'Tagesaktuell' - Redaktion Harald Jeschke Sonderseiten


Sitemap • Archiv32. Kalenderwoche 2026
Baustellen DVG-Umleitung Bahn-VRR


33. Kalenderwoche: Montag, 10. - 16. August 2026
13. August 2026 - Berliner Mauerbau 1961

Neues Südbad öffnet am 10. August
Oberbürgermeister Sören Link eröffnet am Montag, 10. August, um 13.15 Uhr das neue Südbad an der Großenbaumer Allee. Im Anschluss öffnet das Hallenbad erstmals seine Türen für die Öffentlichkeit: Die ersten Badegäste können das neue Bad erkunden und ihre Bahnen ziehen. Eintrittskarten sind am Eröffnungstag an der Tageskasse erhältlich.

Im Bürgerbereich erwartet die Gäste ein 25-Meter-Becken mit einer Sprunganlage (1-Meter-Brett und 3-Meter-Plattform) sowie einer fünf Meter hohen Kletterwand direkt über dem Wasser. Ein Kinderplanschbecken und eine 385 Quadratmeter große Dachterrasse zum Sonnen und Entspannen ergänzen das Angebot.

Gleichzeitig können Schulen und Sportvereine unabhängig vom öffentlichen Badebetrieb ein weiteres 25-Meter-Sportbecken mit verstellbarem Hubboden (zur Verringerung der Wassertiefe auf bis zu 60 Zentimeter) sowie ein Lehrschwimmbecken nutzen. Separate Eingänge, Duschen und Umkleidebereiche ermöglichen den parallelen und voneinander unabhängigen Betrieb beider Bereiche.

Besucherinnen und Besucher haben am Eröffnungstag auch die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen des Neubaus zu werfen: Kostenlosen Führungen zu den technischen Anlagen und Besonderheiten des Bades finden jeweils um 14.30 Uhr, 15.30 Uhr und um 17 Uhr statt. Anmeldung sind direkt nach der Baderöffnung an der Kasse möglich.

Auf der neuen Dachterrasse werden außerdem Schnupperkurse des Sportbildungswerks für jeweils 9 Euro inklusive Badeintritt angeboten. Am Eröffnungstag (10. August) sowie am Montag, 17. August, finden dort von 16 bis 17 Uhr die Kurse „Allover Workout“ (Kurs-Nr. 2085/2087) und von 17 bis 18 Uhr „Yoga & Stretch“ (Kurs-Nr. 2086/2088) statt. Diese Veranstaltungen sind über die Website des Sportbildungswerks buchbar (https://www.sportbildungswerk-nrw.de/duisburg).

Stadtranderholung 2026
Die 74. Ausgabe der „Stadtranderholung“ startet am 10. August. Die beliebte Ferienfreizeit des Jugendamts bietet an 18 Standorten 1360 Kindern für drei Wochen lang ein buntes Ferienprogramm.

Oberbürgermeister Sören Link, Jo Jonas, Abteilungsleiter des Fachbereichs Kinder- und Jugendförderung beim Jugendamt, sowie Mustafa Erkan, Projektleiter der Stadtranderholung, stellen das diesjährige Konzept sowie das Programm am Mittwoch, 12. August 2026, um 13 Uhr im Städtischen Kinder- und Jugendzentrum „Robinson Abenteuerfarm“, Saarstraße 9, 47229 Duisburg-Rheinhausen vor.

Boule für Einsteiger: VHS-Sommerkurs in Kooperation mit dem Homberger Turnverein

Wer Boule oder Pétanque kennenlernen möchte, hat im August bei der Volkshochschule Gelegenheit dazu. In einem dreiteiligen Einsteigerkurs auf den Ligabahnen des Homberger Turnvereins stehen Regelkunde, Wurftechnik und Spieltaktik im Mittelpunkt. Das Präzisionsspiel verbindet Konzentration, Geschick und strategisches Denken.

Die Teilnehmenden lernen, Spielsituationen einzuschätzen, regelkonform zu handeln und ihre Wurftechnik gezielt zu verbessern. Auch Fairplay, Teamspiel sowie das gemeinsame Entwickeln von Spielstrategien gehören zu den Inhalten des Kurses. Geleitet wird der Kurs von Michael von Parzotka, Abteilungsleiter Boule beim Homberger Turnverein.

