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Düsseldorf/Duisburg, 11. Mai 2026 - Rund
3,2 Millionen Personen in Nordrhein-Westfalen waren im Jahr 2025 von
relativer Einkommensarmut betroffen. Wie Information und Technik
Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, entspricht
das einer Armutsgefährdungsquote von 17,8 %. Im Jahr 2024 lag dieser
Wert bei 18,1 %. Als armutsgefährdet gelten Menschen, die weniger
als 60 % des mittleren bedarfsgewichteten Haushaltseinkommens
(sogenanntes Nettoäquivalenzeinkommen) zur Verfügung haben. Im Jahr
2025 galt somit ein Einpersonenhaushalt in Nordrhein-Westfalen mit
weniger als 1.317 Euro netto pro Monat als von Armut bedroht.
Höchstes Armutsrisiko in der Region Dortmund, Duisburg,
Essen Die höchste Armutsgefährdungsquote in
Nordrhein-Westfalen wurde mit 20,9 % für die
Raumordnungsregion Dortmund berechnet. Darauf folgten die
Raumordnungsregionen Duisburg/Essen mit 20,8 % und Emscher-Lippe mit
20,5 %.
Die niedrigste Armutsgefährdungsquote gab es mit
13,3 % in der Raumordnungsregion Siegen. Die nächsthöheren Quoten
fanden sind in den Regionen Arnsberg mit 14,5 % und Bonn mit 14,6 %.
Knapp die Hälfte der Erwerbslosen von Armut bedroht
Fast die Hälfte der Erwerbslosen (48,4 %) war 2025 von relativer
Einkommensarmut betroffen. Das betraf rund 190.000 Personen. Die
Armutsgefährdungsquote der Erwerbstätigen war mit 8,6 % demgegenüber
deutlich geringer; absolut betrachtet war die Zahl der
armutsgefährdeten Menschen unter den Erwerbstätigen mit rund 772.000
Personen jedoch fast fünfmal so hoch. Unter den
Nichterwerbspersonen, also Personen, die nicht für die Aufnahme
einer Arbeit zur Verfügung stehen, wiesen Rentnerinnen und Rentner
sowie Pensionärinnen und Pensionäre mit 18,4 % die niedrigste
Armutsgefährdungsquote auf. Bei sonstigen Nichterwerbspersonen im
Alter von mindestens 18 Jahren war die Armutsgefährdungsquote mit
46,2 % mehr als doppelt so hoch. Zu den sonstigen
Nichterwerbspersonen zählen hier alle Personen ab 18 Jahren, die
ihren überwiegenden Lebensunterhalt nicht aus einer Rente oder
Pension beziehen. Das sind beispielsweise Hausfrauen und Hausmänner,
ältere Menschen ohne Rente bzw. Pension oder Studierende ohne
Nebenjob.
Lediglich 8,1 % der Menschen mit hohem
Bildungsabschluss waren von Armut bedroht Ein weiterer
Faktor für die Häufigkeit von relativer Einkommensarmut ist die
Qualifikation: Hat die Person mit dem höchsten Einkommen im Haushalt
maximal einen Abschluss der Sekundarstufe I (z. B. Haupt- oder
Realschulabschluss), so lag das Armutsrisiko bei 42,2 %, gegenüber
8,1 % bei einem hohen Bildungsabschluss (z. B. Studium).
Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene
überdurchschnittlich häufig von Armut betroffen Sowohl
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren als auch junge Erwachsene im
Alter von 18 bis 24 Jahren waren 2025 zu einem überdurchschnittlich
hohen Anteil von relativer Einkommensarmut betroffen. So lebte knapp
jede vierte minderjährige Person in einem einkommensarmen Haushalt
(23,4 %). Bei den jungen Erwachsenen traf dies auf 25,3 % zu. Beide
Gruppen zusammen machten mit rund 1,0 Millionen Menschen ein Drittel
der armutsgefährdeten Personen aus. Menschen im Alter von 50 bis
64 Jahren waren mit 13,5 % am seltensten von relativer
Einkommensarmut betroffen.
