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Geschichte des Zoos







 
Bei den Schwarzschwanz-Seidenaffen wurde ein Jungtier geboren

Zweiter Zuchterfolg der selten gehaltenen Affen binnen sieben Monaten im Zoo Duisburg. Die ganze Familie kümmert sich um die Aufzucht.

 

Duisburg, 31. Juli 2020 - Der Babyboom im Zoo Duisburg hält an. Dahomey-Zwergrinder, Kalifornische Seelöwen, Zebramangusten und auch die Rötelpelikane haben derzeit Nachwuchs. Nun freut sich das Zoo-Team über einen jungen SchwarzschwanzSeidenaffen. Die ganze Familie kümmert sich rührend. Gut versteckt auf dem Rücken von Weibchen Serra wird der kleine Schwarzschwanz-Seidenaffe umher getragen. Dabei ist die Aufzucht des nur etwa mausgroßen Jungtieres nicht nur Aufgabe der Mutter. Auch Vater Melvin kümmert sich rührend um den Winzling.

Für die Tierpfleger keine große Überraschung, denn Vaterqualitäten hat Melvin - Foto Zoo Duisburg - bereits bei dem zuletzt geborenen Jungtier gezeigt – und macht es auch dieses Mal „super“, wie die Tierpfleger berichten: „Wir konnten schon beobachten, dass auch Melvin das Kleine trägt. Beim Fressen schirmt er seine Familie ab und hat immer ein wachsames Auge. Einfach perfekt“.

Für das Zuchtpaar ist es mit Nachwuchs Nummer zwei also fast schon Routine. In Sachen Arterhalt weiß Johannes Pfleiderer, zoologischer Leiter in Duisburg, um die Besonderheit des erneuten Zuchterfolges: „Diese Tierart wird derzeit in Europa nur in Duisburg und Magdeburg sowie in einigen britischen Tiergärten gehalten. Jede Nachzucht ist für den Aufbau einer stabilen Reservepopulation unter geschützten Bedingungen enorm wertvoll“.
Denn wie viele andere Tierarten, leiden auch die Schwarzschwanz-Seidenaffen unter dem stetigen Verlust ihres Lebensraumes in Südamerika. Das natürliche Verbreitungsgebiet der Art im Grenzgebiet von Brasilien und Bolivien ist einer der Orte der anhaltenden Brände in Südamerika.

In Duisburgs Tropenhalle Rio Negro droht der Affenfamilie keine Gefahr. Den rund 1.000 m² großen Regenwald teilen sie sich mit zahlreichen anderen, seltenen Tierarten. Goldene Löwenäffchen, Rote Sumpfspringaffen, Kleine Ameisenbären und Zweifinger-Faultiere zählen ebenso zu ihren Mitbewohnern, wie die stark gefährdeten Salvadori-Weißohrsittiche, die gefährdeten Montserrat-Trupiale und Gelbschulteramazonen oder die bereits im Freiland ausgestorbene Socorrotaube.

Nicht zu vergessen „Baby“, der letzte Amazonas-Flussdelfin in einem Zoologischen Garten außerhalb Südamerikas. Als Vorsichtsmaßnahme aufgrund der Corona-Pandemie ist die Tropenhalle Rio Negro derzeit für die Besucher geschlossen. Denn die kleinen Primaten können sich weitestgehend ohne Barriere uneingeschränkt zwischen den Besuchern bewegen. Daher kann die Aufzucht des Jungtieres im Familienverband derzeit leider nicht beobachtet werden.

Großes Krabbeln: Im Zoo entsteht ein Ameisen-Quartier

Eine Kolonie Blattschneiderameisen wird am Kaiserberg einziehen. Wohnungsbaugesellschaft GEBAG ermöglicht die neue Anlage.
Die Krabbelgruppe soll noch in diesem Jahr einziehen.

 

Duisburg, 24. Juli 2020 - Die Planungsphase ist vorbei, nun steht es fest: Im Zoo entsteht ein Ameisen-Quartier. Dank der Unterstützung der Wohnungsbaugesellschaft GEBAG kann das „städtebauliche Projekt im Miniaturformat“ für mehrere Tausend Bewohner umgesetzt werden.

 

In der Tropenhalle Rio Negro werden die Besucher bald einen Einblick in die Lebenswelt der fleißigen Insekten bekommen. Aus nächster Nähe lassen sich dann die Blattschneiderameisen beim Zerschneiden und Transportieren von Blättern beobachten. Es werden Einblicke in eine „Stadt“ sein, die niemals schläft.
GEBAG-Geschäftsführer Bernd Wortmeyer: „Die GEBAG hat als kommunales Wohnungsunternehmen die Aufgabe, Wohnraum für Alle in Duisburg anzubieten. Daher ist es uns eine besondere Freude, diesen ungewöhnlichen Neubau im Duisburger Zoo zu ermöglichen – und damit Wohnraum für die Allerkleinsten zu schaffen.“

 

Das Ameisen-Eigenheim wird sich über zwei Etagen erstrecken. Durchsichtige Rohre aus Acrylglas verbinden zahlreichen Futterstationen miteinander. In diesen Terrarien werden die Ameisen künftig ihr Futter zerlegen und die Pflanzenteile durch das über 20 Meter lange Rohrsystem bis zu ihrem Pilzgarten tragen. Dieser befindet sich im Erdgeschoss der Anlage, wird von den Ameisen selbstständig kultiviert und als Nahrung genutzt. Permanent sind die Insekten dabei, ihren Pilzgarten zu pflegen und neue Blattstücke für ihn herbeizuschaffen – Tag und Nacht.  
Dabei fügt sich das neue Gehege optisch und thematisch in die Duisburger Tropenhalle Rio Negro ein. Zoodirektorin Astrid Stewin: „Der Regenwald ist ein komplexes Ökosystem und Zuhause zahlreicher großer und kleiner Tierarten. Mit der neuen Anlage erhalten unsere Besucher weitere, spannende Einblicke in diesen faszinierenden und zugleich bedrohten Lebensraum. Dank dem nachhaltigen Engagement und der Partnerschaft mit der GEBAG ist das möglich und das Ameisen-Quartier kann entstehen“.

 

Blattschneiderameisen leben ursprünglich in den Wäldern Süd- und Mittelamerikas. Die kleinen Insekten vollbringen wahre Meisterleistung. Gemeinsam errichtet die Kolonie ein weit verzweigtes Wohnsystem im Waldboden. Eine unterirdische Stadt mit Kammern für die Ameisenbrut, für Pflanzenreste und Pilzgärten. Der selbstgezüchtete Pilz dient den Blattschneiderameisen als Nahrung und sieht aus wie ein weißer, löchriger Badeschwamm. Damit er wachsen kann, füttern ihn die emsigen Insekten mit Blättern, die aber erst gefunden werden müssen. Kundschafter sind ständig auf der Suche nach neuen Pflanzen.
Den Weg dorthin markieren sie mit Duftstoffen. Weitere Arbeiter folgen dieser Spur. Sind die Blätter erreicht, werden kleine Blattstücke mit den kräftigen Ameisenkiefern herausgeschnitten und zur Kolonie getragen. Begleitet wird die Schar Arbeiter von einem Heer Soldaten. Sie verteidigen ihre Artgenossen gegen potentielle Feinde. Am Nesteingang nehmen die kleineren Pilzarbeiter die Blattstücke in Empfang, zerkauen sie zu Brei und füttern damit den Pilz in den unterirdischen Kammern. Im Pilzgarten selber lebt auch die Königin, die täglich rund 25.000 Eier legt und damit die Grundlage zum stetigen Ausbau der Kolonie schafft. 

 „Ameise / Adobe Stock © Ji, Baustelle / Daniel Koke“ - Fotomontage GEBAG.

Wiedersehen mit Koala, Oktopus und Faultier möglich

Ein Großteil der Tierhäuser öffnet wieder. Abstandsregelungen müssen auch in den Innanlagen eingehalten werden. Das Tragen einer MundNasen-Bedeckung ist dort durch die Coronaschutzverordnung vorgeschrieben.

Duisburg, 20. Juli 2020 - Vier Monate konnten die Tierhäuser des Zoo Duisburg nicht besucht werden, nun kehrt mit der Öffnung einiger Innenanlagen wieder etwas mehr Normalität am Kaiserberg ein. Ab Dienstag, 21. Juli 2020, ist unter anderem ein Wiedersehen mit der Koalafamilie und den Bewohnern des Äquatoriums möglich. Dann können die Besucher auch wieder Oktopus Teo, Stechrochen Nina oder Muräne Hedwig bestaunen.
Bei jedem Zoobesuch gilt aber weiterhin, die Vorgaben der Coronaschutzverordnung einzuhalten. So müssen die Besucher 1,5 Meter Abstand zueinander einhalten, außerdem ist das Tragen einer Mund-NasenBedeckung in den Tierhäusern Pflicht. Hinweisschilder an den Eingängen der Innenanlagen weisen die Besucher darauf hin. Darüber hinaus muss der Zoo die Anzahl der Besucher, die sich zeitgleich in einem Tierhaus aufhalten, begrenzen.

Koala Eora: Foto Zoo Duisburg / I. Sickmann

Mit der Öffnung der Tierhäuser können die Besucher wieder die nahezu vollständige Tierwelt am Kaiserberg entdecken, so dass ab 21. Juli wieder die regulären Eintrittspreise gelten. Ebenso die vor der Corona-Pandemie gültigen Rabatte für Gruppen, Studenten, Rentner und Schüler. Auch Partnerkarten der Stadt Duisburg sowie der Stadtwerke Duisburg sind damit wieder gültig. Mit dem Feierabendticket besteht eine Stunde vor Kassenschluss nun wieder die Möglichkeit, den Zoo zu einem Spaziergang zu späterer Stunde zu besuchen.
Ein Besuch von Katta-Insel und Tropenhalle Rio Negro sind derzeit noch nicht möglich. Eine Vorsichtsmaßnahme, denn hier leben kleinere Affenarten, welche sich weitestgehend ohne Barriere uneingeschränkt zwischen den Besuchern bewegen können.

Foto Zoo Duisburg

Einschränkungen gib es weiterhin im Delfinarium: Zwar können die Großen Tümmler derzeit durch eine Scheibe aus der Ferne beobachtet werden, ein Besuch der Anlage ist derzeit leider noch nicht möglich. Im Affenhaus wird nur der vordere Bereich geöffnet, in dem sich auch die Ein- und Ausgänge befinden. Da es zurzeit noch Einschränkungen zur Vermeidung von direkten Kontakten gibt, erhalten Besucher mit dem Kauf einer regulären Kinder- oder ErwachsenenTageskarte an den Kassen einen Rabatt-Gutschein für ihren nächsten Zoobesuch. Der Gutschein kann in der Zeit vom 01. September – 31. Dezember 2020 eingelöst werden.

Netzmuräne: Foto Zoo Duisburg / J. Tegge

Der Zoo empfiehlt Besuchern, sich vor der Anfahrt im Internet über die aktuelle Auslastung des Parks zu informieren, denn aufgrund der derzeit geltenden Coronaschutzverordnung dürfen sich nur maximal 2.500 Personen zeitgleich auf dem weitläufigen Gelände aufhalten. Auf der Webseite des Zoos ist durch einen deutlichen Hinweis direkt auf der Startseite zu sehen, ob der Einlass noch möglich ist oder ob man sich der maximal zulässigen Besucherzahl nähert.

Der Zoo Duisburg hat täglich von 9.00 – 19.00 Uhr geöffnet. Die Kassen schließen um 17.30 Uhr, die Tierhäuser um 18.30 Uhr. Um einen geregelten Zugang zu gewährleisten, ist nur der Haupteingang an der Mülheimer Straße geöffnet. Der Nebeneingang „Tigerkasse“ ist geschlossen. Darüber hinaus kann der Zoo auch nur über den Haupteingang verlassen werden.


 Kleiner Vogel, große Klappe: Bisher sind zwei Pelikanküken geschlüpft

In Zoos wird diese Tierart eher selten gezüchtet, im Zoo Duisburg stellt sich seit 2007 regelmäßig Nachwuchs ein.

Duisburg, 15. Juli 2020 - Auf der Pelikaninsel hat sich Nachwuchs eingestellt. Liebevoll umsorgen die Eltern die vor wenigen Tagen geschlüpften Jungvögel. Noch sind sie mit einem flauschigen Daunenfederkleid  bedeckt, in den kommenden Wochen werden sie deutlich an Größe und Gewicht zulegen. Da noch einige Tiere auf den Nestern sitzen, hofft der Zoo auf weiteren Pelikannachwuchs.   Rötelpelikane brüten in Kolonien, die zwischen 20 und 500 Paare umfassen. Aus Ästen und Zweigen bauen die Tiere Nester, in die ein bis drei Eier gelegt werden.
Das Besondere: Das Brutgeschäft ist nicht nur Sache der Weibchen, beide Elternvögel wechseln sich ab, bis nach etwa 30 Tagen dann die gräulich gefärbten Jungvögel schlüpfen. Anfangs noch mit dichten Daunen bedeckt, wachsen die Jungtiere sehr schnell. Schon nach wenigen Wochen haben sie eine stattliche Größe erreicht.   Rötelpelikane werden in Zoos eher seltener gehalten und gezüchtet.

„Es kommt auf die Harmonie innerhalb der Pelikankolonie an“, wie der zoologische Leiter Johannes Pfleiderer weiß. Dass die Gruppe in Duisburg harmoniert, ist eindeutig: seit 2007 gelingt die Zucht, in den vergangenen acht Jahren wurde am Kaiserberg sogar jedes Jahr mindestens ein Küken aufgezogen, in 2016 waren es gleich sechs Jungvögel. „Als fast ausgewachsene Tiere wurde der Nachwuchs dann an acht  andere Zoos in fünf Ländern abgegeben. So tragen wir zur Stabilisierung des Zoobestandes dieser eleganten Wasservögel bei“, verdeutlicht der Biologe.  

Ursprünglich leben Rötelpelikane in den tropischen und subtropischen Regionen Afrikas sowie im Südwesten Arabiens. Die globalen Bestände gelten derzeit noch nicht als gefährdet. Jedoch sind besonders jene im südlichen Teil des Verbreitungsgebietes von Lebensraumzerstörung, Umweltverschmutzung und Störungen der Kolonien betroffen. Auf Madagaskar wurde der Rötelpelikan ausgerottet.  