Die drei Kurstermine finden jeweils mittwochs am 12., 19. und 26. August von 17.30 bis 19 Uhr auf dem schattigen Sportgelände des Turnvereins, Friesenplatz 1, statt. Eine Anmeldung ist erforderlich. Die Teilnehmerzahl ist auf zwölf Personen begrenzt. Die Kursgebühr beträgt 58 Euro. Eigene Boulekugeln können mitgebracht werden, sofern vorhanden. Alternativ stehen Leihkugeln zur Verfügung. Vorkenntnisse sind nicht notwendig. Weitere Informationen zur Anmeldung gibt es unter Tel. 0203/283-984607 oder per Mail vhs-west@stadt-duisburg.de

Sonnenfinsternis am 12. August: Weltgrößter Hersteller warnt vor Engpässen bei Schutzbrillen
Unsichere Produkte könnten erneut den europäischen Markt überschwemmen, so American Paper Optics.
Memphis (USA) - Der weltweit größte Hersteller von Sonnenfinsternisbrillen, American Paper Optics (APO), warnt deutsche Verbraucher vor Lieferengpässen zertifizierter Schutzbrillen im Vorfeld der tiefen partiellen Sonnenfinsternis am 12. August 2026. Bei vergangenen Finsternissen in den USA und Europa seien geprüfte Brillen regelmäßig knapp geworden. In die Lücke drängten dann unzertifizierte Produkte ohne ausreichenden Schutz.

Am 12. August verdeckt der Mond je nach Region zwischen 85 und 90 Prozent der Sonne über Deutschland. Laut dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) liegt die Bedeckung in Freiburg bei rund 90 Prozent, in Berlin bei etwa 85 Prozent. Das Schauspiel beginnt gegen 19 Uhr und fällt vielerorts mit dem Sonnenuntergang zusammen.

Gerade eine tiefe partielle Finsternis unterschätzen viele Beobachter. Bei einem ungeschützten Blick in die Sonne treffen laut BfS UV-Strahlung, sichtbares Licht und Infrarotstrahlung mit hoher Intensität auf die Netzhaut. Die dabei entstehende Solarretinopathie verläuft schmerzfrei und wird oft erst Stunden später bemerkt.

Wie das Deutsche Ärzteblatt berichtet, behielten nach früheren Sonnenfinsternissen rund zehn Prozent der Betroffenen dauerhafte Netzhautschäden. Normale Sonnenbrillen oder Kamerafilter genügen nicht. Sicheres Beobachten erfordert Brillen, die nach DIN EN ISO 12312-2:2015 zertifiziert und mit CE-Kennzeichnung versehen sind.

„Wer direkt in die Sonne schaut, darf bei der Schutzausrüstung keine Kompromisse eingehen", sagt Jason Lewin, Marketingchef von American Paper Optics. „Wir haben bei vergangenen Finsternissen erlebt, wie in den letzten Wochen vor dem Ereignis ungeprüfte Brillen aus dubiosen Quellen auf den Markt kamen. Unser Rat an alle Beobachter in Deutschland: Bestellen Sie frühzeitig bei einem Hersteller, dessen Zertifizierung Sie nachprüfen können."

APO hat in mehr als 15 Jahren über 500 Millionen Sonnenfinsternisbrillen produziert. Zu den Abnehmern zählen NASA, die Europäische Weltraumorganisation (ESA) und die American Astronomical Society. Zuletzt fertigte das Unternehmen die Spezialbrillen für die Crew der NASA-Mission Artemis II. Sämtliche APO-Brillen erfüllen DIN EN ISO 12312-2:2015 und tragen die CE-Kennzeichnung.

Bezugsquelle
Zertifizierte APO-Sonnenfinsternisbrillen sind direkt beim Hersteller erhältlich. Einzel- und Gruppenbestellungen sind über eclipseglasses.com möglich. Der Versand nach Deutschland erfolgt per Expresslieferung.

Über American Paper Optics
American Paper Optics mit Sitz in Memphis, Tennessee, ist der weltweit größte Hersteller von 3D- und Solarbrillen. Das Unternehmen hat seit seiner Gründung über 3,5 Milliarden Brillen produziert, darunter mehr als 500 Millionen Sonnenfinsternisbrillen. APO arbeitet mit Universitäten, Wissenschaftszentren und Weltraumorganisationen weltweit zusammen.

VHS-Sommerkurs „Boule“ in Kooperation mit dem Homberger Turnverein
Die Volkshochschule Duisburg bietet im August einen Boule- bzw. Pétanquekurs für Neulinge an. Der Kurs findet dreimal mittwochs am 12., 19. sowie am 26. August, jeweils von 17.30 bis 19 Uhr auf dem schattigen Sportgelände am Friesenplatz 1 in Duisburg-Homberg statt.

