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Hohe Wirtschaftskraft garantiert keine Bildungsgerechtigkeit

 - Ein unfairer Start ins Leben: Neue UNICEF-Studie zeigt ungleiche Bildungschancen von Kindern in Industrieländern
- Deutschland nur im Muittelfeld

Bildungsgerechtigkeit ist laut UNICEF der Schlüssel für einen fairen Start ins Leben. New York/Köln, 30. Oktober 2018 - Kinder, die in reichen Ländern leben, haben nicht automatisch gleiche Chancen auf eine hochwertige Bildung. Kinder in ärmeren Ländern erzielen sogar häufig ein höheres Leistungsniveau, obwohl sie weniger Mittel hierfür aufwenden. Dies ist das Ergebnis der neuen UNICEF-Studie zu Bildungschancen von Kindern in den Industrieländern.

Die Studie „Ein unfairer Start ins Leben“ des UNICEF-Forschungszentrums Innocenti erstellt eine Rangliste aus 41 Industrieländern zu Bildungsungleichheiten in der frühkindlichen Förderung, in der Grundschule und in der Sekundarstufe. Im Mittelpunkt steht die Frage, in welchem Maße in den jeweiligen Ländern Faktoren wie der Berufsstand der Eltern, der Migrationshintergrund, das Geschlecht sowie die unterschiedlichen Schulformen diese Ungleichheiten beeinflussen. Lettland steht an der Spitze der Tabelle mit der geringsten Bildungsungleichheit zwischen Kindern. Bulgarien und Malta stehen am Ende, Deutschland gehört mit Platz 23 zum unteren Mittelfeld. 

„Der internationale Vergleich zeigt, dass Länder Kindern sowohl ein hohes Bildungsniveau als auch mehr Chancengerechtigkeit ermöglichen können,“ erklärte Dr. Priscilla Idele, Leiterin des UNICEF-Forschungszentrums Innocenti. „Aber alle Industrieländer können und müssen benachteiligte Kinder besser fördern, denn diese bleiben am Häufigsten zurück.“ 

Zentrale Ergebnisse der Studie Die Studie zeigt, dass sozial bedingte Leistungsunterschiede zwischen Kindern während der gesamten Bildungsphase unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. So liegen zum Beispiel Irland und Slowenien beim Zugang zu vorschulischer Förderung im unteren Drittel des Ländervergleichs. In der Sekundarstufe gehören sie jedoch zu den Ländern mit der geringsten Bildungskluft zwischen den Kindern aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen.

In den Niederlanden besteht die größte Chancengleichheit für Grundschulkinder; allerdings belegt das Land nur noch Platz 26 beim internationalen Vergleich der Lesekenntnisse von 15-Jährigen. Am Ende der Pflichtschulzeit weisen Irland, Spanien und Lettland die geringsten Ungleichheiten auf. Der familiäre Hintergrund ist in allen Ländern ein entscheidender Faktor für den Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen.
In 16 der 29 untersuchten europäischen Länder gehen zum Beispiel Kinder aus den ärmsten Familien seltener in Kindertageseinrichtungen als Kinder aus den wohlhabendsten Familien. Selbst bei gleichem Leistungsniveau können sich 15-Jährige, deren Eltern ein höheres Bildungsniveau haben, eher vorstellen auf eine weiterführende Schule zu gehen als Jugendliche aus Familien mit geringerem Bildungsstand.

In Deutschland beispielsweise kann sich bei gleichem Leistungsniveau jeder vierte Jugendliche aus bildungsnahen Familien vorstellen, eine weiterführende Schule zu besuchen, verglichen mit knapp jedem siebten Jugendlichen aus einem bildungsferneren Elternhaus. In 21 von 25 Ländern mit hohen Migrationsraten erzielen 15-jährige Schüler und Schülerinnen der ersten Generation zugewanderter Familien schwächere Leistungen in der Schule als Gleichaltrige ohne Migrationshintergrund.
In 15 Ländern bestehen diese Leistungsunterschiede auch zwischen zugewanderten Kindern der zweiten Generation und Gleichaltrigen ohne Migrationshintergrund fort. In Australien und Kanada schneiden zugewanderte Kinder der zweiten Generation hingegen besser ab als Kinder ohne Migrationshintergrund. 

