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Inner Wheel spendet 50 neue Herzkissen

Duisburg, 08. Dezember 2022 - Auch wenn Brustkrebs heute immer noch die häufigste Krebserkrankung bei Frauen ist, sind die Heilungschancen in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Bereits seit über zwölf Jahren versorgen die Freundinnen das Helios Krankenhaus St. Anna im Duisburger Süden regelmäßig zum Muttertag mit selbst genähten Herzkissen. Und falls Bedarf besteht auch außerplanmäßig zu Nikolaus.

Das Kissen mit den langen Ohren in die Armbeuge gelegt spendet den Brustkrebspatienten und -patientinnen Geborgenheit, Hoffnung und signalisiert: „Du bist nicht alleine“, so Brigitte Schmelzer, die derzeitige Präsidentin des Duisburger Inner Wheel Clubs.

Nach einer Operation lindert es Druck, Lager- und Wundschmerzen, wie zum Beispiel beim Anlegen des Autogurtes. Unterstützt wird die Aktion schon seit vielen Jahren durch die Bettwaren-Firma f.a.n. Frankenstolz mit qualitativ hochwertigem Füllmaterial, das ohne Bedenken bei 60° C gewaschen und in den Trockner gegeben werden kann.    

V.l.: Funktionsoberarzt Senologie Herr Khoyrutty, Schwester Petra (Breast Care Nurse), Brigitte Schmelzer, Ruth Stromberg (beide IWC Duisburg), Dr. Mahdi Rezai (Leitung Brustzentrum), Schwester Justine und Schwester Katja (beide Breast Care Nurse)

 

Erkältungswelle im Rheinland – Praxen von unnötigen Attesten entlasten

Düsseldorf, 07. Dezember — Die meisten Arztpraxen im Rheinland stehen derzeit unter Dauerstress. Vor allem die haus- und kinderärztlichen Praxen werden in diesen Tagen von Patientinnen und Patienten aufgesucht, die an akuten Atemwegserkrankungen leiden. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts waren zuletzt über acht Millionen Menschen in Deutschland von einer akuten Atemwegserkrankung betroffen.

In NRW trifft es dabei insbesondere Kinder und Jugendliche überproportional – hier sorgt unter Neugeborenen und Kleinkindern das RS-Virus für viele Erkrankungen, in der Altersgruppe der 5- bis 14-Jährigen zirkulieren in erster Linie Influenzaviren.  

Das derzeit sehr hohe Patientenaufkommen bedeutet zugleich aber auch eine bürokratische Mehrbelastung für die Praxen: Wenn Kinder und Jugendliche aufgrund einer Erkrankung den Unterricht versäumen, verlangen viele Schulen ein ärztliches Attest zur Bestätigung der Krankheit.

„Das führt leider in diesen Tagen vermehrt dazu, dass Praxen in der ohnehin schon extremen Belastungssituation zusätzlich noch Aufwand betreiben müssen, um die Voraussetzungen für ein Attest zu prüfen und dieses dann gegebenenfalls auszustellen“, sagt Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein.

„Die Ärztinnen und Ärzte brauchen die Zeit aber aktuell dringend für medizinische Behandlungen, nicht für bürokratische Aufgaben und formal unnötige Atteste.“   Schulen haben keinen generellen Anspruch auf Atteste Das NRW-Ministerium für Schule und Bildung hat daher unlängst auf die bestehende Rechtslage hingewiesen und die Schulen im Land entsprechend informiert, wonach Schulen nur dann von den Eltern ein ärztliches Attest verlangen dürfen, wenn sie begründete Zweifel an den vorgebrachten gesundheitlichen Gründen für das Fernbleiben vom Unterricht haben.

Es handelt sich um Entscheidungen im Einzelfall. Sofern Schulen im Falle von Unterrichtsversäumnis aus gesundheitlichen Gründen stets ein ärztliches Attest fordern, ist dies gemäß des NRW-Schulgesetzes unzulässig.  Anders ist es bei Abschluss- und Nachprüfungen: Hier sehen die Ausbildungs- und Prüfungsordnungen eine Attestpflicht bei krankheitsbedingtem Fernbleiben ausdrücklich vor.  

„Kinder sind während der Corona-Pandemie mehr oder weniger hintenübergefallen – man hat Ihnen jegliche sozialen Kontakte genommen und dadurch ist auch ihr Immunsystem weniger widerstandsfähig geworden. Das rächt sich leider jetzt und in erster Linie bekommen das die Kinderärztinnen und – ärzte zu spüren. Daher sollten die Schulen dringend davon Abstand nehmen, den Kolleginnen und Kollegen in den Praxen die Arbeit noch schwerer zu machen als sie dort zurzeit ohnehin ist“, so KVNO-Chef Bergmann. 

    

Gesundheits.Messe.Duisburg findet am 18. + 19. März 2023 im CityPalais statt

Duisburg, 06. Dezember 2022 - Die letzten zweieinhalb Jahre haben gezeigt: Der Bedarf an Gesundheitsinformationen ist deutlich gestiegen. Allerdings wurden präventive Maßnahmen oder Informationsangebote während der zurückliegenden Zeitspanne der Pandemie weniger wahrgenommen, aus Sorge im Krankenhaus oder in der Praxis an "Corona" zu erkranken.
 Auch wurde gezögert, in Notfällen medizinische Hilfen in Anspruch zu nehmen. Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) haben 16 Prozent der Befragten einer Umfrage zu diesem Thema den Gesundheits-Check aufgeschoben.   


Nach drei Jahren Pause ist es daher mehr als an der Zeit, umfassend und kompakt an einem Ort, alle Gesundheitsinformationen der lokalen und regionalen Anbieter zu bündeln und eine informative Veranstaltung zum Wohle der Gesundheit der Menschen in Duisburg und Umgebung auf die Beine zu stellen. Wir planen daher fest mit dem Messetermin der Gesundheits.Messe.Duisburg am 18. + 19. März 2023 im 1. OG des CityPalais Duisburg.   

Gemeinsam werden wir mit den lokalen und regionalen Gesundheitsakteuren wieder zur persönlichen Anlaufstelle für Fragen rund um "Gesund sein, bleiben und werden" sein. Selbstverständlich unter Einhaltung aktueller Hygienevorschriften.   
Aussteller können sich ganz bequem per Online-Formular zur Messe anmelden. Im Anschluss an Ihre Anmeldung erhalten Sie von uns eine Bestätigung. Gerne können Sie sich an der Gestaltung des Vortragsprogrammes beteiligen.


Solange Zeitslots frei sind, bieten wir jedem Aussteller an, einen Fachvortrag vor Publikum zu halten. Über unser Jobboard haben Sie zudem die Möglichkeit offene Stellen zu bewerben. Wenn Sie es noch nicht sind, jetzt anmelden unter: https://www.gesundheitsmesse.nrw/anmeldeformular-online/

Alternative zur OP - Neues Verfahren bei vergrößerter Prostata

Duisburg, 01. Dezember 2022 -  Eine gutartig vergrößerte Vorsteherdrüse ist die häufigste urologische Erkrankung bei Männern, oftmals einhergehend mit einer stark eingeschränkten Lebensqualität. Duisburger Radiologen in Alt-Hamborn bieten Patienten jetzt die moderne und schonendere Alternative zur Operation an: die sogenannte Prostata-Arterien-Embolisation.  

Mehr als die Hälfte der Männer über 60 leidet unter einer gutartigen Vergrößerung der Prostata (Benigne Prostatahyperplasie), mit den entsprechenden Folgen für die Lebensqualität: Ständiger Harndrang, vor allem nachts, sowie ein geschwächter Harnstrahl. Die normalerweise etwa kastaniengroße Drüse kann im schlimmsten Fall so stark anschwellen, dass die Blase vollkommen blockiert wird und der Urin sich zurückstaut. Dann drohen ernste Komplikationen, vor allem die Nieren können stark geschädigt werden.

Das bisherige Standardverfahren bei dieser Erkrankung ist eine Teilresektion der Prostata, ein chirurgischer Eingriff, der zwar als Routineverfahren mit gutem Ergebnis gilt, aber dennoch die üblichen Risiken einer Operation beinhaltet sowie unangenehme Nebenwirkungen haben kann, dazu zählen unter anderem erektile Dysfunktionen, eine Einengung der Harnröhre oder Inkontinenz. Wesentlich sanfter und risikoärmer ist da das neuere Verfahren der sogenannten Prostata-Arterien-Embolisation (kurz PAE), ein schonender Kathetereingriff über die Leiste, der die Blutversorgung der Drüse unterbindet, was zu einer Verkleinerung der Prostata führt.  

Diese Therapieform gibt es erst seit kurzem, entsprechend wenige Experten und Expertinnen sind darin geschult. In Duisburg können Betroffene sich jetzt an der Helios St. Johannes Klinik diesem Verfahren unterziehen, die dortige radiologische Abteilung unter Chefarzt Prof. Dr. Marco Das verfügt bereits über die notwendige Ausbildung und Erfahrung sowie vor allem auch über die entscheidende Technik. Denn im modernen Neubau an der Dieselstraße wird die PAE mit einem Angiografiegerät der neuesten Generation durchgeführt. Dabei läuft der Kathetereingriff unter ständiger Bildgebung extrem präzise und besonders schonend ab.

Wie das genau funktioniert, erklärt Prof. Das: „Wir führen über eine der beiden Leistenarterien einen Katheter bis in die innere Beckenarterie. Dann erstellen wir unter Zuhilfenahme von Röntgenstrahlen und Kontrastmittel ein hochauflösendes 3D-Modell der Blutversorgung der Prostata, um die zuführenden Gefäße zu identifizieren. Diese Arterien sondieren wir und geben kleinste Kügelchen, sogenannte Mikropartikel, hinein.“

Dadurch wird die Blutversorgung dauerhaft gezielt unterbunden und die Prostata schrumpft. Schon wenige Wochen nach dem Eingriff sollten sich die Symptome dann merklich bessern. Geeignet für die Behandlung sind Betroffene mit nachweisbar klinischen Symptomen und/oder einem Prostatavolumen größer als 30 Milliliter, bei denen eine medikamentöse Therapie keine Verbesserung der Beschwerden binnen sechs Monaten gebracht hat.

Chefarzt Prof. Dr. Marco Das (r.) und Oberarzt Jonas Adrian während einer Embolisation am Angiografiegerät.



34. Welt-Aids-Tages am 1. Dezember 2022

Duisburg, 29. November 2022 - Im „Pott“ und am Niederrhein: Wir sind für Sie da! Pandemien gemeinsam bekämpfen: „Sie sind positiv getestet worden“ – dieser Befund kann nicht nur nach einem Corona-Abstrich, sondern auch nach einem HIV-Test mitgeteilt werden. Fragen zu HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen verdienen auch in Zeiten der Corona-Pandemie eine Antwort. Anlässlich des 34. Welt-Aids-Tages am 1. Dezember 2022 weisen die AIDS-Hilfe Duisburg/Kreis Wesel e.V. und die AIDS-Beratung der Stadt Duisburg auf ihre Angebote hin.

Wie schütze ich mich vor HIV? Habe ich vielleicht eine Syphilisinfektion? Wäre es sinnvoll, mich gegen Affenpocken impfen zu lassen?
Für diese und andere Fragen stehen beide Institutionen allen Ratsuchenden zur Verfügung. In Nordrhein-Westfalen leben rund 20.000 Menschen mit HIV. Im Jahr 2021 sind die HIV-Meldungen aus Nordrhein-Westfalen an das Robert KochInstitut im Vergleich zu 2019 um rund 21 Prozent (2019: 635 Meldungen, 2021: 503 Meldungen) zurückgegangen. „Dies kann unterschiedliche Gründe haben, zum Beispiel ein verändertes Sexual- und Test-Verhalten. Aber es liegt nahe, dass das landesweit eingeschränkte Testangebot auch seinen Teil dazu beigetragen hat“, erläutert Martina Jungeblodt von der Beratungsstelle des Gesundheitsamtes.

„Wir möchten daher alle, die Fragen zu HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen haben, ermuntern, die kostenlose, anonyme und vertrauliche Beratung in Duisburg in der städtischen AIDS-Beratung in Anspruch zu nehmen". Nachdem der Betrieb durch die Bindung personeller Ressourcen zur Corona-Pandemiebekämpfung in der ersten Jahreshälfte sehr eingeschränkt möglich war, gibt es derzeit wieder ein wöchentliches Testangebot. Im kommenden Jahr sollen dann wieder alle Angebote wie in der Zeit vor Corona möglich sein. Die Beratungsstelle des Gesundheitsamtes bietet nach Terminabsprache anonym, kostenlos und vertraulich HIV-Antikörperteste an.

Termine können unter (0203) 283-7574 oder aids-std-beratung@stadt-duisburg.de vereinbart werden. HIV-positive Menschen erleben in ihrem Alltag immer noch häufig Diskriminierung und Stigmatisierung. Dies hat die aktuelle Studie „positive stimmen 2.0“ der Deutschen Aidshilfe wieder einmal belegt. Eine frühzeitige Behandlung von HIV schützt das Immunsystem und senkt das Risiko, AIDS oder andere schwere Krankheiten zu entwickeln, deutlich. Menschen mit HIV haben heute eine nahezu normale Lebenserwartung und geben unter Therapie das Virus nicht an andere weiter.


Dies bekräftigen gemeinsam die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), die Deutsche Aidshilfe sowie die Deutsche AIDSStiftung mit der Aktion „Leben mit HIV – anders als du denkst?“. „HIV darf kein Tabuthema mehr sein! Auch in der nächsten Corona-Welle sind HIV, andere sexuell übertragbare Infektionen oder MPX-Viren ("Affenpocken") nicht einfach weg. Wir wollen mit unserem Angebot gemeinsam dazu beitragen, dass sexuell aktiven Menschen ausreichend Informationen und Beratungsangebote zur Verfügung stehen", macht Marie Schellwat, Geschäftsführerin der AIDS-Hilfe Duisburg/Kreis Wesel e.V. deutlich. Vor dem Hintergrund der besonderen Herausforderungen durch die CoronaPandemie konnten bewährte Angebote nicht in gewohnter Weise umgesetzt werden. Die AIDS-Hilfe hat deshalb auch in 2022 ihr Testangebot nochmals ausgeweitet.

Durch „Herzenslust“, dem Präventionsprojekt der AIDS-Hilfe für Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), findet in Duisburg drei Mal im Monat ein begleiteter Selbsttest für diese Zielgruppe statt – jeden ersten Dienstag sowie jeden zweiten und vierten Mittwoch jeden Monats. Neu ist das Testangebot im Kreis Wesel. Dieses findet jeden dritten Dienstag im Monat in den Räumlichkeiten der Drogenberatungsstelle Wesel statt. Die Beratungszeiten liegen in den Abendstunden. Die Angebote sind kostenlos und anonym.


Die Termine können telefonisch unter (0203) 66 66 33 oder unter www.aidshilfe-duisburg-kreis-wesel.de vereinbart werden. AIDS-Hilfe und AIDS-Beratungsstelle haben anlässlich des Welt-Aids-Tages rund um den 1. Dezember ein buntes Veranstaltungsprogramm zusammengestellt (diese finden unter den Bedingungen der aktuellen Corona-Schutzverordnung statt). Die Veranstaltungen zum Welt-AIDS-Tag wollen Mut machen, sich zu informieren und einen respektvollen Umgang miteinander zu finden.


Berufsverband der Kinder- und Jugend*Ärztinnen schlägt Alarm

„Wir sind am Limit! Weiterbestehen unserer Praxen ist akut gefährdet. Pädiatrische Versorgung ernsthaft bedroht.“  
Köln/Duisburg, 28. November 2022 - Die Situation der Kinderkliniken und vor allem der ambulanten Kinder- und Jugendarztpraxen in Deutschland ist dramatisch. Eltern kranker Kinder finden kaum noch Plätze für ihren Nachwuchs. Kinderkliniken weisen sie wegen Überbelegung ab, Praxen verhängen Aufnahmestopps. Ein Grund dafür ist, dass sich das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) derzeit besonders stark verbreitet. Dazu treten andere schwere Atemwegsinfekte vermehrt auf.

Die Infektwelle ist aber nicht der eigentliche Grund für die dramatische Lage, so Jakob Maske, Sprecher des Berufsverbandes der Kinder-und Jugendärzte: „Das Debakel hat die Politik zu verantworten, die seit Jahren die Pädiatrie finanziell aushungert, uns aber gleichzeitig immer mehr Aufgaben aufbürdet. 80 Prozent der Kliniken mussten in den letzten Jahren die Zahl ihrer Betten reduzieren, sogar im Intensivbereich.


In unseren Praxen müssen wir daher zunehmend schwer kranke und chronisch kranke Kinder und Jugendliche mitversorgen. Wir müssen außerdem eine wachsende Zahl von Patient:innen medizinisch betreuen, denn die Zahl der Geburten hat in den letzten Jahren zugenommen, ebenfalls die Zahl der Kinder aus Flüchtlingsfamilien. Wir haben es heute auch nicht mehr nur mit Infektionskrankheiten zu tun, sondern mit den so genannten neuen Krankheiten, also vor allem Übergewicht und sozial bedingten Entwicklungsstörungen, die einen hohen Beratungsaufwand erfordern.

Wir arbeiten durchschnittlich weit über 50 Stunden pro Woche, um unsere Patient:innen zu versorgen – ohne dass dies entsprechend honoriert wird. Wir werden mit Aussicht auf Nullrunden abgespeist, während die Ausgaben für die reine Erhaltung unserer Praxen rasant wachsen. Allein die steigenden Energiepreise belasten uns überdurchschnittlich. Anders als in öffentlichen Gebäuden können wir zum Beispiel kaum die Raumtemperaturen absenken, weil wir Neugeborene und kranke Kinder nicht frieren lassen können.

Lange und stressige Arbeitstage bei fehlenden finanziellen Anreizen und damit auch fehlender gesellschaftlicher Wertschätzung führen heute schon dazu, dass wir keine Nachfolger:innen mehr für freie Praxissitze finden. Etwa ein Drittel der Kinder- und Jugendärzt:innen werden in den kommenden fünf Jahren in Rente gehen, Eltern werden dann noch größere Probleme haben, einen Kinder- und Jugendarzt oder eine -ärztin zu finden, der oder die ihr Kind medizinisch betreut, Vorsorgen macht, impft, berät, Infekte behandelt und dafür sorgt, dass es gesund aufwächst.


Kinder haben in der Politik offenbar keine Lobby und die Kinder- und Jugendmedizin hat es damit auch nicht. Die derzeitige dramatische Situation beleuchtet diesen Skandal. Es ist höchste Zeit, dass die Politik nun umsteuert. Wir brauchen mehr Medizinstudienplätze, Perspektiven für junge niederlassungswillige Ärzt:innen und mehr Klinikbetten. Und zwar schnell, denn Kinder und Jugendliche warten nicht mit dem Krankwerden.“

 

Schutz vor Diskriminierung bei intensiv-medizinischer Behandlung

Berlin/Duisburg, 25. November 2022 - Am 25. November 2022 hat der Bundesrat in seiner 1028. Sitzung die vom Bundestag beschlossenen Änderungen am Infektionsschutzgesetz gebilligt, die Menschen mit Behinderung im Falle knapper intensiv-medizinischer Kapazitäten vor Benachteiligung bewahren sollen. Das Gesetz steht zur abschließenden Befassung auf der Tagesordnung der Plenarsitzung des Bundesrates am 25. November 2022.


Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts
Das Gesetz geht auf eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts aus dem letzten Jahr zurück. Dieses hatte vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie entschieden, dass sich aus Artikel 3 Absatz 3 Satz 2 des Grundgesetzes für den Staat ein Auftrag ergibt, Menschen wirksam vor einer Benachteiligung wegen ihrer Behinderung durch Dritte zu schützen. Besteht das Risiko, dass Menschen bei der Zuteilung knapper, überlebenswichtiger intensivmedizinischer Ressourcen wegen einer Behinderung benachteiligt werden, verdichtet sich der Schutzauftrag zu einer konkreten Schutzpflicht.


Entscheidend ist, dass eine gesetzliche Regelung hinreichend wirksamen Schutz vor einer Benachteiligung wegen der Behinderung bewirkt. Diskriminierungsfreie Zuteilungsentscheidung Nach dem Gesetzesbeschluss ist künftig bei der ärztlichen Entscheidung ausschließlich die aktuelle und kurzfristige Überlebenswahrscheinlichkeit der betroffenen Patientinnen und Patienten relevant. Niemand darf benachteiligt werden, insbesondere nicht wegen einer Behinderung, des Grades der Gebrechlichkeit, des Alters, der ethnischen Herkunft, der Religion oder Weltanschauung, des Geschlechts oder der sexuellen Orientierung.


Das Gesetz bestimmt ausdrücklich, dass bereits zugeteilte überlebenswichtige intensivmedizinische Behandlungskapazitäten nicht mehr zur Disposition stehen, solange eine solche Behandlung noch indiziert ist und dem Patientenwillen entspricht. Erfahrene Fachkräfte Darüber hinaus enthält es Regelungen zum Verfahren, in dem die Zuteilungsentscheidung zu treffen ist.

 

Zuständig hierfür sind zwei mehrjährig intensivmedizinisch erfahrene und praktizierende Fachärztinnen und Fachärzte, die die Patientinnen oder Patienten unabhängig voneinander begutachtet haben. Zuteilungsentscheidung im Vorfeld vermeiden Bevor eine Zuteilungsentscheidung notwendig wird, sind alle Anstrengungen zu unternehmen, um den Engpass zu verhindern.


Die Neuregelung ist ausschließlich für den Fall gedacht, dass dies nicht gelingt. Sie scheidet aus, wenn betroffene Patientinnen oder Patienten regional oder überregional verlegt und intensivmedizinisch behandelt werden können. Durch organisatorische Maßnahmen kann das Risiko, Zuteilungsentscheidungen treffen zu müssen, reduziert werden - wie zum Beispiel durch Verschiebung planbarer, nicht zeitkritischer Operationen oder durch Verteilung betroffener Patientinnen oder Patienten in andere Krankenhäuser.


