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Bezirksregierung Düsseldorf: Duisburgs Schulsituation


Neue Institution für Baukultur in Nordrhein-Westfalen
Duisburgs Dezernet Martin Linne neuer Vorsitzender

Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW und StadtBauKultur NRW werden zu Baukultur NRW 
Erster Vorsitzender des ehrenamtlichen Vorstands ist Martin Linne, Leiter des Dezernats für Stadtentwicklung und Umwelt der Stadt Duisburg
Eröffnung der Ausstellung Visionäre und Alltagshelden
Baukultur Nordrhein-Westfalen: v.l., Peter Köddermann (Geschäftsführung Programm), Dr. Svenja Haferkamp (Vorstand), Ilka Dietrich-Kintzel (Kaufmännische Geschäftsführung), Ina Scharrenbach (Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen), Martin Linne (Vorstandsvorsitzender) Fotograf: Ingo Lammert/Architektenkammer NRW

Gelsenkirchen/Duisburg, 29. Januar 2020 - Baukultur Nordrhein-Westfalen ist entstanden aus dem Zusammenschluss der Vereine StadtBauKultur NRW und Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW (M:AI). Der neue Verein wird gefördert durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen.
Mit Beginn des Jahres 2020 initiiert, organisiert und kommuniziert Baukultur Nordrhein-Westfalen aktuelle Themen: Im Fokus stehen baukulturelle Facetten von Architektur, Stadt- und Landschaftsentwicklung, Ingenieurkunst sowie Bau- und Planungsprozessen. Darüber hinaus beschäftigt sich Baukultur Nordrhein-Westfalen auch sehr konkret mit Themen wie „Kunst und Bauen“ oder dem „Wohnen in Nordrhein-Westfalen“ und sensibilisiert die Zivilgesellschaft, Politik, Bildung, Wirtschaft und Kultur für baukulturelle Fragen. „Bauen ist Kultur. Denn bauen ist mehr als Steine aufeinanderzusetzen. Gebäude sind Teil unserer Heimat und prägen unsere Umwelt.
Um dies stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken, hat das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen die Vereine StadtBauKultur und das M:AI zu Baukultur Nordrhein-Westfalen zusammengeschlossen. Baukultur Nordrhein-Westfalen bündelt Kompetenzen, informiert über baukulturelle Themen und bringt Entscheider und Entwickler an einen Tisch. Damit geben wir der Baukultur in Nordrhein-Westfalen mehr Raum für Neues und eine bessere Sichtbarkeit bei aktuellen und zukünftigen Projekten“, sagt Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen.

Mit Kampagnen, Ausstellungen und Informationsformaten, wie Diskussionen und Tagungen, öffnet Baukultur Nordrhein-Westfalen außerdem den Diskurs für die Fachwelt und für eine breitere Öffentlichkeit. Dabei kooperiert Baukultur Nordrhein-Westfalen mit vielen Partnern, vernetzt Akteure der Baukultur und unterstützt beispielhafte Projekte Dritter. StadtBauKultur NRW und M:AI hatten seit 2001 Themen der Baukultur entwickelt, umgesetzt und bei unterschiedlichen Projekten zusammengearbeitet.

„Baukultur Nordrhein-Westfalen präsentiert im Jahr 2020 seine Formate unter dem Thema: ‚Was sind heute baukulturelle Qualitäten?‘ Wir werden die Bedeutung von Baukultur für unsere gebaute Umwelt – insbesondere Architektur und Stadtentwicklung – betrachten und so deren gesellschaftliche Relevanz verdeutlichen“, sagt Peter Köddermann, verantwortlich für das Programm von Baukultur Nordrhein-Westfalen.
„Wir möchten 2020 den Austausch mit und zwischen den vielen unterschiedlichen Baukultur-Akteuren im Land fördern und stärken, um so das Bewusstsein für Umgang mit Baukultur zu schärfen.“
„Baukultur Nordrhein-Westfalen realisiert mit seinem Museum der Baukultur in diesem Jahr gemeinsam mit vielen Partnern drei Ausstellungen“, erläutert Köddermann.
„Der Architekt Harald Deilmann hat durch eine besondere gestalterische Qualität seiner Bauten und eine einfühlsame Stadtplanung die architektonische Entwicklung in Nordrhein-Westfalen und der Bundesrepublik geprägt. Die Ausstellung „Frau Architekt“ im Haus der Architekten in Düsseldorf bietet die Gelegenheit, die Rolle von Architektinnen und deren Leistungen in Vergangenheit und Gegenwart zu betrachten und zu diskutieren. Und wir freuen uns darüber hinaus, den ‚Mies van der Rohe Award – Preis der europäischen Union für zeitgenössische Architektur‘ in NRW als einzigem Spielort in Deutschland zu zeigen. Die für den Preis ausgewählten Projekte und Objekte veranschaulichen in besonderer Weise die aktuellen Herausforderungen und Gestaltungsansätze in der europäischen Architektur.“

Außerdem ist eine neue Website in Arbeit. Bis diese mit allen Angeboten und Services zugänglich ist, finden Interessierte auf
baukultur.nrw die wichtigsten Nachrichten, Informationen und Termine zu Baukultur Nordrhein-Westfalen. Die Websites von M:AI NRW und StadtBauKultur NRW sind zunächst weiter erreichbar. Museum der Baukultur führt Arbeit des M:AI fort Mit dem eigenen Museum der Baukultur präsentiert und inszeniert Baukultur Nordrhein-Westfalen wichtige gesellschaftliche Entwicklungen.
Es folgt damit der Ausrichtung des M:AI und verbindet Thema und Ausstellungsort in besonderer Weise: Ohne festes Ausstellungsgebäude wird es in Nordrhein-Westfalen sowie über die Landesgrenzen hinaus unterwegs sein. Diese Form eines mobilen Museums der Baukultur ist weltweit einzigartig. Baukultur Nordrhein-Westfalen ist als gemeinnütziger Verein organisiert, die Geschäfte führen Peter Köddermann (Geschäftsführung Programm) und Ilka Dietrich-Kintzel (Kaufmännische Geschäftsführung).

Erster Vorsitzender des ehrenamtlichen Vorstands ist Martin Linne, Leiter des Dezernats für Stadtentwicklung und Umwelt der Stadt Duisburg, stellvertretender Vorsitzender ist Hartwig Schultheiß, Geschäftsführer von hs urban. Gefördert wird Baukultur Nordrhein-Westfalen vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen.

- Eine Million Euro Landesprogramm für Gedenkstättenfahrten
- Wettbewerb Meister.Werk.NRW 2020 startet

Mit dem Haushalt 2020 hat das Land Nordrhein-Westfalen die Förderung von Gedenkstättenfahrten von Schulen auf eine Million Euro erhöht.

Düsseldorf/Duisburg, 27. Januar 2020 - Die Landesregierung hatte das Landesprogramm mit dem Schuljahr 2018/19 erstmals aufgelegt und 250.000 Euro zur Verfügung gestellt.
„Das Land Nordrhein-Westfalen nimmt seine Verantwortung für eine lebendige Erinnerungskultur sehr ernst. Die Vervierfachung der Mittel in nur drei Haushaltsjahren zeigt dies deutlich. Gerade heute am Gedenktag 75 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz ist es mir ein besonders Anliegen zu betonen, dass die Schulen im Land einen wichtigen Beitrag gegen das Vergessen der Gräueltaten der
Nazi-Diktatur leisten. Für mich hat jede Generation die Verpflichtung, vor unserer Geschichte nicht die Augen zu verschließen und auch heute wachsam zu sein. Die Schulen wissen um ihre Verantwortung und sie arbeiten intensiv daran, den Schülerinnen und Schülern als Mahnung und aus Verantwortung für die Zukunft die Dimension des Holocausts vor Augen zu führen. Gedenkstättenfahren sind ein sehr gutes Mittel, um dies an den Orten der Nazi-Verbrechen anschaulich und eindringlich zu leisten“, so Schul- und Bildungsministerin Yvonne Gebauer.

