weißer Weihnacht

Hoffnung, trotz eindeutiger Statistik

Bonn/Duisburg, 24. November 2020 - Heute in vier Wochen ist Heiligabend. Weiß oder grün? Rund einen Monat vor den Feiertagen werden die Fragen nach dem Weihnachtswetter immer lauter. Obwohl die Statistik eine eindeutige Sprache spricht, gibt es Grund zur Hoffnung auf verschneite Feiertage.


Weihnachten in 9 von 10 Fällen grün

Das Weihnachtsfest rückt näher und die Frage nach dem Wetter an den Festtagen wird immer lauter: Wird es weiß oder bleibt es grün? „Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich natürlich noch nichts Genaues zum Wetter an den Feiertagen sagen, aber die Statistik ist für alle, die Schnee lieben, leider eindeutig“, weiß Björn Goldhausen, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline. „Im deutschen Flachland ist nur in 10 bis 20 Prozent der Fälle mit einer verschneiten Landschaft an Weihnachten zu rechnen. Nur Richtung Alpenrand und in den Bergen steigt die Wahrscheinlichkeit“, so Goldhausen. In den meisten Fällen bleibt es an Weihnachten also mehrheitlich grün als weiß.

Der Traum von weißer Weihnacht lebt – auch wenn die Statistik dagegen spricht. Quelle: WetterOnline


Statistik verspricht kaum Hoffnung für Eisprinzessinnen

Die Statistik bemüht dabei den Zeitraum der vergangenen 50 bis 100 Jahre. „Wenn man nun bedenkt, dass wir bei der Statistik zu weißen Weihnachten immer in die Vergangenheit blicken, also in eine Zeit, in der der Klimawandel noch nicht so stark ausgeprägt war, so wird es für alle Eisprinzessinnen und Schneeliebhaber noch grauer“, erklärt der Experte. „In Zeiten des Klimawandels wird die Wahrscheinlichkeit auf dicken Flockenwirbel zur Bescherung leider weiter sinken. Doch es gibt auch Hoffnung: Auch in Zukunft wird es dick verschneite Weihnachtstage geben, nur eben noch seltener als früher,“ weiß Goldhausen. Zuletzt gab es im Jahr 2010 übrigens fast landesweit weiße Weihnachten.  


Weihnachtstauwetter meist sehr pünktlich

Ursache für die ernüchternden Zahlen ist das sogenannte Weihnachtstauwetter, das oft für mildes Regenwetter an den Feiertagen sorgt. Mit bis zu 70 Prozent Eintreffwahrscheinlichkeit tritt es bemerkenswert häufig auf. Unter dem Begriff Weihnachtstauwetter versteht man eine milde und nasse Witterungsphase in Mitteleuropa, die in den meisten Jahren in der Zeit um Weihnachten eintritt, gewöhnlich zwischen dem 24. und 29. Dezember. Bis in die Hochlagen der Mittelgebirge taut dann der Schnee. Das Weihnachtstauwetter gehört zu den bedeutendsten Witterungsregelfällen. Man bezeichnet diese Regelfälle in der Meteorologie als Singularitäten, weil sie mit hoher Wahrscheinlichkeit zu bestimmten Zeiten im Jahr auftreten und vom durchschnittlichen Wetterverlauf der Jahreszeit deutlich abweichen.

An Heiligabend ist eher selten mit Schnee und Eis zu rechnen. Quelle: WetterOnline


Winter in Deutschland, Österreich und der Schweiz Immer milder, in tieferen Lagen weniger Schnee

Offenbach/Wien/Zürich/Duisburg, 19. November 2020 - Die Winter wurden in Deutschland, Österreich und der Schweiz langfristig in allen Höhenlagen wärmer. In Zukunft setzt sich dieser Trend mit großer Wahrscheinlichkeit fort, wie Untersuchungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD), des Bundesamts für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz und der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) zeigen.

In tiefen Lagen wird durch die Klimaerwärmung der Schnee deutlich weniger. In höheren Lagen (oberhalb von etwa 1500 bis 2000 Meter) ist auch in den nächsten Jahrzehnten ausreichend Naturschnee für den Wintersport zu erwarten. Mit deutlichen Maßnahmen zur Reduktion von klimawirksamen Treibhausgasen, wie Kohlendioxid, könnten die Erwärmung und der Rückgang des Schnees deutlich minimiert werden.

Das klarste Signal des Klimawandels ist die in allen Jahreszeiten steigende Lufttemperatur. Die Winter bringen durch die Erwärmung immer weniger Schnee in tiefen Lagen, da es hier öfter regnet als schneit und bereits gefallener Schnee schneller wieder schmilzt. In höheren Lagen ist es auch in milden Winter meist kalt genug für Schnee. (Alle Auswertungen beziehen sich auf den meteorologischen Winter, bestehend aus Dezember, Januar, Februar) Die Analyse von langfristigen Trends ist teilweise schwierig, weil die Temperaturen im Winter von Jahr zu Jahr stark schwanken und sich auch große regionale Unterschiede zeigen.
Zum Beispiel ist es erst bei Zeitreihen ab etwa 80 Jahren möglich, die natürlichen Schwankungen der Winter von den langfristigen Änderungen zu unterscheiden, die durch die vom Menschen beeinflusste Klimaerwärmung entstehen. Basis für eine sachliche Diskussion und langfristige Maßnahmen „Ein wichtiges Ziel der Klimaforschung der nationalen Wetterdienste in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist, detaillierte Klimaauswertungen zu Vergangenheit und Zukunft der Winter zur Verfügung zu stellen, damit eine sachliche Diskussion am aktuellen Stand der Forschung möglich ist und über wichtige langfristige Maßnahmen entschieden werden kann“, sagt Marc Olefs, Leiter der Klimaforschung an der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).

Der Klimawandel in den Alpen macht keinen Halt an den politischen Grenzen. Die enge Zusammenarbeit zwischen den nationalen Wetterdiensten in der Schweiz, Deutschland und Österreich erlaubt es, einheitliche klimatologische Grundlagen für die Auswirkungen, Anpassung, sowie Verminderung des Klimawandels bereitzustellen“, so Mischa Croci-Maspoli, Leiter der Abteilung Klima beim Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz.
Tobias Fuchs, DWD-Vorstand für Klima und Umwelt: "Der Klimawandel stellt uns heute schon vor Herausforderungen, die eine länder- und fächerübergreifende Zusammenarbeit erfordern, um Natur, Mensch und Wirtschaft langfristig optimal an den Klimawandel anzupassen. Mit der intensiven Zusammenarbeit der nationalen Wetterdienste von Deutschland, Österreich und der Schweiz können wir nachhaltige und gesamtheitliche Strategien zur Verbesserung der Widerstands- und Anpassungsfähigkeit der Regionen entwickeln."

In den letzten Jahren einige Rekord-Winter Die letzten Jahre brachten in vielen Ländern Europas die mildesten Winter der Messgeschichte. In Österreich sind die wärmsten Winter der 253-jährigen Messgeschichte die Winter 2006/07, 2019/20 und auf Platz 3 gleichauf 2013/14 und 2015/16. In Deutschland wurden 2006/07, 2019/20 und 1974/75 die bisher wärmsten Winter seit 1881 registriert. Sechs der zehn wärmsten Winter wurden in Deutschland im 21. Jahrhundert registriert.
In der Schweiz war der vergangene Winter 2019/20 im landesweiten Mittel der wärmste seit Einführung des offiziellen Messnetzes im Jahr 1864. Das gilt auch für die über 260 Jahre zurückreichenden Messreihen von Basel und Genf und für die über 200-jährige Messreihe des hochalpinen Messstandorts Großer Sankt Bernhard. Im landesweiten Mittel folgt auf Platz 2 der Winter 2006/07 und auf Platz 3 der Winter 2015/16.


Kein Hinweis auf Rekordwinter

La Niña und die Folgen 

Bonn/Duisburg, 17. November 2020 – La Niña ist zurück. Diese Temperaturanomalie im Pazifik wirbelt das Wetter in vielen Teilen der Erde durcheinander. Für Deutschland wird deshalb mitunter ein "Rekordwinter" und Weiße Weihnachten erwartet. Diese Spekulationen aber bedürfen der Einordnung.

Die Grafik zeigt, wie und wo La Niña nach Stand der Wissenschaft das Wetter beeinflusst. Quelle: WetterOnline

Eine La Niña macht noch keinen Winter 
Ähnlich wie der Gegenspieler El Niño bringt auch La Niña das Wetter weltweit durcheinander. Björn Goldhausen, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline, erklärt: „Für Mitteleuropa aber gibt es keine eindeutigen Hinweise auf einen Einfluss von La Niña. Das letzte Ereignis war im Jahr 2010, als es in Mitteleuropa einen kalten schneereichen Winter gab. Wahrscheinlich basiert die Vermutung eines bevorstehenden kalten Winters auf diesem Jahr. Das Zusammentreffen im Jahr 2010 hatte allerdings keinen wissenschaftlichen Zusammenhang, denn der kalte Winter hatte andere Gründe.“ 

„Hinzu kommt, dass die Winter bei vorherigen La Niña-Ereignissen, wie zum Beispiel von 1998 bis 2000, eher mild waren. Zum Zusammenhang von La Niña oder El Nino auf das Wetter in Europa gibt es wissenschaftliche Analysen. Auch diese zeigen keinen eindeutigen Trend. Es gibt in Mitteleuropa Jahre mit kalten, aber auch mit milden Wintern bei La Niña. Insofern gilt wie immer bei Jahreszeitenprognosen: Warten wir es einfach mal ab“, so Goldhausen. 

Anzeichen von La Niña
Während eines La Niña- Ereignisses herrschen ungewöhnlich hohe Luftdruckunterschiede zwischen Südamerika und Indonesien, was zu stärkeren Winden führt. „Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) sieht ein sogenanntes La Niña - Ereignis für die nächsten Wochen als sehr wahrscheinlich an. Dafür gibt es zwei Hinweise: Zum einen liegt in einem bestimmten Bereich im äquatorialen Pazifik die Meeresoberflächentemperatur mehr als 0,5 Grad unter dem Durchschnitt. Zum anderen hat sich die atmosphärische Zirkulation verändert. Im Wesentlichen heißt dies, dass die Passatwinde im Pazifik stärker geworden sind. Am meisten sind Regionen von La Niña betroffen, die unmittelbar am Pazifik liegen“, weiß der Meteorologe. 

Auswirkungen des Ereignisses
Unter Einfluss La Niñas fällt an der australischen Nordostküste sowie in Südostasien tendenziell mehr Niederschlag. In Südamerika regnet es hingegen weniger als üblich, dort ist es vor allem an der Pazifikküste kälter als im Durchschnitt. An der Golfküste ist es wärmer, im Atlantik bilden sich oft mehr Hurrikane. Auch in anderen Bereichen hat La Niña Einfluss. So hat das Horn von Afrika häufiger mit Dürren zu kämpfen, während es in Südafrika nasser als üblich ist. 

La Niña bringt in Südostasien heftige Regenfälle und Überschwemmungen. Quelle: WetterOnline


Leoniden erreichen ihren Höhepunkt

Viele Sternschnuppen zu sehen

Bonn/Duisburg, 16. November 2020 – In den Nächten um Dienstag, den 17. November, ist es wieder so weit: Am Sternenhimmel über Deutschland ist der Höhepunkt einer der bekanntesten Sternschnuppenschwärme des Jahres zu bewundern: Die Leoniden. Das Wetter spielt voraussichtlich mit.

 Die Leoniden zählen mit bis zu 70 Kilometer pro Sekunde zu den schnellsten Sternschnuppen, die es auf der Erde gibt. Quelle WetterOnline

Showtime der Leoniden 
Mitte des Monats November bieten die Leoniden als schnellste Sternschnuppen von allen ihr jährliches Himmelsspektakel. In diesem Jahr ist wie in den meisten Jahren mit um die zehn Sternschnuppen pro Stunde zu rechnen. Der Höhepunkt des Sternschnuppenregens ist von Dienstag auf Mittwoch erreicht. „Die Leoniden haben ihren Namen vom Sternbild des Löwen (lateinisch: Leo), aus dem sie auszustrahlen scheinen. Wie viele Sternschuppen sie bringen, schwankt von Jahr zu Jahr stark. Die Leoniden zählen mit bis zu 70 Kilometer pro Sekunde zu den schnellsten Sternschnuppen, die es auf der Erde gibt“, erklärt Björn Goldhausen, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline. 

Die Leoniden sind immer dann zu sehen, wenn die Erde alljährlich Mitte November die Staubfahne des Kometen Temple Tuttle kreuzt. Das Wetter spielt mit „Die neue Woche startet zwar noch leicht wechselhaft und anfangs verdecken wohl dichte Wolken den nächtlichen Sternenhimmel“, so Goldhausen.„Ab Dienstag werden die Lücken zwischen den Wolken aber zumindest vorübergehend wieder größer. So wird der Blick auf den nächtlichen Sternenhimmel frei.“ 

Das sind Sternschnuppen
Sternschnuppen sind kleine Staub- und Weltraummüllstücke, die hell leuchten, wenn sie mit der Erdatmosphäre in Kontakt kommen und dann verdunsten. Die Stücke stammen oft von Kometen, die die Sonne umkreisen. Die Leoniden stammen auch von einem Kometen, dem Tempel-Tuttle. Die Leoniden sind seit Jahrhunderten bekannt und gehören zu den größten jährlichen Meteoritenschauern. In den letzten Jahren scheinen die Leoniden schwächer zu werden. 

Mitte November sind die Leoniden am nächtlichen Himmel zu beobachten. Quelle WetterOnline

Einfluss des Klimawandels auf das Wetter belegbar

Attributionsforschung: Was wäre, wenn…?

Bonn/Duisburg, 12. November 2020 – Die Klimaerwärmung ist allgegenwärtig. Doch bisher konnte diese nicht auf einzelne Wetterereignisse bezogen werden. Dies ist mithilfe der Attributionsforschung aber mittlerweile möglich. Die Ergebnisse sind dabei häufig eindeutig.

Kernfrage nach der Wahrscheinlichkeit von Wetterextremen Mithilfe von Attributionsstudien (Zuordnungsstudien), das sind Forschungsmethoden innerhalb der Klimawissenschaft, lässt sich einfach gesagt ausmachen, ob und inwieweit der vom Menschen verursachte Klimawandel für Wetterextreme verantwortlich ist. Die Ergebnisse der Studien zeigen einen Einfluss des Klimawandels auf das Wetter. Und geben Aufschluss darüber, ob mit einer Zunahme von Extremwetterereignissen zu rechnen ist.

„Sehr vereinfacht kann man die Methode der Attributionsstudien so erklären, dass Forschende dabei zum Beispiel die Wahrscheinlichkeit eines einzelnen Wetterereignisses der heutigen Zeit mit Blick auf den Klimawandel berechnen und dies dann mit Berechnungen des gleichen Wetterereignisses ohne den Einfluss des Klimawandels vergleichen“, so Björn Goldhausen, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline. 

Hochrechnungen für die Zukunft elementar
„Generell ist die Frage zum Klimawandel also nicht, ob es ähnliche Wetterextreme schon früher einmal gab, sondern vielmehr, ob diese Extremereignisse in der heutigen Zeit häufiger geworden sind und somit wahrscheinlicher werden“, erklärt Goldhausen. Neben den Zahlen aus der Gegenwart und der Vergangenheit sind auch die Hochrechnungen für die Zukunft elementar.

Wie verändert sich die Wahrscheinlichkeit eines einzelnen Wetterextrems, wenn sich die Erde um weitere ein, zwei oder drei Grad erwärmt? So wird aus bisherigen Jahrtausendereignissen schnell ein neues Normal. Manchmal kommen die Studien aber eben auch zu dem Ergebnis, dass nicht der Klimawandel der treibende Faktor einer Naturkatastrophe ist, sondern vielmehr unser menschliches Handeln. Goldhausen: „Die Berechnungen sind dabei äußerst komplex. Die abstrakten Forschungsergebnisse lassen sich jedoch meist in recht einfachen Zahlen ausdrücken.“ 

Auftreten von Hitzewellen 
„Wir erinnern uns sich alle an die heißen Sommer der letzten Jahre. Besonders an die Hitzewelle 2018 in Deutschland und Europa. Laut einer Attributionsstudie kommt es in Deutschland ohne den Klimawandel nur alle 50 bis 100 Jahre zu einer solchen Hitzewelle. Heute, also in der Zeit, in der der Klimawandel voranschreitet, ist allerdings schon alle 10 Jahre mit einer vergleichbaren Hitzewelle zu rechnen“, erklärt Goldhausen.
Noch eindeutiger ist dieses Forschungsergebnis für Frankreich und die Niederlande: Dort steht ein errechneter Rhythmus von 1000 Jahren ohne Klimawandel einem von 50 bis 150 Jahren mit Klimawandel gegenüber. Ohne Klimawandel wäre die Hitzewelle zwischen 1,5 und drei Grad weniger heiß ausgefallen.  

Rhythmus von sibirischen Wärmeperioden
Björn Goldhausen: „Noch extremer werden die Folgen des Klimawandels sichtbar, wenn wir uns die Wärme in Sibirien im ersten Halbjahr 2020 vor Augen führen. Von Januar bis Juni war es um durchschnittlich fünf Grad wärmer als im Mittel der vergangenen 30 Jahre. Im Juni zeigte das Thermometer dort sogar Spitzenwerte bis zu 38 Grad an. Die Forscher und Forscherinnen der World Weather Attribution (WWA) liefern ein eindeutiges Ergebnis: Ohne den Klimawandel ist ein solches Wetterextrem nahezu unmöglich.
Den Berechnungen nach könnte dieses dann nur alle 80.000 Jahre auftreten. In der heutigen Zeit gibt es eine solche Wärmeperiode etwa alle 130 Jahre. Somit ist das Ereignis jetzt rund 600-mal wahrscheinlicher.“ 

Wetterextreme – Veränderung in Frequenz und Stärke
Auch für die USA, das Land, das aus dem Pariser Klimaabkommen ausgetreten ist, belegen zahlreiche Studien die Zunahme von Extremwetterereignissen. „Trotz dieser Erkenntnisse wurde im US-Bundesstaat North Carolina von den Behörden untersagt, die Zunahme von Wetterextremen in die Stadtplanungen mit aufzunehmen. Beweggrund dafür war die Befürchtung, dies könnte zu sinkenden Immobilienpreisen führen.
Als schicksalhafte Konfrontation mit der Realität zog im Jahr 2018 Hurrikan FLORENCE auf“, merkt der Meteorologe an. Attributionsstudien kamen zu dem Ergebnis: Der Klimawandel erhöht die Wahrscheinlichkeit extremer Wetterereignisse wie FLORENCE in der Region deutlich. 
„FLORENCE war außergewöhnlich. Zum Ersten war die Regenmenge, die FLORENCE brachte, um mehr als 50 Prozent höher als ohne den Klimawandel. Zum Zweiten verlor der Sturm langsamer an Kraft, da es wärmer war und mehr Feuchtigkeit zur Verfügung stand.
Zum Dritten war der Sturm um 80 Kilometer größer als er es ohne die Erwärmung gewesen wäre“, erklärt Goldhausen. Zu ähnlichen Ergebnissen kommen auch Studien zu Hurrikan HARVEY, der im August 2017 mit verheerenden Regenmengen über Teile von Texas zog. In nur drei Tagen kamen teils mehr als 1000 Liter Wasser pro Quadratmeter zusammen. Ein Jahrtausendereignis - mitnichten!  

Hurrikan FLORENCE war laut Studien um 80 Kilometer größer als er es ohne die Erwärmung gewesen wäre. Quelle: WetterOnline

Gegenbeispiele
Es gibt allerdings auch Gegenbeispiele zur klimawandelbedingten Verschärfung von Wetterextremen, wenn auch nur wenige: Besonders Ostafrika wird immer wieder von Dürren heimgesucht. Forschende nahmen dies zum Anlass, zu untersuchen, ob die ausbleibenden Regenfälle mit dem Klimawandel wahrscheinlicher werden. Björn Goldhausen: „Das Ereignis war jedoch anders, als von vielen erwartet: Eine zunehmende Klimaerwärmung hat in Ostafrika nur wenig Einfluss auf die Zunahme von Dürren. Vielmehr lösen andere Faktoren humanitäre Katastrophen aus, wie zum Beispiel der Anbau von wenig trockenheitsresistenten Pflanzen und Fehlplanungen der Städte und Länder.“  
Quelle: www.worldweatherattribution.org 

Inversion - Trotz Hochdrucklage Novembergrau und kühl

Warum die Lufttemperatur nicht immer mit steigender Höhe abnimmt

Bonn/Duisburg, 04. November 2020 – Die Zeichen stehen auf Hochdruckwetter. Zu dieser Jahreszeit bedeutet das aber längst nicht immer Sonnenschein für alle. Grund dafür ist eine Inversionswetterlage, die im Herbst und Winter besonders häufig entsteht. Dann ist es in den oberen Luftschichten wärmer als in den unteren.

Kalte schwere Nebelluft füllt die Täler im Lake District National Park, Vereinigtes Königreich. Darüber ist die Luft glasklar. Die Inversion markiert hier die Obergrenze der Hochnebeldecke. Quelle: WetterOnline


Trotz Hochdrucklage grau und kühl
Novemberwetter – das verbindet man mit trübem Grau und das nicht zu Unrecht. Selbst oder gerade bei ausgedehnten Hochdrucklagen ist in den Herbst- und Wintermonaten kein Sonnenschein garantiert. Grund dafür ist die sogenannte Inversionswetterlage, die entsteht, wenn die Luft weiter oben wärmer ist als in Bodennähe. Diese wird auch in den kommenden Tagen wetterbestimmend sein.

„Im Laufe der Woche werden sich ein Hoch über Russland und ein kräftiges Azorenhoch vom Atlantik her über Mitteleuropa die Klinke in die Hand geben und bei uns für länger anhaltendes Hochdruckwetter sorgen“, weiß Björn Goldhausen, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline. „Jetzt könnte man natürlich denken: Super, Hochdruck! Sonnenschein im November, wie schön! Doch leider bringt eben diese Wetterlage, die auf uns zu kommt, im November nicht selten graues Wetter. In den immer länger werdenden Nächten sammelt sich kalte schwere Luft am Boden.
Darüber sinkt zwar die milde Luft in einem Hochdruckgebiet aus großer Höhe nach unten ab, erreicht aber nicht den Boden. Das heißt, dass es mit zunehmender Höhe wärmer statt wie normalerweise kälter wird. Es kommt also zu einer Temperaturumkehr. Dort wo die Grenze, also der Umkehrpunkt zwischen warmer und kalter Luft ist, entsteht dabei eine Art Sperrschicht aus Nebel oder Dunst, die den Sonnenschein nur bedingt durchlässt. Über dieser Sperrschicht jedoch scheint die Sonne. Deshalb kann man oftmals im Gebirge auf ein wahres Wolkenmeer blicken.“

So entsteht eine Inversion
Inversionswetterlagen entstehen demnach dann, wenn die Luft weiter oben wärmer als in Bodennähe ist. Inversionen sind meistens bei windschwachen Hochdruckwetterlagen zu beobachten. Sobald die Sonne untergegangen ist, verschwindet auch die Wärmequelle. Die Erdoberfläche kühlt deshalb schnell ab. „Das liegt an der Infrarotstrahlung oder Wärmestrahlung, die die Erde fortwährend emittiert. Derweil kühlt die nun kältere Erdoberfläche auch die darüber liegende Luft bis zu einer bestimmten Höhe ab. Darüber ist die Lufttemperatur nicht mehr unmittelbar vom kalten Boden beeinflusst“, erklärt Goldhausen. 

Arten von Inversionen
Inversionen können auf mehrere Arten entstehen. „Vor allem Hochdruckgebiete bringen in ihren Zentren Inversionen hervor. Dort sinkt die Luft großräumig ab und erwärmt sich“, weiß der Meteorologe. „Die absinkende und warme Luft trifft vor allem im Winter auf kalte Luft in der Nähe des Bodens. Im Winter lagert in Bodennähe ein sogenannter Kaltluftsee.“ Diese Art der Grenzschicht nennt sich auch Absinkinversion. 
Insbesondere im Winter kühlt der Boden in klaren Nächten durch Ausstrahlung stark aus, die Luft darüber wird ebenfalls abgekühlt und dadurch schwerer. Darüber ist die Lufttemperatur nicht mehr unmittelbar vom kalten Boden beeinflusst, sie bleibt daher wärmer und damit leichter. Bei den beiden unterschiedlich warmen Luftschichten findet kein Austausch statt. An der Grenze formiert sich eine Inversion. Meteorologen sprechen hier auch von einer Strahlungsinversion. 
Im Winterhalbjahr bildet sich oft eine zähe bodennahe Kaltluftschicht. Bei einer herannahenden Warmfront gleitet die warme, leichte Luft über die kalte. Zunächst sickert die feuchtere Warmluft als nur in den oberen Luftschichten ein, während in Bodennähe noch kalte Luft lagert. Hier spricht man auch von einer Frontinversion.

Bei einer Inversion nimmt die Temperatur in einer bestimmten Höhe wieder zu, es wird wärmer.

Ein sehr sonnenscheinarmer, niederschlagsreicher und zu warmer Oktober

Offenbach/Duisburg, 30. Oktober 2020 – Im Oktober 2020 standen die Zeichen auf Unbeständigkeit. Tiefdruckgebiete mit feuchten Luftmassen brachten neben sehr vielen Wolken wiederholte, teils auch kräftige Niederschläge, mit vereinzelten Gewittern, sowie einen Wechsel zwischen kurzen kühlen und milden Witterungsabschnitten. Aber auch eine Sturmflut an der Ostsee, sowie ein Föhnsturm in den Alpen, gehörten mit zum Wetterprogramm. Im Ergebnis war der Oktober zu warm, zu nass und ungewöhnlich wolkenreich. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

Goldener Oktober © Rüdiger Manig

Oft mild, in der zweiten Monatsdekade länger kühl mit leichten Nachfrösten
Mit 10,2 Grad Celsius (°C) lag im Oktober der Temperaturdurchschnitt für Deutschland um 1,2 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur wärmeren Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung 1,0 Grad. Der Monat startete mit Werten von über 20 °C recht mild. Unter Föhneinfluss wurde am 3. aus Kiefersfelden-Gach, im Landkreis Rosenheim, mit 24,6 °C die deutschlandweit höchste Temperatur gemessen. Ab der zweiten Monatsdekade drehte sich das Blatt und es stellte sich ein kühler Witterungsabschnitt ein.
Bei Höchsttemperaturen von teils unter 10 °C traten vor allem in den östlichen und südlichen Regionen leichte Nachtfröste auf. Oberstdorf meldete mit -4,4 °C am 14. den bundesweit tiefsten Wert. In der dritten Monatsdekade stieg das Quecksilber wieder an. Zeitund gebietsweise gab es dann sogar noch einmal Höchsttemperaturen über 20 °C.

Ein nasser Oktober mit besonders hohen Niederschlagsmengen in den Mittelgebirgen
Aufgrund wiederholtem Tiefdruckeinfluss erreichte der Oktober 2020 mit über 75 Litern pro Quadratmeter (l/m²) 139 Prozent seines Klimawerts von 56 l/m². Zu Beginn des Monats konzentrierten sich die Regenwolken vor allem auf die westlichen Landesteile. Zur Monatsmitte aber sandte das Tief GISELA von Polen und Tschechien her auch den östlichen Bereichen kräftige Niederschläge. Dabei wurde am 14. die höchste Tagessumme von 64,4 l/m² an der Station Wernigerode-Schierke, im Landkreis Harz, gemessen.
Mehrere Starkregenereignisse führten in Sachsen und Sachsen-Anhalt in der Monatsbilanz zu doppelt so hohen Mengen als zu erwarten wäre. Die höchsten Summen aber prasselten im Monatsverlauf mit über 200 l/m² im Südschwarzwald und Harz vom Himmel. Andererseits gab es im Lee von Hunsrück, Eifel und Rhön, sowie an der Ostseeküste, regional nur um 30 l/m².

Ein ungewöhnlich wolkenreicher Oktober
Im Oktober lag die Sonnenscheindauer mit fast 70 Stunden deutlich unter ihrem Soll von 109 Stunden. Damit war es der fünftsonnenscheinärmste Oktober seit 1951. Besonders in den westlichen Gebieten schien die Sonne so selten wie seit 1998 nicht mehr. In den dortigen Mittelgebirgen gab es örtlich im gesamten Monat keine 40 Sonnenstunden. Aber auch sonst blieb die Sonne sehr zurückhaltend. Nur an den Küsten sowie im Alpenvorland zeigte sie sich mit rund 100 Stunden häufiger zwischen den Wolken.


Im einwohnerreichsten Bundesland ermittelte der DWD eine Durchschnittstemperatur von 10,7 °C (9,8 °C). Dazu fielen abgerundet 80 l/m² (62 l/m²) Niederschlag. Mit nur etwa 50 Stunden (107 Stunden) schien die Sonne so selten wie seit 1998 nicht mehr.

Milder Herbst lässt Pilze sprießen

Ideale Zeit für Sammler

Bonn/Duisburg, 28. Oktober 2020 – Die Pilze schießen sprichwörtlich aus dem Boden. Die Bedingungen sind durch das anhaltend feuchte und milde Wetter ideal. Welchen Einfluss das Wetter auf das Pilzwachstum hat und worauf man beim Pilze sammeln achten muss, wissen die Expertinnen und Experten von WetterOnline.

Optimale Witterung
Pilze mögen es warm und feucht. Die Monate September und Oktober gelten als Hauptsaison für Pilzsammler. Durch die Wärme und den anhaltenden Regen aber begann die Pilzsaison in diesem Jahr im Süden Deutschlands bereits im August. „Wenn sich die milde und feuchte Witterung noch eine Weile hält, könnte die Pilzernte im ganzen Land noch gut bis in den November hinein andauern“, weiß Björn Goldhausen, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline. 
„Je nach Art sprießen die Pilze zu unterschiedlichen Zeiten. Einige von ihnen wachsen besser, wenn es mehr regnet, da sie mehr Feuchtigkeit benötigen als andere, oder sie können besser mit Temperaturen gegen 0 Grad umgehen als ihre Verwandten. Biologen haben beobachtet, dass sich das Pilzspektrum über die letzten Jahre verändert hat. Es gibt Pilzarten, die vermehrt auftreten und solche, die seltener werden. Möglicherweise ist dies der Klimaerwärmung geschuldet“, erklärt Goldhausen. „Pilze sind übrigens weder Tiere noch Pflanzen, sie bilden vielmehr ein ganz eigenes Reich von Lebewesen.“

Hier darf gesammelt werden
Laut Bundesnaturschutzgesetz darf nur an Stellen gesammelt werden, die keinem Betretungsverbot unterliegen. Ein generelles Sammelverbot gilt in öffentlichen Parks, Naturschutzgebieten, Nationalparks sowie auf eingezäunten Waldflächen und Flächen, auf denen Holz geschlagen wird. Aus gesundheitlichen Gründen sollten Orte wie Industriegebiete und viel befahrene Straßen gemieden werden. Pilze nehmen giftige Ablagerungen stärker auf als eine Pflanze. Zu bevorzugen sind naturbelassene Gebiete, in denen ein ausreichendes Pilzwachstum herrscht. 

Den Wiesenchampignon findet man auf gedüngten Wiesen und Weiden. Foto WetterOnline



Speisepilz versus Giftpilz
Fast jeder Speisepilz hat einen giftigen Zwilling. Wer nicht ganz sicher ist, um welchen Pilz es sich handelt, dreht ihn am besten aus dem Boden. Das erleichtert die Bestimmung. Ansonsten sollten Pilze abgeschnitten werden, damit das Wurzelgeflecht erhalten bleibt. Zu fast jedem essbaren Pilz gibt es ein giftiges bis hochgiftiges Gegenstück, das dem Speisepilz zum Verwechseln ähneln kann. Deswegen sollten Pilze ohne Expertenhilfe nur dann geerntet und gegessen werden, wenn diese wirklich genau bekannt sind.
Bei einigen Pilzen, die früher als Speisepilz galten, wird mittlerweile vom Verzehr abgeraten. Nicht alle essbaren Pilze kann man roh genießen, denn in diesem Zustand können sie teilweise auch giftig sein. Hier kommt es auf die Verarbeitung an. Geprüfte Pilzsachverständige können bei allen Unsicherheiten helfen. 

Vorschriften und Bußgelder
Beim Sammeln von Pilzen ist auf die in Deutschland vorgeschriebene Höchstmenge zu achten. Je nach Bundesland ist diese unterschiedlich festgelegt. In den meisten Fällen gilt jedoch 1 Kilogramm pro Person und Tag für den Eigenbedarf. Wer dennoch kiloweise Pilze aus dem Wald schleppt und dabei erwischt wird, riskiert ein Bußgeld von bis zu 10.000 Euro. 

Ausstattung
An Ausstattung wird nicht viel benötigt. Ein Korb und ein kleines scharfes Küchenmesser reichen aus. Pilze sollten nicht in Plastiktüten gesammelt werden, da diese darin faulen können. Das Tragen von langer Kleidung, schützt vor Zecken.

Aufbewahrung
Waldpilze halten sich im Gemüsefach des Kühlschranks 2 bis 3 Tage lang. Sie sollten in ein luftdurchlässiges Gefäß gelegt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die druckempfindlichen Pilze nicht zerquetscht werden.  

Zum Sammeln von Pilzen sind luftdurchlässige Körbe  geeignet. In Plastiktüten können Pilze zu schnell faulen.


Vom fiesen Nieseln bis zum Schütten - Regen ist nicht gleich Regen

Bonn/Duisburg, 22. Oktober 2020 – Mal platzt er vom Himmel, mal nieselt er ganz sanft auf uns herab: Regen. Doch wie entsteht der flüssige Niederschlag eigentlich?
So entsteht Regen
Als Regen bezeichnen Meteorologen flüssigen Niederschlag, also Wassertropfen. Regentropfen haben einen Durchmesser von mindestens einem halben Millimeter. Der Anfang von Regen ist immer eine Wolke, in der sich durch Kondensation kleinste Tröpfchen binden. „Diese Tröpfchen sind dann aber viel zu klein und damit zu leicht, als dass sie als Regen zu Boden fallen würden“, erklärt Björn Goldhausen, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline.

„Große Regentropfen entstehen im Wesentlichen durch zwei unterschiedliche Prozesse: Zum einen die sogenannte Koaleszenz, wobei größere Wassertropfen mit kleineren kollidieren und zusammenschmelzen, bis der Tropfen irgendwann so groß und schwer ist, dass er zu Boden fällt.  Zum anderen - und als wichtigster Prozess in unseren Breiten - entsteht Regen aber aus Eiskristallen. Oft ist es so, dass die Tropfen in der Wolke deutlich unter 0 Grad kühl sind, aber dennoch nicht gefrieren. Und da kommt der Gefrierkern ins Spiel.
Das ist zum Beispiel ein kleines festes Teilchen, das von einer Wasserhaut umgeben ist. Diese gefriert um den Eiskeim herum. Dieses kleine Eisteilchen zieht nun die Wassermoleküle von den unterkühlten Wolkentröpfchen der Umgebung an, die dann direkt gefrieren. Das Eiskristall wächst auf Kosten der unterkühlten Wolkentröpfchen immer weiter an. Irgendwann ist das Eiskristall so groß, dass es noch innerhalb der Wolke fällt.
Auf dem Weg runter durch die - nach unten immer wärmer werdende - Wolke lagern sich dann unterkühlte Wassertropfen oder andere Eiskristalle an. Eine Schneeflocke entsteht. Wenn diese dann in Bereiche über 0 Grad gelangt, schmilzt sie und weiter unten regnet es.“ Diesen Entstehungsprozess nennt man Koagulation. 

Arten von Regen und Regenwolken
Je nach Größe der Regentropfen kann man zwischen Sprühregen mit sehr kleinen Tröpfchen, dem Landregen, der einen Warmfrontregen mit mittlerer Tropfengröße bezeichnet, und Platzregen, der häufig bei Schauern und Gewittern auftritt, unterscheiden.
Regen kann sowohl aus sogenannten warmen Wolken, die reine Wasserwolken sind, als auch aus kalten Wolken, die aus Eiskristallen bestehen, oder aus Mischwolken, die Wolken mit Wassertröpfchen und Eiskristallen bezeichnen, fallen. Im Falle von kalten Wolken und Mischwolken sind Regentropfen das Produkt geschmolzener ehemals fester Niederschlagsteilchen wie Schneeflocken, Graupelkörnern und Hagelkörnern.

Regen entsteht häufig aus geschmolzenen Schneeflocken. Quelle: WetterOnline

It‘s magic: Weihnachten wird weiß und der Sommer viel zu heiß

Langfristvorhersagen und ihr Wahrheitsgehalt

Bonn/Duisburg, 21. Oktober 2020 – Wie wird das Wetter nächsten Monat, wie wird es an Weihnachten und blüht uns nächstes Jahr schon wieder ein Hitzesommer? Alles Fragen, die vielen unter den Nägeln brennen. Doch der Wettervorhersage sind Grenzen gesetzt und manche Antworten gehören eher in den Bereich der Magie als in eine seriöse Wissenschaft.

Datenquellen: Wettermodelle und Bauernregeln
Langfristvorhersagen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und viele versuchen sich daran. Teils bekommt man sogar explizite Vorhersagen von Temperatur, Regen und Wetter für mehrere Monate im Voraus. „Diese vermeintlichen Vorhersagen stützen sich dabei auf unterschiedliche Quellen. Das sind zum einen Wettermodelle, die die Witterung mittlerweile Wochen oder gar Monate im Voraus berechnen, zum anderen aber auch Bauernregeln.
Generell muss man jedoch zwischen einer seriösen Wettervorhersage, einem Witterungstrend und übersinnlichen Vorahnungen unterscheiden“, erklärt Björn Goldhausen, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline. „Auch wenn tradierte Bauernregeln zum Teil aus jahrhundertelangen Wetterbeobachtungen entstanden sind, sind sie dennoch keine seriöse Vorlage für den Witterungsverlauf. Weit vorausrechnende Wettermodelle sind rein experimentell und leider sind die Ergebnisse häufig nicht gut. Mehr als grobe Temperatur- und Regenabweichungen kommen dabei nicht raus.“ 

 Zeitfenster der Wetterprognose
Seriöse Vorhersagen von Temperatur, Wolken und Regen werden meist nur 3 bis 7 Tage im Voraus gemacht. „Bei komplexen Wetterlagen ist eine genaue Vorhersage selbst für den Folgetag manchmal sehr schwierig und wir Wetterfrösche sehen dann richtig alt aus. Selbst bei sehr stabilen Hochdrucklagen ist bei 8, im Extremfall 10 Tagen im Voraus Schluss“, weiß Goldhausen.  Alles, was über dieses Zeitfenster hinaus geht, ist lediglich als Witterungstendenz zu verstehen. Das heißt, es wird versucht, Entwicklungen der Wetterlage zu deuten und eine Wahrscheinlichkeit daraus abzuleiten.

„Die geäußerten Bewertungen beschränken sich dabei aber maximal auf den Trend zu kühlerem, nasserem oder trockenerem Wetter als bisher. Genaue Aussagen über Temperaturen, Regenmengen oder die Wolkenverteilung können nicht getroffen werden“, so der Meteorologe. 

Jahrestrends: Zufall macht‘s möglich 
Zu Wettervorhersagen für eine Jahreszeit oder gar einen Jahrestrend empfiehlt Björn Goldhausen eine kritische Distanz: „Experimentelle Berechnungen von Wettermodellen können zwar zum Beispiel einen extrem warmen Monat sehen, dabei ist es jedoch durchaus möglich, dass es zwischenzeitlich auch mal richtig kalt wird. Der Nutzen der Aussage ist also zweifelhaft.
Da in der heutigen Zeit in der Regel ohnehin überdurchschnittlich warme Monate berechnet werden, braucht man kein Wettermodell, um diese Aussage zu treffen. Wer also demnächst liest: „Weihnachten wird’s weiß“ oder „Der nächste Hitzesommer rollt an“, kann sich entspannt zurücklehnen, denn der Wahrheitsgehalt dieser Aussagen ist sehr gering. Falls es mal passen sollte, ist dies ein reiner Zufallstreffer. “  

Ein über Wochen und Monate vorhergesagter Schneefall kann ebenso zu Irritationen führen wie dieses Schild. Foto WetterOnline

Zurück zur Winterzeit

Ende Oktober wird die Zeit zurückgestellt – Tipps für die dunkle Jahreszeit

Bonn/Duisburg, 20. Oktober 2020 – Am letzten Sonntag im Oktober, in diesem Jahr am 25.10.2020, gibt es eine Stunde geschenkt – denn dann wird die Uhr von 3:00 Uhr auf 2:00 Uhr zurückgestellt und somit von Sommer- auf Winterzeit gewechselt. Ab diesem Zeitpunkt herrscht dann bei uns wieder die mitteleuropäische Normalzeit (MEZ).