In dem dreiteiligen Kurs auf den Ligabahnen des Homberger Turnvereins stehen Regelkunde, Wurftechnik und Spieltaktik auf dem Programm. Das Präzisionsspiel erfordert Konzentration und strategische Entscheidungen. In jedem Spiel kommt es zu Situationen, in denen eine gute Regelkunde notwendig ist.

Teilnehmende lernen auch, Spielsituationen besser zu erkennen und regelgerecht zu entscheiden. Fairplay und die Fähigkeit, im Team aufmerksam zu beobachten und konstruktiv miteinander Spielstrategien zu entwickeln, sind feste Bestandteile der Veranstaltung. Dozent des Kurses ist Michael von Parzotka, Abteilungsleiter Boule beim Homberger Turnverein.

Der Kurs findet in einer Gruppe von maximal zwölf Personen statt. Sofern vorhanden können eigene Boulekugeln mitgebracht werden. Es stehen aber auch Leihkugeln zur Verfügung. Vorkenntnisse sind nicht notwendig. Die Kursgebühr beträgt 58 Euro.
Eine vorherige Anmeldung unter http://www.vhs-duisburg.de ist notwendig. Weitere Informationen zur Anmeldung gibt es telefonisch unter 0203 283-984607 oder per E-Mail an vhs-west@stadt-duisburg.de.

Repair-Café im Recyclingzentrum Mitte: Gemeinsam reparieren und Ressourcen schonen
Beim nächsten Repair-Café im Recyclingzentrum Mitte der Wirtschaftsbetriebe Duisburg erhalten defekte Alltagsgegenstände eine zweite Chance. Am Freitag, 14. August 2026, unterstützen ehrenamtliche Reparaturexpertinnen und -experten des Vereins DUISentrieb Besucherinnen und Besucher dabei, kaputte Elektrokleingeräte, wackelige Kleinmöbel und weitere Gegenstände wieder gebrauchsfähig zu machen.

Dabei steht nicht nur die Reparatur selbst im Mittelpunkt. Nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe können die Teilnehmenden unter fachkundiger Anleitung selbst Hand anlegen, Reparaturwissen erwerben und praktische Fähigkeiten für zukünftige Reparaturen entwickeln. So stärkt das Repair-Café den selbstständigen und bewussten Umgang mit Alltagsgegenständen.

Mit dem monatlichen Angebot möchten die Wirtschaftsbetriebe Duisburg einen praktischen Beitrag zur Abfallvermeidung und Ressourcenschonung leisten. Denn Gegenstände, die repariert und weiterverwendet werden, müssen nicht entsorgt und ersetzt werden. Die Teilnahme ist kostenlos.

Datum: Freitag, 14. August 2026
Uhrzeit: von 14.00 bis 17.00 Uhr
Ort: Recyclingzentrum Mitte, Vygenstr. 6, 47053 Duisburg
Das Repair-Café findet im 1. Obergeschoss statt. Ein Aufzug ist vorhanden.

Der darauffolgende Termin findet am Freitag, 18.September 2026, ebenfalls von 14 bis 17 Uhr im Recyclingzentrum Mitte statt. Weitere Informationen erhalten Interessierte bei der Abfallberatung per E-Mail an abfallberatung@wb-duisburg.de oder telefonisch unter (0203) 283–3000.

Copyright: WBD / Adrian Chodkowski

Offene Schreibwerkstatt vermittelt neue Schreibtechniken
Zu einer offenen Schreibwerkstatt lädt die Bibliothek in Wanheimerort am Samstag, 15. August, von 11 bis 13 Uhr in die Räumlichkeiten an der Düsseldorfer Straße 544 ein. Unter der Leitung der Duisburger Autorin Birgit Stieler erhalten Interessierte die Gelegenheit, neue Schreibtechniken kennenzulernen und eigene Ideen zu entfalten, um ihre Gedanken zu Papier zu bringen.

Die Veranstaltung richtet sich sowohl an erfahrene Schreibende als auch an Menschen, die erste Schritte im kreativen Schreiben wagen möchten. In einer inspirierenden und unterstützenden Atmosphäre können Teilnehmende unterschiedliche Ausdrucksformen ausprobieren, Impulse erhalten und ihre Kreativität weiterentwickeln.