Zudem sind Krankenhäuser dazu verpflichtet, eine Zuteilungsentscheidung unverzüglich der für die Krankenhausplanung zuständigen Landesbehörde anzuzeigen. Weitere Schritte Nach Abschluss des parlamentarischen Verfahrens kann das Gesetz nun vom Bundespräsidenten unterzeichnet werden und dann wie geplant am Tag nach der Verkündung im Bundesgesetzblatt in Kraft treten.

Vorhofflimmern ist eine Volkskrankheit

Duisburg, 24. November 2022 – Nach Angaben der Deutschen Herzstiftung sind weltweit über 30 Millionen Menschen von dieser Herzrhythmusstörung betroffen. Hierzulande fast zwei Millionen Menschen. Die gute Nachricht: Vorhofflimmern ist nicht akut lebensbedrohlich.

Die schlechte: Häufig bleibt die Herzrhythmusstörung lange unerkannt und macht erst mit einer schwierigen Komplikation auf sich aufmerksam – dem Schlaganfall. Gerade bei älteren Menschen kann Vorhofflimmern die Entstehung eines Schlaganfalls begünstigen. „Genau darin liegt die Gefahr und es gilt rechtzeitig vor den schweren Folgen zu bewahren“, sagt Dr. med. Oliver Volk, Chefarzt der Klinik für Kardiologie an den Sana Kliniken Duisburg.  


Dr. Volk, was ist Vorhofflimmern und was passiert im Körper?
„Das Vorhofflimmern ist eine unkoordinierte, unregelmäßige elektrische Erregung i n den Herzvorhöfen. Diese ungeordnete elektrische Aktivität bringt die extrem gut abgestimmte Zusammenarbeit von Herzkammern und Vorhöfen durcheinander. Das Herz gerät aus dem Takt und schlägt zu schnell. Oft über 100 Schläge pro Minute. Es wird weniger Blut transportiert, dadurch können Blutgerinnsel entstehen. Diese Gerinnsel verursachen auch Schlaganfälle, sie lösen sich und verstopfen die Arterien im Gehirn.“  


Wie sind typische Symptome und wann sollte ich zum Arzt?
„Diese elektrischen Fehlzündungen reduzieren die Leistung des Herzens. Manche Menschen bemerken das: Sie leiden zum Beispiel an Atemnot, Herzrasen oder starkem Herzklopfen. Andere empfinden Schwindel, Beklemmungen im Brustkorb oder haben mit kurzzeitiger Bewusstlosigkeit zu tun. Auch ein Schwächegefühl kann auftreten. Tückisch ist allerdings, dass Vorhofflimmern bei schätzungsweise über der Hälfte aller Patienten ohne Symptome oder Beschwerden auftritt und dadurch lange Zeit unbemerkt bleibt.

Nicht selten werden Patienten mit einer Herzschwäche oder einem Schlaganfall stationär im Krankenhaus aufgenommen und erfahren zum ersten Mal, dass Vorhofflimmern dafür verantwortlich ist. Es ist daher wichtig, dass Betroffene auf die Zeichen ihres Körpers achten: Treten diese Symptome auf, sollten sie unbedingt ernst genommen  und medizinisch abgeklärt werden.“    


Wie wird Vorhofflimmern diagnostiziert?
„Mit einem EKG, einem Langzeit-EKG oder einem Ereignis-Rekorder wird untersucht, ob für die Symptome und ein mögliches Herzstolpern eine harmlose Unregelmäßigkeit des Herzschlags verantwortlich ist oder eben das Vorhofflimmern. Gelegentlich kommen Menschen zu uns, die Vorhofflimmern erstmalig über eine Smart-Watch angezeigt bekommen. Wichtig ist zunächst, die Ursache für diese Rhythmusstörung zu finden. Besonders häufig kommt Bluthochdruck vor.

Weitere Risikofaktoren wie Übergewicht, schlafbezogene Atemstörungen wie die obstruktive Schlafapnoe, koronare Herzkrankheit, Herzklappenfehler, Diabetes mellitus oder Schilddrüsenüberfunktion können zudem das Vorhofflimmern begünstigen. Für Betroffene stehen dann verschiedene Behandlungsoptionen bereit.“  


Welche Therapien kommen infrage?
„Am Anfang wird meist eine medikamentöse Therapie mit Antiarrhythmika versucht. Je länger das Vorhofflimmern aber besteht, desto schwieriger wird es, auf diese Weise den normalen Herzrhythmus wiederherzustellen. Klappt das nicht, setzen wir auf eine sogenannte Katheterablation. Studien weisen darauf hin, Vorhofflimmern sogar frühzeitig und gezielt mit diesem Eingriff zu behandeln. Denn die Katheterablation lässt im Unterschied zur Behandlung mit Medikamenten darauf hoffen, die Rhythmusstörung dauerhaft zu heilen.“  

Was passiert bei der Katheterablation?
„Hierbei werden Herzmuskelzellen im Übergangsbereich von Lungenvenen und linkem Vorhof mit Hitze oder Kälte verödet. Dadurch entstehen rings um die Venen Narben, die eine Barriere für die störenden elektrischen Impulse werden. So wird der Herzrhythmus wieder normalisiert. Welche Behandlungsmethode auch erfolgt – bis auf wenige Ausnahmen erhalten alle Patienten Medikamente zur Hemmung der Blutgerinnung. Diese sollen der Bildung von Blutgerinnseln und damit Schlaganfällen vorbeugen.“  

Neben den genannten Risikofaktoren, welche zusätzlichen Auslöser können die Entstehung von Vorhofflimmern begünstigen, triggern und was kann ich dagegen tun? „Sogenannte Trigger, die das Herz zusätzlich belasten, sind beispielsweise übermäßiger Konsum von Alkohol, zu viel Stress, aber auch Infekte.

Wichtig ist, die Risikofaktoren zu minimieren und Begleiterkrankungen, sogenannte Co-Morbiditäten, zu behandeln. Das heißt, darauf zu achten, dass ein möglicher Bluthochdruck oder Blutzuckerspiegel bei Diabetes mellitus optimal eingestellt sind, ein mögliches Schlafapnoe-Syndrom behandelt wird. Außerdem: Übergewicht abbauen, sich regelmäßig bewegen und Sport treiben, zudem auf einen maßvollen Konsum von Alkohol achten.“  

Herztag

Herzzentrum Duisburg: Durch Telemedizin gut behütet bei Vorhofflimmern  
Duisburg, 23. November 2022 -  Rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Vorhofflimmern. Damit ist die Erkrankung, die wegen ihrer zunächst meist unspezifischen Symptomatik oft lange unentdeckt bleibt, eine der häufigsten Formen einer Herzrhythmusstörung. Und sie birgt viele Risiken: So ist die Gefahr, einen Schlaganfall zu erleiden, bei Patienten mit Vorhofflimmern deutlich erhöht.

Herzzentrum Duisburg

Bei schwereren Formen des Vorhofflimmerns ist oft eine Therapie mit einem schwachen Stromstoß (Kardioversion) oder ein minimal-invasiver Eingriff (eine sogenannte Vorhofablation) nötig, um einen gleichmäßigen Herzrhythmus wiederherzustellen. Im Anschluss daran ist eine engmaschige Betreuung der Patienten von größter Wichtigkeit, um die Herzgesundheit weiter zu verbessern und das Risiko von Komplikationen zu minimieren.

Denn Sport, gesunde Ernährung und die richtigen Medikamente können den Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen. Um diese Nachbetreuung für seine Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern noch besser und vor allem einfacher zu gewährleisten, hat das Herzzentrum Duisburg jetzt eine Kooperation mit dem Münchener Gesundheits-Startup iATROS (Slogan: „Das digitale Herzzentrum“) und der AOK Rheinland/Hamburg begonnen. AOK-Versicherte, die sich am Herzzentrum in Duisburg-Meiderich einer Ablation oder einer Kardioversion unterzogen haben, werden von iATROS mit einer EKG-Uhr und einer entsprechenden App ausgestattet.

Damit haben die Patientinnen und Patienten die Möglichkeit, auch zwischen den Arztbesuchen regelmäßig Elektrokardiogramme aufzuzeichnen und diese von den Telemedizinern bei iATROS begutachten zu lassen. Darüber hinaus erinnert die App aber auch an die Einnahme der nötigen Medikamente, gibt Tipps rund um Ernährung, Sport und Risikofaktoren und speichert Werte etwa zu Blutdruck, Gewicht und körperlichen Aktivitäten.


Auf Wunsch oder bei Auffälligkeiten können kurzfristig Telearzt-Sprechstunden gebucht werden, in die die erhobenen Messwerte dann einfließen. Damit geht das Herzzentrum Duisburg, das zu den großen Institutionen dieser Art in Deutschland gehört und einen hervorragenden Ruf über die Region hinaus genießt, in der Nachsorge von Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern gemeinsam mit seinen Partnern einen neuen Weg. Ziel der Initiative ist es, nicht nur den Verlauf der Erkrankung positiv zu beeinflussen, sondern den Patientinnen und Patienten ein erhöhtes Sicherheitsgefühl zu geben und sie mit zusätzlichen Informationen zu ihrer Krankheit und den Begleitumständen auszustatten.  

       

Zulassung der mRNA-Impfstoffe für Kinder im Alter von 6 Monaten bis 4 Jahren

Gemeinsame Presseinformation von DGKJ, DGPI und BVKJ zum Beschluss der STIKO zur 23. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung

Berlin/Köln/Duisburg, 18. November 2022 - Mit der Zulassung der mRNA-Impfstoffe für Kinder im Alter von 6 Monaten bis 4 Jahren steht auch für diese Altersgruppe erfreulicherweise ein Impfstoff zur Verfügung. Nach sorgfältiger Auswertung der zur Verfügung stehenden Daten hat die STIKO nun ihre COVID-19-Impfempfehlungen aktualisiert.

Eine Impfempfehlung wird bei Kindern der o.g. Altersgruppe mit Vorerkrankungen aufgrund eines annehmbar erhöhten Risikos für einen schweren COVID-19-Verlauf ausgesprochen. Weiterhin kann – so die STIKO – im Rahmen einer individuellen Risikoabschätzung eine Immunisierung empfohlen werden, wenn sich in deren Umfeld Kontaktpersonen mit hohem Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf befinden, die selbst nicht geimpft werden können oder bei denen der begründete Verdacht besteht, dass die Impfung nicht zu einem ausreichenden Schutz führt.  

Auch für die Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren wird die Empfehlung entsprechend relativiert. Bisher war für sie eine vollständige Impfung zum Fremdschutz von Personen mit erhöhtem Risiko im Umfeld empfohlen. Die STIKO rät weiterhin in dieser Altersgruppe zu einer Impfstoffdosis unabhängig von durchgemachten SARS-CoV-2-Infektionen zum Aufbau einer Basisimmunität. Auch hier sollte nach individueller Abwägung entschieden werden, ob eine vollständige Impfung durchgeführt werden sollte.

Begründet wird dies damit, dass der Schutz vor Weitergabe des Virus zeitlich sehr begrenzt ist. Eine allgemeine Impfempfehlung einer vollständigen Impfung bei gesunden Kindern im Alter von 6 Monaten bis 4 Jahren wird nicht ausgesprochen.   Die DGKJ, DGPI und der BVKJ unterstützen die aktualisierten Empfehlungen der STIKO mit allem Nachdruck.  


In der Bewertung der relevanten Vorerkrankungen möchten wir allerdings darauf hinweisen, dass der Risikofaktor „Frühgeburtlichkeit bei Kindern im Alter < 2 Jahren“ zu weit gefasst erscheint. Etwa 10% aller Kinder in Deutschland werden „zu früh“, d.h. vor Vollendung von 37 Schwangerschaftswochen geboren. Ein relevant erhöhtes Risiko ergibt sich in Ergänzung zu den weiteren, von der STIKO beschriebenen Risikofaktoren allerdings annehmbar nur für sehr unreife Frühgeborene (< 32. Schwangerschaftswoche) und Frühgeborene mit schweren Lungenerkrankungen.

 

Zur Ruhe kommen in den Tentakelarmen bunter Kraken

Duisburg, 17. November 2022 – Der Inner Wheel Club schenkte dem Perinatalzentrum der Sana Kliniken Duisburg 222 selbst gehäkelte Kraken als kleine Helfer für Frühgeborene.  Anlässlich des Weltfrühgeborenentages (17. November) spendeten die Freundinnen des Inner Wheel Clubs Duisburg bereits zum sechsten Mal in Folge selbst gehäkelte Kraken an das Perinatalzentrum der Sana Kliniken Duisburg.


„Insgesamt sind es diesmal 222 Stück geworden, die in liebevoller Handarbeit erarbeitet wurden. Rund 1.000 Stunden haben wir diesmal gehäkelt“, sagt Brigitte Schmelzer, Präsidentin des Inner Wheel Clubs in Duisburg und lächelt. „Man weiß, wofür man es macht und das ist wunderbar.“  


Tentakel erinnern an die Nabelschnur im Mutterleib
Die kleinen und bunten Helfer aus weichem Baumwollgarn sehen nämlich nicht nur niedlich aus, sie verfolgen einen gewissen Zweck: Die Oktopusse können den Frühchen wirklich helfen. Zu früh geborene Babys werden häufig mit Sauerstoff- und Magensonden versorgt. Und durch die ausgeprägten Reflexe (Saug- und Greifreflex) der Neugeborenen kann es dazu kommen, dass sie sich zum Beispiel die Magensonde oder den Sauerstoffschlauch aus der Nase ziehen.


„Das ist sehr schmerzhaft. Schmerzen bedeuten einen erhöhten Herzschlag und eine höhere Atemfrequenz, was  wiederum eine Beeinträchtigung der Sauerstoffversorgung nach sich ziehen kann. Liegt eine Krake im Bett, deren acht geringelte Tentakeln sich anfühlen wie die Nabelschnur im Mutterleib, halten sich die Kleinen gerne daran fest, ohne sich dabei Schmerzen zuzufügen. Sie beruhigen die Kleinen“, erklären Margit Burgbacher und Ruth Stromberg, ebenfalls Club-Mitglieder. Seit 2017 bereiten die Damen des Inner Wheel Clubs den Sana Kliniken Duisburg jedes Jahr mit den Kraken eine Freude.    

Die Damen vom Inner Wheel Club Duisburg übergeben 222 Kraken für Frühchen an die Sana Kliniken Duisburg. Hier mit im Bild: Francisco Brevis Nunez, Leitender Arzt der Neonatologie und Pädiatrischen Intensivmedizin in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Sana Kliniken Duisburg. Fotos Inner Wheel Club Duisburg


Das gesamte Team des Perinatalzentrums nahm das bunte Geschenk wieder sehr dankbar entgegen. 222 Tintenfische werden hier künftig wieder gut eingesetzt, weiß Francisco Brevis Nunez, Leitender Arzt der Neonatologie und Pädiatrischen Intensivmedizin in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. Schon jetzt werden die ersten achtarmigen Kumpel verteilt, die dabei helfen sollen, dass die Kleinen gut wachsen und gedeihen. Den Frühchen wird bereits kurz nach der Geburt eine kleine Häkelkrake als Helfer mit in den Inkubator gelegt – selbstverständlich unter Einhaltung der hygienischen Vorschriften der Klinik.


„Aktuell haben wir auf der Intensivstation 8 Frühchen und 5 weitere liegen auf der Frühgeborenenstation“, sagt Francisco Brevis Nunez. Natürlich ersetzt die Krake nicht die Errungenschaften der modernen Medizin, jedoch ist seine unterstützende Wirkung willkommen. „Nicht nur die Kleinen, auch die Eltern der Kinder und wir, das behandelnde Klinikpersonal, finden die Idee klasse und nehmen diese Hilfe gerne an“, sagt der Facharzt. Von etwa 1850 Kindern, die jährlich in den Sana Kliniken das Licht der Welt erblicken, werden ungefähr 325 viel zu früh geboren (vor der 37. Schwangerschafts-woche). 

Also werden sicher auch künftig wieder so einige Helfer aus Baumwolle gebraucht. Wenn die Babys dann nach Hause dürfen, werden sie selbstverständlich von ihrem Kraken-Kumpel begleitet – eine schöne Erinnerung an einen schwierigen Start ins Lebens.  

Bundesweit werden rund 60.000 Kinder zu früh geboren. Das entspricht einem von zehn Neugeborenen. Die Jüngsten sind gerade mal 24 Wochen alt und wiegen um die 500 Gramm. Frühgeborene sind damit die größte Kinderpatientengruppe bundesweit. Durchschnittlich bleiben die Kinder über Wochen und Monate bis zum errechneten Geburtstermin in so genannten Perinatalzentren, einem interdisziplinären Versorgungskonzept von Geburtshilfe und Kinderklinik. Während dieser Zeit liegt der Fokus darauf, die Kleinen besonders fürsorglich zu begleiten und zu schützen: ärztlich, pflegerisch und therapeutisch.  

  

Vorhofflimmern: Turbulenzen im Herz

Herztag an der Helios St. Johannes Klinik
Duisburg, 17. November 2022 - Rund zwei Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Vorhofflimmern. Damit ist diese Diagnose die häufigste andauernde Herzrhythmusstörung. Die Symptome sind diffus, das Herz schlägt oft anhaltend unregelmäßig und so schnell, dass es weniger Blut in den Körper pumpt – eine ernst zu nehmende Erkrankung, die mit gravierenden Folgeschäden wie einem erhöhten Schlaganfallrisiko einhergehen kann.

Bei Betroffenen lösen die ersten Symptome zudem häufig Angst und Beklemmung aus, daher kann das Wissen um Anzeichen und Therapien häufig schon eine erste Hilfestellung sein. Beim diesjährigen Herztag am 23.November im Helios Klinikum Duisburg an der Dieselstraße möchte das Team der Kardiologie um Chefarzt PD Dr. med. Wolfgang Lepper deshalb eingehend über Ursachen von Vorhofflimmern sowie über die heutigen Behandlungsstandards informieren. Betroffene und Interessierte sind herzlich eingeladen.

Um vorherige Anmeldung wird gebeten. Für den Einlass ist ein tagesaktueller Negativ-Test erforderlich.   Wann? Mittwoch, 23. November 2022 um 17.30 Uhr Wo? Vortragsraum in der Helios St. Johannes Klinik / Dieselstraße 185, 47166 Duisburg Informationen vorab und Anmeldung: 0203 546 2451 oder beate.berg@helios-gesundheit.de www.helios-gesundheit.de/duisburg 

 

KV Nordrhein/Ärztekammer Nordrhein: Praxen sind blinder Fleck auf politischer Energie-Landkarte

Düsseldorf, 17. November 2022 – Im geplanten Gesetzentwurf zum Hilfsprogramm für gestiegene Energiekosten sind die Praxen der niedergelassenen Vertragsärzteschaft offenbar nicht vorgesehen. Nach einem Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz Anfang des Monats sollen Kliniken und Pflegeeinrichtungen bis zu acht Milliarden Euro über den Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) zur Verfügung gestellt bekommen. Das entsprechende Gesetz soll nun das genaue Verfahren zur Umsetzung des Hilfsprogramms regeln.  

Fachärztliche Gruppen, die nachweislich viel Strom verbrauchen, z. B. Radiologie, Strahlentherapie und Nephrologie, werden dabei mit Blick auf entsprechende Entlastungen nicht erwähnt. In einer radiologischen Praxis werden wichtige Untersuchungen wie Computertomographien (CT) und Magnetresonanztomographien (MRT) durchgeführt, durch die z. B. Entzündungen, Gefäßerkrankungen oder Tumore nachgewiesen bzw. ausgeschlossen werden können. 

Noch unverständlicher ist der Umstand, dass die Strahlentherapie als wichtiger Bestandteil der Krebstherapie, die in weiten Teilen in Praxen z.T. in Kooperation mit kleineren Krankenhäusern stattfindet, dem Gesetzgeber nicht entlastungsrelevant erscheint.  

Ein alarmierendes Signal „Leider sind Arztpraxen als wichtigste Player der ambulanten Versorgung dem politischen Berlin in diesem Gesetzentwurf anscheinend nicht einmal eine Randnotiz wert. Das ist bezeichnend und ein alarmierendes Signal. Grundsätzlich ist es richtig, so viele Milliarden Euro in die Hand zu nehmen, um das Gesundheitssystem in der aktuellen Situation zu stärken. Absurd und absolut nicht nachvollziehbar ist es allerdings, wenn dabei das Fundament der ärztlichen Versorgung außen vorgelassen und schlichtweg ignoriert wird.


Unter Wertschätzung verstehe ich etwas Anderes und auf Dauer wird es nicht gut gehen, die Niedergelassenen so zu behandeln. Diese Vorgehensweise wird den hierfür Verantwortlichen vermutlich eher früher als später auf die Füße fallen“, kommentiert der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, Dr. med. Frank Bergmann, den Gesetzentwurf.  


Der Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Rudolf Henke, ergänzt: „Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte können ebenso wenig wie die Krankenhäuser gestiegene Ausgaben durch Inflation und höhere Energiekosten durch Preisanpassungen kompensieren.


Verschärft wird die Lage in den Praxen zusätzlich durch den niedrigen Honorarabschluss für das kommende Jahr. Einem Honorarplus von zwei Prozent steht eine Inflationsrate von über zehn Prozent gegenüber. Krankenhäuser und ambulante Praxen sind Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und brauchen gerade in Krisenzeiten verlässliche Rahmenbedingungen.“  

Vor allem für die oben genannten Fachgruppen liegen die Kostensteigerungen durch einen unvermeidbar höheren Stromverbrauch weit über dem Verbraucherpreisindex. Schon heute haben sich insbesondere für radiologische Praxen in Nordrhein – laut deren eigenen Rückmeldungen – die Strompreise teils verzwölffacht.

 

Hilfe, mein Kind hat Läuse! Was ist zu tun?

 Dr. Sebastian Groth, Kinder- und Jugendarzt und BVKJ-Sprecher (LV Schleswig-Holstein) gibt Tipps
   
Köln Duisburg, 14. November 2022 - Winterzeit – Kinder stecken ihre Köpfe wieder enger zusammen, Kopfläuse haben jetzt Hochsaison. Wenn dann in der Kita- oder Schul-App Läusealarm geschlagen wird oder wenn die Tierchen beim Haarekämmen oder -flechten auffallen oder weil das Kind über Juckreiz oder Brennen am Kopf klagt, geraten viele Eltern in Panik. Manche schämen sich.