Zeitumstellung - wenn die Uhr anders tickt
Für viele EU-Bürger ist die Zeitumstellung eine lästige sowie teilweise auch körperlich und psychisch belastende Angelegenheit. Sie geraten einfach aus dem Takt. „Müdigkeit, schlechte Laune und Konzentrationsstörungen sind oft die Resultate, wenn der biologische Rhythmus gestört wird. Zwar ist die geschenkte Stunde durch die Umstellung auf die Winterzeit weniger schmerzlich zu verkraften, aber die Zeiger der inneren Uhr drehen sich auch dann langsam hinterher und sind erst nach ein paar Tagen wieder korrekt eingestellt“, erklärt Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline. „Auch schlägt die Tatsache, dass es durch den Wechsel auf die Winterzeit eine Stunde früher dunkel ist und man nun für längere Zeit nur im Dunkeln die Arbeitsstelle verlässt, vielen aufs Gemüt.“ 

Arbeiten bis in die Dunkelheit. Durch die Winterzeit wird es eine Stunde früher dunkel. Das schlägt vielen aufs Gemüt. Quelle: WetterOnline

Winterzeit ideal
Über den Sinn und Unsinn, die Uhr zweimal im Jahr auf Sommer- oder Winterzeit zu stellen, wurde stets rege diskutiert. Nach Beschluss des EU-Parlaments soll die Zeitumstellung 2021 abgeschafft werden. Die Umsetzung jedoch steht noch in den Sternen. Allein die Tatsache, dass die Staaten selbst wählen dürfen, ob sie dauerhaft Sommer- oder Winterzeit haben wollen, ist ein großes Problem.  Die Bundesregierung bevorzugt die Sommerzeit. Dabei spricht einiges dagegen. „Die sogenannte Winterzeit passt besser zu unserem Tagesrhythmus“, weiß Birgit Heck. „Morgens wird es früher hell, was das Aufstehen erleichtert und abends schneller dunkel, was beim Einschlafen hilft.“  

Gedanke der Zeitumstellung
Birgit Heck erklärt: „Eingeführt wurde die Zeitumstellung ursprünglich, um im Sommer Energie zu sparen. Denn wenn es abends draußen länger hell ist, wird weniger Strom für die Beleuchtung verbraucht, so der Gedanke. Allerdings gleicht sich der Verbrauch im Frühjahr und im Herbst wieder aus, da dann morgens mehr Energie für Licht und Heizung benötigt wird, was die Ersparnisse wieder hinfällig macht.“ 

Tipps für einen guten Start in den Tag
Für alle Morgenmuffel, denen es mit oder ohne Winterzeit schwerfällt, morgens in die Gänge zu kommen, gibt es einige Tipps, die das Aufstehen erleichtern. Es empfiehlt sich beispielsweise, den Wecker so zu stellen, dass man nach dem Klingeln noch einen Moment ruhig im Bett liegen bleiben kann. Die Augen sollten dabei geöffnet sein, damit sich der Körper auf den Wachzustand einstellen kann. Anschließend sollte man sich ein wenig recken, strecken oder gähnen, um den Kreislauf in Schwung zu bringen.
Etwas Radfahren in der Luft aktiviert den Kreislauf zusätzlich. Licht ist ebenfalls ein wichtiger Wachmacher, gerade in der dunklen Jahreszeit: Wenn die Vorhänge geöffnet, Rollos oder Jalousien hochgezogen oder helle Lampen angeknipst werden, fällt Licht auf die Netzhaut und die Bildung des Schlafhormons Melatonin wird gestoppt. 

Sommer 2020 – staubtrockene Böden das dritte Jahr in Folge

Offenbach/Duisburg, 14. Oktober 2020 – Obwohl sich der Sommer 2020 über weite Strecken wechselhaft präsentierte, waren ausgetrocknete Böden und deren Auswirkungen vor allem für die Landwirtschaft erneut ein großes Thema. Ursache der Trockenheit war das sehr niederschlagsarme Frühjahr 2020. Es brachte nur etwa die Hälfte der üblichen Regenmenge und war damit das sechsttrockenste seit Aufzeichnungsbeginn 1881.
Der Sommer erreichte dann zwar – über Deutschland gemittelt – fast das vieljährige Niederschlagsmittel, konnte damit aber das Bodenwasserdefizit kaum verringern. Im Vergleich zu den üblichen Werten fiel der Sommer im Westen Deutschlands am trockensten aus. 

Im Frühling 2020 abermals starke Trockenheit
Nach dem sehr nassen Februar waren die Bodenwasservorräte im Großteil Deutschlands zumindest bis in 60 cm Tiefe aufgefüllt, nur etwa vom Thüringer Becken bis zur Lausitz erfolgte in dieser Schicht keine komplette Auffüllung. Von Mitte März bis Ende April setzte sich jedoch sehr niederschlagsarme, sonnige und häufig windige Witterung durch. Sie sorgte für erneute Wasserknappheit in der Vegetationsperiode 2020.
Bis Ende April trockneten vor allem die obersten Bodenschichten stark aus. Im Deutschlandmittel lag die Bodenfeuchte (unter Gras und sandigem Lehm) im April in 0 bis 60 cm Tiefe mit nur 68 Prozent nutzbarer Feldkapazität (nFK) (*) so niedrig wie noch nie in einem April seit 1991. Wintergetreide zeigte im Laufe des Aprils erste Trockenstresssymptome und die frisch ausgesäten Sommerkulturen liefen vielerorts nur langsam und ungleichmäßig auf. Vor allem in der zweiten Monatshälfte kam es zu mehreren, teils großflächigen Waldbränden.
Im Mai 2020 schwächten besonders in der Südosthälfte gelegentliche Niederschläge die Trockenheit etwas ab. Aufgrund der insgesamt deutlich unterdurchschnittlichen Regenmengen im Mai verringerte sich das Defizit der Bodenfeuchte gegenüber dem April aber kaum.

Sommer 2020: Durchwachsen aber trotzdem vielerorts zu trocken
Der Sommer erhielt zwar rasch das Etikett „typisch mitteleuropäischer Schaukelsommer“. Dies galt aber vor allem für die Temperaturen – weniger für die Niederschläge – und schloss den heißen August noch nicht mit ein. Letztlich lagen die Temperaturen um fast 2 Grad höher als im Mittel 1961-1990. Zu Sommerbeginn waren die Böden deutlich trockener als üblich.
Der durchschnittlich nasse und nur leicht zu warme Juni konnte das Bodenwasserdefizit verringern und vielerorts Ernteeinbußen bei Raps und Getreide verhindern. Im Gegensatz dazu war der Juli mit nur rund zwei Dritteln des Niederschlagssolls im Deutschlandmittel markant zu trocken. Somit sank die Bodenfeuchte deutlich ab. Mais, Zuckerrüben, Grünland, Obstgehölze und die Wälder litten zunehmend unter der Trockenheit, Getreide war hingegen kaum noch betroffen.
Am stärksten waren die Auswirkungen in den besonders trockenen Regionen vom Südwesten Deutschlands bis nach Sachsen. In Südbayern und im äußersten Norden war die Wasserversorgung der Pflanzen hingegen meist gut. Im heißen und zunächst sehr niederschlagsarmen August verschärfte sich die Bodentrockenheit rasch.
Die Feuchte sank auf die niedrigsten Werte der Saison 2020 – im Flächenmittel auf 53 Prozent nFK in den obersten 60 cm. In weiten Landesteilen waren die Böden noch etwas trockener, südlich der Donau hingegen weitaus feuchter. Im zweiten Monatsdrittel sorgten zahlreiche Gewitter vielerorts, aber nicht überall für leichte Entspannung. Lokal führte Starkregen sogar zu Überflutungen und Erosion, weil der ausgedörrte Boden die plötzlichen Wassermassen kaum aufnehmen konnte. Gegen Monatsende feuchtete kühles und teils nasses Wetter die obersten Bodenschichten an und begünstigte die Rapsaussaat.

Die Trockenheit zog sich bis in den Herbst
Im September setzt sich jedoch nochmals anhaltend trockenes und sehr warmes bis heißes Wetter durch. Die Feuchtigkeit in den obersten Bodenschichten verdunstete rasch wieder, darunter blieben die Böden weiterhin stark ausgetrocknet. Damit dauerte die Durststrecke bei den Wäldern an. Erst im letzten Monatsdrittel stellte sich eher nasses Herbstwetter ein, womit die Feuchte in den obersten Bodenschichten nachhaltig zunahm.


Mittlere Bodenfeuchte (in 0-60 cm Tiefe unter Gras und sandigem Lehm) in Prozent nutzbarer Feldkapazität (% nFK) im August 2018


Es bestanden gute Bedingungen zur Aussaat von Wintergetreide. Allerdings sind tiefere Bodenschichten derzeit vielerorts immer noch sehr trocken. Der Witterungsverlauf der kommenden Wochen und Monate wird darüber entscheiden, wie schnell und in welchem Ausmaß diese Schichten mit Bodenwasser aufgefüllt werden und wann der Trockenstress für die Wälder endet.

Mittlere Bodenfeuchte (in 0-60 cm Tiefe unter Gras und sandigem Lehm) in Prozent nutzbarer Feldkapazität (% nFK) im August 2020




* Die nutzbare Feldkapazität (nFK) gibt das pflanzenverfügbare Bodenwasser in Prozent an. Ab 100 % nFK kann der Boden kein weiteres Wasser dauerhaft gegen die Schwerkraft halten, vorübergehend kann die nutzbare Feldkapazität bei Niederschlag jedoch über 100 % steigen. Bei 0 % nFK können die Pflanzen dem Boden kein weiteres Wasser mehr entziehen (Welkepunkt), es befindet sich aber noch Restfeuchte im Boden.

Ein leicht zu trockener September mit viel Sonne und spätsommerlicher Wärme

Offenbach/Duisburg, 29. September 2020 – Der September 2020 verwöhnte die Bundesbürger wochenlang mit sonnigem und warmem Outdoor-Wetter. Erst zum Monatsende sorgte ein Großwetterlagenwechsel pünktlich zum astronomischen Herbstanfang für kühle und nasse Witterung. Unter dem Strich war der erste klimatologische Herbstmonat zu warm, zu trocken und sehr sonnig - verglichen mit vieljährigen Mittelwerten. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

Foto Rüdiger Manig

Ein überwiegend sommerlich warmer September endet mit herbstlicher Kühle
Mit 14,8 Grad Celsius (°C) lag der Temperaturdurchschnitt im September um 1,5 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur wärmeren Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung +1,3 Grad. Die ersten drei Wochen zeigten sich unter Hochdruckeinfluss meist spätsommerlich warm. Im Südwesten gab es 10 bis 18 Sommertage mit 25 Grad und mehr. Mitte September drehte die Strömung auf südliche Richtungen, wodurch die Temperaturen regional noch mal auf deutlich über 30 °C kletterten.
Den höchsten Wert erreichte Trier-Petrisberg am 15. mit 34,8 °C. In den darauffolgenden Nächten wurde es aber empfindlich kalt. Im Nordosten Deutschlands sanken die Frühwerte am 19. sogar in den leichten Frostbereich. Die deutschlandweit tiefste Temperatur trat am 28. in Messstetten, Zollernalbkreis, mit -2,0 °C auf. (Nur auf der fast 3000 m hohen und nicht repräsentativen Zugspitze war es am 26. mit -10,9 °C kälter).
Erst nach drei Wochen Trockenheit reichlich Niederschläge Der September lag mit knapp 50 Litern pro Quadratmeter (l/m²) etwa 20 Prozent unter dem vieljährigen Durchschnitt von 61 l/m². Nachdem es unter Hochdruckeinfluss vielerorts wochenlang trocken blieb, sandten Tiefdruckgebiete in der letzten Septemberwoche flächendeckende und reichliche Niederschläge. Sie brachten in den Mittelgebirgen sogar den ersten Schnee der Saison. Am Alpenrand sowie im Südschwarzwald fielen mit über 150 l/m² die höchsten Monatssummen.

Auch der in den Vormonaten vom Regen ausgesparte Osten der Republik erhielt nun endlich signifikanten Regen. Die bundesweit höchste Tagessumme wurde aber am 26. in Baiersbronn-Ruhestein, 20 km südlich von Baden-Baden, mit 107 l/m² gemessen. Viel zu trocken blieb es dagegen in Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Hessen, wo in der Fläche gerade einmal 50 Prozent der zu erwartenden Monatssummen eingesammelt wurden.

Der September 2020 war ein sehr sonniger Monat
Mit 206 Sonnenstunden übertraf der September 2020 sein Sonnenscheinsoll von 150 Stunden um gut ein Drittel. Dabei gab es in den ersten beiden Monatsdekaden verbreitet Sonnenschein von früh bis spät. Am sonnigsten war es mit über 230 Stunden in Mitteldeutschland. Im Nordseeumfeld zeigte sich die Sonne etwa 50 Stunden weniger.

In NRW datierten die Meteorologen 14,9 °C (13,6 °C) und trockene 50 l/m² (67 l/m²). Die Sonne schien sehr oft und zeigte sich in der Bilanz 200 Stunden (135 Stunden).

Spätsommer geht auf Tauchstation

Herbst lässt seine Muskeln spielen

Bonn/Duisburg, 23. September 2020 –  Dem außergewöhnlich warmen Septemberwetter geht jetzt die Puste aus. Am Wochenende sind statt Shorts und Rock dann Jacken und Regenschirme gefragt. Anfang Oktober sieht es aber wieder etwas wärmer aus.

Nach einem regelrechten Wettersturz in den nächsten Tagen zeigt die Temperaturkurve nach dem Monatswechsel erneut etwas nach oben. Regenschauer sind jedoch weiterhin dabei. Quelle: WetterOnline


Herbstlich kühles Regenwetter
Nach nochmals bis zu 25 Grad am Donnerstag geht es mit den Temperaturen steil bergab. Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline, erklärt: „Pünktlich zum Beginn des kalendarischen Herbstanfangs wird es richtig herbstlich. Am Wochenende liegen die Höchstwerte meist nur noch zwischen 10 und 15 Grad. Dazu regnet es schon ab Freitag vor allem im Süden und Osten teils längere Zeit. Aber auch in den anderen Landesteilen wird es am Wochenende zumindest zeitweise nass. In den Bergen kann die Schneefallgrenze bis auf etwa 1000 Meter Höhe absinken. Sogar in den höchsten Lagen der südlichen Mittelgebirge kann es etwas schneien. Ein frischer und teils stürmischer Wind lässt das Wetter noch ungemütlicher erscheinen.“

Längere Regenphase
Auch in der nächsten Woche können Regenjacke und Schirm zum Einsatz und Pfützenspringer auf ihre Kosten kommen. Gießkanne und Wasserschlauch hingegen werden endlich nicht gebraucht, denn es regnet immer wieder und das teilweise kräftig. Dazu ziehen vielfach dichte Wolken über den Himmel und die Höchsttemperaturen pendeln um die 15-Grad-Marke.
In der zweiten Wochenhälfte steigen die Chancen auf längere trockene Phasen. Auch der Temperaturtrend zeigt Richtung erstes Oktoberwochenende nach oben. In den wärmsten Regionen sind nochmals rund 20 Grad oder etwas mehr möglich. Zumindest Regenschauer gibt es wohl auch dann noch häufiger.   


Endlich Regen: Pfützenspringer im Glück! Mit der richtigen Einstellung ist auch ein Wettersturz kein Problem. Quelle: WetterOnline

Oh, du schöner Herbst

Wann der Herbst ins Freie lockt, welche Ausflüge sich lohnen und warum Pilzsammler gesund leben

Bonn/Duisburg, 21. September 2020 –  Der Herbst: mal sonnig und warm, mal nasskalt. WetterOnline verrät, wann sich das Wetter für welche Freizeitmöglichkeiten eignet und wie sich sonnige und regnerische Herbsttage nutzen lassen.

Goldener Herbst lädt ins Freie ein
Die Temperaturen sinken und der niedrige Sonnenstand taucht kunterbunte Blätter in ein leuchtendes Farbenmeer: Ab September zieht der Herbst ins Land. Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline, erklärt: „Im Herbst wendet sich die nördliche Erdhalbkugel immer mehr von der Sonne ab. Die Strahlen der Sonne treffen dann zunehmend flacher auf die Erde und wärmen nicht mehr so stark. Doch gerade zu Herbstbeginn ist es oftmals noch angenehm warm. Unser Tipp: Raus ins Freie, bevor die nassen Tage beginnen und die Temperaturen in den einstelligen Bereich fallen.“ 

Hauptsache draußen: Städtetrip, Waldspaziergang und Co. 
Vor den Wintermonaten noch einmal Sauerstoff und gute Laune tanken: Nicht ohne Grund zieht es an sonnigen Herbsttagen viele Menschen vor die Tür. Die Möglichkeiten, sich an der frischen Luft zu bewegen, sind vielfältig: Unternehmungen in der Stadt beispielsweise werden angenehmer, da im Herbst die Temperaturen sinken und die asphaltierten Straßen und Häuserwände keine große Hitze mehr abstrahlen. Wer die Natur liebt, kann bei einem ausgedehnten Spaziergang im herbstlichen Wald die Seele baumeln lassen, sammelt Kastanien oder wandert entlang von Feldern und Wiesen.  

Herbst-Workout: Pilze sammeln
Trockene Herbsttage eignen sich zudem für ein beliebtes Hobby: Pilze sammeln. Viele bekannte Sorten wie Steinpilze und Pfifferlinge gedeihen bereits in den Sommermonaten, lassen sich jedoch bis tief in den Herbst hinein ernten –besonders gut in waldigen, sandigen Gebieten in der Nähe großer Bäume. Wer Pilze sucht, bewegt sich an der frischen Luft, trainiert auf unebenen Waldwegen seine Balance und hält die Wirbelsäule beim Hoch- und RunterbeugenHerunterbeugen in Bewegung. Zudem tragen die Pilze zu einer gesunden Ernährung bei. Doch Vorsicht: Pilzsammler sollten sich intensiv mit den unterschiedlichen Sorten befassen und unbekannte Gewächse im Zweifelsfall stehen lassen.  

Bis in den Herbst hinein lassen sich leckere Pilze im Wald suchen und finden. Das Hobby tut ganz nebenbei auch der körperlichen Fitness gut. Quelle: WetterOnline

Wenn es kälter wird …
Spätestens ab November ist der goldene Herbst endgültig vorbei und dunkle, nasse und kalte Tage dominieren das Wettergeschehen. Wer die sonnigen Herbsttage genutzt hat, um Kastanien, Tannenzapfen und bunte Blätter zu sammeln, der setzt sich bei Regen an den Küchentisch und bastelt kleine Figuren und Dekoelemente – möglicherweise schon als Vorbereitung für das Weihnachtsfest. 

Im Westen bis 36 Grad heiß - Neue Wärmerekorde für September

Bonn/Duisburg, 16. September 2020 –  Hoch LEIKI hat uns eine kurze Hitzewelle mit Spitzenwerten bis 36 Grad beschert. Dabei war es am Dienstag mancherorts so warm wie noch nie im September seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. 

Mit 36,2 Grad wurde am Dienstag einer der heißesten Septembertage seit Beginn der Messungen verzeichnet - Quelle WetterOnline

Spitzenreiter Geilenkirchen 
Nordrhein-Westfalen hat am Dienstag einen der heißesten Septembertage seit Beginn der Messungen verzeichnet. „An mehreren Messstationen wurden alte Bestmarken um mehrere Zehntelgrade überboten. Spitzenreiter mit 36,2 Grad war Geilenkirchen unweit von Aachen. Dort wurde ein neuer Wärmerekord aufgestellt. Allerdings misst die Wetterstation auf dem Flugplatz erst seit 20 Jahren. Der bisherige September-Höchstwert für Nordrhein-Westfalen, der mit 35,1 Grad im Jahr 1947 in Herford gemessen worden war, wurde damit übertroffen,“ erklärt Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline.

Vielfach Stationsrekorde gemessen
Zudem meldeten gleich mehrere Orte Stationsrekorde. Das war nicht nur in Nordrhein-Westfalen, sondern auch in Rheinland-Pfalz und im Saarland der Fall. Birgit Heck: „Trier-Petrisberg registrierte mit 34,8 Grad eine neue Bestmarke. Der alte Rekord vom 13. September 2016 lag knapp ein halbes Grad niedriger. In Bad Neuenahr zeigte das Thermometer einen Spitzenwert von 34,3 Grad an, das ist fast ein Grad mehr als der alte Rekord vom 5. September 1973.“
Düsseldorf knackte mit 34,0 Grad den alten Rekord vom 6. September 2013 (32,9 Grad). Das Städtchen Geldern am Niederrhein übertraf mit 34,2 Grad den alten Septemberrekord vom 13. September um mehr als zwei Grad. In Tönisvorst (34,3 Grad) bei Mönchengladbach und Saarbrücken-Burbach (34,1 Grad) waren es einige Zehntelgrade mehr als vor rund zwei Jahren. Auch an weiteren Orten an der Mosel sowie am Mittel- und Niederrhein und seinen Nebenflüssen gab es Wärmerekorde.

Allzeitrekord von 1947 unerreicht
An den bisherigen Allzeitrekord von 36,5 Grad in Bühlertal in Baden-Württemberg kamen die Temperaturen aber nicht heran. Dieser war am 19. September 1947 gemessen worden. „Der September 1947 gilt neben dem September 2006 und 2016 als der wärmste seit Aufzeichnungsbeginn. Er war nicht nur warm, sondern mit 30 Liter Regen pro Quadratmeter im gesamten Monat ungewöhnlich trocken. Es ist zu befürchten, dass der September 2020 den von 1947 in dieser Hinsicht noch übertreffen könnte. Denn in diesem September sind im Durchschnitt bisher nur 12 Liter pro Quadratmeter gefallen. Bis nächste Woche wird nicht viel Niederschlag dazukommen,“ so Heck.


Auf Hochsommerwetter folgt Altweibersommer 

Regen fast chancenlos

Bonn/Duisburg, 14. September 2020 – Die kleine September-Hitzewelle endet mit einer markanten Kaltfront nach Wochenmitte. Doch der Altweibersommer folgt sogleich. Mit einem neuen Hoch kämpfen sich Sonne und Wärme rasch zurück.

Temperatursturz bleibt Intermezzo
Der Sommer 2020 gibt sich nicht geschlagen. Der Altweibersommer löst das Hochsommerwetter ab. Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline erklärt: „Bis Mittwoch gibt es deutschlandweit fast hochsommerliches Wetter. Nach lauen Nächten erwärmt sich die Luft mit viel Sonne verbreitet auf 28 bis 33 Grad. Dann macht sich von Norden her mit mehr Wolken und einzelnen Schauern und Gewittern allerdings eine Kaltfront bemerkbar. Zum Donnerstag gibt es dort einen Temperatursturz von knapp zehn Grad. Der September bleibt jedoch sommerlich, denn im Südwesten wird es trotz Abkühlung immer noch über 25 Grad warm. In der zweiten Wochenhälfte gibt es mit einem neuen kräftigen Hoch wieder viel Sonne und angenehme Luft.“ 

Typisch Altweibersommer: Morgentau macht Spinnennetze gut sichtbar. Foto WetterOnline



Aussicht: Altweibersommer bleibt
Das nächste Wochenende wird freundlich, warm und trocken. Das Regenrisiko ist durch ein Tief über Frankreich nur von der Eifel bis zu den Alpen erhöht. Das Südwest-Nordost-Gefälle bei den Temperaturen bleibt erhalten. Der erste Trend für die kommende Woche deutet sogar ein erneutes Vorankommen der Mittelmeerluft nach Nord- und Ostdeutschland an. Höchstwerte von über 25 Grad sind nicht ausgeschlossen. Dabei bleibt es wahrscheinlich trocken und eher sonnig.  

Der Begriff Altweibersommer
Grundsätzlich wird mit dem Begriff „Altweibersommer“ eine Periode sonniger und warmer Tage nach den eigentlichen Sommermonaten bezeichnet. Für Menschen, die Angst vor Spinnen haben, ist der Altweibersommer eine Herausforderung, denn in dieser Zeit scheint die Anzahl der Spinnen und der von Ihnen gebauten Netze zuzunehmen. Dies ist aber de facto nicht so. Die Spinnen sind nach dem Sommer ausgewachsene Tiere und einfach besser zu sehen.
Da die Nächte nach den relativ warmen Tagen schon sehr kühl werden, bildet sich Tau. Dieser haftet auch an den Bauwerken der Spinnen, die dadurch vermehrt sichtbar werden. Das gilt auch für die Gespinste der winzigen, nur wenige Millimeter großen Baldachinspinne. Im Gegensatz zu anderen Spinnen benutzen sie auch als ausgewachsene Tiere ihre Fäden, um sich durch die Luft treiben zu lassen und dabei Wind und Thermik nutzen. Auf ihrem Flug hinterlassen sie überall auffällige Fäden. Dieses Phänomen scheint das Hauptmotiv des Namens „Altweibersommer“ zu sein, der regional auch unter anderem Begriffen bekannt ist.
Einer dieser Begriffe ist der „Witwensommer“, der möglicherweise einen schon etwas in die Jahre gekommenen Sommer bezeichnet. Manche Sprachwissenschaftler nehmen an, dass der „zweite Frühling“ älterer Menschen hinter dem Begriff steckt, der aber zur falschen Zeit kommt und nur kurz dauert. Möglicherweise stammt der Wortteil „weiber“ vom althochdeutschen Wort „weibon“, das so viel wie „umhertreiben“ bzw. „sich hin und her bewegen“ bedeutet.  Der Sprachwissenschaft gelang es bis heue nicht, den Begriff „Altweibersommer“ eindeutig zu erklären. So kann also jeder die Erklärung für richtig halten, die ihm am besten gefällt.

Sommer gibt Zugabe  

Wärme wie im Hochsommer 

Bonn/Duisburg, 09. September 2020 – Der Spätsommer kommt in der nächsten Zeit immer mehr in Fahrt. Sonne und Wärme verwöhnen ab dem Wochenende auch die Menschen in Norddeutschland. Weiter südlich sind sogar über 30 Grad möglich.

Sonne setzt sich durch
Zunächst geht es in den kommenden Tagen regional noch leicht wechselhaft weiter. Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation, erklärt: „Am Donnerstag nimmt auch in Süddeutschland das Schauerrisiko an einer schwachen Kaltfront kurzzeitig zu. Richtung Wochenende gewinnt dann aber ein Hoch immer mehr an Einfluss. Insbesondere am Samstag sind zwar noch Richtung Nordsee und Alpen einzelne Schauer oder Gewitter unterwegs, am Sonntag dominiert dann aber bei Temperaturen bis 30 Grad schon verbreitet der Sonnenschein.“ 

Hochsommer Comeback
Die nächste Woche beginnt voraussichtlich hochsommerlich: „Derzeit sieht es nach ‚Sonne pur‘ bei Spitzenwerten von über 30 Grad aus. Selbst entlang der Küsten erreichen die Temperaturen um 25 Grad.“, erklärt Heck, schränkt aber ein: „Offen ist derzeit, wie lange das Spätsommerhoch durchhält. Nach den neuesten Berechnungen sind die Chancen gestiegen, dass zumindest die Wärme noch bei uns bleibt. Allerdings entscheidet die Lage des Hochs darüber, ob es warm bis heiß oder herbstlich frisch wird. Es ist nämlich nicht ausgeschlossen, dass sich das Hoch im Wochenverlauf westwärts verlagert. Dann würde bei uns der Weg frei für kühle Polarluft. Ob sich im weiteren Wochenverlauf gebietsweise schon Schauer bilden, ist aktuell unsicher.“   

Der Hochsommer kommt zurück. Foto WetterOnline

Ein warmer und regional auch sehr trockener „Schaukelsommer“  

In NRW war es deutlich zu trocken
Offenbach/Duisburg,, 31. August 2020 – Der Sommer 2020 zeigte sich oft wechselhaft. Zeitweise stabile Wetterlagen brachten dabei nur kurzzeitig hochsommerliche Wärme. Erst im August drehte der Hochsommer voll auf. In tropischer Luft stiegen die Temperaturen über mehrere Tage hinweg auf 30 Grad Celsius (°C) und mehr. Hier und da entluden sich schwere Starkregengewitter, mancherorts blieb es aber weiterhin sehr trocken. Unter dem Strich war der Sommer 2020 bei ausgeglichener Sonnenscheindauer zu warm und etwas zu trocken. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

 

Im Juni und Juli „Schaukelsommer“ mit schwankenden Temperaturen 

Mit 18,2 °C lag der Sommer 2020 um 1,9 Grad über dem Mittel der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der wärmeren Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die positive Abweichung 1,1 Grad. In den Monaten Juni und Juli waren stabile hochsommerliche Phasen eine Seltenheit. Kühle und warme Witterungsphasen wechselten sich ab, sodass die ersten Sommermonate eher einem „Schaukelsommer“ glichen. Erst im August führte eine mehrtägige Hitzewelle mit Temperaturen von über 35 °C zu einer landesweiten hohen bis extremen Wärmebelastung. Die deutschlandweit höchste Temperatur wurde am 9.8. mit 38,7 °C in Trier-Petrisberg gemessen. Die niedrigsten Frühtemperaturen wurden vom DWD Anfang Juni registriert.  Am 1.6. übermittelte die Station Oberharz am Brocken-Stiege frische 0,5 °C.

 

Starkregen, Überflutungen, Hochwasser und regional weiterhin sehr trocken  

Mit rund 230 Litern pro Quadratmeter (l/m²) Niederschlag im bundesweiten Mittel verfehlte der Sommer 2020 sein Soll (239 l/m²) nur leicht. Oftmals lagen Starkregenfälle mit Überflutungen und anhaltende Trockenheit nah beieinander. In einigen Regionen, wie der Uckermark, der Leipziger Tieflandbucht, dem Saarland und entlang des Rheins fielen mit 70 bis 100 l/m² weniger als die Hälfte der dort typischen Niederschlagsmenge. Zugleich gab es Dauerregenfälle, wie Anfang August mit bis zu 150 l/m² in 24 Stunden in Oberbayern, die auch Hochwasser brachten. Insgesamt wurden an den Alpen über den Sommer hinweg über 700 l/m² gemessen und damit zehnmal so viel, wie in den trockenen Regionen Deutschlands.

 

Ausgewogene Sonnenscheinbilanz  

Mit rund 675 Stunden übertraf die Sonnenscheindauer im Sommer ihr Soll von 614 Stunden um etwa 10 Prozent. Über 700 Stunden Sonnenschein verzeichneten die Küstenregionen. In den westlichen Mittelgebirgen wurden vom DWD dagegen nur um 500 Stunden gemessen.

Im bevölkerungsreichsten Bundesland lag die Sommertemperatur bei 18,3 °C (16,3 °C) und die Sonnenscheindauer bei gut 590 Stunden (554 Stunden). Somit war NRW das sonnenscheinärmste Bundesland. Dabei blieb es mit 190 l/m² (240 l/m²) Niederschlag deutlich zu trocken.

Mittwoch: Erster Herbststurm des Jahres

Sturmtief KIRSTEN über Nordhälfte Deutschlands – Jahreszeit ein Problem 

Bonn/Duisburg,, 24. August 2020 –  Am Mittwoch zieht ein ruppiger Sturm über die Nordhälfte Deutschlands hinweg. Bei diesem ersten größeren Herbststurm könnte weniger die Windgeschwindigkeit als vielmehr die Jahreszeit zum Problem werden. 

Belaubte Bäume bieten Sturmböen eine größere Angriffsfläche. Äste brechen auch bei Böen bis 90 Kilometer pro Stunde schnell. Foto WetterOnline


Schwere Sturmböen

Der Hochsommer verabschiedet sich mit Pauken und Trompeten. Tiefs beeinflussen das Wetter vor allem im Norden. Sie bringen teils ruppigen Wind und kühle Atlantikluft mit. Ein Tief über dem Atlantik zieht weiter Richtung Großbritannien. Zur Wochenmitte erfasst sein Sturmfeld dann voraussichtlich auch Deutschland.  
„Am Mittwoch zieht dann ein erster kräftiger Herbststurm über die Nordhälfte Deutschlands hinweg. Er bringt neben teils schweren Sturmböen besonders zu den Küsten hin auch ergiebigen Regen mit und es reicht kaum für 20 Grad“, berichtet Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline.  „Nach derzeitigen Stand haben wir es in der Nordhälfte des Landes dann mit Böen zwischen 70 und 100 Kilometer pro Stunde zu tun.“ 

Gefahr: belaubte Bäume und trockene Fichten
Auch wenn 70 bis 100 Kilometer pro Stunde nicht nach einem sehr heftigen Sturm klingen und im Winter auch keine allzu großen Probleme mit sich bringen würden, sieht es jetzt im Sommer anders aus. „Denn die belaubten Bäume bieten dem Wind eine große Angriffsfläche und so einen großen Widerstand, damit reichen Böen mit Tempo 70 bis 90 völlig aus, um große Äste abzubrechen oder ganze Bäume umzuwehen. Aber auch die durch das Fichtensterben vielerorts vertrockneten Nadelbäume lassen sich durch die Böen leicht umblasen.“ 

So zieht KIRSTEN
- In den Frühstunden erreicht Sturmtief KIRSTEN die südliche Nordsee. An der deutschen Nordseeküste frischt der Südwestwind stürmisch auf, auf den Inseln sind erste Sturmböen dabei. In den Morgenstunden kommt das Windfeld landeinwärts voran. Verbreitet erreicht der Wind in Böen 60 bis 70, an der Nordsee und in den Hochlagen der Eifel bis 80 Kilometer pro Stunde.  

- Am Vormittag erfasst das Windfeld mit Ankunft der Kaltfront die westlichen Mittelgebirge. Im Flachland werden Böen von 60 bis 70, in höheren Lagen und an der Nordsee von 70 bis 90 Kilometer pro Stunde erreicht. In den Hochlagen der Eifel, des Sauerlandes und des Harzes gibt es Spitzenböen bis Tempo 100.  
- Über Mittag dehnt sich der Sturm auch in die östlichen Mittelgebirge aus. Er bläst weiterhin mit Spitzenböen auf den Bergen teils sogar mit über 100 Kilometer pro Stunde. Die Gefahr von herabstürzenden Ästen ist jetzt am größten.  
- Im Laufe des Nachmittags dreht der Wind immer mehr auf westliche Richtungen und schwächt sich im westlichen Deutschland abseits von Schauern schon etwas ab. Nach Osten hin drohen dagegen jetzt die stärksten Böen. Örtlich sind Spitzenböen bis 100 Kilometer pro Stunde dabei.
- In den Abendstunden schwächt sich der Wind im Westen ab und auch in Schauern sind dort kaum noch Sturmböen dabei. Im Osten weht er dagegen immer noch mit 60 bis 80, in höheren Berglagen auch noch mit Böen um 90 Kilometer pro Stunde.  
- Am späten Abend schrumpft das Windfeld weiter, Windspitzen von 60 bis 80 Kilometer pro Stunde werden nun auch im Osten seltener. Hinter dem inzwischen zur südlichen Ostsee abgezogenen Tief dreht der Wind über westliche mehr und mehr auf nordwestliche Richtungen.  
Donnerstag früh ist Sturm KIRSTEN vorbei. 

Durch die Trockenheit geschädigte Nadelbäume werden schnell zu Sturmopfern. Foto WetterOnline


Regenwahrscheinlichkeit – Was bedeutet das?

Die Vorhersage des Niederschlags in Prozent 

Bonn/Duisburg,, 19. August 2020 –  Was heißt eine Regenwahrscheinlichkeit von 50 Prozent? Dass es nur zur Hälfte des Tages regnet oder nur die Hälfte des Stadtgebietes betroffen ist? Leider nichts von beiden. Wir erklären die Bedeutung.

Die Niederschlagswahrscheinlichkeit gibt an, ob Gummistiefel und Schirm zum Einsatz kommen. Quelle: WetterOnline


Regnet es?
In Wettervorhersagen wird auch die Regenwahrscheinlichkeit in Prozent angegeben. Das sorgt oftmals für Verwirrung, denn nicht jedem ist klar, was diese Prozentangaben bedeuten sollen. „Die Angabe der Regenwahrscheinlichkeit gibt wichtige Zusatzinfos darüber, ob Niederschlag auftreten wird oder nicht. Sie beschreibt die Sicherheit, mit der an einem Ort im Vorhersagezeitraum Niederschlag fällt“, erklärt Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline. 

Eher trocken durchkommen
Bei einer Regenwahrscheinlichkeit von 10 Prozent bleiben es also (fast) sicher trocken. Liegt der Wert bei 30 Prozent, kann mit einem Risiko von 30 Prozent irgendwo in Ihrer Stadt Regen fallen. Hier empfiehlt sich ab und zu mal ein Blick aufs WetterRadar, um sicher trocken durchzukommen.  Fifty-fifty-Chance Bei einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent kann es regnen oder auch trocken bleiben. Beides ist gleich wahrscheinlich und entsprechend unsicher ist die Lage. Hier lohnt es sich einen Schirm einzupacken, nur Risikofreudige sollten dann zum Beispiel eine Feier im Freien planen. 

Must-have: Schirm oder Regenjacke  
Liegt die Regenwahrscheinlichkeit bei 90 Prozent, dann werden Sie (fast) sicher irgendwann im Vorhersagezeitraum nass. Birgit Heck: „Die Wahrscheinlichkeit sagt jedoch nichts darüber aus, wie lange und wie kräftig es regnet. Es kann sich genauso gut um einen kurzen Schauer wie um langanhaltenden Regen handeln.“  
„Die Regenwahrscheinlichkeit heißt bei WetterOnline übrigens Niederschlagswahrscheinlichkeit. Sie gibt nämlich nicht nur das Risiko für Regen, sondern auch für andere Niederschlagsformen an. Beispiele sind Schnee oder Hagel“, so Heck.  

Regen ja oder nein: Ein Blick auf die Angabe der Regenwahrscheinlichkeit ist zu empfehlen. Quelle: WetterOnline


Perseiden - Zeit zum Wünschen

In der Nacht zum 13. August erreicht der Sternschnuppenregen seinen Höhepunkt 

Bonn/Duisburg,, 10. August 2020 –  Jedes Jahr bringt uns der Meteorstrom der Perseiden ein beeindruckendes Schauspiel an den nächtlichen Himmel. Bereits ab Juli waren wieder Sternschnuppen über Deutschland zu sehen. Um den 12. August steht der Höhepunkt bevor. Wer einen ausführlicheren Wunschzettel geschrieben hat, kann diesen dann gut abarbeiten.

Die Perseiden bieten ihr jährliches Himmelsspektakel. Foto WetterOnline



Perseus und die kosmischen Staubteilchen
Der Meteorstrom der Perseiden ergießt sich jedes Jahr in der ersten Augusthälfte über den Nachthimmel. Der Strom kommt scheinbar aus Richtung des Sternbildes Perseus. Die Sternschnuppen strahlen von dort in alle Himmelsrichtungen aus. „Die Perseiden bestehen aus vielen kleinen, maximal zentimetergroßen Teilchen, die der Schweif des Kometen Swift-Tuttle in seiner Flugbahn hinterlässt. Die Erde bewegt sich auf ihrer Bahn um die Sonne jedes Jahr gegen Mitte August durch das Gebiet dieser kosmischen Teilchen. Sie schießen mit Geschwindigkeiten von bis zu 60 Kilometer pro Sekunde in die Erdatmosphäre.
Durch die enorme Reibung an den Luftmolekülen werden die Teilchen abgebremst und verglühen binnen Sekunden. Ihre Bewegungsenergie wird dabei in Licht und Wärme umgewandelt“, erklärt Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline. Bis sie vollständig verglüht sind, legen sie oft noch Dutzende von Kilometern zurück. So entstehen die mehr oder weniger hellen Leuchtspuren am Nachthimmel. Die kleinsten Schnuppen verglühen so schnell, dass sie kaum wahrnehmbar sind. Die Leuchtpfade der größeren können ein paar Sekunden lang nachglimmen. 

Beste Sicht in der zweiten Nachthälfte
Die beste Beobachtungszeit ist immer in der zweiten Nachthälfte. In dicht besiedelten Gebieten mittlerer Breiten kann man höchstens 20 bis 50 Perseiden pro Stunde sehen. Das theoretische Maximum von 100 bis 120 Sternschnuppen, das Mitte August möglich wäre, wird in Mitteleuropa aus mehreren Gründen praktisch nie erreicht.
„Um das Spektakel beobachten zu können, ist ein möglichst dunkles Plätzchen weitab von störenden Lichtquellen wichtig. Wer in der Stadt wohnt, sollte aufs Land fahren und auch dort möglichst abseits von Ortschaften bleiben“, raten die Meteorologen von WetterOnline.
„Das Sternbild Perseus steht eingangs der Nacht noch tief im Nordosten und schraubt sich dann bis zum Morgen immer höher über den Horizont, sodass der Himmelsblick in dieser Richtung frei sein sollte. Die beste Sicht hat man von unbewaldeten Bergkuppen aus. Natürlich bedarf es ein wenig Geduld und natürlich auch etwas Wetterglück, denn das alles klappt natürlich nur dann, wenn Petrus auch die Bühne freigibt!“, sagt Heck.