Teilnehmende sollten ihr eigenes Schreibmaterial mitbringen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Fragen beantwortet das Team der Bibliothek persönlich oder telefonisch unter 0203 773096. Die Servicezeiten sind dienstags und donnerstags von 14 bis 18 Uhr, freitags von 10.30 bis 13 Uhr und von 14 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 13 Uhr.

Kleine Runde oder großes Fest? So feiert Deutschland die Einschulung
Ostdeutschland feiert deutlich größer

Der auffälligste Befund der Umfrage ist regional. Unter den Befragten mit Einschulungskindern im Umfeld berichtet in Ostdeutschland mehr als die Hälfte von Feiern mit mindestens elf Gästen oder von mehreren Feiern (51 Prozent). Im gesamten übrigen Bundesgebiet ist es nur rund ein Viertel – in Norddeutschland liegt der Anteil bei 30 Prozent, in Westdeutschland bei 25 Prozent und in Süddeutschland bei 23 Prozent. Ostdeutschland weicht damit klar ab.

Noch deutlicher wird der Unterschied bei den größten Feiern: In Ostdeutschland berichtet rund jeder Vierte von einer Feier mit mehr als 20 Gästen, im übrigen Bundesgebiet nur etwa jeder Vierzehnte. Eine mögliche Erklärung liegt in der ostdeutschen Tradition rund um die Zuckertüte, die den Schulanfang seit Generationen als Familienfest im größeren Kreis begeht. Die Umfrage selbst erhebt die Ursachen nicht – sie belegt den Unterschied.

Zur Einschulung gehört für die meisten mehr als Schulranzen und Schultüte
Kaum ein Produkt steht so stark für die Einschulung wie der erste Schulranzen. Dazu kommen Federmäppchen, Hefte, Stifte, Lunchbox, Trinkflasche und je nach Schule weiteres Material. Auch die Schultüte gehört fest dazu, besonders wenn Süßigkeiten, kleine Geschenke oder nützliches Schulzubehör darin landen. Weitere Anschaffungen können ebenfalls eine Rolle spielen, etwa neue Kleidung, Zubehör für den Schulweg oder erste Technik wie eine Kinder-Smartwatch.

Dass rund um die Einschulung viel Geld ausgegeben wird, zeigt auch eine aktuelle Prognose des Handelsverbands Deutschland: Anlässlich der Einschulung rechnet der Einzelhandel in diesem Jahr mit rund 770 Millionen Euro Umsatz – ein Plus von 6,2 Prozent gegenüber den 725 Millionen Euro im Vorjahr. Doch für viele Familien endet die Einschulung nicht mit der Ausstattung für den Unterricht. Der Tag selbst wird vorbereitet, geplant und häufig gefeiert.

Die Mehrheit feiert im kleinen Rahmen
Wie aufwendig die Einschulung wird, hängt vom Rahmen der Feier ab. Unter den Befragten mit Einschulungskindern im Umfeld berichten gut 40 Prozent, dass die Einschulung nicht besonders oder nur im engsten Kreis gefeiert wird. Eine kleine Feier mit bis zu zehn Gästen nennen knapp 30 Prozent. Fast ein Drittel (31 Prozent) gibt an, mit mindestens elf Gästen oder mehrmals zu feiern.

Im Detail: Fast jede fünfte Nennung entfällt auf eine Feier mit elf bis 20 Gästen (19 Prozent), 11 Prozent berichten von mehr als 20 Gästen. Mehrere Feiern oder eine mehrtägige Feier bleiben die Ausnahme (1 Prozent). Dass die Einschulung nicht besonders gefeiert wird, sagen 8 Prozent.

Zu Hause oder im Garten wird am häufigsten gefeiert
Beim Ort der Feier gibt es einen klaren Schwerpunkt: Am häufigsten findet die Einschulung zu Hause oder im Garten statt (68 Prozent). Das ist naheliegend, kann je nach Gästezahl aber trotzdem Ausgaben für Essen, Getränke, Dekoration oder zusätzliche Sitzplätze mit sich bringen.

Außer Haus wird deutlich seltener gefeiert. Ein Restaurant oder Café ist die wichtigste Alternative zum privaten Rahmen (17 Prozent). Einen gemieteten Raum oder Saal nennen knapp 9 Prozent, einen Ausflugs- oder Veranstaltungsort gut 3 Prozent.