Pelikanküken geschlüpft - Foto: Zoo Duisburg / I. Sickmann“

 Zoo Duisburg freut sich über Seelöwennachwuchs

Duisburg, 7. Juli 2020 - Bei der Seelöwenfamilie am Kaiserberg hat es doppelten Nachwuchs gegeben. Mandy und Sunny ziehen mit viel Routine jeweils ein Jungtier auf. Noch sind die Mini-Robben nicht zu sehen, denn zur Festigung der Mutter-Kind-Bindung bleiben sie noch einige Zeit im rückwärtigen Bereich der Robben-Anlage.  

Noch sind die Jungtiere mit ihren Müttern hinter den Kulissen. Hier macht der Nachwuchs auch schon die ersten Schwimmversuche, die lautstark kommentiert werden.  Fotos Zoo Duisburg

Während Familienoberhaupt Atze Siesta am Seelöwen-Pool macht, haben die frisch gewordenen Mütter Mandy und Sunny alle Flossen voll zu tun. Mit Argusaugen beobachten sie jeden Schritt ihrer Jungtiere – und das mit großem Getöse, wie Revierleiter Maik Elbers erzählt: „Die Mütter geben den Kleinen genau zu verstehen, was sie dürfen und was nicht. Da wird es schon sehr laut, wenn sich ein Jungtier beispielsweise zu weit weg bewegt“.  

Auch die ersten Schwimmversuche der Kleinen im hinteren Bereich der Anlage wurden von den Müttern lautstark kommentiert. Komm her, schwimm nicht zu weit weg, raus aus dem Wasser – all das wird von Mandy und besonders Sunny abwechselnd durch die Gegend geschrien. „Das mag sich für die Besucher vielleicht komisch anhören, ist aber vollkommen normal. Seelöwen sind eben sehr extrovertierte Zeitgenossen“, erklärt Elbers. Die Geschlechter der kleinen Robben kennt der Zoo auch. Es ist ein Männchen und ein Weibchen. Wann der Nachwuchs für die Besucher zu sehen sein wird, hängt vor allem davon ab wie sicher sie schwimmen können. Erst dann geht es raus aus dem „Nichtschwimmerbereich“ und auf die große Anlage.

Putziger Nachwuchs bei den Zebramangusten lässt Besucherherzen höher schlagen

Das Jungtier ist immer häufiger auf der Außenlage zu sehen.

Duisburg, 3. Juli 2020 - Neugierig tapst die kleine Zebramanguste bereits durchs Gehege und traut sich immer weiter weg von der schützenden Wurfhöhle. An der Seite des noch namenlosen Jungtieres: Die Familie. Denn wie Erdmännchen, sind auch Zebramangusten sehr gesellige Tiere die in größeren Familiengruppen leben. Daher wird der Zuwachs nicht nur von der Mutter, sondern auch von den Tanten umsorgt.  

Im südlichen Afrika durchstreifen die geschickten Jäger auf ihrer Suche nach Nahrung die Steppe und erbeuten Spinnen, Skorpione sowie andere Insekten. Aber auch kleinere Säugetiere und Vögel stehen auf ihrem Speiseplan. Jagen sie im Familienverband, sind selbst Schlangen vor ihnen nicht sicher.
Auch im Zoo steht daher nahezu nur tierische Nahrung auf dem Speiseplan.
Besonders hoch im Kurs: Heuschrecken und Mehlwürmer – und von denen gibt es nun eine Extraportion, denn bereits jetzt hat die kleine Zebramanguste großes Interesse an den Insektenlarven und schafft es schon, den ein oder anderen Happen zu erwischen.  

Fotos Zoo Duisburg / I. Sickmann

Zebramangusten leben in Gruppen von teilweise mehr als 50 Tieren. Ähnlich wie bei Erdmännchen, passen die Mitglieder einer Zebramangusten-Familie aufeinander auf. Während einige Tiere nach Nahrung suchen, halten andere Ausschau nach Feinden, zu denen Hyänen, Leoparden und auch Greifvögel zählen. Wird ein Feind erspäht, huscht die Familie in die sicheren, unterirdischen Bauten. Ihren Namen haben Zebramangusten wegen des charakteristischen schwarzen Streifens auf dem Rücken, die im hohen Gras eine Tarnfunktion haben.

Video: Zoo Duisburg / I. Sickmann“ unter 
https://we.tl/t-s2qutoNwSG


82 Prozent der Deutschen von Zoos überzeugt

Forsa-Studie dokumentiert hohe Beliebtheit

Berlin/Duisburg, 2. Juli 2020 - Die Deutschen sind Zoo-Freunde: Eine deutliche Mehrheit befürwortet, dass es zoologische Einrichtungen gibt, bewertet deren Artenschutzbemühungen als sehr wichtig und lernt in ihnen Wertschätzung für Tiere kennen. Das ist das Ergebnis der aktuellsten und umfassendsten Studie zur Einstellung der Deutschen gegenüber Zoos, die das Meinungsforschungsinstitut Forsa durchgeführt hat. „Diese Umfrage-Ergebnisse erfüllen uns mit Stolz“, sagt der Präsident des Verbandes der Zoologischen Gärten, Prof. Dr. Jörg Junhold und ergänzt: „Sie zeigen neben der hohen Akzeptanz, dass es unseren Zoos gelingt, als Brücke zwischen urbaner Lebenswelt und den Anliegen des Natur- und Artenschutzes zu fungieren, indem sie diese wichtigen Themen transportieren.“

Die zentrale Frage der repräsentativen Studie im Auftrag des Verbandes war jene nach dem Grad der Akzeptanz. Gefragt, ob sie Zoos in Deutschland befürworten, antworteten überwältigende 82 Prozent mit „Ja“; lediglich 12 Prozent der Deutschen lehnen demnach Zoos ab, die übrigen Befragten machten keine Angaben. Erfreulich für die Zoos ist, dass sich der Zustimmungswert auf diesem hohen Niveau einpendelt; gegenüber der ersten Auflage der Umfrage 2017 ist er sogar noch um einen Prozentpunkt gestiegen.
Moderne zoologische Gärten haben sich dem Schutz der schwindenden Biodiversität verpflichtet, indem sie bedrohte Tierarten in Zoos und im natürlichen Lebensraum pflegen und erhalten. Diese gesellschaftliche Aufgabe wird von der deutschen Bevölkerung besonders hoch eingeschätzt. Demnach sagen 65 Prozent der Befragten, dass diese Bemühungen „sehr wichtig“ sind; für weitere 28 Prozent sind sie „wichtig“.

Ähnlich verhält es sich mit dem Engagement der Zoos vor ihren Toren: 55 Prozent der Deutschen halten es für „sehr wichtig“, wenn sich Tiergärten und Zoo direkt in den bedrohten Lebensräumen für die Tiere stark machen, für weitere 36 Prozent ist es noch „wichtig“. VdZ-Präsident Jörg Junhold, der als Direktor auch den Zoo Leipzig leitet, sagt dazu: „Das sind sehr erfreuliche Werte, die sich mit unserem Ansinnen und Selbstverständnis decken: Wir sind als Zoos die Artenschutzzentren der Gegenwart.“
Die Forsa-Studie zeigt ebenso, dass ein Zoobesuch im 21. Jahrhundert sehr positiv auf die Besucher wirkt. Mehr als zwei Drittel haben nach eigenen Aussagen bei ihrem letzten Besuch etwas über Tiere (11 Prozent „sehr viel“; 58 Prozent „viel“) gelernt. Darüber hinaus entsteht bei einer Mehrheit auch eine emotionale Verbindung: 32 Prozent der Befragten sagen, dass sich ihre Wertschätzung für Tiere durch den Zoobesuch vergrößert hat („voll und ganz“); weitere 48 Prozent stimmen dieser Aussage „eher“ zu. 71 Prozent (20 Prozent „voll und ganz“, 51 Prozent „eher“) sagen, dass sie sich während des Zoobesuches mit der Natur verbunden gefühlt haben.
„Wir sind sehr glücklich, dass die Arbeit unserer modernen Zoos inzwischen solch positiven Widerhall in der Bevölkerung findet“, sagt Jörg Junhold. „Das ist uns Auszeichnung und Ansporn zugleich – wir werden in unseren Bemühungen nicht nachlassen.

Die Forsa-Befragung wurde mittels eines Online-Tools im November 2019 durchgeführt. In Deutschland wurden bundesweit 1.508 nach einem systematischen Zufallsprinzip ausgewählte Personen ab 14 Jahren befragt. Parallel dazu hat der Verband der Zoologischen Gärten dieselbe Untersuchung auch in Österreich und der deutschsprachigen Schweiz durchführen lassen. Alle Untersuchungsergebnisse finden sich auf www.vdz-zoos.org.





Zoo-Highlight: Führung für Frühaufsteher

Duisburg, 26. Juni 2020 - Erstmals bietet der Zoo eine „Führung für Frühaufsteher“ an (05. Juli 2020 / Beginn 8.30 Uhr).  Wie starten die Tierpfleger in den Tag, welche Tiere sind schon früh auf den Beinen und wer zählt zu den Langschläfern?

Noch vor der regulären Öffnungszeit haben Interessierte nicht nur die Möglichkeit, sich über die Tagesabläufe am Kaiserberg aus erster Hand zu informieren, sondern auch die besondere morgendliche Atmosphäre zu erleben. Im Anschluss an die 1,5-stündige Führung kann der Zoo auf eigene Faust erkundet werden.
Eine vorherige Anmeldung unter limpinsel@zoo-duisburg.de ist bis zum 02.Juli 2020 erforderlich. Der Preis für die exklusive Zooführung beträgt 21 Euro pro Person inkl. Eintritt.

Die Frühaufsteher 

Frühaufsteher Luchs - „Foto: Zoo Duisburg / M. Appel“

Auch ein Tiger ist früh auf den Beinen - „Foto: Zoo Duisburg / M. Appel“

Plätze frei: Tierische Ferientage im Zoo

Kinder im Alter von 8-11 Jahren entdecken die facettenreiche Tierwelt am Kaiserberg.

Duisburg, 19. Juni 2020 - Ein tierischer Ferientag im Zoo – in den Sommerferien ist das am Kaiserberg möglich. Gemeinsam mit den Zoobegleitern gehen Kinder jeden Dienstag und Donnerstag auf Weltreise, werden zu Forschern und das, ohne sich in ein Flugzeug setzen zu müssen.   Neben spannenden Tierbeobachtungen, verschiedenen Bastelaktionen und kontaktlosen Spielen erfahren die kleinen Zoofans auch, wie ein Zoo funktioniert, welche wichtigen Aufgaben Zoologische Gärten erfüllen und wie aufwändig es ist, Gehege zu planen.
Die tierischen Ferientage finden in den Sommerferien jeden Dienstag und Donnerstag von 9-15 Uhr statt und richten sich an Kinder von 8-11 Jahren. Eine rechtzeitige, vorherige Anmeldung unter servicebuero@zoo-duisburg.de ist unbedingt erforderlich. Die Kosten belaufen sich auf 35 Euro pro Kind und beinhalten die Aktionen innerhalb des tierischen Ferientages sowie den Tageseintritt für den Zoo. Weitere Informationen finden Interessierte auch unter www.zoo-duisburg.de, hier gibt es auch ein Online-Anmeldeformular.  


Foto: Zoo Duisburg“        

Sepp kann es doch: Dahomey-Zwergrinder haben überraschend Nachwuchs
Besucher konnten die Geburt mitverfolgen. Mutter und Jungtier sind wohl auf.   Duisburg Die Zoofamilie am Kaiserberg hat ein neues Mitglied. Am Dienstag wurde zum ersten Mal ein Jungtier bei den Dahomey-Zwergrindern geboren. Sepp, Zuchtbulle im Duisburger Streichelzoo, stellt somit unter Beweis, dass er es doch kann – obwohl er zierlich gebaut und sogar kleiner ist, alles es seine zwei Kühe Rosi und Wally sind.
Einige Besucher hatten außerdem das große Glück, dieses außergewöhnliche Ereignis mit zu erleben, denn der Nachwuchs kam am Nachmittag auf der Außenanlage zur Welt – zwei Besucher übernahmen direkt die Patenschaft für das noch namenlose Kalb. Alles ging ganz schnell. Nach nur einer halben Stunde war die kleine Kuh geboren. „Mutter Rosi und dem Jungtier geht es gut, sie sind beide noch etwas müde“, erzählt Revierleiter Maik Elbers.
Zur Stärkung der Mutter-Kind-Bindung hüten die Beiden nun das „Wochenbett“ und bleiben erst einmal im Stall. „Entwickelt sich alles normal weiter, geht es dann in einigen Tagen auch auf die Außenanlage“, so Elbers weiter. Zwei Besucher die das Ereignis beobachteten, berührte die Geburt so sehr, dass sie sich spontan entschieden die Patenschaft für das Mini-Rind zu übernehmen. „Das ist eine tolle Sache und wir freuen uns, solche engagierte Tierfreunde an unserer Seite zu wissen. Insbesondere die Unterstützung durch unsere Tierpaten ist in diesen aktuell doch außergewöhnlichen Zeiten besonders wertvoll“, verdeutlicht Pressesprecher Christian Schreiner.  
Mit einer Schulterhöhe von nur etwa einem Meter ist das Dahomey-Zwergrind - Foto Zoo Duisburg - eine der kleinsten Rinderasse der Welt. Die schwarz gefärbten Tiere sind nicht größer als ein Shetland-Pony und zeichnen sich durch einen ausgeglichenen, ruhigen Charakter aus. Anfang des letzten Jahrhunderts gelangten die ersten Dahomey-Zwergrinder über das Königreich Dahomey (dem heutigen Benin in Westafrika) in den Zoo von Antwerpen, von wo aus die Verbreitung in Europa erfolgte.
Am Kaiserberg lebt Bulle Sepp mit seinen beiden Kühen erst seit Mai 2019. Die kleinen Rinder konnten damals einziehen, weil die zuvor gehaltenen Hinterwälder Rinder an ein Naturschutzprojekt zur Landschaftspflege bei Leipzig abgegeben wurden. Durch dieses Beweidungsprojekt werden wertvolle Offenlandflächen geschaffen - früher sorgten Wildpferd, Auerochse und Wisent für diese Flächen. Verschiedene Vogel-, Insekten- und Reptilienarten profitieren von den so geschaffenen Lebensräumen.  

 

40 Jahre Fossazucht im Zoo Duisburg

Am 14. Juni 1980 erblickte das erste Fossa-Jungtier am Kaiserberg das Licht der Welt, seitdem schreibt der Zoo Duisburg eine einmalige Erfolgsgeschichte.