Der Meteorstrom der Perseiden ergießt sich jedes Jahr in der ersten Augusthälfte über den Nachthimmel. Foto WetterOnline

Gutes Beobachtungswetter
Das Wetter spielt beim „Wunschkonzert“ in den nächsten Tagen häufig mit. Ein stabiles Sommerhoch beschert uns in den meisten Regionen einen wolkenlosen Nachthimmel. Nur vereinzelt stören in den Abendstunden Hitzegewitter beim Blick zu den Sternen. Dazu bleibt es nachts meist angenehm warm. Besonders eindrucksvoll ist das Schauspiel fernab von den hell erleuchteten Städten.

Sternschnuppenglück und gute Wünsche
Allein das Beobachten des Himmelspektakels macht glücklich. Nun sollen die Sternschnuppen darüber hinaus Wünsche wahr werden lassen - vorausgesetzt man schickt sie rein gedanklich in den Himmel.
„Niemand weiß so genau, woher der Aberglaube kommt, dass man sich bei einer Sternschnuppe etwas wünschen kann. Es ranken sich viele Legenden um Sternschnuppen.
Die meisten von ihnen betrachten Sternschnuppen als Glücksbringer. So kehren nach einem alten schwäbischen Volksglauben verirrte Sterne an ihren Platz im Himmel zurück. Andernorts hält man Sternschnuppen für die verglühenden Dochte von Kerzen, die die Engel beim Sterneputzen fallen lassen.“, erklärt Heck. 

Ein warmer, erheblich zu trockener und sonnenscheinreicher Juli

Offenbach, 30. Juli 2020 – Im Juli befand sich der äußerste Süden Deutschlands oft in schwülwarmer Luft aus dem Mittelmeerraum. Dort entluden sich an manchen Tagen ge-bietsweise heftige Gewitter und vor allem am Alpenrand regnete es auch mal kräftig. Im Norden gestaltete tiefer Luftdruck über Skandinavien das Wetter meist wechselhaft und relativ kühl. Bis zur Mitte kamen die Tiefausläufer jedoch nur selten voran; häufig dominierte ein Keil des Azorenhochs mit trockener Luft sowie warmen Tagen und vereinzelt frischen Nächten. Zum Monatsende hin präsentierte sich der Juli in ganz Deutschland unter Hochdruckeinfluss sonnenscheinreich mit einer kurzen, aber intensiven Hitzewelle mit Temperaturen bis über 35 Grad Celsius (°C). Dies ergab einen insgesamt warmen Juli mit deutlich zu wenig Niederschlag und viel Sonnenschein. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

 

Ein recht warmer Juli mit kurzer Hitzewelle am Ende des Monats 

Mit 17,7 °C lag im Juli der Temperaturdurchschnitt um 0,8 Grad über dem Wert der inter-national gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 war der Juli 2020 dagegen 0,3 Grad zu kalt. Überwiegend westliche Winde führ-ten im zweiten Sommermonat oft kühle Luft in den Norden Deutschlands. Die bundesweit tiefste Temperatur registrierte Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge am 12. mit 1,1 °C und sogar leichtem Bodenfrost. Völlig anders zeigte sich der Juli in Süddeutschland. Die extreme Hitze aus Südeuropa gelangte zeitweilig bis nach Bayern und Baden-Württemberg. In Rheinfelden und in Regensburg meldete der DWD 10 Tage mit mehr als 30 °C. Mit Werten über 35 °C werden die Monatshöchstwerte voraussichtlich erst am 31. Juli erreicht.

 

Sehr trockener Südwesten, viel Niederschlag im Norden und äußersten Süden 

Mit rund 50 Litern pro Quadratmeter (l/m²) erreichte der Juli nur 65 Prozent seines Solls von 78 l/m². Gebiete, in denen das Niederschlagssoll erfüllt wurde, lagen meist im Süden und im hohen Norden Deutschlands. Besonders im äußersten Süden bildeten sich in der ersten und letzten Monatsdekade gebietsweise immer wieder kräftige Gewitter, begleitet von Starkregen und Hagel bis zu 4 cm. Am 2. verzeichnete Murnau am Staffelsee mit 24-stündig 96,8 l/m² die bundesweit höchste Tagesmenge. Am nassesten war es mit bis zu 240 l/m² in den Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen. Im Südwesten fielen hingegen gebietsweise nur knapp 10 l/m², wo die Natur aufgrund der hohen Verdunstungsrate enorm mit der fortschreitenden Trockenheit zu kämpfen hat.

 

Sonnenscheinbilanz leicht überdurchschnittlich, deutliches Nord-Süd-Gefälle 

Die Sonnenscheinbilanz wies im Juli 2020 ein deutliches Nord-Süd-Gefälle auf und lag mit mehr als 230 Stunden um 9 Prozent über ihrem Soll von 212 Stunden. Am meisten zeigte sich die Sonne mit örtlich 320 Stunden im Westen und der Mitte Baden-Württembergs sowie dem westlichen Bayern. In Ostfriesland und der Mitte sowie dem Norden Schleswig-Holsteins schien sie hingegen gebietsweise nur knapp 150 Stunden.
Im Juli 2020 verbuchte der DWD für Nordrhein-Westfalen durchschnittlich 17,1 °C (17,0 °C), nahezu 55 l/m² (82 l/m²) und über 190 Sonnenstunden (187 Stunden).

 Waldbrandgefahr nimmt zu  - 5 Tipps zum Joggen bei Hitze

Mensch für den Wald derzeit größte Gefahr

Bonn/Duisburg, 30. Juli 2020 – In Deutschland herrscht fast überall große und stellenweise sogar sehr große Waldbrandgefahr. Bricht ein Feuer aus, so ist es nur schwer zu bekämpfen. Doch wie kann man das Risiko mindern?


Waldbrandgefahr: Fehlende Niederschläge und hochsommerliche Temperaturen haben die Waldböden stark austrocknen lassen. Fotos WetterOnline

Wodurch entstehen Waldbrände?
„Die seit Anfang des Jahres in einigen Landesteilen fehlenden Niederschläge und die hochsommerlichen Temperaturen der letzten Wochen haben die Waldböden stark austrocknen lassen. Da die obere Waldbodenschicht recht schnell austrocknet, ist einem Feuer schnell der Boden geebnet. Kommen noch trockene Winde hinzu, können sich die Flammen rasant ausbreiten“, erklärt Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline, und weiß: „Stark gefährdet sind reine Nadelwälder, denn die harzigen Nadeln sind nach längerer Trockenheit besonders leicht entflammbar.

Durch das deutschlandweite Fichtensterben verschärft sich die Situation in dieser Hinsicht noch erheblich, denn zum Teil bestehen ganze Waldflächen aus toten und somit zundertrockenen Bäumen. Altes Reisig und trockene Grasflächen erhöhen die Brandgefahr zusätzlich. Hier reicht ein Funke, um einen Brand auszulösen.“
 Natürliche Auslöser für einen Waldbrand sind Blitzeinschläge. Diese spielen aber im Vergleich zur Brandursache Mensch nur eine sehr geringe Rolle. „Der weitaus größte Teil der Waldbrände in Deutschland entsteht durch Unachtsamkeit und Brandstiftung. Das heißt im Umkehrschluss, dass der Mensch durch richtiges Verhalten Waldbrände vermeiden kann.“, stellt Heck fest.

Richtiges Verhalten im und am Wald
Aufmerksamkeit ist das A und O zur Vermeidung von Waldbränden, denn Gedankenlosigkeit kann fatale Folgen haben. „Bitte beachten Sie stets die Warnungen“, rät die Sprecherin und erläutert weiter: „Bei höchster Warnstufe (Gefahren-Index 5) besteht eine sehr große Gefahr, das Betreten des Waldes ist dann in der Regel verboten.“ Rauchen Sie nicht im Wald und werfen Sie keine Zigarettenstummel in die Natur.
Zigaretten sollten auch nicht auf die Straße geworfen werden, da sie vom Wind leicht in die trockene Vegetation geweht werden können, wo sie binnen Sekunden ein Feuer entzünden. Machen Sie kein offenes Feuer - auch kein romantisches Lagerfeuer am Abend! Flaschen, Glasscherben und jeglicher sonstige Müll, der das Sonnenlicht bündeln könnte, dürfen nicht im Wald zurückgelassen werden. Zwar wird der Brennglaseffekt als Waldbrandursache kontrovers diskutiert, doch in einigen Fällen war er tatsächlich schon für den Ausbruch von Feuern verantwortlich.
Parken Sie Autos und Motorräder niemals auf Wiesen und Feldern oder am Waldrand. Der heiße Katalysator oder der Auspuff des Fahrzeugs kann trockenes Unterholz und Gras leicht entzünden.

Was ist zu tun, wenn man einen Waldbrand entdeckt
Wer Rauchentwicklung als Anzeichen für einen Waldbrand entdeckt, alarmiert sofort die Feuerwehr! unter der Telefonnummer 112 und gibt an, von welcher Stelle der mutmaßliche Brand beobachtet wird, wo es brennt und ob das Feuer am Boden wütet oder bereits die Baumwipfel ergriffen hat. Wird man selbst von einem Waldbrand überrascht, so flüchtet man seitlich zur Windrichtung vom Feuer weg in eine Region mit möglichst wenig brennbarem Bewuchs.


5 Tipps zum Joggen bei Hitze
Wann die beste Uhrzeit für ein Training ist, die wenigsten Pollen fliegen und worauf Sportler achten sollten

Joggen gehört wohl zu den beliebtesten Outdoor-Sportarten. Doch vor allem bei hohen Temperaturen im Sommer kann Sport im Freien dem Körper zusetzen. Wann bei Hitze die beste Tageszeit zum Trainieren ist und wann am wenigsten Pollen fliegen, verraten die Experten von WetterOnline.

In den kühleren frühen Morgenstunden lässt es sich deutlich angenehmer Sport treiben als in der Nachmittagshitze. Quelle: WetterOnline

Nachmittags ist es am wärmsten
Hohe Temperaturen können das Training und den Kreislauf maßgeblich beeinflussen. Daher sollten die Zeiten, zu denen man Sport treibt, gut ausgewählt werden. Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline, weiß: „Am heißesten ist es nicht zur Mittagszeit, wie viele Leute denken, sondern am späten Nachmittag und frühen Abend. Zwar haben wir im Sommer gegen 13.30 Uhr den Sonnenhöchststand und die intensivste Sonneneinstrahlung, aber die höchsten Temperaturen messen wir erst gegen 17 bis 18 Uhr.“
Dies liegt vor allem daran, dass sich die Luft vom Boden aus erwärmt. Die Sonnenstrahlen erwärmen also erst den Boden, bevor auch die Temperatur der Luft ansteigt. Um den Kreislauf zu schonen, sollten Läuferinnen und Läufer demnach ein Training in der späten Nachmittagshitze vermeiden und im Idealfall auf die frühen Morgenstunden ausweichen. „Die tiefste Temperatur des Tages messen wir fast immer am frühen Morgen, kurz nach Sonnenaufgang“, so Heck.

Den Pollen davonlaufen
Allen Joggerinnen und Jogger, die mit Pollen zu kämpfen haben, aber trotzdem das Sommerwetter für Sport im Freien nutzen möchten, rät Birgit Heck: „Allergiker sollten beim Sport stets auf den Pollenflug achten, um den Körper nicht zusätzlich zu belasten. Generell kann man sagen, dass die Pollenkonzentration in der Stadt morgens am geringsten ist und auf dem Land abends.“

Genügend Trinken
Ob morgens oder abends, beim Sport im Sommer ist es besonders wichtig, ausreichend zu trinken, um die körpereigene Klimaanlage in Gang zu halten. Denn durch das Schwitzen verliert der Körper viel Wasser. Am besten trinken Läuferinnen und Läufer schon vor dem Training und auch immer wieder zwischendurch. Natriumreiches Wasser oder Fruchtsaftschorlen sind als Getränke ideal. Sie geben vor und nach dem Training schnell Energie.

Auf den Körper hören
Leichte Funktionskleidung hilft, während des Sports den Schweiß abzutransportieren und einer Überhitzung des Körpers vorzubeugen. Wer zusätzlich eine Kappe trägt, kann sich so vor einem Sonnenstich schützen. Grundsätzlich sollten Sportlerinnen und Sportler bei starker Hitze ihr Pensum drosseln und immer genau auf die Signale ihres Körpers hören, um sich nicht zu überanstrengen. Kreislaufprobleme vermeiden Nach dem Training ist für viele der direkte Sprung unter die kalte Dusche oft verlockend. Dennoch ist es ratsam, die Nachschwitzphase noch mindestens 15 Minuten lang abzuwarten, um Kreislaufprobleme und Schwindel zu vermeiden.

 Im Norden kaum Sommertage im Juli

Ein Sommermonat ohne Hitze

Bonn/Duisburg, 22. Juli 2020 – Der Temperaturkontrast vom warmen Süden zum kühlen Norden Deutschlands bestimmte bisher den Juli. Um die Juli -Sommertage in Hamburg zu zählen, braucht man nicht mal alle Finger einer Hand.
Hamburg
Der Sommermonat Juli hat sich bisher nicht sonderlich sommerlich gezeigt. Dies geht besonders aus den gemessenen Sommertagen hervor. „Wir Wetterfrösche sprechen dann von einem Sommertag, wenn die Höchsttemperatur an einem Tag mindestens 25 Grad beträgt“, erklärt Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline. „Vor allem in der Nordhälfte reichte es bisher gebietsweise nicht mal für einen solcher Tage, wie zum Beispiel auf Sylt. In Hamburg wurde die 25-Grad-Marke zweimal überschritten.“ Das ist der zweitniedrigste Wert der letzten 30 Jahre.

In Hamburg wurde die 25-Grad-Marke zweimal überschritten. Das ist der zweitniedrigste Wert der letzten 30 Jahre - Foto WetterOnline

Im Mittel sind es rund 11 Sommertage im Juli.
Mit einer durchschnittlichen Temperatur in Deutschland von 16,7 Grad liegt der Monat derzeit knapp 1,5 Grad unter dem langjährigen Juli-Mittel aus den vergangenen 30 Jahren. Juli ungewohnt durchschnittlich – Hitzetage selten Bisher hat sich der Juli in weiten Landesteilen ungewohnt durchschnittlich präsentiert. Von Hannover bis Hamburg geht es auch vorerst einmal so weiter. Heiße Tage mit Höchstwerten von über 30 Grad sucht man in vielen Regionen bisher vergebens.

„Im Südwesten und in Teilen Ostdeutschlands reichte es für ein bis vier Hitzetage. In den meisten Regionen war aber selbst an den wärmsten Tagen schon bei unter 30 Grad Schluss. Der Juli 2020 bringt es im Landesschnitt somit bisher auf 0,4 heiße Tage “, so Heck.

Heiße Tage mit Höchstwerten von über 30 Grad sucht man in vielen Regionen bisher vergebens - Foto WetterOnline

Aussicht
Bis kurz vor Monatsende wird sich an der Zahl der heißen Tage auch nicht viel ändern. Zum Vergleich: Im Juli 2019 waren es im Schnitt 5,5 heiße Tage (in den wärmsten Regionen über 10) und im Juli 2018 sogar 7,7. In Darmstadt reichte es damals sogar an 20 Tagen für 30 Grad und mehr.
Selbst wenn am Ende noch ein paar heiße Tage hinzukommen sollten: Unterm Strich wird es sehr wahrscheinlich der Juli mit den wenigsten heißen Tagen seit 2011.

Forschung für die Wettervorhersage

Gewittern und Windböen mit Laser und Flugzeugen auf der Spur

Lindenberg/Offenbach/Duisburg, 14. Juli 2020 – Kurzfristige Warnung auf dem Smartphone vor Gewitter mit Starkregen und kräftigen Windböen - fünf Kilometer weiter regnet es noch nicht einmal einen Tropfen. Wer hat eine solche Situation nicht selbst schon erlebt? Um diesen in ihrer räumlichen Ausdehnung oft nur ein paar Kilometer großen und in der Regel recht kurzlebigen Wetterereignissen besser auf die Spur zu kommen, führt der Deutsche Wetterdienst (DWD) derzeit an seinem Meteorologischen Observatorium Lindenberg / Richard-Aßmann-Observatorium (MOL Observatorium (MOL-RAO, Landkreis Oder-Spree, Brandenburg) gemeinsam mit Kooperationspartnern ein Feldexperiment durch.
Im Einsatz: Laser und unbemannte Flugzeuge Für die Wettervorhersage stellen Quellwolken, Schauer und Gewitter sowie Windböen eine besondere Herausforderung dar.
Wettervorhersagemodelle können solche kleinräumigen Prozesse von kurzer Dauer nicht explizit simulieren. Um diese Vorgänge in der Atmosphäre besser zu verstehen, vermessen seit Anfang Juni 2020, andauernd bis Ende August 2020, fast ein Dutzend so genannte Doppler-Lidar Lidar-Geräte per Laserstrahl das Verhalten des Windes, seine Böen sowie konvektive turbulente Strukturen bis in einige hundert Meter Höhe über Grund.

Die Messungen finden am Lindenberger Observatorium und auf dem zugehörigen Grenzschicht-Messfeld im benachbarten Falkenberg statt. Bis Ende Juli kommen zusätzlich unbemannte Messflugzeuge zum Einsatz, um die aus den indirekten Lidar-Messungen abgeleiteten Größen durch direkte Messungen zu überprüfen. Ziel: Verbesserung des Warnmanagements Dank des durch die Corona-Pandemie reduzierten Luftverkehrs und der Tatsache, dass der Flughafen BER noch nicht eröffnet ist, dürfen diese Flüge mit Genehmigung der Deutschen Flugsicherung GmbH (DFS) sogar bis in eine Höhe von mehreren Kilometern durchgeführt werden.

Den Schwerpunkt werden aber Messungen in den untersten 500 Meter der Atmosphäre bilden. Mit den Messflugzeugen kann die Variabilität von Wind, Temperatur und Wasserdampfgehalt der Luft mit sehr hoher Auflösung erfasst werden. Die Sensoren registrieren aktuelle Messsignale mehr als einhundert Mal pro Sekunde, woraus sich eine räumliche Auflösung im Dezimeter-Bereich ergibt. Die Wissenschaftler wollen mit diesen Messungen neben dem besseren Verständnis von Konvektion, Windböen und Gewittern auch die optimale Messstrategie für den operationellen Dauerbetrieb der Lidar-Geräte am Observatorium herausfinden, denn normalerweise können Flugzeuge wie derzeit nicht eingesetzt werden.
Möglicherweise gelingt es dann in einigen Jahren, auch die Bildung von Quellwollen und das Auftreten von Gewittern und Windböen kurzfristig besser vorherzusagen und die Bevölkerung sowie Wirtschaftssektoren wie den Luftverkehr, die Energiewirtschaft oder das Bauwesen frühzeitiger und noch lokaler mit Warnungen zu versorgen. Wegen Corona verkleinertes Experiment Das derzeitige Feldexperiment trägt den Namen FESST@MOL (Field Experiment on Submesoscale STructures @ Meteorological Observatory Lindenberg = Feldexperiment zu kleinräumigen Strukturen am Meteorologischen Observatorium Lindenberg).

Als Kooperationspartner wirken mit: das Karlsruhe-Institut für Technologie (KIT) – Campus Alpin (Garmisch-Partenkirchen), das Institut für Physik der Atmosphäre am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt - DLR (Oberpfaffenhofen) und das Zentrum für Angewandte Geowissenschaften der Eberhard Karls Universität Tübingen. FESST@MOL ist die reduzierte Variante der ursprünglich für dieses Jahr am MOL-RAO geplanten umfangreichen Kampagne mit dem Namen FESSTVaL (Field Experiment on Submesoscale Spatio-Temporal Variability in Lindenberg Feldexperiment zur kleinskaligen räumlichen und zeitlichen Variabilität der Atmosphäre in Lindenberg).

Dabei wollten Wissenschaftler der im Hans-Ertel-Zentrum für Wetterforschung (HErZ) mit dem DWD zusammenarbeitenden Universitäten aus Hamburg, Köln, Bonn, Frankfurt am Main und Berlin und die oben genannten Partner durch umfangreiche Beobachtungen, darunter auch ein Messnetz aus mehr als 100 Bodenstationen und ein lokales Wetterradargerät, die oben genannten Prozesse besser verstehen. Wegen der Corona-Pandemie musste dies dieses größere Experiment ins kommende Jahr verschoben werden.

Seit 1905 werden am MOL-RAO die Vertikalprofile atmosphärischer Parameter (wie Temperatur, Feuchte und Wind) im Routinebetrieb gemessen. Die angewandten Messverfahren haben sich zwar in den letzten mehr als 100 Jahren geändert, doch die Kernaufgabe des Observatoriums war, ist und bleibt die Vertikalsondierung der Atmosphäre. Während hierfür zu Beginn des 20. Jahrhunderts sogenannte Meteographen an Drachen und gefesselten Ballonen zum Einsatz gelangten, werden heute neben in-situ-Sensorik an Masten und (vorwiegend frei fliegenden) Ballonen insbesondere bodengebundene Fernsondierungsverfahren (vor allem Radar, Lidar und Sodar) genutzt.

Dies erlaubt unter Nutzung komplexer Methoden zur Datenanalyse die zeitlich und vertikal hoch aufgelöste Charakterisierung der Struktur der Atmosphäre über Lindenberg. Das Ziel des Messprogramms am MOL-RAO besteht in der Bereitstellung umfassender Referenz-Datensätze definierter Qualität – hierfür wurde der Begriff der „Lindenberger Säule“ geprägt.
Lindenberger Säule
Die Datensätze dienen der Erfüllung insbesondere folgender Aufgaben:
Langzeitbeobachtung der Atmosphäre zur Klimaüberwachung im Rahmen nationaler und internationaler Programme inkl. einer Analyse längerfristiger Trends, Prozessvalidierung numerischer Wettervorhersage- und Klimamodelle Bereitstellung hochaufgelöster Messdaten für die Datenassimilation in der Numerischen Wettervorhersage Wahrnehmung der Funktion einer Referenzstation der WMO im Rahmen internationaler Programme (GRUAN Lead Centre, CIMO Lead Centre / Testbed für Atmosphärenbeobachtungen) Bereitstellung von Datensätzen zur Satellitendatenvalidierung inkl. der Validierung ausgewählter Produkte Erprobung, Betrieb, Weiterentwicklung und wissenschaftliche Betreuung von Komponenten des operationelles Messnetzes des DWD (Windprofiler, Radiosonden, Strahlungsflüsse)

Komet mit bloßem Auge zu sehen

Morgendämmerung beste Zeit zur Beobachtung 

Bonn/Duisburg, 07. Juli 2020 – Erstmals seit vielen Jahren ist wieder einmal ein heller Komet mit bloßem Auge sichtbar.  Der Komet mit dem Namen C / 2020 F3 Neowise befindet sich am nordöstlichen Horizont vor Sonnenaufgang. Es ist der hellste Komet seit 7 Jahren.

Kometen sind in Sonnennähe von einer Wolke aus Gas und Staub umgeben. Diese wird durch verdampfendes Eis und andere Substanzen erzeugt und vom Sonnenwind zum klassischen Schweif verweht. Quelle: WetterOnline

Noch bis August sichtbar
Der neue Schweifstern hatte schon am 4. Juli den sonnennächsten Punkt seiner Umlaufbahn erreicht und war zuvor nur von der Südhalbkugel der Erde aus zu sehen. Inzwischen entfernt er sich zwar wieder von der Sonne, kommt aber der Erde noch bis zum 23. Juli näher.

„Daher dürfte die scheinbare Helligkeit des auf den Namen "Neowise" getauften Kometen nur langsam abnehmen. Unter der Bezeichnung ‚scheinbare Helligkeit‘ versteht man die Lichtmenge eines Himmelskörpers, die beim Betrachter ankommt, und nicht die tatsächliche Leuchtkraft des Objektes“, erklärt Birgit Heck. „Weil Neowise sich immer höher über den Horizont und somit in dunklere Himmelsbereiche erhebt, könnte er mit etwas Glück noch bis in den August hinein sichtbar bleiben.“

Lange Reise um die Sonne
Neowise war erst am 27. März 2020 vom NASA-Weltraumteleskop "Neowise" entdeckt worden und trägt die ergänzende Bezeichnung C/2020 F3.
Er benötigt mehrere Jahrtausende für einen Umlauf um die Sonne und ist dieser nur für wenige Monate so nah, dass Gase und Staub freigesetzt werden und einen Schweif bilden können. Der Komet bewegt sich in den kommenden Wochen von Europa aus gesehen in den nordwestlichen Himmelsbereich, sodass er ab Mitte Juli auch abends sichtbar wird. Wie lange man ihn noch mit bloßem Auge sehen kann, ist allerdings ungewiss.

Seltenes Highlight für Sterngucker
Das Warten auf einen hellen Schweifstern hatte Sternguckern zuvor viel Geduld abgefordert. Die letzten von der Nordhalbkugel aus mit freiem Auge gut sichtbaren Kometen waren "Hyakutake" und "Hale Bopp" Mitte der 1990-er Jahre. Seither erschienene Kometen blieben meist so lichtschwach, dass sie ohne optische Hilfsmittel entweder nicht oder nur mit viel Geduld beobachtet werden konnten. Zuletzt war im Jahr 2013 der Komet "Panstarrs" mit freiem Auge sichtbar. Aber nur mit optischen Hilfsmitteln bot dieser auch ein sehenswertes Himmelsschauspiel. 

Was ist ein Komet?
Kometen sind eine Art kosmische Schneebälle und bestehen aus lockerem Gestein, Staub und Eis. „Weil sie in Sonnennähe erwärmt werden, bilden sie eine Wolke aus Gas und Staub. Diese wird durch verdampfendes Eis und andere Substanzen und vom Sonnenwind zum klassischen Schweif verweht,“ erläutert Heck. „Sie sind Relikte aus den frühen Stadien unseres Sonnensystems.“ Im Mittelalter wurden Kometen oft als Vorboten des bevorstehenden Untergangs angesehen, wie Krankheiten, Unwetter, Ernteausfälle, Kriege und Hungersnöte.

Der Komet Neowise ist hell genug, um sogar mit dem freien Auge erspäht werden zu können. Ein Fernglas ist natürlich trotzdem hilfreich. Quelle: WetterOnline

So entstehen Jetstreams

Starkwindband verhindert Sommerhoch

Bonn/Duisburg, 06. Juli 2020 – Tagelang Sonne und Temperaturen um 30 Grad - daran ist derzeit kaum zu denken. Verantwortlich für die aktuelle Wetterlage ist der Jetstream. Er steuert die Zugbahn der Atlantiktiefs. Doch wie entstehen Jetstreams? Jetstream Der Jetstream ist ein Starkwindband in etwa 9 bis 14 Kilometer Höhe. Wie auf einer Autobahn nehmen an ihm Atlantiktiefs Kurs auf Europa.  Der Jetstream zieht sich in Wellen in den mittleren Breiten rund um den Globus.

Die Karte zeigt die Lage des Jetstreams zu Wochenbeginn.  Quelle: WetterOnline


„Liegen wir im Wellental, wie zurzeit, haben wir es mit kühler Luft und wechselhaftem Wetter zu tun. Liegen wir im Bereich des Wellenbergs, dominiert Hochdruck“, erklärt Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline.
„Der Jetstream liegt derzeit genau über Mitteleuropa sehr weit südlich. Er trennt dabei kühle Polarluft von warmer Sommerluft. Auch in den nächsten Tagen ändert sich an der Lage des Starkwindbands nur wenig. Im Süden zeigt sich zwar häufiger die Sonne, weiter nordwärts dominieren aber weiterhin die Wolken und zeitweise wird es nass. Erst Richtung Wochenende schwächt sich der Jetstream ab und zieht sich in Richtung Skandinavien zurück. Nach derzeitigem Stand wird somit auch der Weg für ein Hoch frei. Wie lange dieses durchhält, bleibt aber abzuwarten“, berichtet Heck.

Polarfrontjet beeinflusst mitteleuropäisches Wetter
Jetstreams gibt es mehrere. Die wichtigsten sind der Subtropenjet und der Polarfrontjet. Letzterer beeinflusst das Wetter in Mitteleuropa. Der Polarfrontjet trennt dabei warme Luft am Äquator von kalter Polarluft. Die warme Luft über dem Äquator steigt sehr weit nach oben auf, die kalte Luft am Pol aber ist dagegen wesentlich dichter und staut sich am Boden. Der stets nach Ausgleich strebende Wind weht somit vom Äquator zum Pol. Auf dem Weg nach Norden wird die Luft aufgrund der Erdrotation, der sogenannten Corioliskraft, nach Osten abgelenkt.
Der von West nach Ost wehende Jetstream ist die Folge.  Durch die Temperaturunterschiede, die durch mehrere Faktoren entstehen, entwickeln sich Wellentäler und -berge, sogenannte Tröge und Rücken. Diese wandern von Westen nach Osten und bestimmen unser Wetter. Im Wellental bilden sich Tiefs, die Wolken und Regen bringen. Im Wellenberg, dem Rücken, befinden sich Hochs. Oft scheint dort die Sonne.  

Verlangsamung durch den Klimawandel
Durch den Klimawandel nehmen die Temperaturkontraste zwischen Pol und Äquator ab. Als Folge mäandriert der Jetstream stärker. Wellenberge und Täler sind somit ausgeprägter und wandern nicht mehr ganz so schnell. Im Bereich der Wellenberge kommt es dann zu längeren Hitzeperioden. In den Wellentälern kann sich aber auch wochenlang launisches Sommerwetter festsetzen.    Wann der Weg für ein konstantes Sommerhoch frei ist, erfährt man auf www.wetteronline.de, mit der WetterOnline App oder durch einen Blick auf die neue, mit dem „German Design Award 2020“ prämierte Wetterstation wetteronline home. Mit dem WetterOnline Skill für Amazon Alexa sowie der WetterOnline Action für den Google Assistant können Wetterinfos auch über die digitalen Helfer abgefragt werden.

Derzeit herrscht ein durchschnittliches Sommerwetter. Verantwortlich dafür ist der Jetstream.  Quelle: WetterOnline

 

Ein warmer, erheblich zu trockener und sonnenscheinreicher Juli

Offenbach, 30. Juli 2020 – Im Juli befand sich der äußerste Süden Deutschlands oft in schwülwarmer Luft aus dem Mittelmeerraum. Dort entluden sich an manchen Tagen ge-bietsweise heftige Gewitter und vor allem am Alpenrand regnete es auch mal kräftig. Im Norden gestaltete tiefer Luftdruck über Skandinavien das Wetter meist wechselhaft und relativ kühl. Bis zur Mitte kamen die Tiefausläufer jedoch nur selten voran; häufig dominierte ein Keil des Azorenhochs mit trockener Luft sowie warmen Tagen und vereinzelt frischen Nächten. Zum Monatsende hin präsentierte sich der Juli in ganz Deutschland unter Hochdruckeinfluss sonnenscheinreich mit einer kurzen, aber intensiven Hitzewelle mit Temperaturen bis über 35 Grad Celsius (°C). Dies ergab einen insgesamt warmen Juli mit deutlich zu wenig Niederschlag und viel Sonnenschein. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

 

Ein recht warmer Juli mit kurzer Hitzewelle am Ende des Monats 

Mit 17,7 °C lag im Juli der Temperaturdurchschnitt um 0,8 Grad über dem Wert der inter-national gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 war der Juli 2020 dagegen 0,3 Grad zu kalt. Überwiegend westliche Winde führ-ten im zweiten Sommermonat oft kühle Luft in den Norden Deutschlands. Die bundesweit tiefste Temperatur registrierte Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge am 12. mit 1,1 °C und sogar leichtem Bodenfrost. Völlig anders zeigte sich der Juli in Süddeutschland. Die extreme Hitze aus Südeuropa gelangte zeitweilig bis nach Bayern und Baden-Württemberg. In Rheinfelden und in Regensburg meldete der DWD 10 Tage mit mehr als 30 °C. Mit Werten über 35 °C werden die Monatshöchstwerte voraussichtlich erst am 31. Juli erreicht.

 

Sehr trockener Südwesten, viel Niederschlag im Norden und äußersten Süden 

Mit rund 50 Litern pro Quadratmeter (l/m²) erreichte der Juli nur 65 Prozent seines Solls von 78 l/m². Gebiete, in denen das Niederschlagssoll erfüllt wurde, lagen meist im Süden und im hohen Norden Deutschlands. Besonders im äußersten Süden bildeten sich in der ersten und letzten Monatsdekade gebietsweise immer wieder kräftige Gewitter, begleitet von Starkregen und Hagel bis zu 4 cm. Am 2. verzeichnete Murnau am Staffelsee mit 24-stündig 96,8 l/m² die bundesweit höchste Tagesmenge. Am nassesten war es mit bis zu 240 l/m² in den Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen. Im Südwesten fielen hingegen gebietsweise nur knapp 10 l/m², wo die Natur aufgrund der hohen Verdunstungsrate enorm mit der fortschreitenden Trockenheit zu kämpfen hat.

 

Sonnenscheinbilanz leicht überdurchschnittlich, deutliches Nord-Süd-Gefälle 

Die Sonnenscheinbilanz wies im Juli 2020 ein deutliches Nord-Süd-Gefälle auf und lag mit mehr als 230 Stunden um 9 Prozent über ihrem Soll von 212 Stunden. Am meisten zeigte sich die Sonne mit örtlich 320 Stunden im Westen und der Mitte Baden-Württembergs sowie dem westlichen Bayern. In Ostfriesland und der Mitte sowie dem Norden Schleswig-Holsteins schien sie hingegen gebietsweise nur knapp 150 Stunden.
Im Juli 2020 verbuchte der DWD für Nordrhein-Westfalen durchschnittlich 17,1 °C (17,0 °C), nahezu 55 l/m² (82 l/m²) und über 190 Sonnenstunden (187 Stunden).

 Waldbrandgefahr nimmt zu  - 5 Tipps zum Joggen bei Hitze

Mensch für den Wald derzeit größte Gefahr

Bonn/Duisburg, 30. Juli 2020 – In Deutschland herrscht fast überall große und stellenweise sogar sehr große Waldbrandgefahr. Bricht ein Feuer aus, so ist es nur schwer zu bekämpfen. Doch wie kann man das Risiko mindern?


Waldbrandgefahr: Fehlende Niederschläge und hochsommerliche Temperaturen haben die Waldböden stark austrocknen lassen. Fotos WetterOnline

Wodurch entstehen Waldbrände?
„Die seit Anfang des Jahres in einigen Landesteilen fehlenden Niederschläge und die hochsommerlichen Temperaturen der letzten Wochen haben die Waldböden stark austrocknen lassen. Da die obere Waldbodenschicht recht schnell austrocknet, ist einem Feuer schnell der Boden geebnet. Kommen noch trockene Winde hinzu, können sich die Flammen rasant ausbreiten“, erklärt Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline, und weiß: „Stark gefährdet sind reine Nadelwälder, denn die harzigen Nadeln sind nach längerer Trockenheit besonders leicht entflammbar.

Durch das deutschlandweite Fichtensterben verschärft sich die Situation in dieser Hinsicht noch erheblich, denn zum Teil bestehen ganze Waldflächen aus toten und somit zundertrockenen Bäumen. Altes Reisig und trockene Grasflächen erhöhen die Brandgefahr zusätzlich. Hier reicht ein Funke, um einen Brand auszulösen.“
 Natürliche Auslöser für einen Waldbrand sind Blitzeinschläge. Diese spielen aber im Vergleich zur Brandursache Mensch nur eine sehr geringe Rolle. „Der weitaus größte Teil der Waldbrände in Deutschland entsteht durch Unachtsamkeit und Brandstiftung. Das heißt im Umkehrschluss, dass der Mensch durch richtiges Verhalten Waldbrände vermeiden kann.“, stellt Heck fest.

Richtiges Verhalten im und am Wald
Aufmerksamkeit ist das A und O zur Vermeidung von Waldbränden, denn Gedankenlosigkeit kann fatale Folgen haben. „Bitte beachten Sie stets die Warnungen“, rät die Sprecherin und erläutert weiter: „Bei höchster Warnstufe (Gefahren-Index 5) besteht eine sehr große Gefahr, das Betreten des Waldes ist dann in der Regel verboten.“ Rauchen Sie nicht im Wald und werfen Sie keine Zigarettenstummel in die Natur.
Zigaretten sollten auch nicht auf die Straße geworfen werden, da sie vom Wind leicht in die trockene Vegetation geweht werden können, wo sie binnen Sekunden ein Feuer entzünden. Machen Sie kein offenes Feuer - auch kein romantisches Lagerfeuer am Abend! Flaschen, Glasscherben und jeglicher sonstige Müll, der das Sonnenlicht bündeln könnte, dürfen nicht im Wald zurückgelassen werden. Zwar wird der Brennglaseffekt als Waldbrandursache kontrovers diskutiert, doch in einigen Fällen war er tatsächlich schon für den Ausbruch von Feuern verantwortlich.
Parken Sie Autos und Motorräder niemals auf Wiesen und Feldern oder am Waldrand. Der heiße Katalysator oder der Auspuff des Fahrzeugs kann trockenes Unterholz und Gras leicht entzünden.

Was ist zu tun, wenn man einen Waldbrand entdeckt
Wer Rauchentwicklung als Anzeichen für einen Waldbrand entdeckt, alarmiert sofort die Feuerwehr! unter der Telefonnummer 112 und gibt an, von welcher Stelle der mutmaßliche Brand beobachtet wird, wo es brennt und ob das Feuer am Boden wütet oder bereits die Baumwipfel ergriffen hat. Wird man selbst von einem Waldbrand überrascht, so flüchtet man seitlich zur Windrichtung vom Feuer weg in eine Region mit möglichst wenig brennbarem Bewuchs.


5 Tipps zum Joggen bei Hitze
Wann die beste Uhrzeit für ein Training ist, die wenigsten Pollen fliegen und worauf Sportler achten sollten

Joggen gehört wohl zu den beliebtesten Outdoor-Sportarten. Doch vor allem bei hohen Temperaturen im Sommer kann Sport im Freien dem Körper zusetzen. Wann bei Hitze die beste Tageszeit zum Trainieren ist und wann am wenigsten Pollen fliegen, verraten die Experten von WetterOnline.

In den kühleren frühen Morgenstunden lässt es sich deutlich angenehmer Sport treiben als in der Nachmittagshitze. Quelle: WetterOnline

Nachmittags ist es am wärmsten
Hohe Temperaturen können das Training und den Kreislauf maßgeblich beeinflussen. Daher sollten die Zeiten, zu denen man Sport treibt, gut ausgewählt werden. Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline, weiß: „Am heißesten ist es nicht zur Mittagszeit, wie viele Leute denken, sondern am späten Nachmittag und frühen Abend. Zwar haben wir im Sommer gegen 13.30 Uhr den Sonnenhöchststand und die intensivste Sonneneinstrahlung, aber die höchsten Temperaturen messen wir erst gegen 17 bis 18 Uhr.“
Dies liegt vor allem daran, dass sich die Luft vom Boden aus erwärmt. Die Sonnenstrahlen erwärmen also erst den Boden, bevor auch die Temperatur der Luft ansteigt. Um den Kreislauf zu schonen, sollten Läuferinnen und Läufer demnach ein Training in der späten Nachmittagshitze vermeiden und im Idealfall auf die frühen Morgenstunden ausweichen. „Die tiefste Temperatur des Tages messen wir fast immer am frühen Morgen, kurz nach Sonnenaufgang“, so Heck.

Den Pollen davonlaufen
Allen Joggerinnen und Jogger, die mit Pollen zu kämpfen haben, aber trotzdem das Sommerwetter für Sport im Freien nutzen möchten, rät Birgit Heck: „Allergiker sollten beim Sport stets auf den Pollenflug achten, um den Körper nicht zusätzlich zu belasten. Generell kann man sagen, dass die Pollenkonzentration in der Stadt morgens am geringsten ist und auf dem Land abends.“

Genügend Trinken
Ob morgens oder abends, beim Sport im Sommer ist es besonders wichtig, ausreichend zu trinken, um die körpereigene Klimaanlage in Gang zu halten. Denn durch das Schwitzen verliert der Körper viel Wasser. Am besten trinken Läuferinnen und Läufer schon vor dem Training und auch immer wieder zwischendurch. Natriumreiches Wasser oder Fruchtsaftschorlen sind als Getränke ideal. Sie geben vor und nach dem Training schnell Energie.

Auf den Körper hören
Leichte Funktionskleidung hilft, während des Sports den Schweiß abzutransportieren und einer Überhitzung des Körpers vorzubeugen. Wer zusätzlich eine Kappe trägt, kann sich so vor einem Sonnenstich schützen. Grundsätzlich sollten Sportlerinnen und Sportler bei starker Hitze ihr Pensum drosseln und immer genau auf die Signale ihres Körpers hören, um sich nicht zu überanstrengen. Kreislaufprobleme vermeiden Nach dem Training ist für viele der direkte Sprung unter die kalte Dusche oft verlockend. Dennoch ist es ratsam, die Nachschwitzphase noch mindestens 15 Minuten lang abzuwarten, um Kreislaufprobleme und Schwindel zu vermeiden.