Doch Kopfläuse kommen in den „besten Familien“ vor, sie sind kein Beleg für mangelnde Hygiene, sie müssen allerdings zügig bekämpft werden, damit sie sich nicht vermehren und ausbreiten, so Dr. Sebastian Groth, Pressesprecher des Landes Schleswig-Holstein des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Eltern rät er zu folgenden Tricks, um die lästigen Insekten wieder loszuwerden: „Suchen Sie den Kopf des Kindes nach Läusen oder nach den von den Läusen an die Haare angebrachten Nissen, also Eiern, ab. Das gelingt am besten bei angefeuchteten Haaren. Entweder lassen sich dann die 1-2mm große Läuse direkt auf der Kopfhaut oder den Haaren entdecken oder man findet die Nissen an den Haaren. Bereits eine einzige entdeckte Laus beweist den Befall mit Läusen und sollte eine Behandlung zur Folge haben!


Die Nissen finden sich meist sehr nah an der Kopfhaut: in der Regel maximal 1cm entfernt von der Kopfhaut, meist leicht schräg an einem Haar befestigt. Nissen lassen sich leicht von Hautschuppen unterscheiden, wenn man versucht, sie mit leichtem Griff vom Haar zu schieben. Dies gelingt bei den Nissen nämlich nicht! Ist der Befall eindeutig, verschreiben Kinder- und Jugendärzt:innen geeignete Mittel zur Behandlung. Empfehlenswert ist als Wirkstoff eine Lösung zum Aufbringen auf die Haare, die Dimeticon enthält. Dieses Mittel setzt sich in die Atmungsorgane der Läuse und bringt diese zum Ersticken. Außerdem wirkt dieses Medikament auch auf die in den Nissen befindliche Larven.

Kämmen Sie nach dem Aufbringen des Läusemittels über mehrere Tage hinweg die Haare Ihres Kindes sorgfältig aus, um tote Läuse und die Nissen zu beseitigen. Am besten bei nassem Haar. Hierfür eignen sich Nissenkämme gut, die durch ihre eng stehenden Zinken gut die Nissen an den Haaren zu fassen bekommen. Die Kämme liegen entweder den Präparaten bei oder lassen sich in Apotheken kaufen. Sehr wichtig ist, nach acht bis zehn Tagen eine erneute Behandlung.

Nach dieser Zeit sind eventuell bei der ersten Behandlung nicht getötete Larven herangewachsen und noch nicht geschlechtsreif. Nur durch diese zweite Behandlung lässt sich die Besiedlung durch die Läuse sicher und anhaltend beenden. Kleidung, Bettwäsche und Gegenstände wie Bürsten, Kämme, Haarspangen, etc. sollten Sie drei Tage lang in einer geschlossenen Plastiktüte aufbewahren.

Während dieser Zeit sterben die Läuse ab, denn ohne regelmäßiges Blutsaugen verhungern sie. Nach erfolgreicher Behandlung benötigt das behandelte Kind in der Regel ein Attest zur Wiederzulassung in den Kindergarten oder in die Schule. Dafür führen Kinder- und Jugendärzt:innen in den Praxen eine Kontrolluntersuchung durch und bescheinigen der Familie eine erfolgreiche Behandlung. Denken Sie auch daran, die Kita oder Schule Ihres Kindes vom Kopflausbefall zu informieren! Dazu besteht nach dem Infektionsschutzgesetz eine Verpflichtung.“   

Die neue Hüfte
Im Laufen, Stehen, Sitzen und sogar im Liegen: Bei nahezu jeder Bewegung ist das Hüftgelenk beteiligt. Das wird vielen Menschen häufig erst bewusst, wenn es mit zunehmendem Alter zu Gelenkbeschwerden kommt.   Sind die vielfältigen konservativen Methoden von Gelenkerhalt und Schmerztherapie ausgeschöpft, stellt sich häufig die Frage nach einem künstlichen Gelenkersatz, der sogenannten Endoprothetik, um Bewegungsfreiheit und Lebensqualität wiederherzustellen.

In der rund 45-minütigen Veranstaltung beleuchtet Dr. Frank Bischof, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie an der Helios Klinik Duisburg-Homberg und der Helios St. Anna Klinik in Huckingen, verschiedene Implantat-Modelle, moderne Operationsmethoden und den Ablauf der Behandlung am Haus. Darüber hinaus stellt er das Endoprothetik Zentrum Duisburg als einziges zertifiziertes Zentrum der Stadt mit seinen Operateuren vor.


Im Anschluss steht der ausgewiesene Spezialist für Erkrankungen des Bewegungsapparates und künstlichen Gelenkersatz für individuelle Fragen zur Verfügung.   Die kostenlose Veranstaltung findet statt am Mittwoch, 23.11.2022 um 17:00 Uhr in der Cafeteria der Helios St. Anna Klinik Duisburg, Albertus-Magnus-Str. 33, 47259 Duisburg. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, ist eine vorherige Anmeldung per E-Mail an cornelia.reimers@helios-gesundheit.de oder per Telefon unter (0203) 755-1737 erforderlich.  

Es gelten die aktuellen Corona-Regeln, für Krankenhäuser derzeit das Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes oder einer FFP2-Maske sowie die Vorlage eines tagesaktuellen AG-Tests (offizieller Schnelltest). Abstriche im Testzentrum am St. Anna sind am Veranstaltungstag bis 16:45 Uhr möglich.  

 

 

 Tage der Robotik

Duisburg, 08. November 2022 - Das Thema „Robotik“ löst bei vielen Menschen zwiespältige Gefühle aus, gerade wenn es um den Bereich Medizin geht. Einerseits hat es sich herumgesprochen, dass roboterassistierte Operationen den Chirurginnen und Chirurgen der verschiedenen Fachrichtungen ganz neue Optionen eröffnen und Eingriffe möglich machen, die für die Patienten schonender und komplikationsärmer verlaufen und so zu einer schnelleren Genesung beitragen.


Auf der anderen Seite hört man immer wieder, dass die Vorstellung, die eigene Gesundheit in die Hände einer – wenn auch extrem hochentwickelten – Maschine zu legen, Patientinnen und Patienten verunsichert. Um zu zeigen, wie unbegründet diese Sorge ist, finden in der kommenden Woche an den Häusern des Evangelischen Klinikum Niederrhein um am BETHESDA Krankenhaus Duisburg die „Tage der Robotik“ statt.


Dabei werden die DaVinci-Operationsroboter, die der Klinikverbund mittlerweile an vier Standorten in Duisburg und Oberhausen einsetzt, an jeweils einem Tag im Eingangsbereich des jeweiligen Krankenhauses präsentiert. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fachrichtungen Allgemein- und Viszeralchirurgie, Thoraxchirurgie, Herzchirurgie, Urologie und Gynäkologie, die mit dem DaVinci-System arbeiten, erklären dessen Funktionsweise und stehen für Fragen zur Verfügung.

Die zentrale Botschaft dabei: High-Tech-Instrumente wie der DaVinci stellen eine wertvolle Unterstützung und Verbesserung der chirurgischen Möglichkeiten dar. Die ärztlichen Entscheidungen werden aber selbstverständlich weiterhin von Menschen – unseren Chirurginnen und Chirurgen – getroffen, die das System über eine Steuerkonsole in unmittelbarer Nähe des Operationstisches bedienen. Der „OP-Roboter“ ist also letztlich nur der verlängerte, extrem präzise Arm des Arztes…
 
Die „Tage der Robotik“ finden an diesen Terminen jeweils von 12:00 Uhr bis 16:00 Uhr statt:
15.11. Herzzentrum Duisburg (Herzchirurgie, Kinderherzchirurgie)
16.11. BETHESDA Krankenhaus Duisburg (Allgemein- und Viszeralchirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe)
16.11. Johanniter Krankenhaus Oberhausen (Urologie)
17.11. Evangelisches Krankenhaus Duisburg-Nord (Allgemein- und Viszeralchirurgie, Thoraxchirurgie)  

Wegen der in unserem Klinikverbund geltenden Hygieneregeln müssen Besucherinnen und Besucher der „Tage der Robotik“ einen maximal 24 Stunden alten negativen Antigen-Schnelltest oder einen maximal 48 Stunden alten negativen PCR-Test vorweisen. Entsprechende Tests können an den Testcontainern vor unseren Krankenhäusern durchgeführt werden.  

 Operation mit dem DaVinci-System (Fotos: EVKLN) 
     

 

Solidarität mit von Hassnachrichten betroffener Kinder- und Jugendarztpraxis

Köln/Duisburg, 07. November 2022 - Immer häufiger verfolgen Impfgegner:innen und Querdenker:innen Praxisteams mit Hass und Hetze im Internet. Jetzt traf es eine Kinder- und Jugendarztpraxis in Schleswig-Holstein, die angekündigt hatte, sich stringent an die wissenschaftlichen Empfehlungen zu Impfungen halten zu wollen. Infolgedessen waren die dort tätigen Ärzt:innen zahlreichen Drohungen ausgesetzt. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. (BVKJ) fordert harte Konsequenzen.  


Dr. Thomas Fischbach, Präsident des BVKJ, betont: „Impfgegner:innen und Querdenker:innen gehen auf die los, die helfen wollen. Sie drohen, rufen zu Belästigung und Nötigung auf. Das ist widerlich. Dagegen wehren wir uns als Verband nachdrücklich! Wir Kinder- und Jugendärzt:innen kämpfen gemeinsam mit unseren Mitarbeiter:innen dafür, Kinder und Jugendliche medizinisch bestmöglich zu versorgen. Dazu gehören natürlich auch die Impfungen nach den STIKO-Empfehlungen. Dass wir deshalb Drohanrufe bekommen, im Internet miserabel bewertet und in einschlägigen Telegram-Gruppen verleumdet und beleidigt werden, ist völlig inakzeptabel und muss auch strafrechtlich mit aller Härte verfolgt werden.

Schließlich gefährden die Täter:innen die medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen, etwa wenn die Praxis wegen des Terrors nicht mehr erreicht werden kann, weil sich Mitarbeiter:innen nicht mehr ans Telefon trauen. Das ist angesichts des derzeit bestehenden Mangel an Kinder- und Jugendärzt:innen ein fatales Signal. Als Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte stehen wir solidarisch an der Seite aller betroffenen Praxen.

Wir werden nicht akzeptieren, dass Hetzkampagnen das normale Arbeiten unmöglich machen sollen. Als Verband werden wir nun so schnell wie möglich Strategien entwickeln, wie wir dem Terror gegen unsere Kolleg:innen und Mitarbeiter:innen Einhalt gebieten können. Die vielen tausend Familien, die wir jeden Tag in unseren Praxen empfangen, können uns ebenfalls helfen, zum Beispiel mit positiven Praxis-Bewertungen und mit sachlichen Kommentaren als Antwort auf Hasskommentare.“

 

"Wir wollen die Wartezeit für Betroffene auf null reduzieren“

Duisburg, 07. November 2022 - Schwere Verläufe bei Hautkrebspatient*nnen häufen sich, denn viele Menschen haben während der Coronapandemie die Vorsorge aus Angst vor Ansteckung gescheut. Das Team des Hauttumorzentrums am Helios Klinikum Duisburg verstärkt sich deshalb für die Versorgung der Betroffenen und erweitert sein Spektrum. Ein optimiertes Aufnahmeverfahren soll zudem die Wartezeiten für Patient*nnen stark reduzieren.  


Dass die Zahl bösartiger Hauttumoren in den letzten Jahren grundsätzlich zugenommen hat, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Auch das Alter der Betroffenen mit dem sogenannten schwarzen Hautkrebs sinkt immer weiter ab, trotz umfassender Aufklärungs- und Vorsorgekampagnen. Die letzten zweieinhalb Jahre Coronapandemie haben diese Problematik jetzt noch einmal verschärft, denn viele potentielle Patient*nnen scheuten in dieser Zeit die sinnvollen Untersuchungen – aus Angst vor Ansteckung in den Praxen oder Kliniken.


Die Folgen sind gravierend: „Ich habe noch nie in meiner Laufbahn so viele fortgeschrittene Verläufe bei den bösartigen Hauttumoren gesehen wie im Moment“, sagt Prof. Dr. Alexander Kreuter, Chefarzt der Hautkliniken an den Helios Standorten in Duisburg und Oberhausen. „Damit fehlt uns bei diesen Fällen der wichtigste Faktor in der Behandlung, die frühe Diagnostik.“


Denn die meisten Hauttumore sind heilbar, wenn sie zeitig entdeckt und behandelt werden. Dafür ist das regelmäßige Screening unentbehrlich, vor allem zu Beginn verursachen die Tumore nämlich kaum Beschwerden. Wächst der Tumor aber unentdeckt weiter, bleibt oftmals nur die chirurgische Entfernung. Um die Vielzahl an Patient*nnen noch besser versorgen zu können, holt Prof. Kreuter jetzt Verstärkung „an den OP-Tisch“ und stockt sein operatives Team in der Hautklinik Duisburg auf vier Chirurg*nnen auf.


Ab November wird Dr. Maximiliano Licciardi, ein versierter Dermatologe und Spezialist – insbesondere für die sogenannte mikrographisch kontrollierte und damit sehr gewebeschonende Chirurgie – die Abteilung am Maximalversorger in Alt-Hamborn verstärken.

„Wir arbeiten schon seit vielen Jahren in Oberhausen sehr eng zusammen und ich schätze ihn menschlich und fachlich sehr“, so Prof. Kreuter. Neben der Verstärkung im OP soll der Neuzugang die frühzeitige Diagnostik von Hauttumoren und den Bereich der ästhetischen Dermatologie und Lasertherapie aufbauen.  

„Als zertifiziertes Hautkrebszentrum bieten wir den Duisburgern damit beste Bedingungen für die Versorgung der Tumore an“, fasst Kreuter zusammen. Zusätzlich hat das Team die Abläufe in der Abteilung so optimiert und digitalisiert, dass Patient*nnen mit Verdacht auf bösartige Tumore sofort aufgenommen und behandelt werden können.

„Damit versuchen wir, die ohnehin schon belastende Situation für Betroffene zu erleichtern und die Wartezeit quasi auf null zu reduzieren.“ Auch bei Verdacht auf den weniger gefährlichen weißen Hautkrebs gibt es eine extra eingerichtete Sprechstunde und ein kurzfristiges Behandlungsangebot. Darüber verfügt das Klinikum durch zahlreiche Investitionen der letzten Jahre in entsprechende Medizintechnik über eine Vielzahl modernster Therapieoptionen wie etwa die Elektrochemotherapie, kurz ECT. Das Verfahren ist speziell für Patienten mit inoperablen, oberflächlichen Hautmetastasen, etwa bei Mammakarzinomen oder dem Hautkrebs geeignet.

Dabei wird niedrig dosiertes Zytostatikum – ein Medikament der Chemotherapie – schonend mit elektrischen Impulsen kombiniert. So kann das Medikament direkt im Zellinneren platziert werden und zielgerichteter wirken. Bei anderen Verfahren spritzen die Ärzt*nnen gentechnisch veränderte Viren direkt in Krebszellen, was dort zu einer Aktivierung des eigenen Immunsystems führt.


Neben klinischen Studien führt das Team der Duisburger Dermatologen am Helios Klinikum Duisburg auch eigene Forschung durch, insbesondere zu seltenen Hauttumoren und zu der Auswirkung der Coronapandemie auf die Anzahl von Hautkrebs-Fällen.  


Das verstärkte Operationsteam der Dermatologie an der Helios St. Johannes Klinik: v.l. der neue Oberarzt Dr. Maximiliano Licciardi, Oberärztin Dr. Christina Grimm, Facharzt Dr. Hamidreza Shirvani und die leitende Oberärztin Dr. Julia Hyun

Patient*nnen können Termine in der dermatologischen Ambulanz unter der 0203 546 2010/2005 vereinbaren.    
 

Die neue Hüfte

Duisburg, 07. November 2022 - Im Laufen, Stehen, Sitzen und sogar im Liegen: Bei nahezu jeder Bewegung ist das Hüftgelenk beteiligt. Das wird vielen Menschen häufig erst bewusst, wenn es mit zunehmendem Alter zu Gelenkbeschwerden kommt.

Sind die vielfältigen konservativen Methoden von Gelenkerhalt und Schmerztherapie ausgeschöpft, stellt sich häufig die Frage nach einem künstlichen Gelenkersatz, der sogenannten Endoprothetik, um Bewegungsfreiheit und Lebensqualität wiederherzustellen.

In der rund 45-minütigen Veranstaltung beleuchtet Dr. Frank Bischof, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie an der Helios Klinik Duisburg-Homberg und der Helios St. Anna Klinik in Huckingen, verschiedene Implantat-Modelle, moderne Operationsmethoden und den Ablauf der Behandlung am Haus.
Darüber hinaus stellt er das Endoprothetik Zentrum Duisburg als einziges zertifiziertes Zentrum der Stadt mit seinen Operateuren vor. Im Anschluss steht der ausgewiesene Spezialist für Erkrankungen des Bewegungsapparates und künstlichen Gelenkersatz für individuelle Fragen zur Verfügung.  

Der kostenlose Vortrag findet statt am Mittwoch, 16.11.2022 um 17:00 Uhr in der Cafeteria der Helios Klinik Duisburg-Homberg, Johannisstr. 21, 47198 Duisburg. Da die Teilnehmeranzahl begrenzt ist, ist eine vorherige Anmeldung per E-Mail an Kim.Huettermann@helios-gesundheit.de oder per Telefon unter (02066) 29-1605 erforderlich.  

Es gelten die aktuellen Corona-Regeln für Krankenhäuser: derzeit das Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes oder einer FFP2-Maske sowie die Vorlage eines tagesaktuellen AG-Tests (offizieller Schnelltest). Bitte beachten Sie, dass unser eigenes Testzentrum dauerhaft geschlossen ist. Lassen sie sich daher selbstständig testen, wie etwa im Testzentrum Bürgermeister-Wendel-Platz, ganz in der Nähe.  
 

HKD-Patientengeschichte zum Gefäßtag: „Ich bin dem Tod von der Schippe gesprungen“

Duisburg, 03. November 2022 - „Ich bin dem Tod von der Schippe gesprungen“ Ein Riss in der Hauptschlagader endet für über zwei Drittel der Patient*nnen tödlich, denn mit jedem Herzschlag läuft eine große Menge Blut in den Brust- oder Bauchraum. Und je älter die Patienten sind, desto geringer ihre Überlebenschancen.

 Siegfried Doll allerdings schlug dem Schicksal ein Schnippchen und überlebte eine geplatzte Aorta ohne Folgeschäden – mit über 80. Plötzlich einsetzende, penetrante Rückenschmerzen, die sich bis in den Bauchraum ausbreiten - Siegfried Doll spürt, das irgendwas mit ihm nicht stimmt. Er macht sich noch mitten in der Nacht selbstständig auf den Weg in die Notaufnahme der Helios St. Johannes Klinik. Auch dort sind die Ärzt*nnen alarmiert, als er seine Symptome beschreibt.

Zu Recht, wie sich in der sofort durchgeführten Bildgebung zeigt: „Man konnte direkt eine große Aussackung in der Hauptbauchschlagader mit Blutung unterhalb der Nierenarterie erkennen. Diese sogenannten Aneurysmen verursachen keine Beschwerden, bis die Gefäßwand sich zu sehr spannt und einreißt. Ein absoluter Notfall“, so Pavlos Drongitis, leitender Oberarzt der Gefäßchirurgie am Helios Klinikum Duisburg, der bei Siegfried Dolls Ankunft Dienst hatte.

Dem erfahrenen Mediziner ist klar, dass sein Patient sofort notoperiert werden muss, denn die Aussackung wird nur noch von einer sehr dünnen, schon blutdurchlässigen Außenschicht des Gefäßes zusammengehalten und droht jede Minute vollständig zu platzen. In jeder Sekunde sickert das Blut weiter. Der Eingriff ist damit die buchstäbliche Rettung in letzter Sekunde. Doch der Körper des Patienten ist angeschlagen, sein Zustand verschlechtert sich auf dem OP-Tisch, bis sein Blutdruck vollständig abfällt und sein Herz stoppt. Das Team muss ihn mehrfach reanimieren.

Erst nach sieben langen Minuten beginnt es wieder zu schlagen und sein Zustand verbessert sich merklich. Noch während der Reanimation muss dem Patienten eine Prothese in das Gefäß eingesetzt werden, um die Blutung zu stoppen und die OP erfolgreich beenden zu können. Eine immense körperliche Belastung für Siegfried Doll und für die Chirurgen ein Drahtseilakt. Auch die Statistik ist unter diesen Umständen gnadenlos: In der Regel sterben über 80 Prozent der Betroffenen mit einem geplatzten Aneurysma.


Doch Siegfried Dolls Herz gibt nichts auf Zahlen und der Eingriff verläuft am Ende gut. Der 82-Jährige verbringt danach noch 48 Stunden zur Überwachung auf der Intensivstation. „Mein Brustkorb schmerzte noch von der Wiederbelebung, aber ansonsten fühlte ich mich sehr gut für jemanden der dem Tod gerade nochmal von der Schippe gesprungen war“, erinnert sich der Rentner mit einem Augenzwinkern.

Auch für Pavlos Drongitis ist dieser Verlauf eines von zwei „kleinen Wundern“, über das sich der Gefäßspezialist von Herzen freut. „Wir hatten in derselben Woche einen ähnlichen Fall mit einem über 90jährigen Patienten, der das Ganze ebenfalls unbeschadet überstanden hat. Soviel Adrenalin in der Notfallversorgung ist auch für uns Mediziner nicht alltäglich, wir haben im Team deshalb viel darüber gesprochen und alles Revue passieren lassen.“

V.l. Chefarzt Dr. Damian Schubert, Patient Siegfried Doll und Oberarzt Pavlos Drongitis

Die Freude über den Verlauf merkt man Pavlos Drongitis auch noch an, als er seinen Patienten Wochen später zur Kontrolle wiedersieht. Die beiden plaudern herzlich miteinander. Denn auch, wenn es ihm jetzt sehr gut geht, Siegfried Doll muss sich in der Zeit nach dem Eingriff einiges zurückerobern, unter anderem das Laufen und Treppensteigen bereiten ihm ziemliche Probleme.