Auch hier unterscheiden sich die Regionen. In Norddeutschland dominiert der private Rahmen besonders deutlich (84 Prozent). In Süddeutschland wird häufiger ein Restaurant oder Café gewählt (26 Prozent). In Ostdeutschland fällt der Anteil gemieteter Räume oder Säle auf (17 Prozent) und liegt damit deutlich höher als in den übrigen Regionen – passend zum Bild der größeren Feiern.

Aus dem Schulstart wird ein Familientag
Die Einschulung beginnt mit Schulranzen, Schultüte und erstem Stundenplan. Für viele Familien gehört aber auch die Feier zu diesem Übergang dazu. Die Umfrage zeigt, dass der Rahmen sehr unterschiedlich ausfallen kann. Gemeinsam ist den Feiern jedoch: Der Schulstart wird bewusst gestaltet und als besonderer Familienmoment begangen.

Homeoffice: Wunsch und Wirklichkeit klaffen häufiger auseinander
Beschäftigte, die mal im Homeoffice und mal im Betrieb arbeiten, sind häufig recht zufrieden. Doch wenn die Homeoffice-Realität stark von den eigenen Bedürfnissen abweicht, treten häufig Stress und gesundheitliche Probleme auf. Das ergibt eine neue Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung.*

(C) Hans-Böckler-Stiftung

Die Coronakrise hat der Arbeit in den eigenen vier Wänden zu einem nachhaltigen Durchbruch verholfen: Mittlerweile sei offensichtlich, dass sich die Entwicklung nicht rückgängig machen lässt, erklärt Dr. Helge Emmler. Der WSI-Forscher hat die aktuelle Situation in Sachen mobile Arbeit untersucht und dafür Daten des WSI-Erwerbspersonenpanels ausgewertet.

Seinen Ergebnissen zufolge hat sich an der Verbreitung zuletzt wenig geändert, wobei es deutliche Unterschiede vor allem zwischen Beschäftigten mit und ohne Hochschulabschluss gibt. Hybride Modelle, bei denen sich Homeoffice und Arbeit im Betrieb abwechseln, entsprechen am besten den Bedürfnissen der meisten Beschäftigten, die zu rund zwei Dritteln mit den bestehenden Regelungen zufrieden sind oder allenfalls ein wenig öfter zu Hause arbeiten möchten. Diejenigen, deren Bedürfnisse klar von der betrieblichen Realität abweichen, sind deutlich öfter von starker beruflicher Belastung und gesundheitlichen Problemen betroffen.

Für das WSI-Erwerbspersonenpanel wurden in 15 Erhebungsrunden seit dem Frühjahr 2020 zunächst knapp 7700, zuletzt rund 6200 Personen befragt. Emmlers Auswertung zufolge hat der erste Corona-Lockdown im März 2020 eine „schlagartige und in dieser Größenordnung auch seither nicht wieder beobachtete Ausbreitung von mobiler Arbeit“ verursacht.

Der Anteil derjenigen, die ausschließlich im Betrieb arbeiten, war von 83 Prozent im Januar 2020 auf 53 Prozent im April 2020 eingebrochen. Seit etwa Mitte 2021 sind, von geringen Schwankungen abgesehen, etwa zwei von drei Erwerbstätigen nur im Betrieb tätig, jede und jeder Vierte an wechselnden Orten. Es sei anzunehmen, dass hinter diesem Trend für rund ein Viertel der Beschäftigten eine neue Normalität von etwa zwei bis drei Tagen Homeoffice pro Woche steckt, heißt es in der Studie.

Um den aktuellen Stand zu erfassen, hat der WSI-Experte Ergebnisse der Befragungswellen im November 2024 und 2025 analysiert, in denen die Teilnehmenden ausführliche Angaben zu mobiler Arbeit gemacht haben. Dabei hat er sich auf abhängig Beschäftigte konzentriert. Von denen haben zuletzt 64,5 Prozent ihre Arbeitszeit ausschließlich im Betrieb oder maximal zu einem Zehntel zu Hause verbracht. Bei Akademikerinnen und Akademikern ist die Quote mit 36,6 Prozent deutlich geringer als bei Beschäftigten mit Berufsausbildung mit 69 Prozent – wobei sich der Abstand im Vergleich zu 2024 ein wenig verringert hat.



In Ostdeutschland ist der Anteil mit 71,2 Prozent höher als im Westen mit 63,3 Prozent (siehe auch die Abbildung in der pdf-Version dieser PM; Link unten). Auch diese Differenz ist rückläufig. Die Branchen Energieversorgung, Medien, Finanzen und öffentliche Verwaltung stechen durch einen hohen Anteil hervor. In den Bereichen Bau, Erziehung, Gastgewerbe, Gesundheit, Handel, Verkehr und Logistik ist Homeoffice dagegen weniger verbreitet.