 

Das Landesprogramm wird von den Schulen hervorragend angenommen. Insgesamt wurden bisher 544 Exkursionen zu Erinnerungsorten im In- und Ausland gefördert. Die Anzahl der beantragten Fahrten steigt kontinuierlich und stellt sich wie folgt dar: 

·       Schulhalbjahr 2018/2019: 114 geförderte Fahrten

·       Schulhalbjahr 2018/2019: 161 geförderte Fahrten

·       Schulhalbjahr 2019/2020: 104 geförderte Fahrten

·       Schulhalbjahr 2019/2020: 165 geförderte Fahrten

 

Hauptziel der Fahrten ist Auschwitz, gefolgt von deutschen Gedenkstätten an die Gräueltaten der NS-Diktatur, wie Bergen-Belsen, Dachau oder Neuengamme.  

Die Bezirksregierungen, das Ministerium für Schule und Bildung und Bildungspartner NRW beraten die Schulen intensiv bei der Antragsstellung. So existiert seit Mai 2018 unter anderem eine Beratungswebsite, um die Schulen bestmöglich zu unterstützen.

 

Weitere Informationen unter: www.bildungspartner.schulministerium.nrw.de/Bildungspartner/Die-Bildungspartner/Foerderung-von-Fahrten

Wettbewerb Meister.Werk.NRW 2020 startet

 Die Landesregierung will die Ernährungswirtschaft in Nordrhein-Westfa-len stärken und startet nun den Wettbewerb Meister.Werk.NRW 2020 - Ehrenpreis des Landes Nordrhein-Westfalen. Bis zum 17. Februar 2020 können sich alle Betriebe des Bäcker-, Fleischer-, Konditoren- und des Brauhandwerks in Nordrhein-Westfalen bewerben.

Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser: „Das Lebensmittelhand-werk ist eine der tragenden Säulen in Nordrhein-Westfalen, denn es stärkt maßgeblich und nachhaltig den wirtschaftlichen, sozialen und kul-turellen Mehrwert in den Regionen unseres Landes. Damit bewahrt es die handwerkliche Produktion, sichert Arbeits- und Ausbildungsplätze und trägt maßgeblich zur Nahversorgung vor allem in den ländlichen Regionen bei.“

Ziel der Auszeichnung ist es, die umfassenden Leistungen des Lebens-mittelhandwerks bei der Herstellung regionaler Produkte und für die Ge-sellschaft stärker in der öffentlichen Wahrnehmung zu verankern. „Viele Betriebe pflegen die traditionellen Herstellungsweisen und entwickeln daraus Produkte mit einer unverwechselbaren Note. Es ist nicht nur die Qualität ihrer Produkte, die die Preisträgerinnen und Preisträger von Meister.Werk.NRW auszeichnet. Sie machen sich auch durch eine ver-antwortungsvolle Betriebsführung, eine sorgfältige Auswahl der Roh-stoffe und durch ihr regionales Engagement verdient“, sagte Ministerin Heinen-Esser.

Über Meister.Werk.NRW
Die Auszeichnung Meister.Werk.NRW wird seit 2013 an Bäcker- und Fleischerhandwerksbetriebe verliehen, die sich um besondere Qualität bemühen. Die Kriterien wurden gemeinsam mit den Bäckerverbänden und dem Fleischerverband Nordrhein-Westfalen erarbeitet. Dazu gehören unter anderem ein selbst hergestelltes Sortiment, regionale Spezialitäten, der Einsatz von Fachkräften und die Bereitstellung von Ausbildungsplätzen. Seit 2016 werden auch Brauereibetriebe in den Wettbe-werb aufgenommen, seit 2017 ebenso Konditorenbetriebe.

Dieses Jahr werden die Preisträgerinnen und Preisträger aller vier Gewerke gemeinsam am 8. Juni 2020 in Düsseldorf ausgezeichnet. Bewerbungsschluss ist am 17. Februar 2020.

www.meisterwerk.nrw.de - Hier finden Sie auch die erforderlichen Unterlagen zur Bewerbung


"Prima. Klima. Wohnen."

Auftaktveranstaltung für einen Klimapakt "Wohnen" für Nordrhein-Westfalen

Düsseldorf/Duisburg, 20. Januar 2020 - Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen und das Ministerium für Umwelt, Landwirt-schaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen haben zusammen mit einem breiten Bündnis aus Fachverbänden und Institutionen den Startschuss für einen Klimapakt „Wohnen“ für Nord-rhein-Westfalen als einwohnerreichstes Bundesland der Bundesrepublik Deutschland gegeben.

Unter dem Motto „Prima. Klima. Wohnen.“ haben die Unterzeichnenden vereinbart, gemeinsam einen verstärkten Beitrag zum Klimaschutz und zur Reduzierung der CO2-Emissionen beim Bauen, Wohnen und der Stadtentwicklung zu leisten. Für Wohnviertel und Stadtquartiere in Nord-rhein-Westfalen sollen sich durch die vereinbarte Kooperation neue und noch weitere Chancen für eine nachhaltige Entwicklung ergeben.

Im Jahr 2018 gab es 9.014.363 Wohnungen in Nordrhein-Westfalen. Das ist der höchste Wohnungsbestand aller Zeiten in Nordrhein-Westfa-len. Auf Basis vorläufiger Schätzungen für das Jahr 2018 beträgt die Emission aus dem Bereich „Haushalte/Kleinverbrauch“ rund 30,4 Millio-nen Tonnen CO2-Äquivalente. Gegenüber 1990 ist das ein Rückgang um rund 6,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente beziehungsweise um rund -18,5 Prozent – und das, obwohl sich die Anzahl der Wohnungen gegenüber der Volkszählung von 1987 um rund 25 Prozent erhöht hat.

Im Rahmen der Auftaktveranstaltung verständigten sich die Kooperati-onspartnerinnen und -partner darauf, verstärkte Anstrengungen bei der Modernisierung von Wohnungsbeständen zu unternehmen und gleich-zeitig die soziale Ausgewogenheit bei der Bezahlbarkeit von Wohnraum zu ermöglichen. Zu den zu verfolgenden Maßnahmen gehören unter an-derem eine noch stärkere Orientierung der öffentlichen Wohnraumförde-rung an einen sparsamen Ressourceneinsatz, eine verstärkte und ko-operierende Beratungs- und Öffentlichkeitsarbeit, Vorbildwirkung und Bewusstseinsbildung, die Erarbeitung eines Modellansatzes für das „grüne Quartier“ und der Aufbau einer landesweiten Datenbank zur Bi-lanzierung von Energieverbrauchsdaten und der CO2-Emissionen.