Doch in der anschließenden Reha macht er schnell Fortschritte, vor allem mithilfe der Physiotherapeut*nnen, die sich sorgsam um ihn kümmern und seine Ausdauer stärken: „Ich habe mich während der Reha gut erholt und bin auch ein ganzes Stück weiter gekommen. Man muss selbst etwas dafür tun und nicht warten, bis jemand anderes es macht.“

Der Duisburger kann sein Leben nun nahezu ohne Einschränkungen führen, auch wenn engmaschige Kontrollen seiner Gefäße notwendig sind. In seinen Augen aber ist das ein kleiner Preis für die Chance auf ein langes weiteres Leben.  

Modell einer Aortareparatur nach einem Aneurysma.


Die Abteilung der Gefäßchirurgie um Chefarzt Dr. med. Damian Schubert bietet fachliche Expertise mit dem besonderen Schwerpunkt rekonstruktiver Eingriffe an den Hauptschlagadern. Das Team verfügt dabei an beiden Standorten des Helios Klinikum Duisburg (Helios St. Johannes Klinik in Hamborn und Helios Marien Klinik in Hochfeld) über die notwendige technische Ausstattung, unter anderem über einen sogenannten Hybrid-Saal, der Operationen unter gleichzeitiger Bildgebungskontrolle besonders schonend und zielgenau möglich macht. Auch die Eingriffe an den großen Gefäßen werden mittlerweile in der Regel minimalinvasiv vorgenommen, wodurch die Regenerationszeit der Patient*nnen um ein Vielfaches verkürzt werden kann.  


DRK muss Vorsorge treffen - Blutspendedienst ruft auf: Jetzt Blut spenden!

Duisburg, 02. November 2022 - Um den Bedarf der Krankenhäuser und Arztpraxen an dringend benötigten Blutpräparaten auch in den kommenden Wochen und im anstehenden Winter gewährleisten zu können, ruft das Deutsche Rote Kreuz die Bevölkerung eindringlich zum Blutspenden auf.

„Jetzt beginnen wichtige Wochen mit Blick auf die Patientenversorgung,“, so der Sprecher des DRK-Blutspendedienstes West, Stephan David Küpper. 

 Leere Blutspende-Liegen

„Wir kennen die schwierigen Zeiten beim Blutspendeaufkommen, denn im Herbst und Winter beeinflussen viele äußere Faktoren das Blutspendewesen“, so Küpper weiter. Durch Erkältungswellen, die Grippezeit und immer noch Corona fallen viele potenzielle Blutspenderinnen und Blutspender aus. Küpper betont: „Da bereits seit mehreren Wochen weniger Blut gespendet wird, als benötigt, müssen wir jetzt unbedingt gegensteuern, um nicht abermals in einen Versorgungsengpass zu geraten“. 


Erythrozytenkonzentrat (Rote Blutkörperchen)

Nach einer normalen Erkältung ist man wieder blutspendefähig, sobald die Beschwerden verschwunden sind. Sicherheitshalber ist ein Puffer von einer Woche nach Abklingen sinnvoll. Nach der Einnahme von Antibiotika oder einer fieberhaften Erkrankung müssen vier Wochen Pause bis zur nächsten Blutspende eingeplant werden.


Wer an Corona erkrankt ist und einen leichten Krankheitsverlauf (z.B. Schnupfen- oder Erkältungssymptome) hatte, muss bis eine Woche nach Abklingen der Symptome warten, bevor er wieder zur Spende zugelassen wird. Nach einer schweren Corona-Erkrankung (z.B. Fieber), muss man bis 4 Wochen nach Abklingen der Symptome warten, bis eine Blutspende wieder möglich ist.

Appell zur Blutspende - 3.500 Blutspender täglich
Küpper betont: „Da bereits seit mehreren Wochen weniger Blut gespendet wird als benötigt, rufen wir jetzt dringend auf, um nicht in einen Versorgungsengpass zu geraten“.  Um die Blutkonserven-Lager wieder aufzufüllen und die Versorgung sicherzustellen, benötigt der DRK-Blutspendedienst West täglich bis zu 3.500 Blutspenden!  Daher der dringende Appell, im Herbst und in der Vorweihnachtszeit Menschlichkeit in Form einer Blutspende zu zeigen. Blutspendetermine in den jeweiligen Regionen  sind unter www.blutspende.jetzt schnell zu finden.

Wie kann ich helfen - wann und wo kann ich Blut spenden?
Der DRK-Blutspendedienst West bietet in NRW, RLP und dem Saarland täglich bis zu 50 Blutspendetermine an. Informationen, ob man Blut spenden kann, Fragen zur Blutspende in Coronazeiten und die Möglichkeit, einen persönlichen Termin zur Blutspende zu vereinbaren, findet man über die Homepage www.blutspende.jetzt. Auch Unternehmen können das DRK unterstützen, indem sie die Mitarbeitenden zur Blutspende aufrufen. Hier bittet das DRK, die vorhandenen Ressourcen und Terminangebote zu nutzen.  

Blutspende über Terminreservierung: www.blutspende.jetzt
Das DRK bittet alle Bürger, die Blut spenden möchten, sich vorab online einen persönlichen Termin zu reservieren. Terminreservierungen sind Bestandteil des Corona-Schutzkonzeptes. Alle Termine sowie eventuelle Änderungen, aktuelle Maßnahmen und Informationen rund um das Thema Blutspende in Zeiten von Corona sind unter 0800 11 949 11 zwischen 8.00 Uhr und 17.00 Uhr oder unter www.blutspende.jetzt tagesaktuell abrufbar.  Weitere Infos zum Hygienekonzept und ein Corona-FAQ stehen hier online: www.blutspendedienst-west.de/corona 

 

Neues Arbeitsmodell für Führungskräfte in der Pflege

 Betriebliches Gesundheitsmanagement des Evangelischen Klinikum Niederrhein gewinnt mit 20.000 Euro dotierten Förderpreis  

Duisburg, 02. November 2022 - Mit einem innovativen Konzept für Stationsleitungen in den Pflegeberufen hat das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) des Evangelischen Klinikum Niederrhein den 2. Platz beim Deutsche BGM-Förderpreis 2022 belegt. Die Gewinner des von der Krankenkasse DAK-Gesundheit und der Kommunikationsberatung MCC ins Leben gerufenen Preises wurden Ende Oktober im Rahmen eines Kongresses in Bonn ausgezeichnet.  

Das Motto des BGM-Förderpreises in diesem Jahr lautete „New Work aktiv gestalten – Chancen für eine gesunde Führung nutzen“. Dazu passend hat das Betriebliche Gesundheitsmanagement des Evangelischen Klinikum Niederrhein ein Projekt entwickelt, das Führungskräften in der Pflege die Möglichkeit eröffnet, an bestimmten Tagen den Fokus ihrer Tätigkeit stärker auf die Themen Organisation und Mitarbeiterführung zu legen. Denn neben der Arbeit am Patientenbett sind die Leitungskräfte auf den Stationen mit einer Vielfalt von organisatorischen Aufgaben betraut.


Damit diese angesichts der täglichen hohen Arbeitsbelastung nicht zu kurz kommen, soll den Führungskräften am Evangelischen Klinikum Niederrhein in Zukunft die Möglichkeit gegeben werden, ein- bis zweimal pro Monat einen „Orga-Tag“ im HomeOffice einzulegen. Möglich gemacht wird das unter anderem durch die Bereitstellung von Notebooks und Diensthandys.  


Dr. Ute Wiedemann, Vorstandsmitglied DAK-Gesundheit, fasst zusammen, warum dieses Konzept die Jury des Deutschen BGM-Förderpreises überzeugt hat: „Die Idee, Führungskräfte bewusst für definierte Tage aus dem Pflegealltag herauszuhalten und ihnen so Raum für Organisation und Teamführung zu geben, kommt am Ende nicht nur der Führungskraft selbst zugute, sondern auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Dieser agile Ansatz fördert gesundheitsgerechte Selbst- und Teamführung sowie eine wertschätzende Arbeitskultur.“  

An dem Wettbewerb hatten sich Unternehmen aus ganz Deutschland beteiligt. Der Gewinn in Höhe von 20.000 Euro wird als Sachpreis zur Unterstützung von BGM-Projekten am Evangelischen Klinikum Niederrhein vergeben.  


Das Betriebliche Gesundheitsmanagement am Evangelischen Klinikum Niederrhein entwickelt bereits seit mehreren Jahren Projekte, die dazu beitragen, das Gesundheitsbewusstsein der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu stärken und deren physische und psychische Belastungen während der Arbeitszeit zu reduzieren. Dazu gehören beispielsweise Stressbewältigungs- oder Ernährungsprogramme, aber auch Gesundheitswochen mit verschiedenen Aktionen und Angeboten an den einzelnen Standorten des Klinikverbundes.         

V.l. Susanne Schneider (Leiterin der Personalentwicklung/Leiterin BGM am Evangelischen Klinikum Niederrhein), Züleyha Kursunlu (Psychosoziale Beraterin am Evangelischen Klinikum Niederrhein) und Norbert Behrs (Vorsitzender der Mitarbeitervertretung am Evangelischen Klinikum Niederrhein) bei der Preisübergabe in Bonn (Foto: EVKLN)


Turbulenzen im Herz  - 12. Duisburger Gesundheitsdialog

Duisburg, 28. Oktober 2022 - Das Thema Turbulenzen im Herz belastet viele – das haben sich die Helios Rhein-Ruhr Kliniken und die Volksbank Rhein-Ruhr zum Anlass genommen, um verschiedene Perspektiven des Themas zu beleuchten und damit Betroffene und Angehörige zu informieren und mit ihnen gemeinsam in einen Austausch zu gehen. Am 19. Oktober 2022 fand der zwölfte Duisburger Gesundheitsdialog in der Zentrale der Volksbank Rhein-Ruhr statt.


150 Teilnehmer:innen kamen der Einladung nach und hörten sich vier Fachvorträge der Herzspezialisten aus dem Team von Dr. med. Martin Oels der Helios St. Anna Klinik an. Dabei wurden das Vorhofflimmern, Alternativen zur Blutverdünnung bei Vorhofflimmern, der Risikofaktor Bluthochdruck und Cholesterin und seine Folgen thematisiert.


Das rege Interesse an der Veranstaltung lässt auf die Anzahl der Betroffenen schließen, denn fast alle 10 Sekunden kommt es weltweit zu einem Schlaganfall infolge von Vorhofflimmern. Mit insgesamt 1,8 Millionen Betroffenen in Deutschland ist das Vorhofflimmern die häufigste Herzrhythmusstörung und damit gleichermaßen eine weit verbreitete Volkskrankheit. Bei dieser Krankheit schlägt das Herz anhaltend unregelmäßig und oft so schnell, dass weniger Blut in den Körper gepumpt werden kann.


Damit ist es nicht unmittelbar lebensbedrohlich, allerdings haben Betroffene ein fünffach erhöhtes Risiko für Schlaganfälle. Symptome wie Herzrasen, ein Schwächegefühl, schnelle Erschöpfung, ein Engegefühl in der Brust, Benommenheit und Schwindel können ein Anzeichen von Vorhofflimmern sein. Doch mehr als die Hälfte der Betroffenen bemerkt es gar nicht. Das Risiko der chronischen Krankheit steigt mit dem Lebensalter. Mit dieser Veranstaltung sensibilisierte das Team um Dr. Oels potenziell Betroffene und machte auf die Risiken und Behandlungsmethoden aufmerksam.


Für eine anschließende Fragerunde und einen persönlichen Austausch standen sowohl die Kardiologie-Experten der St. Anna Klinik Dr. med. Martin Oels (Chefarzt), Dr. med. Michael Müller (Sektionsleitung Elektrophysiologie), Dr. med. Jan Ohlig (Leitender Oberarzt) und Dr. med. Dominik Schuler (Oberarzt) als auch Annegret Dunkel, ehrenamtliche Beauftragte der Deutschen Herzstiftung, zur Verfügung.  

Dr. med. Martin Oels, Chefarzt Kardiologie Helios Rhein-Ruhr Kliniken

Online-Kurs: Erste Hilfe bei Neugeborenen und Kleinkindern  
Wie verhalte ich mich bei Notfällen mit meinem Säugling richtig? Wie schütze ich mein Baby vor dem plötzlichen Kindstod? Was gilt es, in Hinblick auf Infektionskrankheiten und Impfungen zu beachten? Auf diese und weitere, auch individuelle Fragen gibt Dr. med. Sabine Brauer, erfahrene Kinderärztin und Oberärztin des Sozialpädiatrischen Zentrums an der Helios St. Anna Klinik Duisburg, Eltern, Großeltern und anderen Interessierten in einem kostenlosen Online-Erste-Hilfe-Kurs Antwort.

Außerdem demonstriert sie die Reanimation von Kindern an einer Simulationspuppe. Der Kurs findet statt am Mittwoch, 02.11.2022 ab 18:00 Uhr. Eine Anmeldung per E-Mail ist erforderlich: helga.hamacher@helios-gesundheit.de

 

   

Aktionstag Männergesundheit

Duisburg, 26. Oktober 2022 - Die Initiative „Männergesundheit“ nimmt den Weltmännertag am 3. November als Anlass, Duisburger Männer zu ihrem bekannten „Männer-TÜV“ ins FORUM in der Duisburger Innenstadt einzuladen. In der Zeit von 11 bis 19 Uhr sollen sie an verschiedenen Aktionsständen zum Mitmachen animiert werden, um etwas für Ihre Gesundheit und Vorsorge zu tun. Jeder Teilnehmer kann tolle Preise gewinnen wie zum Beispiel Einkaufsgutscheine für das FORUM oder eine kostenlose halbjährige Mitgliedschaft im Fitness-Center. Angeboten werden ein begehbares Herzmodell, Überprüfung des Blutzuckerspiegels und Blutdrucks sowie ein Hörtest.

Ein Fitness-Check darf natürlich nicht fehlen. Unter dem Motto „Man(n) sorgt vor“ hat es sich die Initiative Männergesundheit zur Aufgabe gemacht, Männer für ihre Gesundheit zu interessieren, Bewusstsein zu schaffen und zu zeigen, wie einfach Vorsorge sein kann. Dabei werden einige Duisburger Ärztinnen und Ärzte zu den Themen Herzgesundheit, Prostatakrebs und Essstörungen informieren und Vorbehalte hinsichtlich Vorsorge und Früherkennung abbauen. Die Veranstaltung findet im Rahmen des „Vorsorgetheaters“ der Novitas BKK statt und wird durch einige Geschäfte im FORUM unterstützt.

Matthias Börger, Gesundheitsdezernent der Stadt Duisburg begrüßt das Engagement der Initiative: „Die Initiative ermuntert Männer, die Vorsorgeangebote der Krankenkassen mehr zu nutzen. Denn dass Männer im Schnitt immer noch kürzer leben als Frauen hat auch mit dem Lebensstil zu tun: Männer greifen eher zu Zigarette und Alkohol, neigen zu Übergewicht und gehen auch seltener zum Arzt. Dabei lassen sich viele Krankheiten gut behandeln, wenn sie früh genug erkannt werden. Daher mein Appell: Gehen Sie zur Vorsorge – damit Sie länger und vor allem länger gesund leben.“

Breite Unterstützung findet die Initiative Männergesundheit der Kommunalen Gesundheitskonferenz der Stadt Duisburg durch den MSV auch auf Social Media. Unter #mannsorgtvor werden MSV-Spieler Fotos von sich posten. Weitere Kooperationspartner: Novitas BKK, AOK Rheinland/Hamburg, GALERIA Duisburg Forum, Mayersche Buchhandlung, dm-drogerie markt Duisburg, FORUM Duisburg, Duisburger Ärzteschaft, Ev. Klinikum Niederrhein Herzzentrum Duisburg, Helios Klinikum Duisburg, AIDS-Hilfe Duisburg/Kreis Wesel e.V., Selbsthilfegruppe Prostatakrebs, Pflegeschule Duisburg e.V., Aktivhaus, Hörwelt, Initiative „Deine Manndeckung“. Weitere Informationen unter www.mann-sorgt-vor.de.

Entstehungsgeschichte Weltmännertag: Der Weltmännertag ist ein Aktionstag zur Männergesundheit, der seit dem Jahr 2000 jährlich am 3. November stattfindet. Dieser sollte, laut Aussage von Michail Gorbatschow als Schirmherr, das Bewusstsein der Männer im gesundheitlichen Bereich erweitern. So liege die Lebenserwartung der Männer im Durchschnitt sieben Jahre unter jener der Frauen. Ins Leben gerufen wurde der erste Weltmännertag im Jahr 2000 von Andrologen der Universität Wien.

Gemeinsam mit der Stadt Wien, der Gorbatschow-Stiftung, Medical Connection und United Nations Office at Vienna (UNOV) wurde er das erste Mal offiziell 2000 in Wien veranstaltet. Heute stehen vor allem rechtzeitige Gesundheitsvorsorge und die realistische Einschätzung der eigenen gesundheitlichen Verfassung und Risiken im Vordergrund. Er ist nicht zu verwechseln mit dem Internationalen Männertag, welcher am 19. November eines jeden Jahres stattfindet. Quelle: Wikipedia

 

Erste roboterassistierte Speiseröhren-OP

Duisburg, 26. Oktober 2022 - „Schon als ich aus der Narkose aufgewacht bin, habe ich fast keine Schmerzen gespürt.“ – erste Speiseröhren-Operation mit einem DaVinci-OP-Roboter am Evangelischen Krankenhaus Duisburg-Nord  

Speiseröhrenkrebs gehörte früher zu den Tumorerkankungen mit einer eher schlechten Prognose. Fortgeschrittene Methoden der Strahlen- und Chemotherapie und verbesserte Operationstechniken haben mittlerweile dafür gesorgt, dass sich dieses Bild entscheidend gewandelt hat.
Das Evangelische Klinikum Niederrhein geht jetzt in der Behandlung der Erkrankung noch einen Schritt weiter: Am Evangelischen Krankenhaus Duisburg-Nord hat ein Team der Allgemein- und Viszeralchirurgie unter Leitung von Chefarzt Prof. Dr. Daniel Vallböhmer die erste roboterassistierte Operation bei einem Patienten mit Speiseröhrenkarzinom vorgenommen.

Bei dem sogenannten Zweihöhlen-Eingriff bei dem 61-jährigen Jürgen Schubert kam das hauseigene OP-System DaVinci zum Einsatz. Bei diesem Eingriff wird, vereinfacht gesagt, die Speiseröhre über zwei Schnitte an Bauch und Brustkorb entfernt und anschließend der Magen hochgezogen und mit der Restspeiseröhre verbunden, um die weitere Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme des Patienten zu gewährleisten. Früher geschah dies in Form einer offenen Operation, was für die Patienten sehr belastend und risikoreich war.

Bereits seit einigen Jahren haben minimalinvasive Techniken es möglich gemacht, dass solche komplexen Eingriffe schonender und sicherer vorgenommen werden können. Das robotergestützte DaVinci-System sorgt jetzt am Evangelischen Klinikum Niederrhein für noch mehr Präzision bei der chirurgischen Arbeit und damit für noch weniger Belastung für den Patienten.

Bei der Premiere wurde das Team des Evangelischen Krankenhauses Duisburg-Nord im Operationssaal von dem Mainzer Chirurgen Prof. Peter Grimminger beraten, der eine große Erfahrung in robotergestützten Operationen von Speiseröhrenkrebs besitzt. Ab dem kommenden Jahr dürfen derartige Eingriffe nur noch von Kliniken durchgeführt werden, die über entsprechende Expertise verfügen und eine Mindestzahl von 26 Operationen pro Jahr nachweisen können. Das Evangelische Krankenhaus Duisburg-Nord erfüllt diese Voraussetzungen.


Im Fall von Jürgen Schubert erwies sich die erstmals eingesetzte roboterassistierte OP-Technik als voller Erfolg. „Schon als ich aus der Narkose aufgewacht bin, habe ich fast keine Schmerzen gespürt.“, sagt der 61-jährige einige Wochen nach dem Eingriff, „Einige Tage später bin ich entlassen worden. Mir geht es gut, ich kann ganz normal essen. Und von den kleinen Schnitten, die bei der OP entstanden sind, ist nichts mehr zu sehen. Diese Technik ist faszinierend.“ Hinweis: Vom 14. bis zum 17. November präsentiert der Verbund Evangelisches Klinikum Niederrhein/BETHESDA Krankenhaus seine vier DaVinci-Systeme der Öffentlichkeit.

An jeweils einem Tag sind die roboterassisierten OP-Systeme in den Eingangsbereichen des Evangelischen Krankenhauses Duisburg-Nord, des Herzzentrums Duisburg, des Johanniter Krankenhauses Oberhausen und des BETHESDA zu sehen. Dazu gibt es Demonstrationen der Abteilungen, die den DaVinci bei ihren Eingriffen nutzen. Eine separate Pressemitteilung zu diesen „Tagen der Robotik“ folgt.   

Erste Speiseröhren-OP mit dem DaVinci-Roboter am Evangelischen Krankenhaus Duisburg-Nord

Prof. Dr. Daniel Vallböhmer (rechts) mit Prof. Dr. Peter Grimminger (links) während des Eingriffs

Patient Jürgen Schubert einige Wochen nach dem Eingriff (Fotos: EVKLN)


Infoabend für werdende Eltern

Duisburg, 25. Oktober 2022 - Bei den Infoabenden für werdende Eltern an der Helios St. Anna Klinik Duisburg informieren Hebammen und Ärzt:innen aus der Geburtshilfe zu Abläufen bei der Entbindung, Möglichkeiten der Schmerzbehandlung, Akupunktur und anderen ergänzenden Angeboten sowie weiteren Themen rund um Schwangerschaft und die sanfte Geburt. Im Anschluss zeigt das Team den werdenden Eltern die Kreißsäle sowie die Wochenstation mit Patienten-, Familien- und Kinderzimmern. Jederzeit besteht die Gelegenheit, individuelle Fragen zu stellen.

