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Duisburg, 15. April 2026 - Nachbarn
sind nicht nur zuhause, sondern auch im Garten eine echte
Herausforderung. Wer großes Glück hat, versteht sich mit
den Pächtern nebenan und ein harmonisches Beisammensein
ist kein Problem. Meist kommt es aber über kurz oder lang
zu Reibereien, wenn die Nachbarn andere Interessen haben
oder man selbst allzu rücksichtslos vorgeht.

Um solche Situationen zu vermeiden, ist Vorsicht auf
beiden Seiten erforderlich. Wer direkt Grundstück an
Grundstück lebt und im Sommer die Zeit draußen verbringt,
ist mit den nachfolgenden Tipps und Regeln gut bedient.
Sie tragen dazu bei, dass es erst gar nicht zu Streit mit
dem Nachbarn kommt.
#1: Rücksicht beim
Grillen Kaum steigen die Temperaturen, wird
überall angegrillt. Wenn der Nachbar kein Fan von
Würstchen ist oder zur Gartenparty nicht geladen wird,
kann das schnell zu Ärger führen. Der Rauch zieht vom
eigenen Grundstück nach drüben und wenn dort die Fenster
des Hauses offen sind, riecht das ganze Schlafzimmer
plötzlich nach Würstchen.
Ein elektrischer Grill
oder ein Gasgrill mit Haube minimieren das Problem, denn
die Rauchbildung bleibt aus. Wer auf gute Nachbarschaft
Wert legt, kann aber auch einfach eine Einladung zur
Wurst aussprechen. Gemeinsam grillt es sich schöner und
in Harmonie. Wenn eine große Grillparty ansteht,
sollte man die Nachbarn vorher warnen. So können sie die
Fenster schließen und müssen sich abends nicht über
Fleischgeruch im Schlafzimmer ärgern.
#2:
Auf stinkende Dünger verzichten Für nahezu
alle Gartenbereiche
gibt es natürliche Düngemittel, die sich aufgrund
ihrer Nachhaltigkeit heute großer Beliebtheit erfreuen.
Blaukorn und Co. gehören eher zur Vergangenheit, weil sie
problematisch für Böden, Haustiere und Kinder sind.
Allerdings haben einige Naturdünger die Eigenschaft,
einen strengen Geruch mitzubringen.
Es ist im
Sinne der Nachbarn, einen wenig geruchsintensiven Dünger
zu wählen. Hier hat sich zum Beispiel Schafswolle
bewährt, die anders als Rinderdung keinen intensiven
Geruch hat, aber trotzdem natürlich und nachhaltig
düngt.
#3: Zimmerlautstärke gilt auch
draußen Kein Zimmer, keine Zimmerlautstärke?
Ganz so einfach ist es nicht, auch draußen haben Nachbarn
das Recht, dass sie nicht von Geräuschen ihrer
Mitmenschen gestört werden. Auf der Gartenparty ist es
die Regel, dass Feiernde
ab 22 Uhr die Lautstärke minimieren und Rücksicht auf
angrenzende Grundstücke nehmen.
Das gilt im
Schrebergartenverein, aber auch wenn das Gartengrundstück
direkt am eigenen Haus angrenzt. Die Nachbarn möchten
schlafen, wer hier zu viel Lärm macht, muss unter
Umständen mit Besuch durch die Polizei rechnen.
#4: Pflanzen nicht unkontrolliert wuchern lassen
Manche Pflanzen sind äußerst wachstumsfreudig, sehr zum
Ärger der Nachbarn. Wenn der Kirschbaum plötzlich ins
Nachbargrundstück ragt oder die Hecke zur wuchernden
Grünkatastrophe wird, ist Ärger vorprogrammiert. Hier ist
der Nachbar im Recht, denn was auf sein Grundstück ragt,
muss auf seinen Wunsch hin umgehend entfernt werden.
Hinter solchen Problemen steckt fast nie Absicht,
sondern eher Ahnungslosigkeit. Werden Pflanzen zu nah an
die Grundstücksgrenze gesetzt, können sie diese
übertreten, ohne dass der Nachbar etwas davon
mitbekommt.