Duisburg, 12. Juni 2020 - Insgesamt leben derzeit neun dieser größten madagassischen Raubtiere am Kaiserberg, von denen sechs bereits in Duisburg geboren wurden. Die Duisburger Zucht der gefährdeten Art ist die mit großem Abstand erfolgreichste weltweit. Es liegt daher nahe, dass auch das Europäische Erhaltungszuchtprogramm und das Internationale Zuchtbuch hier begründet sind und fortan koordiniert werden. „Wir sind stolz darauf in den letzten vierzig Jahren fast 70 Jungtiere erfolgreich aufgezogen zu haben“, so der zoologische Leiter Johannes Pfleiderer. „Gerade die Zusammenführung der einzelgängerischen Fossas zur Paarungszeit erfordert viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl.“  

Foto „Zoo Duisburg“

Der jüngste Nachwuchs der Fossafamilie hat vor kurzem seinen ersten Geburtstag gefeiert. Die drei Jungtiere Mangoro, Tanjana und Beroketa teilen sich zurzeit noch eines der drei Schaugehege mit Mutter Kinja. Traditionsgemäß erhalten alle Fossas im Zoo Duisburg madagassische Namen.

 

1975 kam das erste Fossa-Männchen aus der Schweiz in den Zoo Duisburg, 1978 folgte das weltweit erste in Menschenobhut aufgezogene Weibchen aus Montpellier. Der ersehnte Nachwuchs ließ nicht lange auf sich warten, zwei Jahre später kam das erste Jungtier am 14. Juni zur Welt. Der Zoo am Kaiserberg war damit der zweite Zoo weltweit, der einen Zuchterfolg vermelden konnte. Über die Jahrzehnte wurden Dutzende Fossas an andere Tiergärten abgegeben, aber bis heute bleibt der Zoo Duisburg die Einrichtung, in der die mit Abstand meisten Fossas nachgezogen wurden. „Auch wenn Fossas immer noch zu den seltenen Zoobewohnern zählen, freuen wir uns, dass die Haltungen dank der guten Zuchterfolge zunehmen und so eine stabile Reservepopulation aufgebaut werden kann“, sagt Pfleiderer. Denn in ihrer Heimat gelten sie als gefährdet. Vor allem der Verlust ihrer Lebensräume durch Brandrodungen sowie die Jagd auf die Tiere setzen den Beständen zu.

 

Der Zoo Duisburg engagiert sich daher nicht nur durch die Koordination des  Zuchtprogrammes, sondern verwaltet auch seit 1995 einen Fossa-Fonds, durch den Projekte und Forschungen in Madagaskar umgesetzt werden. Hierdurch konnten nicht nur umfassende Freilandstudien und der Aufbau von Zuchtanlagen im Zoo der Hauptstadt finanziert werden, sondern vor allem auch Bildungs- und Aufklärungsprojekte für die Bevölkerung vor Ort sowie konkrete Maßnahmen wie fossasichere Hühnerställe und brennstoffsparende Kochöfen ermöglicht werden.

 

Masterplan Zoo Duisburg

Duisburg, 8. Juni 2020 - Der Masterplan des Zoo Duisburg ist ein Zukunftskonzept, das den Betrieb des Zoos so darstellt, dass er unter den bestehenden Rahmenbedingungen bestmöglich aufgestellt ist. Er soll eine Marschrichtung bzw. Leitlinie für die nächsten 25 Jahre vorgeben. Der Masterplan gibt die zukünftige strategische Ausrichtung wieder und ist ein flexibler Plan, der kontinuierlich bearbeitet und umgesetzt wird. Dieser beinhaltet keine Neuplanung des Zoos, sondern eine sukzessive Abarbeitung von Sanierungsund Modernisierungsmaßnahmen inkl. Attraktivitätssteigerung.
Entsprechend der vom Rat der Stadt am 26.11.2018 beschlossenen Neustrukturierung der Zoo Duisburg AG (DS 18-1319) wurde der Zoo in die Strukturen des DVV-Konzerns integriert und im August 2019 in die Zoo Duisburg gGmbH umgewandelt.
Mit der zwischenzeitlich durchgeführten Stammkapitalerhöhung um 7,575 Mio. EUR wurde ein weiterer Teil des Konzeptes zur Weiterentwicklung des Zoos umgesetzt. Durch die neuen Strukturen, die bereits geschaffen wurden und weiter ausgebaut werden, soll der Zoo als eines der traditionellen Aushängeschilder der Stadt Duisburg dauerhaft zukunftssicher aufgestellt werden.
Der o.g. Beschlussfassung des Rates der Stadt sowie der Integration des Zoos in den DVV-Konzern folgend, hat der Zoo ein Zukunftskonzept („Masterplan“) entwickelt, welches strategische Entwicklungen aufzeigt. Die wesentlichen Eckpunkte des Konzeptes sind in der Anlage dargestellt.
So wird die Druxksache am Montag, 15. Juni als Mitteilungsvorlage für die Ratsitzung in der Mercatorhalle vorliegen.


Der Masterplan wurde unter den folgenden Rahmenbedingungen erstellt:
• Gesellschaftsrechtliche Integration des Zoo Duisburg in die Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (DVV) bei gleichzeitigem Heben der Synergiepotenziale
• Die Stadt Duisburg betraut die Zoo Duisburg gGmbH mit der Erbringung von Dienstleistungen von allgemeinem wirtschaftlichem Interesse im Bereich der Förderung des Tier-, Arten- und Naturschutzes, der Kultur und Bildung sowie der Wissenschaft und Forschung.
 • Investitionen in Höhe von 76 Mio. € über den Zeitraum von 25 Jahren
 • Umwandlung der AG in eine gGmbH
• Kapitalerhöhung um bis zu 15 Mio. € (als Basis für die Kreditaufnahme)
• Umsetzung der (Haltungs-)Anforderungen aus dem Säugetiergutachten
• Erhaltung bzw. Erneuerung der Gebäude-/Ver-/Entsorgungsinfrastruktur
• Einhaltung des Wirtschaftsplans unter Berücksichtigung der finanziellen Mittel
• Die Maßnahmen aus dem Masterplan werden in den nächsten Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. • Die Kosten werden dabei stetig überwacht und die Budgets ggf. den aktuellen Bedingungen angepasst oder umverteilt.
• Dabei wird die Wirtschafts- und Mittelfristplanung als Basis dienen.

2. Motto: „Einzigartig Wild.“
• Im Zoo Duisburg steht das Wohl der Tiere im Vordergrund. Unser Wissen über die Tierwelt entwickelt sich ständig weiter. Es ist eine permanente Herausforderung, den Tieren ein bestmögliches Umfeld mit optimalen Bedingungen zu bieten. Mit dieser Zielstellung befinden wir uns in einem kontinuierlichen Entwicklungsprozess.
• Um die anspruchsvollen Anforderungen nachvollziehbar und transparent zu formulieren, haben wir ein Leitbild erarbeitet. Dieses Leitbild soll die Grundlage unseres täglichen Handelns sein und unseren Zoo fit machen für die Zukunft. Neben dem Tierwohl richtet sich unser Fokus ebenso auf die Zufriedenheit der 2 Zoobesucher und den nachhaltigen Erlebniswert eines Besuches im Duisburger Zoo.
• Die folgenden, gemeinsam erarbeiteten Leitsätze sind die Basis unseres Handelns und den damit verbundenen Verpflichtungen.
• Ergänzt wird dieses Leitbild durch eine Vision und ein Mission-Statement, die die mittelfristigen Ziele aufzeigen, sowie die Wege dorthin benennen. Leitbild
• Wir sehen uns in der Verantwortung gegenüber den uns anvertrauten Tieren und der Vielfalt der Natur; dies ist die oberste Maxime unserer täglichen Arbeit.
• Glaubwürdigkeit und Transparenz sind Leitlinien, nach denen wir sowohl innerhalb des Betriebes als auch in der Öffentlichkeit handeln.
• Durch kostensparendes Wirtschaften und nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen schützen wir Natur und Umwelt.
• Unsere Arbeit als Team ist von gegenseitigem Respekt und persönlicher Verantwortung geprägt.
• Wir streben eine transparente und vertrauensvolle Kultur der Kommunikation im Betrieb an.
• Für unsere Besucher schaffen wir einen nachhaltigen Erlebniswert, der geprägt ist von dem Gefühl: „Im Zoo Duisburg fühle ich mich wohl“.
• Wir schaffen Kooperationen mit Partnern in relevanten gesellschaftlichen Bereichen, der Schwerpunkt liegt dabei im Natur- und Artenschutz. Vision
• Duisburg ist stolz auf seinen Zoo! Unser Zoo soll „anders als die Anderen“ werden. Wir werden wieder einer der führenden Zoos in Deutschland in den Bereichen Besucherattraktivität, Artenschutz und Tierhaltung.
• Besondere Erlebnisse und ein exzellenter Service machen jeden Zoobesuch zu einem unvergesslichen Abenteuer.
• Die Besucher sollen sich im Duisburger Zoo uneingeschränkt wohlfühlen. „Die Besucher sind unsere Kunden“, diese Philosophie soll eine Säule unseres Bestrebens werden, den Aufenthalt im Zoo zu einem unvergesslich positiven Erlebnis zu machen. Mission
• Die große Vergangenheit des Duisburger Zoos ist eine besondere Verpflichtung. Unser Zoo ist im Umbruch und wir bauen auf dieser Vergangenheit auf. Wir nutzen gemeinsam die Möglichkeit, eine nachhaltige Entwicklung zu gestalten. • Verbesserung der Attraktivität und des Besucherservices sind dafür eine Voraussetzung. • Wir begeistern unsere Besucher mit einer vorbildlichen Tierhaltung und nachhaltigen, innovativen Konzepten für Bildung und Artenschutz.
 • Dafür entwickeln wir ein eigenes Konzept, den „Masterplan Zoo Duisburg“. Das Wohl der uns anvertrauten Tiere steht dabei im Vordergrund. Wir schaffen optimale Bedingungen für die Tierhaltung.
• Für den Schutz der Artenvielfalt in den natürlichen Lebensräumen fühlt sich der Zoo in besonderer Weise verpflichtet. Mit unseren Ressourcen unterstützen wir aktiv Artenschutz „ex situ“ (im Zoo) und „in situ“ (im natürlichen Lebensraum).

3 3. Schwerpunktbearbeitung Zoologie
Zukünftige Savannen-Anlage
• Gemeinschaftsanlage statt Einzelanlagen wie z.B. heute bei Giraffen/Zebras
• Verbesserung der Giraffenhaltung (Säugetiergutachten wird damit erfüllt)
• Ausreichend Platz und Tierbeschäftigung für z.B. Giraffen, Zebras, Antilopen
• Naturnahe Gestaltung • Attraktiver für Besucher
• Tiere sind ganzjährig und auch in der Dämmerung/Dunkelheit auf der Außenanlage zu sehen.
• Gastronomie und Veranstaltungsräume, die auch nach Zoo-Schluss und von außen zugänglich sind, mit Blick auf die „Savanne“

Zukünftiges Australien-Revier
• Die Flächen der Anlagen für Tapire/Ameisenbären, Nasenbären, Kamele/Stachelschweine sollen zum Australien-Revier hinzugefügt werden.
• Hier soll ein Australienhaus für u.a. Koalas, Beutelteufel, Wombats entstehen.
• Zusätzlich können Lebensräume (u.a. Ozeanien, Neuguinea) entstehen für z.B. Kasuare, Baumkängurus, Parma-Känguru, Kookaburra, Kea, Quokka.
• Inkl. einer Quarantäne-Station für Koalas • Die Bergkänguru-Anlage bleibt unverändert.

Zukünftige Outback-Voliere
 • Gemeinschaftsanlage mit selten gezeigten australischen Vögeln und Säugetieren
• Anlage passt geografisch und zoologisch in den Australien-Schwerpunkt des Zoos
• Einzigartig in der Zoolandschaft NRW
• Stallungen und Besucherantritt sollen als verlassene Farm gestaltet werden.
• Bau eines Stallgebäudes unabdingbar
• Outback-Voliere soll illuminiert werden als besonderes Highlight für unsere Besucher.
• Geplant wird die Erweiterung um einen Wasserspielplatz. Zukünftige Großanlage
• Eine Zuchtsituation für Elefanten im Zoo Duisburg ist vom EEP (Europäisches Erhaltungszuchtprogramm) unter den jetzigen Rahmenbedingungen ausgeschlossen.
• Derzeit werden nur Elefantenkühe gehalten. Der Erhalt weiterer Kühe für eine eingeschlechtliche Haltung wird in Zukunft vom EEP ausgeschlossen.
• Die aktuellen Kühe werden ggf. vom EEP z.B. in Zuchtgruppen benötigt.
• Nur an diesem Standort wäre die Erfüllung der Anforderungen aus dem Säugetiergutachten möglich. • Die Planungen für den Standort werden in Abhängigkeit von den Gegebenheiten und aktuellen Entwicklungen in den nächsten Jahren gestartet.

Zukünftiges Robben-Revier
• Die heutige Seehund-Anlage könnte zukünftig für die Brillenpinguine genutzt werden.
• Die Ohrenrobben-Anlage soll erweitert werden und umfasst zukünftig die heutigen Anlagen der Seelöwen, Pinguine, Polarfüchse, ehemalige Eisbären-Anlage.
• Die heutige Anlage der Wölfe soll für die Riesenotter genutzt werden.
• Robben, Pinguine und Riesenotter sind charismatische, beliebte Zootiere.
• Attraktive, zukunftsorientierte Anlagen für die Tiere 4
• Erfüllung der Ansprüche an moderne Tierhaltung, Vergrößerung des Platzangebotes für die Tiere Zukünftiges Äquatorium
• Verbesserung der Primatenhaltung durch Vergrößerung der Anlagen (Säugetiergutachten wird damit erfüllt)
• Tierbesatz adäquat zu den verfügbaren finanziellen Mitteln und Flächen
• Sicherstellung der Haltung von Schwerpunktarten wie z.B. Gorillas, Bärenstummelaffen, Roloway-Meerkatzen, Zwergflusspferde
• Gemeinschaftsanlagen statt Einzelanlagen wie z.B. heute bei den Zwergflusspferden
• Naturnahe Gestaltung, attraktiver für Besucher • Raum für Edukation zum Thema Klima und Artenschutz
• Schaffung von überdachten, themenbezogenen Spielmöglichkeiten Delfinarium
• Sanierung der Filtertechnik • Neuaufbau der Beckenbeschichtung sowie des Tribünenbereiches
• Ggf. Schaffung eines Nebeneingangs mit Blick auf das Alt-Delfinarium mit Veranstaltungsraum
• Reparatur des Schiebedaches
• Erweiterung der edukativen Elemente (z.B. Ausstellung von Exponaten)
• Optische Neugestaltung
• Bei den Planungen ist zu berücksichtigen, dass es eine fortlaufende Diskussion über die Delfinhaltung gibt und die Entwicklung entsprechend berücksichtigt werden muss.