Die Infoabende finden jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat um 18:00 Uhr statt, das nächste Mal am Donnerstag, 03. November 2022. Da die Plätze begrenzt sind, wird um eine telefonische Terminvereinbarung gebeten: (0203) 755-1254  
Laut der aktuellen gesetzlichen Regelungen ist für die Teilnahme am Infoabend ein offizieller Corona-Schnelltest erforderlich. Das Testzentrum im St. Anna öffnet am Veranstaltungstag deshalb bis 18:00 Uhr, letzte Testmöglichkeit ist um 17:45 Uhr.    

Das Team der Geburtshilfe an der Helios St. Anna Klinik Duisburg informiert werdende Eltern bei den regelmäßigen Infoabenden zu den Themen Schwangerschaft und Geburt.

Krankentransport umfasst auch Fahrten zu Gesundheitsuntersuchungen und Krebsfrüherkennungen  

Klarstellung
Berlin/Duisburg, 21. Oktober 2022 - Nach Hinweisen aus der Versorgungspraxis hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) am 20. Oktober 2022 eine Klarstellung in der Krankentransport-Richtlinie vorgenommen. Durch eine Ergänzung im § 8 der Richtlinie wird abgesichert, dass zu den von den gesetzlichen Krankenkassen übernommenen Fahrten von dauerhaft in ihrer Mobilität beeinträchtigten pflegebedürftigen und schwerbehinderten Personen zu ambulanten Behandlungen aus zwingenden medizinischen Gründen ausdrücklich auch Fahrten zu Gesundheitsuntersuchungen für Erwachsene und Kinder gemäß den §§ 25 und 26 Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V) sowie Krebsfrüherkennungsuntersuchungen einschließlich den organisierten Krebsfrüherkennungsprogrammen gemäß den §§ 25 und 25a SGB V gehören.

In der Vergangenheit kam es offenbar zu unterschiedlichen Auslegungen. Sie bestanden vor allem bei der Frage, ob auch Fahrten zu organisierten Krebsfrüherkennungsprogrammen verordnet werden können, wenn diese zum Beispiel durch eine zentrale Einladungsstelle organisiert und vereinbart wurden. Mit der Klarstellung will der G-BA sichergehen, dass auch Versicherte mit einer dauerhaft eingeschränkten Mobilität – beispielsweise durch eine Behinderung oder Pflegebedürftigkeit – einen Zugang zu Früherkennungsangeboten erhalten.

Die Krankenfahrt zu einer Gesundheits- oder Krebsfrüherkennungsuntersuchung kann für Versicherte verordnet werden, die einen Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen „aG“, „Bl“ oder „H“ oder einen Einstufungsbescheid gemäß Sozialgesetzbuch XI in den Pflegegrad 3, 4 oder 5 vorlegen und bei einer Einstufung in den Pflegegrad 3 wegen dauerhafter Beeinträchtigung ihrer Mobilität einer Beförderung bedürfen. Ferner sind die Verordnungsvoraussetzungen auch bei Versicherten erfüllt, die bis zum 31. Dezember 2016 in die Pflegestufe 2 eingestuft waren und seit 1. Januar 2017 mindestens den Pflegegrad 3 erhalten haben.

Das Einholen einer Genehmigung der Verordnung durch die Krankenkasse ist nicht erforderlich, wenn die Krankenfahrt beispielsweise mit einem Taxi oder Mietwagen verordnet wird. Ist während der Fahrt eine medizinisch-fachlichen Betreuung oder eine fachgerechte Lagerung der Patientin oder des Patienten notwendig, muss für die Krankenfahrt mit dem Krankentransportwagen vorab eine Genehmigung eingeholt werden. Beschluss des G-BA vom 20. Oktober 2022:  

Krankentransport-Richtlinie: Klarstellung zur Verordnungsmöglichkeit von Krankenfahrten nach § 8 der Krankentransport-Richtlinie zu Gesundheits- und Krebsfrüherkennungsuntersuchungen

KV Nordrhein: Arztpraxen sind keine Energie-Selbstläufer  

Statement des Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, Dr. med. Frank Bergmann, und des stellvertretenden KVNO-Vorsitzenden, Dr. med. Carsten König, zu den steigenden Energiekosten in den nordrheinischen Praxen. Vor allem bei fachärztlichen Gruppen wie Radiologie, Strahlentherapie und Nephrologie liegen die Kostensteigerungen durch einen unvermeidbar höheren Stromverbrauch weit über dem Verbraucherpreisindex. Schon heute haben sich für diese Niedergelassenen die Strompreise teils verzwölffacht.  

Düsseldorf/Duisburg, 21. Oktober 2022 - „Die Leistungen, die die Praxisteams tagtäglich erbringen, finden nicht im luftleeren Raum statt. Als selbständige Unternehmerinnen und Unternehmer tragen die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in Nordrhein eine Verantwortung für ihre Praxis – Mitarbeitende müssen bezahlt, Praxisräume geheizt und u.a. technisch-medizinische Geräte betrieben und unterhalten werden. Das Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hat ausgerechnet, dass die Kosten für den Praxisbetrieb in den Jahren 2017 bis 2020 um durchschnittlich über 13 Prozent gestiegen sind. Und das, obwohl die Inflation in diesem Zeitraum lediglich bei knapp vier Prozent gelegen hat.  

In diesen Tagen wird viel über einen möglichen Blackout und längere Stromausfälle gesprochen. Dabei stehen dann allerdings meistens Kliniken und Krankenhäuser im Fokus der Öffentlichkeit. Unsere Forderung lautet daher: Auch Arztpraxen müssen als kritische Infrastruktur z. B. in Regelungen zur Energiekostendämpfung dringend einbezogen werden. Außerdem muss die niedergelassene Vertragsärzteschaft endlich als das angesehen werden, was sie de facto auch ist: die Basis und das stabile Rückgrat der wohnortnahen medizinischen Versorgung in Deutschland.       

 

Allerdings kommen zurzeit weder vom Bund noch von den Krankenkassen konkrete Signale, dieses Rückgrat entlasten, geschweige denn stärken zu wollen. Ganz im Gegenteil: Die Neupatienten-Regelung ist – trotz aller berechtigten Einwände und eindringlichen Appelle der KVen sowie der ärztlichen Berufsverbände – regierungsseitig gestrichen worden.

Für Krankenhäuser wird dagegen wiederholt viel Geld gefordert, für die Niedergelassenen und ihre Praxisteams reicht das Verständnis nicht einmal für völlig angemessene Energiekostenzuschüsse. Daher fragen wir uns, wie lange dieses Versorgungs-Rückgrat noch stabil bleibt bzw. ob hier nicht doch zeitnah ein schwerer ‚Bandscheibenvorfall‘ durch dauerhafte Überbelastung droht.       

Diese Taktik des beständigen Ignorierens empfinden wir als riskantes politisches Manöver. Damit kommen wir aber leider keinen Schritt voran. Dadurch, dass man Probleme ignoriert, verschwinden sie nicht – sie wachsen eher noch weiter an. Die Niedergelassenen im Rheinland fordern daher entschieden und dringend eine realitätsnahe, faktenorientierte und erwachsen-konstruktiv geführte Diskussion darüber, welche Unterstützung die niedergelassene Vertragsärzteschaft am dringendsten benötigt, um eine angemessene Versorgung aufrechterhalten zu können!“  

 

A Heart Day 16. Oktober 2022: Zwei Hände können Leben retten

Klinik Herzdruckmassage
Duisburg/Niederrhein - 100 Schläge pro Minute – das ist nicht nur der Rhythmus des Bee Gees Klassikers „Stayin‘ Alive“, sondern auch die richtige Frequenz für eine Herzdruckmassage. Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute und wenn umgehend mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen wird, erhöht sich die Überlebenschance der Betroffenen um das Dreifache. Die Ärztliche Leitung Rettungsdienst des Kreises Wesel macht anlässlich des World Restart A Heart Day am 16. Oktober auf die Wichtigkeit von Ersthelfern aufmerksam.

Dr. Frank Höpken: „Das wichtigste ist: Man kann nichts falsch machen, außer man tut nichts. Im Notfall gilt der Dreiklang ‚Prüfen, Rufen, Drücken‘: Zuerst prüfen, ob die Person ansprechbar ist. Falls nicht, sofort die Notrufnummer 112 anrufen und dann mit der Herzdruckmassage beginnen und nicht aufhören, bis der Rettungsdienst eintrifft.“ Mit der Ersthelfer-App „Corhelper“ im Kreis Wesel gibt es eine weitere Möglichkeit für jede und jeden, sich zu engagieren. Wer helfen möchte, kann sich über die App registrieren und wird nach Freischaltung als Ersthelfer geführt.

Kommt es zu einem Notruf in der Nachbarschaft, der auf einen Herz-Kreislauf-Stillstand hinweist, alarmiert die Kreisleitstelle den Corhelper automatisiert parallel zum Rettungsdienst. Nimmt der Ersthelfer die Alarmierung an, leistet er in den ersten Minuten, bis der Rettungsdienst eintrifft, Erste Hilfe. „Auch, wenn wir über einen sehr guten Rettungsdienst verfügen, der schnell vor Ort ist, sind die ersten Minuten bei einem Kreislaufstillstand für das weitere Outcome entscheidend“, ergänzt Dr. Höpken.

Seit dem Start der App im September 2021 haben sich 988 Freiwillige registriert. Wer sich als Corhelper registrieren möchte, muss volljährig sein und einen Erste-Hilfe-Lehrgang im Umfang von mindestens neun Unterrichtseinheiten innerhalb der letzten 24 Monaten absolviert haben. Die Hilfsorganisationen im Kreis Wesel bieten regelmäßig entsprechende zertifizierte Kurse an, hier besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Kreis Wesel.

Helferinnen und Helfer, die bereits über eine berufliche Qualifikation verfügen und dort Reanimationsmaßnahmen durchführen (z.B. Alten-/Krankenpflegende, Ärzte/Ärztinnen, Medizinische Fachangestellte, Apotheker/Apothekerinnen, Rettungsdienstmitarbeitende, Zahnärzte/Zahnärztinnen etc.), können sich einfach mit ihrer Qualifikationsurkunde online registrieren. Dazu muss die kostenlose App auf dem Smartphone installiert sein und Zugriff auf die Standortübermittlung gewährt werden. Nach Registrierung über die App wird nach Überprüfung der Voraussetzungen der Corhelper freigeschaltet.

Weitere Fragen zum Corhelper beantwortet Felix Knorth unter 
corhelper@kreis-wesel.de. Weitere Informationen gibt es unter https://www.kreis-wesel.de/corhelper, unter https://www.youtube.com/watch?v=T6lnKPkkW28 zeigt ein Disponent, wie eine Telefon-Laienreanimation angeleitet wird.  

Herzdruckmassage
Eine erfolgreiche Wiederbelebung ist einfach durchzuführen. Alles was benötigt wird, sind zwei Hände. Leben retten ist kinderleicht, auch für Erwachsene.  
PRÜFEN. RUFEN. DRÜCKEN. Wenn eine Person bewusstlos zusammenbricht, sind drei Dinge wichtig:
1. PRÜFEN
·         Sprechen Sie die Person an: „Hören Sie mich?“
·         Schütteln Sie an den Schultern: Keine Reaktion?
·         Achten Sie auf die Atmung: Keine Atmung oder keine normale Atmung (Schnappatmung)?
2. RUFEN
·         Rufen Sie 112 an
·         Oder veranlassen Sie eine andere Person zum Notruf
3. DRÜCKEN
Drücken Sie fest und schnell. Beginnen Sie sofort mit der Herzdruckmassage:
·         Machen Sie den Brustkorb frei
·         Legen Sie den Ballen Ihrer Hand auf die Mitte der Brust, den Ballen Ihrer anderen Hand darüber
·         Verschränken Sie die Finger. Halten Sie die Arme gerade und gehen Sie senkrecht mit den Schultern über den Druckpunkt, so können Sie viel Kraft ausüben
·         Drücken Sie das Brustbein 5 bis 6 cm nach unten
·         Drücken Sie 100 bis 120 Mal pro Minute
·         Hören Sie nicht auf, bis Hilfe eintrifft
·         Geschulte Helfer sollen die Mund-zu-Mund-Beatmungen im Verhältnis von 30 Herzdruckmassagen zu 2 Beatmungen durchführen.



Kleiner Clip ersetzt Herzoperation

Duisburg, 13. Oktober 2022 - Am Helios Klinikum Duisburg wurde die katheterbasierte Mitralklappenrekonstruktion als neues interventionelles Verfahren eingeführt. Für viele kardiologische PatientInnen, bei denen eine Operation zu riskant ist, bietet das minimal-invasive Verfahren neue Lebensqualität.  

Eine Mitralklappeninsuffizienz ist der leicht sperrige, aber medizinisch korrekte Begriff für eine undichte Herzklappe zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer. Diese Störung gehört zu den häufigsten im Laufe des Lebens erworbenen Herzklappenfehlern. Entsprechend hoch ist die Zahl der PatientInnen, bis zu fünf Prozent der über 65-Jährigen sind betroffen.
Die Mitralklappe reguliert den Blutfluss aus dem linken Vorhof des Herzens in die linke Herzkammer. Schließt die Klappe nicht vollständig, fließt ein Teil des Blutes zurück in den Vorhof und den Lungenkreislauf. Dadurch kann es bei den PatientInnen zu Luftnot, Wassereinlagerungen und einer deutlichen Abnahme der Belastbarkeit kommen.  Auf Dauer kann auch der Herzmuskel geschädigt werden.  

Diese Fehlfunktion war bis vor kurzem nur mit Hilfe einer Operation therapierbar. Da die Erkrankung aber oftmals im höheren Alter auftritt und viele PatientInnen unter zusätzlichen Beschwerden leiden, galt die Behandlung lange Zeit als eingeschränkt, etwa, weil ein operativer Eingriff mit Herz-Lungenmaschine aufgrund der Risikofaktoren ausgeschlossen war.

Ein neues Clip-Verfahren umgeht dieses Problem nun und gibt den Betroffenen Hoffnung: Diese winzigen Implantate können bei einem schonenden Eingriff im Herzkatheterlabor über die Leiste eingesetzt werden.

Auch an der Helios St. Johannes Klinik in Duisburg Alt-Hamborn wurde das Verfahren in diesem Jahr erfolgreich etabliert. Für Kardiologie-Chefarzt Priv. Doz. Dr. med. Wolfgang Lepper eine Bereicherung: „Wir schieben die Clips, die an eine winzige Wäscheklammer erinnern, mithilfe eines Katheters sanft durch die Blutgefäße zum Herzen. Das ist auch für vorbelastete PatientInnen eine Option, ohne die Strapazen einer großen Operation am offenen Herzen.“



Unter gleichzeitiger Röntgen- und Ultraschallkontrolle verbinden die Spezialisten die beiden Segel der Herzklappe dann durch die etwa fingernagelgroßen Clips miteinander. So wird der Rückfluss aus Herzkammer und Vorhof korrigiert und das Herz kann seinen Dienst wieder wie gewohnt verrichten.

Clipverfahren - Einsatz via Katheter

Nach dem Eingriff werden die PatientInnen noch kurz auf der Intensiv- und später auf der Normalstation überwacht, eine Entlassung ist aber meist schon um den fünften Tag herum möglich. Im Anschluss sollten regelmäßige Ultraschallkontrollen erfolgen, auch die Medikation wird entsprechend angepasst.  

Mit diesem Verfahren erweitert das Duisburger Team den Kreis der PatientInnen, denen geholfen werden kann, erheblich. Ob Betroffene für den Eingriff geeignet sind, klären die KardiologInnen in umfassenden Voruntersuchungen und anhand interdisziplinärer Besprechungen mit anderen Fachgebieten, wie der Herzchirurgie oder der Anästhesie.



Evangelisches Krankenhaus Duisburg-Nord: Erste Wachoperation bei einer Patientin mit Hirntumor

Duisburg, 13. Oktober 2022 - Es klingt beinahe wie ein Szenario aus einem eher schlechten Film – ist aber ein Meilenstein in der Klinik für Neurochirurgie am Evangelischen Krankenhaus Duisburg-Nord: Ein Team um den Leitenden Oberarzt Dr. Rashad El-Habony hat erstmals bei der operativen Behandlung einer Patientin mit einem Hirntumor eine Wachoperation durchgeführt.

Bei dieser Operationstechnik, die üblicherweise nur an großen Universitätskliniken zum Einsatz kommt, werden die Patienten während des Eingriffs zur Überprüfung wichtiger Hirnfunktionen wie der Sprache und der motorischen Funktion mehrmals kurz aus der Narkose aufgeweckt. Wachoperationen machen sich eine erstaunliche Eigenschaft des menschlichen Gehirns zunutze: Obwohl Schmerzen in anderen Körperregionen zentral im Gehirn verarbeitet werden, verfügt das Organ selber über keine Schmerzrezeptoren. Berührungen oder Eingriffe am Gehirn verursachen also bei den Patienten keinerlei Schmerzempfinden.     

Am Evangelischen Krankenhaus Duisburg-Nord wurde die Technik jetzt erstmals bei einer Kraniotomie, also einer chirurgischen Eröffnung der Schädeldecke, bei einer 84-jährigen Patientin mit einem Hirntumor durchgeführt. Dabei erfolgte das Öffnen des Schädels zunächst in Vollnarkose. Während der anschließenden Entfernung des Tumors war es dann für die Chirurgen von größter Wichtigkeit, andere Hirnareale wie z.B. das Sprachzentrum genau einzugrenzen, um diese von der Tumormasse unterscheiden zu können. Dazu wurde die Patientin während der Operation zum Beispiel für kurze Sprachtests, die im Vorfeld mit ihr eingeübt worden waren, aus der Narkose aufgeweckt.

 Erste Wachoperation eines Hirntumors am Evangelischen Krankenhaus Duisburg-Nord Fotos: EVKLN

„Diese Methode ist bei Tumoren sinnvoll, die in der Nähe des Sprachzentrums oder der motorischen Hirnrinde gelegen sind.“, erklärt Dr. El-Habony, „In diesen Fällen liefert die Wachoperation sehr präzise Auskünfte darüber, welches Hirngewebe ohne Folgen entfernt werden kann, und welches erhalten werden muss. Einen besseren Weg zu einer kompletten Tumorentfernung gibt es nicht.“

Professor Dr. Michael Zimmermann, Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie am Evangelischen Krankenhaus Duisburg-Nord, ergänzt: „Die Wachoperation ist auch nicht für alle Patienten geeignet. Patientin oder Patient müssen eine stabile Psyche haben und bereit sein, aktiv mitzuarbeiten. Sie sind sozusagen die wichtigsten Helfer des Chirurgen während des Eingriffs. Das kann man nicht jedem Patienten zumuten.“

Bei der Premiere am Evangelischen Krankenhaus Duisburg-Nord hat sich die Wachoperation als voller Erfolg erwiesen: Der Hirntumor der 84-jährigen Patientin wurde vollständig entfernt, wenige Tage später konnte die alte Dame die Klinik verlassen. „Sie ist sogar zu Fuß nach Hause gegangen.“, stellt Dr. Rashad El-Habony freudig fest. 

 

Richtig oder falsch? 10 Mythen über Brustkrebs

Duisburg, 12. Oktober 2022 - Aluminiumhaltige Deos, große Brüste oder Bügel-BHs erhöhen das Brustkrebsrisiko – diese und ähnliche Mythen kursieren in der ganzen Welt und sorgen häufig für Verunsicherung. Doch was ist dran an den Behauptungen? Anke Pollmanns, Oberärztin an der Helios St. Johannes Klinik und erfahrene Spezialistin für Senologie und Onkologie, erklärt, was wirklich stimmt.  

Mythos 1: Durch Smartphones entsteht Brustkrebs Das stimmt nicht. Viele Wissenschaftler sehen kein messbares Krebsrisiko durch Smartphones und somit auch keinen Zusammenhang zwischen der Nutzung von Mobiltelefonen und der Entstehung von Brustkrebs.  

Mythos 2: Aluminiumhaltige Deos verursachen Brustkrebs Irrtum. Erst kürzlich wurde eine Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) veröffentlicht, die belegt, dass über die Haut deutlich weniger Aluminium aufgenommen wird, als bisher gedacht. Ein Gesundheitsrisiko durch aluminiumhaltige Deos ist daher sehr unwahrscheinlich.  

Mythos 3: Bügel-BHs lösen Brustkrebs aus Auch das ist falsch. Es gibt mehrere Studien, die zeigen, dass das Tragen von Bügel-BHs in keinem Zusammenhang zu Brustkrebs steht.

Mythos 4: Rauchen fördert das Brustkrebsrisiko Das stimmt. Tabakkonsum führt generell zu einem höheren Krebsrisiko – das beweisen Studien immer wieder. Rauchen zählt daher zu einem der wichtigsten vermeidbaren Risikofaktoren für Krebs.  

Mythos 5: Übergewicht oder Adipositas erhöht das Brustkrebsrisiko Vermutlich ja. Fettgewebe produziert höhere Mengen von Östrogen. Eine erhöhte Menge an Östrogen steht wiederum im Zusammenhang mit der Entstehung von Brust- und Gebärmutterhalskrebs.  

Mythos 6: Nur Frauen können Brustkrebs bekommen Nein. Auch Männer können an Brustkrebs erkranken. Allerdings liegt die Zahl der weiblichen Brustkrebspatienten deutlich höher.  

Mythos 7: Brustkrebs wird vererbt Das ist falsch. Familiärer Brustkrebs erhöht zwar das Risiko einer Erkrankung, aber ein genetisches Brustkrebsrisiko wird nicht automatisch vererbt. Lediglich fünf bis zehn Prozent aller Brustkrebserkrankungen sind auf eine vererbte Genmutation zurückzuführen.  

Mythos 8: Mammakarzinom ist immer tödlich Irrtum. Die Überlebensrate hängt unter anderem davon ab, in welchem Stadium der Krebs festgestellt wird. Ungefähr 90 Prozent der betroffenen Frauen können bei einem lokal begrenzten Tumor geheilt werden.