 Im Norden kaum Sommertage im Juli

Ein Sommermonat ohne Hitze

Bonn/Duisburg, 22. Juli 2020 – Der Temperaturkontrast vom warmen Süden zum kühlen Norden Deutschlands bestimmte bisher den Juli. Um die Juli -Sommertage in Hamburg zu zählen, braucht man nicht mal alle Finger einer Hand.
Hamburg
Der Sommermonat Juli hat sich bisher nicht sonderlich sommerlich gezeigt. Dies geht besonders aus den gemessenen Sommertagen hervor. „Wir Wetterfrösche sprechen dann von einem Sommertag, wenn die Höchsttemperatur an einem Tag mindestens 25 Grad beträgt“, erklärt Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline. „Vor allem in der Nordhälfte reichte es bisher gebietsweise nicht mal für einen solcher Tage, wie zum Beispiel auf Sylt. In Hamburg wurde die 25-Grad-Marke zweimal überschritten.“ Das ist der zweitniedrigste Wert der letzten 30 Jahre.

In Hamburg wurde die 25-Grad-Marke zweimal überschritten. Das ist der zweitniedrigste Wert der letzten 30 Jahre - Foto WetterOnline

Im Mittel sind es rund 11 Sommertage im Juli.
Mit einer durchschnittlichen Temperatur in Deutschland von 16,7 Grad liegt der Monat derzeit knapp 1,5 Grad unter dem langjährigen Juli-Mittel aus den vergangenen 30 Jahren. Juli ungewohnt durchschnittlich – Hitzetage selten Bisher hat sich der Juli in weiten Landesteilen ungewohnt durchschnittlich präsentiert. Von Hannover bis Hamburg geht es auch vorerst einmal so weiter. Heiße Tage mit Höchstwerten von über 30 Grad sucht man in vielen Regionen bisher vergebens.

„Im Südwesten und in Teilen Ostdeutschlands reichte es für ein bis vier Hitzetage. In den meisten Regionen war aber selbst an den wärmsten Tagen schon bei unter 30 Grad Schluss. Der Juli 2020 bringt es im Landesschnitt somit bisher auf 0,4 heiße Tage “, so Heck.

Heiße Tage mit Höchstwerten von über 30 Grad sucht man in vielen Regionen bisher vergebens - Foto WetterOnline

Aussicht
Bis kurz vor Monatsende wird sich an der Zahl der heißen Tage auch nicht viel ändern. Zum Vergleich: Im Juli 2019 waren es im Schnitt 5,5 heiße Tage (in den wärmsten Regionen über 10) und im Juli 2018 sogar 7,7. In Darmstadt reichte es damals sogar an 20 Tagen für 30 Grad und mehr.
Selbst wenn am Ende noch ein paar heiße Tage hinzukommen sollten: Unterm Strich wird es sehr wahrscheinlich der Juli mit den wenigsten heißen Tagen seit 2011.

Forschung für die Wettervorhersage

Gewittern und Windböen mit Laser und Flugzeugen auf der Spur

Lindenberg/Offenbach/Duisburg, 14. Juli 2020 – Kurzfristige Warnung auf dem Smartphone vor Gewitter mit Starkregen und kräftigen Windböen - fünf Kilometer weiter regnet es noch nicht einmal einen Tropfen. Wer hat eine solche Situation nicht selbst schon erlebt? Um diesen in ihrer räumlichen Ausdehnung oft nur ein paar Kilometer großen und in der Regel recht kurzlebigen Wetterereignissen besser auf die Spur zu kommen, führt der Deutsche Wetterdienst (DWD) derzeit an seinem Meteorologischen Observatorium Lindenberg / Richard-Aßmann-Observatorium (MOL Observatorium (MOL-RAO, Landkreis Oder-Spree, Brandenburg) gemeinsam mit Kooperationspartnern ein Feldexperiment durch.
Im Einsatz: Laser und unbemannte Flugzeuge Für die Wettervorhersage stellen Quellwolken, Schauer und Gewitter sowie Windböen eine besondere Herausforderung dar.
Wettervorhersagemodelle können solche kleinräumigen Prozesse von kurzer Dauer nicht explizit simulieren. Um diese Vorgänge in der Atmosphäre besser zu verstehen, vermessen seit Anfang Juni 2020, andauernd bis Ende August 2020, fast ein Dutzend so genannte Doppler-Lidar Lidar-Geräte per Laserstrahl das Verhalten des Windes, seine Böen sowie konvektive turbulente Strukturen bis in einige hundert Meter Höhe über Grund.

Die Messungen finden am Lindenberger Observatorium und auf dem zugehörigen Grenzschicht-Messfeld im benachbarten Falkenberg statt. Bis Ende Juli kommen zusätzlich unbemannte Messflugzeuge zum Einsatz, um die aus den indirekten Lidar-Messungen abgeleiteten Größen durch direkte Messungen zu überprüfen. Ziel: Verbesserung des Warnmanagements Dank des durch die Corona-Pandemie reduzierten Luftverkehrs und der Tatsache, dass der Flughafen BER noch nicht eröffnet ist, dürfen diese Flüge mit Genehmigung der Deutschen Flugsicherung GmbH (DFS) sogar bis in eine Höhe von mehreren Kilometern durchgeführt werden.

Den Schwerpunkt werden aber Messungen in den untersten 500 Meter der Atmosphäre bilden. Mit den Messflugzeugen kann die Variabilität von Wind, Temperatur und Wasserdampfgehalt der Luft mit sehr hoher Auflösung erfasst werden. Die Sensoren registrieren aktuelle Messsignale mehr als einhundert Mal pro Sekunde, woraus sich eine räumliche Auflösung im Dezimeter-Bereich ergibt. Die Wissenschaftler wollen mit diesen Messungen neben dem besseren Verständnis von Konvektion, Windböen und Gewittern auch die optimale Messstrategie für den operationellen Dauerbetrieb der Lidar-Geräte am Observatorium herausfinden, denn normalerweise können Flugzeuge wie derzeit nicht eingesetzt werden.
Möglicherweise gelingt es dann in einigen Jahren, auch die Bildung von Quellwollen und das Auftreten von Gewittern und Windböen kurzfristig besser vorherzusagen und die Bevölkerung sowie Wirtschaftssektoren wie den Luftverkehr, die Energiewirtschaft oder das Bauwesen frühzeitiger und noch lokaler mit Warnungen zu versorgen. Wegen Corona verkleinertes Experiment Das derzeitige Feldexperiment trägt den Namen FESST@MOL (Field Experiment on Submesoscale STructures @ Meteorological Observatory Lindenberg = Feldexperiment zu kleinräumigen Strukturen am Meteorologischen Observatorium Lindenberg).

Als Kooperationspartner wirken mit: das Karlsruhe-Institut für Technologie (KIT) – Campus Alpin (Garmisch-Partenkirchen), das Institut für Physik der Atmosphäre am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt - DLR (Oberpfaffenhofen) und das Zentrum für Angewandte Geowissenschaften der Eberhard Karls Universität Tübingen. FESST@MOL ist die reduzierte Variante der ursprünglich für dieses Jahr am MOL-RAO geplanten umfangreichen Kampagne mit dem Namen FESSTVaL (Field Experiment on Submesoscale Spatio-Temporal Variability in Lindenberg Feldexperiment zur kleinskaligen räumlichen und zeitlichen Variabilität der Atmosphäre in Lindenberg).

Dabei wollten Wissenschaftler der im Hans-Ertel-Zentrum für Wetterforschung (HErZ) mit dem DWD zusammenarbeitenden Universitäten aus Hamburg, Köln, Bonn, Frankfurt am Main und Berlin und die oben genannten Partner durch umfangreiche Beobachtungen, darunter auch ein Messnetz aus mehr als 100 Bodenstationen und ein lokales Wetterradargerät, die oben genannten Prozesse besser verstehen. Wegen der Corona-Pandemie musste dies dieses größere Experiment ins kommende Jahr verschoben werden.

Seit 1905 werden am MOL-RAO die Vertikalprofile atmosphärischer Parameter (wie Temperatur, Feuchte und Wind) im Routinebetrieb gemessen. Die angewandten Messverfahren haben sich zwar in den letzten mehr als 100 Jahren geändert, doch die Kernaufgabe des Observatoriums war, ist und bleibt die Vertikalsondierung der Atmosphäre. Während hierfür zu Beginn des 20. Jahrhunderts sogenannte Meteographen an Drachen und gefesselten Ballonen zum Einsatz gelangten, werden heute neben in-situ-Sensorik an Masten und (vorwiegend frei fliegenden) Ballonen insbesondere bodengebundene Fernsondierungsverfahren (vor allem Radar, Lidar und Sodar) genutzt.

Dies erlaubt unter Nutzung komplexer Methoden zur Datenanalyse die zeitlich und vertikal hoch aufgelöste Charakterisierung der Struktur der Atmosphäre über Lindenberg. Das Ziel des Messprogramms am MOL-RAO besteht in der Bereitstellung umfassender Referenz-Datensätze definierter Qualität – hierfür wurde der Begriff der „Lindenberger Säule“ geprägt.
Lindenberger Säule
Die Datensätze dienen der Erfüllung insbesondere folgender Aufgaben:
Langzeitbeobachtung der Atmosphäre zur Klimaüberwachung im Rahmen nationaler und internationaler Programme inkl. einer Analyse längerfristiger Trends, Prozessvalidierung numerischer Wettervorhersage- und Klimamodelle Bereitstellung hochaufgelöster Messdaten für die Datenassimilation in der Numerischen Wettervorhersage Wahrnehmung der Funktion einer Referenzstation der WMO im Rahmen internationaler Programme (GRUAN Lead Centre, CIMO Lead Centre / Testbed für Atmosphärenbeobachtungen) Bereitstellung von Datensätzen zur Satellitendatenvalidierung inkl. der Validierung ausgewählter Produkte Erprobung, Betrieb, Weiterentwicklung und wissenschaftliche Betreuung von Komponenten des operationelles Messnetzes des DWD (Windprofiler, Radiosonden, Strahlungsflüsse)

Komet mit bloßem Auge zu sehen

Morgendämmerung beste Zeit zur Beobachtung 

Bonn/Duisburg, 07. Juli 2020 – Erstmals seit vielen Jahren ist wieder einmal ein heller Komet mit bloßem Auge sichtbar.  Der Komet mit dem Namen C / 2020 F3 Neowise befindet sich am nordöstlichen Horizont vor Sonnenaufgang. Es ist der hellste Komet seit 7 Jahren.

Kometen sind in Sonnennähe von einer Wolke aus Gas und Staub umgeben. Diese wird durch verdampfendes Eis und andere Substanzen erzeugt und vom Sonnenwind zum klassischen Schweif verweht. Quelle: WetterOnline

Noch bis August sichtbar
Der neue Schweifstern hatte schon am 4. Juli den sonnennächsten Punkt seiner Umlaufbahn erreicht und war zuvor nur von der Südhalbkugel der Erde aus zu sehen. Inzwischen entfernt er sich zwar wieder von der Sonne, kommt aber der Erde noch bis zum 23. Juli näher.

„Daher dürfte die scheinbare Helligkeit des auf den Namen "Neowise" getauften Kometen nur langsam abnehmen. Unter der Bezeichnung ‚scheinbare Helligkeit‘ versteht man die Lichtmenge eines Himmelskörpers, die beim Betrachter ankommt, und nicht die tatsächliche Leuchtkraft des Objektes“, erklärt Birgit Heck. „Weil Neowise sich immer höher über den Horizont und somit in dunklere Himmelsbereiche erhebt, könnte er mit etwas Glück noch bis in den August hinein sichtbar bleiben.“

Lange Reise um die Sonne
Neowise war erst am 27. März 2020 vom NASA-Weltraumteleskop "Neowise" entdeckt worden und trägt die ergänzende Bezeichnung C/2020 F3.
Er benötigt mehrere Jahrtausende für einen Umlauf um die Sonne und ist dieser nur für wenige Monate so nah, dass Gase und Staub freigesetzt werden und einen Schweif bilden können. Der Komet bewegt sich in den kommenden Wochen von Europa aus gesehen in den nordwestlichen Himmelsbereich, sodass er ab Mitte Juli auch abends sichtbar wird. Wie lange man ihn noch mit bloßem Auge sehen kann, ist allerdings ungewiss.

Seltenes Highlight für Sterngucker
Das Warten auf einen hellen Schweifstern hatte Sternguckern zuvor viel Geduld abgefordert. Die letzten von der Nordhalbkugel aus mit freiem Auge gut sichtbaren Kometen waren "Hyakutake" und "Hale Bopp" Mitte der 1990-er Jahre. Seither erschienene Kometen blieben meist so lichtschwach, dass sie ohne optische Hilfsmittel entweder nicht oder nur mit viel Geduld beobachtet werden konnten. Zuletzt war im Jahr 2013 der Komet "Panstarrs" mit freiem Auge sichtbar. Aber nur mit optischen Hilfsmitteln bot dieser auch ein sehenswertes Himmelsschauspiel. 

Was ist ein Komet?
Kometen sind eine Art kosmische Schneebälle und bestehen aus lockerem Gestein, Staub und Eis. „Weil sie in Sonnennähe erwärmt werden, bilden sie eine Wolke aus Gas und Staub. Diese wird durch verdampfendes Eis und andere Substanzen und vom Sonnenwind zum klassischen Schweif verweht,“ erläutert Heck. „Sie sind Relikte aus den frühen Stadien unseres Sonnensystems.“ Im Mittelalter wurden Kometen oft als Vorboten des bevorstehenden Untergangs angesehen, wie Krankheiten, Unwetter, Ernteausfälle, Kriege und Hungersnöte.

Der Komet Neowise ist hell genug, um sogar mit dem freien Auge erspäht werden zu können. Ein Fernglas ist natürlich trotzdem hilfreich. Quelle: WetterOnline

So entstehen Jetstreams

Starkwindband verhindert Sommerhoch

Bonn/Duisburg, 06. Juli 2020 – Tagelang Sonne und Temperaturen um 30 Grad - daran ist derzeit kaum zu denken. Verantwortlich für die aktuelle Wetterlage ist der Jetstream. Er steuert die Zugbahn der Atlantiktiefs. Doch wie entstehen Jetstreams? Jetstream Der Jetstream ist ein Starkwindband in etwa 9 bis 14 Kilometer Höhe. Wie auf einer Autobahn nehmen an ihm Atlantiktiefs Kurs auf Europa.  Der Jetstream zieht sich in Wellen in den mittleren Breiten rund um den Globus.

Die Karte zeigt die Lage des Jetstreams zu Wochenbeginn.  Quelle: WetterOnline


„Liegen wir im Wellental, wie zurzeit, haben wir es mit kühler Luft und wechselhaftem Wetter zu tun. Liegen wir im Bereich des Wellenbergs, dominiert Hochdruck“, erklärt Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline.
„Der Jetstream liegt derzeit genau über Mitteleuropa sehr weit südlich. Er trennt dabei kühle Polarluft von warmer Sommerluft. Auch in den nächsten Tagen ändert sich an der Lage des Starkwindbands nur wenig. Im Süden zeigt sich zwar häufiger die Sonne, weiter nordwärts dominieren aber weiterhin die Wolken und zeitweise wird es nass. Erst Richtung Wochenende schwächt sich der Jetstream ab und zieht sich in Richtung Skandinavien zurück. Nach derzeitigem Stand wird somit auch der Weg für ein Hoch frei. Wie lange dieses durchhält, bleibt aber abzuwarten“, berichtet Heck.

Polarfrontjet beeinflusst mitteleuropäisches Wetter
Jetstreams gibt es mehrere. Die wichtigsten sind der Subtropenjet und der Polarfrontjet. Letzterer beeinflusst das Wetter in Mitteleuropa. Der Polarfrontjet trennt dabei warme Luft am Äquator von kalter Polarluft. Die warme Luft über dem Äquator steigt sehr weit nach oben auf, die kalte Luft am Pol aber ist dagegen wesentlich dichter und staut sich am Boden. Der stets nach Ausgleich strebende Wind weht somit vom Äquator zum Pol. Auf dem Weg nach Norden wird die Luft aufgrund der Erdrotation, der sogenannten Corioliskraft, nach Osten abgelenkt.
Der von West nach Ost wehende Jetstream ist die Folge.  Durch die Temperaturunterschiede, die durch mehrere Faktoren entstehen, entwickeln sich Wellentäler und -berge, sogenannte Tröge und Rücken. Diese wandern von Westen nach Osten und bestimmen unser Wetter. Im Wellental bilden sich Tiefs, die Wolken und Regen bringen. Im Wellenberg, dem Rücken, befinden sich Hochs. Oft scheint dort die Sonne.  

Verlangsamung durch den Klimawandel
Durch den Klimawandel nehmen die Temperaturkontraste zwischen Pol und Äquator ab. Als Folge mäandriert der Jetstream stärker. Wellenberge und Täler sind somit ausgeprägter und wandern nicht mehr ganz so schnell. Im Bereich der Wellenberge kommt es dann zu längeren Hitzeperioden. In den Wellentälern kann sich aber auch wochenlang launisches Sommerwetter festsetzen.    Wann der Weg für ein konstantes Sommerhoch frei ist, erfährt man auf www.wetteronline.de, mit der WetterOnline App oder durch einen Blick auf die neue, mit dem „German Design Award 2020“ prämierte Wetterstation wetteronline home. Mit dem WetterOnline Skill für Amazon Alexa sowie der WetterOnline Action für den Google Assistant können Wetterinfos auch über die digitalen Helfer abgefragt werden.

Derzeit herrscht ein durchschnittliches Sommerwetter. Verantwortlich dafür ist der Jetstream.  Quelle: WetterOnline

Ein windiger, unbeständiger und warmer erster Sommermonat in Deutschland

Offenbach/Duisburg, 29. Juni 2020 – Der Juni 2020 zeigte sich von seiner launenhaften Seite. Nach einem sommerlichen Start folgte mit auf Nordwest drehenden Winden und wiederholten Regengüssen ein unbeständiger und windiger sowie kühler Witterungsverlauf. Teilweise gab es Schnee auf den Bergen. In der zweiten Dekade bildeten sich dann, in schwül-warmer Luft, regional wiederholt unwetterartige Gewitter.

Nach einer Stabilisierung mit hochsommerlichen Temperaturen verabschiedete sich der Juni mit einem windigen Ausklang. Insgesamt war der Juni 2020 zwar etwas zu warm, präsentierte sich sonst aber mit typisch mitteleuropäischem Sommerwetter. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

Schafskälte und kurzeitige Hitzeschübe
Mit 16,8 Grad Celsius (°C) lag der Temperaturdurchschnitt im ersten klimatologischen Sommermonat um 1,4 Grad über dem Mittel der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der wärmeren Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die positive Abweichung 1,1 Grad. Nach einer sommerlichen Begrüßung machte rasch die Schafskälte mit einer nordwestlichen Strömung auf sich aufmerksam. Dabei sanken die morgendlichen Tiefstwerte verbreitet in den einstelligen Bereich.
Der niedrigste Wert aber wurde am 1. von der Station Oberharz beim Brocken mit 0,5 °C übermittelt. Während eines eintägigen Hitzeschubs wurde das bundesweit höchste Tagesmaximum von 34,0°C am 13. in Coschen, südlich von Eisenhüttenstadt, gemessen.

Trotz ausgeglichenem Flächenniederschlag regional weiterhin sehr trocken
Mit rund 90 Litern pro Quadratmeter (l/m²) erreichte der Juni in etwa sein vieljähriges Mittel von 85 l/m². Besonders Mitte des Monats bildeten sich in einer Tiefdruckrinne immer wieder tropische Starkregengewitter. Sie luden von Nordwest nach Südost diagonal über Deutschland gebietsweise hohe Regenmengen ab. Die höchste Tagessumme wurde am 13. mit 133,4 l/m² aus Bottmersdorf / Klein Germersleben südwestlich von Magdeburg gemeldet.
Besonders nass war es auch in Bayern. An den Alpen summierten sich im Monatsverlauf die Niederschlagsmengen auf 250 bis 300 l/m². Im Allgäu fielen gebietsweise über 300 l/m². In Teilen Brandenburgs und Sachsens wurden dagegen vom DWD weniger als 15 l/m² erfasst.

Sonniger Norden und wolkiger Süden
In der Sonnenscheinbilanz zeigte sich im Juni 2020 ein deutliches Nord-Süd-Gefälle. Über 250 Sonnenstunden wurden den Küsten gegönnt. Das waren doppelt so viele wie in den Alpenregionen. Die wolkenarmen Phasen im Norden ermöglichten dort vor allem in der zweiten Monatshälfte das Beobachten leuchtender Nachtwolken. Deutschlandweit bilanzierten die DWD-Expertinnen und -Experten eine durchschnittliche Sonnenscheindauer von 215 Stunden (203 Stunden).

Im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW lag die Juni-Temperatur bei 17,3 °C (15,4 °C) und die Sonnenscheindauer bei gut 205 Stunden (184 Stunden). Dazu kamen rund 75 l/m² (84 l/m²) Niederschlag. Starkregen mit Unfällen am 13. in Ostwestfalen standen der bestehenden Trockenheit am Niederrhein gegenüber.

 
Was ist der Siebenschläfertag?

Der 27. Juni und seine Bedeutung fürs Wetter

Bonn/Duisburg, 23. Juni 2020 - „Scheint am Siebenschläfer Sonne, gibt es sieben Wochen Wonne“ — so lautet eine von vielen Bauernregeln zum Siebenschläfertag am 27. Juni. Doch können wir uns auf diese Prognose verlassen? Und woher hat der Siebenschläfertag seinen Namen?

Ein blauer Himmel am Siebenschläfertag kann ein Hinweis für einen sonnigen Sommer sein. Foto WetterOnline


Was bedeutet die Bauernregel?
Es gibt zahlreiche Formulierungen der Bauernregel zum Siebenschläfertag. Sie alle sagen das gleiche aus: Das Wetter am Siebenschläfer bestimme das Wetter der folgenden sieben Wochen. Ist also der 27. Juni ein Regentag, dann werde es auch in den folgenden sieben Wochen tendenziell regnerisch.

Wie zuverlässig ist die Prognose?
Die Frage, ob diese Volksweisheit stimmt, beantwortet Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation bei WetterOnline: „Wenn man die Bauernregel zum Siebenschläfertag an einen einzigen Tag wie den 27. Juni knüpft, trifft sie nicht zu. Dies schon deshalb nicht, weil am Ende des 16. Jahrhunderts der Kalender geändert und zehn Tage gestrichen wurden. Der eigentliche Termin des Siebenschläfertages müsste also heute der 7. Juli sein. Bezieht man die Bauernregel aber auf einen Zeitraum von mehreren Tagen um den 27. Juni herum, kann sie in der Meteorologie aber sogar Hinweise auf den weiteren Wetterverlauf liefern. Der Grund ist, dass sich in diesem Siebenschläfer-Zeitraum oftmals eine stabile Wetterlage einstellt, die danach tatsächlich über einen längeren Zeitraum besteht.“
Das liegt vor allem am Jetstream, einem Luftstrom in zehn Kilometern Höhe. Dieser stabilisiert sich um die Zeit des Siebenschläfertags herum und bestimmt dadurch das Wetter der folgenden Wochen. Der Luftstrom beeinflusst dabei vor allem das Wetter in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz. Heißt es am 27. Juni also „Ist der Siebenschläfer nass, regnet’s ohne Unterlass“, empfiehlt es sich dort, in den darauffolgenden Wochen zur Sicherheit einen Regenschirm im Gepäck zu haben.

Wie kam der Siebenschläfertag zu seinem Namen?
Seinen Namen verdankt der Siebenschläfertag nicht dem possierlichen Nagetier, dem Siebenschläfer - Foto WetterOnline -r, sondern einer christlichen Legende. Dieser zufolge retteten sich im Jahre 251 sieben Jünglinge vor der Christenverfolgung in eine Höhle bei Ephesus.
Dort schliefen sie mit Gottes Hilfe 195 Jahre lang, bis sie von Hirten am 27. Juni im Jahr 446 aufgeweckt wurden und somit den christlichen Glauben an die Wiederauferstehung bestätigten. Um ihrer zu gedenken, wurde der Siebenschläfertag ins Leben gerufen.  



Sechs Tipps für den Sommer im Homeoffice 

Bonn/Duisburg, 17.Juni 2020 - Die Temperaturen steigen und viele Deutsche arbeiten zurzeit in den eigenen vier Wänden. Wo in einigen Büros Klimaanlagen für Kühlung sorgen, muss zu Hause selbst Abhilfe geschaffen werden. WetterOnline verrät, wie es auch in den Sommermonaten gelingt, sich im Homeoffice ein angenehmes Arbeitsklima zu schaffen.

Wenn es heiß wird, einen kühlen Kopf bewahren 
Die Temperaturen steigen und viele Deutsche arbeiten zurzeit in den eigenen vier Wänden. Wo in einigen Büros Klimaanlagen für Kühlung sorgen, muss zu Hause selbst Abhilfe geschaffen werden. WetterOnline verrät, wie es auch in den Sommermonaten gelingt, sich im Homeoffice ein angenehmes Arbeitsklima zu schaffen. 

Früher Vogel oder Nachteule
Wer im Homeoffice arbeitet, kann sich seine Arbeitszeiten dort meist flexibler einteilen als im Büro. Wenn es im Sommer besonders heiß ist, lohnt es sich, etwas früher in den Tag zu starten und die ersten, meist noch kühleren Morgenstunden produktiv zu nutzen. Wer erst später zu kreativen Höchstleistungen aufläuft, kann die Arbeitszeit entsprechend in die Abendstunden verlegen.  

Richtig Lüften
Gerade im Sommer ist richtiges Lüften wichtig, um sich auch zu Hause ein angenehmes Arbeitsklima zu schaffen. Was es zu beachten gibt, erklärt Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation bei WetterOnline: „Die Frühaufsteher sind hier im Sommer klar im Vorteil. Früh morgens sollten die Fenster geöffnet und das Homeoffice gut durchgelüftet werden. Danach sollten die Fenster geschlossen bleiben und soweit wie möglich die Rollos heruntergelassen werden, um die Sonneneinstrahlung und die Sommerhitze draußen zu lassen.
Ein Ventilator kann über den Tag zusätzlich für Abkühlung sorgen. Die bewegte Luft transportiert den Schweiß von der Haut und sorgt durch die Verdunstung für einen angenehmen Kühlungseffekt.“  
Den Ventilator sollte man, wenn man ihn so intensiv wie möglich nutzen möchte, auf den Oberkörper richten, direkter Wind auf Gesicht oder Nacken sollte aber unbedingt vermieden werden. 

Viel Trinken, aber lieber warm 
Lauwarm ist das neue cool. Denn leicht angewärmte Getränke sind bei hohen Temperaturen deutlich gesünder und haben langfristig auch einen abkühlenderen Effekt. Der Grund: Die Normaltemperatur unseres Körpers sinkt nach dem Genuss eines stark gekühlten Getränkes rapide ab. Um die Körpertemperatur anschließend auf die normalen 36 bis 37 Grad zu bringen, verbrauchen wir viel Energie — uns wird wieder heiß.
Als lauwarme Getränke, die den Körper weniger belasten, sind zum Beispiel Tees geeignet. Am besten selbstgemacht: Sie schmecken nicht nur gut, sondern enthalten auch noch deutlich weniger Zucker als die gekühlten Varianten aus dem Supermarkt. 

Kleine Abkühlungen für Zwischendurch
Auch eine kalte Dusche wirkt nur für kurze Zeit erfrischend. Effektiver sind kalte Tücher für den Nacken oder ein kühles Fußbad. Gerade im Homeoffice ist es leichter möglich, sich eine kleine Wanne mit dem belebenden Nass unter den Schreibtisch zu stellen oder in der Mittagspause auf dem schattigen Balkon die Beine in das private Kneippbecken zu tauchen. Die Handgelenke mit kaltem Wasser abzuspülen wirkt ebenfalls Wunder, wenn es am Schreibtisch zu tropisch wird.  

Leichte Kost statt schwerem Lunch
Wer sich geistig anstrengt, braucht spätestens zur Mittagszeit neue Energie. An heißen Tagen im Homeoffice sollten es dann besser keine großen und schwer verdaulichen Gerichte sein. Lieber greift man zu sommerlichen Snacks wie Obst und Gemüse. Diese lassen sich portionsweise im Kühlschrank aufbewahren und es ist immer eine Kleinigkeit zur Hand. Wem das nicht ausreicht, der kann sich mit einem Vollkornbrot mit Quark und frischer Kresse schnell ein gesundes und sommerliches Pausenbrot zubereiten. 

Zusätzliche Wärmequellen ausschalten
Auf PC oder Laptop können im Homeoffice nur die wenigsten verzichten. Doch es gibt eine Reihe weiterer elektrischer Geräte, die Hitze produzieren. Um die Temperatur im Arbeitszimmer zu reduzieren, hilft es, die Geräte möglichst abzuschalten. Drucker oder Kopiergeräte benötigen die meisten Heimarbeitenden nur temporär. Da kann es reichen, sie nur bei Bedarf einzuschalten und nicht im Energiesparmodus weiter laufen zu lassen.
So lässt sich neben Wärme auch noch Strom einsparen. Fällt die Mittagspause einmal etwas umfangreicher aus, lohnt es sich, auch den PC oder Laptop herunterzufahren und abkühlen zu lassen. 

Kleine Abkühlungen für Zwischendurch sind effektiver als eine kalte Dusche und sparen zudem Wasser.
Quelle: WetterOnline

Frisch aufgebrühte, lauwarme Tees bringen mehr Erfrischung als ein zuckersüßer und gekühlter Eistee. Quelle: WetterOnline

 

Bundesregierung bewirbt sich mit dem Standort Bonn um die Niederlassung des Europäischen Zentrums

für Mittelfristige Wettervorhersage

Berlin/Duisburg, 15.Juni 2020 - Die Bundesregierung wird sich mit der Bundesstadt Bonn um die zusätzliche Niederlassung des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersagen (EZMW) in der Europäischen Union (EU) bewerben. Das EZMW hat seinen Hauptsitz in Großbritannien und benötigt aufgrund des Brexits eine zusätzliche Niederlassung im Gebiet der EU.
Dabei sollen von dem neuen Standort zunächst die Aufgaben ausgeführt werden, die das EZMW im Rahmen des  EU-Erdbeobachtungsprogramms ,,Copernicus“ übernimmt: Der Copernicus Climate Change Service und der Copernicus Atmosphere Monitoring Service.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat daher für die Bundesregierung  in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) am 25. Mai sein Interesse an einem deutschen Standort bekundet. Der Abgabetermin für die Bewerbung ist der 30. September 2020. Bundesminister Andreas Scheuer: Das EZMW ist weltweit führend in der globalen numerischen Wettervorhersage und Klimatologie und ein zentraler Bestandteil der europäischen Infrastruktur im Bereich Wettervorhersage und Klimaforschung. Wir werden dem Zentrum und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Bonn beste Bedingungen für die Tätigkeit im Rahmen der EU-Programme bieten – insbesondere für das Flaggschiffprogramm Copernicus zur Beobachtung und Anpassung an den Klimawandel, das vom BMVI bereits umfangreich unterstützt wird. Unser zentrales Anliegen: die Arbeitsfähigkeit das EZMW vom ersten Tag an stärken und es optimal für die Zukunft aufzustellen.

Ministerpräsident Armin Laschet: Die Bundesstadt Bonn bietet mit ihrem einzigartigen Profil für internationale Zusammenarbeit sowie als Kompetenzstandort für nachhaltige Entwicklung und Wissenschaft dem Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage ein exzellentes, passgenaues Arbeitsumfeld. Das gilt auch und gerade für die Verzahnung mit dem Copernicus-Programm der EU. Bonns Bewerbung ist deshalb ein überzeugendes Angebot an die europäischen Partner.
Nordrhein-Westfalen freut sich darauf, sich im engen Schulterschluss mit der Bundesregierung und der Stadt Bonn nach Kräften für diese Bewerbung einzusetzen. Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan begrüßte die Bewerbung ausdrücklich: Bonns Vorzüge als Standort international ausgerichteter Organisationen und Unternehmen hat sich in der Vergangenheit vielfach gezeigt. Allein die kontinuierlich wachsende Zahl der VN-Einrichtungen ist dafür sichtbarer Beleg. Wir können mit unserer Exzellenz-Universität und weiteren hochkarätigen Forschungseinrichtungen punkten, mit einer starken Fokussierung auf digitalen Entwicklungen – und mit einer hohen Lebensqualität. Die mögliche Ansiedlung steht im Einklang mit dem Ziel des Bundestagsbeschlusses von 1991, Institutionen von internationaler Bedeutung nach Bonn zu holen.
Sridharan bekräftigte Bonns Bereitschaft, an der Ausarbeitung einer chancenreichen Bewerbung intensiv mitzuwirken. Die Bundesregierung plant, in einen Neubau für das EZMW in Bonn zu investieren, in dem zunächst bis zu 320 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Platz fänden. Hierfür wurde das bundeseigene Grundstück in Bad Godesberg-Nord an der Ludwig-Erhard-Allee nahe dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit vorgesehen.
Die Dimensionen des Neubaus sollen sich dabei am neuen Hochhaus des UN-Klimasekretariats im UN Campus mit einem zusätzlichen Konferenzzentrum orientieren. Mit der Stadtbahn-Haltestelle Robert-Schuman-Platz gibt es eine sehr gute Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr. Eine Entscheidung über den künftigen Sitz der Organisation will der EZMW-Rat voraussichtlich im Dezember 2020 treffen. Fiele die Entscheidung zugunsten Bonns, zögen die ersten Beschäftigten schon im ersten Halbjahr 2021 nach Bonn an einen Interimsstandort. Der gesamte Umzug sollte dann in der zweiten Jahreshälfte 2023 abgeschlossen sein. Informationen zum EZMW: www.ecmwf.int

 

 

Gewittrige Zeiten stehen an 

Darum blitzt und donnert es im Sommer so oft 

Bonn/Duisburg, 8. Juni 2020 – Ausgerechnet in den warmen Sommermonaten macht uns das Wetter manchmal einen Strich durch die Rechnung, wenn wir einen Ausflug in den Kletterwald oder den Tag im Garten planen. Auch in den kommenden Tagen setzt sich überall schwülwarme Luft durch und täglich entladen sich dann teils kräftige Gewitter. Warum das so ist und wie Blitz und Donner überhaupt entstehen, wissen die Meteorologen von WetterOnline. 

Ab Donnerstag Wärmegewitter 
Nach einem deutlichen Temperaturanstieg am Donnerstag und Spitzenwerten bis 30 Grad am Freitag, stellt sich ab dem Wochenende voraussichtlich "Waschküchenwetter" ein. Dann entladen sich neben längeren freundlichen Abschnitten in schwülwarmer Luft besonders nachmittags und abends Gewitter.
„Das ist für diesen Monat ein ganz typisches Wettergeschehen, denn Gewitter treten vor allem von Mai bis August auf, am häufigsten aber im Juni. Insgesamt erhellen in diesen Monaten im Durchschnitt etwa zwei bis drei Millionen Blitze den Himmel“, erläutert Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline.  

So bilden sich Gewitter im Sommer 
„Damit Gewitter entstehen können, muss die Luft in der Nähe des Bodens warm und feucht sein. Das ist vor allem im späten Frühling und im Sommer der Fall, da die Sonne den Boden stark aufheizt. Dadurch erwärmt sich die Luft und steigt in die Höhe. Ist diese feucht genug bildet sich zunächst eine typische Quellwolke. Unter idealen Bedinungen wächst die blumenkohlartige Wolke weiter und kann Höhen bis über 10 Kilometer erreichen.“  

So entstehen Blitze bei Gewitter
„In den oberen Schichten besteht die Wolke aus Eiskristallen. Durch kräftige Aufwinde stoßen und reiben sich die Kristalle aneinander und elektrische Ladung entsteht.  Typischerweise ist der untere Teil der Gewitterwolke negativ geladen. Der obere Teil ist, genau wie der Erdboden, positiv geladen. Ist der Spannungsunterschied groß genug, entlädt er sich – es blitzt“, erklärt Heck.  

Deshalb donnert es
Birgit Heck: „Ursache für den den Donner ist zunächst der Blitz. Dieser erhitzt die Luft in weniger als einer Sekunde auf bis zu 30.000 Grad Celsius. Dadurch dehnt sie sich explosionsartig aus und der Knall des Donners entsteht. Blitz und Donner treten also immer gemeinsam auf und eigentlich zur gleichen Zeit. Weil sich das Licht aber schneller bewegt als der Schall, sehen wir erst den Blitz und hören danach den Donner. Je weiter außerdem Blitz und Donner von uns entfernt sind, desto mehr nehmen wir den Donner als Grollen oder Rumpeln wahr. Je näher der Donner ist, desto lauter ist er und hört sich an wie ein Knall.“ 

So kann man die Entfernung abschätzen
Birgit Heck: „Zählen wir zwischen Blitz und Donner sechs Sekunden, dann ist der Blitz etwa zwei Kilometer von uns entfernt.“   

Von Mai bis August erhellen insgesamt etwa zwei bis drei Millionen Blitze den Himmel. Quelle: WetterOnline

Ab Donnerstag gehören Gewitter zur Tagesordnung. In zunehmend schwüler Luft blitzt und donnert es dann häufig. Quelle: WetterOnline

Neu: WetterSchule – Wetter für Kinder

Wind, Wolken und Tornado kinderleicht erklärt – Angebote komplett werbefrei 

Bonn/Duisburg, 8. Juni 2020 – Wetter ist cool und macht Spaß – und das nicht nur Erwachsenen. Das neue Projekt „WetterSchule“ von WetterOnline richtet sich deshalb speziell an Kinder: Auf einer eigens eingerichteten und werbefreien Webseite von WetterOnline findet der Nachwuchs ab sofort einfache Antworten auf Fragen zum Wetter. Videos zeigen Experimente zum Staunen und Nachmachen, Bauanleitungen und Ausmalbilder zum Herunterladen wecken die Neugierde auf Naturwissenschaft.

Kindgerechte Antworten auf schlaue Fragen

Kinder sind Experten im Fragen stellen: Wie entsteht Regen? Was ist der Treibhauseffekt? Warum wirbelt der Wind bei einem Tornado? Diese und weitere Fragen rund um das Thema Wetter beantwortet WetterOnline ab sofort unter www.wetteronline.de/wetterschule. Die neue „WetterSchule“ regt an, Wetter durch Experimente selbst zu erleben und bietet Eklärvideos sowie viele Materialien zum Herunterladen für zu Hause. Kinder können ihre eigenen Fragen auch direkt an die Wetterexperten senden. Das geht per E-Mail über info@wetteronline.de.  

Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline: „Unsere Meteorologin Verena Leyendecker, die selbst Mutter zweier neugieriger Mädchen ist, vermittelt in der ‚WetterSchule‘ auf eine außergewöhnliche Art auch noch so kompliziertes Wetterwissen spielerisch und kindgerecht, jedoch zugleich immer fundiert und korrekt. Dabei arbeitet sie eng mit Kindern zusammen, wodurch die kindgerechte Erklärweise stets gegeben ist.“ Das Angebot der „WetterSchule“ ist vollständig werbefrei.

Von Experimenten bis zu Ausmalbildern

Der besondere Schwerpunkt der „WetterSchule“ liegt auf Experimenten rund ums Wetter, an denen Kinder direkt beteiligt sind. Videos zeigen unter anderem Anleitungen für ein Barometer zur Luftdruckmessung oder wie man mit Flaschen und einer Kaugummidose einen kleinen Tornado entstehen lässt. „Mit Hilfe eines Wettertagebuchs können Kinder das tägliche Wetter beobachten“, so Heck. „Mit den kostenlosen Malvorlagen zum Ausdrucken können sie sich anschließend nicht nur ‚das Wetter schön malen‘, sondern auch die Wetterthemen noch einmal vertiefen.“

WetterSchule für Kinder, Eltern und Lehrer

Die „WetterSchule“ richtet sich vor allem an Kinder vom Grundschulalter bis etwa zur sechsten Klasse. Manche Projekte sind zudem für ältere Kinder interessant oder bieten sich bereits im Vorschulalter an. „Besonders in der herausfordernden Situation durch Corona stellt die ‚WetterSchule‘ so auch eine Hilfe für Eltern und Lehrer dar“, ergänzt Heck. „Und ganz nebenbei können diese ebenso Neues über das Wetter lernen, denn für interessierte und experimentierfreudige Erwachsene ist auch etwas dabei.“

Kostenloses Material 

Das gesamte Material der „WetterSchule“ wird kostenlos auch für Schulen und andere Bildungseinrichtungen zur Verfügung gestellt. Fragen der Kinder und Anfragen zu weiteren Nutzungszwecken können per E-Mail an WetterOnline gerichtet werden.