Die Kooperationspartnerinnen und -partner werden die kommenden sechs Monate nutzen, um die einzelnen Maßnahmen zu unterlegen. Diese Zeit haben sich die Unterzeichnenden auch vor dem Hintergrund gegeben, dass von Seiten der Bundesregierung noch Maßnahmen in der Umsetzung sind. Dabei ist der Klimapakt „Wohnen“ für weitere inte-ressierte Verbände und Organisationen zur Mitarbeit offen.

Einzelzitate der Unterzeichnenden:
Für die Landesregierung haben den Klimapakt Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, und Ursula Heinen-Esser, Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, unterschrieben. Zu den Unterzeichnerinnen und Unterzeich-nern zählen folgende Fachverbände und Institutionen: Handwerk.NRW, Haus & Grund Rheinland Westfalen, Haus & Grund Nordrhein-Westfalen, Verband für die Wohnungswirtschaft Rheinland-Westfalen (VdW), Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V., Bau-verbände Nordrhein-Westfalen e.V., BFW Nordrhein-Westfalen – Ver-band der mittelständischen Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, Bauin-dustrieverband Nordrhein-Westfalen e.V.

Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung
„‚Prima. Klima. Wohnen‘ ist Auftrag und Verpflichtung zugleich: Mit dem heutigen Startschuss für einen Klimapakt „Wohnen“ setzt Nordrhein-Westfalen als einwohnerreichstes Bundesland ein klares Signal und wir treten mit neuer Energie gemeinsam mit Institutionen, Verbänden und Organisationen für energetisch sauberes, nachhaltiges Bauen und Woh-nen in Nordrhein-Westfalen ein. Seit Jahresbeginn ist das Bundes-Klimaschutzgesetz in Kraft, steuerliche Anreize für die energetische Erneu-erung von Wohnungsbeständen haben Bund und Länder gemeinsam gesetzt. Zugleich ist es Nordrhein-Westfalen in den letzten zwei Jahren gelungen, über eine verbesserte Modernisierungsförderung im Rahmen der öffentlichen Wohnraumförderung des Landes die Themen Energie-effizienz und Bezahlbarkeit des Wohnens in Einklang zu bringen. Si-cher, sauber und bezahlbar – das ist unser Verständnis der Wohn- und Stadtentwicklungspolitik für die Bürgerinnen und Bürger in Nordrhein-Westfalen.“

Ursula Heinen-Esser, Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz:
„Für die Entwicklung der Städte und Siedlungsräume ist die Bewältigung der ökologischen und ökonomischen Folgen des Klimawandels von zentraler Bedeutung. Die Unterzeichnung des gemeinsamen Pakts für klimabewusstes Wohnen ist ein klares Bekenntnis für gemeinsames Handeln im Klimawandel und für die Zukunft unseres Landes. Begrünte Vorgärten, Dächer und Fassaden, insbesondere der Einsatz natürlicher und nachwachsender Baustoffe wie Holz, sorgen für gutes Klima. Und auch das persönliche Verhalten entscheidet: Bereits beim morgendlichen Aufstehen trifft jeder von uns klimarelevante Entscheidungen: Wie hoch soll ich meine Heizung anstellen, wie lange stehe ich unter der warmen Dusche? Schätzungen zufolge sind die privaten Haushalte in Nordrhein-Westfalen für rund 11,5 Prozent der gesamten Treibhaus-gasemissionen in unserem Bundesland verantwortlich – hier steckt also noch sehr viel Potenzial, das wir unbedingt heben müssen. Der Übergang zu einer treibhausgasneutralen Welt kann uns nur gelingen, wenn er gesellschaftlich mitgetragen wird.“

Andreas Ehlert, Präsident Handwerk. NRW:
„Mehr Wohnungsbau und mehr Klimaschutz sind nur zu erreichen durch Nutzung und Entfaltung der mittelständischen, dezentralen Strukturen und durch Offenhalten technologischer Innovationen im Wettbewerb der Lösungen.“

Konrad Adenauer, Präsident Haus & Grund Rheinland Westfalen:
„Klimaschutz ist nicht zum Nulltarif zu haben. Die Erreichung der Klimaziele im Gebäudebestand erfordert erhebliche finanzielle Kraftanstren-gungen, die sowohl von Eigentümerinnen und Eigentümern als auch von Mieterinnen und Mietern zu stemmen sind.“

Klaus Stallmann, Präsident von Haus & Grund Nordrhein-Westfalen:
„Die Gemeinschaftaufgabe Klimapakt ‚Wohnen‘ kann nur durch eine breite Beratungs- und Öffentlichkeitsarbeit zum Erfolg geführt werden. Der Aufbau einer Datenbank kann hierzu hilfreich sein.“

Alexander Rychter, Direktor des Verbands für die Wohnungswirtschaft Rheinland-Westfalen:
„Die Dekarbonisierung des Wohnungsbestandes und gleichzeitig be-zahlbares Wohnen für alle Menschen zu schaffen sind große und vor allem gemeinsame Herausforderungen für Politik, Wohnungswirtschaft und Zivilgesellschaft. Viele Fragen im Bereich der technischen Gebäudebeschaffenheit müssen noch beantwortet werden, gleichzeitig brauchen wir neue Wege in einer quartiersnahen, regenerativen und damit CO2-neutralen Primärenergieerzeugung in unseren Wohn- und Stadtquartieren, wie zum Beispiel beim Thema Mieterstrom. Hier müssen Energie- und Mobilitätswende Hand in Hand gehen. Als sozial verantwortungsvolle handelnde Wohnungswirtschaft werden wir in den kommenden Jahren zusammen mit der Landesverwaltung, unseren kommunalen, kirchlichen, genossenschaftlichen und privaten Mitgliedsunternehmen und vielen weiteren Partnern die dafür notwendigen Instrumente entwickeln, um bis 2050 die klimapolitischen Ziele unseres Landes zu erreichen.“

Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V.:
„Viele Verbraucherinnen und Verbraucher wollen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Gerade bei Investitionen in Gebäude sind Planungssicherheit und Fördermittel besonders wichtig. Der Klimapakt setzt dazu das richtige Signal."

Hermann Schulte-Hiltrop, Hauptgeschäftsführer der Bauverbände NRW e.V.:
„Die Bewältigung des Klimawandels gehört zu den großen Herausforderungen unseres Jahrhunderts. Wir begrüßen den Klimapakt ‚Wohnen‘ nachdrücklich und werden als mittelständische Bauwirtschaft mit vereinter Kraft und Kompetenz, insbesondere im Wohnungsbau, unseren Beitrag hierzu leisten.”