Mädchen schneiden in den untersuchten Industrieländern in der Lesekompetenz insgesamt besser ab als Jungen. Die Kluft wächst sogar, je älter die Kinder werden. Die Ergebnisse variieren auch stark zwischen den verschiedenen Ländern. In Irland schneiden 15-jährige Mädchen zwei Prozent besser ab als Jungen, in Bulgarien sind es sogar über 11 Prozent.  Empfehlungen für die Politik Bildungsgerechtigkeit ist laut UNICEF der Schlüssel für einen fairen Start ins Leben. Doch viele Kinder sind bereits zu Beginn ihrer Schullaufbahn benachteiligt - zum Beispiel aufgrund ihrer Herkunft oder der sozialen und wirtschaftlichen Situation ihrer Familien. Schulen und Bildungspolitik müssen ihnen gerechte Chancen eröffnen und dafür sorgen, dass diese Mädchen und Jungen nicht zurückbleiben. 

Die UNICEF-Studie nennt Grundprinzipien für mehr Bildungsgerechtigkeit, an denen sich die Politik orientieren sollte. Dazu gilt es, frühkindliche Förderung für jedes Kind zu gewährleisten. Ein Mindestmaß an Kernkompetenzen für jedes Kind sicherzustellen. Soziale und ökonomische Ungleichheiten zu reduzieren. Geschlechterunterschiede bei der Bildung zu verringern. Bessere Daten zu erheben, die länderübergreifend und vergleichbar sind.
Den Fokus auf Chancengleichheit zu setzen. Quellen der Studie Für die Studie wurden vergleichbare Daten zu Schlüsselindikatoren für die kindliche Entwicklung aus 41 Ländern der Europäischen Union (EU) und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ausgewertet. Für das Kindergartenalter wurden Ungleichheiten beim Zugang der Mädchen und Jungen zu frühkindlicher Förderung untersucht. Für das Grundschulalter und das Sekundarschulalter wurden Ungleichheiten bei der Lesekompetenz im Alter von 10 beziehungsweise 15 Jahren dokumentiert.

Der Indikator für Ungleichheit ist dort der Leistungsabstand zwischen den zehn Prozent der besten und den zehn Prozent der schlechtesten Schülerinnen und Schüler. Gerade die Lesekompetenz am Ende der Pflichtschulzeit ist ein Schlüsselfaktor, denn sie spielt eine entscheidende Rolle für den zukünftigen Lebensweg. Weitere wichtige Ergebnisse der UNICEF-Studie Litauen, Island und Frankreich liegen bei der frühkindlichen Förderung im internationalen Vergleich vorne. Die Türkei, die Vereinigten Staaten und Rumänien stehen am Ende der Rangliste.

Deutschland liegt hier im internationalen Vergleich im Mittelfeld.
In den Niederlanden, Lettland und Finnland besteht die größte Chancengleichheit für Grundschulkinder; Malta, Israel und Neuseeland gehören hingegen zu den Ländern mit der größten Bildungskluft zwischen den Kindern in dieser Altersgruppe. Deutschland liegt im unteren Drittel der internationalen Rangliste. Lettland, Irland und Spanien gehören zu den Ländern mit der geringsten Bildungskluft zwischen 15-Jährigen. In Malta, Bulgarien und Israel besteht die größte Chancenungleichheit zwischen den Kindern.
Deutschland liegt im internationalen Mittelfeld. Etwa 16 Prozent der Schülerinnen und Schüler in Deutschland erreichen im Alter von 15 Jahren nicht das Grundkompetenzniveau im Lesen (Level 2), das als Vorrausetzung angesehen wird, damit sie effektiv und produktiv am Leben der Gesellschaft teilhaben können.