Mythos 9: Große Brüste = größeres Brustkrebsrisiko Wieder falsch. Es gibt keine Untersuchungen, die eine Verbindung von Brustgröße und Brustkrebsrisiko feststellen. Statt der Körbchengröße ist die Brustdichte ausschlaggebender für das Krebsrisiko.  

Mythos 10: Durch Stillen verringert sich das Brustkrebsrisiko Das stimmt. Mütter, die länger als sechs Monate stillen, können das Risiko einer Brustkrebserkrankung verringern – vorausgesetzt, sie sind Nichtraucherinnen. Brustkrebsdiagnose – was nun? Für die Betroffenen ist eine Krebsdiagnose ein lebensverändernder Schock. Doch viele Krebsarten sind heutzutage bereits heilbar – bei frühzeitiger Erkennung und einer zielgerichteten Therapie. Das gilt auch für eine Brustkrebserkrankung.

Für die umfassende Betreuung müssen versorgende Ärzt*nnen deshalb schon bei Früherkennung und Diagnose die richtige Balance zwischen Einfühlungsvermögen und Hightech-Medizin finden. Mit diesem Ziel arbeiten auch im Brustzentrum am Helios Klinikum Duisburg hochqualifizierte und erfahrene Ansprechpartner*nnen verschiedener Bereiche und Berufungen eng zusammen, um die Erkrankung nach den neuesten Leitlinien und mit Hilfe modernster Methoden zu behandeln:
Brustzentrum | Helios Klinikum Duisburg (helios-gesundheit.de)

Durch die zusätzliche breite Vernetzung aller Onkologie-Experten innerhalb des deutschlandweiten Helios Netzwerks profitieren Patient*nnen zudem von weiterer Expertise und erhalten die bestmögliche Behandlung, individuell auf ihre Bedürfnisse abgestimmt.    

Weitere Infos zur Aktion „Pinktober“ finden Sie zudem unter: Pinktober – Month Of Breast Cancer Awareness
 

Infoabend für werdende Eltern

Duisburg, 11. Oktober 2022 - Bei den Infoabenden für werdende Eltern an der Helios St. Anna Klinik Duisburg informieren Hebammen und Ärzt:innen aus der Geburtshilfe zu Abläufen bei der Entbindung, Möglichkeiten der Schmerzbehandlung, Akupunktur und anderen ergänzenden Angeboten sowie weiteren Themen rund um Schwangerschaft und die sanfte Geburt. Im Anschluss zeigt das Team den werdenden Eltern die Kreißsäle sowie die Wochenstation mit Patienten-, Familien- und Kinderzimmern. Jederzeit besteht die Gelegenheit, individuelle Fragen zu stellen.

Die Infoabende finden jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat um 18:00 Uhr statt, das nächste Mal am Donnerstag, 20. Oktober 2022. Da die Plätze begrenzt sind, wird um eine telefonische Terminvereinbarung gebeten: (0203) 755-1254  
Laut der aktuellen gesetzlichen Regelungen ist für die Teilnahme am Infoabend ein offizieller Corona-Schnelltest erforderlich. Das Testzentrum im St. Anna öffnet am Veranstaltungstag deshalb bis 18:00 Uhr, letzte Testmöglichkeit ist um 17:45 Uhr.    

Das Team der Geburtshilfe an der Helios St. Anna Klinik Duisburg informiert werdende Eltern bei den regelmäßigen Infoabenden zu den Themen Schwangerschaft und Geburt.  



Das verschlissene Knie – Neues und Bewährtes aus der Endoprothetik

Duisburg, 10. Oktober 2022 - Wenn das Knie verschlissen ist und medikamentöse oder physikalische Behandlungsoptionen ausgereizt sind, stellt sich für viele Betroffene die Frage nach einem Gelenkersatz. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt? Was sind die Vor- und Nachteile von partiellem und vollständigem Gelenkersatz? Für welchen Patienten ist welches Modell das richtige? Welche aktuellen Operationsmethoden gibt es? Und wie läuft die Therapie genau ab?

Diese und weitere Fragen beantwortet Dr. Frank Bischof, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie an der Helios St. Anna Klinik Duisburg, in seinem ca. 45-minütigen Vortrag. Darüber hinaus stellt er das Endoprothetikzentrum Duisburg als einziges zertifiziertes Zentrum in der Stadt mit seinen Operateuren vor. Im Anschluss besteht die Gelegenheit, Fragen zu stellen und mit dem Experten zu diskutieren.  

Die kostenlose Veranstaltung findet statt am Mittwoch, 19.10.2022 um 17:00 Uhr in der Cafeteria der Helios St. Anna Klinik Duisburg, Albertus-Magnus-Str. 33, 47259 Duisburg.   Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, ist eine vorherige Anmeldung per E-Mail an cornelia.reimers@helios-gesundheit.de oder per Telefon unter (0203) 755-1737 erforderlich.
  
Es gelten die aktuellen Corona-Regeln, für Krankenhäuser derzeit das Tragen einer FFP2-Maske sowie die Vorlage eines tagesaktuellen AG-Tests (offizieller Schnelltest). Abstriche im Testzentrum am St. Anna sind am Veranstaltungstag bis 16:45 Uhr möglich.  
Dr. Frank Bischof, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie an der Helios St. Anna Klinik Duisburg, informiert rund um das Thema Kniegelenkersatz.  

 

 Save the Date: Welt-Schlaganfalltag am 29. Oktober

Am 29. Oktober ist Welt-Schlaganfalltag. Akut sind Schlaganfall-Patientinnen und -Patienten in Deutschland hervorragend versorgt. Doch Rehabilitation und Nachsorge sind für viele von ihnen eine Herausforderung.

Foto: Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

Gütersloh/Duisburg, 07. Oktober 2022 - Rund 270.000 Menschen sind jedes Jahr in Deutschland von der Volkskrankheit Schlaganfall betroffen. Die akute Schlaganfall-Versorgung hat enorme Fortschritte gemacht. Heute können fast doppelt so viele Menschen einen Schlaganfall überleben als noch vor 30 Jahren. Doch noch immer ist der Schlaganfall die häufigste Ursache für Behinderungen im Erwachsenenalter.


In der Rehabilitation und Nachsorge stehen die Betroffenen und ihre Familien vor großen Herausforderungen, und die Corona-Pandemie hat die Situation verschlechtert. Insbesondere die Schlaganfall-Selbsthilfe hat gelitten, zwei Drittel der Gruppen verloren Mitglieder. Der Schlaganfall bietet viele interessante Aspekte für eine Berichterstattung. Benötigen Sie Unterstützung bei der Themenfindung oder suchen Sie Gesprächspartner? Melden Sie sich gern. Wir freuen uns, wenn Sie das Thema aufnehmen.

 

     

 Behutsamer Generationenwechsel am BETHESDA Krankenhaus  

Professor Dr. Simon Schimmack bildet mit Professor Dr. Dietmar Simon künftig eine Doppelspitze in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie   
Duisburg, 06. Oktober 2022 - Die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am BETHESDA Krankenhaus in Duisburg-Hochfeld wird zukünftig von einer Doppelspitze geleitet: Der langjährige Chefarzt der Klinik und ärztliche Direktor des BETHESDA Professor Dr. Dietmar Simon erhält seit dem 12. September Unterstützung von Professor Dr. Simon Schimmack, der dann in etwa eineinhalb Jahren den alleinigen Chefarztposten übernehmen wird.

Für Professor Simon Schimmack ist es eine Rückkehr der besonderen Art: Er ist nicht nur gebürtiger Duisburger, sondern wurde selber, genau wie seine Geschwister, im BETHESDA Krankenhaus geboren. „Heimat ist eben Heimat.“, sagt der 44jährige, „Die Menschen hier sind offener und direkter als anderswo, ich habe meine Familie und Freunde hier – das passt schon alles sehr gut.“

Professor Simon Schimmack hat eine hervorragende Ausbildung an der Universitätsklinik Heidelberg bei Professor Büchler genossen und war zuletzt Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie am Kreiskrankenhaus Bergstraße in Heppenheim (Hessen). Er ist Fachmann für Endokrine Chirurgie (also Erkrankungen von Schilddrüse, Nebenschilddrüse, Nebenniere und Pankreas) sowie Viszeralonkologische Chirurgie. „Damit passt er perfekt zur Ausrichtung unserer Klinik“, findet Professor Dietmar Simon. Was auch passt, ist das fachliche und menschliche Miteinander der beiden Chefärzte.

„Wir wollen die Klinik auf Augenhöhe leiten.“, hält Professor Simon fest, „und alle wichtigen Entscheidungen gemeinsam treffen.“  Außerdem ist er überzeugt, dass diese „elegante Lösung“ auch für das gesamte Umfeld ein Glücksfall ist: „Unser Pflegepersonal, die Patientinnen und Patienten, die niedergelassenen Ärzte, mit denen wir zusammenarbeiten – sie alle haben die Gelegenheit, den neuen Chefarzt in Ruhe und gründlich kennenzulernen, bevor er dann alleine das Ruder übernimmt.“

Professor Schimmack freut sich, an einem großen Krankenhaus mit christlichem Background die erfolgreiche Arbeit von Professor Simon weiterzuführen – zuerst gemeinsam, später dann als alleiniger Chefarzt: „Hier wird ausgezeichnete Medizin gemacht – und genau so soll es in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am BETHESDA Krankenhaus in Zukunft weiterlaufen.“   

Prof. Dr. Dietmar Simon (l.) und Prof. Dr. Simon Schimmack (r.) – die neue Doppelspitze der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am BETHESDA Krankenhaus (Quelle: EVKLN)

 

     

Seltene Gefäßanomalie: Herzzentrum Duisburg und Gerald Asamoah Stiftung helfen Mädchen aus Uganda  

 Duisburg, 29. September 2022 - Zum wiederholten Male konnte das Herzzentrum Duisburg mit Unterstützung der Gerald Asamoah Stiftung einer kleinen Patientin helfen, die ansonsten kaum eine Chance auf ein unbeschwertes und normales Leben gehabt hätte. Die heute neun Monate alte Gabriella wurde in Uganda mit einer seltenen Gefäßanomalie geboren, einem sogenannten doppelten Aortenbogen. Dabei teilt sich die Hauptschlagader in zwei Bögen, die einen Ring bilden, der sich um die Luft- und Speiseröhre der Betroffenen legt.


Die Folge: Die Atmung und das Schlucken werden erschwert. Vor allem im Laufe des Wachstumsprozesses kann die durch die Einengung hervorgerufene Luftnot lebensbedrohend werden. Auf Vermittlung der Gerald Asamoah Stiftung kam Gabriella ans Herzzentrum Duisburg, wo sie von Dr. Michael Scheid, Chefarzt der Klinik für Kinderherzchirurgie und angeborene Herzfehler, erfolgreich operiert wurde. Die nötigen anschließenden Nachuntersuchungen wurden von Dr. Gleb Tarusinov, Chefarzt der Klinik für Kinderkardiologie – Angeborene Herzfehler, und seinem Team durchgeführt.


Für Dr. Tarusinov mit einem rundum erfreulichen Ergebnis: „Gabriella ist komplett geheilt. Ihr geht es schon jetzt, kurze Zeit nach dem Eingriff, prächtig. Und sie wird, wenn sie wieder zurück in ihrer Heimat ist, ein ganz normales, beschwerdefreies Leben führen können.“ Im Herzzentrum Duisburg werden immer wieder Kinder operiert, deren fachgerechte Behandlung in ihren Heimatländern nicht möglich wäre. Oft geschieht das mithilfe der Unterstützung von Stiftungen, die sich die Betreuung solcher Patientinnen und Patienten und ihrer Familien zum Ziel gesetzt haben.

Die Gerald Asamoah Stiftung setzt sich seit vielen Jahren für Kinder wie Gabriella ein. Der 43-malige deutsche Fußball-Nationalspieler leidet selber an einem angeborenen Herzfehler und hat es sich zur Aufgabe gemacht, vor allem Kindern mit Anomalien des Herzens und der großen Gefäße eine Behandlung ihrer Erkrankungen zu ermöglichen.       

Gerald Asamoah mit Gabriella aus Uganda und ihrer Mutter im Herzzentrum Duisburg

     

Weltherztages am 29. September 2022

Berlin/Duisburg, 28. Septemeber 2022 - Immer am 29. September findet der internationale Weltherztag statt. Im Fokus stehen in diesem Jahr der Zugang zu medizinischer Behandlung und der Einfluss von Umweltfaktoren und psychischem Stress auf die Herzgesundheit. Auch der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss unterstützt zahlreiche Forschungsprojekte zum Thema Herzgesundheit – hierzu gehören auch die Projekte Cardiolotse und INCREASE.

Für Menschen mit einer Herzerkrankung kann die Weiterbehandlung nach einem Krankenhausaufenthalt zur Herausforderung werden. Speziell geschulte Cardiolotsen zeigen Betroffenen Wege zur bestmöglichen ambulanten Versorgung auf. Rund ein Viertel der Herzpatientinnen und -patienten werden im ersten Jahr nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus erneut stationär behandelt. Das zeigt, nicht immer verläuft der Übergang von der stationären in die ambulante Versorgung optimal.

Hier setzt das Projekt „Cardiolotse“ an, ein Vorhaben der AOK Nordost und der Vivantes Kliniken. Durch speziell geschulte medizinische Fachkräfte, die Patientinnen und Patienten wichtige Hilfestellungen geben, soll der Übergang von der Krankenhausbehandlung in die Weiterbetreuung durch (kardiologische) Praxen verbessert werden. Das Projekt wurde für vier Jahre mit rund 4,6 Millionen Euro durch den Innovationsauschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) gefördert.

Cardiolotse: Ein Navigator in schwierigen Zeiten Bislang gibt es keine medizinische Berufsgruppe, die eine kontinuierliche und individuelle Begleitung von Herzpatientinnen und -patienten übernimmt. Im Rahmen einer standardisierten Zusatzausbildung können sich medizinische Fachangestellte, Gesundheits- und Krankenpflegende für die neuen Lotsenaufgaben qualifizieren lassen.

Die Arbeit von Cardiolotsen beginnt bereits am Krankenhausbett und ermöglicht eine am individuellen Krankheitsbild ausgerichtete Betreuung. Sie sind Ansprechpartner für die Betroffenen und Unterstützer bei individuellen Gesundheitsfragen, binden Angehörige mit ein und übersetzen medizinische Sachverhalte in eine auch für Laien verständliche Sprache.

Ebenso sind Cardiolotsen Bindeglied zu den behandelnden Ärztinnen und Ärzten, koordinieren wichtige Arzttermine und prüfen deren Einhaltung. Außerdem unterstützen sie Betroffene ganz praktisch beispielsweise bei der regelmäßigen und richtigen Medikamenteneinnahme und helfen dabei, ambulante Angebote wie Herzsportgruppen, Ernährungsberatung oder Programme zur Tabakentwöhnung zu finden.

„Die Betreuung durch Cardiolotsen reicht weit über das bisherige Entlassmanagement hinaus. Sie helfen nicht nur, die empfohlene Nachsorge sicherzustellen, sondern stärken auch die Gesundheitskompetenz der Patientinnen und Patienten im Umgang mit ihrer Erkrankung. Im Projekt wollten wir zudem herausfinden, ob sich die Zahl der Wiederaufnahmen ins Krankenhaus durch persönliche Beratung zu ambulanten Angeboten reduzieren lässt, ob die direkte Unterstützung die Lebensqualität steigert und Gesundheitskosten senkt“, beschreibt Projektleitern Petra Riesner von der AOK Nordost die Projektziele.

Ambulanter Notdienst ist ein Prototyp intersektoraler Versorgung!  

Düsseldorf, 27. September 2022 — Es geht los: Nach langer Vorbereitung ist die neue Krankenhausplanung der NRW-Landesregierung zum 1. September in die Umsetzung gestartet. Das Vorhaben ist nicht weniger als ein Mammutprojekt, das auch beträchtliche Folgen für den niedergelassenen Bereich haben wird – hier vor allem für die Organisation des ambulanten Notdienstes.  

Was die Krankenhausreform für die Vertragsärzteschaft im Rheinland konkret bedeutet und wie sie sich auf die zukünftige Entwicklung des Notdienstes auswirken könnte – darüber diskutierten der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO), Dr. med. Frank Bergmann, und sein Stellvertreter, Dr. med. Carsten König, mit NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann, dem Gesundheitsökonom Prof. Dr. med. Reinhard Busse und dem ärztlichen Leiter des Rettungsdienstes der Stadt Köln, Prof. Dr. Dr. Alexander Michael Lechleuthner, gestern Abend im Rahmen des Formats  „KVNO-Talk“.   


Sektorenübergreifende Versorgung „at its best“
Doch zunächst zum Status Quo: In keinem anderen Bereich kooperieren Niedergelassene und Krankenhausärztinnen und -ärzte so eng und nahtlos wie im Notdienst. Treibende Kraft hinter dieser Erfolgsgeschichte ist das Modell der Portalpraxis, die als Schnittstelle zwischen ambulantem und stationärem Sektor eine gezielte Steuerung von Patientinnen und Patienten im Notfall ermöglicht.

Für KVNO-Chef Bergmann ist sie eine Win-win-Situation für alle – Niedergelassene, Krankenhäuser, aber auch Patientinnen und Patienten, die nunmehr rund um die Uhr eine zentrale Anlaufstelle im Notfall hätten: „Im Fall der Portalpraxis hat sich die Zusammenarbeit mit dem stationären Bereich bestens etabliert und bewährt; das zeigt der uns erreichende Zuspruch, besonders auch durch die Krankenhäuser, die erheblich entlastet wurden und darum auch nicht mehr auf die erprobten Strukturen verzichten wollen“, sagte Bergmann.

Damit sei der gemeinsame Tresen schon heute ein Prototyp der politisch vielfach geforderten sektorenübergreifenden Versorgung – und das ganz im Interesse der Patientinnen und Patienten. Für Nordrhein sei daher völlig klar, dass die Niedergelassenen weiterhin zu ihrem Versorgungsauftrag auch in sprechstundenfreien Zeiten und damit zum ärztlichen Bereitschaftsdienst stehen.

Von einer klaren Positionierung der Vertragsärzteschaft für die Zukunft sprach KVNO-Vize König. Das arbeitsteilige Modell der Portalpraxis führe zwei Welten an einem gemeinsamen Tresen zusammen und sorge damit für massive Entlastungen – zumal in den ländlicheren Regionen, in denen sich der Erhalt der Notdienststrukturen zunehmend schwierig gestalte: „Gerade beim Thema Kosten wissen wir, dass die alte und eher dezentrale Struktur der Notdienstpraxen mit vielen kleinen Standorten der Realität schlicht und einfach nicht mehr gerecht geworden ist“, machte König deutlich.

Zwar käme es hin und wieder vor, dass Anfahrtswege in Folge der Verlagerung von Praxisstandorten länger geworden seien – dies aber stets zugunsten einer qualitativ hochwertigen Versorgung vor Ort.  


Eine Frage des Vertrauens
Von den rund 80 Notdienstpraxen in Nordrhein sind heute mehr als die Hälfte in Form einer Portalpraxis organisiert – eine Flächendeckung ist also schon erreicht. Schon im nächsten Jahr werde man die Umstellung im Notdienst zum Abschluss bringen können, erklärte Bergmann weiter. Doch bleibe darum bei der Weiterentwicklung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes noch einiges zu tun. Nicht zuletzt bei den Themen Digitalisierung, dem Angebot von Videosprechstunden wie auch der Verschränkung von 112 und von 116 117 im Sinne eines virtuellen gemeinsamen Tresens mit einheitlicher Ersteinschätzung lägen große Potenziale, die es zu heben gelte.

Dafür brauche es vor allem eins: Vertrauen in und Rückendeckung durch die Politik. Gerade letzteres habe in jüngster Vergangenheit – zumindest auf der Bundesebene – jedoch entschieden gelitten, kritisierte Bergmann im Hinblick auf die aktuell diskutierte Neupatientenregelung und forderte einen Bestandsschutz für die Errungenschaften der ambulanten Versorgung.  

Ein Modell für die Zukunft
Entwarnung gab es vom NRW-Gesundheitsminister: „Ich bin froh, dass wir mit den Portalpraxen so gut vorangekommen sind. Da der gemeinsame Tresen der beste Weg ist, bin ich überzeugt, dass er sich auch in Zukunft durchsetzen wird.“ Die Frage, ob in Folge seiner Reform auch Krankenhäuser schließen müssten, denen eine Portalpraxis angegliedert ist, hält Laumann für rein theoretischer Natur: „Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass dort, wo Portalpraxen eingerichtet sind, es sich auch um Krankenhäuser handelt, die in der Versorgung der jeweiligen Region eine ganz zentrale Bedeutung haben. Die Corona-Pandemie hat uns darüber hinaus gelehrt, dass ein Krankenhaussystem niemals auf Kante genäht werden darf. Hier brauchen wir Spielräume für den Fall der Fälle.“  


Eine entschiedene Absage erteilte der Minister hingegen einer möglichen Ausdehnung des Notdienstes auf die Zeit der regulären Sprechstunde. „Dafür haben wir weder die Kapazitäten noch die personellen Ressourcen – insbesondere im hausärztlichen Bereich. Eine Öffnung wäre im ambulanten Sektor nur um den Preis einer Verkürzung der Sprechstundenzeiten zu haben. Und das kann wirklich keiner wollen. Ich hoffe inständig, dass uns die Bundespolitik hier keinen Strich durch die Rechnung macht“, so Laumann.

Angesprochen auf das Koalitionsvorhaben der Ampel, künftig bundesweit Integrierte Notfallzentren (INZ) einführen zu wollen, gab sich der Minister gelassen: „Prinzipiell halte ich das Konzept des INZ für keine schlechte Idee. Trotz alldem sollte man in Berlin erkennen, dass es auf die Strukturen vor Ort ankommt. Sie entscheiden über die Umsetzbarkeit und die Maßstäbe guter Versorgung. Regionale Voraussetzung sind nun mal verschieden – gerade in einem Flächenland wie NRW.“  


Blaupause für den Bund
Über Leitlinien und den Einfluss NRWs auf die derzeitigen Überlegungen zu einer Reform der Krankenhausplanung auf Bundesebene äußerte sich Prof. Dr. Reinhard Busse. Neben seiner Tätigkeit als Universitätsprofessor an der TU Berlin ist er auch Mitglied der „Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung“. Für ihn ist klar: Ohne Unterstützung durch den ambulanten Sektor kann es keine erfolgreiche Krankenhausreform geben.

