
Duisburg, 27. Juli 2025 - "High Noon" am heutigen Sonntag
zerlegte sich dieses Hochhaus in Duisburg-Homberg in seine
Einzelteile.

Der dritte Weiße Riese an der Ottostraße 54 - 56 in
Duisburg-Hochheide wurde am Sonntag, 27. Juli 2025,
gesprengt. Um 12 Uhr erfolgte die Zündung der insgesamt 300
Kilogramm Sprengstoff durch Sprengmeisterin Ulrike Matthes
und ihr Team.

Monatelang hat die Vorbereitung der Sprengung die Verwaltung
und alle beteiligten Firmen in Atem gehalten, bevor heute am
frühen Vormittag planmäßig mit den finalen Vorbereitungen
sowie der Umsetzung der umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen
begonnen wurde. Oberbürgermeister Sören Link war von der
organisatorischen und logistischen Leistung der Einsatzkräfte
beeindruckt: „Eine solche Sprengung live vor Ort zu erleben
ist auch beim dritten Mal ein beeindruckendes Erlebnis. Mein
herzliches Dankeschön an alle Beteiligten für die
professionelle Vorbereitung und reibungslose Durchführung.
Jetzt blicken wir nach vorne: Der Weg ist frei für den neuen
Stadtpark Hochheide. Sobald der Schutt beseitigt ist, geht es
los.“

Stadtentwicklungsdezernent Martin Linne freut sich über die
erfolgreiche Sprengung und dankt allen Beteiligten für ihren
Einsatz: „Es freut mich, dass auch die Sprengung des dritten
Weißen Riesen reibungslos und ohne Vorkommnisse funktioniert
hat. Dies ist vor allem dem sehr engagierten Einsatz und der
akribischen Vorbereitung aller Beteiligten zu verdanken, die
an dieser besonderen Herausforderung mitgewirkt haben. Dies
ist ein weiterer, wichtiger Schritt auf dem Weg zur
Revitalisierung des Quartiers und der Umsetzung des
städtebaulichen Sanierungskonzeptes."

Ab 8 Uhr erfolgte zunächst die Kontrolle der Evakuierung
durch das einsatzleitende Bürger- und Ordnungsamt. Diese
verlief – nicht zuletzt auch dank der intensiven
Kommunikation und Information im Vorfeld – planmäßig und ohne
nennenswerte Zwischenfälle. Zeitgleich griffen die
Umleitungen im öffentlichen Verkehrsraum. Die rund 300
Ordnungskräfte der Polizei, des Bürger- und Ordnungsamtes und
eines beauftragten Sicherheitsdienstes sorgten für eine
vollständige und zeitgerechte Umsetzung, so dass die
Überprüfung der Evakuierung sowie die Sicherstellung der
Absperrmaßnahmen gegen 10.48 Uhr erfolgreich abgeschlossen
werden konnte. Unterstützung erfolgte dabei zudem aus der
Luft, mit 12 Drohnen wurde die Sprengung dokumentiert.
Die Sprengstelle wurde durch die Projektverantwortlichen
direkt nach der Sprengung geprüft. Hierbei konnte
festgestellt werden, dass die Sprengung planmäßig lief und
die Gebäudeteile wie im Vorfeld konzipiert einstürzten. Um
14.18 Uhr wurde über ein Sirenensignal Entwarnung gegeben.