Ein Tornado in der Flasche - Experimentierspaß zum Mitmachen. Foto WewtterOnline

Windstärke schnell gecheckt. Das Faltheft mit der Beaufortskala passt in jede Hosentasche. Foto WewtterOnline


Ein leicht zu kühler, sehr trockener und sonnenscheinreicher Mai

Offenbach/Duisburg, 29. Mai 2020 –  Im Mai 2020 befand sich der Norden und Osten Deutschlands oft in frischer, wolkenreicher Meeresluft, die aber nur gelegentlich von einzelnen Regenfällen begleitet wurde. Den Süden erfassten wiederholt Tiefausläufer mit kräftigen Niederschlägen, die abwechselnd warme oder kühle Luftmassen heranführten. Im Westen dominierte Hochdruckeinfluss mit trockener Witterung und viel Sonnenschein. Diese Dreiteilung ließ den Mai insgesamt leicht zu kühl, deutlich zu trocken und sonnenscheinreich ausfallen.

Maiwetter © Susanne Schorlemmer / DWD

Der Monat brachte vereinzelt schwere Gewitter, begleitet von Starkregen, Hagel und Sturmböen. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen. Markanter Temperatursturz zu Beginn der Eisheiligen, sonst allgemein eher kühl Mit 11,9 Grad Celsius (°C) lag im Mai 2020 der Temperaturdurchschnitt um 0,2 Grad unter dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Verglichen mit der wärmeren Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung sogar Minus 1,1 Grad.

Der Mai begann hierzulande recht kühl, doch gegen Ende der ersten Dekade gelangten warme Luftmassen subtropischen Ursprungs in den Südwesten. Pünktlich zum ersten Eisheiligen, Mamertus, erlebte Deutschland am 11. einen massiven Temperatursturz. An vielen DWD-Stationen zeigte das Thermometer bis zu 20 Grad weniger als zur selben Uhrzeit am Tag zuvor an.
Am Morgen des 12. meldete Neuhaus am Rennweg im Thüringer Wald mit -5,1 °C den tiefsten Monatswert. Eine Woche später bescherte Hoch „Quirinius“ besonders dem Südwesten und Westen einige Sommertage mit mehr als 25 °C. Am 21. registrierte Lingen im Emsland mit 29,4 °C den bundesweit höchsten Wert. Allerdings traten im Mai für die Jahreszeit noch ungewöhnlich viele Frosttage auf.

Anhaltende Trockenheit im Westen, im Süden deutlich niederschlagsreicher
Nachdem der Mai im vergangenen Jahr sein Niederschlagssoll leicht übertraf, verfehlte er 2020 mit rund 40 Litern pro Quadratmetern (l/m²) seinen Klimawert von 71 l/m² deutlich. Den Wonnemonat kennzeichnete die anhaltende Trockenheit vor allem im Westen, wo mancherorts weniger als 10 l/m² gemessen wurden und weitere Waldbrände entstanden.
Am unmittelbaren Alpenrand fielen dagegen gebietsweise mehr als 150 l/m². Ausnahmen blieben vereinzelte heftige Gewitter, die im ersten und letzten Monatsdrittel örtlich große Schäden verursachten, und eine Luftmassengrenze über der Mitte Deutschlands, die am 11. zu länger anhaltenden Niederschlägen führte: Mespelbrunn im Spessart registrierte mit 77,2 l/m² die bundesweit größte Tagessumme.

Sonnenscheinbilanz leicht positiv
Die Sonnenscheindauer im Mai überstieg ihr Soll von 202 Stunden mit gut 230 Stunden um 14 Prozent. Besonders begünstigt war dabei der äußerste Südwesten mit teils mehr als 295 Stunden. In Süd- und Ostbayern kamen dagegen örtlich nur rund 165 Stunden zusammen.

Nordrhein-Westfalen traf mit einer mittleren Temperatur von 12,4 °C genau seinen Klimawert (12,4 °C). Arnsberg-Neheim im Sauerland verzeichnete im Mai insgesamt neun Frosttage. Mit nur 15 l/m² (72 l/m²), erreichte NRW lediglich 23 Prozent seines Solls und war deshalb das niederschlagsärmste Bundesland.
Mit über 255 Stunden (190 Stunden) zählte es bundesweit zu den sonnenscheinreichen Regionen. Im Lee der Eifel schien die Sonne mit gebietsweise über 295 Stunden mit am meisten. Der Niederrhein war im Mai mit örtlich weniger als 10 l/m² die niederschlagsärmste Region. Die anhaltende Trockenheit führte zu vereinzelten großflächigen Waldbränden.


Ein extrem sonniger, recht warmer und viel zu trockener Frühling

Wie schon im Vorjahr fiel auch das Frühjahr 2020 recht warm aus. Deutschland befand sich überwiegend im Bereich warmer Luftmassen, wenige Kaltlufteinbrüche blieben meist nur von kurzer Dauer. So setzte sich die im Juni 2019 begonnene Serie zu warmer Monate auch im Frühling 2020 zunächst fort. Erst der Mai brachte eine leicht negative Temperaturabweichung. Häufiger Hochdruckeinfluss sorgte dabei für eines der sonnigsten Frühjahre seit Aufzeichnungsbeginn und zugleich für deutlich zu wenig Niederschlag. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

Frühjahr © Rüdiger Manig / DWD

Mildem März und zu warmem April folgte ein leicht zu kühler Mai
- Mit 9,2 Grad Celsius (°C) lag im Frühling 2020 der Temperaturdurchschnitt um 1,5 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur wärmeren Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung nach oben 0,7 Grad. Der Frühling startete mit einem milden März, der jedoch zu Beginn seiner letzten Dekade mit einem Temperatursturz und Maxima im oft nur einstelligen Bereich zu Ende ging.
- Auch der April verlief deutlich zu warm; er zählte sogar zu den sieben wärmsten Aprilmonaten seit Messbeginn 1881.
- Der Mai zeigte sich leicht zu kühl, dennoch verzeichneten einige Stationen im Süden bis zu sieben Sommertage mit mehr als 25 °C. Den deutschlandweit höchsten Frühlingswert erreichte Lingen im Emsland am 21. Mai mit 29,4 °C. Pünktlich zu den Eisheiligen sank das Thermometer nachts dagegen verbreitet unter den Gefrierpunkt. An manchen Orten traten im Frühling mehr Frosttage als im vorangegangenen Winter auf.
Die bundesweit tiefste Temperatur meldete Deutschneudorf-Brüderwiese, im Erzgebirge, am 1. April mit -12,0 °C. Frühjahr 2020 unter den sechs niederschlagsärmsten seit 1881 Bereits zum 7. Mal in Folge konnte der Frühling sein Soll von 186 Litern pro Quadratmeter (l/m²) nicht erfüllen: Mit rund 108 l/m² erreichte das Frühjahr 2020 nur gut 50 Prozent seines vieljährigen Durchschnitts und war eines der sechs niederschlagsärmsten seit 1881.

Besonders der Westen und Osten Deutschlands litten unter anhaltender Trockenheit. So kam im Thüringer Becken, im Lee des Harzes sowie an der vorpommerschen Küste mit örtlich weniger als 45 l/m² teilweise nicht einmal ein Drittel des Solls zustande. Mespelbrunn im Spessart meldete am 11. Mai mit 77,2 l/m² die bundesweit höchste Tagessumme. Insgesamt fiel am unmittelbaren Alpenrand sowie im südlichen Schwarzwald mit bis zu 320 l/m² der meiste Niederschlag.

Mit dem Frühjahr 2011 sonnigster Frühling seit Messbeginn 1951
Die Sonnenscheindauer kam mit etwa 705 Stunden auf rund 150 Prozent ihres Solls von 467 Stunden. Damit war der Frühling 2020 mit 2011 das sonnigste Frühjahr seit Messbeginn 1951. Die sonnenscheinreichen Gebiete lagen mit bis zu 790 Stunden verstreut in ganz Deutschland. Die sonnenscheinärmste Region war der äußerste Süden mit örtlich weniger als 580 Stunden.

Nordrhein-Westfalen ordnete sich im Frühling 2020 mit 10,0 °C (8,3 °C) bei den eher warmen Bundesländern ein. Hier betrug die Niederschlagsmenge rund 110 l/m² (205 l/m²) und die Sonnenscheindauer annähernd 720 Stunden (441 Stunden). Durch die anhaltende Trockenheit kam es zu zahlreichen Bränden: Am 20. wurden bei Gummersbach, nordwestlich von Siegen, 75 ha und einem mehrtägig wütenden Feuer bei Niederkrüchten an der niederländischen Grenze 10 ha Wald sowie Weide zerstört.


Erst Sommerwärme, dann Absturz? 

Zunächst verbreitet freundlich

Bonn/Duisburg, 28. Mai 2020 – Das Pfingstwetter wird freundlich. Allerdings kommt uns ein Tief mit Regenwolken nahe. Anschließend wird es zunächst hochsommerlich, bevor vielleicht ein Absturz droht.

Pfingstwochenende mit Temperaturgefälle
Mit viel Sonnenschein geht es in das lange Pfingstwochenende. „Es bleibt zwar auch dann noch freundlich, allerdings werden die Wolken vor allem tagsüber von Osten her dichter. Bis in die Landesmitte hinein ist insbesondere am Pfingstsonntag etwas Regen möglich. Hinzu kommt ein Temperaturgefälle zwischen West und Ost. Während es am Rhein über 20 Grad warm wird, sind es im Südosten Deutschlands zum Teil gerade einmal 15 Grad.“, berichtet Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline. Pünktlich zum meteorologischen Sommeranfang am 1. Juni, der in diesem Jahr auf den Pfingstmontag fällt, steigen die Temperaturen überall deutlich an. 

Hochsommerlich warm und schwül
Auch die Sonnenscheindauer legt in der kommenden Woche erneut zu. Ein paar Tage lang bleibt es trocken und die Spitzenwerte erreichen in den wärmsten Regionen bis zu 30 Grad. Die Luft wird jedoch spürbar schwüler. „Daher erwarten uns im Wochenverlauf voraussichtlich Schauer und Gewitter, die örtlich kräftig sein können.“, warnt Heck. Ob uns anschließend dann die "Schafskälte" mit wechselhafterem Wetter ins Haus steht, bleibt noch abzuwarten.

Schafskälte 
Unter Schafskälte versteht man einen feuchtkühlen Witterungsabschnitt Mitte Juni, der in Mitteleuropa eine bemerkenswert hohe Eintreffwahrscheinlichkeit von bis zu 80 Prozent hat. Der Name geht auf die Kälteempfindlichkeit frisch geschorener Schafe zurück. Dieser Witterungstyp ist von einem Kaltlufteinbruch aus Nordwesten geprägt, der von unbeständigem, oft auch regenreichem und empfindlich kühlem Wetter begleitet wird. Meist strömt dann nach einer vorangegangenen Wärmeperiode kühle Nordseeluft nach Mitteleuropa. In den Nächten kann unter ungünstigen Bedingungen nochmals Bodenfrost auftreten und in den Gipfellagen der Mittelgebirge sind sogar letzte Flocken möglich. 


Garten und Klimawandel Anpassung an die Veränderungen

Regenwasser richtig nutzen

Bonn/Duisburg, 27. Mai 2020 – Trockenheit, Hitze, Verschiebung der Jahreszeiten und milde Winter – All das wirkt sich auch auf unsere Gärten aus. Die Voraussetzungen für ein erneutes Dürrejahr sind nach dem extrem trockenen Frühling 2020 jedenfalls gegeben. Doch wie kann man auf die Veränderungen reagieren und wie einen klimafesten Garten anlegen? WetterOnline hat einige Tipps gesammelt. 

Regenwasser nutzen 
Bereits in den vergangenen Hitzesommern ist der Wassermangel zu einem Problem für Gärten und Gärtner geworden und auch dieser Sommer droht, trocken zu werden. Regelmäßiges Sprengen und Bewässern mit kostbarem Leitungswasser strapaziert auf Dauer nicht nur den Geldbeutel, sondern verschwendet auch Ressourcen. Obwohl es langfristig sinnvoll erscheint, die Pfanzenauswahl den neuen Verhältnissen anzupassen, kann man zusätzlich einiges machen, um den seltenen Regen auszunutzen. „Sehr nützlich ist das Auffangen von Regenwasser in Regentonnen, auf das man in trockenen Zeiten zurückgreifen kann. Regentonnen kann man übrigens auch an die Regenrinnen des Hauses anschließen.“, erklärt Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline.

Die Regentonne – der Klassiker, um Wasser für trockene Zeiten zu sammlen. Quelle: WetterOnline


„Eine in den Boden eingelassene Zisterne zum Auffangen des Wassers ist zwar aufwendiger, aber eine lohnenswerte Investition. Ein naturnaher Gartenteich ist ein Wasserspeicher, der durch die kühlende Verdunstung zusätzlich ein behagliches Mikroklima schafft und dazu noch zahlreiche Tiere und Pflanzen beherbergen kann.“, so Heck.  

Wasser im Boden speichern 
Der Gartenboden sollte so gestaltet werden, dass Wasser gut eindringen kann und sich möglichst lange in ihm hält. Das A und O ist hier, die Flächen nicht zu versiegeln. Je mehr Boden versiegelt ist, desto weniger Speicher steht zur Verfügung. Nackter Erdboden ist grundsätzlich zu vermeiden. „Die oberste Bodenschicht sollte nur etwas gelockert werden. Vollständiges Umgraben bietet zu viel Angriffsfläche für Austrocknung. Eine dichte Bepflanzung schützt vor dem Austrocknen durch Sonne und Wind. Humus, den man am besten durch einen eigenen Komposthaufen gewinnt, versorgt den Boden mit Nährstoffen und gibt die in ihm gespeicherte Feuchtigkeit langsam an die Pflanzen ab. Auch mit einer Mulchschicht aus Grasschnitt kann man den Boden vor Verdunstung schützen.“, rät Heck. 

Garten uneben anlegen
Eine unebene Fläche ist geeigneter, um Wasser aufzufangen und zu speichern. In den Senken kann sich das Wasser sammeln und langsam versickern. Die Hügel schützen vor Wind, der die Feuchtigkeit wegträgt. Birgit Heck: „Im Internet findet man zahlreiche Anleitungen zum Anlegen von sogenannten Kraterbeeten, in denen die Feuchtigkeit optimal gehalten wird.“ 

Auswahl der Pflanzen
Auf der sicheren Seite ist, wer standortangepasste Pflanzen wählt. Es gibt besonders hitzetolerante größere Stauden, die anderen Pflanzen Schatten spenden können. Im Allgemeinen sollte auf Bäume und andere Schattenspender nicht verzichtet werden. Im Gemüsegarten ist eine Mischkultur von größeren und kleineren Pflanzen ideal. Ganz nebenbei fördert eine ausgeklügelte Mischkultur auch den gegenseitigen Schutz vor Schädlingen. 


Ein naturnaher Gartenteich ist Herberge für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Er ist zudem eine nützliche Klimanalage im Garten. Quelle: WetterOnline


Neue App warnt vor Gefahren des Wetters für die Gesundheit

Offenbach/Duisburg, 26. Mai 2020 – Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Pollenallergien, reagieren bei bestimmten Wetterlagen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder müssen sich bei der Arbeit und in der Freizeit vor Sonnenbrand oder Hitze schützen. Das Wetter kann aber nicht nur gefährliche oder störende gesundheitliche Auswirkungen auf viele Menschen haben, sondern wirkt sich in der Folge zum Beispiel durch mehr Krankentage bei Beschäftigten auch negativ auf die Wirtschaft in Deutschland aus.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat deshalb jetzt eine neue App entwickelt, die tagesaktuell über mögliche beeinträchtigende Einflüsse des Wetters auf den Menschen informiert und vor Gesundheitsgefahren zum Beispiel durch Hitze warnt. Sie soll Betroffenen ermöglichen, sich rechtzeitig auf für sie relevante Einflüsse des Wetters einzustellen. Nutzerinnen und Nutzer der Gesundheitswetter-App können die Informationen und Belastungsklassen individuell einstellen und abrufen. Die App kostet einmalig 0,99 €. Sie ist in den App-Stores von Apple und Google unter dem Stichwort ‚Gesundheitswetter-App‘ zu finden.

Wettereinflüsse auf Gesundheit bei Tagesgestaltung berücksichtigen
Jeder zweite Mensch in Deutschland schätze sich laut Umfragen von demoskopischen Instituten als ‚wetterfühlig‘ ein, so Prof. Dr. Andreas Matzarakis, Leiter der Medizin-Meteorologie beim DWD. Etwa 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung litten bei bestimmten Wetterlagen wie zum Beispiel Tiefdruckgebieten stärker an gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie Asthma, Rheuma, Kopfschmerzen und Herz-Kreislauferkrankungen. „Vor allem die Gesundheitsgefahr durch Hitze und Hitzewellen wird stark unterschätzt.“
So hätten Untersuchungen gezeigt, dass Auswirkungen von Hitze für mehr als 90 Prozent der naturgefahrenbedingten Todesfälle in Deutschland während des Zeitraums 1950 bis 2012 verantwortlich gewesen seien. Die neue App des nationalen Wetterdienstes biete die Möglichkeit, erwartete wetterbedingte Einflüsse auf die Gesundheit bei der individuellen Tagesgestaltung zu berücksichtigen. Der Experte: „Sie hilft damit vor allem älteren und empfindlichen Menschen, zusätzliche Belastungen zu vermeiden und zu minimieren und durch zielgerichtete Verhaltensänderungen akute und chronische Krankheitsverläufe abzumildern.“

Funktionen der Gesundheitswetter-App des DWD:
• Amtliche UV-Warnungen, UV-Index sowie UV-Warnungen für Kinder
• Amtliche Hitzewarnungen
• Vorhersage der Gefühlten Temperatur
• Pollenflugvorhersage und daraus abgeleiteter Gefahrenindex
• Vorhersage der Wetterfühligkeit für allgemeine Beeinträchtigungen des Befindens, asthmatische Erkrankungen, Herz-Kreislauf-Beschwerden und rheumatische Beschwerden
• Frei konfigurierbare Warnelemente und Warnstufen
• Konfigurierbare Alarmierungsfunktion (Push-Benachrichtigungen) für frei wählbare Ortsfavoriten
• Verfügbar für die Betriebssysteme Android und iOS

Nächste Woche Sommerfeeling

Am Wochenende etwas Regen

Bonn/Duisburg, 20. Mai 2020 - Nach einer Generalprobe des Frühsommers gibt es zum Wochenende eine deutliche Abkühlung und auch endlich etwas Regen. Doch viel kommt nicht zusammen, denn ein neues Hoch bringt in der nächsten Woche den Sommer direkt wieder zurück. Nur kurzzeitig kühlere Luft
Nach bestem Grillwetter zum Vatertag bringt der Freitag einen Wetterumschwung. „Besonders im Nordwesten entlädt sich die schwüle Luft in kräftigen Regengüssen und einzelnen Gewittern. Am Samstag regnet es dann vor allem im Süden länger, während der Himmel im Nordwesten in deutlich frischerer Luft bereits wieder aufreißt. Nach hochsommerlichen 25 bis 30 Grad werden dann meist kaum mehr 20 Grad erreicht.“, berichtet Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline.
Am Sonntag lässt der Regen überall nach, die Sonne zeigt sich wieder öfter und die frische Meeresluft bleibt. Nur im Nordosten gibt es noch einzelne Schauer. Die nächste Woche bringt ein neues kräftiges Hoch. Anfangs bilden sich tagsüber noch mehr Wolken und die Luft ist noch sehr angenehm. Doch im Wochenverlauf wird diese zunehmend hochsommerlich warm. Dies bedeutet nach jetzigem Stand für große Landesteile mehrere Tage um 25 Grad. 

Tendenziell weiterhin trocken
Was für Grillfreunde und Sonnenanbeter eine gute Nachricht ist, ist für Flora und Fauna eine schlechte. Die Natur lechzt immer mehr nach Regen und Landwirte bangen bereits um ihre Ernte. „Denn besonders der Mairegen ist für die Natur besonders wichtig. Fehlt er wie dieses Jahr, können sich viele Pflanzen nicht richtig entwickeln. Die Wettermodelle machen da kaum Hoffnung.“, erklärt Heck. Die am Wochenende erwarteten Regengüsse sind da nicht mehr als der berühmte "Tropfen auf den heißen Stein". Tendenziell wird der Mai mit nur sehr wenig Regen zu Ende gehen. Dies würde die Trockenheit nochmals verschärfen.


In der nächsten Woche kommt tagelang Sommerfeeling auf. Quelle: WetterOnline

Blauer Himmel, viel Sonne und kaum Regenchancen

Fast überall angenehm warm 

Bonn/Duisburg, 15. Mai 2020 - In den kommenden Tagen gibt es in den meisten Regionen wieder mehr Sonne als Wolken. Tagsüber ist der wolkenlose Himmel blau. Der so dringend benötigte, ergiebige Regen ist nicht in Sicht.

Temperaturen gehen bergauf
Im Laufe des Wochenendes ziehen sich die Regenwolken im Süden in die Alpen zurück und die Sonne gewinnt langsam die Oberhand. „Nur in den Bergen und ganz im Norden ziehen noch ein paar mehr Wolken mit Schauern durch. Zum Start in die neue Woche wird es zwar regional vorübergehend etwas wolkiger, Regen bleibt aber die Ausnahme. Während die Nächte anfangs noch teils Bodenfrost bescheren, wird es im Verlauf immer milder. Auch tagsüber wird es langsam wärmer.

   

Wieder mehr Sonne als Wolken. Regen ist nicht in Sich - Mohn leuchtet vor einem wolkenlosen Mai-Himmel. Quelle: WetterOnline


Im Norden werden Höchstwerte von 15 bis 20, nach Süden hin bis zu 25 Grad erreicht“, berichtet Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation bei WetterOnline. Wenig Aussicht auf Regen Auch anschließend dauert das zumeist trockene Wetter an. Dazu gibt es mehr Sonne als Wolken und nur vereinzelt bilden sich kurze Schauer. Der dringend benötigte Regen bleibt somit ein frommer Wunsch. „Am ehesten gibt es noch im Norden und in Alpennähe ein paar Tropfen“, weiß Heck. Auch bei den Temperaturen tut sich nicht viel. Sie liegen meist zwischen 18 Grad an den Küsten und angenehmen 20 bis 25 Grad im Süden und Westen.
 „Ideal immerhin, um sich im Freien aufzuhalten und die Blicke an den tagsüber blauen, wolkenlosen Himmel schweifen zu lassen und seinen Gedanken nachzugehen oder zu ergründen, warum der Himmel seine Farbe hat“, so Heck.  Darum ist der Himmel blau Sonnenlicht sieht weiß aus, besteht aber eigentlich aus ganz vielen unterschiedlichen Farbstrahlen.

Sie fließen wie Wellen durch den Raum. Dabei bewegt sich die Farbe Rot in langen, langsamen Wellen – die Farbe Blau hingegen in kurzen, schnellen Wellen. 
Um zur Erde zu gelangen, muss das Sonnenlicht durch die Atmosphäre. Das sind verschiedene Luftschichten um unseren Planeten herum, die aus unendlich vielen kleinen Teilchen bestehen. Birgit Heck erklärt: „Wenn das Sonnenlicht durch die Atmosphäre reist, verhalten sich die einzelnen Farben ganz unterschiedlich. Rotes Licht durchquert die Atmosphäre problemlos, da seine langen Wellen kaum Teilchen in die Quere kommen. Blaues Licht jedoch trifft ständig auf einzelne Teilchen und wird von ihnen umgelenkt.“

Die blaue Farbe verteilt sich dadurch in alle Richtungen. Deswegen sieht der Himmel tagsüber blau aus.  Der Himmel kann auch rötlich sein Manchmal ist der Himmel jedoch eher rötlich gefärbt. Grund hierfür ist der Stand der Sonne. Zur Mittagszeit legt das Licht nur einen sehr kurzen Weg durch die Atmosphäre zur Erde zurück. Morgens oder abends ist dieser Weg aber länger. Dadurch wird das blaue Licht stark abgelenkt und geschwächt, während der Rotanteil bestehen bleibt. Der Himmel erscheint rötlich. Birgit Heck: „Einfach gesagt könnte man sagen: Mittags steht die Sonne nah an der Erde und der Himmel ist daher blau, morgens und abends ist die Sonne weiter von der Erde entfernt und der Himmel eher rötlich gefärbt.“ 


Eisheilige machen kaum noch Angst - 2020 sind sie aber wieder kraftvoll

Offenbach/Duisburg, 8. Mai 2020 – Spielen die Eisheiligen im Wettergeschehen des Monats Mai eigentlich noch eine Rolle? Jedes Jahr fragt man sich, kommen sie pünktlich, kommen sie überhaupt? Sie heißen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sofia und haben uns früher oft den Frühling verhagelt. Die Eisheiligen (DWD-Grafik), das ist der Zeitraum vom 11. bis 15. Mai, in dem nach Aufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bis Mitte des 19. Jahrhunderts immer wieder Kaltlufteinbrüche beobachtet wurden.

 



2020 lassen die Eisheiligen die Muskeln spielen

In diesem Jahr kommen die Eisheiligen sehr pünktlich und lassen auch kräftig die Muskeln spielen. Mamertus am 11. Mai zeigt sich in diesem Jahr im Süden Deutschlands sogar in einigen Regionen als „Schneeheilige“. Schnee ist dann vor allem in den östlichen Mittelgebirgen ein Thema, allerdings ziehen die Niederschläge rasch nach Süden ab, wenn die Kaltluft nachstößt. Vornehmlich im Erzgebirge ist etwas Neuschnee zu erwarten. In der Nacht auf Dienstag ist von den Alpen ausgehend bis weit ins Alpenvorland Schnee bis ins Tiefland zu erwarten. Durch Nassschnee in den Staugebieten von Alpen und Bayerischen Wald besteht dort das Risiko von Schneebruch in schon belaubten Wäldern.

 

In der Nacht zum Dienstag,12.5., macht dann die zweite Eisheilige Pankratius ihrem Namen alle Ehre. In der Mitte und im Norden zeigen sich die Sterne am Himmel und es gibt bei längerem Aufklaren örtlich leichten Frost bis -3 Grad in 2 Meter Höhe und verbreitet Bodenfrost. Auch in den Nächten zum Mittwoch und zum Donnerstag zeigen Servatius und Bonifatius dass man sie dieses Jahr ernst nehmen muss. Es kann wieder vor allem in der Mitte und im Norden Deutschlands örtlich leichten Frost in 2 Meter Höhe geben und verbreitet muss mit Bodenfrost bis -4 Grad gerechnet werden. Auch die letzte der Eisheiligen, die kalte Sofia, fällt dieses Jahr (15.5.) nicht aus der Rolle. In 2 Meter Höhe soll es dann zwar schon frostfrei bleiben, aber am Boden kann es in der Mitte und im Osten Deutschlands nochmals leichten Frost geben.

 

Häufig wiederkehrende Witterungsphänomene wie die Eisheiligen bezeichnet man als Singularitäten. Ursache solcher Kaltlufteinbrüche mit ungemütlichen Temperaturen sind Nord- oder Nordwestwetterlagen, die arktische Polarluft auf direktem Wege nach Mitteleuropa führen.

 

Bischöfe und Märtyrer gaben den Namen 

Die Namenstage sind die frühchristlicher Bischöfe und Märtyrer. In Norddeutschland gelten vor allem die Tage vom 11. bis 13. Mai als Eisheilige (Mamertus, Pankratius und Servatius). Im Süden und Südosten Deutschlands zählen noch der 14. (Bonifatius) und der 15. Mai (kalte Sofia) dazu. Dort ist dann der 11. Mai nicht gültig. Die eintägige Differenz entsteht, weil die Kaltluft bei Eintritt der Nordwetterlagen rund 24 Stunden benötigt, um von der Küste bis zu den Alpen vorzudringen. Ein Kaltlufteinbruch im Mai kann in ungünstigen Lagen oder auch im Alpenvorland durchaus noch mal Frost bringen. Vor allem Gärtner und Winzer fürchten die Schäden an jungen Kulturen, die oft schon bei geringen Kältegraden eintreten können.

 

In den vergangenen Jahren sind die Eisheiligen oft ganz ausgeblieben. Manchmal kam es zu Kaltlufteinbrüchen bereits Anfang Mai oder erst Ende Mai. Fröste traten jedoch auch dann immer seltener auf. Gelegentlich wurden die Eisheiligen bei Tageshöchstwerten von über 25 Grad Celsius sogar zu „Schweißheiligen“. Deshalb ist die Frage berechtigt, ob man eigentlich noch von einer echten Singularität sprechen kann. Viele Experten führen die Veränderungen auch auf den Klimawandel zurück, denn mit der stetigen Erwärmung der globalen Atmosphäre fallen auch Kaltlufteinbrüche im Mai immer weniger frostig aus.    
 

hen kaum noch Angst - 2020 sind sie aber wieder kraftvoll Offenbach, 8. Mai 2020 – Spielen die Eisheiligen im Wettergeschehen des Monats Mai eigentlich noch eine Rolle? Jedes Jahr fragt man sich, kommen sie pünktlich, kommen sie überhaupt? Sie heißen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sofia und haben uns früher oft den Frühling verhagelt.

 Die Eisheiligen, das ist der Zeitraum vom 11. bis 15. Mai, in dem nach Aufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bis Mitte des 19. Jahrhunderts immer wieder Kaltlufteinbrüche beobachtet wurden. 2020 lassen die Eisheiligen die Muskeln spielen In diesem Jahr kommen die Eisheiligen sehr pünktlich und lassen auch kräftig die Muskeln spielen. Mamertus am 11. Mai zeigt sich in diesem Jahr im Süden Deutschlands sogar in einigen Regionen als „Schneeheilige“.

Schnee ist dann vor allem in den östlichen Mittelgebirgen ein Thema, allerdings ziehen die Niederschläge rasch nach Süden ab, wenn die Kaltluft nachstößt. Vornehmlich im Erzgebirge ist etwas Neuschnee zu erwarten. In der Nacht auf Dienstag ist von den Alpen ausgehend bis weit ins Alpenvorland Schnee bis ins Tiefland zu erwarten. Durch Nassschnee in den Staugebieten von Alpen und Bayerischen Wald besteht dort das Risiko von Schneebruch in schon belaubten Wäldern.

In der Nacht zum Dienstag,12.5., macht dann die zweite Eisheilige Pankratius ihrem Namen alle Ehre. In der Mitte und im Norden zeigen sich die Sterne am Himmel und es gibt bei längerem Aufklaren örtlich leichten Frost bis -3 Grad in 2 Meter Höhe und verbreitet Bodenfrost. Auch in den Nächten zum Mittwoch und zum Donnerstag zeigen Servatius und Bonifatius dass man sie dieses Jahr ernst nehmen muss. Es kann wieder vor allem in der Mitte und im Norden Deutschlands örtlich leichten Frost in 2 Meter Höhe geben und verbreitet muss mit Bodenfrost bis -4 Grad gerechnet werden.

Auch die letzte der Eisheiligen, die kalte Sofia, fällt dieses Jahr (15.5.) nicht aus der Rolle. In 2 Meter Höhe soll es dann zwar schon frostfrei bleiben, aber am Boden kann es in der Mitte und im Osten Deutschlands nochmals leichten Frost geben. Häufig wiederkehrende Witterungsphänomene wie die Eisheiligen bezeichnet man als Singularitäten. Ursache solcher Kaltlufteinbrüche mit ungemütlichen Temperaturen sind Nord- oder Nordwestwetterlagen, die arktische Polarluft auf direktem Wege nach Mitteleuropa führen.

Bischöfe und Märtyrer gaben den Namen
Die Namenstage sind die frühchristlicher Bischöfe und Märtyrer. In Norddeutschland gelten vor allem die Tage vom 11. bis 13. Mai als Eisheilige (Mamertus, Pankratius und Servatius). Im Süden und Südosten Deutschlands zählen noch der 14. (Bonifatius) und der 15. Mai (kalte Sofia) dazu. Dort ist dann der 11. Mai nicht gültig. Die eintägige Differenz entsteht, weil die Kaltluft bei Eintritt der Nordwetterlagen rund 24 Stunden benötigt, um von der Küste bis zu den Alpen vorzudringen. Ein Kaltlufteinbruch im Mai kann in ungünstigen Lagen oder auch im Alpenvorland durchaus noch mal Frost bringen. Vor allem Gärtner und Winzer fürchten die Schäden an jungen Kulturen, die oft schon bei geringen Kältegraden eintreten können.

In den vergangenen Jahren sind die Eisheiligen oft ganz ausgeblieben. Manchmal kam es zu Kaltlufteinbrüchen bereits Anfang Mai oder erst Ende Mai. Fröste traten jedoch auch dann immer seltener auf. Gelegentlich wurden die Eisheiligen bei Tageshöchstwerten von über 25 Grad Celsius sogar zu „Schweißheiligen“. Deshalb ist die Frage berechtigt, ob man eigentlich noch von einer echten Singularität sprechen kann. Viele Experten führen die Veränderungen auch auf den Klimawandel zurück, denn mit der stetigen Erwärmung der globalen Atmosphäre fallen auch Kaltlufteinbrüche im Mai immer weniger frostig aus.

Kommende Woche Schnee?

Zunächst sehr warm
Bonn/Duisburg, 07. Mai 2020 - Romantiker müssen nur ein wenig umdenken. Wer im Winter vielleicht vergeblich auf Schnee gehofft hat, bekommt jetzt im Wonnemonat Mai möglicherweise den Wunsch erfüllt. Es könnte sogar bis in tiefe Lagen schneien. Der Alleskönner Mai bringt aber auch Wärme.

Zunächst benötigt man noch Kopfbedeckung, Sonnenbrille und natürlich auch das Lieblingseis. Quelle: WetterOnline

Markanter Wetterumschwung - Gewitter und Schnee
Nach ein paar sehr freundlichen Tagen mit Höchstwerten von 20 bis 25 Grad kommt am Wochenende Bewegung in die Wetterküche. „In den kommenden Tagen setzt sich das ruhige und sonnige Wetter fort. Dabei erwärmt sich die Luft auf Werte zwischen 20 und 25 Grad. Erst im Laufe des Wochenendes steigt besonders in der Südhälfte das Schauer- und Gewitterrisiko. In der Nordhälfte bleibt es aber noch lange trocken.“, erklärt Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline.

„Am Sonntag leitet eine Kaltfront mit Schauern und Gewittern einen markanten Wetterumschwung ein. Vor allem in der Südhälfte können diese auch mal kräftiger ausfallen. Mit einem auf Nordwest drehenden Wind strömt anschließend Polarluft ins Land.“  In der neuen Woche schaut nach derzeitigem Stand kurzzeitig der Winter mit Schneeregen- oder Schneefällen im Süden vorbei. „Ob es die Flocken dabei bis in tiefe Lagen schaffen, bleibt noch unsicher.“, schränkt Heck ein.

So entsteht Schnee
Wenn alle Bedingungen gegeben sind, kann es auch im Mai nach einer wärmeren Periode schneien. Damit Schnee entstehen kann, muss die Luft ausreichend Feuchtigkeit und Kondensationskerne enthalten. Das können zum Beispiel kleine Staub- oder Rußpartikel sein, die in der Luft schweben. Sinkt die Temperatur in der Höhe weit genug ab, so frieren die Wassermoleküle in der Luft an dem Kondensationskern fest und bilden ein Eiskristall.
„Damit Schnee entsteht, müssen die Temperaturen in den Wolken etwa minus 12 Grad betragen“, so Birgit Heck. Haben sich die Eiskristalle gebildet und sind schwer genug, fallen sie aufgrund der Schwerkraft langsam auf die Erde. Auf diesem Weg verhaken sich einzelne Kristalle miteinander und bilden so die typischen Schneeflocken.  

Schneeflocken könnten in der neuen Woche den Flieder weiß verzieren. Quelle: WetterOnline

Was ist dran an den Eisheiligen?

Bauernregeln warnen vor den frostigen Temperaturen mitten im Mai

Bonn/Duisburg, 04. Mai 2020 - „Vor Nachtfrost du nicht sicher bist, bis Sophie vorüber ist.“ Richtung Monatsmitte deutet sich eine Stippvisite der Eisheiligen an. Wie viel Wahrheit steckt in dem Volksglauben, dass es erst dann dauerhaft warm wird, wenn die Eisheiligen vorbei sind?

Vier frostige Herren und eine kalte Sophie

Im Süden und Osten sind bis zur Wochenmitte noch kurze Schauer drin. Sonst setzt sich freundliches Wetter durch und es wird wieder angenehm warm. Richtung Monatsmitte könnten die Eisheiligen aber mit kaltem Blick vorbeischauen.

Frost im Frühling – In der Zeit der Eisheiligen sind Kälteeinbrüche nicht ungewöhnlich. Foto WetterOnline

Als „Eisheilige“, manchmal auch „gestrenge Herren“ oder „Eismänner“ werden eine Reihe von katholischen Heiligen bezeichnet, deren Gedenktage in den Mai fallen. Dazu gehören vor allem die Heiligen Pankratius (12. Mai), Servatius (13. Mai) und Bonifatius (14. Mai), meist auch die heilige Sophia (15. Mai), in Norddeutschland außerdem der heilige Mamertus (11. Mai).
Glaubt man den Bauernregeln, dann ist in diesem Zeitraum häufig mit Kälteeinbrüchen und Bodenfrost zu rechnen. Diese Frostperioden können für empfindliche Pflanzen sowie Saatgut bedrohlich werden. Viele Landwirte, aber auch Hobbygärtner, bringen daher auch heute noch ihre Aussaat erst nach der „kalten Sophie“, also nach dem 15. Mai, auf die Felder.  

In diesen Regeln steckt tatsächlich ein Stück Wahrheit. Das bestätigt Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline: „Im Mai sind die Temperaturen in Mitteleuropa zwar in der Regel schon recht hoch, aber dennoch kann es immer noch zu Kälteeinbrüchen mit Frost kommen. Die Statistik zeigt, dass es im Mai fast regelmäßig noch einmal ein oder zwei Tage mit Bodenfrost gibt.“ 

Hohe Wahrscheinlichkeit für singuläre Kälte

Für das Phänomen frostiger Tage im frühlingshaften Mai gibt es auch einen meteorologischen Fachausdruck: „In der Sprache der Meteorologen sind die Eisheiligen eine sogenannte Singularität“, erläutert Birgit Heck. „So nennt man Wetterlagen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit um ein bestimmtes Datum herum eintreten und der eigentlichen Wettertendenz entgegenlaufen.“  

Frostige Tage können auch nach dem 15. Mai durchaus noch vorkommen. Das lässt sich nicht nur meteorologisch erklären: Die meisten Bauernregeln entstanden im Mittelalter, also in der Zeit vor der gregorianischen Kalenderreform von 1582. In dieser Reform wurden, um den Kalender besser an den tatsächlichen Sonnenlauf anzupassen, zehn Tage gestrichen. Bauernregeln, die fest an Gedenktage von Heiligen geknüpft sind, müssten folglich ebenfalls um zehn Tage korrigiert werden.  

Aussicht: Nur noch wenig Regen in Sicht
Zunächst sonniger und wärmer

Anfangs ist es im Osten und Süden des Landes noch häufiger nass. Dagegen scheint im Westen neben ein paar lockeren Wolken vielfach die Sonne. In den Nächten gibt es örtlich sogar noch Bodenfrost. „Ab der Wochenmitte ist es dann überall trocken und sonnig. Zudem strömt aus Südwesten wärmere Luft nach Deutschland. Im weiteren Wochenverlauf klettern die Höchstwerte fast im ganzen Land über 20 Grad. Am Oberrhein sind dann wieder bis zu 25 Grad drin.“, berichtet Birgit Heck.   

Am Wochenende breiten sich wahrscheinlich erneut Schauer und Gewitter aus, die im Süden auch kräftig ausfallen können. Zudem strömt mit nordwestlichem Wind kühlere Luft ins Land, sodass zum Start in die neue Woche nur noch Höchstwerte um 15 Grad erreicht werden. In den Nächten kühlt es regional bis zum Gefrierpunkt ab. „Solche Temperaturstürze sind um die Eisheiligen herum nicht ungewöhnlich.“, weiß Heck.  

Im Laufe der Woche wird es allmählich wieder freundlicher und wärmer. Die Natur könnte aber immer noch viel Regen gebrauchen.  Foto WetterOnline


Sonnigster und dritttrockenster April seit Messbeginn in Deutschland

Offenbach/Duisburg, 29. April 2020 – Der April gilt in Deutschland eigentlich als ein launischer Monat, der sich gerne wechselhaft und kühl zeigt. Das hat sich geändert. So war der April 2020 der sonnigste seit Aufzeichnungsbeginn. Er dürfte als dritttrockenster und siebtwärmster seit Beginn regelmäßiger Messungen in Erinnerung bleiben.
Zugleich zeigt die Klimastatistik des Deutschen Wetterdienstes (DWD): Deutschland erlebte nun den zwölften zu trockenen April in Folge. Das meldet der nationale Wetterdienst nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

Große Temperaturunterschiede zwischen Nord und Süd sowie Tag und Nacht
Mit 10,5 Grad Celsius (°C) lag im April 2020 der Temperaturdurchschnitt in Deutschland um 3,1 Grad über dem Wert der internationalen Referenzperiode 1961 - 1990. Verglichen mit der wärmeren Periode 1981 - 2010 betrug die Abweichung nach oben 2,2 Grad. Somit dürfte er der siebtwärmste April seit Messbeginn 1881 sein.
Dabei gab es oft ein deutliches Süd-Nord-Gefälle. So stieg die Temperatur am 17. in Wangerland-Hooksiel nördlich von Wilhelmshaven nur auf 9,2 °C, in Waghäusel-Kirrlach, nördlich von Karlsruhe, dagegen auf 26,5 °C und damit den bundesweit höchsten Wert des Monats. Zuvor war das Quecksilber am 1. verbreitet nochmals in den mäßigen, örtlich sogar strengen Frostbereich gesunken. Kältester Ort war Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge mit -12,0 °C. Viele wolkenlose Tage und sehr klare Luft sorgten häufig auch für außergewöhnliche Temperaturunterschiede von bis zu 25 Grad zwischen Tag und Nacht.

