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Hitze in NRW: Knapp 20.000 Sterbefälle im Juni 2026 bedeuten Rekordwert
IT.NRW

Düsseldorf/Duisburg, 29. September 2026 - Im Juni 2026 starben in NRW 19.954 Menschen.
Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt anhand vorläufiger Daten mitteilt, lag die Zahl der Sterbefälle damit um 22 % höher als im Juni 2025 mit 16.396 Gestorbenen. Auch mit Blick auf einen längeren Vergleichszeitraum bleiben die Zahlen aus 2026 ein Höchstwert: In keinem anderen Juni seit Beginn der Erhebung in ihrer derzeitigen Form im Jahr 1977 wurden mehr Sterbefälle verzeichnet.

Im gesamten 1. Halbjahr 2026 starben insgesamt 113.250 Menschen in NRW. Das waren 0,6 % weniger als von Januar bis Juni 2025 mit 113.892. Der Monat des Jahres 2026 mit den meisten Sterbefällen war bisher der Januar mit 21.283 Gestorbenen.

Anstieg der Sterbefälle in den meisten Kreisen und kreisfreien Städten
Für die Mehrzahl der Kreise und kreisfreien Städte erfasste das Statistische Landesamt im Juni 2026 mehr Gestorbene als im Vorjahresmonat. Der höchste Anstieg gegenüber dem Juni 2025 wurde in Leverkusen mit 63 % mehr Sterbefällen erfasst, gefolgt von Köln mit 47 %. In lediglich 4 Kreisen war die Zahl der Gestorbenen niedriger; den höchsten Rückgang gab es mit 6 % im Kreis Siegen-Wittgenstein.

Bezogen auf die Bevölkerung je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern starben die meisten Menschen im Juni 2026 mit 140 Sterbefällen in Bottrop, gefolgt von Herne mit 139 und Solingen mit 133 Sterbefällen. Am wenigsten Menschen starben in Münster mit 80, dem Kreis Steinfurt mit 82 sowie dem Kreis Borken mit 85 Sterbefällen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. In allen Kreisen und kreisfreien Städten lag die Sterberate im Juni 2026 über dem Median der Junimonate im Zeitraum von 2005 bis 2025.

Anhaltende Hitzephase Ende Juni 2026
Anhaltend hohe Durchschnittstemperaturen in den Sommermonaten können zu erhöhten Sterbefallzahlen führen, da die Hitze in Kombination mit Vorerkrankungen das Sterberisiko erhöht. In der zweiten Junihälfte des Jahres 2026 lagen in NRW an 11 aufeinanderfolgenden Tagen Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes vor, darunter 8 Tage mit der höchsten Warnstufe. Damit gab es bereits im Juni 2026 doppelt so viele Tage mit extremer Wärmebelastung wie bisher maximal in einem Kalenderjahr vorlagen – gemessen seit Einführung des amtlichen Hitzewarnsystems im Jahr 2005. Laut Robert-Koch Institut lag die geschätzte Anzahl hitzebedingter Sterbefälle in NRW im Jahr 2026 bis einschließlich der 36. Kalenderwoche bei 3.040 Menschen. Das ist der höchste Wert seit dem Jahr 2016. Die zweithöchste Zahl hitzebedingter Sterbefälle wurde für das Jahr 2018 mit 2.320 Gestorbenen in NRW ermittelt.

• In keinem Juni seit Beginn der Betrachtung 1977 starben so viele Menschen in NRW
• Rund 22 % mehr Sterbefälle als im Juni 2025
• Bottrop, Herne und Solingen verzeichneten die meisten Sterbefälle je 100.000 Einwohner/-innen – Münster, Kreis Steinfurt und Kreis Borken die wenigsten

 

NRW: Zahl der Sterbefälle während der Hitzewelle im Juni 2026 erreicht neuen Höchststand seit 2000
IT.NRW

Düsseldorf/Duisburg, 3. August 2026 - In der zweiten Junihälfte des Jahres 2026 lagen in Nordrhein-Westfalen an 11 aufeinanderfolgenden Tagen Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vor, darunter 8 Tage mit der höchsten Warnstufe. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt anhand vorläufiger Daten mitteilt, erreichte die Zahl der Sterbefälle in der zweiten Woche dieser langanhaltenden Hitzephase den zweithöchsten Wert seit Januar 2000. In der betreffenden Kalenderwoche starben vom 22. Juni 2026 bis zum 28. Juni 2026 insgesamt 6.335 Menschen aus NRW.