Martin Dornieden, Vorsitzender BFW Nordrhein-Westfalen – Verband der mittelständischen Wohnungs- und Immobilienwirtschaft:
„Wer Klimaschutz ernst nimmt, muss die Energiewende im Wohnungsbereich nicht nur im Neubau, sondern auch im Bestand konsequent anpacken. Dafür braucht es umfassende Investitionen, weitere technische Innovationen und nicht zuletzt die richtigen Rahmenbedingungen, damit die Modernisierung von Wohnraum sich lohnt – für Vermieter, Mieter, Eigentümer und fürs Klima! Der Klimapakt setzt genau hier an und bringt die wichtigsten Akteure für die Energiewende im Wohnungsbestand zusammen.“

Prof. Beate Wiemann, Hauptgeschäftsführerin des Bauindustrieverbandes NRW:
„Als Bauindustrie sind wir überzeugt, dass es uns im Rahmen des Klimapakts ‚Wohnen‘ Nordrhein-Westfalen gemeinsam gelingen kann, durch geeignete bauliche Maßnahmen eine signifikante Reduktion der CO2-Emissionen im Gebäudesektor zu erreichen. Die bauindustriellen Unternehmen verfügen über exzellente bauingenieurtechnische Kompe-tenz und haben an gebauten Beispielen bereits gezeigt, wie dies erfolgreich umgesetzt werden kann. Wir entwickeln laufend neuartige Verfahren, Technologien und Produkte wie beispielsweise serielle Sanierungskonzepte, die neben Wohngebäuden auch auf andere Gebäudetypologien übertragbar sind. Gleichzeitig haben wir auch die Anpassung unserer Bauweisen an das sich verändernde Klima im Fokus und durchleuchten unsere Bauprozesse auf CO2-Einsparpotenziale.“

Den Klimapakt „Prima.Klima.Wohnen.“ finden Sie auf der Internetseite des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen unter: www.mhkbg.nrw/primaklimawohnen

Weitere Informationen

 

Ministerin Gebauer: Wir wollen beste Bildungschancen und Schülerinnen und Schüler im Stadtteil Marxloh passgenau fördern

Kooperationsvereinbarung für die Schulen in Duisburg-Marxloh

Schulministerin Yvonne Gebauer hat heute (15. Januar 2020) im Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium in Duisburg gemeinsam mit dem Oberbürgermeister der Stadt Duisburg, Sören Link, und dem Geschäftsführer der Wübben Stiftung, Dr. Markus Warnke, die Kooperationsvereinbarung für eine „Integrierte Schul- und Stadtteilentwicklung in Marxloh“ unterzeichnet.  

Um der herausfordernden schulischen und sozialräumlichen Situation im Stadtteil zu begegnen, unterstützen das Ministerium für Schule und Bildung, die Stadt Duisburg sowie die Wübben Stiftung die Marxloher Schulen vor Ort. Das gemeinsame Projekt ist auf fünf Jahre anberaumt und soll dabei helfen, mit passgenauen Konzepten die Talente der Schülerinnen und Schüler zu entdecken, ihre Potentiale zu fördern und sie so zu individuellen schulischen Erfolgen zu führen.

 

Schulministerin Gebauer lobte die Schuleiterinnen und Schulleiter sowie die Lehrkräfte an den Schulen in Duisburg-Marxloh für ihr Engagement: „Ich bin fest davon überzeugt, dass durch die strukturierte und systematische Vernetzung der pädagogischen Arbeit in Marxloh an verschiedenen Schulformen die Bildungschancen aller Schülerinnen und Schüler im Stadtteil deutlich verbessert werden können. Diese schulische Pionierarbeit ist für den Stadtteil Marxloh und für Duisburg insgesamt enorm wichtig und hat das Potential, auch jenseits der Stadtgrenzen positive Impulse für eine innovative Schul- und Stadtteilentwicklung zu geben.“

 

Auch für Oberbürgermeister Sören Link ist dies ein Schritt in die richtige Richtung und ein wichtiger Beitrag zur Stadtteil-Entwicklung: Marxloh ist aufgrund von Zuwanderung in den letzten Jahren gewachsen: „Es genießt damit die Vorteile jung und bunt zu sein, es gibt aber akuten Handlungsbedarf bei den Themen Bildung und Arbeitsmöglichkeiten. Die Schulen haben hier ein Konzept angestoßen, die Teilhabemöglichkeiten für alle und damit die Lebenssituation der Menschen im Stadtteil nachhaltig zu verbessern“, so Link.

 

Dr. Markus Warnke, Geschäftsführer der Wübben Stiftung sagte: „Wir wissen, dass gute Schulen Kindern und Jugendlichen aus sozioökonomisch schwachen und bildungsfernen Familien eine bessere Bildungsperspektive ermöglichen können. Dass sich Schulleitungen so wie hier in Marxloh gemeinsam auf den Weg machen, Schule neu zu denken und dabei die Rückendeckung von allen relevanten staatlichen Akteuren erhalten, ist bundesweit sicherlich nicht häufig zu finden und somit umso mehr zu würdigen.“

 

Ihren Ursprung hat die Kooperationsvereinbarung in einem Positionspapier aus dem Jahr 2018, in dem die Marxloher Schulleitungen die schulischen Herausforderungen dargestellt und die aus ihrer Sicht notwendigen Entwicklungen formuliert hatten. Bei einem Ortstermin im Herbst 2018 hatte Ministerin Gebauer daraufhin das Gespräch mit den Schulleitungen gesucht und ihre Unterstützung zugesichert bei dem gemeinsamen Ziel, tragfähige und passende Konzepte für eine Verbesserung der schulischen Situation zu erarbeiten.

 

Ministerin Gebauer heute: „Die Initiative der Schulleitungen und ihre Aufbruchstimmung hat zu einer breit angelegten Kooperation zwischen Land, Stadt und der Wübben Stiftung geführt. Wir haben damals zugesichert, intensiv an Lösungen für die konkreten Herausforderungen zu arbeiten. Wir unterstützen die Schulen, Konzepte zu entwickeln und umzusetzen.“

 

In einer gemeinsamen Ausarbeitung von Schulministerium, der Stadt Duisburg, der Wübben Stiftung und den beteiligten Schulen entstand so der Projektrahmen, der neben der Begleitung individueller Schulbiografien und der Entwicklung von Familienzentren auch eine starke Vernetzung und Kooperation der Schulen vorsieht.

 

In den nächsten fünf Jahren werden die Regenbogenschule, die Grundschule Sandstraße, die Elisabeth Grundschule, die Herbert Grillo Gesamtschule sowie das Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium gemeinsam mit den Projektpartnern in sechs Handlungsfeldern die Schul- und Stadtteilentwicklung in Marxloh vorantreiben, um eine erfolgreiche Bildung für alle Schülerinnen und Schüler im Stadtteil herkunftsunabhängig sicherstellen zu können.

 

A59: Ausbau zwischen Autobahnkreuz Duisburg und Anschlussstelle Duisburg-Marxloh in Hochlage  

Berlin/Düsseldorf/Bochum/Duisburg - 8. Januar 2020 - Die A59 wird zwischen dem Autobahnkreuz Duisburg und der Anschlussstelle Duisburg-Marxloh in Hochlage auf sechs Spuren ausgebaut. Das hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) nach intensiven Untersuchungen und einem aufwändigen Entscheidungsprozess entschieden.
Die Entscheidung des BMVI basiert auf detaillierten Untersuchungen durch den Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen.
Auf Basis der vom BMVI vorgegebenen Kriterien hat Straßen.NRW in einem umfassenden Abwägungsprozess zunächst 16 Streckenvarianten und 20 Ausbauvarianten der Knotenpunkte untersucht. Anschließend wurden die Voraussetzungen für eine Tunnelvariante und eine Hochstraßenvariante geprüft. In diesen Prozess wurden unter anderem K.o.-Kriterien einbezogen. Dazu gehören zum Beispiel erhebliche Eingriffe in die Bebauung und besondere Randbedingungen wie die Führung der U-Bahn.
Untersuchungen zu Machbarkeit und Umweltverträglichkeit führten schließlich zu zwei möglichen Varianten Tunnel (C1T) und Hochstraße (C1H). Bei beiden Varianten würde der überwiegende Teil der Anlieger (99 Prozent der Anlieger) vom Lärm entlastet. Die Belastung sinkt demnach um drei Dezibel.  
Ausschlaggebend für die Entscheidung des Bundes zu Gunsten der Hochlage sind mehrere Gründe:  
- Die Bauzeit für eine Hochstraße ist mit sechseinhalb Jahren deutlich kürzer, als eine Tunnelbauzeit von zwölf Jahren. In dieser Zeit müssten die Anschlussstellen Ruhrort und Meiderich für sechs Jahre gesperrt und der Verkehr innerstädtisch geführt werden.
- Der Bau in Hochlage ist ohne dauerhafte Sperrungen zu realisieren. Eine Hochstraße kostet 500 Millionen Euro weniger als die Tunnelvariante (1,6 Mrd. Euro).
- Für den Bau einer Hochstraße müssen weniger Gebäude abgerissen werden als für den Tunnel.  
 Straßen.NRW lädt interessierte Bürgerinnen und Bürger zu einer Info-Veranstaltung rund um das Ausbauprojekt ein. Diese findet am Mittwoch, 22. Januar, in der Gebläsehalle im Landschaftspark Duisburg-Nord statt.