• 17,8 % der Menschen in NRW waren
2025 von Armut bedroht • Fast die Hälfte der Erwerbslosen ist
betroffen • Junge Menschen sind überdurchschnittlich oft
betroffen
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Düsseldorf/Duisburg, 24 April 2026 - Ende
2025 wurden 326.285 Menschen mit Leistungen der Grundsicherung im
Alter und bei Erwerbsminderung nach dem zwölften Sozialgesetzbuch
(SGB XII) gezählt – das waren 1,6 % mehr als zum Jahresende 2024.
Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als
Statistisches Landesamt mitteilt, fiel der Anstieg damit geringer
aus als im Vorjahr (damals +3,7 %). 2024 dürfte eine Anhebung der
Regelsätze zu dem vergleichsweise hohen Anstieg beigetragen haben.
Im Jahr 2025 wurden die Regelsätze nicht erhöht.
Anspruch auf
Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung haben Erwachsene,
die ihren Lebensunterhalt nicht aus eigenem Einkommen und Vermögen
sicherstellen können und entweder dauerhaft voll erwerbsgemindert
sind oder das Renteneintrittsalter erreicht haben. Dieses lag im
Dezember 2025 bei 66 Jahren und 2 Monaten.
Anstieg
der Zahl der Leistungsbeziehenden nur bei Grundsicherung im Alter
Wie schon in den Vorjahren ist 2025 ausschließlich die Zahl der
Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung im Alter gestiegen
und zwar um 3,0 % auf 201.940. Die Zahl der Personen mit Bezug
von Grundsicherung bei Erwerbsminderung ist dagegen erneut leicht
gesunken, um 0,6 % auf 124.345.
Die Zahl der Empfängerinnen
und Empfänger von Grundsicherung im Alter stieg seit 2020
kontinuierlich an. Dies ist nicht nur auf die in der ersten Hälfte
des Jahrzehnts wachsende Zahl der Menschen, die das
Renteneintrittsalter erreicht haben, zurückzuführen, sondern auch
darauf, dass seit 2020 der Anteil der Personen mit Bezug von
Grundsicherungsleistungen an den älteren Menschen zugenommen hat
(vgl. Pressemitteilung
vom 10.11.2025).
Anstieg der Zahl der
Ukrainerinnen und Ukrainer mit Bezug von Grundsicherung im Alter
setzt sich abgeschwächt fort Einen Anstieg der Zahl der
Personen mit Bezug von Grundsicherung im Alter gab es 2025 sowohl
bei den Frauen (+1,0 %) und Männern (+1,8 %) mit deutscher
Staatsangehörigkeit als auch bei den nicht-deutschen Frauen (+6,1 %)
und Männern (+6,3 %). Bei den Nichtdeutschen fiel der Anstieg wie
schon in den Vorjahren höher aus. Dies ist unter anderem auf den
Zuwachs bei den Ukrainerinnen und Ukrainern zurückzuführen: Ende
2025 bezogen 23.720 Personen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit
Grundsicherung im Alter, das waren 9,8 % mehr als Ende 2024. Der
Anstieg fiel damit aber auch hier geringer aus als im Vorjahr
(damals +14,5 %).
Mehr Frauen als Männer erhalten
Grundsicherung im Alter Grundsicherung im Alter erhalten
mehr Frauen als Männer: Der Frauenanteil lag Ende 2025 bei 58,1 %.
Bei den Personen mit Bezug von Grundsicherung bei
Erwerbsminderung sind dagegen die Männer mit 56,3 % in der Mehrheit.
• Anstieg der Empfängerzahlen fiel geringer aus als im Vorjahr
• Zuwachs erneut nur bei Grundsicherung im Alter • Anstieg bei
Ukrainerinnen und Ukrainern schwächt sich ab
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