Doch dürfe dieser Umstand nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Planung zwangsläufig auch ein Balanceakt sei: „Bei alldem dürfen wir die Zahlen nicht aus den Augen verlieren. Obwohl statistisch rund die Hälfte aller Notfälle ambulant behandelt werden, kann das aber nicht im Umkehrschluss bedeuten, dass automatisch jedes Krankenhaus damit über eine eigene Portalpraxis verfügen kann. Hier gilt es, sorgsam abzuwägen.“  

Busse geht davon aus, dass es perspektivisch zu einer noch engeren Verzahnung von ambulantem und stationärem Bereich kommen müsse, um die Patientenversorgung in Zukunft verlässlich regeln zu können. Nach dem Vorbild der Portalpraxis brauche es weitere Ansätze intersektoraler Versorgung mit einem zentralen Anlaufpunkt. „Die aktuelle Lage mit verschiedenen Rufnummern und Anlaufstellen ist für die Menschen noch zu unübersichtlich. Wir benötigen zwingend eine zentrale Stelle, an die sich Patientinnen und Patienten im Notfall wenden können“, bilanzierte Busse.  


Soziale Faktoren im Notdienst
Zustimmung kam vom ärztlichen Leiter des Rettungsdienstes der Stadt Köln. Er verwies auf die soziale Komponente, die im Bereitschaftsdienst perspektivisch eine sehr viel größere Rolle einnehmen müsse. Unterschiede gebe es nicht zuletzt bei der Kontaktierung bzw. Inanspruchnahme der örtlichen Strukturen im Notdienst, erklärte Prof. Dr. Dr. Alexander Michael Lechleuthner.

„Wir müssen verstehen, dass wir es mit zwei unterschiedlichen Populationen zu tun haben. Gut ein Drittel aller Anrufer der 112 etwa sind Menschen, die gerade unter freiem Himmel medizinische Hilfe benötigen, die ohne festen Wohnsitz sind oder im öffentlichen Raum von einem gesundheitsbeeinträchtigenden Ereignis betroffen sind; es handelt sich in der Regel um eine Gruppe, die nicht selbst Kontakt zum Notdienst aufnimmt oder aufnehmen kann, sondern für die angerufen wird. Das Gros von ihnen landet in den zentralen Notaufnahmen, wo festgestellt wird, dass gar keine lebensbedrohliche Gefahr vorliegt. Für die Krankenhäuser ist dies eine enorme Belastung“, betonte Lechleuthner.

Er plädiert daher für eine stärkere Einbindung sozialer Einrichtungen und Dienste, um die Betroffenen in die passende Behandlungsschiene und damit vermehrt auch in den niedergelassenen Bereich zu steuern. Andernfalls drohe den Krankenhäusern über kurz oder lang ein Kollaps: „Die Krankenhäuser werden allein aus personellen Gründen bald nicht mehr in der Lage sein, das zunehmende Patientenaufkommen zu bewältigen.“ Dem müsse man dringend entgegensteuern – allen voran mit Aufklärung und sozialen Diensten, so Lechleuthner.  

Infoabend für werdende Eltern

Duisburg, 27. September 2022 - Bei den Infoabenden für werdende Eltern an der Helios St. Anna Klinik Duisburg informieren Hebammen und Ärzt:innen aus der Geburtshilfe zu Abläufen bei der Entbindung, Möglichkeiten der Schmerzbehandlung, Akupunktur und anderen ergänzenden Angeboten sowie weiteren Themen rund um Schwangerschaft und die sanfte Geburt. Im Anschluss zeigt das Team den werdenden Eltern die Kreißsäle sowie die Wochenstation mit Patienten-, Familien- und Kinderzimmern. Jederzeit besteht die Gelegenheit, individuelle Fragen zu stellen.

Die Infoabende finden jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat um 18:00 Uhr statt, das nächste Mal am Donnerstag, 6. Oktober 2022. Da die Plätze begrenzt sind, wird um eine telefonische Terminvereinbarung gebeten: (0203) 755-1254.  
Laut der aktuellen gesetzlichen Regelungen ist für die Teilnahme am Infoabend ein offizieller Corona-Schnelltest erforderlich. Das Testzentrum im St. Anna öffnet am Veranstaltungstag deshalb bis 18:00 Uhr, letzte Testmöglichkeit ist um 17:45 Uhr.    

Das Team der Geburtshilfe an der Helios St. Anna Klinik Duisburg informiert werdende Eltern bei den regelmäßigen Infoabenden zu den Themen Schwangerschaft und Geburt.  

Kulturheilverfahren »Theater auf Rezept« - empfohlen von Kinder- und Jugendärzt*innen

Kostenlose Theaterbesuche bei Vorsorgeuntersuchungen U10, U11, J1 und J2
Ein Düsseldorfer Projekt geht in eine neue Runde nach der Pandemie. Kick-off für »Theater auf Rezept« am Sonntag, 25. September 15.30 Uhr im Jungen Schauspiel, Münsterstraße 446, 40470 Düsseldorf 

Das Kulturheilverfahren »Theater auf Rezept« soll Kindern und Jugendlichen den Zugang zum Theater erleichtern. Jedes Kind, das zur Vorsorgeuntersuchung U10, U11, J1 oder J2 geht, erhält in der beteiligten Praxis einen Gutschein für einen kostenlosen Theaterbesuch mit einer Begleitperson im Jungen Schauspiel – gültig für ein Jahr.

 »Theater auf Rezept« startet nach dem Düsseldorfer Pilotprojekt 2009 und einer Auflage 2019 nach der Pandemie am Sonntag, 25. September 2022 ab 15.30 Uhr neu: mit einem feierlichen Auftakt für Eltern, Kinder, Medizinische Fachangestellte und Kinderärzt*innen.
Ab 16 Uhr steht die Vorstellung »Das Leben macht mir keine Angst« für alle ab 6 Jahren auf dem Programm – ein Stück übers Anderssein und übers Angsthaben nach dem berühmten Gedicht der US-Bürgerrechtlerin Maya Angelou.  


Initiator Stefan Fischer-Fels, Leiter des Jungen Schauspiels in Düsseldorf, beschreibt, was Kinder und Jugendliche durch »Theater auf Rezept« erleben können: »Theater für junge Menschen ist gut für die seelische Gesundheit; gerade in und nach der Pandemie brauchen Kinder starke Geschichten zum Mitfiebern, zum Trösten, zum Ermutigen, zum Rätselraten. Und sie begegnen tollen Schauspieler*innen, mit deren Worten, Gesten und Handlungen sie sich identifizieren. Die Erstbegegnung mit Theaterkunst kann für ein ganzes Leben prägend und unvergesslich sein. Wir Erwachsenen haben die Verantwortung, Kinder mit Kunst in Berührung zu bringen.«  

Unterstützung bekommt die Initiative von einem ausgewiesenen Experten: Schirmherr Professor Ertan Mayatepek, Direktor der Klinik für Allgemeine Pädiatrie, Neonatologie und Kinderkardiologie am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Düsseldorf erklärt: »Kindern Zugang zu Kultur zu ermöglichen, führt zu Begegnungen, Austausch und Kommunikation.

Theater auf Rezept schafft als gemeinschaftliches Erlebnis ein Umfeld, in dem sich die Persönlichkeit von Kindern positiv entwickeln kann.
Gerade nach den schweren Zeiten, die Kindern während der Corona-Pandemie bislang durchleben mussten, habe ich die Schirmherrschaft für dieses tolle Projekt sehr gerne übernommen.« Eine Aktion des Jungen Schauspiels in Kooperation mit den Freunden des Düsseldorfer Schauspielhauses und dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen sowie mit freundlicher Unterstützung der Konditorei Heinemann.


Appell: Mehr als 300 Kinder- und Jugendärzt:innen fordern umfassende Regulierung von Junkfood-Werbung

Appell der Mediziner:innen im Wortlaut: www.kinderaerzte-gegen-junkfoodwerbung.de

Berlin/Duisburg, 19. September 2022 - 334 Kinder- und Jugendärzt:innen haben sich mit einem Appell an Bundesernährungsminister Cem Özdemir gewandt und ein Gesetz gefordert, das Kindermarketing für ungesunde Lebensmittel umfassend beschränken soll.


„Die Zeit drängt“, heißt es in dem Appell, den der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. (BVKJ) gemeinsam mit der Verbraucherorganisation foodwatch und der Deutschen Allianz für Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) am Montag auf einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt hat.   Ungesunde Ernährung sei eine der Hauptursachen für die Ausbreitung von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen und werde durch „aggressive Marketingpraktiken der Junkfood-Industrie“ befeuert, so die Pädiater:innen.


Obwohl die Ampel-Parteien in ihrem Koalitionsvertrag Maßnahmen gegen Junkfood-Marketing angekündigt hatten, hat Minister Cem Özdemir knapp ein Jahr nach der Bundestagswahl noch kein Gesetz eingebracht. Deshalb ruft der Appell dazu auf, noch in diesem Jahr ein Gesetz für wirksame Werbebeschränkungen auf den Weg zu bringen.  


Dr. Thomas Fischbach, Präsident des BVKJ, betonte: „Ob im TV, im Supermarkt oder über Social-Media-Influencer direkt aufs Handy: Die Lebensmittelindustrie macht auf allen Kanälen Werbung für Zuckerbomben und fettige Snacks. Mit ihrem Marketing torpedieren die Hersteller das Bemühen vieler Eltern, ihre Kinder gesund zu ernähren. Mit der Corona-Pandemie hat sich die Lage drastisch zugespitzt. Die Zahl der übergewichtigen Kinder ist noch einmal deutlich angestiegen – mit fatalen gesundheitlichen Folgen.“  


Als zentrale Maßnahme fordern die Mediziner:innen eine Werbepause für ungesunde Lebensmittel im TV, Internet und Radio tagsüber zwischen 6 und 23 Uhr. Ungesunde Produkte sollten zudem grundsätzlich nicht mehr direkt an Kinder beworben werden dürfen, etwa mit Comicfiguren, verspielter Produktaufmachung oder Spielzeugbeigaben. Die Bewertung, ob ein Lebensmittel an Kinder beworben werden darf, sollte auf Basis des für diesen Zweck entwickelten Nährwertprofils der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erfolgen.   Luise Molling, Campaignerin bei der Verbraucherorganisation foodwatch, erklärte: „Mit millionenschweren Werbe-Etats vermarktet die Lebensmittelindustrie vor allem ungesunde Produkte, denn die bringen am meisten Profit.


Junge Menschen essen mehr als doppelt so viel Süßigkeiten und nicht mal halb so viel Obst und Gemüse wie empfohlen – daran trägt die Lebensmittelindustrie mit ihrem aggressiven Junkfood-Marketing eine Mitschuld.“   Allein die Süßwarenindustrie hat 2021 eine Milliarde Euro für Werbung ausgegeben – so viel wie in keinem anderen Jahr zuvor. Laut einer Studie der Universität Hamburg sieht jedes Kind zwischen drei und 13 Jahren pro Tag im Schnitt 15 Werbespots für ungesunde Lebensmittel. 92 Prozent der gesamten Werbung, die Kinder wahrnehmen, vermarktet Fast Food, Snacks oder Süßigkeiten.  


Barbara Bitzer, Sprecherin der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK), einem Zusammenschluss von 21 wissenschaftlich-medizinischen Fachgesellschaften, Verbänden und Forschungseinrichtungen, forderte: „Die Bundesregierung muss endlich handeln und das Versprechen aus dem Koalitionsvertrag einlösen: Ernährungsminister Cem Özdemir muss mit einem starken Gesetz Kinder umfassend vor der Werbung für ungesunde Produkte schützen.“  


Aktuell sind etwa 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen von Übergewicht und sechs Prozent sogar von starkem Übergewicht (Adipositas) betroffen. Erste Untersuchungen belegen, dass sich die Lage in den vergangenen zwei Jahren verschärft hat. Laut einer repräsentativen Eltern-Umfrage, die die Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) und das Else Kröner-Fresenius-Zentrum (EKFZ) für Ernährungsmedizin an der Technischen Universität München durchgeführt hat, ist jedes sechste Kind in Deutschland seit Beginn der Corona-Pandemie dicker geworden, fast die Hälfte bewegt sich weniger als zuvor, etwa ein Viertel isst mehr Süßigkeiten.

Den betroffenen Kindern drohen im späteren Lebensverlauf Krankheiten wie Typ-2-Diabetes, Gelenkprobleme, Bluthochdruck und Herzerkrankungen. Jeder siebte Todesfall in Deutschland ist laut Daten der OECD auf ungesunde Ernährung zurückzuführen. Fehlernährung ist damit etwa genauso tödlich wie das Rauchen.  

Quellen und weiterführende Informationen: Appell „Kinderärzte gegen Junkfood-Werbung“:
 www.kinderaerzte-gegen-junkfoodwerbung.de
Deutsche Adipositas Gesellschaft: Forsa-Umfrage: Gewichtszunahme, weniger Bewegung, mehr Süßwaren:
https://adipositas-gesellschaft.de/forsa-umfrage-zeigt-folgen-der-corona-krise-fuer-kinder-gewichtszunahme-weniger-bewegung-mehr-suesswaren-jedes-sechste-kind-ist-dicker-geworden/
Statista/Nielsen (2022): Entwicklung der Bruttowerbeaufwendungen für Süßwaren in Deutschland in den Jahren 2017 bis 2021: https://de.statista.com/prognosen/197004/werbeausgaben-fuer-schokolade-und-zuckerwaren-in-deutschland-seit-2000
OECD 2021: Länderprofil Gesundheit: https://www.oecd-ilibrary.org/social-issues-migration-health/deutschland-landerprofil-gesundheit-2021_33663583-de


DRK-Blutspendedienst West stellt sich auf einen Winter im Zeichen der Energiekrise ein

Duisburg, 18. September 2022 - Im Notfall werden mobile Heizgeräte die Blutspende sichern: Für die Durchführung von Blutspendeterminen gelten Mindeststandards auch für die Temperatur in den Räumlichkeiten, in denen die Blutentnahme stattfindet. Niemand sollte bei der Blutspende frieren und auch in Bezug auf die pharmazeutischen Aspekte muss eine Mindesttemperatur auf den Blutspendeterminen erreicht werden. 

Jeder weiß es mittlerweile: In diesem Winter müssen wir zwingend Energie sparen, denn Gas und Strom werden höchstwahrscheinlich knapp werden. Der DRK-Blutspendedienst ist sich auch vor diesem Hintergrund seiner Verantwortung für die Versorgung schwerkranker Patienten bewusst. Blutspendetermine müssen stattfinden, damit alle, die zum Überleben eine Bluttransfusion brauchen, diese auch bekommen können.  

Blutspende Marathon

Wie stellt sich der DRK-Blutspendedienst West auf den Winter ein? Für die Durchführung von Blutspendeterminen gelten Mindeststandards auch für die Temperatur in den Räumlichkeiten, in denen die Blutentnahme stattfindet. Niemand sollte bei der Blutspende frieren und auch in Bezug auf die pharmazeutischen Aspekte muss eine Mindesttemperatur auf den Blutspendeterminen erreicht werden. Angestrebt werden 18 °C Raumtemperatur. 

Im Hinblick auf die im kommenden Herbst/Winter zu befürchtenden Energieengpässe ist nicht auszuschließen, dass es in einigen Gebäuden schwierig wird, diese Temperatur zu erreichen. Zumal öffentliche Gebäude grundsätzlich nur noch auf maximal 19 Grad geheizt werden sollen.  
Problematisch könnte es zudem werden, wenn Gebäude und Liegenschaften in den Ferien, den Wochenenden etc. nur auf „Temperatur gehalten werden“, damit Wasserrohre nicht platzen. Eine größere Zahl von Blutspendeterminen aus diesem Grund abzusagen, würde jedoch die Blutversorgung gefährden. „Blutspende ist in der öffentlichen Gesundheitsfürsorge von direkter, systemrelevanter Bedeutung“, so der Kaufmännische Geschäftsführer des DRK-Blutspendedienstes West, Dr. Holger Praßel.


Man vertraue auf allen Ebenen auf die notwendige Unterstützung durch die Entscheider vor Ort. „Nur wenn wir während der Blutspende unsere Standards auch mit Blick auf die Raumtemperatur einhalten können, kommen wir sicher versorgt durch den Winter“, so Praßel. Daher überprüft der DRK-Blutspendedienst schon jetzt mit Hochdruck alle eventuell problematischen Termine sowie die maximalen Heizmöglichkeiten vor Ort (380 V-Stromanschluss). Alle Blutspendeteams des DRK werden mit Heizgeräten ausgestattet, damit die Blutspenderäumlichkeiten im Notfall ausreichend erwärmt werden können. Dies gilt auch für große Hallen. 

 

Ausgezeichnete Versorgung bei Brustschmerzen Deutsche Gesellschaft für Kardiologie zertifiziert „Chest Pain Unit“ am St. Anna

Duisburg, 18. September 2022 - Bei einem Herzinfarkt gilt es, keine Zeit zu verlieren. Je früher er erkannt und behandelt wird, desto größer sind die Überlebenschancen. Deshalb hat die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) mit der „Chest Pain Unit“ (CPU) einen einheitlichen Qualitätsstandard für die Versorgung von Patienten mit unklaren Brustschmerzen eingerichtet. Im August wurde die CPU der Helios St. Anna Klinik in Duisburg-Huckingen mit dem begehrten Zertifikat ausgezeichnet.     


Ein Herzinfarkt ist tückisch, denn nicht immer äußert er sich durch typische Anzeichen. Zudem sind die Herzinfarktsymptome von Frauen häufig anders als die von Männern „Klassische Symptome sind Schmerzen in der Brust, die aber auch im linken Arm, dem Rücken oder dem Kiefer auftreten können. Betroffene beschreiben häufig auch Beklemmungs- oder Engegefühle.


Frauen haben viel öfter unspezifische Beschwerden wie Kurzatmigkeit, Übelkeit und Erbrechen oder Schmerzen im Oberbauch, weshalb Frauen mit Herzinfarkt statistisch betrachtet leider auch eine Stunde später in die Klinik kommen, als betroffene Männer. Insbesondere bei Diabetikern oder Menschen im höheren Lebensalter können ‚Stumme Infarkte‘, also Infarkte ohne Schmerzen auftreten“, weiß Kardiologie-Chefarzt Dr. Martin Oels zu berichten.

„Umso wichtiger ist es, dass Betroffene in der Klinik auf kardiologisch geschultes Fachpersonal treffen, das einen Herzinfarkt auch bei untypischen Symptomen sehr schnell diagnostizieren oder auch ausschließen kann.“   Dass die „Brustschmerzeinheit“ am St. Anna im wahrsten Sinne des Wortes ausgezeichnete Arbeit leistet, fiel auch der Gutachterkommission der DGK „sehr positiv“ auf. Unter anderem lobte sie den „sehr guten Eindruck einer zielorientierten und gut strukturierten Versorgung von ACS-Patienten“ (Patienten mit einer lebensbedrohlichen Herzerkrankung) und die „sehr gute räumliche und apparative Ausstattung“.


„Das ist eine tolle Anerkennung für das gesamte Team“, freut sich Dr. Oels über die erfolgreiche Zertifizierung, „denn beginnend von den hochqualifizierten Mitarbeitern in der Notaufnahme, über die Kardiologen und speziell geschulten Pflegekräften auf der CPU, bis hin zur engen Vernetzung mit der Intensivstation sind viele Kolleginnen und Kollegen an der schnellen und damit erfolgreichen Versorgung der Patienten beteiligt.“  


Und obwohl die Versorgung von Patienten mit unklaren Brustschmerzen zum Berufsalltag am St. Anna gehört, war der Zertifizierungsprozess kein Selbstzweck: „Wir haben ihn zum Anlass genommen, noch einmal alle Prozesse und Schnittstellen genau unter die Lupe zu nehmen und wo immer es möglich war zu verbessern.“    

Um einen Herzinfarkt auch bei untypischen Anzeichen sicher diagnostizieren oder ausschließen zu können, arbeitet das multiprofessionelle Team der „Chest Pain Unit“ am St. Anna Hand in Hand.   

 

 

Wenn Hände und Beine nicht mehr gehorchen – die Spinalkanalstenose

Duisburg, 09. September 2022 - Rückenschmerzen, Taubheitsgefühle und angehende Lähmungen in Armen oder Beinen: Das alles können Indizien für eine sogenannte Spinalkanalstenose sein. Denn wenn es im Spinalkanal durch einen Verschleiß der Wirbelsäule zu einer Verengung (Stenose) kommt, haben Betroffene nicht nur Rückenschmerzen, sondern je nach Ort der Stenose auch Schmerzen oder Lähmungserscheinungen in anderen Körperregionen.


Ist etwa die Lendenwirbelsäule betroffen, können Probleme beim Gehen durch schmerzende, schwere Beine entstehen („Schaufensterkrankheit“). Bei Beschwerden in der Halswirbelsäule sind oft Gefühlsstörungen an den Händen das häufigste Symptom. Beides aber führt naturgemäß zu einer deutlichen Verschlechterung der Lebensqualität. Doch auch die Medizin entwickelt sich bei der Behandlung der Erkrankung stetig weiter.


Welche modernen konservativen und chirurgischen Therapieansätze es mittlerweile gibt, wie die Diagnostik verläuft und was Betroffenen selbst tun können, darüber informiert Dr. Georg Kakavas, Oberarzt der Klinik für Wirbelsäulenchirurgie an der Helios St. Johannes Klinik in Duisburg. Der Vortrag findet am kommenden Mittwoch, 14. September 2022, um 17 Uhr im Veranstaltungsraum der Helios St. Johannes Klinik Duisburg (Dieselstraße 185, 47166 Duisburg) statt.