4. Schwerpunktbearbeitung Investitionen
Bereits in 2017 wurde ein Investitionsplan erstellt. Dieser wurde gemeinsam mit einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PKF) mit 76 Mio. € für die nächsten 25 Jahre bewertet. Der Auswahl notwendiger Investitionen lagen die folgenden Kriterien zugrunde:
• Vorgabe durch das Säugetiergutachten sowie zur Gehegesicherung
• Maßnahmen aufgrund des Behindertengleichstellungsgesetzes oder der Arbeitsstätten- bzw. Hygiene-Verordnung
• Wesentliche Infrastrukturmaßnahmen wie Wirtschaftshof, Ver- und Entsorgung, Oberflächen sowie Verwaltung
• Attraktivitätssteigernde Großinvestitionen, sofern die Gehege ohnehin aufgrund anderer Kriterien (z.B. Säugetiergutachten) umgebaut werden müssen
• Gegebenheiten wie z.B. Artenvielfalt, Standorte der Gehege wurden beibehalten.
Der Masterplan wird stetig weiterentwickelt, so dass die Kosten ständig betrachtet und ggf. den aktuellen Bedingungen im Einklang mit der Wirtschafts- und Mittelfristplanung angepasst werden müssen.

5 5. Schwerpunktbearbeitung Erlebnis Zoo-Terrassen
• Ein neues Restaurant soll in den Zoo-Terrassen etabliert werden.
• Das Restaurant soll während des Zoobetriebs für die Zoobesucher und außerhalb der Zoo-Öffnungszeiten als öffentliches Restaurant genutzt werden können.
• In den Zoo-Terrassen sollen Veranstaltungs- und Tagungsräume zur flexiblen Verwendung angeordnet sein.
• Die Prüfungen erfolgen derzeit ergebnisoffen. Zoolicht Nach dem Motto „Licht lockt Leute“ soll das Zoogelände (Haupteingangsbereich, Tiere, Botanik, Tieranlagen, Gebäude, Wege) zu festgelegten Abendstunden in den Wintermonaten illuminiert werden. Das Lichtkonzept soll - insbesondere in der dunklen und besucherschwachen Jahreszeit - dem Zoo zusätzliche Besucher bringen.
• Die jeweiligen Tierareale bekommen Überschriften, wie in einem Film oder als Buchtitel und sollen mit Hilfe der Überschrift und entsprechenden interpretierbaren Lichtinszenierungen Geschichten erzählen.
• Gesonderter Besuchereintritt nach den üblichen Kassenöffnungszeiten und nach Einbruch der Dunkelheit, max. 5000 Besucher pro Abend
• Zoo bleibt geöffnet, zusätzlich können 2 Führungen pro Abend gebucht werden, Vorverkauf der Tickets im Internet, Restkarten an der Abendkasse.
• Der Lichterparcour soll in ca. 1 Stunde begangen werden können, Start- und Endpunkt am Haupteingang des Zoos.

Löwenrudel erobert neu gestaltete Außenanlage

Sparkasse Duisburg realisierte den Umbau für die Sympathieträger des Zoos.

Duisburg, 29. Mai 2020 - Nun ist es geschafft: Die Löwenanlage im Zoo Duisburg fertig. Nur dank der großzügigen Unterstützung der Sparkasse Duisburg konnte die Außenanlage der drei Sympathieträger des Zoos beträchtlich erweitert werden. Sparkassenvorstand Dr. Joachim Bonn eröffnete die Anlage heute gemeinsam mit Zoodirektorin Astrid Stewin.

„Grundsätzlich ist unser Engagement damit begründet, dass der Zoo für die Stadt und deren Bürger einen Naherholungswert, Freizeitwert und auch einen pädagogischen Wert hat und somit die Lebensqualität in unserer Stadt verbessert“, erläutert Dr. Joachim Bonn das Sparkassenengagement für den Zoo und betont: „Aber wir wissen auch, dass der Zoo Duisburg mit anderen Freizeitangeboten im Wettbewerb steht und für Duisburg ein über Stadt- und Landesgrenzen hinaus positiv wirkendes Aushängeschild ist, das dem Standort Duisburg zu Gute kommt und wir daher sehr gerne dazu beitragen, die Attraktivität des Zoos zu unterstützen.“

 Felsaufbauten, Kletterbäume sowie Schatten- und Sonnenplätze bieten alles, was das Löwenherz begehrt. Das abwechslungsreich gestaltete Areal von rund 2.500 m² Außenfläche kann von den Besuchern an sechs Aussichtspunkten eingesehen werden. Ein ausrangierter und löwensicher umgebauter Jeep hinter der sechs Meter langen Panoramascheibe ist eines der Highlights und soll den Löwen künftig als Futter- und Liegeplatz dienen.
„Wenn man nun sieht, wie wohl sich unsere drei Löwen auf der neuen Anlage fühlen, kann man sich einfach nur freuen und Danke sagen. Denn ohne die Unterstützung der Sparkasse Duisburg, die schon viele Jahre ein zuverlässiger Partner von unserem Zoos ist, wäre dieses Projekt nicht zu realisieren gewesen“, betont Zoodirektorin Astrid Stewin.

Während der rund 13monatigen Bauzeit wurden zahlreiche Besonderheiten in, und rund um die Löwenanlage umgesetzt. So kann das Gehege durch ein vier Meter langes Schiebetor, welches sich unsichtbar in einer Felswand verbirgt, temporär unterteilt werden. „Dadurch können die Tierpfleger individuell auf die Bedürfnisse der Löwengruppe reagieren“, erklärt Zootierärztin Dr. Carolin Bunert.

Darüber hinaus steht den Großkatzen ein zweites Stallgebäude zur Verfügung, denn der ehemalige Wisentstall wurde zum Löwenheim um- und ausgebaut. Wie schon der vorhandene Innenbereich im Raubtierhaus, verfügt auch die neue Innenanlage über eine Fußbodenheizung, die im Winter für warme Katzenfüße sorgen wird.
Eine Teichanlage auf der Besucherseite soll künftig heimischen Amphibien eine sichere Bleibe bieten und das nahegelegene, mit Stauden bepflanzte Beet, Insekten als Nahrungsgrundlage dienen. Das Einbringen der neuen Kletterbäume war eine besondere Herausforderung für das Zooteam.

„Mit einem speziellen Baumgreifer wurden die bis zu sieben Meter hohen Kletterbäume senkrecht in Schachtringen verankert“, so Bunert, „denn besonders die zwei Löwenweibchen Manyara und Masindi beobachten die Umgebung gerne von erhöhten Stellen aus“. Die Erschließung der Erweiterungsfläche und die Modernisierung der vorhandenen Anlage setzte der Zoo in zwei Bauabschnitten um.

 Im ersten Bauabschnitt (April 2019 – September 2019) wurde das ehemalige WisentGehege erschlossen und für die Löwen umgebaut, auch das zweite Stallgebäude entstand in diesem Zusammenhang. Nach Fertigstellung des ersten Bauabschnittes siedelten die Löwen in das neue Areal über.
„Durch diese Vorgehensweise können die Löwen während der gesamten Bauzeit in Duisburg bleiben und müssen nicht übergangsweise in einem anderen Zoo untergebracht werden“, begründet Tierärztin Bunert die Vorgehensweise.

Im zweiten Bauabschnitt wurde das ehemalige Außengehege umgebaut, die Vorrichtung zur temporären Trennung der zwei Anlagen aus Kunstfels errichtet und der Anschluss an das Erweiterungsgelände verwirklicht. Zum Schluss wurde der Zaun, welcher die neue und alte Anlage währen der Bauphase trennte, entfernt.

Sparkassenvorstand Dr. Joachim Bonn (links) eröffnete die Anlage heute gemeinsam mit Zoodirektorin Astrid Stewin (rechts).

 

Besonderer Nachwuchs bei den Bennett-Kängurus

Die 2018 mit der Flasche aufgezogene Lizzy zieht nun erstmals selber ein Jungtier auf. Auch bei den Bergkängurus gibt es ein Jungtier.

 

Duisburg, 22. Mai 2020 - Schöne Nachrichten aus dem Zoo Duisburg: Das Bennett-Känguru Weibchen Lizzy zieht erfolgreich ein Jungtier auf. Im Sommer 2018 retteten die Tierpfleger dem damals wenige Monate alten Känguru das Leben – ihre Mutter war gestorben und Lizzy auf die intensive Zuwendung der Pfleger angewiesen.

 

/ass in Lizzys Beutel- Foto Zoo Duisburg / I. Sickmann -  ein kleines Känguru heranwächst, wussten die Pfleger schon länger. Zuerst konnten Bewegungen im Beutel beobachtet werden, einige Monate später schaute auch mal ein Arm, dann ein Bein aus diesem heraus. Nun wagt sich der jüngste Spross der Duisburger Bennett-Känguru Familie immer häufiger aus dem schützenden Beutel seiner Mutter und begeistert die Besucher mit noch etwas wackeligen Hüpfern.

Für den Zoo ist der Nachwuchs etwas ganz besonderes, denn Lizzy hatte einen schweren Start ins Leben. Ihre Mutter war verstorben, Lizzy als kleines, nacktes Känguru auf die Wärme des mütterlichen Beutels angewiesen. Ohne den beherzten Einsatz des Zooteams wäre Lizzy gestorben.
„In der Natur wäre der Tod der Mutter auch Lizzies Ende gewesen, sie hätte keine Milch mehr bekommen und wäre ausgekühlt“, weiß Revierleiter und Beuteltierkenner Mario Chindemi. Stattdessen zog Lizzy in einen Stoffbeutel, wurde vom Pfleger-Team des Koalareviers ständig umher getragen und bekam anfänglich alle zwei, später dann alle vier Stunden die Flasche mit Kängurumilch. Die Aufzucht des kleinen Kängurus war für die Beteiligten ein Kraftakt. „Die Tiere brauchen rund um die Uhr Körpernähe und müssen den Herzschlag der Mutter hören um sich wohl zu fühlen“, so Chindemi weiter. Doch der Aufwand lohnte sich.

 

Ohne größere Probleme wurde aus Lizzy ein richtiger Känguru-Teenie. Dann hieß es Abschied nehmen – Stück für Stück entwöhnten die Pfleger Lizzy und integrierten sie in die bestehende Familie der Bennett-Kängurus am Kaiserberg. Damit sie auch weiterhin in Duisburg bleiben konnte, zog ihr Vater in einen anderen Zoo um – und mit einem neuen Känguru-Männchen aus dem Tierpark Herford reiste ein geeigneter Partner für Lizzy im vergangenen Jahr nach Duisburg.
„Unser kleines Ziehkind hat eine wirklich bewegende Geschichte hinter sich. Dass sie nun selber ein Jungtier ohne unsere Hilfe aufzieht, ist eine tolle Sache und macht uns wahnsinnig stolz“, freut sich Tierpfleger Chindemi.

 

Aber nicht nur bei den Bennett-Kängurus gibt es derzeit Nachwuchs. Im benachbarten Gehege erkundet ein Östliches Bergkänguru-Jungtier die Umgebung. Für den Zoo ist es bereits der dritte Zuchterfolg dieser nur selten in Deutschland gehaltenen Tierart. Neben Duisburg wird diese Art derzeit nur im Tierpark Berlin gepflegt – im europäischen Raum gibt es darüber hinaus nur drei weitere Halter.

 

Um den aktuellen Nachwuchs zu sehen müssen die Besucher etwas Geduld mitbringen und auch Glück haben, denn nach ihren Ausflügen hüpfen die Mini-Kängurus für einen ausgiebiges Schläfchen und eine Portion Milch wieder in den schützenden Beutel ihrer Mütter.

 

Zoolauf abgesagt

Duisburg, 14. Mai 2020 - Aufgrund der Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Krise SSB Duisburg sagt den für den 12. Juni geplanten Zoolauf 2020 ab. Die 13 ist keine Glückszahl für den Zoolauf Duisburg. Der Stadtsportbund Duisburg muss zusammen mit der Zooleitung die 13. Auflage des beliebten Funruns durch die Arche am Kaiserberg absagen. Grund ist das Verbot von Großveranstaltungen im Rahmen der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Krise.

Der Zoolauf zugunsten der Meißner Widder, einer bedrohten Kaninchen-Art, war für den 12. Juni 2020 terminiert. Einen Ersatztermin im Herbst kann der SSB nicht anbieten. „Nach wie vor ist nicht sicher, ab wann wirklich wieder größere Veranstaltungen möglich sind. Zudem fehlt es an der notwendigen Beleuchtung der Strecke für einen Abendtermin im Herbst“, sagt Uwe Busch, Geschäftsführer des Stadtsportbunds.
Der SSB erstattet das bereits gezahlte Meldegeld auf Wunsch zurück. Die Startgebühren, die nicht zurücküberwiesen werden müssen, spendet der SSB nach Abzug der bereits entstandenen Kosten für das familienfreundliche Heim der Meißner Widder im Streichelzoo. Alle Informationen, wie Läuferinnen und Läufer ihr Startgebühr zurückerhalten können, finden sich auf der Webseite des Zoolaufs Duisburg www.zoolauf.de.

Zoobesuch: Maximal 1.800 Besucher können zeitgleich auf das Gelände gelassen werden

Besonders Familien nutzen das gute Wetter der vergangenen Tage für einen Zoobesuch
Zoo empfiehlt vor der Anreise einen Blick auf die Internetseite. Hier wird über die aktuelle Auslastung informiert.
 

Duisburg, 08. Mai 2020 - Sieben Wochen lang mussten sich die Besucher gedulden, Mittwoch öffnete der Zoo Duisburg wieder seine Tore. Besonders Familien nutzten das Angebot, insgesamt 5.384 Personen zählte der Zoo an den ersten zwei Tagen. Und das, obwohl es am Kaiserberg derzeit Einschränkungen gibt, die sich aus der Coronaschutzverordnung ergeben.

Roter Panda - Foto Zoo Duisburg


Um Abstandsregelungen zu gewährleisten sind momentan unter anderem die Tierhäuser geschlossen und kommentierte Fütterungen finden nicht statt. Darüber hinaus muss der Zoo die Anzahl der Besucher, welche sich zeitgleich auf dem Gelände aufhalten, auf 1.800 Personen beschränken – ebenfalls eine Auflage aus der Verordnung.  
Der Zoo empfiehlt den Besuchern daher, sich vor der Anfahrt im Internet zu informieren: Auf der Webseite des Zoos ist durch einen deutlichen Hinweis direkt auf der Startseite zu sehen, ob der Einlass noch möglich ist oder ob man sich der maximal zulässigen Besucherzahl nähert. Dann wird auch der Parkplatz temporär geschlossen.  