Der dritte "Weiße Riese" wurde 1972 gebaut.
- 160 Wohnungen - 22 oberirdische Geschosse, 2
unterirdische Geschosse - Länge: 45 m, Breite: 17 m, Höhe:
63 m - Volumen: 53.500 m³ - Brutto-Geschossfläche: ca.
17.300 m²
Sprengung - ca. 600
Zünder - 300 kg Sprengstoff
Anzahl
Mitarbeiter vor Ort - Bürger- und Ordnungsamt:
ca. 220 - Polizei: 40 - Feuerwehr und freiwillige
Feuerwehr: 60 - Hilfsorganisationen: 52 Hilfskräfte der
Malteser, Johanniter, des DRK und der AEV
Rund 60
Personen nutzen den Aufenthaltsraum in der
Erich-Kästner-Gesamtschule. Insgesamt mussten heute 36
Fahrzeuge abgeschleppt werden. 13 Personen wurde mit
Krankentransporten evakuiert.
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Duisburg, 20. März 2025 - Die nachhaltige
Entwicklung des Stadtteils Duisburg-Hochheide erreicht in
diesem Sommer einen weiteren Meilenstein: Am Sonntag, 27.
Juli 2025, plant die Stadt Duisburg die Sprengung des dritten
sogenannten Weißen Riesen. Nachdem 2019 das erste
Hochhaus und 2021 das zweite im Wohnpark Hochheide abgerissen
worden sind, soll jetzt der vorerst letzte Wohnturm gesprengt
werden. Bei dem Hochhaus handelt es sich um einen „kleinen“
Weißen Riesen. Die letzten Bewohnerinnen und Bewohner dieses
Hochhauses sind im Juli 2020 ausgezogen.
„Mit der
Sprengung des dritten Weißen Riesen machen wir für Hochheide
einen weiteren wichtigen Schritt nach vorne: Wo Beton lange
dominiert hat, entsteht nun ein grüner Stadtpark“, sagt Sören
Link, Oberbürgermeister der Stadt Duisburg. „Ich freue mich
sehr, wenn wir mit dem Abriss ein großes Etappenziel zur
Aufwertung des Quartiers geschafft haben und für alle
sichtbar zeigen können: Duisburg gestaltet seine Zukunft –
nachhaltig, lebenswert und gemeinsam mit den Menschen, die
hier zu Hause sind.“
Im vergangenen Jahr hat die
Stadtverwaltung die Duisburger Infrastrukturgesellschaft mbH
(DIG) mit der Leitung des Projekts beauftragt. Es erfolgte
ein umfassendes und europaweites Vergabeverfahren. Ende 2024
erhielt schließlich das deutsch-österreichische Unternehmen
Porr Becker Abbruchtechnik GmbH den Zuschlag für den Abriss
des Hochhauses. Die tatsächliche Sprengung übernimmt die
Thüringer Spreng GmbH, die bereits bei den vorangegangenen
beiden Sprengungen der Weißen Riesen beteiligt war. Im Dienst
der Stadt steht zudem die rebuild.ing GmbH, die für die
beiden ersten Sprengungen die Generalplanung erbrachte.

Der „kleine“ Weiße Riese ist gleich dem zuletzt gesprengten
Hochhaus rund 63 Meter hoch und ungefähr 17 Meter breit,
jedoch nur zweizügig und somit nur etwa 45 Meter lang. Die
Platzverhältnisse infolge nachbarschaftlicher Bebauung sind
auch diesmal der Grund, um die komplexe, aber erprobte
„Kipp-Kollaps-Faltung“ bei der Sprengung einzusetzen. Dabei
werden zwei Sprengebenen mit gegenläufigen Fallrichtungen
zeitversetzt gezündet, sodass sich das Gebäude im Kippen in
seiner Höhe reduziert und somit weniger Fläche für das
sogenannte Fallbett benötigt wird. Auf diese Weise werden
unter anderem auch die Auswirkungen – etwa durch
Erschütterungen beim Einsturz – weniger spürbar sein.

Seit Dezember 2024 laufen umfangreiche Vorbereitungen: Die
Entkernung des Gebäudes sowie die schadstofftechnische
Sanierung sind in vollem Gange. Wegen der Bausubstanz aus den
1970ern sind auch bei diesem Weißen Riesen umfassende
Maßnahmen notwendig, um Asbest und polychlorierten Biphenylen
(PCB) sowie sonstige Schadstoffe zu entfernen. Erst nach
Abschluss dieser Arbeiten kann die finale Sprengung erfolgen.
Die asbesthaltigen Fassaden sind bereits weitestgehend
demontiert.
Die Entfernung der Schadstoffe im
Innenbereich ist zu rund einem Drittel abgeschlossen. Zum
Hochhausabriss gehört auch der Teilabbruch der angrenzenden
Tiefgarage, was bereits geschehen ist. Die Sprengung wird mit
größter Sorgfalt und unter strengen Sicherheitsvorkehrungen
durchgeführt. Sie wird in enger Abstimmung mit den
zuständigen Behörden und den Anwohnerinnen und Anwohnern
geplant. Mit der Festlegung des Sprengtermins beginnt auch
die Organisation aller Maßnahmen, um die Sicherheit und
Ordnung vor Ort rund um die Sprengung zu gewährleisten. Dazu
gehören zum Beispiel die Festlegung der Evakuierungs- und
Sperrzonen sowie Schutzmaßnahmen gegen Staub. Dabei
profitieren die Planerinnen und Planer von den Erfahrungen
aus den beiden bereits erfolgreich durchgeführten
Sprengungen.
Mit dem vom Rat der Stadt Duisburg
beschlossenen „Integrierten Handlungskonzept“
für das Sanierungsgebiet Hochheide soll der Stadtteil
stabilisiert und zukunftsfähig aufgestellt werden. Dazu
gehört, dass Hochhäuser mit einem hohen Anteil leerstehender,
perspektivisch nicht mehr vermarktbarer Wohnungen vom
Wohnungsmarkt genommen und abgerissen werden. Die
Sanierungsmaßnahme in Duisburg-Hochheide hat das Ziel, die
Lebensqualität der Menschen vor Ort spürbar zu verbessern.
Dabei geht es darum, die Gebäude und Infrastruktur so
weiterzuentwickeln, dass sie den sozialen und
wirtschaftlichen Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner
entsprechen. Gleichzeitig wird die Siedlungsstruktur an
Umweltstandards und gesunde Lebensbedingungen angepasst. 80
Prozent der Projektkosten werden vom Land Nordrhein-Westfalen
im Rahmen des Förderprogramms „Soziale Stadt“ finanziert.
Der Wohnpark Hochheide mit seinem Ensemble aus sechs
Wohnhochhäusern ist in den Jahren von 1969 bis 1974 auf einem
Teilgelände der Bergarbeitersiedlung Rheinpreußen entstanden.
Von den ehemals sechs Gebäuden werden nach der aktuellen
Sprengung im Sommer 2025 dann noch drei stehen. Die übrigen
Hochhäuser und deren Wohnungen befinden sich in Privatbesitz
und sind in Teilen durch eine vielfältige Eigentümerschaft
geprägt.
Der für die Sprengung vorgesehene Weiße
Riese in Zahlen: - Baujahr: 1972 - 160 Wohnungen - 22
oberirdische Geschosse, 2 unterirdische Geschosse - Länge: 45
m, Breite: 17 m, Höhe: 63 m - Volumen: 53.500 m³ -
Brutto-Geschossfläche: ca. 17.300 m²
Vorbereitungsarbeiten für Sprengung starten
Sprengung des zweiten Weißen Riesen am 5. September 2021
Duisburg, 27. September 2024 - Es ist 62 Meter hoch, hat
21 Etagen – und wird bald Geschichte sein: Die Arbeiten für
den Rückbau des dritten Hochhauses („Weißer Riese“) im
Wohnpark Hochheide starten in der kommenden Woche. Bis Ende
2025 wird von dem maroden Bau, einem der größten Hochhäuser
in Nordrhein- Westfalen, nichts mehr zu sehen sein.