Während in Sohland an der Spree noch 23 Frostnächte auftraten, meldete Waghäusel-Kirrlach bereits acht Sommertage von über 25 °C. Zahlreiche Waldbrände im dritttrockensten April seit Messbeginn Mit knapp 17 Liter pro Quadratmeter (l/m²) erreichte der April 2020 kaum ein Drittel seines Solls von 58 l/m² und dürfte damit der dritttrockenste seit 1881 sein.

Trockener war der April nur 1893 mit 3,7 l/m² und 2007 mit 4,0 l/m² gewesen. An zahlreichen Stationen vor allem im Süden und der Mitte Deutschlands fiel vom 1. bis zum 27. kein messbarer Niederschlag. Meiningen in Thüringen meldete sogar seit dem 13. März nur 0,4 l/m². Die Böden, die sich im nassen Februar meist gut mit Feuchtigkeit gefüllt hatten, trockneten in den oberen Bodenschichten wieder aus, wodurch die Waldbrandgefahr gebietsweise auf die höchste Stufe stieg. Häufig brachen auch erste Feuer aus.

Sonnenscheinreichster April seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1951
2020 trumpfte der April mit außergewöhnlich viel Sonnenschein auf: Mit rund 294 Stunden kam er auf rund 190 Prozent des Solls von 154 Stunden. Das war etwas mehr als im bisherigen Rekordapril im Jahr 2007 mit 289 Stunden. Am längsten zeigte sich die Sonne nördlich von München mit rund 325 Stunden. Dort summierten sich die Sonnenstunden seit dem 13. März sogar auf etwa 500 Stunden.

Nordrhein-Westfalen war mit 11,3 °C (7,9 °C) ein warmes Bundesland. Es kam auf abgerundet 15 l/m² (62 l/m²) und etwa 295 Sonnenstunden (148 Stunden). Durch die Trockenheit brachen zahlreiche Brände aus. So wurden am 20. bei Gummersbach 75 und bei einem mehrere Tage wütenden Feuer bei Niederkrüchten an der niederländischen Grenze 10 ha Wald und Heide zerstört.


Frischer in den Wonnemonat Mai

Auf Aprilwetter folgt Frühsommer

Bonn/Duisburg, 29. April 2020 - Mit launigem und zeitweise nassem Aprilwetter geht es in den Mai. In der nächsten Woche machen die Temperaturen dann einen Sprung nach oben. Allerdings stehen wohl auch kräftige frühsommerliche Gewitter auf dem Programm.

Viele Wolken und schauerartiger Regen

Zum Ende des Monats passt sich das Wetter der Jahreszeit an. Bei launigem, aber mit bis zu 20 Grad nicht besonders kühlem Aprilwetter kommt es immer wieder zu Schauern und gebietsweise auch zu Gewittern. Am meisten Regen fällt bis zum langen Wochenende voraussichtlich im Süden, aber auch in vielen anderen Landesteilen wird es endlich nass. Dennoch gilt dies wahrscheinlich nicht für alle Regionen. Die Temperaturen ändern sich bis zum Sonntag kaum und erreichen meist Höchstwerte zwischen 14 und 19 Grad. Kühler ist es im Küstenumfeld. 

Frisches Maigrün: Die Natur freut sich über das derzeitige Wetter mit zum Teil kräftigen Schauern. Foto WetterOnline

Trockenheit wird gemildert

Was die Hoffnung auf ein sonniges Wochenende auf Terrasse oder Balkon dämpft, lässt Land- und Forstwirte in vielen Regionen aufatmen: Die Regengüsse führen vielerorts zu einer deutlichen Entspannung der bisherigen Trockenheit. „Vor allem Pflanzen benötigen die anstehenden Niederschläge dringend zum weiteren Wachstum. Die Böden sind zumindest oberflächlich in weiten Teilen des Landes ausgetrocknet. Pflanzen, die nur flach in der Erde wurzeln, leiden daher besonders unter der extremen Trockenheit.
Gefährdet sind sowohl das Sommergetreide als auch Raps oder Mais. Selbst das Gras vieler Wiesen wächst nur noch verhalten, ist aber gerade auch jetzt als Frischfutter fürs Vieh besonders wichtig.“, erklärt Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline. Auch Allergiker profitieren von der Wetterlage. „Endlich ist es wieder möglich durchzuatmen, denn der Regen wäscht viel Blütenstaub aus der Luft und die Pollenkonzentration wird deutlich verringert.“, so Heck. 

Ausblick

In der nächsten Woche gelangt aus südwestlicher Richtung dann frühsommerlich warme Luft zu uns. Kombiniert mit Sonnenschein geht es mit den Temperaturen voraussichtlich steil bergauf, sodass in den wärmsten Regionen sogar die 30-Grad-Marke immer näher rückt. Begleitet werden kann das Ganze jedoch ziemlich schnell von neuen Schauern und Gewittern, die in schwüler Luft kräftig ausfallen können. 



Bodenfeuchte in Deutschland im April ungewöhnlich gering

Vegetationsperiode 2020 zwei Wochen früher 

 

Offenbach am Main/Duisburg, 21. April 2020 – Durch die milde Witterung im Winter 2019/2020 begann die Vegetationsperiode in diesem Jahr bereits Mitte März, fast zwei Wochen früher als im vieljährigen Mittel. Nahezu zeitgleich setzte eine sehr niederschlagsarme Witterung ein. Nach Berechnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) fielen vom 14. März 2020 bis zum 18. April 2020 verbreitet weniger als 10 Liter pro Quadratmeter (l/m²) Niederschlag (Abb. 1).

Zugleich sorgte an vielen Tagen Sonnenschein, sehr trockene Luft und zeitweise auch frischer bis starker Wind für hohe Verdunstungsraten von etwa 6 l/m² am Tag. Der Wasserbedarf der Pflanzen war in diesem Zeitraum also deutlich höher als die Niederschlagsmenge und musste aus dem im Boden gespeicherten Wasser gedeckt werden. Eine Folge: Vielerorts war der potentielle Wasserbedarf der Vegetation im genannten Zeitraum deutlich größer als die Wassermenge, die durch den Bodenwasserspeicher in der durchwurzelten Bodenzone zur Verfügung gestellt werden konnte.

Tobias Fuchs, Vorstand Klima und Umwelt des DWD: „Die Folgen konnten viele von uns bei Spaziergängen in der Natur oder im eigenen Garten beobachten: Die oberen Bodenschichten sind ausgetrocknet. In einigen Gebieten Deutschlands ist die Bodenfeuchte jetzt schon auffällig niedrig.“

 

Austrocknung der oberen Bodenschichten ist im Frühling normal 

Allerdings ist, so der DWD, eine allmähliche Austrocknung der Böden mit Einsetzen der Vegetationsperiode im Frühling ein normaler Vorgang. In den meisten Regionen Deutschlands ist der Bodenwasserspeicher im Mittel am Ende des Winters aufgefüllt.
Das entspricht dann einer nutzbaren Feldkapazität (nFK) von rund 100 Prozent. In einem Jahr mit durchschnittlichen Niederschlägen ist der Wasserbedarf der Vegetation im Frühling und Sommer höher als die mittleren Niederschlagsmengen in diesem Zeitraum. Dadurch trocknen die Böden in den Schichten bis 60 cm Tiefe bis zum Ende des Sommers auf Werte um die 50 Prozent nFK (eher trockene Regionen) bis 80 Prozent nFK (niederschlagsreiche Regionen) aus. Fotos/Grafiken DWD

 

Im Winter 2019/2020 (Abb. 3, Abb. 4) wurden die Bodenwasserspeicher in Deutschland gut gefüllt, im Februar fiel in weiten Teilen Deutschlands sogar das Zwei- bis Dreifache der üblichen Niederschlagsmenge. Lediglich in der Region vom Thüringer Becken über das südliche Sachsen-Anhalt bis zur Lausitz blieb die Auffüllung  unvollständig.  

 

Ausblick über die weitere Entwicklung der Trockenheit 

Bis Freitag, 24. April 2020, sagt der DWD trockenes, sonniges und zunehmend warmes Wetter voraus. Zugleich erhöhen sehr trockene Luft und kräftiger Ostwind die Verdunstung. Das führt zu weiter sinkenden Bodenfeuchtewerten und einer hohen bis sehr hohen Waldbrandgefahr im Bereich östliches Niedersachsen bis nach Brandenburg sowie im Süden und Südwesten Deutschlands (Aktuelle Details: www.dwd.de/waldbrand).

Am Wochenende nimmt dann der Hochdruckeinfluss ab und Niederschläge werden lokal etwas wahrscheinlicher.
Fuchs: „Die Regenmengen, mit denen wir ab dem Wochenende rechnen können, dürften aber vorerst nicht ausreichen, um die aktuelle Trockenheit flächendeckend und nachhaltig zu beenden.“ Ob der Mai nach dem voraussichtlich sehr trockenen April mehr Niederschlag bringt, lasse sich zurzeit noch nicht abschätzen. Ein Blick ins Klimaarchiv des DWD zeige nur: „Nach zu trockenen Aprilmonaten traten in der Vergangenheit trockene und nasse Maimonate etwa gleich häufig auf.“

  

Fachlicher Hinweis:

Die Bodenfeuchte ist neben der Witterung sowohl von der Art des Bodens als auch vom Bewuchs abhängig. Für seine vergleichenden Abschätzungen hat der DWD daher angenommen, dass es sich bei der Bodenart um einen sandigen Lehm und beim Bewuchs um Gras handelt. Die Bodenfeuchteberechnungen beziehen sich soweit nicht anders angegeben auf die obersten 60 cm. Die Bodenfeuchte wird in Prozent der nutzbaren Feldkapazität (nFK) angegeben. Die nutzbare Feldkapazität ist eine Größe für das pflanzenverfügbare Wasser im Boden. Bei 100 Prozent nFK kann der Boden kein weiteres Wasser aufnehmen und dauerhaft gegen die Schwerkraft halten. Bei 0 Prozent nFK können die Pflanzen dem Boden kein weiteres Wasser mehr entziehen (Welkepunkt).

 

So ensteht Wind

Unablässiges Streben nach Ausgleich
Bonn/Duisburg, 21. April 2020 - Trotz des strahlend blauen Himmels und der Sonne, weht zurzeit ein strammer Ostwind. Aber wie kommt es eigentlich zu der deutlich spürbaren Bewegung der Luft?

Ostwind lässt zurzeit Kirschblütenblätter „schneien“. Quelle: WetterOnline

Luftdruckausgleich sorgt für Bewegung
Hoch Odilo beschert uns in den kommenden Tagen sonniges und im Süden warmes Wetter. Dazu weht ein strammer Ostwind, der aber nach Wochenmitte nachlässt. Doch wie entsteht der Wind, der zurzeit die Freude am sonnigen Wetter etwas abkühlt?
Über Frankreich und den Alpenländern befinden sich dichte Wolken eines Tiefs über Südeuropa. Zwischen diesem und einem Hoch über Skandinavien wird der östliche Wind über Mitteleuropa wie in einer Düse eschleunigt.
Der Wind ist dabei nichts anderes als die Bewegung der Luft, die dazu dient, Luftdruckunterschiede zwischen dem Hoch und dem Tief auszugleichen. Ähnlich wie bei einem aufgeblasenen Luftballon, aus dem man die Luft entweichen lässt, bläst der Wind dabei immer vom hohen Luftdruck weg hin zum tiefen Luftdruck. Aufgrund der Drehung unserer Erde geschieht dies aber nicht geradlinig, sondern winkelförmig abgelenkt. Verantwortlich hierfür ist die sogenannte Corioliskraft. Dabei handelt es sich um eine Schein- oder Trägheitskraft, die die Luft quer zur eigentlichen Bewegung ablenkt.


Beispiel Land-See-Wind
Kleinräumig sieht dies aber anders aus. Dort spielt die Drehung der Erde kaum eine Rolle. Anhand des an den Küsten verbreiteten Land-See-Windes, kann man die Entstehung des Windes besonders gut veranschaulichen: Wenn die Sonne tagsüber das Land aufheizt, steigen die Luftmoleküle auf. Über dem Land fehlt daraufhin sozusagen die Luft und es herrscht tiefer Luftdruck. Über dem Meer hingegen bleibt die Luft tagsüber kühler, dort sinken die Moleküle ab. Unten sind dort folglich mehr Luftmoleküle und es herrscht demnach hoher Luftdruck. Um den Druck auszugleichen, wandern die Moleküle vom Hoch zum Tief. Diese Bewegung macht sich als Wind bemerkbar.


Vom lauen Lüftchen zum Tornado
Je stärker die Luftdruckunterschiede sind, desto stärker ist der Wind. Die Windstärke wird in Beaufort angegeben. Die Beaufortskala klassifiziert die Windstärken in 13 Windstärkenbereiche von 0 bis 12. Dabei bedeutet Windstärke 0 windstille, bei Windstärke 9 spricht man von einem Sturm. Dann weht der Wind mit 75 Stundenkilometer und erste Äste können abbrechen. Ein Orkan fegt mit 118 Stundenkilometer übers Land und hat die Windstärke 12. Die höchste Geschwindigkeit, die jemals gemessen wurde, erreichte ein Tornado
mit einer Geschwindigkeit von etwa 500 Stundenkilometer.


Bäume vom Land-See-Wind geformt: Windflüchter auf dem Darss. Quelle: WetterOnline

Darum ist der April so trocken und sonnig

Besondere Wetterlage hält sich zäh


Bonn/Duisburg, 20. April 2020 - Die Trockenheit nimmt stetig zu. Chancen auf Regen gibt es kaum. Grund dafür ist eine besondere, hartnäckig andauernde Wetterlage.
Hochdruckgebiete dominieren
Sonnenschein von früh bis spät hat uns bisher fast jeden Tag im April begleitet und wird es auch weiterhin tun. Aktuell befindet sich Deutschland mitten in einer sogenannten "blockierenden Wetterlage".

Seit einer Wetterumstellung Mitte März dominieren dabei vor allem Hochdruckgebiete das Wettergeschehen in weiten Teilen Europas. Momentan liegt der Schwerpunkt des hohen Luftdrucks über der Nordsee und verlagert sich nur sehr langsam. Eine Folge davon ist besonders im Norden weiter andauernde Trockenheit. Zwar kommen am Wochenende in der Südhälfte örtlich einzelne Schauer herunter, mehr als 10 Liter pro Quadratmeter sind aber wohl nicht zu erwarten. Und regional bleibt es auch dann weiter trocken.

 „High-over-Low-Lage“ verhindert Regen

"High-over-Low" bedeutet auf Deutsch: "Hoch-über-Tief" und beschreibt die aktuelle Wetterlage über Europa sehr genau. Quelle: WetterOnline

Grund dafür ist die spezielle Form der blockierenden Wetterlage: "High-over-Low". Dabei liegt das Hochdruckgebiet, in diesem Fall das Hoch ODILO, im Norden Europas, wo sich normalerweise das Islandtief befindet. Dagegen liegt ein Tief im Süden, wo in der Regel das Azorenhoch für sonniges Wetter sorgen würde. Die atlantischen Tiefs werden abgelenkt und um das Hoch herumgeführt. Ihr Regen kommt in Deutschland nicht an.
Neben der Trockenheit sind die Gebiete, die unter dem Einfluss des Hochs stehen, auch von großen Temperaturunterschieden geprägt. In Deutschland ist dies aktuell der Fall. Während an den Küsten gerade so die 10-Grad-Marke geknackt wird, ist es im Süden schon frühsommerlich warm. Die quasi umgedrehte Wetterlage erkennt man auch an einem kräftigen Ostwind. Normalerweise dominieren bei uns Westwinde.

Die Folgen ausgeprägter Trockenheit für die Natur sind nicht mehr zu übersehen. Quelle: WetterOnline

Aussicht
Bis zum Wochenende bleibt uns das verbreitet sonnige Wetter noch erhalten. Nach Wochenmitte wird im gesamten Land wieder die 20-Grad-Marke geknackt. Anschließend deutet sich eine Wetterumstellung an. 
In den kommenden Tagen hat Hoch ODILO weiterhin das Sagen über Mitteleuropa. Es beschert uns bis zum Wochenende viel Sonnenschein, aber eben auch einen besonders anfangs kräftigen Wind. 

Am Wochenende gibt es Hoffnung auf Regen, denn die Wetterlage stellt sich wohl langsam um. Tiefs nähern sich und bringen Schauer, teils mit Blitz und Donner. Danach kühlt es sich jeden Tag ein bisschen ab. Nach derzeitigem Stand wird es in der neuen Woche mit steigendem Luftdruck wieder trockener. Fest steht dies allerdings noch nicht. Ein Fortbestehen des wechselhafteren Wetters ist ebenso möglich.
 


Ostern noch warm mit Schauern

Nur kurzzeitig kühler

Bonn/Duisburg, 08. April 2020 - Die Hochs geben sich beim Wetter die Klinke in die Hand. Nur am Ostersonntag und -montag gibt es Hoffnung auf den dringend nötigen Regen. Nach kurzer Abkühlung geht es anschließend wieder steil bergauf mit den Temperaturen.

Zum Start ins Osterwochenende scheint häufig die Sonne. Erst am Ostersonntag werden die Regengüsse etwas zahlreicher. Es bleibt sehr warm. Quelle: WetterOnline

Wolkiger mit wenig Regen

Nach einem wolkigeren Donnerstag scheint zum Start ins lange Osterwochenende wieder häufig die Sonne. „Das Schauerrisiko ist dabei anfangs gering. Erst am Ostersonntag werden die Regengüsse etwas zahlreicher. Dazu bleibt es für die Jahreszeit sehr warm. Nur in der Nordosthälfte wird es kurzzeitig spürbar kühler. Nachts gibt es dort verbreitet Bodenfrost.“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline. „Ab Karsamstag kehrt die Wärme aber zurück. Zum Start in die neue Woche erwartet uns landesweit eine deutliche Abkühlung. Ausreichend Regen ist in den meisten Regionen jedoch nicht in Sicht.“, so Habel.

Wärme kommt zurück

Nach letzten Tropfen oder Flocken im Südosten übernimmt nach Ostern wohl rasch ein neues Hoch die Regie am Himmel. „Fast überall setzt sich dann wieder die Sonne durch. Dabei geht es mit den Temperaturen schnell bergauf. Nach derzeitigem Stand zeigt das Thermometer zur Wochenmitte erneut Spitzenwerte um 20 Grad oder darüber an. Dazu präsentiert sich der Himmel vielfach blau.“, berichtet der Meteorologe. Der ausbleibende Regen ist für Aufenthalte auf Balkon und Terrasse gerade in der jetzigen Zeit willkommen. Er wird in vielen Landesteilen aber immer mehr zum Problem. Gerade jetzt brauchen Natur und Pflanzen das Wasser.

Trockenheit problematisch - Waldbrandgefahr

Die vergangenen Wochen waren sehr trocken. Besonders in den obersten Schichten ist der Boden mittlerweile ausgetrocknet. Durch die Trockeneit kommt es örtlich schon zu Wald- oder Moorbränden. Die Waldbrandgefahr bleibt auch in den nächsten Tagen in vielen Landesteilen hoch.


Corona-Krise macht Vorhersagen unsicher

Weniger Flugzeuge sammeln Wetterdaten

Bonn/Duisburg, 02. April 2020 - Durch die Corona-Krise ist es zu einem dramatischen Einbruch von Wetterdaten gekommen. Verantwortlich dafür ist vor allem der Rückgang des Flugverkehrs.

Flugzeuge sammeln während ihres Fluges wichtige Wetterdaten.  Fehlende Daten von Flugzeugen sorgen dafür, dass Unwetter schwerer vorherzusagen sind. Quelle: WetterOnline

Wetterdaten sind knapp

Ein Blick nach oben zeigt es: Am ungetrübten blauen Himmel fehlen nicht nur Wolken, sondern auch Verkehrsflugzeuge. Durch die Eindämmung der Corona-Pandemie ist der Luftverkehr fast zum Erliegen gekommen. Flugzeuge haben aber zuvor zu tausenden Wetterdaten an die Bodenstationen gefunkt. „Eine geringere Anzahl von Flugzeugen in der Luft, die während ihres Fluges wichtige Wetterdaten über den Ist-Zustand der Atmosphäre sammeln, ist für die Meteorolgen ein großes Problem. Es fehlen schlichtweg Daten. Zu diesen Wetterdaten gehören Temperaturen, Windgeschwindigkeiten und -richtungen, sowie Angaben über die Luftfeuchtigkeit.“, erklärt Matthias Habel, Meteorolge und Pressesprecher von WetterOnline. 

Weniger Prognosegenauigkeit

„Im März sanken die Wetterdaten von mehr als 700.000 auf wenige Tausend pro Tag. Fehlende Datensätze sorgen dafür, dass Unwetter schwerer vorherzusagen sind. Damit erhöht sich das Risiko für Länder, die mehr Vorlauf brauchen, um sich auf Wetterkatastrophen vorzubereiten. Zudem werden Wettervorhersagen unzuverlässiger.“, so Habel.  



Zeichen stehen auf Frühlingswärme - Kaum Regen in Sicht

Bonn/Duisburg, 31. März 2020 - In den nächsten Tagen bleibt es trotz Sonne recht frisch und nachts frostig kalt. Das Wetter am Wochenende wird richtig schön und deutlich wärmer. Auch die Woche vor Ostern geht mild, aber wechselhafter weiter.

Wetter janusköpfig

Hoch KEYWAN sorgt bis Donnerstag für eine Zweiteilung beim Wetter. Während südlich des Mains häufig die Sonne scheint, ist es in der Nordhälfte bewölkter und gebietsweise fallen ein paar Tropfen. „Die Höchstwerte gehen nur zögerlich nach oben. Lediglich entlang des Rheins wird die 10-Grad-Marke überschritten. In den Nächten bleibt es weiterhin frostig. Am Freitag bringt ein Tief besonders im Norden kurzzeitig etwas wechselhafteres Wetter. Dann sind auch die kalten Nächte fast überall vorbei.“, berichtet Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline.

Auch in der nächsten Zeit scheint oft die Sonne und der Frühling läuft zur Hochform auf. Quelle: WetterOnline

Temperatursprung

Am Wochenende strömt warme Mittelmeerluft nach Deutschland. „Dadurch machen die Temperaturen einen Satz nach oben. Die Höchstwerte liegen dann häufig um 15 Grad, teils sind sogar schon 20 Grad drin. Nach derzeitigem Stand scheint fast überall die Sonne. In der Karwoche kommt die Frühlingsluft auch an den Küsten an.“, erklärt Habel. „Ab Dienstag wird es wohl von Nordwesten her wechselhafter. Jedoch bleibt uns die milde Luft wahrscheinlich noch erhalten.“, schränkt der Meteorologe ein. Viel Regen deutet sich auch bis Ostern nicht an. 

Die Frühlingssonne lässt es bald überall grünen und blühen. Quelle: WetterOnline

Regen bleibt Mangelware

Seit Mitte März hat es in einigen Landesteilen kaum geregnet und wenn die Wettermodelle recht behalten, ist auch bis weit in den April hinein verbreitet mit kaum Regen zu rechnen. Die Waldbrandgefahr bleibt somit bestehen und in manchen Regionen nimmt zumindest in den oberen Bodenschichten die Trockenheit deutlich zu.



Ein sehr sonniger, milder März mit etwas zu wenig Niederschlag

Offenbach/Duisburg, 30. März 2020 - Der März 2020 verlief in Deutschland insgesamt zu mild und bei weit über dem Durchschnitt liegendem Sonnenschein etwas zu trocken. Zwar schwächte sich die starke Tiefdrucktätigkeit über dem nordatlantisch-europäischen Raum im Vergleich zum Februar deutlich ab, dauerte aber zunächst noch weiter an. So setzte sich die windige, niederschlagsreiche und milde Westlage bis ins zweite Märzdrittel fort.
Ab der Monatsmitte bestimmte hoher Luftdruck mit viel Sonnenschein im ganzen Bundesgebiet das Wettergeschehen. Dabei wanderte in der letzten Dekade ein Hochdruckgebiet über Nordeuropa hinweg ostwärts – eine Wetterlage, wie sie im gesamten Winter nicht vorgekommen war. Dadurch gelangte mit starkem Ostwind kalte Luft aus Nordosteuropa nach Deutschland. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

Auf zunächst warme Tage folgte ab dem 21. März ein Temperatursturz Der Temperaturdurchschnitt in Deutschland lag im März mit 5,3 Grad Celsius (°C) um 1,8 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Verglichen mit der wärmeren Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung nach oben 1,0 Grad. In den ersten beiden Dekaden lag Deutschland meist im Zustrom milder oder warmer Luft aus Südwest bis West.

In Garmisch-Partenkirchen kletterte das Quecksilber dabei am 12. auf 22,3 °C - der bundesweit höchste Wert im März 2020. Am 20. ging das warme Frühlingswetter mit einem Temperatursturz jäh zu Ende: Konnte man z.B. in Regensburg am 20. nachmittags noch 20 °C ablesen, so waren es am 21. nur noch 4 °C. An den Folgetagen blieben die Maxima trotz uneingeschränkten Sonnenscheins oft im einstelligen Bereich, nachts traten verbreitet mäßige, vereinzelt sogar starke Fröste auf.

Vielerorts wurden nun die tiefsten Werte des ganzen Winterhalbjahres erreicht. Carlsfeld im Erzgebirge meldete am 23. mit -11,4 °C die bundesweit tiefste Temperatur des Monats. Am 27. und 28. wurde es vorübergehend nochmals wärmer. Viel Niederschlag im Schwarzwald, im Osten deutlich trockener Der März blieb mit rund 50 Litern pro Quadratmeter (l/m²) um zehn Prozent unter seinem Soll von 57 l/m². Die niederschlagsreiche Witterung, die bereits im Februar begonnen hatte, hielt noch in den ersten beiden Märzwochen an.
Vor allem im Schwarzwald erreichten dabei manche Messstellen bis zum 10. bereits ihr Monatssoll. Dort fiel mit teils über 200 l/m² auch der bundesweit meiste Regen und Schnee. Allein am 5. kamen in Utzenfeld nahe dem Feldberg 63,0 l/m² zusammen. Zahlreiche Stationen im Osten meldeten dagegen im ganzen Monat weniger als 20 l/m².

Einer der sonnenscheinreichsten Märze seit Messbeginn 1951 Mit etwa 175 Stunden übertraf der März 2020 sein Soll von 111 Stunden um 57 Prozent. Er dürfte damit der viertsonnigste März seit Messbeginn 1951 sein. Am längsten zeigte sich die Sonne an der Nordseeküste und an der Donau mit bis zu 210 Stunden. In Oberfranken und im Allgäu schien sie dagegen örtlich weniger als 150 Stunden. Das Wetter in den Bundesländern im März 2020 (In Klammern stehen jeweils die vieljährigen Mittelwerte der intern. Referenzperiode)

Im März 2020 war Nordrhein-Westfalen mit 6,2 °C (4,5 °C) das zweitwärmste und mit etwa 70 l/m² (71 l/m²) das zweitniederschlagsreichste Bundesland. Die Sonnenscheindauer kam mit annähernd 180 Stunden auf 174 Prozent des Klimawertes (103 Stunden).

Paradox, aber wirksam: Eis als Frostschutz für Obstbäume

Bonn/Duisburg, 27. März 2020 - Sehr milde Luft hat unser Wetter im Februar und Anfang März geprägt. Daher ist die Natur bereits früh erwacht und vielerorts blühen schon die Obstbäume. Obstbauern kämpfen derzeit mit außergewöhnlichen Methoden gegen den Frost.

Temperatursturz zum Wochenstart
Der Winter hat anscheinend noch etwas nachzuholen: Nach mildem Start ins Wochenende bringt eine Kaltfront Schnee bis in tiefe Lagen. Die unterkühlte Wetterlage mit Frost und vielleicht sogar weiteren Flocken hält bis in den April hinein an. „Zum Sonntag gibt es mit einem kräftig auffrischenden Nordwind einen Temperatursturz. Die neue Woche startet frostig und verläuft kühl und überwiegend trocken, aber weniger sonnig als derzeit.“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline.
„Nachts gibt es teils Frost um minus 5 Grad, tagsüber wieder einen unangenehm kalten Wind. Ab Wochenmitte deutet sich sogar ein neuer Schwall Polarluft an. Dies würde pünktlich zum Start in den April klassisches Aprilwetter mit einem Wechsel aus Sonne und einzelnen Schneeregenschauern bedeuten.“, berichtet der Meteorologe.

In einem dicken Eispanzer sind die Obstblüten vor Frost geschützt. - Bild WetterOnline

Gefahr für Obstbäume
Frostige Nächte sind für die bereits blühenden Obstbäumen eine Gefahr. Die empfindlichen Blüten können in der eisigen Luft erfrieren. Ausgerechnet Eis erweist sich als geeigneter Schutz. Die Bäume werden bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt mit Wasser beregnet. Ganze Plantagen verwandeln sich dann in bizarre Eiswelten. Wie ein schützender Panzer legt sich das Eis um die Äste, wobei die sogenannte Erstarrungswärme entsteht. Dadurch werden die Blüten vor dem Erfrieren geschützt.
„Die Erstarrungswärme, die man auch Kristallisationswärme nennt, entsteht dann, wenn ein Stoff seinen Aggregatzustand von flüssig zu fest ändert. Wenn die Obstbäume mit einem Wassernebel berieselt werden, hält die beim Gefrieren des Wassers freiwerdende Kristallisatioswärme die Temperatur des Eises bei 0 Grad. Die darin eingschlossenen Blüten werden so vor Frost geschützt.“, erklärt Habel.

Eine andere Methode zum Schutz der Pflanzen vor Frost ist das nächtliche Aufstellen von brennenden Frostkerzen. Die Weinbauern stellen diese zwischen die Reben, damit die kleinen Feuer dort Wärme abgeben – jedes Grad zählt.


Obstbauern besprühen die Bäume mit Wasser, um die Blüten mit Eis zu bedecken, damit sind diese vor Frost geschützt - Bild WetterOnline

Pflanzen im Garten
Gartenfreunde müssen sich in den kommenden Nächten um ihre Freilandpflanzen sorgen. Wer schon Spinat, frühe Karotten, Radieschen oder Zwiebeln ausgesät hat, sollte diese zur Sicherheit mit Folie abdecken, um Frostschäden zu vermeiden. Empfindliche Topfpflanzen sollte man besser noch einmal ins Haus holen, wenn Platz dafür da ist.

Am Sonntag werden die Uhren vorgestellt

Seit mehr als 40 Jahren geht es mit Mini-Jetlag in die Sommerzeit

Am Sonntagmorgen wird die Uhr um eine Stunde vorgestellt. Tipp: Im Frühjar Plus - Im Herbst Minus. Für den Körper ist die Zeitumstellung, egal ob im März oder im Oktober, ein wenig anstrengend - Bild WetterOnline

Bonn/Duisburg, 26. März 2020 - Jährlich wird die Uhr am frühen Morgen des letzten Sonntages im März von 2 auf 3 Uhr vorgestellt. In diesem Jahr ist das am 29. März der Fall. Damit wird es dann morgens später hell und abends später dunkel. Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe bei WetterOnline, erklärt: „Die meisten Menschen hätten am liebsten das ganze Jahr über die Sommerzeit. Jedoch wäre eine ganzjährige Winterzeit biologisch gesehen viel gesünder für uns, weil sie besser zu unserem Tagesrhythmus passt.“  

Eine Stunde Schlaf geraubt. Ein Großteil der Deutschen lehnt die Zeitumstellung ab.
Bild WetterOnline

Zeitumstellung – auch die innere Uhr wird gestört
Anfang 2019 sprach sich das EU-Parlament für eine Abschaffung der Zeitumstellung im Jahr 2021 aus. Ob sich die Mitgliedsstaaten bis dahin auf eine einheitliche Regelung geeinigt haben, steht noch im Raum. Der Grund für die Abschaffung: Ein Großteil der deutschen Bevölkerung lehnt mittlerweile die Zeitumstellung generell ab. Dies hat meist eine biologische Ursache: Die „innere Uhr“.
Diese steuert den Stoffwechsel und den Schlaf-Wach-Rhythmus und wird durcheinandergebracht. Der Körper braucht oftmals ein bis zwei Wochen, um sich auf die neue Zeit einzustellen. Auch in den Köpfen sorgt die Zeitumstellung für Verwirrung, selbst wenn mittlerweile Smartphones, Computer und Co. die neue Uhrzeit automatisch anpassen.

Energie sparen durch die Sommerzeit?
Warum müssen wir überhaupt Jahr für Jahr unsere Uhren auf die Sommerzeit umstellen? Ihren Ursprung hat die Sommerzeit im Kriegsjahr 1916, als man im deutschen Kaiserreich versuchte, durch das längere Tageslicht Energie zu sparen. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Zeitumstellung mehrmals ab- und wieder angeschafft. Schon seit mehr als 40 Jahren stellen wir nun regelmäßig im März unsere Uhr auf die Sommerzeit um.
Die Idee Energie zu sparen hat sich allerdings als Illusion entpuppt: Zwar ist es im Sommer länger hell, weshalb wir weniger Strom für die Beleuchtung verbrauchen, dafür wird jedoch im Frühjahr und Herbst in den Morgenstunden mehr Energie für das Heizen benötigt – die Umstellung dient demnach nicht einmal dem Geldbeutel. 
 

Sonntag: Schnee bis in tiefere Lagen- Spätwinter will nicht weichen

Schneefallgrenze sinkt

Besonders in den Staulagen der Nordalpen sind von Sonntag bis Dienstag stellenweise mehr als 30 Zentimeter Neuschnee wahrscheinlich. Quelle: WetterOnline


Bonn/Duisburg, 26. März 2020 - Der Spätwinter will sich noch nicht endgültig verabschieden. „Am Sonntag dreht der Wind auf Nord und lenkt erneut Polarluft zu uns. Dabei rieseln regional bis ins Flachland Flocken, meist wird das in Form von kurzen Schauern sein. Teils sind diese auch mit Graupel vermischt.“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline.

„Zuerst gibt es in den östlichen Mittelgebirgen ein paar Zentimeter Neuschnee. Südlich der Donau schneit es zunächst oberhalb von 800 bis 1000 Meter Höhe. Im Tagesverlauf wird es dort von Norden her kälter, sodass die Schneefallgrenze bis in tiefere Lagen sinkt. Dann wird es wahrscheinlich auch im Großraum München weiß. Der Schneefall in den Allgäuer und Bayerischen Alpen hält längere Zeit an. Nach jetzigem Stand kommen von Sonntag bis Dienstag 20 bis 40 Zentimeter Neuschnee zusammen.“, berichtet Habel. Es ist durchaus möglich, dass nur der Osten und Südosten etwas Schnee abbekommen. Andere Wettermodelle berechnen auch für den Westen Niederschläge.

Sonntag: Schnee bis in tiefere Lagen. Quelle: WetterOnline

 

Deutscher Wetterdienst erfüllt seine Kernaufgaben trotz Corona-Krise

 Offenbach/Duisburg, 26. März 2020 – Der Deutsche Wetterdienst (DWD) kann trotz der weltweiten Corona-Pandemie seine zentralen gesetzlichen Aufgaben nach wie vor erfüllen. Dazu gehören vor allem die Warnung der Bevölkerung vor Wettergefahren, die Unterstützung des Katastrophenschutzes bei gefährlichen Wetterlagen und die Sicherung des Land-, Luft- und Seeverkehrs durch meteorologische Informationen und Beratungen.

Prof. Dr. Gerhard Adrian, Präsident des DWD: „Unser wichtigstes Ziel ist, alle für die Daseinsvorsorge und den Betrieb der Infrastrukturen in Deutschland unverzichtbaren Aufgaben des DWD auch in der Corona-Krise rund um die Uhr zu erfüllen.“ Der DWD hoffe, dieses Ziel auch bei steigenden Zahlen kranker oder unter Quarantäne stehender Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erreichen zu können - durch flexiblen Personaleinsatz und die Priorisierung von Aufgaben sowie eine Anpassung betrieblicher Abläufe.
Adrian: „Die Beschäftigten des Deutschen Wetterdienstes in ganz Deutschland haben in dieser außergewöhnlichen Lage die Ärmel hochgekrempelt. Das Team zeigt einen enormen Einsatz und die notwendige Flexibilität - obwohl das für viele Mitarbeitenden und ihre Familien sehr belastend ist. Ich bin deshalb optimistisch, dass wir unsere Aufgaben auch weiterhin erfüllen können.“

Beim DWD arbeiten - um das Ansteckungsrisiko zu minimieren und die Gefahr der Schließung von sicherheitsrelevanten Bereichen im DWD einzugrenzen - bisher rund 750 der etwa 2300 Beschäftigten zeitweise oder ganz im Homeoffice. Der nationale Wetterdienst hat ein rund 500 Expertinnen und Experten umfassendes Notfallteam zusammengestellt, um zum Beispiel den 24stündigen Betrieb seiner umfangreichen Infrastruktur einschließlich Großrechenzentrum, der Wettervorhersagebereiche und vor allem der Flugwetterwarten an den wichtigsten deutschen Flughäfen sicher zu stellen.
Ohne Wetterbeobachtung vor Ort müssten die Flughäfen schließen. Adrian: „Wir sind froh, dass bisher nur eine Handvoll Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Quarantäne sind.“ Mit der weiteren Ausbreitung der Epidemie in Deutschland dürfte die Personalsituation aber auch beim DWD schrittweise kritischer werden. Der DWD-Krisenstab bereitet sich bereits in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur darauf vor. Falls Leistungen eingeschränkt werden müssten, wird der DWD seine Partner, Kunden und die Öffentlichkeit kurzfristig informieren.

Trotz Frost kaum Reif und Eis

Sibirische Luft und Sonnenstand Verursacher


Bonn/Duisburg, 25. März 2020 - Vielleicht ist es dem einen oder anderen schon aufgefallen: Trotz verbreitet frostigen Nächten gibt es morgens kaum Raueis auf den Wiesen. Auch die Pfützen frieren bei deutlichen Minusgraden vielfach nicht zu. Doch für beide Phänomene gibt es einfache Erklärungen.

Sibirische Kontinentalluft 

Das sonnige Hochdruckwetter mit vielfach klarer und sauberer Luft hält noch bis zum Ende der Woche an. Sonne, blauer Himmel und Nachfrost begleiten uns also weiterhin. „Der morgenliche Spaziergänger kann zurzeit feststellen, dass sich über Nacht weder Reif auf den Wiesen noch Eis auf den Pfützen gebildet hat, obwohl ausreichende Minusgrade herrschten. Gründ dafür sind die Luftfeuchtigkeit und der Sonnenstand“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline.
„Reif entsteht, wenn sich das gasförmige Wasser in der Luft bei frostigen Temperaturen an Gegenständen anlagert. Dafür wird jedoch eine hohe Luftfeuchtigkeit gebraucht, die man im Winter normalerweise auch hat. Die derzeit in Deutschland vorherrschende sibirische Kontinentalluft ist dagegen sehr trocken, wodurch nicht genug Feuchtigkeit für den Raureif zur Verfügung steht.“, erläutert Habel. 

Auf den Wiesen findet sich trotz der nächtlichen Minusgrade derzeit morgens kaum Raureif. Quelle: WetterOnline

Märzsonne schon stark

Auch für das fehlende Eis auf Pfützen und Gewässern gibt es eine einfache Erklärung. „Nach den sonnigen Tagen mit der schon kräftigen Märzsonne ist der Boden und damit auch das Wasser nachts viel zu warm für die Eisbildung. Auch zwölf Stunden mit ordentlichen Minusgraden reichen meist nicht aus, um den Boden und das Wasser ausreichend abzukühlen.“, weiß der Meteoroge. 

Ausblick

Nach kurzer Erwärmung lässt der Märzwinter noch mal seine Muskeln spielen. Besonders im Süden kann es sogar weiß werden. Nächste Woche übernimmt wieder ein Hoch die Regie. Die Temperaturen bleiben allerdings verhalten.

Hoch JÜRGEN zieht sich in den kommenden Tagen langsam zurück. Dadurch zieren zunehmend Wolken den blauen Himmel. Es bleibt jedoch trocken. Am Tag wird es mit Spitzenwerten bis zu 17 Grad milder, auch in den Nächten friert es seltener. Das Wochenende beginnt noch recht freundlich.
Ein auf Nord drehender Wind kündigt aber schon den nächsten Kälterückfall an. Der Sonntag bringt bei einem kräftigen Wind dann besonders in der Südhälfte wohl häufiger Niederschlag. Dabei sinkt die Schneefallgrenze von Norden her immer weiter ab. 