Eine Neuerung gibt es übrigens seit Donnerstag: Wie im öffentlichen Raum wurden auch im Zoo die Spielplätze wieder geöffnet. Erwachsene müssen, gemäß der Coronaschutzverordnung, auch hier Abstandsregelungen einhalten.
 
Sibriischer Tiger - Foto Zoo Duisburg

Der Zoo ist täglich von 9.00 – 19.00 Uhr geöffnet, die Kassen am Haupteingang schließen um 17.30 Uhr. Um einen geregelten Zugang zu gewährleisten, ist nur der Haupteingang an der Mülheimer Straße geöffnet. Der Nebeneingang „Tigerkasse“ ist geschlossen. Darüber hinaus kann der Zoo auch nur über den Haupteingang verlassen werden. Wegen des eingeschränkten Angebots gelten aufgrund der besonderen Situation derzeit reduzierte Eintrittspreise.
Erwachsene zahlen 14 Euro, Kinder 7 Euro. Die Preise für Jahreskarten bleiben bestehen, Gruppenpreise und übrige Rabatte gelten nicht mehr. An den Kassen ist derzeit nur der Verkauf von Tageskarten möglich. Jahreskarten können im Servicebüro erworben werden. Besucher werden nach Möglichkeit gebeten, bargeldlos oder mit abgezähltem Bargeld zu bezahlen.


Zoo Duisburg schließt ab Sonntagmittag

Duisburg, 15. März 2020 - Aufgrund Allgemeinverfügung der Stadt   Duisburg
Die Stadt Duisburg untersagt per Allgemeinverfügung bis einschließlich 10. April jegliche Veranstaltung in Duisburg. Es seien "gesamtgesellschaftliche Anstrengungen" zur Reduzierung von sozialen Kontakten notwendig, um Infektionen zu vermeiden. Daher schließt auch der Zoo Duisburg seine Türen für Besucher.
Ab Sonntagmittag, 12:00 Uhr bleiben daher die Kassen geschlossen, so dass keine weiteren Besucher eingelassen werden. Das Delfinarium sowie sämtliche Innengehege waren bereits seit Samstag für Besucher gesperrt. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind weiterhin vor Ort und gewährleisten die Versorgung unserer Tiere.  

Fossa-Nachwuchs erkundet das Außengehege

Erstmals sind die letztjährigen Jungtiere der rostbraunen Raubtierart von Madagaskar für die Zoobesucher zu sehen.

 

Duisburg, 13. März 2020 - Die drei Fossa-Jungtiere, der Kater Mangoro und seinen beiden Schwestern Tanjana und Beroketa, halten ihre Mutter Kinja ziemlich auf Trab. Seit einigen Tagen erkunden sie nun neugierig das Gehege, wo auch Besucher erstmals einen Blick auf die mittlerweile acht Monate alten Fossas werfen können.

Sie sind weltweit die einzigen, die im vergangenen Jahr in einem Zoo aufgewachsen sind - „Foto: Zoo Duisburg / I. Sickmann“  

Am Kaiserberg lebt die europaweit größte Zoopopulation der gefährdeten Fossas. Sieben Gehege hinter den Kulissen und die drei für den Besucher einsehbaren Anlagen bilden einen individuell unterteilbaren Gehege-Komplex. „Dies ermöglicht uns, individuell auf die Bedürfnisse der einzelgängerischen Fossas zu reagieren und erwachsene Tiere während der Paarungszeit behutsam zusammen zu führen“, erklärt Revierleiter Mike Kirschner.
Auch die Kinderstube der Fossas ist hinter den Kulissen untergebracht, mit Vater Andapa haben die Kleinen aber keinen Kontakt. „Fossas sind Einzelgänger und treffen nur zur Paarungszeit aufeinander. Daher ziehen die Weibchen den Nachwuchs auch alleine auf“, weiß der Tierpfleger.

Als im Zoo Duisburg vor knapp 40 Jahren die erste Fossa in einem deutschen Zoo geboren wurde, dachte noch niemand daran, dass sich Duisburg zum weltweit erfolgreichsten Zuchtzentrum der eleganten Raubtiere entwickeln würde. Zuvor war die Zucht nur im französischen Montpellier gelungen – und diese, weltweit erste in Menschenobhut aufgezogene Fossa wurde das erste Zuchtweibchen im Duisburger Zoo.
Seit Beginn der Fossahaltung in Duisburg konnten 68 Tiere erfolgreich aufgezogen und an 28 Einrichtungen in 15 Ländern abgegeben werden. Aufgrund der einzigartigen Erfolge begründete der Zoo in Duisburg 1994 daher das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) und einige Jahre später das Internationale Zuchtbuch (ISB) für die bedrohte Tierart und koordiniert beide seitdem.

Seit Anfang 2016 ist Johannes Pfleiderer, zoologischer Leiter in Duisburg, verantwortlich für den europäischen Zoobestand der charismatischen Raubtiere und stimmt sich über das Internationale Zuchtbuch mit den zuständigen Kollegen in anderen Weltregionen ab.
„Das Fossa-EEP ist mit dem Allzeithoch von derzeit 34 teilnehmenden Einrichtungen in Europa und Asien auf einem sehr guten Weg. In den vergangenen Jahren sind sowohl die Anzahl der Tiere, wie auch die Anzahl der Zoos, die diese bedrohte Tierart halten, gestiegen.“, freut sich der Biologe.

Die Fossa ist das größte auf Madagaskar lebende Raubtier. Lebensraumverlust und Jagd setzen den bis zu 15 kg schweren Raubtieren zu. Genaue Bestandszahlen gibt es nicht, aber Schätzungen gehen davon aus, dass es im ungünstigsten Fall nur noch rund 2.500 Tiere auf Madagaskar leben.
„Der vom Zoo Duisburg 1995 initiierte und seither verwaltete ‚Fossa-Fonds‘ soll Fossas im Freiland schützen“, so Pfleiderer. In den letzten Jahren wurden über den Fonds beispielweise Gelder für Maßnahmen zur Umweltbildung, gegen die Entwaldung und gegen die Bejagung der Fossas bereitgestellt.



Eigenartige Riesen-Schleichkatzen im Zoo ingezogen

Java-Binturongs leben derzeit in keinem anderen deutschen Zoo.

 

Duisburg, 6. März 2020 - In Europa gibt es nur zwei weitere Haltungen dieser Unterart. Sie gilt als gefährdet. Ein Gesicht wie eine Katze, ein Schwanz wie ein Affe und ein Körper wie ein kleiner Bär. Seit einigen Tagen kann man im Raubtierhaus des Zoo Duisburg zwei neue, skurril aussehende Bewohner beobachten.

Aus dem englischen Zoo Hamerton - Foto Zoo Duisburg - reisten die beiden Java-Binturongs an den Kaiserberg. Diese Unterart des Binturongs wird derzeit deutschlandweit nur in Duisburg gehalten.  

Meist verschlafen die überwiegend dämmerungs- und nachtaktiven Tiere den Tag. Dabei decken sie ihr Gesicht häufig mit dem buschigen Schwanz zu. In den frühen Morgen- und Abendstunden werden sie dann munter. Die auf den ersten Blick tollpatschig wirkenden Java-Binturongs sind überaus gute Kletterer.

Mit den scharfen Krallen und dem für Säugetiere seltenen Greifschwanz sind sie gut an ein Leben in Bäumen angepasst. Hier finden sie auch ihre Nahrung. Vögel, kleine Säugetiere und Aas stehen auf dem Speiseplan der bis zu 20 kg schweren Schleichkatzen. Ihre Hauptnahrung besteht allerdings aus reifem Obst, besonders Feigen werden gerne gefressen.  

Als Obstfresser nehmen die Tiere automatisch auch die Samen ihrer Nahrung mit auf und verteilen diese über den ausgeschiedenen Kot im Regenwald. Besonders die Würgefeige ist auf den Binturong als Samenverbreiter angewiesen. Spezielle Verdauungsenzyme im Magen-Darm-Trakt der Tiere können die harte Schale der Würgefeigen-Samen aufweichen und fördern das Auskeimen der Jungpflanze. Diese besondere Beziehung macht den Binturong zu einer Schlüsseltierart im  Ökosystem Regenwald.  

Neben ihrer Rolle als Samenverbreiter der Würgefeige gibt es noch weitere, zum Teil skurrile Eigenschaften, die Binturongs - Foto Zoo Duisburg - nachgesagt werden. Mit Drüsen unter ihrem Schwanz markieren die Tiere ihr Revier. Ein spezieller Geruch, der für einige Menschen nach gebuttertem Popcorn riechen soll. Auch in Sachen Kommunikation sind Binturongs besonders. Fröhliche Tiere machen kichernde Geräusche.
Bei schlechter Laune erzeugen sie ein hohes Jammern oder heftiges Knurren. Paarungsbereite Binturongweibchen erzeugen wiederrum einen schnurrenden Laut. Streifen sie durch ihren Lebensraum, so kann man in einigen Abständen ein leises Zischen oder tiefes Grunzen hören.
Da Binturongs teilweise für den Heimtierhandel gefangen werden, ihr Fleisch als Delikatesse angeboten wird und Bestandteile ihres Körpers in der traditionellen chinesischen Medizin Verwendung finden, gilt die Tierart als „gefährdet“. Wie viele andere Bewohner tropischer Regenwälder, leidet auch der Binturong unter dem stetigen Verlust seines ursprünglichen Lebensraumes.

Zoo Duisburg begrüßt das Koalamännchen Tinaroo

Besondere Aktion im März: Für jede zehnte verkaufte Familien-Jahreskarte wird der Zoo je eine Patenschaft für einen Koala des Koalahospitals Port Macquarie übernehmen.  

 

Duisburg, 3. März 2020 -  Tinaroo ist der Neue im Koalahaus am Kaiserberg. Künftig soll der 3 ½Jährige Jungspund mit der gebürtigen Duisburgerin Yiribana für Nachwuchs sorgen und so zum Erhalt der als gefährdet eingestuften Beuteltierart beitragen.   

Mit reichlich Eukalyptus im Gepäck reiste Tinaroo - Fotos Zoo Duisburg - am Sonntag vom Zoo Leipzig ins Ruhrgebiet. Nicht nur der Transport verlief reibungslos, auch das Aussteigen aus der Transportkiste klappte auf Anhieb. Mario Chindemi, Revierleiter im Koalahaus, holte seinen neuen Pflegling persönlich in Leipzig ab. „Tinaroo ist ein temperamentvoller Koala, direkt nach seiner Ankunft hat er sich interessiert umgeschaut“, so Chindemi.

Nach der Eingewöhnung wird der Neuankömmling das 6 ½ -jährige Koalaweibchen Yiribana kennenlernen. „Tinaroo und Yiribana passen genetisch sehr gut zusammen. Daher haben wir uns auch entschlossen ihn zu uns zu holen“, erläutert Volker Grün. Von Duisburg aus koordiniert der Biologe das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für Koalas.

„Die Aufgabe von mir als Zuchtbuchführer liegt darin, passende Zuchtgruppen zusammenzustellen und eine zukunftsfähige Population in Menschenhand zu erhalten“, so Grün weiter.  
Tinaroos Ankunft in Duisburg ist zugleich Startschuss für eine besondere Aktion. Für jede zehnte, im März verkaufte Familien-Jahreskarte übernimmt der Zoo je eine Patenschaft für einen Koala des Koalahospitals in Port Macquarie. „Die zumeist ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter des Hospitals setzen sich unermüdlich für das Wohl der Tiere ein und leisten einen wichtigen Beitrag zum Schutz der wildlebenden Koalabestände in Australien.
Insbesondere nach dem katastrophalen Sommer mit einer großen Anzahl von Buschbränden, bei denen unsäglich viele Koalas und andere Wildtiere ihr Leben verloren haben, ist dieses Engagement eine Herzensangelegenheit“, betont Zoodirektorin Astrid Stewin. Seit Jahren pflegt der Zoo Duisburg einen persönlichen Austausch mit den Vertretern der Einrichtung. Hier werden verletzte und kranke Tiere gerettet, medizinisch versorgt und auf eine mögliche Wiederauswilderung vorbereitet.
Außerdem setzen sich die Mitarbeiter dafür ein, den angestammten Lebensraum der Koalas zu erhalten und nach Möglichkeit durch das Anpflanzen von Eukalyptusbäumen zu vergrößern. Darüber hinaus unterstützt das Team in Port Macquarie Forscher, indem Informationen über Ernährung, Krankheiten sowie Lebensgewohnheiten wildlebender Koalas bereitgestellt werden. Gleichzeitig soll so die Öffentlichkeit für die Notwendigkeit des Schutzes der Kletterbeutler sensibilisiert werden.   Seit Anfang März gelten im Zoo Duisburg täglich die Sommeröffnungszeiten (9.00 – 19.00 Uhr), die Kassen haben bis 17.30 Uhr geöffnet, die Tierhäuser schließen um 18.30 Uhr.  


Familiengründung: Neue Erdmännchen sind eingezogen

Den Anfang machen Scarlett und Sophia aus Halle. Ihre Partner reisen aus Frankreich an.

 

Duisburg, 27. Februar 2020 - Im Zoo Duisburg wird schon bald eine neue Erdmännchenfamilie leben. Die zwei  Weibchen Scarlett und Sophia sind bereits aus dem Zoo Halle ins Ruhgebiet gezogen. Die Franzosen Elvis und Emil sollen bald ihre Herzen erobern. Auf ihre Ankunft wartet der Zoo derzeit noch. Zusammen legen die vier den Grundstein für die neue Erdmännchen-Gruppe.

 

Bevor die neuen Zoobewohner aber einziehen durften, wurde in den vergangenen Wochen am Gehege gearbeitet. Neue Tunnelröhren wurden verlegt, der Boden getauscht und das Gelände neu strukturiert. Wärmestrahler sorgen dafür, dass die in Südafrika beheimateten Raubtiere auch bei kühleren Temperaturen keine kalten Pfoten bekommen.
Mit den beiden knapp einjährigen Weibchen Scarlett und Sophia aus Halle ziehen nun die ersten zwei neuen Bewohner ein. Noch etwas schüchtern erkunden sie das großzügige Areal, welches zum Buddeln, Klettern und Sonnenbaden einlädt. Wer die Erkundungstouren beobachten möchte, muss Geduld mitbringen, denn die Neuankömmlinge haben immer die Möglichkeit, den rückwärtigen Bereich des Geheges aufzusuchen.

