Politik NRW Sonderseiten

BZ-Sitemap     • Archiv 

 

NRW: Zahl der Schwangerschaftsabbrüche mit 23.545 auf höchstem Stand seit 2008
IT.NRW

Düsseldorf/Duisburg, 13. Mai 2026 - Für das Jahr 2025 haben Arztpraxen und Krankenhäuser 23.545 Schwangerschaftsabbrüche von Frauen mit Wohnsitz in Nordrhein-Westfalen gemeldet.
Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, ist dies die höchste Zahl seit 2008 (damals 24.120 Schwangerschaftsabbrüche). Nach einem Rückgang in den Jahren 2020 und 2021 stieg die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche seit 2022 im Vergleich zum jeweiligen Vorjahr. Am stärksten war der Anstieg von 2021 auf 2022 mit 13,4 %. In den Folgejahren fiel er mit 3,0 % in 2023, 0,9 % in 2024 und 0,4 % in 2025 deutlich schwächer aus.

Neun von zehn Frauen waren 2025 zwischen 18 und 39 Jahre alt – 2,7 % waren minderjährig
Unter den Frauen, die 2025 einen Abbruch vornehmen ließen, waren 640 Minderjährige, das entspricht einem Anteil von 2,7 % an allen Abbrüchen (2008: 4,8 %). 50 Mädchen waren jünger als 15 Jahre. Neun von zehn Frauen bzw. 89,4 % waren zum Zeitpunkt des Abbruchs 18 bis 39 Jahre alt; die übrigen 7,9 % waren 40 Jahre oder älter.
 
Gut die Hälfte der Frauen bzw. 54,2 % hatte vor dem Abbruch bereits mindestens ein Kind geboren. Von diesen 12.760 Frauen hatten 3.040 bereits drei oder vier Kinder. Weitere 520 Frauen hatten vor dem Schwangerschaftsabbruch fünf oder mehr Kinder.

Bei rund der Hälfte der Fälle erfolgte der Eingriff vor der siebten Schwangerschaftswoche
In 51,2 % der Fälle erfolgte der Schwangerschaftsabbruch vor der siebten Schwangerschaftswoche. 29,8 % aller Schwangerschaften wurden ab der siebten und vor der neunten Woche abgebrochen. 15,7 % der Schwangerschaftsabbrüche wurden ab der neunten und vor der zwölften Woche durchgeführt.

95,6 % der Abbrüche erfolgten im Anschluss an die gesetzlich vorgeschriebene Beratung. Indikationen aus medizinischen Gründen oder aufgrund von Sexualdelikten waren in 4,4 % der Fälle die Begründung für den Abbruch.

Mit 97,3 % wurden die meisten Schwangerschaftsabbrüche ambulant in Arztpraxen und Krankenhäusern durchgeführt; 2,7 % der Eingriffe erfolgten stationär in Krankenhäusern. Erstmals wurden 2025 die meisten Schwangerschaftsabbrüche bzw. 42,9 % mit dem Medikament Mifegyne® durchgeführt, gefolgt von der Vakuumaspiration mit 38,2 %, die bis 2024 am häufigsten angewandt wurde.

• 2025 gab es 23.545 Schwangerschaftsabbrüche; +0,4 % zum Vorjahr
• 2,7 % der Frauen waren noch minderjährig; 7,9 % waren 40 Jahre oder älter
• Medikament Mifegyne® löst Vakuumaspiration als häufigste Abbruchmethode ab