Bisheriger Höchstwert der Sommermonate Juni bis August wird um gut 1.400 Sterbefälle überschritten
Die Zahl der Sterbefälle überschritt damit deutlich den bisherigen saisonalen Höchstwert für die Sommermonate seit Januar 2000. In den Monaten Juni bis August der Jahre 2000 bis 2025 lag die höchste wöchentliche Sterbefallzahl bei 4.883.

Doch nicht nur im Vergleich zu bisherigen Sommermonaten, in denen das Niveau der Sterbefälle typsicherweise niedriger liegt, war die Zahl der Todesfälle in der 26. Kalenderwoche dieses Jahres außergewöhnlich hoch. Selbst in den Wintermonaten während Grippe- und COVID-19-Wellen wurden derartig hohe Sterbefallzahlen historisch nur vereinzelt erreicht. Der wöchentliche Höchstwert in diesem Jahrhundert wurde in der 51. Kalenderwoche des Jahres 2022 mit 6.349 Gestorbenen gemessen. Der aktuelle Wert unterschreitet diesen lediglich um 14 Fälle. Eine ähnlich hohe wöchentliche Sterbefallzahl wurde zuletzt während der Grippewelle im Februar 2018 in der 10. Kalenderwoche mit 6.179 Gestorbenen registriert.

Neuer Höchstwert der Sterbefälle pro Tag am 28. Juni 2026
Bei der Betrachtung der Sterbefälle auf Tagesbasis übertrafen die Fallzahlen zum Ende der Hitzephase sämtliche seit dem 1. Januar 2000 erfassten Werte (9.676 Tage) deutlich. Am 28. Juni 2026 verstarben in NRW 1.494 Personen, am Vortag waren es 1.371. Zum Vergleich: Ende 2022 sowie im Februar 2018 blieben die Tageswerte trotz stark erhöhter Mortalität in diesen Zeiträumen unter der Marke von 1.000 Sterbefällen am Tag.

Anhaltende Hitzephase ab dem 18. Juni 2026
Vom 18. bis zum 28. Juni 2026 veröffentlichte der Deutschen Wetterdienst (DWD) an jedem Tag Hitzewarnungen für die Kreise und kreisfreien Städte in NRW. An 8 Tagen, davon 5 in der zweiten Woche der Hitzewelle (26. Kalenderwoche), wurde vor extremer Wärmebelastung gewarnt, welche die höchste Warnstufe des DWD darstellt. Damit gab es bereits im Juni 2026 doppelt so viele Tage mit extremer Wärmebelastung als bisher maximal – gemessen seit Einführung des amtlichen Hitzewarnsystems im Jahr 2005 – in einem Kalenderjahr vorlagen.

Sterbefallkalender NRW veranschaulicht den Einfluss von Wärmebelastung auf die Mortalität
Welchen Einfluss neben Hitze das Infektionsgeschehen in den Wintermonaten auf die Sterblichkeit hat und welche Rolle das Alter der Gestorbenen spielt, betrachtet die Analyse „Sterbegeschehen in Nordrhein-Westfalen” anhand des neuen Sterbefallkalenders NRW. Dieser stellt auf Basis der endgültigen Sterbefallzahlen für den Zeitraum 2015 bis 2025 tagesscharf die Sterbefälle nach Altersgruppen bereit und verknüpft diese mit ergänzenden Daten des Deutschen Wetterdienstes und des Robert Koch-Instituts.

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht vorläufige Sterbefallzahlen für Tage, Wochen und Monate als Bundes- sowie Landesergebnisse im Statistischen Bericht zu den Sterbefällen (Statistischer Bericht - Tabelle 12613-07: Sterbefälle nach Tagen in den Bundesländern - Insgesamt).

Vorläufige plausibilisierte Zahlen für Kreise und kreisfreie Städte in NRW nach Altersgruppen liegen voraussichtlich im September 2026 vor und werden durch IT.NRW veröffentlicht.
 
• 6.335 Gestorbene in der Woche vom 22. bis 28. Juni 2026
• Neues Maximum der Sterbefälle pro Tag am 28. Juni 2026
• Sterbefallkalender NRW veranschaulicht den Einfluss von Wärmebelastung auf die Mortalität