 

 

Unicef-Schirmherrin besucht Projekt im Libanon

Köln/Berlin/Duisburg, 26. Oktober 2018 - Als Schirmherrin von UNICEF Deutschland reist Elke Büdenbender, Ehefrau des Bundespräsidenten, am Sonntag zu einem Projektbesuch in den Libanon. Der Libanon gehört zu den Ländern, die gemessen an ihrer Einwohnerzahl die meisten Flüchtlinge weltweit aufgenommen haben. Über die Hälfte der schätzungsweise 1,5 Millionen Syrer im Libanon sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.
Im Gastland Libanon haben die syrischen Kinder und Jugendlichen wenig Perspektiven. Der Libanon gehört zu den Ländern, die gemessen an ihrer Einwohnerzahl die meisten Flüchtlinge weltweit aufgenommen haben. Über die Hälfte der schätzungsweise 1,5 Millionen Syrer im Libanon sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Auf der UNICEF-Projektreise wird Elke Büdenbender durch den Vorsitzenden von UNICEF Deutschland, Georg Graf Waldersee, begleitet.

Die UNICEF-Schirmherrin wird sich vor allem über die Situation der syrischen Kinder, Jugendlichen und Familien informieren, die wegen des Bürgerkriegs aus ihrer Heimat in das Nachbarland fliehen mussten und seit Jahren unter teilweise extrem harten Bedingungen in Zeltsiedlungen und Notunterkünften leben. Im Winter können die Temperaturen in der Bekaa-Ebene Minusgrade erreichen, viele Kinder in den Zeltlagern sind vor der Kälte nur unzureichend geschützt. Ein inhaltlicher Schwerpunkt der Reise liegt neben der humanitären Situation auf dem Thema Bildung und Zukunftschancen für Jugendliche und junge Erwachsene im Libanon.
Nach über sieben Jahren Syrien-Konflikt nimmt der Druck auf die geflüchteten Familien im Libanon zu, in ihre Heimat zurückzukehren. Doch viele sind nach wie vor in großer Sorge um ihre Sicherheit oder haben kein Zuhause mehr, in das sie zurückkehren könnten. Auch im Gastland Libanon haben die syrischen Kinder und Jugendlichen wenig Perspektiven.
Dank intensiver Bemühungen der libanesischen Regierung und internationaler Unterstützung werden zwar mittlerweile mehr syrische Kinder eingeschult, doch rund ein Drittel der sechs- bis 14-jährigen Kinder und 80 Prozent der 15- bis 17-jährigen Jugendlichen gehen nach wie vor nicht zur Schule. UNICEF ist seit 70 Jahren im Libanon aktiv und leistet in enger Zusammenarbeit mit der Regierung und einer Vielzahl von Partnern umfangreiche Hilfe in den Bereichen Wasser und Hygiene, Gesundheit, Bildung, Kinderschutz und Chancen für Jugendliche/ junge Erwachsene.
Darüber hinaus unterstützt UNICEF Familien durch Winterhilfe in Form von Guthaben zum Kauf von warmer Kleidung. Private Spenden aus Deutschland und Hilfsgelder der Bundesregierung gehören zu den wichtigsten Stützen der
UNICEF-Hilfe für syrische Kinder in der Region.
Die Bundesregierung fördert die UNICEF-Hilfe im Libanon über das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Elke Büdenbender ist seit April 2017 Schirmherrin von UNICEF Deutschland. Der Projektbesuch im Libanon ist ihre erste UNICEF-Reise, jedoch hat sie im März 2018 bereits am Rande eines Staatsbesuchs in Indien die Gelegenheit genutzt, UNICEF-Programme zu besuchen.

 

Indonesien: Leben der Kinder weit von Normalität entfernt

Palu/ Köln, 26. Oktober 2018 - Rund einen Monat nach den schweren Erdbeben und dem Tsunami auf der indonesischen Insel Sulawesi sind nach Schätzung von UNICEF 375.000 Kinder in Palu und Umgebung weiterhin dringend auf Hilfe angewiesen. In Folge der Katastrophe vom 28. September sind über 2.100 Menschen gestorben und mehr als 4.600 Menschen schwer verletzt worden. Schätzungsweise 68.000 Häuser wurden zerstört oder schwer beschädigt, rund 200.000 Menschen mussten ihr Zuhause verlassen.