Die Ausbaustrecke (Copyright Geobasisdaten: mit Genehmigung von GEObasis.NRW vom 01.01.2017)

Kommentar zur Entscheidung zum A59-Ausbau in Hochlage
Nun haben Ministerien von Bund und Land unter Einbeziehung von StraßenNRW entschieden, dass Bürgerwille zur kommunalen Selbstgestaltung bzw. Planungen in die Zukunft für nachfolgen Generationen nicht erwünscht sind. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis mit dem Kurzzeitblick analog zur ausschließlich betriebwirtschaflichen Denke zu Zeiten der Niedrigzinspolitik ist maßgebend.
Die Entwicklung ganzer Stadtteile ist mit der Hochlage damit auf Dauer vom Tisch, Mögliche urbane Gestaltung von Freiflächen wie es bei der Deckelung der A59 rund um den Hauptbahnhof mit "geschenkte" Fläche von 20.000 Quadratmetern ist damit gestorben. Zu Recht werden nachfolgende Generation sich daran stoßen.

Aber: Die Lokalpolitik muss hier unbedingt in Schutz genommen werden. Sie hat versucht weitsichtig im Sinne der Bürger zu planen und wurde wieder einmal ausgebremst.
Das ist wie bei der Verschuldung der NRW-Kommunen - hier maßgeblich im Ruhrgebiet - wo Bundesgesetze und Verpflichtungen dem Kommunen aufgehalst aber monetär nicht ausgeglichen werden. Wieder einmal hat der ausschließlich kurzsichtige und nur monetäre Blick einer ganzen Region die Zukunft "verbaut".

Wie anfällig die Hochlagen sind belegt das Beispiel Marientor-Hochbrücke - zumal die Wetterextreme hier deutlich mehr Kosten verursachen werden als jetzt dargestellt. Tunnellösungen sind teurer, aber sie bieten Chancen für die Nutzung oberhalb. Was bleibt ist erneut der Frust auf das  Bundesverkehrsminsterium sowie gegenüber NRW-Verkehrsminister Wüst, die sich vehemt gegen eine langfristig vernünftige und für Folgegenerationen dauerhafte Planung der Kommunen stellen. Harald Jeschke

Luftqualität in nordrhein-westfälischen Städten hat sich weiter verbessert

Düsseldorf/Duisburg, 8. Januar 2020 - Die Luftqualität in nordrhein-westfälischen Städten hat sich weiter verbessert. Dies belegt eine erste Auswertung der Messwerte für Stickstoffdioxid (NO2) im Jahr 2019 an den automatisierten Landesmessstellen, die das Umweltministerium am Mittwoch (8. Januar 2020) veröffentlicht hat. An 55 von 59 Messstationen haben sich die Werte verbessert, die Abnahme der Belastung lag bei bis zu 15 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft (µg/m³). Der maximal gemessene Jahresdurchschnittswert lag 2018 bei 59 µg/m³, 2019 lag er bei 45 µg/m³.

Lagen im Jahr 2018 die durchschnittlichen Jahreswerte noch an elf Messstellen über 40 µg/m³, wurde dieser Grenzwert im Jahr 2019 nur noch an sieben Messstellen überschritten. So wurde an der Wilhelmstraße in Aachen, der Gladbecker Straße in Essen, der Turiner Straße in Köln und der Gustav-Heinemann-Straße in Leverkusen im Jahr 2019 der Grenzwert erstmals eingehalten.

"Auch wenn die Bilanz noch nicht abschließend ist: Die Messwerte zeigen, dass wir auf einem guten Weg sind und verkehrslenkende Maßnahmen zu deutlichen Rückgängen führen. Wir dürfen und werden in unserem gemeinsamen hohen Engagement für eine weitere Verbesserung der Luftqualität nicht nachlassen, damit sich der Trend fortsetzt, und wir schnellstmöglich allerorts die Grenzwerte einhalten", kommentierte Umweltministerin Ursula Heinen-Esser die Entwicklung.

Weitere Informationen
zum Thema "Luft" beim Landesumweltamt NRW Überblick über die bislang vorliegenden Messergebnisse in Nordrhein-Westfalen: Vorläufige Jahresmittelwerte der Stickstoffdioxid-Konzentration 2019 in µg/m³ (PDF)  

Interesse an herkunftssprachlichem Polnischunterricht an Schulen in Nordrhein-Westfalen weiter gewachsen

Landesregierung fördert die Mehrsprachigkeit von Schülerinnen und Schülern in Nordrhein-Westfalen
Düsseldorf/Duisburg, 8. Januar 2020 - Das Ministerium für Schule und Bildung und das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration teilen mit: Das Interesse an herkunftssprachlichem Unterricht Polnisch hat in Nordrhein-Westfalen weiter zugenommen:
 4.769 Schülerinnen und Schüler sind im laufenden Schuljahr 2019/2020 an nordrhein-westfälischen Schulen zum herkunftssprachlichen Unterricht Polnisch gemeldet. Damit ist die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gegenüber dem Schuljahr 2018/2019 erneut gestiegen – um rund drei Prozent. Von den 4.769 Kindern und Jugendlichen besuchen 2.525 die Primarstufe und 2.244 die Sekundarstufe I.  
Mathias Richter, Staatssekretär im Schulministerium, erklärte: „In Nordrhein-Westfalen leben Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammen. Kinder, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, haben die Chance, hier zweisprachig aufzuwachsen. Dabei wollen wir sie bestmöglich unterstützen. Mit dem herkunftssprachlichen Unterricht fördern wir die Mehrsprachigkeit unserer Schülerinnen und Schüler.“  
Im deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrag haben sich Deutschland und Polen gegenseitig verpflichtet, Deutsch und Polnisch als Muttersprache an Schulen im jeweils anderen Land anzubieten.
„Nordrhein-Westfalen kommt dieser Vereinbarung sehr engagiert nach. Für die Kinder und die Gesellschaft insgesamt ist es ein großer Gewinn, wenn Kinder mit zwei Sprachen aufwachsen und beide beherrschen. Sie können später einmal Brücken bauen – und diese Brücken brauchen wir zwischen Polen und Deutschland“, sagte Thorsten Klute, Poloniabeauftragter der Landesregierung.  
Herkunftssprachlicher Unterricht wird bedarfsorientiert an den Schulen in Nordrhein-Westfalen als zusätzlicher Unterricht angeboten. Das freiwillige Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler, deren Herkunftssprache nicht Deutsch ist. Sobald an Grundschulen 15 bzw. an Schulformen der Sekundarstufe I 18 Anmeldungen für eine Sprache vorliegen, kann eine Lerngruppe eingerichtet werden, vorausgesetzt die Lehrerstelle und eine geeignete Lehrkraft stehen zur Verfügung.