„Wir wollen, dass die Menschen wieder gut und gerne in
Hochheide wohnen, dass der Stadtteil wieder eine höhere
Aufenthaltsqualität bekommt. Mit dem Start der
Vorbereitungsarbeiten und dem anschließenden Abriss kommen
wir diesem Ziel ein großes Stück näher“, sagt Sören Link,
Oberbürgermeister der Stadt Duisburg. „Ich freue mich sehr,
wenn dort, wo lange weiß-grauer Beton das Bild geprägt hat,
bald ein Stadtpark entsteht – ein grünes Herzstück für die
Bürgerinnen und Bürger. Damit schaffen wir neue Freiräume und
setzen ein deutliches Zeichen für die Aufwertung und
nachhaltige Entwicklung von Hochheide.“
Die
Duisburger Infrastrukturgesellschaft „dig“ ist damit
beauftragt, den Rückbau und die Sprengung des Weißen Riesen
zu planen, zu leiten und zu begleiten. dig-Geschäftsführer
Matthias Palapys ist entsprechend erleichtert, dass die
Arbeiten an der Ottostraße 54/56 endlich beginnen können:
„Hinter uns liegt ein sehr aufwändiges und professionell
durchgeführtes Ausschreibungsverfahren. Das ist jetzt formell
und ohne Einsprüche beendet, so dass die Experten der mit
Abbruch, Erdbau und Entsorgung bestens vertrauten Porr Becker
GmbH jetzt zügig loslegen können.“
Die Aufgabe wird
nicht leicht. Denn bevor das Hochhaus in Hochheide gesprengt
wird, müssen die 160 Wohnungen entkernt sowie die Tiefgarage
und die verbauten Schadstoffe fachgerecht entsorgt werden.
„Wir haben in enger Abstimmung mit der Bezirksregierung und
der ausführenden Firma einen Sanierungsplan erarbeitet, der
jetzt umgesetzt werden kann“, so Palapys.
In den
kommenden Wochen und Monaten wird der sogenannte „Weiße
Riese“ komplett eingerüstet. Erste Vorbereitungsarbeiten vor
Ort starten bereits in der nächsten Woche: So wird dort eine
Baustelle eingerichtet und mit der Entrümpelung des Gebäudes
begonnen. Außerdem wird eine Baustraße angelegt, um die
Anlieger zu entlasten.
Matthias Palapys: „Unser Ziel
ist es, den Rückbau pünktlich abzuschließen und alle Arbeiten
in bestem Einvernehmen mit den Anwohnerinnen und Anwohnern
über die Bühne zu bringen.“
Vor, aber auch nach der
Sprengung wird auf der Baustelle gearbeitet werden: Mehr als
80.000 Tonnen Reststoffe werden dann vor Ort getrennt,
zerkleinert und schließlich abtransportiert.
Weitere
Informationen zu den „Weißen Riesen“, zum bevorstehenden
Abriss und zu den andauernden Arbeiten am Hochhaus werden
fortlaufend auf der Website duisburg.de/sprengung und auf den
Social-Media-Kanälen bereitgestellt.
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