Nach derzeitigem Stand startet die neue Woche im Süden mit einer weißen Überraschung. Auch in anderen Landesteilen sind ein paar Flocken nicht ausgeschlossen. Spitzenwerte von rund 5 Grad und ein böiger Wind erinnern landesweit eher an den Spätwinter.
Im weiteren Wochenverlauf verdrängt Hoch KEYWAN die Wolken und es setzt sich wieder trockenes und vielfach sonniges Wetter durch. Mit den Temperaturen geht es dabei nur zögernd bergauf. Besonders im Norden bleibt Regen bis in den April hinein so erst einmal Mangelware. 


Freunde des Matsches im Glück! Auf Pfützen bildet sich derzeit dem Frost zum Trotz kein Eis. Quelle: WetterOnline

Spannungsreiches Wetter

Trockene Luft sorgt für Aufladung


Bonn/Duisburg, 24. März 2020 - Wenn’s plötzlich funkt oder einem die Haare zu Berge stehen, dann muss das nicht immer an starken Gefühlen liegen: Jeder kennt den kribbelnden Stromschlag, wenn wir metallische Gegenstände oder andere Personen berühren. Doch wie kommt es eigentlich dazu?

Mehrere 10.000 Volt
„Hoch JÜRGEN beschert uns fast landesweit sehr trockene Luft. Besonders nachdem wir uns eine Jacke an- oder ausgezogen haben, bekommen wir schnell ‚einen gewischt‘. Wir haben knisterndes Stromschlagwetter.“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline. „Bekommen wir ‚einen gewischt‘, dann baut sich kurzzeitig eine Spannung von mehreren 10.000 Volt auf, die sich zwischen unserem Körper und einem Objekt blitzartig entlädt – wir spüren den elektrischen Schlag. Bei Dunkelheit sind sogar kleine Blitze sichtbar!“ Grund zur Sorge besteht aber nicht: Die Stromschläge sind zwar mitunter ziemlich unangenehm und erschrecken uns, sie sind aber nicht gefährlich.

Bekommen wir "einen gewischt", dann baut sich kurzzeitig eine Spannung von über 10.000 Volt auf. Die trockene Luft macht‘s möglich. Quelle: WetterOnline


Warum es bei Kälte öfter mal knistert
Ursache für die kleinen Elektroschocks ist elektrostatische Entladung. Denn normalerweise gleichen sich positive und negative Ladungen permanent über die Luftfeuchtigkeit und die feuchte Haut aus. In der kälteren Jahreszeit ist die Luftfeuchtigkeit jedoch sehr viel geringer als im Sommer und auch die Haut trockener, sodass kein Ladungsaustausch stattfinden kann: Der Körper lädt sich auf, bis sich die Elektrizität mit der Berührung eines leitenden Gegenstandes oder eines anders geladenen Menschen auf einen Schlag durch einen Blitz entlädt. Das kann beim Berühren der Türklinke der Fall sein oder auch bei einem Kuss.


Derzeit haben wir knisterndes "Stromschlag-Wetter". Quelle: WetterOnline

Je später der Tag, desto mehr knistert das Wetter
Das Risiko, „einen gewischt“ zu bekommen, steigt und fällt übrigens auch mit der Tageszeit: An kalten Tagen ist die Wahrscheinlichkeit für Knisterwetter am Nachmittag höher als am Vormittag. Mit leicht ansteigenden Temperaturen nimmt der Feuchtigkeitsgehalt der Luft im Tagesverlauf ab und ist nachmittags am niedrigsten. Erst in der Nacht steigt er allmählich wieder an.


Schutz vor dem Schock
Um sich vor den unangenehmen Mini-Schocks zu schützen, hilft es vor allem, die Luftfeuchtigkeit in den Räumen zu erhöhen. Doch Vorsicht, lüften hilft nicht, da so noch mehr trockene Luft in den Raum gelangen würde. Zusätzlich gibt es einen wirkungsvollen Trick, wie Matthias Habel weiß: „Wer zwischendurch immer mal wieder geerdete Gegenstände, wie etwa Heizkörper berührt, kann die Ladung im Körper reduzieren. Wer beim Aussteigen aus dem Auto den Stromschlag verhindern möchte, sollte die Karosserie mit einer Hand oder dem metallischen Autoschlüssel berühren, bevor er einen Fuß auf den Boden setzt.“


Wetterlage macht es möglich: Luft so sauber wie lange nicht

Bonn/Duisburg, 23. März 2020 - Glasklare Luft und gute Fernsicht - derzeit ist die Luftverschmutzung gering. Der Hauptgrund hierfür ist die Wetterlage und nicht etwa die Folge der Corona-Krise. Luftreinheit und Ausbreitung des Virus könnten aber zusammenhängen.

Aktuelle Wetterlage: Ein Hoch über dem Baltikum führt trockene Polarluft nach Mitteleuropa. Quelle WetterOnline

Feinstaub- und Schwefeldioxidbelastung niedrig
Beim Blick aus dem Fenster lässt sich die klare, ungetrübte Luft unschwer erkennen. „Fast im ganzen Land liegt die Fernsicht derzeit bei 50 Kilometer und mehr. Sowohl die Feinstaubkonzentration als auch die von Schwefeldioxid ist sehr niedrig.“, stellt Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline, fest und erklärt: „Luftschadstoffe entstehen in erster Linie durch den Straßenverkehr und durch die Verbrennung fossiler Energieträger.“

Der tiefblaue Himmel ist aktuell ein gutes Indiz für die klare und reine Luft. Quelle WetterOnline

Klare und reine Luft aus Sibirien
Das geringere Verkehrsaufkommen und die zum großen Teil still gelegte Wirtschaft hat mit Sicherheit einen Einfluss auf die Konzentration von Staub und Schadstoffen in der Luft. „Die aktuelle Wetterlage ist allerdings viel wichtiger. Am Rande eines kräftigen Hochs über dem Baltikum wird im Uhrzeigersinn trockene und kalte Polarluft aus Sibirien nach Mitteleuropa geführt. Diese ist sehr klar und rein. Hinzu kommt ein böiger Ostwind, der einer sogenannten Inversion keine Chance lässt. Unter einer solchen würde die Konzentration von Staub, Ruß und Dreck rasant zunehmen, weil der Wind nur gering ist und die vorhandene Luft daher nicht ausgetauscht wird.“, weiß Habel.


Luftverschmutzung: Einfluss auf Verbreitung des Virus möglich
Der Grad der Luftverschmutzung hat aber wohl einen Einfluss auf die Verbreitung des Virus. Italienische Wissenschaftler haben festgestellt, dass ein Zusammenhang zwischen der Luftverschmutzung und der Häufigkeit von Covid-19-Fällen bestehen könnte. So könnten sich die Viren besonders in feuchter Luft auf Feinstaubpartikeln mehrere Tage halten und durch den Wind verbreitet werden. In der italienischen Poebene waren genau diese Bedingungen zuletzt gegeben.


Wärme und besonders trockene Luft würden demnach dafür sorgen, dass das Virus nicht so lange auf den Feinstaubpartikeln durchhalten könnte. Sollte sich die Studie bestätigen, so würde die derzeitige Wetterlage mit der trockenen Luft und wenig Staub die Ausbreitung des Virus bremsen.



Wetter und Klima wird weltweit extremer

Klimavorhersagen für 10 Jahre im Voraus

Offenbach/Duisburg, 17. März 2020 - “Der Klimawandel hat sich auf der gesellschaftlichen und politischen Tagesordnung einen festen Platz erobert – in Deutschland und auch nahezu weltweit“, erklärt Prof. Dr. Gerhard Adrian, Präsident der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und des DWD anlässlich der jährlichen Klima-Pressekonferenz des nationalen Wetterdienstes. Das habe mit wissenschaftlich gewonnenen Klimafakten zu tun.

“Wir sind die erste Generation, die die Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels so umfassend messen, beobachten und wissenschaftlich analysieren kann. Dieses Wissen ist in der Welt und lässt sich nicht mehr unter den Tisch kehren. Wir sind aber auch die erste Generation, die am eigenen Leib die Folgen der menschengemachten Erderwärmung erlebt.“
Mit Blick auf den globalen Klimawandel und Klimaschutz zieht der WMO-Präsident ein drastisches Fazit: Präsident ein drastisches Fazit: Präsident ein drastisches Fazit: Präsident ein drastisches Fazit: „Alle wichtigen Stellschrauben drehen sich unverändert in die falsche Richtung!“

Die Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre nehme immer noch zu, die weltweite Mitteltemperatur steige weiterhin an und gleiches gelte für den mittleren Anstieg des globalen Meeresspiegels. Adrian: „Die Menschheit hat die Sturmglocken bisher noch nicht hören wollen. Unser Wetter und Klima wird extremer - weltweit, in Europa und hierzulande.“
Global betrachtet war das Jahr 2019 das zweitwärmste, waren die vergangenen fünf Jahre die wärmsten und war die Dekade 2010 bis 2019 die bisher wärmste seit dem Vorliegen weltweiter Aufzeichnungen im Jahr 1850. DWD berechnet erstmals Klimavorhersagen für die kommenden zehn Jahre Angesichts dieser Fakten stelle sich die Frage, mit welchen Folgen des Klimawandels Deutschland und die Welt bereits mittelfristig rechnen müssen.
Antworten darauf könnten die neuen dekadischen Klimavorhersagen des DWD für Deutschland und die Welt geben. Tobias Fuchs, Leiter der Klimatologie des DWD: „Unsere neuen Klimavorhersagen für die kommenden zehn Jahre füllen die Lücke zwischen bereits genutzten Klimavorhersagen für die nächsten Monate und langfristigen Klimaprojektionen bis zum Ende des Jahrhunderts. Sie können damit zum Beispiel Entscheidern in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft helfen, jetzt schon Investitionsentscheidungen an den Klimawandel anzupassen.“
Der DWD hat das vom Bundesministerium für Bi Bildung und Forschung geförderte Forschungsprojekt zu dekadischen Kl Klimavorhersagen nun in den operationellen Betrieb überführt und veröffentlicht die Ergebnisse auf seiner Internetseite ww www.dwd.de/klimavorhersagen.

Temperaturplus von 1,5-2,0 Grad in Deutschland im Zeitraum 2025-2029?
Die aktuelle dekadische Klimavorhersage für Deutschland (Abb. 1) zeige, dass es im Jahr 2020 in allen deutschen Regionen um 1,0-1,5 Grad wärmer werden könne als im Mittel der Referenzperiode 1981-2010.
Im Fünfjahresmittel 2025-2029 erwarte die Klimavorhersage im westlichen und östlichen Teil Deutschlands sogar 1,5-2,0 Grad höhere Temperaturen. Berechnungen des Niederschlags der kommenden zehn Jahre deuten an, dass zum Beispiel im Jahr 2020 hierzulande mit durchschnittlichen Niederschlägen gerechnet werden kann, der Fünfjahreszeitraum 2020-2024 aber wohl zu trocken ausfällt. Vergleichbare Klimavorhersagen berechnet der DWD ab sofort auch für Europa und die Welt.
Wer profitiert davon?
Fuchs: „Potentielle Anwender dekadischer Klimavorhersagen sind zum Beispiel Wasserwerke, wenn es um die Sicherung der Trinkwasserversorgung bei absehbar niederschlagsarmen Jahren geht.“ Aber auch die Land- und Forstwirtschaft könne sich bei der Auswahl des Saatguts oder der vorbeugenden Schädlingsbekämpfung frühzeitig auf trockenere oder warme Zeiträume einstellen.
Für die Energiewirtschaft und Betreiber erneuerbarer Energien könnten dekadische Klimavorhersagen bei der Planung von Reserveleistungen für windarme Jahre sinnvoll sein. Einsatzkräfte wie das THW oder Hilfsorganisationen wie das Deutsche Rote Kreuz, die auch weltweit agieren, könnten sich bei laufenden Hilfsaktionen frühzeitig auf absehbare klimatische Extreme wie Hitze oder Dürre einstellen.

DWD stellt neue Starkregenstatistik
für Deutschland vor Ein weiteres neues Angebot des nationalen Wetterdienstes ist eine Starkregenstatistik für Deutschland. Sie erfasst vor allem mit Hilfe des Wetterradarverbunds des DWD erstmals flächendeckend Starkniederschläge - bisher für den Zeitraum 2001-2018. Ein erstes Ergebnis sei, so DWD-Experte Dr. Thomas Deutschländer, dass Starkniederschläge in Deutschland bevorzugt in der warmen Jahreszeit von Mai bis September auftreten. Der bisherige Spitzenwert stammt dabei aus dem Juli 2006 mit insgesamt 867 Ereignissen. Ein weiteres interessantes Detail sei, dass es im Jahr 2018 erstmals in diesem Jahrhundert hierzulande überdurchschnittlich viele Starkniederschlagsereignisse in einem zu warmen und gleichzeitig zu trockenen Sommer gegeben habe.

In den bisher vergleichbaren Sommern der Jahre 2003, 2013 und 2015 beobachtete der DWD nur durchschnittliche Häufigkeiten von Starkniederschlägen. Sollte sich diese Anomalie im vergleichbaren Sommer 2019 wiederholt haben, könnte das ein Signal dafür sein, dass der Klimawandel selbst in warmen und zugleich trockenen Sommern für ein Plus an Starkregenereignissen sorgt.

Deutschländer: „Das entspräche den Erwartungen der Klimaforscher, dass unsere Sommer künftig sehr stark geprägt sind durch eine Abfolge von Tagen mit extremen Niederschlägen und dann wieder längeren Trockenphasen mit Dürregefahr.“ Obwohl sich mit dem bisher nur 18jährigen Beobachtungszeitraum noch keine Trends ableiten ließen, ist der DWD-Experte überzeugt: „Der Katastrophenschutz, die Wasser- und Versicherungswirtschaft, Stadtplaner oder die Landwirtschaft können diese regional und deutschlandweit sowie differenziert für einzelne Monate vorliegenden Daten zu Starkregenereignissen bei ihren Planungen heute schon sinnvoll nutzen.“


Quelle DWD

DWD-Bilanz des Jahres 2019
Das Jahr 2019 war mit einer Mitteltemperatur von 10,3 Grad Celsius (° C) in Deutschland zusammen mit dem Jahr 2014 das zweitwärmste Jahr seit Beginn der inzwischen 139-jährigen Temperaturzeitreihe (Abb.3). Elf der zwölf Monate des Jahres 2019 waren zu warm. Es war verglichen mit dem Mittelwert der internationalen Referenzperiode 1961-1990 von 8,2 °C 2,1 Grad zu warm. Neun der zehn wärmsten Jahre in Deutschland traten in den vergangenen 20 Jahren auf. Seit Beginn der Aufzeichnungen 1881 beträgt der Erwärmungstrend hierzulande +1,6 Grad oder 0,11 Grad pro Jahrzehnt.

Die verstärkte Temperaturzunahme der jüngeren Vergangenheit vermittelt eine andere Zahl: Seit 1970 wurde es 0,37 Grad pro Dekade wärmer. Vom 24. bis 26. Juli 2019 traten im Westen Deutschlands an drei aufeinanderfolgenden Tagen Höchsttemperaturen von über 40 °C auf. Am 25. Juli erreichte die Hitze in weiten Teilen Deutschlands ihren Höhepunkt. Insgesamt meldeten am 25. Juli 24 Stationen Temperaturmaxima von 40 °C oder mehr.

Neuer Rekordhalter in Deutschland ist nun die Station Lingen im Emsland mit einer Temperatur von 42,6 °C. Zum Niederschlag: Im Vergleich zu den vieljährigen Mittelwerten der Referenzperiode waren 2019 fünf Monate zu nass und sieben zu trocken. In der Summe ergibt sich für das gesamte Jahr mit 735 Litern pro Quadratmeter (l/m2) Niederschlag im Flächenmittel von Deutschland ein Defizit von knapp 54 l/m2 oder 6,8 Prozent.
In der für das Pflanzenwachstum besonders wichtigen Zeit von April bis September fielen im Deutschlandmittel etwa 83 l/m2 weniger Niederschlag als im Referenzzeitraum 1961-1990. Allein in den Monaten Juni, Juli und August betrug das Defizit in der Summe 65 l/m2, das sind rund 27 Prozent. Hitze und Trockenheit prägten wohl am stärksten das Wetter-und Klima-Jahr 2019.

Weitere markante meteorologische Extreme in Deutschland waren die starken und anhaltenden Schneefälle im Jahr 2019. Weitere markante meteorologische Extreme in Deutschland waren die starken und anhaltenden Schneefälle im Nordstau der Alpen sowie einiger Mittelgebirge in der ersten Januarhälfte, die lange Serie von Sturmtiefs mit Böen bis hin zur Orkanstärke von Anfang bis Mitte März oder Tief Jahr 2019. Weitere markante meteorologische Extreme in Deutschland waren waren die starken und anhaltenden Schneefälle im Jahr 2019.

Weitere markante meteorologische Extreme in Deutschland waren die starken und anhaltenden Schneefälle im Nordstau der Alpen sowie einiger Mittelgebirge in der ersten Januarhälfte, die lange Serie von Sturmtiefs mit Böen bis hin zur Orkanstärke von Anfang bis Mitte März oder Tief „Axel“, das Mitte Mai weiten Teilen Deutschlands Stark- und Dauerniederschläge mit Wiederkehrzeiten von zum Teil über 1 100 Jahren brachte.

Natur im Frühlingsmodus

Risiko später Wintereinbruch

Bonn/Duisburg, 16. März 2020 – Flora und Fauna sind auf Frühling eingestellt. Die ersten Vögel fangen bereits mit dem Nestbau an. Damit folgen sie einem Trend der vergangenen Jahre. Jedoch hat dies nicht nur Vorteile, sondern je nach Wetterlage auch Nachteile.

Ein später Wintereinbruch bedeutet Stress für Flora und Fauna. Quelle: WetterOnline

Auf 20 Grad folgt Frost
Der Winter 2019/2020 ist der zweitwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gewesen. Und auch der meteorologische Frühling startete vergleichsweise mild. Die Natur hat entsprechend auf den Wärmestart reagiert.
„In den nächsten Tagen geht es mit den Temperaturen dann weiter und steil bergauf. Bereits am Montag erwärmt sich die Luft fast im ganzen Land auf 15, am Oberrhein bis nahe 20 Grad. Bis Wochenmitte wird es sogar noch etwas wärmer. Dann sind selbst in Hamburg 17 Grad und im Süden örtlich über 20 Grad möglich.“, berichtet Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline, und fährt fort: „Dabei gibt es meist einen freundlichen Mix aus Sonne und einigen Wolkenfeldern. Nur vereinzelt ist auch mal ein kurzer Regenguss dabei. Am Donnerstag kündigt sich im Norden jedoch eine markante Kaltfront an.

"Pünktlich" zum kalendarischen Frühlingsanfang am Freitag legt der Lenz dann eine Bruchlandung hin. Die Temperaturen gehen mit einfließender Polarluft um über zehn Grad zurück.“ Dieser späte Wintereinbruch stellt ein hohes Risiko für Flora und Fauna dar.

Blaumeisen fangen gebietsweise mit dem Bau ihres Nestes an. Quelle: WetterOnline

Nestbau bereits gestartet
Das milde Frühjahr hat bereits einige Vogelarten zum Nestbau motiviert. „Besonders Amseln und Kohlmeisen reagieren flexibler auf die Witterung und bereiten sich schon jetzt auf das Brüten vor. Dadurch verbessern sie ihre Fortpflanzungschancen, indem sie eine Brut mehr im Jahr einschieben.“, weiß Habel.
„Ob frühes Brüten ein Vorteil ist, hängt aber davon ab, wie sich das Wetter weiterentwickelt.“, schränkt er ein. Auch Zugvögel wie Star, Kranich oder Feldlerche, die im Mittelmeerraum überwintern, kehren wegen des frühen Frühlings eher zurück. Im Vergleich zu 1959 kommen diese Zugvögel im Schnitt sieben Tage eher aus ihren Winterquartieren zurück. Eine frühere Rückkehr der Zugvögel führt im Normalfall auch zu einem früheren Brutbeginn dieser Arten.

Es gibt aber einige Vogelarten, die über die Sahara zu uns gelangen. Die großen Distanzen bewirken, dass die Vögel stur nach Kalender losfliegen. In warmen Jahren kommt dadurch der Kuckuck zu spät. Seine Eier kann er dann nicht mehr in fremde Nester schmuggeln, weil seine Wirtsvögel früher angefangen haben zu brüten.

Risiko Wintereinbruch

Derzeit sind Insekten schon früher aktiv und einige Insektenarten, die als erwachsene Tiere überwintern, haben besser überlebt. Die Nahrungssuche stellt kein Problem dar – solange es warm bleibt. Ein Risiko ist allerdings ein später Wintereinbruch im März, wie er sich derzeit abzeichnet. Denn für viele Insekten ist ein Kälteeinbruch lebensgefährlich. Dann finden Vögel und andere Insektenfresser nicht genug Nahrung. Im schlimmsten Fall geben die Brutpaare dann wegen Nahrungsmangel ihre Eier auf.

Wetterumstellung in Sicht

Zeit der Tiefs geht zu Ende

Bonn/Duisburg, 11. März 2020 – Regen und Sturm verabschieden sich bald. Die atlantischen Tiefs ziehen sich immer mehr zurück. Hochs bringen vermehrt freundliches und recht mildes Wetter nach Deutschland. Es deutet sich sogar ein richtiger Frühlingsdurchbruch an.


Mit der Woche wechselt die Wetterlage

Zum Wochenwechsel stellt sich die Wetterlage um. „Die Prognosen gleich mehrerer Wettermodelle berechnen ein Ende der kräftigen Tiefs über dem Nordatlantik. Dann übernehmen Hochs über Europa immer mehr die Regie und bringen uns deutlich ruhigeres Wetter als zuletzt. In den kommenden Tagen werden uns Wind und Regen zwar zunächst noch begleiten. Die Sonne scheint aber immer häufiger und es wird insgesamt trockener. Besonders am Wochenende erwartet uns verbreitet freundliches Wetter, denn ein Hoch liegt dann genau über Deutschland. Dazu wird es frühlingshaft mild mit Werten um 15 Grad in der Westhälfte.“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline.
„Dieses Hoch ist aber nur von kurzer Dauer. Zu Beginn der neuen Woche ziehen nochmals aus Nordwesten Wetterfronten mit leichtem Regen durch. Die Temperaturen gehen aber wohl nicht nennenswert zurück.“, schränkt Habel etwas ein.

Der Frühling kommt mit großen Schritten. In der nächsten Woche sind sogar bis zu 20 Grad drin. Foto WetterOnline

Aussicht auf Frühlingswetter

Anschließend stehen die Chancen für den ersten richtigen Frühlingsdurchbruch nicht schlecht. Zur Wochenmitte stellt sich eine stabile Hochdruckwetterlage ein, die Regenwolken auch in den folgenden Tagen von uns fernhält. Dabei gibt es erneut blauen Himmel mit viel Sonnenschein. Durch die immer stärker werdende Sonne und die einfließende milde Luft kommen wahrscheinlich erste Frühlingsgefühle auf. Wie warm es letztlich wird, ist noch offen. Relativ sicher ist aber, dass die trockenen und freundlichen Abschnitte zunehmen.

In der kommenden Woche wird es häufiger blauen Himmel geben. Foto WetterOnline

Abschwächung des Polarwirbels Ursache der Umstellung

Im Frühling findet eine Umstellung der Großwetterlage oft Ende März oder Anfang April statt. Ursache hierfür ist der sogenannte Polarwirbel, der in der Winterzeit häufig Tiefs nach Mitteleuropa lenkt. Beim Polarwirbel handelt es sich um ein großräumiges, hochreichendes Tief, das eine große Rolle in der atmosphärischen Zirkulation spielt. Wenn sich der Polarwirbel im Frühling wie üblich abschwächt, gelangen auch weniger Tiefs zu uns. Die Wetterlage wird dann meist ruhiger und stabiler.

Hochwasserlage verschärft sich

Pegel vieler Flüsse und Bäche steigen weiter an

Bonn/Duisburg, 6. März 2020 – Atlantische Tiefs sorgen für Dauerregen. Die bereits gesättigten Böden können den ergiebigen Niederschlag nicht mehr aufnehmen. Ein sprunghafter Anstieg der Pegelstände ist möglich.

Wasser steigt rasant
Wegen des vielen Regens steigen die Wasserstände vieler Flüsse deutlich an. „Es steht eine längere nasse Phase bevor und es hört nur zwischendurch kurz auf zu regnen. Tiefs über dem Atlantik schicken immer wieder Wolken und Regen mit viel Wind ins Land. Da viele Böden aber bereits gesättigt sind, fließt das Wasser direkt in die Flüsse und Bäche. Somit steigen die Pegel immer weiter an.“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline.

Die Rheinwiesen in Köln stehen schon unter Wasser. Quelle: WetterOnline


"Am Main, an der Saar und an der Mosel sowie an deren Nebenflüssen gibt es stellenweise bereits Hochwasser. Bis Sonntag nimmt die Hochwassergefahr im gesamten Gebiet von Donau, Rhein und Weser deutlich zu. Ein sprunghafter Anstieg der Pegelstände ist bei ungünstigen Bedingungen möglich. Die instabile Wetterlage lässt eine genaue Prognose über den Höhepunkt der Hochwassersituation nicht zu.“

Auch die Mosel ist bereits über die Ufer getreten. Quelle: WetterOnline

Flugwetterdienst des Deutschen Wetterdienstes rezertifiziert

Offenbach/Duisburg, 4. März 2020 – Die meteorologische Sicherung der zivilen Luftfahrt in Deutschland gehört zu den gesetzlichen Aufgaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Ohne meteorologische Beratung darf kein Flugzeug starten. Neben dieser nationalen Rolle engagiert sich der DWD auch im Rahmen der europäischen Initiative Single European Sky (SES). Seit 2007 ist der Flugwetterdienst des DWD für die Erbringung von flugmeteorologischen Dienstleistungen im einheitlichen europäischen Luftraum (SES) zertifiziert.
Ende des vergangenen Jahres erneuerte das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) das Zertifikat. „Mit der Rezertifizierung wird einerseits die langjährig hohe Qualität der Produkte und Dienstleistungen des DWD-Flugwetterdienstes belohnt, andererseits stellt der Deutsche Wetterdienst damit seine Zukunftsfähigkeit als Flugwetterdienst in Europa unter Beweis,“ sagt Klaus Sturm, Leiter der Abteilung Flugmeteorologie.

5 Tipps für Pollenallergiker im Frühling

So lassen sich Allergiker von den Pollen nicht unterkriegen


Bonn/Duisburg, 4. März 2020 – Die Augen jucken und brennen, die Nase läuft ohne Unterlass: Ab März sorgen Pollen bei Allergikern häufig für Beschwerden. Denn dann ist Hauptsaison der Hasel- und Erlenpollen. Sie gehören zu den sogenannten Frühblühern und sind in vielen Teilen Deutschlands weit verbreitet. Mit den Tipps von WetterOnline können Betroffene jedoch einige Beschwerden lindern.

Im März sorgen Hasel- und Erlenpollen für gezückte Taschentücher bei Allergikern.
Foto WetterOnline

Tipp 1: Gut Vorbereiten

Für Pollenallergiker kann es sich lohnen, immer über anstehende Pollenflüge informiert zu sein. So wissen sie im Voraus, wann sie Vorsichtsmaßnahmen treffen oder etwaige Medikamente bereithalten müssen. Matthias Habel, Meteorologe und Wetterexperte bei WetterOnline, weiß: „Vor allem Haselpollen ärgern Allergiker schon früh im Jahr. Bei milder Luft und Sonnenschein kann das sogar schon im Winter beginnen.“

Etwa ab Ende März beginnt die Zeit der Birkenpollen. Sie gehören zu den aggressivsten Pollen überhaupt. Foto WetterOnline

Tipp 2: Die Augen im Freien schützen

Viele Allergiker haben im Frühling vor allem mit brennenden und tränenden Augen zu kämpfen. Hier kann eine Sonnerbrille Abhilfe schaffen, indem sie als Barriere für die fliegenden Pollen dient. Wenn es dann doch anfängt zu jucken, sollten sich Betroffene nicht die Augen reiben. Damit geraten die Pollen nämlich nur tiefer ins Auge hinein und die Beschwerden nehmen zu. Kühle Kompressen oder Augentropfen können die Symptome kurzfristig lindern. 

Tipp 3: Zu Hause die Pollen fernhalten

Auch wenn die steigenden Temperaturen dazu verlocken: Feuchte Wäsche sollte nicht draußen aufgehängt werden. Wer den Wäscheständer im Innenraum lässt, verhindert, dass die Pollen an den nassen Kleidungsstücken hängen bleiben. Apropos nass: Pollenallergiker sollten ihre Wohnung regelmäßig feucht durchwischen, um die Pollen im Putztuch aufzufangen und auswaschen zu können. Trockene Staubtücher wirbeln die Pollen nur unnötig auf und verteilen sie in der Wohnung.

Tipp 4: Kurze Haare statt Pollenfänger

Generell ist es für Pollenallergiker empfehlenswert, die Haare und gegebenenfalls den Bart jeden Abend zu waschen, um die Pollen des Tages loszuwerden. Aber auch die Frisur kann entscheidende Vorteile bringen: So bieten Zöpfe oder Haarknoten den Pollen nur wenig Gelegenheit, sich zu verfangen. Wer seine Haare offen trägt und für den Frühling mit einem neuen Haarschnitt liebäugelt, der sollte vielleicht einmal eine Kurzhaarfrisur probieren. Denn in kurzen Haaren können weniger Pollen hängen bleiben als in langen. Dasselbe gilt auch für den Bart.

Tipp 5: Verreisen

Wenn alles nichts hilft, kann ein Urlaub zu einem Reiseziel mit geringer Pollenbelastung wieder Zeit zum Durchatmen bringen. So bietet sich beispielsweise ein Urlaub am Meer oder im Hochgebirge oberhalb von 2000 Metern an. Denn hier gibt es frische, fast pollenfreie Luft. Wer mit dem Auto verreist, sollte zudem darauf achten, die Fenster während der Fahrt geschlossen zu halten und die Lüftung auszustellen – so können keine Pollen ins Autoinnere dringen. Alternativ fangen Pollenfilter die kleinen Störenfriede ab, bevor sie zu Beschwerden führen können.


Deutschlandwetter im Februar 2020

Mit einem Plus von 4,9 Grad zweitwärmster Februar in Deutschland seit 1881

Offenbach/Duisburg, 28. Februar 2020 – Statt Winterwetter erlebte Deutschland 2020 den zweitwärmsten Februar seit Beginn flächendeckender Messungen im Jahr 1881. Der Monat war zugleich der zweitnasseste seit Aufzeichnungsbeginn, zeigen erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2 000 Messstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD).
Als Ursache nennt der nationale Wetterdienst eine lange Reihe kräftiger Tiefdruckgebiete, die unaufhörlich vom Atlantik her über den Norden Europas hinwegzogen. Nahezu ununterbrochen transportierten sie in einem breiten Strom sehr milde Meeresluft heran. Mitteleuropa brachten sie schwere Stürme, ungewöhnlich viel Regen und immer wieder extrem hohe Temperaturen. Die Sonnenscheindauer war im Februar hierzulande leicht unterdurchschnittlich.   Höchsttemperatur im Februar im Müllheim bei Freiburg mit 21,5 °C  

Mit 5,3 Grad Celsius (°C) lag im Februar der Temperaturdurchschnitt um 4,9 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Verglichen mit der Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung + 4,3 Grad. Damit war der Februar 2020 der zweitwärmste seit Messbeginn 1881 - nach 1990 mit einem Plus von 5,7 Grad.
Eine sehr milde Südwestströmung brachte Deutschland im Februar häufig zweistellige Temperaturen. In Emmendingen-Mundingen, nördlich von Freiburg, konnte man außergewöhnliche 21 solcher Tage zählen. Das bundesweit höchste Maximum meldete Müllheim, südwestlich von Freiburg, am 16. mit nahezu sommerlichen 21,5 °C. Der tiefste Wert trat am 6. in Oberstdorf mit -14,7 °C auf, als sich der Süden vorübergehend in bodennaher Kaltluft befand.  

125 Litern pro Quadratmeter Niederschlag – typisch sind im Februar 49 l/m²  
Der Februar erreichte mit rund 125 Litern pro Quadratmeter (l/m²) etwa 250 Prozent seines Solls von 49 l/m². Damit war er der zweitnasseste, regional sogar der nasseste Februar seit 1881. Mehr Niederschlag gab es nur 1946 mit gut 127 l/m². In manchen Orten fielen mehr als 400 Prozent des Klimawertes.
Verantwortlich dafür waren zahlreiche Tiefdruckgebiete, die mit ihren Ausläufern über Deutschland zogen. Oft blieben ihre Wolken am Westrand der Berge hängen und sorgten dort für langanhaltende Niederschläge. So fielen im Schwarzwald insgesamt örtlich mehr als 400 l/m² und hier allein am 2. in Baiersbronn-Ruhestein 105,5 l/m².
Die trockensten Gebiete lagen im Lee von Kaiserstuhl und Harz, wo im Februar teils unter 40 l/m² fielen. Schnee brachte der Februar 2020 im Flachland erst am 27., vielerorts fehlte er aber auch völlig. Stattdessen tobten oft schwere Stürme, die große Schäden anrichteten. fielen. Schnee brachte der Februar 2020 im Flachland erst am Donnerstag, 27., vielerorts fehlte er aber auch völlig. Stattdessen tobten oft schwere Stürme, die große Schäden anrichteten.  

Sonnenscheinbilanz leicht negativ  
Der Sonnenschein lag im Februar mit rund 65 Stunden knapp 10 Prozent unter seinem Soll von 72 Stunden. Begünstigt war das Alpenvorland mit örtlich mehr als 125 Sonnenstunden. Im Sauerland und in Schleswig-Holstein schien die Sonne örtlich nur 30 Stunden.
Nordrhein-Westfalen gehörte mit 6,0 °C (1,8 °C) zu den warmen und mit etwa 150 l/m² (58 l/m²) zu den nassen Bundesländern. Die Sonne schien gut 50 Stunden (72 Stunden). Sturmtief „Yulia“ sorgte am 23. für Absagen von Karnevalsumzügen. In Kö Köln stürzte ein Baum auf einen Umzugswagen und zerstörte ihn. Erst am am 27. Februar kam der Winter mit Schnee. Dieser lag am 28. in der Ei Eifel bis 35 cm hoch.

Karneval: Schirm nicht vergessen! 

Buntes Wettertreiben zum Kamelleregen

Bonn/Duisburg, 20. Februar 2020 – Ein wenig jeck ist das Narrenwetter zu Karneval schon. Alles ist drin: Sonne, Wind und Regen. Kein Grund für einen wahren Karnevalisten, Trübsal zu blasen. Schließlich gibt es passend zum Charme auch einen Schirm und winddichte Kleidung.

Ungemütlich, aber mild

Nach einem meist trockenen Freitag sieht das Karnevals-Wochenende schon wieder deutlich bescheidener aus. Der Wind nimmt weiter zu. Zudem ist der Himmel stark bewölkt und von der Nordhälfte zieht ein Regengebiet nach Süden. Dabei strömt weiterhin sehr milde Luft ins Land, wodurch die Höchstwerte meist über 13 Grad liegen.
„Eine Jacke über dem Kostüm oder wärmere Kleidung darunter können trotzdem nicht schaden. Auch ein warmes Tierkostüm als Eisbär oder Pinguin ist immer eine gute Entscheidung, um einen ganzen Karnevalszug ohne Frieren zu genießen.“, rät Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline. Kopfbedeckungen könnten allerdings vom Kopf geweht werden, denn besonders am Sonntag wird der Wind noch stärker und einzelne Sturmböen sind möglich. 

Buntes Wettertreiben: Regen, Konfetti, Sonne und Wind. Quelle: WetterOnline

Es regnet nicht nur Kamelle

Es wird immer wieder nass. Wo genau die Narren wasserfeste Kostüme brauchen, ist aber noch nicht sicher. Wer sich als Mary Poppins oder Pan Tau verkleidet, hat den Schirm sowieso dabei, allen anderen sei seine Mitnahme empfohlen. Denn selbst wenn keine Regentropfen, sondern nur Kamelle von oben fallen, ist ein Schirm recht nützlich. Insgesamt bleibt es aber für diese Jahreszeit eher mild, eine Rückkehr zu winterlichen Temperaturen kann derzeit ausgeschlossen werden.

Rosenmontag

Zum Rosenmontag lässt der Wind wahrscheinlich wieder nach. Bei den Karnevals-Umzügen bleibt das Regenrisiko in den Karnevalshochburgen erhöht. Nach derzeitigem Stand kann sich die Sonne hin und wieder zeigen. Dazu bleibt es weiterhin mild mit Temperaturen um 13 Grad. Nachtfröste sind bei dieser Wetterlage nicht zu erwarten. 

Ein Tierkostüm ist für alle Jecken und Närrinnen bei jedem Wetter eine gute Wahl. Quelle: WetterOnline

Läuse feiern Karneval

Winter: Hochsaison für Kopfläuse

 

Bonn/Duisburg, 17. Februar 2020 – Im Winter gibt es in Kindergärten und Schulen oft das große Jucken auf den Köpfen. Einer der ältesten und häufigsten Quälgeister des Menschen profitiert von dessen Lebensweise. Der Karneval bietet ideale Bedingungen.

Wohlfühltemperatur und Luftfeuchtigkeit

Der Grund für das vermehrte Auftreten von Läusen in der kalten Jahreszeit ist nicht ihre Vorliebe für niedrige Temperaturen. Ganz im Gegenteil: Sie lieben es warm. „Bei Temperaturen von 28 bis 32 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit fühlen sich Läuse besonders wohl. Die Luftfeuchtigkeit ist zwar in geheizten Räumen eher niedrig, aber am Haaransatz von Menschen aufgrund von Schweiß trotzdem in der Regel hoch“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe bei WetterOnline, und ergänzt: „Für die Laus selbst ist die Jahreszeit also völlig unwichtig.“ 

Die Nissen der Kopflaus sind besonders gut im Nacken, im Schläfenbereich und hinter den Ohren zu entdecken. Quelle: WetterOnline

Mensch und Laus – Soziale Wesen

Der Mensch ist die alleinige Lebensgrundlage der Kopflaus. Nur auf unseren Köpfen können die Läuse überleben, sich vermehren und Nahrung finden, indem sie Blut saugen. Entscheidend für die Ausbreitung der Parasiten ist das Verhalten des Menschen. Je öfter man „die Köpfe zusammensteckt“, desto leichter kann die Laus von einem Kopf zum anderen krabbeln.

Da man naturgemäß im Herbst und Winter mehr Zeit mit anderen auf engerem Raum verbringt, erleichtert das den Parasiten den Umstieg von Wirt zu Wirt. Der Run auf die Kinderarztpraxen in Sachen Läuse geht übrigens bereits im September los, da Kopfläuse häufig als Urlaubssouvenirs mitgebracht werden. Denn auch in der schönsten Zeit des Jahres haben Köpfe und Haare manchmal für etwas längere Zeit Kontakt, zum Beispiel im Ferienlager. Kinderfeste wie Karnevalsfeiern kommen einer launigen Laus auch sehr entgegen.

Geschärfte Aufmerksamkeit 

Um einen Befall von Kopfläusen und deren Verbreitung zu vermeiden, ist es sehr wichtig, aufmerksam zu sein. Bei häufigem Kopfjucken und -kratzen sollte schnell reagiert werden. Ein Besuch beim Kinderarzt klärt den Verdacht sofort auf. In der Apotheke gibt es wirksame Mittel zur Läusebekämpfung. Kindergarten und Schule sollten bei Befall umgehend informiert werden und das befallene Kind zuhause bleiben bis die Behandlung erfolgt ist, um einen Pingpong-Effekt zu verhindern. Solange die Läuse mobil sind, ist eine Ansteckung möglich.

Lausige Zeiten: Im Winter haben die Parasiten Hochsaison. Quelle: WetterOnline

Hygienemaßnahmen

Da Kopfläuse nur selten den menschlichen Kopf verlassen, ist eine Ansteckung über Gegenstände sehr unwahrscheinlich. Groß angelegte Reinigungsmaßnahmen sind daher von untergeordneter Bedeutung. Das Robert-Koch-Institut rät, vorsorglich Kämme, Haarbürsten, Haarspangen und -gummis in heißer Seifenlösung zu reinigen. Bettwäsche, Schlafanzüge, Handtücher und Unterwäsche sollten gewechselt werden. Weitere Gegenstände, die mit dem Kopf in Berührung gekommen sein könnten, beispielsweise Kuscheltiere, sollten drei Tage lang in einer Plastiktüte luftdicht aufbewahrt werden. Läuse können ohne menschliches Blut nur ca. 55 Stunden überleben. Insektizide sind vollkommen unnötig. 