Die Veranstaltung ist kostenlos. Um vorherige Anmeldung per Telefon (0203) 546-31801 oder per E-Mail an andrea.lederer@helios-gesundheit.de wird gebeten. Es gilt die 3-G-Regel.  

 

Post-Covid-Check zum Start in die Hockeysaison

Duisburg, 08. September 2022 - Die erste Damenmannschaft des Club Raffelberg lässt sich in der Pneumologie an der Helios St. Johannes Klinik durchchecken, um auch verdeckte Langzeitfolgen einer Corona-Infektion auszuschließen. Rund zehn Prozent aller Infizierten in Deutschland leiden unter Spätfolgen der Corona-Erkrankung, dazu gehören auch junge und eigentlich fitte SpitzensportlerInnen.


Die Symptome dieser Long-Covid-Diagnose variieren stark, sind oftmals noch unzureichend erforscht und werden daher manchmal auch nicht unbedingt mit der Infektion in Verbindung gebracht: Müdigkeit, Gliederschmerzen, Kurzatmigkeit, Bluthochdruck oder Haarausfall sind nur einige der über 200 bisher erfassten Nachwirkungen. Betroffen sind zudem oft jüngere Menschen zwischen 20 und 50 Jahren, auch wenn sie in der Akutphase der Corona-Erkrankung nur einen milden Verlauf erlebt haben. In diese Gruppe fallen zum Teil auch die Hockeyspielerinnen der ersten Mannschaft des bekannten Club Raffelberg im Duisburger Süden.

„Wir sind zwar recht glimpflich durch die Pandemie gekommen und hatten wenige Ausfälle, aber auch bei uns gab es natürlich Infektionen“, sagt Teamkapitänin Anneke Maertens. Die 25Jährige ist selbst eine der Betroffenen. Deshalb nahm sie das Angebot des Sponsoringpartners Helios gerne an, Herz und Lunge bei einem Post-Covid-Check überprüfen zu lassen. Seit letzter Saison sind alle vier Duisburger Helios Akutkliniken an der Seite des Vereins und stellen neben finanzieller Unterstützung auch medizinisches Knowhow zur Verfügung.

Im Abschlussgespräch mit Dr. Büchner können die Spielerinnen noch weitere mögliche Symptome und Probleme ausführlich abklären.


Rund 15 Spielerinnen mit überstandener Corona-Infektion der 1. Damenmannschaft konnten (und können) deshalb bei Dr. Nikolaus Büchner, Chefarzt der Pneumologie und Beatmungsmedizin, und seinem Team in der Helios St. Johannes Klinik einen umfassenden Check-Up absolvieren. Das Krankenhaus in Alt-Hamborn hat viel Erfahrung bei der Behandlung der Virusinfektion und ihren Folgen, lagen hier doch die meisten Duisburger CoronapatientInnen.


„Wichtig speziell für SportlerInnen ist, dass Herz und Lunge keine versteckten Schäden oder kleinen Entzündungen zurückbehalten, besonders wenn sie größeren Belastungen ausgesetzt sind. Deshalb besteht der Check im Wesentlichen daraus, diese beiden Organe zu untersuchen“, erklärt der renommierte Internist. Dazu gehört für die Raffelbergerinnen dann unter anderem ein Herzultraschall sowie der Lungenfunktionstest. Auch die Blutgase vor und nach Belastung kontrolliert das Klinikteam.

Für Anneke Maertens gab es bereits grünes Licht, sie ist ohne Folgeschäden durch die Infektion gekommen. Die Bundesligistin ist froh über das gute Ergebnis: „Die Bilder von Sportlern, die plötzlich umfallen, weil ihr Herz im Verborgenen geschädigt ist, haben natürlich auch wir im Kopf. Deshalb ist es schon sehr gut, hier Sicherheit zu haben.“ Los geht die neue Saison in der zweiten Liga mit einer „long-covid-freien“ Feldmannschaft und Heimvorteil dann schon am kommenden Samstag auf der Clubanlage im Sportpark Wedau - gehört zu Neudorf Süd - am Kalkweg.    

 

Vier von fünf Eltern begrüßen Impf-Angebote für Kinder, Nutzen der HPV-Impfung jedoch nicht ausreichend bekannt

Düsseldorf/Duisburg, 08. September 2022 - Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein und AOK Rheinland/Hamburg starten Informationskampagne zur Impfung gegen Krebsarten, die durch humane Papillomviren (HPV) ausgelöst werden. Der überwiegende Teil der Eltern hält Schutzimpfungen für Kinder grundsätzlich für sinnvoll. Nach einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der AOK Rheinland/Hamburg vertreten vier von fünf Eltern (79 Prozent) diese Meinung. Doch es gibt auch noch Aufklärungsbedarf bei diesem Thema.


So gibt mehr als jeder dritte Vater und mehr als jede dritte Mutter (35 Prozent) an, nicht zu wissen, dass auch Schutzimpfungen gegen bestimmte Krebserkrankungen existieren. Beispielsweise gegen humane Papillomviren (HPV), die das Risiko für Krebs im genitalen Bereich erhöhen. Nur 59 Prozent der Eltern fühlen sich grundsätzlich ausreichend über Nutzen und Risiken von Impfungen informiert. Im Falle der HPV-Impfung erklären rund 40 Prozent, bislang noch nicht etwa von ihrem Kinderarzt oder ihrer Kinderärztin auf das Angebot hingewiesen worden zu sein.


Dabei schenken die Eltern vor allem dieser Berufsgruppe großes Vertrauen: 63 Prozent finden, dass Kinderärztinnen und -ärzte am glaubwürdigsten über die HPV-Impfung aufklären könnten. Auch den Gynäkologinnen und Gynäkologen (44 Prozent) sowie den Krankenkassen (32 Prozent) wird eine vergleichsweise hohe Glaubwürdigkeit zugesprochen.  

Deshalb haben die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) und die AOK Rheinland/Hamburg jetzt eine Kampagne ins Leben gerufen, die vor allem die HPV-Impfung für Kinder und Jugendliche bekannter machen und deren Impfquote steigern soll. Hierzu werden hausärztliche, kinderärztliche und gynäkologische Praxen im Rheinland etwa in den kommenden Tagen ein spezielles Informationsschreiben rund um die HPV-Impfung und die Kampagne erhalten.


Anschließen können die Ärztinnen und Ärzte auch weitere Poster und Flyer zum Thema für ihr Praxis-Wartezimmer über die KVNO bestellen. Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KVNO, sagt: „Es besteht allgemein großes Vertrauen in die niedergelassene Ärzteschaft sowie in die Krankenkassen bei Thema Impfungen. Auch im Kampf gegen den Gebärmutterhalskrebs müssen wir dieses Vertrauen mobilisieren und gezielt Aufklärung betreiben, um durch frühzeitige Prävention bestmöglich vor einer Erkrankung zu schützen.“  


„Gebärmutterhalskrebs ist weltweit die vierthäufigste Krebserkrankung bei Frauen. In Deutschland erkranken jährlich etwa 4.600 Frauen neu, 1.600 sterben daran. Durch eine hohe Impfquote beider Geschlechter kann ein Gemeinschaftsschutz erreicht werden. Mediziner raten zur HPV-Impfung im Kindesalter ab neun Jahren. Die Kosten dafür übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen“, sagt Günter Wältermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg.  


Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut empfiehlt die HPV-Impfung für Kinder und Jugendliche im Alter von 9 bis 14 Jahren, gegebenenfalls auch bis 17 Jahre – idealerweise vor den ersten Intimkontakten. Die Empfehlung richtet sich sowohl an Jungen als auch an Mädchen, da die Impfung beide Geschlechter vor potenziell krebsauslösenden Viren schützt.  

Eine schwedische Studie hat gezeigt, dass das Risiko für Gebärmutterhalskrebs bei Frauen, die bei der HPV-Impfung jünger als 17 Jahre alt waren, um 88 Prozent niedriger lag als bei Frauen, die keine Impfung erhalten haben. Außerdem wirkt die Impfung gegen Genitalwarzen.

Infoabend für werdende Eltern  

Duisburg, 07. September 2022 - Bei den Infoabenden für werdende Eltern an der Helios St. Anna Klinik Duisburg informieren Hebammen und Ärzt:innen aus der Geburtshilfe zu Abläufen bei der Entbindung, Möglichkeiten der Schmerzbehandlung, Akupunktur und anderen ergänzenden Angeboten sowie weiteren Themen rund um Schwangerschaft und die sanfte Geburt. Im Anschluss zeigt das Team den werdenden Eltern die Kreißsäle sowie die Wochenstation mit Patienten-, Familien- und Kinderzimmern.

Jederzeit besteht die Gelegenheit, individuelle Fragen zu stellen. Die Infoabende finden jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat um 18:00 Uhr statt, das nächste Mal am Donnerstag, 15. September 2022.  

Da die Plätze begrenzt sind, wird um eine telefonische Terminvereinbarung gebeten: (0203) 755-1254   Laut der aktuellen gesetzlichen Regelungen ist für die Teilnahme am Infoabend ein offizieller Corona-Schnelltest erforderlich. Das Testzentrum im St. Anna öffnet am Veranstaltungstag deshalb bis 18:00 Uhr, letzte Testmöglichkeit ist um 17:45 Uhr.    

 Das Team der Geburtshilfe an der Helios St. Anna Klinik Duisburg informiert werdende Eltern bei den regelmäßigen Infoabenden zu den Themen Schwangerschaft und Geburt.  

Bei Herzinfarkt bestens versorgt: Helios Chest Pain Unit rezertifiziert

Duisburg, 06. September 2022 - Bei Herzinfarkt bestens versorgt: Helios Chest Pain Unit rezertifiziert Atemnot und ein schmerzhaftes Druckgefühl in der Brust – das sind typische Symptome eines Herzinfarkts und die häufigsten Beschwerdebilder in deutschen Notaufnahmen.
Für die Betroffenen zählt jede Minute und vor allem die richtige Diagnose. In den sogenannten Chest Pain Units (CPU), übersetzt „Brustschmerzeinheiten“, ist deshalb alles auf die schnellstmögliche Behandlung von Patienten mit potenziellen Herzinfarkt-Symptomen ausgelegt.


Schon seit 2014 hält die Helios St. Johannes Klinik eine solche Unit vor, die offizielle Auszeichnung durch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) legt dabei strenge Bewertungskriterien zugrunde.

Und die umfassende Kompetenz der Beteiligten hat sich bis heute bewährt: Die CPU am Standort in Alt-Hamborn wurde nun erneut von der DGK zertifiziert. Bedingungen dafür sind auch weiterhin die hohe Qualität der personellen und technischen Ausstattung sowie die 24-Stunden Verfügbarkeit der Notaufnahme und eines Herzkatheterlabors.


Im Neubau an der Dieselstraße liegen die beiden Räume jetzt sogar noch enger beieinander, nämlich Tür an Tür, so dass ein Herzinfarktpatient direkt vom Schockraum auf den Katheter-Tisch gelegt werden kann. In der Notaufnahme am St. Johannes stehen den Patienten für die Versorgung grundsätzlich mehrere Überwachungsplätze zur Verfügung, die speziell für die Abklärung bei unklaren Brustschmerzen eingerichtet wurden. Dafür ist jede Einheit mit modernster, hochwertiger Technik ausgestattet.

Die Patienten werden durchgehend am Monitor überwacht und erfahrenes, langjährig in der Kardiologie geschultes Personal führt direkt am Bett die EKG- beziehungsweise Ultraschalldiagnostik durch“, so Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Lepper, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Kardiologie und Intensivmedizin.

Bestätigt sich der Verdacht wird der Patient umgehend zur Behandlung ins Herzkatheterlabor gebracht. Kann ein Herzinfarkt ausgeschlossen werden, sorgt das Team auch hier für die lückenlose Weiterbehandlung und Ursachenforschung im Maximalversorger. 

 

HeartWork@Rhein-Ruhr 2022 – Herzzentrum Duisburg bringt im September Mediziner und Patienten zusammen

 Duisburg, 05. September 2022 - Nach zwei Jahren Coronapause ist es dem Herzzentrum Duisburg in diesem Jahr wieder möglich, ein zweitägiges Fortbildungssymposium anzubieten. Dabei unterscheidet sich HeartWork@Rhein-Ruhr 2022 am 16. und 17. September 2022 im Haus der Unternehmer in Duisburg-Buchholz in einem Punkt deutlich von vergleichbaren Veranstaltungen: Während der Freitag und der Samstagvormittag für Fachvorträge reserviert sind, die sich vor allem an Herzmediziner wenden, richten sich die Spezialisten des Herzzentrums Duisburg am Samstagnachmittag direkt an die Patientinnen und Patienten.


In drei Vorträgen geht es dann unter der Schirmherrschaft der Deutschen Herzstiftung um häufige Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, die von den Fachleuten auch für Laien leicht verständlich dargestellt werden:
-       „Wenn die Pumpe schwächelt – Herzinsuffizienz“ (Dr. Michael Schönbrodt, Leitender Oberarzt am Herzzentrum Duisburg)
-       „Wenn das Herz aus dem Takt ist – Vorhofflimmern“ (Dr. Ute Ruprecht, Leitende Oberärztin und Leiterin der Elektrophysiologie am Herzzentrum Duisburg)
-       „Wenn die Rohre altern – Gefäßaneurysmen“ (Dr. Paulus Schurr, Oberarzt am Herzzentrum Duisburg)

Im Anschluss an die Vorträge haben die Zuhörerinnen und Zuhörer die Gelegenheit, den Experten Fragen zu stellen und so noch weitergehende Informationen zu den vorgestellten Krankheitsbildern zu erhalten. 

Mit dem Konzept der Einbeziehung von Patientinnen und Patienten verfolgt HeartWork@Rhein-Ruhr 2022 einen wesentlich weiter gefassten Ansatz als vergleichbare Veranstaltungen, deren Besuch ausschließlich Fachleuten vorbehalten ist. Professor Dr. Jochen Börgermann (Chefarzt der Klinik für Herzchirurgie am Herzzentrum Duisburg) und Professor Dr. Wolfgang Schöls (Chefarzt der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Elektrophysiologie am Herzzentrum Duisburg) als Vorsitzende des Symposiums HeartWork@Rhein-Ruhr2022 wollen so eine Brücke zwischen dem Fortbildungsgedanken für ihre medizinischen Kolleginnen und Kollegen und dem Informationsbedürfnis der Patientinnen und Patienten schlagen.

Die genannten Laienvorträge unter der Schirmherrschaft der Deutschen Herzstiftung finden am Samstag, dem 17. September 2022, zwischen 13:45 Uhr und 14:30 Uhr statt. Direkt anschließend ist die Diskussion mit den Experten geplant. Der Besuch der Vorträge und der Diskussion ist kostenlos.

Herzzentrum Duisburg / Prof. Dr. Jochen Börgermann in OP-Situation (Fotos EVKLN) 

 

Neuer Corona-Impfstoff im städtischen Impfzentrum im Averdunk Centrum

Duisburg, 01. September 2022 - Die Europäische Arzneimittel Agentur hat heute den neuen auf Omikron abgestimmten Corona-Impfstoff zugelassen. Auf das anstehende Impfgeschehen ist die Stadt Duisburg mit ihrem städtischen Immunisierungsangebot im Averdunk Centrum gut vorbereitet. Dort kann der Impfstoff ab dem 12. September zum Einsatz kommen – eine fristgerechte Lieferung der Dosen und eine entsprechende Impfempfehlung durch die Ständige Impfkommission vorausgesetzt.  

Das stationäre Impfangebot der Stadt, das als ergänzende Maßnahme zum Angebot von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten fungiert, ist kostenlos und ohne vorherige Terminvereinbarung im Averdunk Centrum, Königstraße 63 bis 65, an drei Tagen in der Woche möglich:  
-           jeweils dienstags, donnerstags und samstags von 10.30 bis 17.30 Uhr  

Aktuell liegt die Auslastung des kommunalen Impfzentrums in einem sehr niedrigen Bereich, sodass auch bei steigender Nachfrage ein ausreichendes Immunisierungsangebot durch die Stadt gewährleistet ist. Zudem können die Impfmöglichkeiten wenn nötig durch eine Erweiterung der Öffnungszeiten und den Einsatz mobiler Impfangebote an etwaige neue Bedürfnisse rasch angepasst werden.  

Helios: Darmkrebszentrum erhält höchste Auszeichnung

Duisburg, 01. September 2002 - Das Darmkrebszentrum an der Helios St. Johannes Klinik ist von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert worden. Sie bescheinigt dem Hamborner Standort eine besonders hohe Qualität bei der Behandlung von PatientInnen mit Darmtumoren.

Verbreitet, aber oft heilbar – Darmkrebs ist mit rund 70 000 Neuerkrankungen jährlich eine der häufigsten Tumorarten in Deutschland. Die Zertifizierungskommission der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) hat sich daher zum Ziel gesetzt, hochspezialisierte Zentren auszuzeichnen, in denen Betroffene in jeder Hinsicht gut aufgehoben sind und umfassend betreut werden. Denn das schlägt sich auch in den Überlebenschancen der Betroffenen nieder: PatientInnen die in zertifizierten Zentren operiert werden, überleben nachweislich länger* Jetzt wurde – trotz der allseits bekannten Corona-Einschränkungen der letzten zwei Jahre – das Darmkrebszentrum an der Helios St. Johannes Klinik aufgrund seiner hohen Behandlungsqualität in die Riege der deutschlandweit nur rund 300 DKG-zertifizierten Zentren aufgenommen.


Neben der eindrucksvollen fachlichen Expertise aller internen und externen Kooperationspartner fiel dem Zertifizierungsteam am Duisburger Maximalversorger vor allem der ausgewiesene hohe operative Standard auf: Bereits 2020 führte die Klinik als erstes Haus in der Region ein robotisches OP-System (DaVinci™) ein, das inzwischen bei rund 90 Prozent der Darm- und Mastkrebsoperationen zum Einsatz kommt. Es ermöglicht eine extrem präzise Krebschirurgie und verbesserte Erholung der PatientInnen.


Für das Gütesiegel der DKG sind darüber hinaus die Qualifikationen der beteiligten ÄrztInnen, speziell weitergebildete onkologische Pflegekräfte, die Einhaltung der neusten Leitlinien und Umsetzung moderner Behandlungskonzepte, hohe Fallzahlen und die enge Einbindung der PatientInnen in den Behandlungsverlauf nachzuweisen. Wichtig ist zudem die stark vernetzte Zusammenarbeit zwischen den Fachbereichen Viszeralchirurgie, Gastroenterologie, Strahlentherapie, Onkologie, Pathologie und Radiologie sowie Kooperationspartnern wie Sozialdienst, Psychoonkologie und Physiotherapie nicht nur innerhalb der Klinik, sondern auch im ambulanten Sektor.


Als Ausdruck der Vernetzung werden alle Befunde von Betroffenen in gemeinsamen Tumorkonferenzen besprochen und ein individuelles Behandlungskonzept vereinbart. Alle diese Anforderungen müssen schon vor der eigentlichen Zertifizierung rückwirkend erfüllt sein und werden im Rahmen von Audits jedes Jahr neu überprüft. Klinikgeschäftsführer Birger Meßthaler ist entsprechend stolz auf sein Team: „Diese Auszeichnung ist eine tolle Bestätigung für die sehr gute interdisziplinäre Arbeit bei uns am Klinikum. Und das nicht nur für einen kurzen Zeitpunkt sondern über Jahre betrachtet.“


Was das auch während einer Pandemie bedeutet, weiß der Leiter des Darmkrebszentrums Dr. Norbert Hennes, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Zentrum für minimalinvasive und robotische Chirurgie, nur zu gut: „Wir als gesamtes Team freuen uns enorm über diese Auszeichnung, weil sie den unermüdlichen Einsatz so vieler Menschen gerade in den für uns alle so kräftezehrenden ‚Coronajahren‘ wiederspiegelt. Denn dass wir all das trotz dieser ungünstigen Umstände geschafft haben, ist nicht selbstverständlich und untermauert die hohe medizinische Qualität.“


Die Zertifizierung zeige zudem, dass Menschen der Helios St. Johannes Klinik in einer schwierigen Lebensphase ihr vollstes Vertrauen schenken und wissen, dass sie hier eine umfassende Diagnostik, kompetente Beratung und Therapie sowie modernste Behandlungsverfahren erwarten dürfen. Das Vertrauen geht aber auch über die Eingriffe hinaus, denn für viele PatientInnen ist zum einen die Chemo- und Strahlentherapie ein immer wichtigerer Bestandteil der Behandlung und zum anderen kehren viele auch nach überstandener Erkrankung für die Nachsorge regelmäßig in die Klinik und zu den ambulanten Kooperationspartnern zurück.


In diesem Papier steckt viel Arbeit – v.l. Dr. Barbara Strey [Chefärztin Gastroenterologie], Dr. Norbert Hennes [Chefarzt Viszeralchirurgie und Leiter des Darmkrebszentrums] und PD Dr. Götz Ulrich Grigoleit [Chefarzt Onkologie und Hämatologie] mit der offiziellen Zertifizierungsurkunde - Foto Helios / Daniel Sadlowski)


Die Deutsche Krebsgesellschaft empfiehlt allen Betroffenen eine solche regelmäßige Kontrolle für fünf Jahre in Folge der Erstbehandlung. Das Helios Team leitet die PatientInnen dabei durch alle anstehenden Maßnahmen. Den meisten Betroffenen können die ExpertInnen auf diese Weise zur Heilung verhelfen. Sollten aber weitere Absiedlungen gefunden werden, etwa in Leber oder Lunge, so bieten die Abteilungen auch für diese PatientInnen mittlerweile regelhaft die vorteilhafte robotisch-minimalinvasive Technik an. Leider gibt es aber auch die fortgeschrittenen Erkrankungen mit schlechter Prognose.


Diesen PatientInnen bietet das Darmkrebszentrum ebenfalls professionelle Hilfe und Unterstützung, um den Wünschen der Betroffenen und Angehörigen bestmöglich gerecht zu werden – auch jenseits der rein medizinischen Betreuung. *Quelle: Aktuelle Studie vom AOK-Bundesverband, von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren und dem Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung der TU Dresden (weitere Informationen:
Deutsche Krebsgesellschaft - Pressemeldungen | DKG )