Um die Streitigkeiten zu vermeiden,
sollte man im Vorfeld schauen, wie üppig eine Hecke
wächst und welche Auswirkungen sie aufs Nachbargrundstück
haben kann. Im Zweifel gilt dann, lieber ein wenig mehr
Abstand halten, als nachher alles rausreißen zu müssen.
#5: Freilaufende Katzen können zum Ärgernis werden
Um ein
soziales Miteinander zu pflegen, ist gegenseitige
Rücksichtnahme Pflicht. Nicht nur der Mensch kann zum
Problem werden, sondern auch die Katze! Viele Menschen
nehmen den Stubentiger gern mit in den Garten, damit er
die Sommersonne genießen und das rege Leben draußen
spüren kann. Doch so niedlich Katzen sind, so ärgerlich
können sie für Gartennachbarn werden.
Wenn die
Samtpfote den Sandkasten der Nachbarn zum Katzenklo
erklärt oder drüben auf Jagd nach Vögeln und Kleintieren
geht, gibt es schnell Streit am Gartenzaun. Zur
gegenseitigen Rücksichtnahme macht es Sinn, den
Außenbereich für die Katze einzuzäunen. Sie kann dann
immer noch nach draußen und die Luft genießen, stört den
Nachbarn aber nicht mehr durch ihre
Hinterlassenschaften.
#6: Schattenspender
nur für den eigenen Garten Ein großer
Sonnenschirm oder eine fest installierte Markise sind an
heißen Tagen im Garten ein Muss. Problematisch wird es
dann, wenn die Schattenspender nicht nur das eigene
Grundstück bedecken, sondern den Nachbarn das Licht
rauben. Bei kleinen Grundstücken oder im Reihenhaus kann
ein falsch stehender Schirm dazu führen, dass die
Terrasse der anderen plötzlich im Dunkeln liegt. Auch
fest installierte Gartenhütten oder Pavillons können
lange Schatten werfen, was sogar das Wachstum der
Nachbarspflanzen beeinflusst.
Bevor man große,
bauliche Veränderungen vornimmt oder riesige Schirme
aufstellt, lohnt sich ein Blick auf den Sonnenverlauf.
Ein kurzes Gespräch mit den Nachbarn klärt, ob die
geplante Installation die Sonnenstunden gegenüber
beeinflusst. Durch gegenseitige Absprachen lässt es sich
verhindern, dass die Freude über den eigenen
Schattenplatz zum Ärgernis für die Menschen nebenan
wird.
#7: Komposthaufen nicht zur
Mief-Falle werden lassen Ein eigener
Komposthaufen ist für viele Hobbygärtner Pflicht, denn er
liefert wertvollen Humus und damit einen praktischen
Dünger. Doch wenn
der Kompost stinkt, ärgert das vor allem die Nachbarn
und wird zur unerträglichen Belastungsprobe. Ein
fauliger Geruch entsteht meist durch schlechte Belüftung
oder die Entsorgung von Essensresten, die nicht auf den
Kompost gehören.
Wenn die Nachbarn beim
Nachmittagskaffee auf der Terrasse vom Geruch belästigt
werden, ist es mit der Geduld schnell vorbei. Ein gut
geführter Komposthaufen darf nicht stinken, sondern
höchstens nach frischer Erde duften.
Man muss die
Biomasse regelmäßig umsetzen und darauf achten, keine
gekochten Speisen oder Fleischreste zu entsorgen.
Alternativ gibt es Kompostboxen mit verschlossenem
System, die den Frieden schnell wiederherstellen.
#8: Neugier lieber eindämmen Die
Privatsphäre ist im eigenen Garten ein hohes Gut, das
jeder Nachbar schützen möchte. Neugierige Blicke über den
Zaun sind zu vermeiden, auch die Kinder sollten
diesbezüglich klare Regeln kennen. Auch wenn man sich gut
versteht, möchte niemand das Gefühl haben, ständig von
den Nachbarn beobachtet zu werden.
Es gehört zum
guten Ton, die Privatsphäre zu respektieren und auch
nicht jeden Schritt im Garten zu kommentieren. Wer das
Bedürfnis nach Austausch hat, sollte das durch ein
freundliches Grüßen kommunizieren, ohne dabei
aufdringlich zu werden. Wenn der Gruß nur knapp erwidert
wird und kein Gespräch zustande kommt, ist Rückzug
geboten. Nicht jeder Kontakt lässt sich erzwingen.
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