UNICEF hilft zusammen mit der indonesischen Regierung und anderen Partnern dabei, Kinder und Familien mit Trinkwasser, Medikamenten und sanitären Anlagen zu versorgen. UNICEF sorgt außerdem für den Schutz und die Bildung von Kindern, die ihr Zuhause verloren haben. „Einen Monat nach der Katastrophe ist das Leben von Hunderttausenden Kindern in Zentral-Sulawesi noch weit von Normalität entfernt“, sagte Debora Comini, Leiterin von UNICEF Indonesien. „Viele Kinder sind immer noch ohne Dach über dem Kopf, gehen nicht zur Schule und brauchen psychosoziale Hilfe, um mit dem erlebten Trauma besser zurecht zu kommen. Zusammen mit der Regierung weiten wir unsere Hilfe aus, um so vielen Kindern wie möglich zu helfen, so schnell wir können.”

Eine der Prioritäten von UNICEF besteht darin, Kinder wieder zurück in die Schule zu bringen - ein wichtiger Schritt, um Normalität im Alltag wiederherzustellen. Über 1.500 Schulen von 184.000 Schülerinnen und Schülern wurden beschädigt. UNICEF hat bereits 200 Schulzelte, 200 „Schulen in der Kiste“ und 50 „Kindergarten in der Kiste“ mit Lern- und Spielmaterial in die Region gebracht. UNICEF und Partner unterstützen außerdem die Regionalregierung bei der Versorgung von rund 152.000 Menschen mit Wasser, sanitären Anlagen und Hygieneartikeln. Darüber hinaus unterstützt UNICEF bei der Suche nach Angehörigen von unbegleiteten Kindern und der psychosozialen Betreuung von 4.500 Mädchen und Jungen.

„Dank der Unterstützung von Spendern und Partnern konnte UNICEF schnell nach der Katastrophe helfen, aber es liegt noch viel Arbeit in den kommenden Monaten vor uns. Die Kinder und Familien brauchen engagierte und nachhaltige Hilfe, um wieder in ein normales Leben zurückzufinden.“


UNICEF ruft weiter zu Spenden für Indonesien auf: UNICEF, Bank für Sozialwirtschaft Köln IBAN: DE57 3702 0500 0000 3000 00 BIC: BFSWDE33XXX Stichwort: Tsunami Indonesien

 

Der 16. Oktober ist Welternährungstag:

Social-Media-Kampagne rettet 10.000 mangelernährte Kinder

Köln/Duisburg, 16. Oktober 2018 - Weltweit stirbt alle zehn Sekunden ein Kind unter 5 Jahren an den Folgen von Hunger. Im Bürgerkriegsland Südsudan etwa leiden unzählige Familien unter Nahrungsmittelknappheit. Nach aktuellen Schätzungen sind dort aufgrund von Konflikten und Armut derzeit 6,1 Millionen Menschen von Hunger betroffen. Nach einer Hungersnot im vergangenen Jahr droht in dem jüngsten Staat Afrikas erneut eine schwere Krise.

Mit der Social-Media-Kampagne #Stop10Seconds haben Mats Hummels, Udo Lindenberg und Angelique Kerber gemeinsam mit UNICEF ein Zeichen gegen den Hunger gesetzt. In Videos präsentierten die drei Stars eine „Stopp-Geste“ – denn jeder kann dazu beitragen, dass nicht länger alle zehn Sekunden ein Kind sein Leben verliert, weil es nicht ausreichend zu essen bekommt.

Auf ihren Social-Media-Kanälen riefen sie andere Personen des öffentlichen Lebens sowie private Unterstützer zum Mitmachen und Spenden auf. Auch UNICEF-Pate und Fußballnationalspieler Julian Draxler beteiligte sich an dem Aufruf.

Zahlreiche Personen haben die Kampagne in den vergangenen Monaten mit Social-Media-Beiträgen oder Spenden unterstützt, darunter Prominente wie Joko Winterscheidt, Boris Becker, Eva Padberg, Dirk Nowitzki, Klaus Meine, Johanna Klum, Elton, Clueso, Frauke Ludowig und Max Mutzke.

Dank der regen Beteiligung hat #Stop10Seconds sein vorläufiges Ziel erreicht: Mit den gesammelten Spendengeldern konnte nährstoffhaltige Erdnusspaste und therapeutische Spezialnahrung für 10.000 mangelernährte Kleinkinder im Südsudan besorgt werden. Damit konnten die Kinder jeweils etwa vier Wochen behandelt und vor dem Hungertod gerettet werden.