Abschaffung der Abweichungsprüfung im Abitur

Düsseldorf/Duisburg, 3. Januar 2020 - Das Ministerium für Schule und Bildung teilt mit: Nordrhein-Westfalen ist das einzige Bundesland, das für den Fall, dass die schriftliche Abiturprüfung um vier oder mehr Punkte nach oben von der in der Qualifikationsphase erzielten Durchschnittsnote abweicht, eine verpflichtende mündliche Prüfung in dem entsprechenden Fach ansetzt.

Während in anderen Bundesländern eine gute schriftliche Abiturleistung bestehen bleibt, müssen die Abiturientinnen und Abiturienten in Nordrhein-Westfalen diese durch eine verpflichtende Nachprüfung bestätigen. Eine Änderung der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die gymnasiale Oberstufe sieht nun vor, diese verpflichtende Prüfung zu streichen.  

Schulministerin Yvonne Gebauer erklärte hierzu: „Wir wollen, dass gute Leistungen in den schriftlichen Abiturprüfungen auch entsprechend honoriert werden. Mit der Angleichung sorgen wir für eine bessere Vergleichbarkeit bei der Durchführung von schriftlichen und mündlichen Abiturprüfungen zwischen den Bundesländern.“  
Ebenfalls entfallen soll die verpflichtende Abweichungsprüfung, wenn die schriftliche Abiturprüfung von der Vornote um vier oder mehr Punkte nach unten abweicht. Die Möglichkeit einer Notenverbesserung durch eine mündliche Prüfung auf Antrag der Schülerin oder des Schülers bleibt aber gewahrt.

Ebenso bleibt die mündliche Bestehensprüfung erhalten, die Schülerinnen und Schüler ablegen müssen, wenn sie nicht die geforderte Punktzahl erreicht haben, um das Abitur zu bestehen. Die Neuregelung soll erstmals für Schülerinnen und Schüler gelten, die im Schuljahr 2020/21 in die Qualifikationsphase eintreten. Die Änderung der Ausbildungs- und Prüfungsordnung befindet sich zurzeit in der Verbändebeteiligung.  
„Die Abschaffung der verpflichtenden Abweichungsprüfung stärkt die Selbstständigkeit und Eigenverantwortung der Schülerinnen und Schüler, da die Entscheidung über eine zusätzliche mündliche Prüfung nun bei den Schülerinnen und Schülern liegt“, so Schul- und Bildungsministerin Gebauer abschließend.  
 

Modellvorhaben: Energiespar-Vertrag für Landesimmobilien

Düsseldorf/Duisburg, 14. Dezember 2019 - Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB NRW) beteiligt sich an einem Modellprojekt der Deutschen Energie-Agentur (dena). Das Ziel: Ein verbindlicher Energiespar-Vertrag, um das Einsparpotential von Gebäuden bestmöglich auszuschöpfen. In Essen startete die erste Phase des Modellvorhabens heute mit einer Auftaktveranstaltung.

Das Land steigert die Energieeffizienz seiner Gebäude mit weiteren Maßnahmen und will dabei im Rahmen eines Modellvorhabens der dena auch auf das sogenannte Energiespar-Contracting (ESC) setzen. Als bundeseigene Energie-Agentur stellt die dena den Teilnehmern des ESC kostenlose Berater zur Seite. Beim ESC verpflichtet sich ein Energiedienstleistungs-Unternehmen in einem Vertrag (Contract), innerhalb eines festgelegten Zeitraums das Einsparpotential des Gebäudes durch Effizienz-, Sanierungs- oder Modernisierungsmaßnahmen konsequent auszuschöpfen. Das Unternehmen agiert dabei ähnlich wie ein Facility Manager.

Je mehr Einsparungen in Abstimmung mit dem Eigentümer und den Nutzern es erzielen kann, desto höher ist sein Ertrag.  "Energiespar-Contracting ist für den BLB NRW als Vermieter von über 4.000 Immobilien eine spannende Option mit deutlichem Einsparpotenzial, aber ESC muss auf einem gründlich ausgearbeiteten Vertragswerk fußen - deshalb freuen wir uns über die Unterstützung der dena", erklärt Horst Ramm, der das Projekt im BLB NRW betreut. Genau da setzt die Deutsche Energie-Agentur mit ihrem Modellvorhaben "Co2ntracting: build the future" an, das sich an Kommunen und Länder richtet: Mithilfe ihrer Fachexpertise unterstützt die Agentur die Entwicklung und den Abschluss eines Energiespar-Vertrages, der auf die Rahmenbedingungen des jeweiligen Gebäudes und seines Eigentümers zugeschnitten ist.
Für das Modellvorhaben ist ein Zeitraum von rund zwei Jahren vorgesehen, für das Energiespar-Contracting ein deutlich längerer Zeitraum. Der Startschuss zur ersten Phase fiel am 12. Dezember bei der Auftaktveranstaltung der dena in Essen. Vertreter aus Kommunen und Ländern nutzten in Essen nicht nur die Chance zum Austausch untereinander, mit Projektentwicklern und Energieagenturen, sondern besichtigten auch das Essener Rathaus als Beispielprojekt für erfolgreiches Energiespar-Contracting.
"Nach so vielen neuen Einblicken und spannenden Diskussionen freuen wir uns, dass es bald los geht", erklärt Ramm. Insgesamt zwanzig Kommunen, Landkreise und Bundesländer haben sich für die erste Phase des Modellvorhabens qualifiziert, darunter fünf Liegenschaften des BLB NRW. Nun gilt es zusammen mit der dena und den Projektentwicklern alle potenziellen Immobilien zu besichtigen, das Potenzial festzustellen und die zehn finalen Teilnehmer des Modellvorhabens auszuwählen.

Bau und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB NRW)
Der BLB NRW ist Eigentümer und Vermieter fast aller Immobilien des Landes Nordrhein-Westfalen. Mit rund 4.300 Gebäuden, einer Mietfläche von etwa 10,4 Millionen Quadratmetern und jährlichen Mieterlösen von rund 1,4 Milliarden Euro verwaltet der BLB NRW eines der größten Immobilienportfolios Europas.
Seine Dienstleistung umfasst unter anderem die Bereiche Entwicklung und Planung, Bau und Modernisierung sowie Bewirtschaftung und Verkauf von technisch und architektonisch hoch komplexen Immobilien. Der BLB NRW beschäftigt rund 2.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in sieben Niederlassungen. Mehr Informationen unter
https://www.blb.nrw.de


Schulversuch Talentschulen NRW geht in die 2. Runde

Düsseldorf/Duisburg, 12. Dezember 2019 - Ministerin Gebauer: 25 neue Talentschulen machen unseren Schulversuch komplett – Für mehr beste und gerechte Bildung Das Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen teilt mit: Schulministerin Yvonne Gebauer hat heute die 25 weiteren Talentschulen vorgestellt, die ab dem kommenden Schuljahr 2020/21 mit der Umsetzung des Schulversuchs der Landesregierung beginnen werden. Gemeinsam mit den bereits gestarteten 35 Talentschulen werden sie Maßnahmen für mehr Chancengerechtigkeit in der Bildung erproben. Eine vom Schulministerium eingesetzte unabhängige Expertenjury hatte aus den eingegangenen Bewerbungen von 60 Schulträgern mit 98 Schulen die Auswahl getroffen.