Angekommen - Foto Zoo Duisburg

Damit die Familie wächst, bekommen die Weibchen schon sehr bald männliche Gesellschaft, gleich zwei potentielle Partner ziehen in den nächsten Wochen im Zoo Duisburg ein. Schon vor ihrer Ankunft tauften die Mitarbeiter am Kaiserberg die Neuankömmlinge auf die Namen Elvis und Emil, denn in ihrem Geburtszoo haben sie keinen Namen bekommen. Welcher der beiden Franzosen das Herz einer der Damen erobern wird, steht indes in den Sternen.
„Das dominanteste Weibchen wird sich einen Partner aussuchen und nur mit ihm für Nachwuchs sorgen. Alle anderen Tiere der Familie kümmern sich gemeinsam um die Jungtiere“, erläutert Biologe Volker Grün. Mit bis zu drei Würfen im Jahr kann der Weg zu einer Großfamilie ein kurzer sein.  

Ich bin neu hier - Foto Zoo Duisburg

Erdmännchen leben in Gruppen von teilweise mehr als 30 Tieren. Auf ihrer Suche nach Nahrung tippeln die geschickten Jäger durch den Sand und erbeuten Spinnen, Skorpione sowie andere Insekten. Aber auch kleinere Säugetiere und Vögel stehen auf ihrem Speiseplan. Während die Gruppe auf der Suche nach Nahrung ist, hält der Wächter an einer erhöhten Position Ausschau nach Feinden. Erspäht er eine potentielle Bedrohung, so warnt er die übrigen Familienmitglieder mit einem Laut. Die Familie zieht sich daraufhin in ihre unterirdischen Bauten zurück.

Romantische Abendführung für Verliebte zum Valentinstag im Zoo

Einblicke in die skurrile Welt des Liebeslebens der Tiere.

 

Duisburg, 7. Februar 2020 - Ob monogame Paare oder gleich ein ganzer Harem, im Tierreich gibt es die unterschiedlichsten Formen von Beziehungen. Und auch das Liebesleben der Zoobewohner am Kaiserberg hält einige Überraschungen bereit. Einige der spannenden Geschichten erfahren die Besucher beim 1,5-stündigen romantischen Abendrundgang am 14. Februar ab 20.00 Uhr, der im Aquarium bei einem Glas Sekt endet.

 

So kuschelig Koalas auch wirken, ihr Liebesleben hat es in sich und ist alles andere als romantisch. Beißen, Fauchen und Kratzen zählt zum Repertoire der sonst so schläfrig wirkenden Kletterbeutler. Zuchtmännchen Irwin ist in Sachen Koalaliebe durchaus bewandert, er weiß, was die Damenwelt möchte und erobert regelmäßig ihre Herzen. Dabei finden die Koaladamen am Kaiserberg besonders Irwins durchdringenden Geruch, der an alte Tennissocke erinnert, betörend.  
Weniger mit Geruch, vielmehr mit filigranerer Baukunst, umwerben die Webervögel das andere Geschlecht. Aus einzelnen Grashalmen flechten die Baumeister beeindruckende Nester, die von den Weibchen begutachtet werden. Gefällt das Bauwerk, so steht der Paarung nichts mehr im Wege.

 

Foto Zoo Duisburg

Mit breiter Brust und starken Schultern überzeugt der Duisburger Gorilla Mapema seine drei Weibchen. Das Kraftpaket hat aber keinesfalls die Hosen an. Vielmehr agiert der imposante Silberrücken unter den wachsamen Augen seines Lieblingsweibchens Safiri und steht unter ihrem Scheffel. Bei den Emus sind Vaterqualitäten gefragt, denn Brutgeschäft und Aufzucht des Nachwuchses ist Männersache. Zuvor überzeugt dieser sein Weibchen mit dumpf klingenden Balzlauten. Gleich 5-15 dunkelgrün gefärbte Eier legt die Emu-Henne in das vom Männchen angelegte Bodennest.

Mapema Foto Zoo Duisburg J Tegge 

Damit es bei Schildkröten überhaupt zu Nachwuchs kommen kann, müssen sich die Männchen besonders anstrengen. Auf dem Rücken des Weibchens aufgestützt versuchen sie ihr Glück. Eine Wölbung in der Bauchplatte des männlichen Schildkrötenpanzers verhindert, dass sie seitlich abrutschen.

Seelöwenbulle Atze und Weibchen Mandy - Foto Zoo Duisburg

Der romantische Abendrundgang startet um 20.00 Uhr an der Hauptkasse des Zoos. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, bei einem Glas Sekt den Abend ausklingen zu lassen. Eine vorherige Anmeldung bis zum 12. Februar ist unter limpinsel@zoo-duisburg.de erforderlich. Der Komplettpreis für den romantischen Abend für zwei Erwachsene inklusive Eintritt sowie einem Glas Sekt und je einer Rose für die Damen beträgt 45,00 € pro Paar.

 

Loch im Zahn: Tiger El-Roi bekam Besuch vom Zahnarzt 

Experten operierten die Großkatze im Gehege. 

Duisburg, 31. Januar 2020 - Wenn der Zahnarzt kommt, wird auch aus dem 200 Kilogramm schweren Tigermännchen El-Roi ein zurückhaltendes Kätzchen. Ein Loch im Eckzahn musste gefüllt werden. Den dreistündigen Eingriff hat der 15 Jahre alte Senior gut überstanden, die Tierpfleger sind sehr erleichtert.

Für die Zahn-OP erhielten die zwei Tierärztinnen des Zoos Unterstützung von Dr. Bernhard Lazarz, einem Spezialisten für Tierzähne. Schon seit vielen Jahren arbeitet der Tierarzt eng mit den Veterinärinnen des Zoos zusammen, kümmerte sich in der Vergangenheit um Zahnprobleme bei Delfin, Wombat und Koala. Auch El-Roi zählte schon zu seinen tierischen Patienten, allerdings liegt der damalige Eingriff am Tiger-Gebiss schon sieben Jahre zurück. Mit einer speziellen MTA-Zement-Mischung sollte das nun entdeckte Loch erneut verschlossen und der Zahn anschließend versiegelt werden.

 Bevor Zahnkenner Lazarz die Behandlung im Tigergehege beginnen konnte, sorgte Zootierärztin Dr. Kerstin Ternes mittels Blasrohr und Narkosepfeil für angenehme Tiger-Träume - Fotos Zoo Duisburg. Auf El-Roi´s Favoritenliste rangiert die 44-jährige nicht sonderlich weit oben.
„Ich habe ihn schon öfter in Narkose legen müssen. Daher verbindet er den Piekser vom Narkosepfeil mit mir“, erzählt die Tierärztin. Schon von weitem hört der Tigerkater, wenn sich Dr. Ternes dem Gehege nähert. Dann verkrümelt sich das imposante Tier schnell ins hohe Gras und wird praktisch unsichtbar.

 

Aber nicht nur die Narkose sowie die Zahn-OP im rückwärtigen Bereich der Tiger-Anlage waren eine Herausforderung, auch die niedrigen Temperaturen machten den Beteiligten zu Schaffen – auch El-Roi. „Sibirische Tiger haben zwar ein sehr dichtes Fell, allerdings ist die Gefahr groß, dass sie während einer Narkose auskühlen“, so Dr. Carolin Bunert. „Mit Heizdecken und Heizlüftern haben wir hier gegengesteuert“.

 

Mit dem Ergebnis des dreistündigen Eingriffs sind die Beteiligten überaus zufrieden. „Bis auf das Loch im Eckzahn ist El-Roi´s Gebiss in einem sehr guten Zustand“, resümiert Tierärztin Dr. Bunert, was vornehmlich auf die naturnahe Ernährung zurückzuführen ist. Hauptsächlich verfüttert der Zoo große Stücke Rindfleisch am Knochen, aber auch größere, ganze Futterportionen wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Hühner stehen regelmäßig auf dem Speiseplan. „Besonders das Fell ihrer Nahrung fungiert wie Zahnseide und reinigt die Zahnzwischenräume auf natürliche Weise“, verdeutlichen die Zootierärztinnen.

 

Sibirische Tiger sind die größten lebenden Katzen der Welt, ihre Bestände gelten als stark gefährdet.  Ursprünglich war der Tiger in weiten Regionen Asiens verbreitet. Durch Wilderei und Lebensraumzerstörung ist der Bestand im ursprünglichen Verbreitungsgebiet in den letzten 100 Jahren um mehr als 90% gesunken. Heute leben Sibirische Tiger nur noch in wenigen Naturreservaten, die kaum mehr als 5% seines ursprünglichen Verbreitungsgebietes ausmachen. Obwohl alle Tigerarten streng geschützt sind, floriert der illegale Handel mit ihren Fellen, Knochen und Zähnen auf dem asiatischen Markt.

 

Prinz Sascha I. besucht affenstarke Lemurenbande

Für die Kattas gab es beim Prinzenbesuch eine Hand voll gesunde Kamelle

 

Duisburg, 28. Januar 2020 - Karnevalsprinz Sascha I. machte mit seinen Hofmarschällen und Pagen Station im Zoo Duisburg. Dabei besuchte das diesjährige Oberhaupt des Duisburger Karnevals die schwarz-weiß geringelten Kattas, eine Lemurenart von der Insel Madagaskar. Neugierig begrüßten die quirligen Affen die Narren und freuten sich besonders über die mitgebrachten Kamelle – spezielle Affenpellets, die aus gepressten Blättern bestehen.

 

Da bei den Kattas die Weibchen das Sagen haben, steckte Prinz Sascha I. dem Duisburger Kattamännchen Hermann aus Solidarität extra viele Pellets zu. Mögliche Parallelen zwischen Lemuren-Haushalt und dem Karneval zerstreute Prinz Sascha direkt – und sorgte damit für ein Schmunzeln auf den Lippen seiner drei Pagen.

Zoodirektorin Astrid Stewin begrüßte Prinz Sascha I. bei den Kattas.„Foto: Zoo Duisburg“

 

 Kinderprinz besucht den Zoo

Prinz Luca II., Prinzessin Maya I. sowie die Pagen Celina und Jana besuchen ihre Lieblingstiere.  

Duisburg, 22. Januar 2020 - Im Rahmen der Rund-Um-Visite durch ihre Heimatstadt Duisburg besuchte Kinderprinz Luca II. mit Prinzessin und Pagen den Zoo. Und so machte das närrische Treiben auch vor den Toren am Kaiserberg keinen Halt.
„Der Besuch in unserem Zoo ist für uns ein ganz besonderes Highlight während der Tour“, berichtet Prinz Luca II.. Und die Vorfreude ist dem zwölfjährigen förmlich anzusehen. Auch für Prinzessin Maya I. ist der Amtsantritt in tierischer Umgebung alles andere als Gewöhnlich. Bei ihr stehen besonders Kängurus hoch im Kurs, was auch der Orden der diesjährigen Prinzessin zeigt, welchen ein lachendes Känguru ziert.  

Gemeinsam mit Kurator Volker Grün stattete die Prinzencrew insbesondere den fünf Känguruarten des Zoos einen Besuch ab. Vor allem Besucherliebling Lizzy, welche vor einiger Zeit von den Pflegern mit der Flasche aufgezogen werden musste, stand besonders hoch im Kurs.  

Prinz Luca II., Prinzessin Maya I. sowie die Pagen Celina und Jana besuchen ihre Lieblingstiere.  „Foto: Zoo Duisburg“

 

 

Erstmals Nachwuchs bei den selten gehaltenen Schwarzschwanz-Seidenaffen

Duisburg, 20. Januar 2020 - Die Schwarzschwanz-Seidenaffen haben den Mitarbeitern im Zoo Duisburg ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk gemacht. Am 26. Dezember wurde erstmals ein Jungtier dieser nur selten gehaltenen Affenart geboren. Besucher brauchen viel Geduld um den Nachwuchs beobachten zu können. In Deutschland pflegen derzeit nur der Zoo Duisburg und der Zoo Magdeburg diese Tierart.

 

Schon länger hatten die Tierpfleger des Zoos den vagen Verdacht: Weibchen Serra könnte trächtig sein. Ein zunehmend kugeliger Bauch nährte die Vermutungen. Am 26. Dezember war es dann soweit. Für gewöhnlich kommen Serra und ihr Partner Melvin zuverlässig auf Zuruf angeflitzt, egal in welchem Winkel sie sich in der über 1.000 m² großen der Tropenhalle Rio Negro aufhalten.

An diesem Morgen erschien aber keines der zwei Schwarzschwanz-Seidenäffchen am Frühstücksbuffet. Erst am Mittag ließen sie sich wieder Blicken – und hatten eine kleine, mausgroße Überraschung dabei. „Uns ist sofort aufgefallen, dass Serra sehr zurückhaltend war. Dann haben wir aus der Ferne das Jungtier auf ihrem Rücken gesehen und uns wahnsinnig gefreut“, erinnert sich Tierpflegerin Aline Steinbach.

Foto Zoo Duisburg / J. Tegge

Für das Zuchtpaar am Kaiserberg ist es der erste Nachwuchs, der von den Eltern vorbildlich aufgezogen wird. „Wir konnten schon beobachten, dass das Jungtier auch von Vater Melvin getragen wird. Beim Fressen schirmt er sein Weibchen ab und hat immer ein wachsames Auge“, erzählt Steinbach. „Er macht es wirklich toll, wir sind sehr zufrieden“.

 

Schwarzschwanz-Seidenaffen gehören zur Familie der Krallenaffen. Bei allen Arten dieser Tierfamilie ist die Jungtieraufzucht nicht nur Sache der Weibchen. Auch die Männchen und älteren Geschwister eines Familienverbandes kümmern sich regelmäßig um den Nachwuchs, verteidigen diesen vor Feinden und tragen Jungtiere auf dem Rücken umher. Nur zum Trinken werden die Jüngsten dann zurück zur Mutter gebracht.