Zahlreiche Personen haben die Kampagne unterstützt © UNICEF

 

Mats Hummels:

„Der weltweite Hunger ist einfach nicht hinnehmbar – und er ist vermeidbar! Vielen Dank an alle, die dazu beigetragen haben, dass wir etwas ändern. Toller Einsatz!“

Angelique Kerber:

„#Stop10Seconds hat gezeigt, dass den Kindern mit Spezialnahrung schon viel geholfen werden kann. Das macht mir Hoffnung!“

Udo Lindenberg:

„Wow, gemeinsame Power, ein Team, ein Clan, echt Hammer! Lass uns weiter am Start bleiben, damit irgendwann kein Kind mehr hungern muss. Euer Udo“

Julian Draxler:

„Mir ist klargeworden, was alles hinter der UNICEF-Hilfe steckt. Beeindruckend, wie viel man gemeinsam bewegen kann – wenn genug Menschen mithelfen!“

Die Kampagne #Stop10Seconds wurde von UNICEF Deutschland und der Agentur brand spiders entwickelt.

 

Indonesien nach Erdbeben und Tsunami

Köln/Duisburg, 01. Oktober 2018 -  “Die Not der Kinder wächst. Sie brauchen dringend Hilfe. Viele Kinder haben ihre nächsten Angehörigen und alles, was zu ihrem Leben gehört, verloren. Zusammen mit den Behörden unterstützen wir Hilfe für Kinder, die von ihren Eltern getrennt wurden, die Versorgung von Kleinkindern und die Wasserversorgung”, erklärte Amanda Bissex, Leiterin von UNICEF Indonesien. Noch immer versuchen Bergungskräfte und Katastrophenschutz, in abgeschnittene Gebiete vorzudringen.

UNICEF befürchtet, dass die Zahl der Opfer und der Hilfebedürftigen weiter steigt. Bereits vor der Katastrophe lebten 43 Prozent der Kinder in der Region in Armut und rund ein Drittel war chronisch mangelernährt.  In dem schwer zugänglichen Gebiet sind die Kinder jetzt durch Krankheiten, durch verschmutztes Wasser und unzureichende Hygiene sowie durch Mangelernährung bedroht. Angesichts der hohen Zahl der Opfer muss damit gerechnet werden, dass zahlreiche Kinder von Angehörigen getrennt wurden oder Familienmitglieder verloren haben. 

UNICEF bittet dringend um Spenden, um zusammen mit seinen Partnern auf der Insel Sulawesi lebensrettende Maßnahmen für Kinder durchzuführen: Schutz und Hilfe für Kinder, die von ihren Eltern getrennt wurden sowie psychosoziale Unterstützung: UNICEF mobilisiert Sozialarbeiter für das Katastrophengebiet, um unbegleitete Kinder zu identifizieren und sie wieder mit Angehörigen zusammen zu bringen. Hilfe für mangelernährte Kinder: Zusammen mit den Behörden überwacht UNICEF die Situation der Mädchen und Jungen, besonders der Kleinkinder, und bereitet koordinierte Hilfen vor. Sauberes Trinkwasser und sanitäre Anlagen: Gute Hygiene ist Voraussetzung dafür, um die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern.
Nach dem teilweisen Ausfall der Wasserversorgung bereitet UNICEF den Einsatz mobiler Versorgungseinrichtungen in den betroffenen Gebieten vor. UNICEF ruft dringend zu Spenden für die Opfer der Erdbeben und des Tsunami auf:

UNICEF, Bank für Sozialwirtschaft Köln IBAN: DE57 3702 0500 0000 3000 00 BIC: BFSWDE33 Stichwort: Tsunami Indonesien

 

 

Alexander Gerst ruft aus dem Weltall zu einer besseren Welt für Kinder auf!

Weltkindertag am 20.09. | Neues Musikvideo mit Botschaft aus dem Weltall von Alexander Gerst zu Nummer-Eins-Hit „Astronaut“ mit Sido und Andreas Bourani Alexander Gerst ruft aus dem Weltall zu einer besseren Welt für Kinder auf!