Ein Großteil dieser Unterschiede hängt laut der Analyse mit der Natur der jeweiligen Tätigkeiten zusammen: Dass sie ihre Aufgaben uneingeschränkt oder zu einem Großteil zu Hause erfüllen könnten, sagen 38 Prozent der Beschäftigten. Von den geeigneten Tätigkeiten werden 65 Prozent zumindest zu einem Viertel im Homeoffice erledigt, 46 Prozent sogar überwiegend.

Bei den Beschäftigten mit akademischen Abschlüssen und geeigneten Jobs ist die Quote derjenigen, die mindestens die Hälfte ihrer Arbeitszeit zu Hause ableisten, gegenüber 2024 von 57 auf 52 Prozent zurückgegangen. Das deute darauf hin, dass sich in dieser Gruppe zunehmend zwei statt drei Tage Homeoffice durchsetzen, schreibt Emmler.

Unzufriedenheit ist ungesund
Der Auswertung zufolge entsprechen die betrieblichen Regelungen nicht immer den Wünschen der Beschäftigten: Diejenigen, deren Aufgaben sich dafür eignen, würden im Schnitt gern gut die Hälfte ihrer Arbeitszeit zu Hause verbringen, tatsächlich ist es etwas mehr als ein Drittel. Insgesamt möchte ein Viertel den Anteil der Zeit im Homeoffice um 30 Prozentpunkte oder mehr erhöhen, ein Zehntel möchte weniger dort arbeiten.

Rund zwei Drittel sind zufrieden oder wünschen sich allenfalls geringfügige Änderungen. Besonders groß ist der Anteil der Unzufriedenen, deren Wünsche stark von der tatsächlichen Situation abweichen, mit 29,4 Prozent bei Beschäftigten, die von Return-to-Office-Initiativen betroffen sind. Bei Beschäftigten mit Kindern ist die Quote mit 28,3 Prozent ebenfalls hoch.

Diese Unzufriedenheit gehe mit gravierenden Belastungen einher, erklärt der Forscher. Von den Beschäftigten, deren Homeoffice-Präferenzen um 20 Stunden oder mehr von der tatsächlichen Regelung abweichen, klagen 18 Prozent über eine hohe Arbeitsbelastung und 28 Prozent über einen schlechten Gesundheitszustand. Bei denjenigen, die keinen Änderungsbedarf in Sachen Homeoffice haben, sind es nur 6 beziehungsweise 14 Prozent. Auch bei der Zufriedenheit mit dem Familienleben, der Freizeitgestaltung oder sozialen Kontakten schneiden Beschäftigte schlechter ab, die gern deutlich länger zu Hause arbeiten würden.

Dass die Homeoffice-Quoten sich nach Ende der Corona-Pandemie stabilisiert haben, sei grundsätzlich eine gute Nachricht, so Emmlers Fazit. „Denn mobile Arbeit hat sich nicht nur als probate Maßnahme des Infektionsschutzes, sondern als arbeitnehmerfreundliche Unterstützung der Work-Life-Balance und arbeitgeberseitiges Instrument zur Fachkräftesuche erwiesen.“ Er empfiehlt Unternehmen, den Wünschen der Beschäftigten entgegenzukommen, solange keine zwingenden betrieblichen Gründe dagegensprechen. Schließlich würde oft schon ein zusätzlicher Tag Homeoffice-Tag reichen, um diese Wünsche zu erfüllen.

„Die neue Studie unterstreicht: Das Potenzial, im Homeoffice zu arbeiten, ist noch nicht ausgeschöpft“, sagt Prof. Dr. Bettina Kohlrausch, die wissenschaftliche Direktorin des WSI. „Gerade für Frauen, die im Durchschnitt immer noch den ganz überwiegenden Teil der Sorgearbeit erledigen, also etwa Kindererziehung, Pflege von Angehörigen oder Arbeit im Haushalt, ermöglicht das Homeoffice Flexibilität bei der Vereinbarkeit, weil beispielsweise Zeit für Pendelwege gespart wird.“
Das Homeoffice sei jedoch kein Ersatz für ausreichende Kinderbetreuungsangebote, betont die Soziologin zugleich. Insbesondere in Zeiten hoher Spritpreise ermögliche mobile Arbeit generell auch eine finanzielle Entlastung.