Sturm im Norden – Wärme im Süden

Erneut große Wetterturbulenzen

Bonn/Duisburg, 13. Februar 2020 – Sturmtiefs auf dem Atlantik haben weiterhin das Sagen. Während sich Teile des Landes schon auf den nächsten Sturm einstellen müssen, wird es im Süden um die 20 Grad warm. Nächste Woche geht es erneut bergab mit den Temperaturen.

Kapriziös und überdurchschnittlich warm

Das Wochenende präsentiert sich in der Südosthälfte nach letzten Tropfen am Freitag meist trocken und vielfach freundlich. „In anderen Teilen des Landes sieht es jedoch deutlich ungemütlicher aus. Nordwestlich einer Linie von Köln bis nach Berlin breiten sich bei einem auffrischenden Wind hingegen schon am Samstag neue Regenwolken aus. Diese kündigen für den Sonntag den nächsten Sturm an“, warnt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline. Im Süden legt der Wind dann ebenfalls zu, es bleibt allerdings noch trocken. Vor dem Regen zeigt das Thermometer dort teils Temperaturen um 20 Grad an. In der neuen Woche fließt aus Nordwesten allerdings wieder kühlere Luft ein.

Schnee in höheren Lagen

Aus dem Regen wird in den Mittelgebirgen und Alpen dann sogar wieder Schnee. Zudem weht besonders im Norden weiter ein stürmischer Wind. Nach derzeitigem Stand beruhigt sich das Wetter in der zweiten Wochenhälfte langsam. Bei einem Mix aus Sonne und Wolken bleibt es meist trocken. Dazu ist es relativ kühl. Anschließend steigen die Werte erneut an, so warm wie am Wochenende wird es allerdings wohl nicht. Somit wird der Februar am Ende abermals ein überdurchschnittlich milder Monat. 

Turbulente Wetterlage: Im Norden Sturm, im Süden 20 Grad.
Quelle: WetterOnline

Jetstream verantwortlich

Doch warum liegt Deutschland immer wieder genau auf der Zugbahn der Atlantiktiefs? „Der Grund hierfür ist ein stark ausgeprägter Jetstream, an dem sich Tiefs orientieren und sogar verstärken können. Ein Jetstream ist ein sich dynamisch verlagerndes Starkwindband in großer Höhe. Kräftige Tiefs nutzen den Jetstream wie eine Autobahn, wodurch sie oft auf demselben Weg nach Osten ziehen. Und dieser Weg liegt zum Wochenwechsel genau über Deutschland.“, erklärt Habel. 

Übrigens: Durch den Jetstream bei Orkantief SABINE konnte eine Boing 747 die Strecke von New York nach London in nur knapp fünf Stunden zurücklegen. Das ist neuer Rekord für die mehr als 5000 Kilometer lange Strecke.
Der Jetstream liegt Sonntag genau über uns. Je roter die Farben, desto stärker ist das Starkwindband. Quelle: WetterOnline

Wer zahlt bei Sturmschäden?

Diese Versicherungen sind zuständig


Bonn/Duisburg, 10. Februar 2020 – SABINE hält Deutschland in Atem. Der starke Wind richtet stellenweise massive Schäden an. Betroffenen stellt sich schnell die Frage, wer für eventuelle Sturmschäden aufkommt. Im Folgenden haben wir grob aufgeschlüsselt, welche Versicherung welche Kosten übernimmt.

Ab dieser Windstärke zahlen Versicherungen

Orkan SABINE fegt seit Sonntag über West- und Mitteleuropa mit Böen bis 150 km/h hinweg. Schäden durch umstürzende Bäume und fliegende Gegenstände sind die Folge. Das kann für die Geschädigten richtig teuer werden. „Die Versicherung zahlen für Sturmschäden in der Regel ab Windstärke 8, was einer Windgeschwindigkeit von mehr als 62 Stundenkilometern entspricht. Für den Nachweis kann man zum Beispiel das Archiv der aktuellen Windspitzen von WetterOnline nutzen.“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline.  

Schäden am Gebäude

Für zerborstene Glasscheiben oder abgedeckte Dächer zahlt die Wohngebäudeversicherung.  

Die Wohngebäudeversicherung zahlt Schäden an Gebäuden. Quelle: WetterOnline

Schäden am Auto

Die Teilkaskoversicherung erstattet in der Regel die kompletten Kosten für verbeultes Blech oder kaputte Scheiben am Auto.

Schäden am Auto zahlt die Teilkaskoversicherung. 
 

Schäden an der Wohnungseinrichtung

Wenn Möbel oder Haushaltsgeräte durch Blitzschlag oder infolge einer zerborstenen Scheibe beschädigt wurden, dann zahlt die Hausratversicherung.
 

Wenn ein Baum aufs Haus stürzt 

Wenn ein gesunder Baum auf das eigene Haus stürzt, zahlt in der Regel die eigene Wohngebäudeversicherung den Schaden. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um den eigenen Baum oder den eines Nachbarn handelt. Anders sieht es aus, wenn der Baum bereits einen Vorschaden hatte. Für Detailfragen wenden Sie sich direkt an Ihre Versicherung.


Orkantief SABINE kommt Sonntag 

Verkehrsbehinderungen zum Wochenbeginn


Bonn/Duisburg, 7. Februar 2020 – Ein Orkantief rauscht Sonntag heran. Schäden sind zu befürchten. Der Sturm trifft am Nachmittag auf die Nordwesthälfte. In der Nacht zum Montag erreicht er die mittleren und südlichen Landesteile. Landesweit sind Böen um 120 km/h möglich, lokal sogar bis zu 140 km/h. 

Die Karte zeigt in Rot, wo Sturmböen von mehr als 100 Stundenkilometern drohen. Quelle WetterOnline

 

Orkan zum Wochenbeginn

Vom Atlantik rauscht am Wochende Orkantief SABINE heran. Ab Sonntag brechen mit ihm turbulente Zeiten an. „Der Wind nimmt schon vormittags im Nordwesten und Westen spürbar zu. Rasch fegen erste Sturmböen übers Land. Am Nachmittag steigert sich der Sturm zum Orkan, dann drohen verbreitet Böen bis 120 km/h, schlimmstenfalls sogar bis zu 140 km/h.“, befürchtet Matthias Habel, Meteorologe von WetterOnline.  

Ein Sturmfeld erstreckt sich über den Nordatlantik. Rot steht für Sturmböen über 100 km/h - Quelle WetterOnline

Gefahr durch Windbruch

„Ein großes Problem ist, dass der Sturm auf geschwächte Bäume trifft. Sie sind bundesweit durch die Dürre der letzten beiden Jahre massiv geschwächt oder bereits abgestorben. Orkanböen haben diese Bäume nichts mehr entgegenzusetzen. Es ist zu befürchten, dass sie reihenweise umfallen und verbreitet zu Verkehrsbehinderungen führen.“, sagt Matthias Habel.  

Umherfliegende Gegenstände 

Bei den zu erwartenden Windgeschwindigkeiten besteht erhebliche Gefahr durch umherfliegende Gegenstände. „Diese Bedrohung darf nicht unterschätzt werden! Bei Böen von 130 km/h sind selbst kleine und leichte Gegenstände gefährlich. Vor dem Sturm sind lose Gegenstände wie Gartenmöbel, Blumentöpfe, Mülltonnen oder auch Trampoline zwingend zu sichern!“, rät Wetterexperte Habel. „Rund um Baustellen droht Gefahr, da dort Bauzäune und sogar Kräne umstürzen oder Baumaterial und Teile von Gerüsten durch die Gegend fliegen könnten.“ 

Müssen Kinder zur Schule?

Ein heftiger Sturm wie SABINE kann als zwingender Grund für das Nichterscheinen in der Schule gelten. Insofern nicht seitens der Schulbehörden ein Schulausfall angekündigt wird, entscheiden die Erziehungsberechtigten individuell, ob sie ihrem Kind den Schulweg zumuten können. Ist dies nicht der Fall, so muss die Schule informiert werden. Das Fernbleiben von der Schule gilt dann als entschuldigt.  

Begründete Arbeitsverhinderung

Jeder Arbeitnehmer ist verpflichtet, pünktlich auf der Arbeitsstelle zu erscheinen. Drohen Unwetter, so muss er für den Weg mehr Zeit einplanen. Bei einem Sturm, vor dem im Voraus gewarnt wird, kann eine begründete Arbeitsverhinderung vorliegen. Dann kann der Arbeitnehmer zu Hause bleiben, hat allerdings keinen Anspruch auf Vergütung. Der Arbeitgeber kann dann also den Lohn einbehalten oder aber von seinem Mitarbeiter verlangen, dass dieser die ausgefallene Arbeitszeit nachholt.  


Sturm und Orkan zum Wochenwechsel 

Montag könnte mit Verkehrschaos starten  


Bonn/Duisburg, 3. Februar 2020 – Das derzeit unser Wetter bestimmende Hoch FRANK hält nicht lange durch. Im Laufe des Sonntags übernehmen Sturmtiefs die Regie beim Wetter. In der Nacht auf Montag und Montag selbst drohen dann im ganzen Land Sturm und Orkan.

Ein ausgedehntes Sturmfeld ersteckt sich zu Beginn der kommenden Woche über den Nordatlantik. Quelle: WetterOnline

Orkan zum Wochenbeginn

Hoch FRANK bringt uns bis zum Wochenende ruhiges Wetter. Doch Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline warnt: „Im Laufe des Sonntags braut sich was zusammen! Tiefs vom Atlantik rücken uns mit Regen und immer mehr Wind auf die Pelle. In der Nacht auf Montag droht dann im Norden und Westen Deutschlands die erste richtig schwere Sturmlage des Winters mit Orkanböen bis ins Flachland, die sich im Laufe des Montags auf das gesamte Land ausdehnen.“ 

Sturm- und Orkanböen treffen auf eine vorgeschädigte Vegetation, verbreitet sind Behinderungen möglich. Quelle: WetterOnline

Verkehrschaos zum Start des Berufsverkehrs

Problematisch wird sein, dass der Sturm auf eine geschwächte Vegetation trifft. „Viele Bäume sind bundesweit durch die zwei zurückliegenden trockenen Jahre massiv geschwächt, hunderttausende durch Dürre und Borkenkäfer bereits abgestorbene Bäume stehen als Totholz in den Wäldern. Bei den zu erwartenden Windgeschwindigkeiten von deutlich über 100 Stundenkilometern könnten diese Bäume reihenweise umfallen und dann nahezu überall zu massiven Verkehrsbehinderungen führen.“, sagt Matthias Habel.  

Ausgedehntes Sturmfeld auf dem gesamten Nordatlantik 

„Sollten die derzeitigen Berechnungen der Wettermodelle bestätigen, dann wird anstehende Sturm- und Orkanlage großflächig eines der markantesten Sturmereignisse der letzten 10 bis 15 Jahre sein. Bei uns Meteorologen wecken die aktuellen Wetterkarten Erinnerungen an Orkan KYRILL im Jahr 2007, wenngleich dieser sogar noch ein Tick heftiger war. Dies ist aber nur ein Szenario von vielen. Wie stark der Sturm am Ende wirklich wird, zeigen die kommenden Tage.“, betont Matthias Habel.
„Das Sturmfeld reicht von Neufundland über den gesamten Nordatlantik bis nach Westrussland. Extrem tiefer Luftdruck herrscht vor allem Richtung Norwegen. Dort könnte tatsächlich der Luftdruck-Rekord geknackt werden und das Barometer den tiefsten jemals registrierten Luftdruck anzeigen.“, sagt Habel.

Die Aussichten

Nach dem Sturm ist vor dem Sturm. Nachdem sich das Wetter kurzzeitig am Montag beruhigt, legt der Wind dann schon am Dienstag wieder zu. Ob und wie stark der Wind dann erneut weht, ist aber noch nicht sicher. Klar ist jedoch: Die Zeichen stehen auf Sturm.



Sturm, Regen und Winterintermezzo 

Wetterwoche wird turbulent 


Bonn/Duisburg, 3. Februar 2020 – Nach einer windigen Nacht gibt der Winter örtlich ein kurzes Gastspiel. Zur Wochenmitte fallen nasse Flocken teils bis ins Flachland. Nach ein paar trockenen und kalten Tagen übernehmen Tiefs mit milder Luft die Regie.

In kräftigen Schauern rieseln die Flocken bis ins Flachland. Foto WetterOnline
 

Kaltfront quert – Orkanböen möglich

Wind spielt in den nächsten Tagen eine große Rolle. Besonders in der kommenden Nacht wird es turbulent, wenn ein kleines, aber kräftiges Tief Süddeutschland rasch überquert. „Vor allem an der Kaltfront wird es stürmisch. Am Alpenrand und im Schwarzwald drohen Orkanböen bis 120 Kilometer pro Stunde. In den Hochlagen sind auch Böen bis Tempo 150 möglich. Im Alpenvorland gibt es wahrscheinlich Böen bis 100 Kilometer pro Stunde. Diese können auch im Großraum München und Augsburg auftreten“ warnt Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline.  

Orkanböen von bis zu 120 Kilometer pro Stunde drohen im Süden des Landes.  Foto WetterOnline

Niederschlag lässt Pegel steigen

Der anhaltende Regen der letzten Tage hat bereits die Flußpegel steigen lassen. In einigen Regionen Süddeutschlands sind binnen 24 Stunden bereits mehr als 50 Liter Regen pro Quadratmeter vom Himmel geprasselt. „Das ist in etwa so viel Niederschlag, wie sonst im Durchschnitt im Februar zusammenkommt. Der Feldberg meldet sogar 102 Liter.“, betont Habel.
Die enormen Regensummen lassen die Pegel vieler kleinerer Flüsse stark steigen. Im Schwarzwald, im Allgäu und im östlichen Alpenbereich sind erste Gewässer über die Ufer getreten. Bis morgen können beispielsweise die Iller, der Lech oder die Traun die Hochwassermeldestufe 2 oder 3 erreichen. Auch an großen Flüssen wie Mosel und Rhein steigen die Pegel kräftig, Überflutungen ufernaher Bereiche werden erwartet.  

Polarluft bringt Flocken  

Zur Wochenmitte gibt es dann kurzzeitig einen Hauch von Winter, denn mit der Kaltfront strömt Polarluft ins Land. Habel erklärt: „In kräftigen Schauern fallen Flocken regional bis ins Flachland. Im Rest des Landes bleibt es stark bewölkt und es ziehen ein paar Schneeregen- und Graupelschauer durch. Mit 3 bis 7 Grad wird es überall deutlich kälter.“ 

Die Aussichten

Anschließend wird es bei steigendem Luftdruck kurz ruhiger. Uns erwartet dann meist trocken-kaltes Hochdruckwetter, oft allerdings mit zähem Nebel oder Hochnebel. Zum Wochenende verabschiedet sich das Hoch Richtung Südosteuropa und macht Platz für atlantische Tiefs. Dadurch wird es wieder wechselhafter. Ob uns sogar das eine oder andere Sturmtief streifen oder überqueren wird, ist noch unsicher. 



Viel zu milder und trockener Januar

Deutschlandwetter im Januar 2020 – kaum Schnee, oft sonnig im Süden

Offenbach/Duisburg, 30. Januar 2020 – Im Januar 2020 lief die Wetterentwicklung stets nach dem gleichen Muster ab: Der Kältepol der Nordhemisphäre über Kanada und Grönland brachte immer wieder kräftige Tiefdruckgebiete auf den Weg von Island über Lappland nach Nordrussland.
Über Südeuropa erstreckte sich dagegen eine Hochdruckzone von der Iberischen Halbinsel zum Schwarzen Meer. Dazwischen befand sich eine starke Südwestströmung, die große Teile Europas und auch Deutschland nahezu durchgehend mit sehr milder Luft überflutete. Lediglich durch die zeitweilige Verlagerung des hohen Druckes etwas nach Norden konnte sich im Süden und in der Mitte vorübergehend eine bodennahe Kaltluftschicht bilden.
Abgesehen davon fiel der Winter in den meisten Gebieten auch im Januar völlig aus. So verlief der Monat deutlich zu mild, bei wenig Niederschlag und viel So Sonnenschein. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.  

Meist sehr mild, im Süden und in der Mitte nur vorübergehend etwas kälter  
Mit 3,3 Grad Celsius (°C) lag im Januar der Temperaturdurchschnitt um 3,8 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung nach oben 2,9 Grad. Damit gehörte der Januar 2020 zu den zehn wärmsten seit Beginn der Messungen 1881. Nur für kurze Zeit befand sich der Süden und die Mitte in bodennaher Kaltluft, so dass man dort ein paar Tage mit Dauerfrost und mäßigem, ganz vereinzelt auch strengem Nachtfrost zählen konnte.

Oberstdorf meldete dabei am 20. über einer dünnen Schneedecke sogar ein Minimum von -14,7 °C. Ansonsten bestimmte meist sehr milde Luft das Wetter, wobei die Maxima häufig zweistellige Werte erreichten. Bundesweit am höchsten kletterte das Quecksilber am 9. in Ohlsbach bei Offenburg mit 16,0 °C.  

Im Norden nass, im Süden trocken, kein Schnee in den Niederungen  
Dem Januar 2020 fehlten mit rund 45 l/m² 30 Prozent zu seinem Soll von 61 Litern pro Quadratmeter (l/m²). Durch die größere Nähe zum tiefen Luftdruck bekam der Norden am meisten Regen ab - in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg sogar verbreitet mehr als im vieljährigen Mittel. Die höchsten Mengen meldeten das Sauerland, der Harz und Schleswig-Holstein mit teilweise über 120 l/m². Die  größte Tagessumme wurde am 27. in Börfink- Thranenweier im Hunsrück mit 40,4 l/m gemessen.
Im Süden dagegen blieben die Niederschläge durch vermehrten Hochdruckeinfluss deutlich geringer. Am Oberrhein und im südlichen Baden-Württemberg kamen örtlich nur um 5 l/m² zustande. In vielen Orten, wie z.B. Bremen, Magdeburg und Dresden, fiel im ganzen Januar keine einzige Schneeflocke. An 319 der etwa 500 DWD Wetterstationen mit Schneehöhenmessung gab es an keinem Tag im Januar eine Schneedecke.  

Die Sonne bevorzugte im Januar den Süden  
Die Sonnenscheindauer lag mit etwa 60 Stunden um 34 Prozent über ihrem Soll von 44 Stunden. Das südliche Baden-Württemberg meldete örtlich über 130 Stunden, das nördliche Niedersachsen und Schleswig- Holstein teilweise weniger als 20 Stunden.
In Nordrhein-Westfalen betrug die Temperatur 4,6 °C (1,2 °C), der Niederschlag rund 50 l/m² (77 l/m²) und der Sonnenschein etwa 45 Stunden (42 Stunden). Eine tiefhängende Wolke am Kölner Dom, die aussah wie der Qualm eines Feuers, löste in der Nacht zu zum 9. einen Großeinsatz der Feuerwehr aus.

Igel: Warmer Winter möglicherweise kein Problem

Zweistellige Temperaturen und ihre Folgen für den Winterschläfer


Bonn/Duisburg, 29. Januar 2020 - Winterruhe und Winterschlaf sind in der Tierwelt erfolgreiche Überlebensstrategien in der Zeit der jahreszeitlich bedingten Nahrungsmittelknappheit. Aber was bedeutet es für unsere heimischen Igel, wenn die Temperaturen wenig winterlich sind? Fragen zum Igel gingen an Ulli Seewald, 1. Vorsitzende des Vereins Pro Igel e.V.

Milder Dezember und außergewöhnliche Januarwärme

Der Dezember 2019 ist sehr mild ausgefallen. Er fügt sich damit nahtlos in die Reihe überdurchschnittlich warmer Dezember-Monate ein. Der Januar bot regional sogar bereits Frühlingswetter. In Greifswald ist der Wärmerekord einer über 120-jährigen Messreihe für Januar gebrochen worden. Daneben gab es in der 13 bis 15 Grad milden Nordhälfte noch weitere Rekorde. Bisher ist der Januar zwei bis fünf Grad wärmer als im Klimamittel gewesen.

Warmer Winter und Klimawandel – Gefahr für den Igel?

Ob warme Winter für den heimischen Igel ein Problem bedeuten, kann man nicht klar beantworten. Die naheliegende Vermutung, dass der fehlende Winter den einzigen Winterschläfer unter den Insektenfressern gravierend stört und letztlich schwächt, ist bisher nicht bewiesen. Grundsätzlich ist der Winterschlaf nicht allein von den Außentemperaturen abhängig, sondern auch von der Tageslichtlänge und einer hormonellen Umstellung. „Aktuell ist bei Pro Igel e. V. noch kein vermehrtes Aufwachen von Igeln gemeldet worden und auch über eine zunehmende Abgabe von Fundtieren an Pflegestellen können wir nichts sicher aussagen.
Aber auszuschließen ist dies nicht, wir sind keine Meldestelle oder ein Kontrollorgan.“, sagt Ulli Seewald, Vorsitzende des Vereins Pro Igel e.V..

„Der Klimawandel wirkt sich vermutlich weit weniger auf den Igel aus als von manchen vermutet! Igel existieren seit vielen Millionen Jahren, länger als Dinosaurier! Sie haben sich immer an Kalt- und Warmzeiten anzupassen gewusst. Eine zunehmende Gefährdung beruht vielmehr auf durch den Menschen verursachte Gefahren. Zu nennen sind Biotopzerschneidung sowie Lebensraum- und Nahrungsminderung durch das Insektensterben.“, erklärt Seewald. 

Bitte schlafen lassen! Igel benötigen gute Verstecke und Laub für ihren Winterschlaf. Mit einem Haufen Zweige und Blätter können Gartenbesitzer Igeln beim Überwintern helfen. Foto WetterOnline

 

Was tun, wenn man jetzt einen aktiven Igel findet?

Igel wachen während ihres Winterschlafes immer mal wieder auf kurz auf. Dies ist eine Art „Reset“ des Stoffwechsels und bedeutet keine Gefahr für das Tier. Anders verhält es sich, wenn der Igel vollständig aufwacht. Wer im Winter einen aktiven Igel beobachtet, sollte dem Tier helfen. Denn richtiges Aufwachen bis hin zu normaler Aktivität und Nahrungssuche erfordert sehr viel Energie.
Ein hilfsbedürftiger Igel gehört in sachkundige menschliche Obhut. „Igelfinder mögen sich unbedingt mit einer Igelstation und/oder einem Tierarzt in Verbindung setzen. Dort wird der Igel medizinisch behandelt und fachkundiger Rat erteilt, ohne den kranke und verletzte Igel zu einem qualvollen Tod verurteilt sind.“, betont Ulli Seewald. Informationen zum Thema Igel: http://www.pro-igel.de


Dienstag: Sturmgefahr für Süddeutschland 

Am Alpenrand orkanartige Sturmböen möglich 

Bonn/Duisburg, 27. Januar 2020 - Der Dienstag droht im Süden Deutschlands stürmisch zu werden: Ein kleines, aber recht kräftiges Tief zieht dann von Großbritannien in Richtung Schweden.

Ein Sturmfeld zieht am Dienstag über Süddeutschland hinweg. Besonders über der Mitte und im Süden ist dann mit Sturmböen zu rechnen. Quelle: WetterOnline

Atlantisches Tief bringt Sturm 

Ein Sturmfeld zieht am Dienstag über Süddeutschland hinweg. Am Alpenrand sind sogar orkanartige Böen nicht ausgeschlossen. „Ein kleines, aber recht kräftiges Tief zieht dann von Großbritannien in Richtung Schweden. An seiner Südseite sind die Luftdruckunterschiede über Süddeutschland besonders groß, deshalb erreicht der Wind dort zeitweise Sturmstärke.“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline.
„Besonders heftig wird es in Schauer- und Gewitternähe, denn da wird der ruppige Wind aus höheren Luftschichten bis zur Erdoberfläche heruntergemischt.“ Im Bergland, vereinzelt aber auch im Flachland sind Böen von 75 bis 90 Kilometer pro Stunde wahrscheinlich. 

Sturmgefahr in Süddeutschland. Böen bis 110 Kilometer pro Stunde möglich. Quelle: WetterOnline

Schwere Sturmböen

In höheren Lagen, wie im Hochschwarzwald oder in den Alpen, drohen schwere Sturmböen über 90 Kilometer pro Stunde. Selbst Böen über Tempo 110 sind nach derzeitigem Stand denkbar. Dazu schneit es zum Teil kräftig, sodass zusätzlich mit Schneeverwehungen zu rechnen ist. 

„Allerdings sind die Unsicherheiten bei den aktuellen Berechnungen der Wettermodelle noch groß: Weder die exakte Zugbahn noch die genaue Stärke des Sturmtiefs lassen sich derzeit im Detail bestimmen.“, schränkt Habel ein. 

Kurzer Wintergruß

Ab Dienstag bringt Polarluft Wintergrüße mit Flocken bis ins Flachland. Teils gibt es sogar kräftige Schneefälle. Die Schneefallgrenze sinkt dabei auf 300 bis 600 Meter Höhe. Bis Mittwochabend fallen im Schwarzwald und im Allgäu teils 30 bis 50 Zentimeter Schnee. Aber auch sonst kann sich in den Mittelgebirgen verbreitet eine geschlossene Schneedecke bilden. Selbst in einigen Flachlandregionen wird es vorübergehend weiß. Wo genau, lässt sich allerdings noch nicht sagen. Schon am Donnerstag ist aber wahrscheinlich wieder Schluss mit Winter. Dann schnellen die Temperaturen in die Höhe und bis über 1500 Meter Höhe stellt sich Tauwetter ein.

 


 

Vor 30 Jahren: Orkantief DARIA wütet - Tote und Millardenschäden

Bonn/Duisburg, 22. Januar 2020 - Der Orkan DARIA hat am 25. und 26. Januar 1990 Teile Europas heimgesucht. Er gehört zu den verheerendsten Stürmen der jüngeren Wettergeschichte.

Sturmtief DARIA entwurzelte zahlreiche Bäume, deckte Häuser ab und führte zu Stromausfällen. Symbolbild. - Quelle WetterOnline

 

Chaos und Zerstörung

Orkan DARIA forderte 94 Menschenleben, acht allein in Deutschland. Der Sturm hinterließ Schäden in Milliardenhöhe und ist einer der teuersten Winterstürme der vergangenen Jahrzehnte. „Großes Chaos hinterließ der Orkan in Nord-, West- und Mitteleuropa, wo die Schäden sich auf rund 4,4 Milliarden Euro beliefen.“, berichtet Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline. „In einem der mildesten Winter des 20. Jahrhunderts war DARIA am 25. und 26. Januar der Auftakt einer Sturm-Serie, die über Wochen bis Anfang März 1990 andauerte. Die teils starken Stürme tobten, als sich eine starke Westdrift von den USA bis nach Europa ausgebildet hatte.“ DARIA gehört mit den Orkanen LOTHAR 1999 und KYRILL 2007 sogar weltweit zu den finanziell schadenreichsten Naturkatastrophen der vergangenen 50 Jahre.

Mit über 130 Kilometer pro Stunde knickte Orkan DARIA Bäume wie Sreichhölzer um. Symbolbild - Quelle WetterOnline

 

DARIA in Deutschland

Mit großflächig aufgetretenen Windgeschwindigkeiten um 130 Kilometer pro Stunde und extremen Böen bis Tempo 230 auf dem Brocken im Harz riss DARIA am 25. Januar 1990 unzählige Bäume in Deutschland um. In der Folge kam es in Hessen zu einer Zugentgleisung. In Nordrhein-Westfalen wurden zahlreiche Häuser abgedeckt. Auch eine Halle des Flughafen Köln-Bonn wurde beschädigt und die Startbahn musste gesperrt werden. Vorübergehend war es notwendig, die Stromversorgung des Kernkraftwerks in Kalkar zu unterbrechen, als durch Blitzschlag und Sturm zwei Strommaste abknickten.

Auf der Insel Sylt wurden Teile der Südspitze abgetragen. In Schleswig-Holstein stürzten rund 3000 Bäume um. In Ostfriesland warf der Sturm mehrere Hochspannungsmaste um, sodass in einigen Ortschaften der Strom ausfiel.
Nordfrankreich und Großbritannien Auch in anderen Regionen der Republik sowie in Großbritannien, Nordfrankreich und den Niederlanden kam es zu Stromausfällen und massiven Sturmschäden. Die Stromversorgung hunderttausender Menschen brach zusammen.

Im Atomkraftwerk Gravilines in der Bretagne wurden fünf der sechs Blöcke abgeschaltet. In Großbritannien hatten rund eine Million Haushalte keinen Strom. Nachdem der Sturm das Dach des Parlamentsgebäudes in London beschädigt hatte und Regenwasser eingedrungen war, räumte die Polizei die Lobby des Unterhauses. Über den Norden des Landes fegten Schneestürme hinweg, die zu massiven Verkehrsbehinderungen führten. An den Küsten gerieten einige Schiffe in Seenot. Der Fährverkehr im Ärmelkanal sowie zwischen Schottland und Nordirland wurde eingestellt. In Teilen Nordfrankreichs und Großbritanniens wurden Spitzenböen über Tempo 160 registriert.

Sturmserie 1990
Orkan DARIA war der Auftakt einer markanten Sturmserie, die so noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Europa registriert wurde. Nach den eher kleinen Orkantiefs HERTA und JUDITH Anfang Februar folgten Ende des Monats die großflächig zerstörerischen Stürme VIVIAN und WIEBKE, die noch einmal ähnlich hohe Sachschäden verursachten wie DARIA.

Ob und wann ein Sturm droht, erfährt man auf www.wetteronline.de, mit der WetterOnline App oder durch einen Blick auf die neue Wetterstation wetteronline home. Mit dem Alexa-Skill von WetterOnline sowie dem Skill für den Google Assistant können Wetterinfos auch über die digitalen Helfer abgefragt werden.

 

Kunstwerke der Kälte: Eisblumen

So entstehen die filigranen Muster auf den Fenterscheiben

Bonn/Duisburg, 21. Januar 2020 - Vor der Zeit wärmegedämmter Fensterscheiben sah man die vergängliche Glaskunst häufiger bei Frost: Eisblumen. Die Eiskristalle in Anmutung von Federn, Farnblättern, Bäumen oder Blumen entdeckt man zuweilen heute noch an Autoscheiben oder Flachdachfenstern. Ihre Entstehung gibt Rätsel auf.

Glaskunst von Väterchen Frost: Eisblumen in Form von Federn, Fächern oder Blüten.  Foto Wetter Online

Zauberwort Resublimation

Damit sich Eisblumen bilden, bedarf es verschiedener Faktoren. Grundlegend sind die Temperatur und der Feuchtigkeitsgehalt der Luft, die zur sogenannten Resublimation führen. Eisblumen entstehen an der Innenseite ungedämmter dünner Fensterscheiben, wenn die Außentemperatur unter 0 Grad sinkt. Die Luft kann umso weniger Wasser aufnehmen, je kälter sie wird. „Wenn im Winter die Heizung in Räumen abgesenkt wird, um zum Beispiel Energie zu sparen und oder um einfach besser zu schlafen, sinkt die Temperatur im Zimmer und die Luft übersättigt sich mit Wasser.“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline.
„Dieses Wasser setzt sich an den Fensterscheiben ab, so wie man es zum Beispiel nach dem Duschen im Bad beobachten kann. Liegt aber die Temperatur der Fensterscheibe unter 0 Grad, kann das gasförmige Wasser auf dem Glas unmittelbar gefrieren. Das Wasser setzt sich dabei also nicht in flüssiger Form auf der Scheibe ab, sondern direkt im festen Zustand als Eis. Diesen Vorgang nennt man Resublimation.“

Die Entstehung der Gestalt von Eisblumen ist bis heute nicht genau geklärt. Foto Wetter Online

 

Wachstum der Eisblume

Die Bildung einer Eisblume beginnt immer an einem Kristallisationskern. Auf einer Fensterscheibe können dies feine Schmutzpartikel, die Oberflächenbeschichtung oder Kratzer sein. An diesen lagert sich das gefrorene Wasser aus der Luft an. Die Partikel bilden nun den Ausgangspunkt für die weiteren Verzweigungen und Verästelungen der Eisblume. Mehr und mehr Wassermoleküle lagern sich an. Die Gebilde aus Eis wachsen
zusammen, verzweigen sich schließlich weiter und lassen so die besonderen Muster der Eisblumen entstehen. Manchmal kann man in den floralen Formen die Wischmuster vom Fensterputzen oder die Scheibenwischerbewegung wiedererkennen. Oft scheinen die Gebilde aber auch rein zufällig zu entstehen.

Welche Gestalt die Eisblume annehmen wird, lässt sich nach heutigen Erkenntnissen nicht vorhersagen. Eisblumen sind ebene Kristalle des Wassers. Ihre Formen beruhen wie bei einer Schneeflocke auf einer hexagonalen Symmetrie. Interessant ist, dass bei den Eisblumen die Gestalt eines kleinen Teiles so ist wie die des großen, es besteht als eine sogenannte Selbstähnlichkeit. Da ihr Gebilde demnach auch nie fertig sein kann und deshalb unvollkommen ist, beschreibt man sie in der Mathematik auch als Fraktal.

 

Rekord-Hoch EKART über England

Auswirkungen auf Wetter und Gesundheit

Hoch EKART über Großbritannien mausert sich zum stärksten Hochdruckgebiet seit Jahrzehnten in dieser Region Europas. Der Luftdruck steigt auf der Insel bis auf rekordverdächtige 1050 Hektopascal und auch in Deutschland in Rekordnähe.


Der Luftdruck steigt auf rekordverdächtige Werte von über 1045 Hektopascal


Hoher Luftdruck – Ruhiges Winterwetter in Deutschland

In Deutschland stehen die Barometer auf Anschlag. Besonders in Nordrhein-Westfalen kommt man mit über 1045 Hektopascal an die höchsten Luftdruck-Werte seit Jahrzehnten ran. In Essen liegt der über 60 Jahre alte Rekord bei 1047,8 Hektopascal. Durch das extreme Hoch herrscht in der neuen Woche ruhiges Winterwetter in Deutschland.
„Bis Freitag bleibt es im ganzen Land trocken. Dazu gibt es einen Mix aus Sonne und Wolken. Regional können sich Nebel und Hochnebel länger halten, dies gilt vor allem für die Flusstäler. Die Höchstwerte liegen meist zwischen 3 und 7 Grad. Im Dauergrau bleibt es kälter. Nachts wird es verbreitet frostig, Richtung Alpen gibt es in der ersten Wochenhälfte sogar zweistellige Minusgrade. Milder ist es ganz im Norden.“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe bei WetterOnline.

Besonders hohe Luftdruck-Werte werden aktuell in Großbritannien gemessen, das eigentlich für seine Sturmtiefs bekannt ist. Nun aber liegt das extrem kräftige Hoch EKART über den Britischen Inseln. Mit rund 1050 Hektopascal stieg der Luftdruck in der Nacht zum Montag dort auf den höchsten Wert seit 1992. Eventuell wird sogar noch der absolute Luftdruck-Rekord von 1902 geknackt, damals zeigte das Barometer unglaubliche 1053 Hektopascal.

Zur Einordnung erklärt Habel: „Luftdruck ist nichts anderes als das Gewicht der Lufthülle, die uns umgibt. Das Gewicht der Erdatmosphäre ist abenteuerlich! Sie wiegt 5 Trillionen Kilogramm. Auf jedem Quadratmeter Erdoberfläche, und damit auch auf uns Menschen, lasten somit bei einem mittleren Luftdruck von 1.013 Hektopascal rund 10 Tonnen Luft. Das hohe Gewicht der Luftsäule über uns spüren wir jedoch nicht als Last, die auf unsere Köpfe drückt. Die Schwankungen des Luftdrucks allerdings werden möglicherweise von einigen sensiblen Menschen wahrgenommen.“

Auswirkungen des Luftdrucks auf die Gesundheit

Ernsthafte Auswirkungen hat extrem hoher Luftdruck nicht, auch wenn in England am Wochenende vor Störungen des TV-Signals und Ohrdruck gewarnt wurde. Tatsächlich berichten aber immer wieder Menschen davon, dass sie Luftdruckschwankungen „fühlen“. Es wird immer wieder diskutiert wird, ob ein plötzlicher Luftdruckabfall ein Gesundheitsrisiko darstellt, jedoch ist dies wissenschaftlich bisher nicht belegt.
„Jahrzehntelange Forschungen von Medizinern und Atmosphärenphysikern konnten keine direkten Zusammenhänge zwischen Luftdruckschwankungen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen bestätigen. Man kam zu dem Schluss, dass es sich bei den beobachteten Krankheitsfällen und der gleichzeitigen Wetterlage offenbar um Scheinkausalitäten handelt.
Mit anderen Worten: In vielen Millionen Jahren haben wir Landbewohner uns evolutionär an die sich langsam wandelnden natürlichen Druckverhältnisse angepasst. Daher nehmen wir diese nicht wahr.“, sagt Habel.

Anders sieht es aus, wenn sich der Luftdruck plötzlich und rapide verändert, bspw. beim Start oder der Landung eines Flugzeugs, bei der Fahrt in einem Aufzug oder beim raschen Bergauf- oder Bergabfahren mit dem Auto. Unter Umständen kann dabei unsere Ohrtrompete den Druckausgleich zwischen Umgebungsluft und dem Mittelohr nicht schnell genug herstellen. Unser Trommelfell wölbt sich dann minimal nach innen oder außen, was wir als unangenehmen Druck empfinden.


Ob die ruhige Wetterlage Bestand hat, erfährt man auf www.wetteronline.de, mit der WetterOnline App oder durch einen Blick auf die neue Wetterstation wetteronline home. Mit dem Alexa-Skill von WetterOnline sowie dem Skill für den Google Assistant können Wetterinfos auch über die digitalen Helfer abgefragt werden.


Ruhiges Winterwetter mit einem freundlichen Mix aus Sonne und Wolken dank Hoch EKART.

Der Polarwirbel hält den Winter fern

Wettermaschine voll in Fahrt - Grönland-Polarwirbel bringt mildes Wetter

Ein mächtiges Tiefdruckgebiet bei Grönland führt immer wieder milde Luft nach Mitteleuropa. Quelle: WetterOnline

Bonn/Duisburg, 9. Januar 2020 - Schon seit Wochen dümpelt der Winter so vor sich hin. Schnee und Eis haben bei der vorherrschenden Wetterlage keine Chance. „Grund dafür ist der Polarwirbel, der derzeit im Bereich Grönland zu finden ist.“, erklärt Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline.

„Das ihn umgebende Starkwindband in über 10 Kilometer Höhe – der Jet-Stream – steuert im Winterhalbjahr Zugbahn und Stärke von Tiefdruckgebieten auf der Nordhalbkugel. Der Polarwirbel beeinflusst somit entscheidend die Temperaturverteilung zwischen dem Nordpol und mittleren Breiten.” Schwächelt der Polarwirbel oder verändert er seine Position, so dominieren Hochdruckgebiete. Polarluft kann dann leichter nach Süden und somit auch nach Mitteleuropa und Deutschland strömen. Ist der Polarwirbel hingegen stark wie derzeit, so bewirkt er kräftige Tiefs. Milde Westwinde dominieren unser Wetter, polare Kaltlufteinbrüche sind unmöglich. “Für winterliche Kälte und Schnee bei uns in Deutschland sind die Voraussetzungen also schlecht, solange Westwind den Ton angibt.”, betont Habel. 

So funktioniert der Polarwirbel
Über Alaska und Sibirien herrscht derzeit hoher Luftdruck. Rund um Grönland hingegen dominiert tiefer Luftdruck das Wettergeschehen und setzt somit den Polarwirbel in Gang. „Um das stark ausgeprägte Tief bei Grönland weht der Wind entgegen dem Uhrzeigersinn. Für uns in Europa bedeutet dies, dass die Luft fast immer aus Westen oder Südwesten zu uns strömt.“, erklärt Matthias Habel.

„Richtig kalte Luft aus Norden und Nordosten hat so keine Chance. Bestenfalls dreht der Wind kurzzeitig mal auf Nordwest und bringt nur den höchsten Lagen der Mittelgebirge ein paar Flocken. Rasch aber dreht der Wind mit Durchzug des Tiefs wieder auf West und lässt die weiße Pracht schnell wieder verschwinden.“

Der Ausblick Für Winterliebhaber gibt es derzeit keinen Grund zur Hoffnung, da alle Wettermodelle übereinstimmend anzeigen, dass die eingefahrene Westwetterlage fortbesteht. „Damit bei uns Winterwetter einkehrt, ist bei uns eine komplett andere Wetterlage erforderlich.“, weiß Habel.
 „Dazu müsste sich der Polarwirbel in Richtung Mitteleuropa oder bestenfalls nach Osteuropa verlagern. Gleichzeitig sollte sich ein mächtiges Hoch über dem Ostatlantik bilden und bis in die Polregion erstrecken. Dann würde die Luft bei uns direkt aus Norden kommen. Winterliches Wetter mit Schnee und Kälte wäre die Folge. Davon allerdings sind wir derzeit meilenweit entfernt. “