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Was das 31,9 Milliarden-Rekorddefizit mit Schultoiletten und Schlaglöchern zu tun hat

10.2025 Kommunen werden mit Rekord-Defizit allein gelassen
Kommunen verzeichnen im Jahr 2025 neues Rekorddefizit von 31,9 Milliarden Euro

So titelte heute, am 1. April 2026 - nein, sicher kein Aprilscherz - Destatis die folgende Meldung:
Die Kern- und Extrahaushalte der Gemeinden und Gemeindeverbände (ohne Stadtstaaten) in Deutschland wiesen im Jahr 2025 ein Finanzierungsdefizit von 31,9 Milliarden Euro auf.
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen der vierteljährlichen Kassenstatistik mitteilt, war dies das höchste kommunale Finanzierungsdefizit seit der deutschen Vereinigung im Jahr 1990. Das Defizit übertraf den bisherigen Rekordwert des Jahres 2024 (24,8 Milliarden Euro) um weitere 7,1 Milliarden Euro.
• Deckungslücke der kommunalen Haushalte immer größer
• Ausgaben der kommunalen Kern- und Extrahaushalte wachsen mit +5,6 % zum Vorjahr stärker als die Einnahmen mit +4,1 %
• Grundsteuern 2025 aufkommensneutral

Darauf folgte die Pressemeldung des 'Aktionsbündnis für die Würde unserer Städte'

Die Städte und Gemeinden in Deutschland hatten 2025 fast 32 Milliarden Euro zu wenig. Das geht aus nun veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamts hervor.
Besonders bitter für die Betroffenen: Aktuell ist keine Hilfe aus Berlin oder den Landeshauptstädten in Sicht.

Kinder laufen in der Schulpause nach Hause, um dort auf die Toilette zu gehen, weil der Zustand in der Schule nicht zumutbar ist. Autofahrer sehen auf ihrer täglichen Strecke jeden Tag dasselbe Schlagloch.
Szenen wie diese sind in vielen Städten trauriger Alltag.

Und anstatt einer Verbesserung der Situation wird es schlimmer: Zum zweiten Mal in Folge besteht ein historisch schlechtes Finanzdefizit. Die neue Veröffentlichung des Statistischen Bundesamts stellt fest, dass in den Kern- und Extra-Haushalten der Kommunen im vergangenen Jahr 31,9 Milliarden Euro fehlten – 7,1 Milliarden Euro mehr als noch 2024 und so viel wie noch nie.

Der Anstieg der Ausgaben um 22,4 Milliarden Euro (5,6 Prozent) konnte durch zusätzliche Einnahmen in Höhe von 15,3 Milliarden Euro nur zu gut zwei Drittel ausgeglichen werden. Wegen dieses Rekorddefizits können die Städte und Gemeinden die beschriebenen Probleme nicht mehr angehen.

Im Gegenteil: Die Investitionen werden zurückgehen. Die Kommunen müssen wieder Kredite aufnehmen oder Steuern und Abgaben erhöhen, um die Aufgaben überhaupt erfüllen zu können, die ihnen Bund und Länder übertragen haben.

Bei einer Reihe dieser Aufgaben sind die Kosten in jüngster Vergangenheit schier explodiert, etwa bei der „Jugendhilfe“ (8,8 Prozent) und der „Eingliederungshilfe“ (11,2 Prozent). Das hat neben gestiegenen Personalausgaben (6,5 Prozent) und der wirtschaftsbedingten Steuerschwäche wesentlich zu dem Rekorddefizit geführt.

Noch mehr Einschnitte für Bürgerinnen und Bürgern
Für die Kommunen heißt das, dass sie ihren Bürgerinnen und Bürgern wieder mehr Einschnitte zumuten müssen.
Schwimmbäder, Sporthallen und Büchereien sind betroffen, wichtige Sanierungen bleiben erkennbar aus.
Das verstärkt den Vertrauensverlust bei den Menschen vor Ort.

Bisher ist dennoch nicht zu erkennen, dass die Betroffenen Unterstützung bekommen.
„Wir erfahren in Berlin und den Landeshauptstädten viel Verständnis, aber keine Hilfe“, sagen Martin Murrack und Silke Ehrbar-Wulfen, Sprecher des Aktionsbündnisses „Für die Würde unserer Städte“.

Dabei ist mit dem Rekorddefizit eindeutig zu erkennen, was den Kommunen strukturell fehlt: Sie brauchen Sofort-Maßnahmen in Höhe von 32 Milliarden Euro jährlich, um ihren freien Fall zu stoppen.

Diese müssen Bund und Länder jeweils zur Hälfte zur Verfügung stellen.
Kaputtsparen, dass zeigt die Vergangenheit, ist keine Lösung, sondern der Einstieg in noch viel größere Probleme. Dies gilt es zu verhindern. Gleichfalls müssen die Kommunen aber auch zügig von bürokratischen Lasten befreit werden.
Das muss schneller gehen, um auch Kosten reduzieren zu können.  


Im Aktionsbündnis „Für die Würde unserer Städte“ haben sich 74 Kommunen aus acht Bundesländern zusammengeschlossen. In den Städten und Kreisen leben rund zehn Millionen Menschen. Die Kommunen sind besonders vom Strukturwandel betroffen, deshalb haben sie geringe Einnahmen aus Steuern und hohe Ausgaben, insbesondere im Sozialbereich.

Die Mitglieder sind: Bacharach, Bad Schmiedeberg, Bergkamen, Bischofsheim, Bochum, Bottrop, Castrop-Rauxel, Cottbus, Landkreis Cuxhaven, Cuxhaven, Dietzenbach, Dinslaken, Dorsten, Dortmund, Duisburg, Ennepetal, Ennepe-Ruhr-Kreis, Essen, Frankenthal, Frankfurt am Main, Geestland, Gelsenkirchen, Ginsheim- Gustavsburg, Gladbeck, Kreis Groß-Gerau, Hagen, Hamm, Hamminkeln, Hattingen, Herne, Herten, Kaiserslautern, Koblenz, Krefeld, Lahnstein, Leverkusen, Löhne, Ludwigshafen, Lünen, Mainz, Mayen, Mettmann, Moers, Mönchengladbach, Mörfelden- Walldorf, Mülheim an der Ruhr, Neustadt an der Weinstraße, Neuwied, Oberhausen, Obertshausen, Oer-Erkenschwick, Offenbach, Pirmasens, Recklinghausen, Kreis Recklinghausen, Remscheid, Saarbrücken, Salzgitter, Schwerin, Schwerte, Solingen, Trier, Kreis Unna, Unna, Voerde, Völklingen, Waltrop, Werne, Wesel, Witten, Worms, Wülfrath, Wuppertal und Zweibrücken. www.fuerdiewuerde.de