 

Ursprünglich kommen Schwarzschwanz-Seidenaffen in den Regenwäldern West-Brasiliens, Ost-Boliviens und Nord-Paraguays vor. Wie die meisten Krallenaffenarten leiden auch sie unter dem stetigen Verlust ihres Lebensraums, der sich auch durch die jüngsten Brände in Südamerika nochmals deutlich verringert hat. In Duisburgs Tropenhalle Rio Negro droht Melvin, Serra und dem noch namenlosen Jungtier indes keine Gefahr.
Den über 1.000 m² großen Regenwald teilen sie sich mit zahlreichen anderen, seltenen Tierarten. Goldene Löwenäffchen, Rote Sumpfspringaffen, Kleine Ameisenbären und Zweifinger-Faultiere zählen ebenso zu ihren Mitbewohnern, wie die stark gefährdeten Salvadori-Weißohrsittiche, die gefährdeten Montserrat-Trupiale oder die bereits im Freiland ausgestorbene Socorrotaube. Nicht zu vergessen Baby, der letzte Amazonas-Flussdelfin in einem Zoologischen Garten.

 

Besucher müssen aufgrund der üppigen Bepflanzung sowie der Große der Anlage somit Geduld mitbringen, den aktuellen Nachwuchs in Duisburgs Dschungel zu entdecken. Einen guten Überblick haben kleine und große Zoofreunde von der Besucherhütte. Von dieser lässt sich ein Großteil der Tropenhalle überblicken.


 

 

Erster wildlebender Riesenotter Argentiniens wird ein Duisburger Mädel sein

Duisburg, 17. Januar 2020 - Vor 50 Jahren wurde der Riesenotter in Argentinien ausgerottet. Neue Heimat der in Duisburg geborenen Alondra ist der Nationalpark Iberá.  
Zwei Jahre hat es gedauert, nun wird erstmals ein Riesenotter im ursprünglichen Verbreitungsgebiet in Argentinien auf die Auswilderung vorbereitet. Die in Duisburg geborene Alondra wird den Grundstein für die Wiederansiedlung legen, Gesellschaft wird sie von einem Riesenottermännchen aus einem dänischen Zoo bekommen.  
Vor neun Jahren wurde Riesenotter Alondra im Zoo Duisburg geboren. Dass sie eines Tages für ein Wiederansiedlungsprojekt im ursprünglichen Verbreitungsgebiet dieser Tierart ausgewählt würde, daran dachte 2011 noch niemand. Im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) für Riesenotter wurde Alondra im Jahr 2014 in den ungarischen Zoo Budapest vermittelt, im Frühjahr des vergangenen Jahres ging es dann auf die Reise nach Südamerika.   
Im lagunenartigen Nordosten Argentiniens verschwand der letzte Riesenotter in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Als Konkurrent für Fischerei und wegen des weichen Fells wurde die Größte der weltweit 13 Otterarten gnadenlos gejagt. Auch die stetige Verschmutzung der Flüsse sowie der zunehmende Verlust des Lebensraums machten der Riesenotterpopulation in Argentinien den Garaus.  

Mit dem Boot geht es zum Vorbereitungsgehege. Foto: Proyecto Iberá / Rafael Abuín“

Mit Alondra - Foto Proyecto Iberá / Rafael Abuín“ - kehrt nun der erste Riesenotter nach Argentinien in den Nationalpark Iberá zurück. Die Ureinwohner Südamerikas gaben der Wasserlandschaft aus Sümpfen, Lagunen und schwimmenden Inseln ihren Namen. In der Sprache der Guaraní bedeutet „Iberá“ so viel wie leuchtendes, glänzendes Wasser. Hier begannen die aufwändigen Vorbereitungen für die Wiederansiedlung. Die Organisation „Proyecto Iberá“, Partner des Riesenotter-EEP, bereitet Alondra Schritt für Schritt auf ihr neues Leben vor.

Dabei verfolgt das Team ein ehrgeiziges Ziel: Das bedeutendste wasserlebende Raubtier Argentiniens wieder heimisch zu machen. Hierbei kann „Proyecto Iberá“ auf Erfahrungen aus anderen bereits laufenden Wiederansiedlungen, z.B. für die lokal zuvor ebenfalls ausgerotteten Flachlandtapire oder Großen Ameisenbären, zurückgreifen.  
Nach einer dreimonatigen Quarantänezeit ging es für die gebürtige Duisburgerin in das Vorbereitungsgehege. Ein 800 m² großes, abgetrenntes Wasser- und Landareal am Ufer der Lagune von Paraná. Genau an der Stelle, wo sie künftig durch die Flüsse des Sumpfgebietes streifen wird. Die Projektverantwortlichen berichten bereits von ersten Erfolgen.

„Alondra jagt erfolgreich Fisch und hat bereits selbstständig eine Höhle in das Steilufer gegraben“. Aus einem dänischen Zoo wird sie schon bald Gesellschaft von einem geeigneten Partner bekommen. Dieser kam im Dezember 2019 in Argentinien an und durchläuft nun, wie Alondra zuvor, die mehrmonatige Quarantäne.  
„Dass die ersten in Menschenobhut geborenen Riesenotter zurück in ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet kehren, verdeutlicht die wichtige Rolle, die Zoos einnehmen. Unter geschützten Bedingungen können wir eine stabile Reservepopulation aufbauen und die wildlebenden Bestände einer Tierart durch gezielte Auswilderungen stärken oder, wie im Falle der Riesenotter Argentiniens, ausgerottete Populationen wiederaufbauen“, verdeutlicht Johannes Pfleiderer, zoologischer Leiter im Zoo Duisburg.

Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Ansiedlung ist aber, dass sich die Lebensbedingungen der einzelnen Tierarten vor Ort zuerst nachhaltig verbessern müssen. „Auswilderungsprojekte sind mit enormen Kosten und viel Bürokratie verbunden. Nur wenn sichergestellt ist, dass Wilderei und die Zerstörung des Lebensraumes unter Kontrolle sind, ist es zielführend Tiere aus dem Zoobestand hierfür zur Verfügung zu stellen. Im Fall der Riesenotter im Nationalpark Iberá sind wir auf einem guten Weg“, so Pfleiderer.  

Weltweit werden die Riesenotterbestände auf etwa 5.000 Tiere geschätzt. Rund 120 weitere Tiere werden als Reservepopulation in zoologischen Gärten gehalten. Das Erhaltungszuchtprogramm (EEP) in Europa und Asien betreut derzeit etwa 70 Tiere. Als Mitglied der Artkommission steht Johannes Pfleiderer dem EEP-Koordinator für Riesenotter beratend zur Seite. Die IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) stuft Riesenotter als „stark gefährdete“ Tierart ein.  

 

 

Ein Umzug für den Arterhalt: Alles Gute, Jamina

Duisburg, 14. Januar 2020 - Die 2017 geborene Zwergflusspferd-Dame zieht in den Zoo Lodz   Duisburg Klein, faltig und etwas speckig war Jamina, als sie Ende 2017 im Zoo Duisburg geboren wurde. Mittlerweile ist aus dem kleinen Zwergflusspferd eine stattliche Hippo-Dame geworden. Und so hieß es nun: Start in einen neuen Lebensabschnitt.

Im Zoo Lodz (Polen) wartet bereits ein geeigneter Partner auf die zweijährige Duisburgerin. Zwergflusspferde sind vom Aussterben bedroht. Im ursprünglichen Verbreitungsgebiet, den Regenwäldern Westafrikas, setzen Lebensraumverlust, Jagd, der Bau von Minen sowie kriegerische Auseinandersetzungen den Tieren zu. Die IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) schätzt, dass es noch rund 2.000 – 2.500 Tiere in den Regenwäldern Afrikas gibt – mit abnehmender Tendenz. Hier wollen Zoos mit speziellen Zuchtprogrammen gegensteuern.  
„Erhaltungszuchtprogramme der Zoos dienen dem Aufbau langfristig genetisch gesunder und stabiler Bestände von Tierarten, die im Freiland stark gefährdet und hoch bedroht sind“, erklärt Zootierärztin Dr. Carolin Bunert. Sie werden beispielsweise weltweit bzw. europaweit geführt. Auch Jamina ist ein wichtiger Teil des Zuchtprogramms für Zwergflusspferde. Im Zoo von Lodz soll sie sich daher zum Arterhalt fortpflanzen. In ihrer Transportkiste ging es nun im beheizten Fahrzeug in Richtung Polen.  

Foto Zoo Duisburg / M. Appel


Mit dem Auszug von Jamina beherbergt der Zoo Duisburg noch die drei Zwergflusspferde Atu (10 Jahre, männlich), Ayoka (12 Jahre, weiblich) und Quirle (über 45 Jahre, weiblich).
„Wenn Ayoka wieder in die Hitze kommt, werden wir Atu zu ihr lassen und schauen, was passiert. Wir hoffen natürlich, dass wir mit unserem jungen Zuchtpaar an die Erfolge der Vergangenheit anknüpfen können“, erzählt Revierleiter Alexander Nolte. Und diese können sich sehen lassen. Zwergflusspferd-Oma Quirle, brachte in Duisburg stolze 13 Mal Nachwuchs auf die Welt und trug damit maßgeblich zum Aufbau der europäischen Zoo-Population dieser Tierart bei, welche nun als Reservepopulation für die bedrohten Zwergflusspferde in Afrika fungiert.  

 

 

Immer wieder sonntags – besondere Führungen im Zoo Duisburg

Tiere im Winter, tierische Filmstars und die Aktivführung „Fit im Alter“

 

Duisburg, 13. Januar 2020 - Einmal im Monat bietet das Team der Zoobegleiter spannende, kostenfreie und kindgerechte Führungen zu besonderen Themen an. So erfahren interessierte Besucher im Januar (26.01.2020) bei der Themenführung „Tiere in der Kälte“, wieso Elefantenhaut im Winter mit Babyöl eingerieben wird, Löwen warme Pfoten haben und was die kleinen Pandas von Schnee halten. 

Clownfisch - Foto Zoo Duisburg

Im Februar (16.02.2020) lädt der Zoo zur Sonderführung „Tierische Filmstars“ ein. Verhalten sich Clownfisch Nemo und Katta-König Julien wirklich so, wie ihre realen Vorbilder? 

Katta-König Julien - Foto Zoo Duisburg / M. Appel

„Fit im Alter“ ist das Motto im März (22.03.2020). Im Rahmen der Aktivführung lernen die Teilnehmer, welche tierischen Übungen sich auf den menschlichen Alltag übertragen lassen und wie Tiere beispielsweise Rücken- sowie Nackenschmerzen ganz nebenbei entgegen wirken. Unter fachkundiger Anleitung werden Entspannungs- und Bewegungsabläufe direkt an den Gehegen trainiert. 

Luchs im Schnee: Foto Zoo Duisburg / M. Appel

Die Themenführungen starten immer um 12.00 und 14.00 Uhr an der Hauptkasse des Zoos. Eine vorherige Anmeldung bis zum Freitag vor der jeweiligen Führung ist unter limpinsel@zoo-duisburg.de erforderlich. Die Teilnahme ist kostenfrei, nur der Zooeintritt ist zu entrichten.

 

Inventur im Zoo Duisburg: Einmal durchzählen, bitte

Tierpark am Kaiserberg beherbergt rund 6862 Tiere aus 388 Arten

 

Duisburg, 10. Januar 2020 - Zum Jahreswechsel rief Johannes Pfleiderer, zoologischer Leiter am Kaiserberg, zum großen Zählapell auf. Und so wurde alles gezählt, was im Zoo Duisburg fliegt, läuft, schwimmt und klettert. Rund anderthalb Wochen lang waren die Tierpfleger damit beschäftigt, alle großen und kleinen Bewohner des Zoos zu erfassen. Dabei verdeutlichte die jährliche Bestandsaufnahme erneut die große Artenvielfalt, die sich am Kaiserberg tummelt. Rund 6862 Tiere aus 388 Arten beherbergt der Zoo Duisburg derzeit.

 

Zwölf Steppenzebras, sind da. Drei Elefanten, nicht zu übersehen. Zwei Tiger, liegen im hohen Gras. Kaum ein Zoobewohner konnte sich dem jährlichen Zählen entziehen. Die Inventur der Großtiere bereitet den Tierpflegern keine Mühen. Anders sieht es bei den zahlreichen kleinen Bewohnern aus. Manche Insekten und Fische lassen sich auf den ersten Blick teilweise nur schwer erkennen, Individuen in großen Schwärmen kaum auseinander halten.


So ist es beispielsweise auch bei den Stabschrecken - Foto Zoo Duisburg. Der Körperbau der Insekten ähnelt kleinen Ästen, mit ihrer braunen Farbe sind sie im Terrarium optimal getarnt. Jungtiere sind meist nur wenige Zentimeter groß. „Hier müssen wir ganz genau hinschauen und auch mehrfach zählen, um die Anzahl möglichst genau zu erfassen“, weiß Pfleiderer.

 

Ähnlich gestaltet es sich in Duisburgs Aquarium. Hier ist  ein Großteil des Tierbestandes zu Hause. Schillernde Doktorfische ziehen im Schwarm durch das Riffbecken. Sie alle zu zählen – eine Herausforderung. „Von den Aquarien machen wir Fotos und zählen die Tiere anhand der Aufnahmen“, erklärt Tierpflegerin Aline Steinbach. Dabei reicht es bei weitem nicht aus, einmal zu zählen.
„Jedes Aquarium wird vier bis sechs Mal durchgezählt, die Daten mit den Aufzeichnungen der letzten Inventur verglichen“, ergänzt die Tierpflegerin. Während im Aquarium Fotos gemacht werden, warten die Pfleger im angrenzenden Rio Negro an den Futterplätzen auf ihre Schützlinge. Steinbach: „Jede Tierart hat eine eigene Futterstelle und lässt sich hier wunderbar beobachten, nicht nur während der Inventur“.

 

Im Vergleich zum Vorjahr (rund 8.985 Individuen, 423 Arten) hat sich der Tierbestand etwas verkleinert. Durch Baumaßnahme an einigen Becken und in Vorbereitung auf einige Umstellungen in der Artenauswahl wurde weitgehend von Neuzugängen im Fischbestand abgesehen und einige schon länger gehaltene Fische erreichten das Ende ihrer natürlichen Lebensspanne.

 Gelbe Segelflossen-Doktorfische: Zoo Duisburg Foto G. Sickmann

Auch einige prominentere Tiere verließen den Zoo in 2019, wie beispielsweise die Flachlandwisente. Ihre alte Anlage wurde im vergangenen Jahr für die Erweiterung der Löwenanlage genutzt. Mit der Fertigstellung dieser Baumaßnahme rechnet der Zoo im Frühjahr 2020.

 

Auch von Riesenotter Pequeno, Tigerjungtier Arila sowie vier jungen Fossas mussten sich die Zoobesucher verabschieden. „Sie alle wurden in Duisburg geboren. Auf Empfehlung der jeweiligen Zuchtprogramme konnten sie an andere Einrichtungen im In- und Ausland vermittelt werden und dienen in neuen Zuchtgruppen dem Arterhalt“, erläutert Pfleiderer. Auch die zwei Wildhunde verließen Duisburg. Ihre neue Heimat ist der Zoo von Les Abrets (Frankreich). Die ehemalige Wildhundanlage blieb nicht lange ungenutzt.

