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Straßburg/Duisburg, 23. Oktober 2026
- Nach den jüngsten tödlichen Angriffen auf zivile
Handelsschiffe, fordert das Europäische Parlament
die EU auf, die Entsendung einer
Marineeinsatzoperation im Schwarzen Meer in Erwägung
zu ziehen.
Das Europäische Parlament verurteilt die jüngsten
tödlichen Angriffe vor den Küsten Bulgariens und
Rumäniens sowie die wiederholten Verletzungen des
rumänischen Luftraums scharf. Es macht Russland für
die Angriffe auf zivile Schiffe und die Ausweitung
seines Angriffskriegs gegen die Ukraine auf den
westlichen Teil des Schwarzen Meeres verantwortlich.
Die am Donnerstag mit 432 Stimmen bei 52
Gegenstimmen und 88 Enthaltungen angenommene
Entschließung sieht die Angriffe als Teil einer
gezielten russischen Eskalation,
bei der Moskau systematisch zivile Schiffe ins
Visier nimmt. Russland sei die treibende Kraft
hinter der Verschlechterung der Sicherheitslage in
der Schwarzmeerregion, heißt es in dem Text.
Die Europaabgeordneten würdigen das schnelle
Eingreifen der rumänischen und bulgarischen
Seenotrettungsdienste, der Grenzpolizei und
vorbeifahrender Handelsschiffe. Zugleich äußern sie
Sorge über den aus ihrer Sicht widersprüchlichen
Umgang der bulgarischen Regierung mit der russischen
Bedrohung.
Sie kritisieren Sofias schwache diplomatische
Reaktion auf Russland und fordern den bulgarischen
Ministerpräsidenten Rumen Radev auf, „Forderungen
nach Solidarität der Verbündeten konkrete Maßnahmen
folgen zu lassen“. Bulgarien soll zudem seine
Teilnahme an der NATO-Initiative zur Drohnenabwehr
„Air Defence Capabilities Against Lower-level Air
Threats“ nicht länger verzögern.
EU soll Marineeinsatz im Schwarzen Meer
prüfen
Nach den jüngsten tödlichen Angriffen sollen die EU
und ihre Mitgliedstaaten nach dem Willen des
Parlaments einen EU-Marineeinsatz im Schwarzen Meer
prüfen. Die Freiheit der Schifffahrt und die
maritime Sicherheit seien entscheidend für den
Schutz der NATO-Ostflanke, der Schwarzmeerregion und
des Donaudeltas.
Die Europaabgeordneten fordern außerdem die NATO
auf, eine eigene Initiative für das Schwarze Meer zu
prüfen und dabei an die bestehenden Beratungen über
eine mögliche NATO-Überwachungsmission im Schwarzen
Meer („Black Sea Sentry“) anzuknüpfen. Zugleich
unterstreichen sie die Bedeutung einer engeren
regionalen Zusammenarbeit zwischen Bulgarien,
Rumänien und der Türkei.
Mehr EU-Unterstützung für Rumänien und
Bulgarien
Die EU-Staaten sollen Rumänien und Bulgarien
gemeinsam mit der NATO bei der Abwehr feindlicher
Drohnen im Schwarzen Meer besser unterstützen und
die EU ihre maritime Sicherheitsinitiative für die
Region rasch umsetzen.
Zudem fordert das Europäische Parlament mehr Schutz
für Unterwasser-Telekommunikations-, Strom- und
Datenkabel sowie den Einsatz verfügbarer Mittel aus
dem EU-Verteidigungsinstrument SAFE zur Stärkung der
Sicherheit in der Region.
• Europaabgeordnete verurteilen Russlands Eskalation
des Kriegs gegen die Ukraine im Schwarzen Meer
• Europäisches Parlament kritisiert schwache
Reaktion der bulgarischen Regierung auf die
russische Bedrohung
• Mehr EU-Unterstützung für Rumänien und Bulgarien
bei der Erkennung und Verfolgung feindlicher Drohnen
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