Schulministerin Yvonne Gebauer: „Mit den 25 neuen Talentschulen wird unser Schulversuch komplett. Wir gehen den Weg weiter und kommen unserem Ziel näher, Kindern und Jugendlichen unabhängig von ihrer Herkunft mehr individuelle Chancen auf eine erfolgreiche Bildungskarriere zu ermöglichen. Schulen mit besonderen Herausforderungen benötigen dabei unser besonderes Augenmerk und zusätzliche Unterstützung. Die Talentschulen NRW sollen ein Beitrag sein für beste und gerechte Bildungschancen für alle Schülerinnen und Schüler, gerade wenn sie aufgrund ungleicher Startbedingungen Nachteile haben. Hier ist eine in ihr Umfeld vernetzte, modern aufgestellte Schule gefragt, in der alle am Schulleben Beteiligten Hand in Hand arbeiten und den Schülerinnen und Schülern neue Lernmöglichkeiten eröffnen. Erfolgreiche Konzepte aus der Schul- und Unterrichtsentwicklung im Rahmen des Schulversuchs sollen allen Schulen mit ähnlichen Herausforderungen zugänglich gemacht werden.“

Der Vorsitzende der elfköpfigen Jury, Prof. Dr. Ewald Terhart von der Universität Münster, sagte bei der Vorstellung: „Die eingegangenen Bewerbungen zeigen, dass viele Schulen vor besonderen Herausforderungen stehen und in dem Schulversuch eine Chance sehen. Gleichzeitig haben viele Schulen bereits überzeugende Konzepte für ihre Schulentwicklung und den Abbau von Bildungsbenachteiligung entworfen. Es ist daher richtig und wichtig, dass das Land Nordrhein-Westfalen mit dem Schulversuch den Weg ebnet zur Erprobung von neuen Konzepten für mehr Chancengerechtigkeit. Als Jury möchten auch wir, dass möglichst viele Schülerinnen und Schüler an den Talentschulen und auch darüber hinaus von positiven Effekten profitieren werden.“

Die ausgewählten 25 Schulen sind 16 allgemeinbildende Schulen und neun berufsbildende Schulen. Sie verteilen sich auf alle fünf Regierungsbezirke: sechs Schulen im Regierungsbezirk Arnsberg eine Schule im Regierungsbezirk Detmold sieben Schulen im Regierungsbezirk Düsseldorf sechs Schulen im Regierungsbezirk Köln fünf Schulen im Regierungsbezirk Münster.
Alle 60 Talentschulen NRW erhalten zusätzliche personelle Ausstattungen, ein zusätzliches Fortbildungsbudget, das die gezielte Fortbildung des Lehrpersonals ermöglicht, sowie Unterstützung durch Schulentwicklungsberatung, welche die Schule in ihren Entwicklungsprozessen begleitet und berät. Zudem setzen die Schulen innovative Unterrichtskonzepte im Rahmen unterschiedlicher fachlicher Profile um.




Liste der ersten 35 Talentschulen_


Alle Kinder haben Talente und gute Bildungspolitik eröffnet daher gerechte Bildungschancen für alle Schülerinnen und Schüler. Mit dem Schulversuch Talentschulen wollen wir die Schulen dabei unterstützen, ihre Aufgabe noch besser wahrzunehmen. An den Talentschulen soll exemplarisch erprobt werden, wie die Entkoppelung von sozialer Herkunft und Bildungserfolg an Schulstandorten mit besonderen Herausforderungen gelingen kann.

Die am Schulversuch teilnehmenden Schulen sollen ein besonderes fachliches Förderprofil auf- oder ausbauen.  Kernelement des Konzeptes ist eine Förderung, die fachlich angebunden auf sprachliche Kompetenzentwicklung fokussiert, das Selbstkonzept der Schülerinnen und Schüler stärkt, ihre Potenziale wertschätzt, systematisch in die Entwicklung mit einbezieht und nutzt.   

Die aufgenommenen Schulen werden im Schulversuch gezielt dabei unterstützt, sich in diesen Feldern weiterzuentwickeln. Hierzu erhalten sie zusätzliche Ressourcen und weitere Angebote. Insgesamt 60 Schulen sind Teil des Schulversuchs: Bereits zum Schuljahr 2019/2020 sind die ersten 35 Talentschulen gestartet. Zum Schuljahr 2020/2021 kommen weitere 25 Schulen hinzu.

 

Waldzustandserhebung 2019: Nur jeder fünfte Baum ohne Schäden

Düsseldorf/Duisburg, 25. November 2019 -  Umweltministerin Heinen-Esser: "Uns muss dringend eine Trendumkehr gelingen. Die Waldzukunft ist eine Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern. Der Waldzustand in Nordrhein-Westfalen hat sich weiter verschlechtert. Nur etwa jeder fünfte Baum in Nordrhein-Westfalen weist keine Schäden auf (19 Prozent, 22 Prozent in 2018). "

Zu diesem Ergebnis kommt der Waldzustandsbericht 2019. Bei der aktuellen Erhebung wurde bei 42 Prozent der Bäume eine deutliche Kronenverlichtung festgestellt (39 Prozent in 2018), schwache Schäden blieben mit 39 Prozent konstant. "Die Zahlen sind alarmierend. Unser Wald ist krank, er braucht unsere Hilfe im Klimawandel - er braucht Zukunft", sagte Umweltministerin Ursula Heinen-Esser am Montag bei der Vorstellung des Berichts in Düsseldorf. Die Waldwirtschaft leiste derzeit in der Schadensbewältigung Enormes.

Neben den Ad-Hoc-Maßnahmen für die Schadensbewältigung habe die Wiederbewaldung höchste Priorität. "Nach der Abwärtsspirale der zurückliegenden Jahre muss uns dringend eine Trendumkehr gelingen. Wie bei den Maßnahmen in Folge des Waldsterbens durch Sauren Regen und vergangener Sturmereignisse benötigen wir nun erneut einen gemeinsamen politisch-gesellschaftlichen Kraftakt, um die aktuelle Waldkrise zu überwinden."

Lediglich bei der Buche keine weitere Verschlechterung Der aktuelle Waldzustandsbericht belegt, was vielerorts bereits auch für Laien sichtbar war: Stürme, Trockenheit und Borkenkäfer haben dem Wald massiv zugesetzt. Bei den Hauptbaumarten hat sich lediglich der Zustand der Buche im Vergleich zum Vorjahr nicht weiter verschlechtert.
"Die klimatischen und biologischen Beeinträchtigungen führten zu starken Schäden an vorgeschwächten Waldbäumen. Mehrfachbelastungen haben sich gegenseitig verstärkt", erläuterte Dr. Bertram Leder, Leiter des Zentrums Wald und Holzwirtschaft im Landesbetrieb Wald und Holz NRW. Zu bedenken sei, dass die Borkenkäfer-Schäden voraussichtlich ihren Höhepunkt noch nicht erreicht haben und die Waldböden weiterhin in den tieferen Bodenschichten Feuchtigkeitsdefizite aufweisen.