Eine Gruppe Weißbartpekaris zog mit aus dem Zoo Berlin ins Ruhrgebiet. Weißbartpekaris: Zoo Duisburg / M. Appel
 

Im Aquarium begrüßte das Zooteam einen neuen Publikumsliebling: Oktopus Teo - Foto Zoo Duisburg - bezog sein nagelneues, kreisrundes Eigenheim und zieht seitdem die Besucher in seinen Bann. Mit den Dahomey-Zwergrindern beherbergt Duisburgs Bauernhof nun ebenfalls eine neue außergewöhnliche Nutztierrasse. Die drei Rinder teilen sich ein Gehege mit den Zwergeseln.

Ebenfalls neu am Kaiserberg: Kongo-Blauducker - Foto Zoo Duisburg I. Sickmann.

Kein anderer Zoo in Deutschland hält die Mini-Antilopen derzeit. Als Untermieter der Bongo-Antilopen streifen die Neuankömmlinge auf der Suche nach Nahrung durch das Unterholz. Bei den Zwergottern läutete der Zoo den Generationswechsel ein. Ein junges Zuchtpaar dieser bedrohten Tierart wurde im April in Duisburg zusammengestellt und sorgte prompt für Nachwuchs. Gleich vier kleine Otter wurden erfolgreich aufgezogen.
Im Rio Negro zog aus dem Zoo Basel als neue Art ein Paar Sonnenrallen ein, das auch direkt mit dem Nestbau begann. Diese südamerikanische Vogelart besitzt auf ihren Flügeln große Augenflecken, die sie bei Gefahr aufspreizt, um so potentielle Feinde abzuschrecken. Für Blaupunkt-Stechrochen Nina endete das Singledasein. Mit dem gebürtigen Belgier Leon lebt nun ein geeigneter zukünftiger Partner für die dreijährige Nina am Kaiserberg. Ob es mit Nachwuchs klappen wird? Abwarten. Den Zoo würde es freuen, denn die charismatische Tierart wird auf Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als „potenziell gefährdet“ geführt. Grund hierfür ist die Zerstörung der Korallenriffe.

 

Auch in 2020 stehen Änderungen im Tierbestand an. „Wir werden einige neue Tierarten begrüßen dürfen und auch alte Bekannte wieder sehen“, verrät Johannes Pfleiderer. Die Erdmännchen des Zoos sind kurzzeitig ausgezogen, der Bodengrund des Geheges soll ausgetauscht werden. „Nach Fertigstellung der Maßnahme wird eine neue Zuchtgruppe in Duisburg einziehen und wohlmöglich auch für Nachwuchs sorgen“, freut sich der Biologe. Darüber hinaus werden vor allem neue Reptilien- und Vogel-, aber auch einige Säugetierarten am Kaiserberg ankommen. Es verspricht ein spannendes Zoojahr 2020 zu werden.

 

 

 

Familienglück bei den Kleinen Ameisenbären

In diesem Jahr ist es schon der zweite Zuchterfolg.

Duisburg, 19. Dezember 2019 - Lange Schnauze, kleine Kulleraugen und gerade einmal 640 Gramm schwer. Erst im März dieses Jahres sorgte Tamandua-Weibchen Persea für Zuwachs in der Tropenhalle Rio Negro. Dass es nun erneut geklappt hat, freut das Zoo-Team ungemein, denn die regelmäßige Nachzucht der Kleinen Ameisenbären, wie Tamanduas auch genannt werden, ist in Zoos immer noch nicht alltäglich. Nun bekam der Nachwuchs Besuch von Zootierärztin Dr. Kerstin Ternes.

Mit viel Routine kümmert sich Tamandua-Weibchen Persea um ihren jüngsten Spross, beschnüffelt das kleine Fellknäuel und trägt es auf dem Rücken durchs Gehege. Für gewöhnlich streift die 6-jährige mit ihrem Partner Tiago und dem im April dieses Jahres geborenem Jungtier durch die Baumwipfel der Tropenhalle Rio Negro. Über 1.000 m² stehen den dämmerungsaktiven Langschnauzen zur Verfügung.
„Für die Tiere haben wir hier den idealen Lebensraum“, freut sich Tierpfleger René Ostendorf. Für gewöhnlich sehen er und seine TierpflegerKollegen die Ameisenbären aber nur von unten, denn tagsüber schlafen sie zusammengerollt in luftiger Höhe. Nur mit Leitern kann man ihnen näher kommen. Stellt sich Nachwuchs ein, zieht Persea daher in einen gesonderten Bereich des Tropenhauses.


„So können wir die Entwicklung des Jungtieres besser verfolgen“, erklärt Ostendorf - Foto Zoo Duisburg. Gemeinsam mit Zootierärztin Dr. Kerstin Ternes bereitet der Tierpfleger heute den ersten Gesundheitscheck für das Jungtier vor. Wiegen, Messen und Geschlecht bestimmen steht auf dem Programm. Routiniert und mit viel Feingefühl setzt René Ostendorf den vier Wochen alten Tamandua auf die bereitgestellte Waage. Etwas verschlafen schaut das 640 Gramm schwere Weibchen in der Gegend herum.

Zootierärztin Dr. Kerstin Ternes kontrolliert noch schnell die Ohren und tastet den Bauchraum ab. „Alles wunderbar, die Kleine ist fit“, lautet das Ergebnis. Bevor es zurück ins Gehege geht, bekommt das Jungtier noch seinen Personalausweis. „Mit einer Kanüle setzen wir einen reiskorngroßen Chip unter die Haut. Auf diesem befindet sich eine einmalige Nummer, die das Jungtier ein Leben lang begleiten wird und mit einem Lesegerät abgelesen werden kann“, erklärt Zootierärztin Dr. Kerstin Ternes.
Mutter Persea nimmt von der Aktion nichts wahr – sie schlabbert mit lautem Schmatzen eine Avocadohälfte aus. Ihr Lieblingsfutter, wie Ostendorf erzählt. Mit dem langgestreckten, schmalen Kopf, dem muskulösen Wickelschwanz und den kräftigen Krallen ist der Tamandua perfekt für das Leben auf Bäumen angepasst. Ständig auf der Suche nach Baumtermiten und -ameisen durchforsten die Tiere die Baumkronen aber auch das Unterholz. Haben sie Beute gefunden, brechen die kleinen Kraftpakete die Behausungen ihrer Nahrung mit ihren langen Krallen auf. Anschließend werden Ameisen und Termiten mit der bis zu 40 cm langen Zunge aufgeschleckt.

Zoo Duisburg: Geschenke für alle Kinder an Heiligabend

Duisburg, 17. Dezember 2019 - Weihnachtliche Tradition im Delfinarium: Auch in diesem Jahr beglücken die Grüßen Tümmler die Zoobesucher mit Geschenken. An Heiligabend befördern sie besonders viele Bälle mit ihren Fluken ins Publikum. Auch Delfin-Christkind Debbie, welche Heiligabend ihren vierten Geburtstag feiert, hat im Vorfeld fleißig geübt. Die glücklichen Fänger können die gefangenen Bälle direkt im Anschluss gegen ein kleines Präsent eintauschen. Aber auch die Kinder, welche keinen Ball fangen, gehen nicht leer aus. Das Zoo-Team hat für jeden Gast eine kleine Überraschung parat. Los geht es jeweils um 11.30 und 13.00 Uhr.

 

Die Zookassen haben an Heiligabend und Silvester von 09.00 – 12:30 Uhr geöffnet, der Zoo schließt um 14 Uhr.

 

Wer die nachfolgenden Feiertage für einen ausgedehnten Spaziergang nutzen möchte, ist im Zoo Duisburg bestens aufgehoben. Am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag haben die Zookassen von 9.00 – 16.00 Uhr geöffnet, der Zoo schließt jeweils um 16.30 Uhr.

Neben dem Haupteingang an der Mülheimer Straße ist auch der Eingang „Tigerkasse“ am Autobahnparkplatz vom 24. Dezember - 26. Dezember sowie an Neujahr geöffnet.

Weihnachten im Zoo: Roter Panda im Schnee

und große Tümmler - Fotos Zoo Duisburg

 

Umzug in ein neues Zuhause: Adieu, kleine Sofie

Duisburg, 16. Dezember 2019 - Sofie hatte einen holprigen Start ins Leben. Vor sieben Monaten wurde das kleine Rentier im Zoo Duisburg geboren. Da ihre Mutter zu wenig Milch hatte, fütterten die Tierpfleger zu und zogen Sofie auf. Nun hieß es Abschied nehmen.

 

Rückblick: Im Mai erblickten gleich vier kleine Rentiere am Kaiserberg das Licht der Welt. Während drei Jungtiere vorbildlich von ihren Müttern aufgezogen wurden, bereitete das vierte Jungtier den Tierpflegern Sorgen. „Nach der Geburt haben wir beobachten können, dass die Mutter die Kleine nicht an ihr Euter herangelassen hat“, erinnert sich Revierleiter Maik Elbers. „Mehrfach haben wir sie an das Euter angesetzt, aber es hat nicht geklappt“. Nach gründlicher Abwägung aller Umstände entschied sich der Zoo am späten Abend damals für eine Handaufzucht – und lag damit goldrichtig, wie sich später zeigen sollte.

Rentier Sofie und Maik Elbers - Foto Zoo Duisburg

Maik Elbers und seine Kollegen wurden binnen Stunden zu Rentier-Müttern. Auf die Schnelle musste eine geeignete Flasche her. Kim Sofie, die Tochter von Elbers Lebensgefährtin, war sofort bereit zu helfen und bracht prompt eine passende Flasche in den Zoo. Als Dank für die Unterstützung wurde das kleine Rentier noch am Abend auf den Namen Sofie getauft.

 

Der Weg zum Rentier-Teenie für Sofie beschwerlich. Verdauungsprobleme plagten das kleine Rentier. „Sie hatte Durchfall und musste von unseren Tierärztinnen behandelt werden. Zwischenzeitlich haben wir auf eine andere Milch umgestellt, die sie besser vertragen hat“, erzählt Elbers. Danach ging es stetig bergauf. Immer an den Fersen ihrer Ersatzeltern erkundete Sofie den Zoo. Regelmäßig besuchte das Flaschenkind die Rentierherde und wurde Schritt für Schritt auf die Zusammenführung mit den Artgenossen vorbereitet. Das oberste Ziel des Zoo-Teams war es, Sofie so schnell wie möglich in die Herde zu integrieren. Der Plan ging auf, denn schon nach kurzer Zeit tollte sie gemeinsam mit ihren Artgenossen durch das Gehege, distanzierte sich immer mehr von den Pflegern.

 

Da Sofie nicht in der gleichen Herde leben kann, wie ihr Vater Tore, hieß es Abschied nehmen. Gemeinsam mit dem Duisburger Rentier Sirpo zog das einstige Flaschenkind nun in den Tierpark Sababurg. „Die Zwei verstehen sich prächtig und es ist schön, dass sie zusammen einen neuen Lebensabschnitt beginnen können“, so Maik Elbers. Leb wohl, kleine Sofie.

 

Aktionstag zum Welt-Affen-Tag

Lebensraumverlust und Wilderei bringen Orang-Utans, Gorillas und Co. an den Rande der Ausrottung

Duisburg, 12. Dezember 2019 - Zum Welt-Affen-Tag macht die Regionalgruppe Duisburg/Düsseldorf des Borneo-Orang-Utan-Survival e.V. (BOS e.V.) im Zoo Duisburg am Samstag, den 14. Dezember, von 11-15 Uhr auf die prekäre Situation von zahlreichen Affenarten aufmerksam.  

Im Affenhaus des Zoo Duisburg erfahren kleine und große Tierfreunde allerhand Spannendes  rund um den Schutz bedrohter Affenarten. Dabei wird die BOS-Regionalgruppe Duisburg/Düsseldorf besonders auf die Bedrohungsfaktoren von Orang-Utans aufmerksam machen. Am Mal- und Bastelstand können Kinder ihren eigenen Orang-Utan basteln und Buttons gestalten. Bei der kommentierten Fütterung der Orang-Utans (13.15 Uhr - Foto Zoo Duisburg)  und Gorillas (10.45 sowie 13.45 Uhr) erfahren die Besucher viel Wissenswertes über die Pflege, Haltung und Ernährung der in Duisburg gehaltenen Primaten.  

Die Situation von zahlreichen Affenarten im ursprünglichen Verbreitungsgebiet ist dramatisch. „Das Fleisch der Tiere wird auf lokalen Märkten verkauft, junge Affen illegal als Haustiere gehandelt und der Lebensraum für Edelmetalle sowie Tropenhölzer stetig zerstört“, so Kurator Volker Grün. Daher wird die Rolle von zoologischen Gärten immer wichtiger. Unter geschützten Bedingungen bauen sie stabile Reservepopulation zahlreicher Tierarten in menschlicher Obhut auf.  

In Duisburg übernimmt man besonders für die vom Aussterben bedrohten Bärenstummelaffen Verantwortung. Bereits seit 11 Jahren koordiniert Volker Grün das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) der ursprünglich in Afrika beheimateten Affenart. „Das EEP ist eine Art Singlebörse für bedrohte Tierarten“, erklärt Kurator Volker Grün. „Die Aufgabe von mir als Zuchtbuchführer liegt darin, passende Zuchtgruppen zusammen zu stellen und eine zukunftsfähige Population in Menschenhand aufzubauen“, so Grün weiter.  

In der Zoowelt machte sich Duisburg mit der erfolgreichen Zucht von Bärenstummelaffen einen Namen und gilt weltweit als erfolgreichster Halter der Affenart. Über 40 Jungtiere wurden in den vergangenen Jahrzehnten geboren und konnten im Rahmen des EEP vermittelt werden.

Ursprünglich leben Bärenstummelaffen - Foto Zoo Duisburg - in tropischen Regenwäldern in Westafrika. Aufgrund des kleinen Verbreitungsgebietes sowie der zunehmenden Nutzung und Abholzung der Regenwälder stuft die IUCN Bärenstummelaffen als „gefährdet“ ein. Volker Grün: „Es ist zu befürchten, dass die Tiere in absehbarer Zeit als „stark gefährdet“ eingestuft werden und damit dann leider zu den am stärksten bedrohten Affenarten im westlichen Afrika zählen“.