Klarer Marschplan mit Waldbaukonzept
"Alle Beteiligten auf allen Ebenen müssen sich jetzt mit ganzer Kraft für eine schnelle Überwindung der Schäden und die Entwicklung klimastabiler Mischwälder einsetzen", sagte Heinen-Esser. Mit dem Waldbaukonzept hat das Land hierzu einen klaren Marschplan erarbeitet. Empfohlen wird je nach Standort eine Kombination von Naturverjüngung und gezielter Pflanzung. Das Internetportal Waldinfo.NRW liefert hierzu wertvolle Grundlagen.

Von bislang beantragten Ad-Hoc-Hilfen in Höhe von rund 8,6 Millionen Euro wurden bereits über 7,5 Millionen Euro bewilligt. Für die Waldentwicklung hat das Land Mittel in Höhe von 100 Millionen Euro für die kommenden zehn Jahre zugesagt.
Gemeinschaftsaufgabe Wald
Die Waldzukunft ist eine Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern. Dabei müssen wir auch über neue Instrumente nachdenken", sagte Heinen-Esser. Noch ist offen, wie die vom Bund angekündigten Fördermittel in Höhe 547 Millionen Euro exakt verteilt werden.

Darüber hinaus macht sich die Landesregierung für eine bundesweite Baumprämie stark. Finanziert werden könnte diese über die Einnahmen aus CO2-Zertifikaten. "Dort, wo CO2 gespeichert wird, wie in unseren Wäldern, müssen auch die Erlöse aus der Emission von Treibhausgasen ankommen, um gerade auch im Klimawandel die wertvollen Leistungen des Waldes für die Zukunft zu sichern", so die Ministerin. 
Als weiteres regionales Instrument zur Honorierung der Klimaschutz- und Ökosystemleistungen des Waldes schlägt Heinen-Esser die Einrichtung eines "NRW-Waldfonds" vor: "Damit könnten wir ein regionales Angebot zur CO2-Kompensation schaffen, mit dem öffentliche Mittel und freiwillige Kompensationsbeiträge von Unternehmen und Privatpersonen zu Gunsten des Waldes gebündelt werden könnten."
Das Ministerium prüft derzeit die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen. Waldzustandserhebung 2019: Hintergrund und Ergebnisse Der Zustand der Baumkronen gibt die Vitalität der Waldbäume wieder. Nach dem bundesweit einheitlichen Verfahren der Waldzustandserhebung wird vor allem der Verlust von Blättern und Nadeln beurteilt.
Im Rahmen der jährlichen Erhebungen zum Waldzustand in Nordrhein-Westfalen werden bei Stichprobenpunkten im Raster von 4 x 4 Kilometern über 10.000 Waldbäume erfasst. Die Waldzustandserhebung erfolgt in ganz Deutschland. In Nordrhein-Westfalen wird sie federführend durch den Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen durchgeführt. Beim forstlichen Umweltmonitoring mit eingebunden sind das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW und der Geologische Dienst NRW.


Die Ergebnisse zu den Hauptbaumarten (Außenaufnahmen im Sommer 2019):
Fichte (Waldanteil ca. 30 Prozent): Bereits 2018 musste der Fichte der schlechteste Kronenzustand seit Beginn der Untersuchungen attestiert werden. 2019 sind die deutlichen Kronenschäden um weitere fünf Prozentpunkte auf jetzt 42 Prozent gestiegen. Gesund sind nur noch 22 Prozent der Bäume. Nach einer aktuellen Erhebung fielen in den Jahren 2018 und 2019 allein in der Fichte über 18,7 Millionen Kubikmeter Schadholz an (Stand: November 2019).

Buche (Waldanteil ca. 19 Prozent): Bei der Buche hat sich der Zustand der Baumkronen im Vergleich zum Vorjahr zwar verbessert. Jedoch zeigen weiterhin 82 Prozent der Bäume eine Kronenverlichtung. Auch die Buchen hatten mit Dürre und Hitze zu kämpfen, was durch eingerollte Blätter als Verdunstungsschutz sichtbar war - Schwerpunkte lagen in Ostwestfalen und im Münsterland. Der Schadholzanfall liegt aktuell bei rund 600.000 Kubikmeter (Stand: November 2019).

Eiche (Waldanteil ca. 17 Prozent): Die Eichenschäden erreichen 2019 den schlechtesten Wert aller bisherigen Erhebungen. Nur zwölf Prozent der Bäume zeigen keine Kronenverlichtung. Insektenfraß, Dürre, Stürme sowie Pilzbefall führten zu einer Dauerbelastung, die den Bäumen kaum eine Chance zur Erholung lässt.
Kiefer (Waldanteil ca. 8 Prozent): Auch bei der Kiefer ist eine weitere Verschlechterung festzustellen. Bäume ohne Kronenverlichtung kommen nur noch mit einem Anteil von 11 Prozent vor. 30 Prozent weisen eine deutliche Kronenverlichtung auf. Neben den witterungsbedingten Beeinträchtigungen litt die Kiefer unter Pilzbefall, regional auch Käferbefall.

Wald in Nordrhein-Westfalen
Nordrhein-Westfalen verfügt über 935.000 Hektar Wald, was 27 Prozent der Landesfläche entspricht. Die Wälder in Nordrhein-Westfalen erfüllen vielfältige ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Funktionen. Sie speichern rund 700 Millionen Tonnen CO2. Zusätzlich zur Speicherfunktion des Waldes trägt der Ersatz fossiler Materialien durch den nachwachsenden Rohstoff Holz zur Verringerung der CO2-Emissionen bei.
Darüber hinaus dienen Wälder der Erholung und als wertvoller Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Zudem sind sie entscheidend für die Regulierung des Wasser- und
Temperaturhaushalts und damit ein Schlüssel einer erfolgreichen Klimaanpassungsstrategie. Dies gilt insbesondere auch für Städte oder Ballungszentren, in denen Bäume und Wälder Temperaturspitzen aber auch Starkregenereignisse abfedern können. Der Anteil der Fichte ist in den vergangenen Jahrzehnten von über 40 Prozent auf 30 Prozent gesunken. Die Förderung vielfältiger und klimastabiler Michwälder gilt es konsequent fortzusetzen. Mit 63 Prozent der Waldfläche weist Nordrhein-Westfalen einen sehr hohen Privatwaldanteil auf. 21 Prozent der Waldfläche ist Körperschaftswald.


Weitere Informationen: Waldzustandsbericht NRW 2019 - Langfassung (PDF) [https://www.umwelt.nrw.de/fileadmin/redaktion/Broschueren/waldzustandsbericht
langfassung_2019.pdf]
Waldzustandsbericht NRW 2019 - Kurzfassung - ansehen und als Broschüre bestellen [https://www.umwelt.nrw.de/mediathek/broschueren/detailseite-broschueren/?no_cache=1&broschueren_id=13481&cHash=f54e995be1ea15c3edab3528b8762b49]
Video "Waldbewirtschaftung im Klimawandel"
(Langfassung mit fachlichen Detailinformationen für den Waldbesitz) [https://www.umwelt.nrw.de/mediathek/videos/video/?video_id=13418&backId=403&cHash=9f9053eaac4ad50cac931b60a33870fc]
Video "Wald im Klimawandel" (Kurzfassung) [https://www.umwelt.nrw.de/mediathek/videos/video/?video_id=13419&backId=403&cHash=145752502ce1af90fd649bb050d78646]
Thema "Wald in NRW" [https://www.umwelt.nrw.de/naturschutz/wald/]