Zum Weltkindertag am 20. September starten ESA-Astronaut Alexander Gerst, Sido und Andreas Bourani eine ungewöhnliche Aktion: Mit einem neuen Musikvideo zum Nummer Eins-Hit „Astronaut“ machen sie gemeinsam auf die dramatische Lage vieler Kinder aufmerksam und rufen zum Einsatz für eine bessere Welt für Kinder auf.


Alexander Gerst ruft aus dem Weltall zu einer besseren Welt für Kinder auf! © ESA/NASA Video

 

Der Song „Astronaut“ von Sido und Andreas Bourani liefert den Soundtrack für eine ganz besondere Kooperation mit einer wichtigen Botschaft: Jeder Einzelne trägt ein Stück Verantwortung, auf unseren Planeten Erde zu achten. Und jeder kann etwas tun: „Vom All aus scheint es absurd, wie wir Kindern Chancen vorenthalten und ihre Lebensgrundlage zerstören“, sagt der Astronaut der Europäischen Weltraumorganisation ESA und UNICEF-Botschafter Alexander Gerst. „Jeder einzelne kann dazu beitragen, die Welt zu einem besseren Ort für Kinder zu machen.“

 

Neues Musikvideo "Astronaut"
Der Rapper Sido wurde 2014 zum Schreiben von „Astronaut“ inspiriert, als Alexander Gerst auf seiner ersten Mission im Weltall war. Zuspruch gab es damals von Gerst persönlich via Twitter. Seit Anfang Juni 2018 lebt und arbeitet Gerst erneut für ein halbes Jahr an Bord der internationalen Raumstation ISS und wird in wenigen Tagen als erster Deutscher das Kommando übernehmen. Auf Social Media und in Live-Schalten setzt sich „Astro-Alex“ für den Schutz unseres Planeten ein und motiviert insbesondere junge Menschen, sich zu engagieren.

Das neu aufgesetzte Musikvideo kombiniert den Blick vom All auf die Erde mit Bildern aus Kriegs- und Krisengebieten. Es untermauert die Forderung, die Augen vor Gewalt, Leid und Elend nicht zu verschließen – und die Rechte der Kinder zu verteidigen. „Alex Gerst hat mich beim Schreiben der Songzeilen damals inspiriert. Er sieht unseren Planeten aus dem Weltall, und von dort sieht er so friedlich und schön aus. Da kommen einem Krieg, Hunger und all das Elend doch erst recht sinnlos vor“, erklärt Sido.
 „Also lasst uns endlich etwas daran ändern!“ „Es ist doch verrückt. Wir Menschen zerstören unseren eigenen Lebensraum und denken viel zu wenig an die Zukunft der Kinder“, sagt Andreas Bourani. „Es ist mir wichtig, dass ich einen kleinen Teil dazu beitragen kann, dass ein paar Menschen wachgerüttelt werden. Denn ich bin mir sicher, gemeinsam können wir viel verändern.“

Wie dringend dieser Aufruf ist, zeigt ein Blick auf die neusten Zahlen des UNICEF-Berichts zur weltweiten Ernährungssituation. 150 Millionen Kinder sind wegen chronischer Mangelernährung unterentwickelt. Das liegt vor allem an Klima-Schwankungen und Wetter-Extreme wie Dürren und Überschwemmungen – hinzu kommen Konflikte und wirtschaftliche Krisen. Armut, Unterentwicklung und Konflikte sind auch die Ursache dafür, dass die Überlebenschancen von Kindern sehr ungleich verteilt sind. Allein 2017 starben laut UNICEF rund 5,4 Millionen Kinder noch bevor sie das fünfte Lebensjahr erreicht haben – die Hälfte davon waren Neugeborene.

 

 

Weltkindertag 2018 in Duisburg - „Das Familienfest“ Unicef AG Duisburg wie immer dabei

Auch in diesem Jahr lockt eine der größten Veranstaltungen in Duisburg, der Weltkindertag, wieder tausende kleine und große Besucherinnen und Besucher an den Innenhafen. Das 23. Familienfest zum Weltkindertag findet am kommenden Sonntag, 16. September, von 11 bis 18 Uhr statt und richtet sich an Kinder von der Geburt bis zum Grundschulalter. „Diese Veranstaltung ist ein ganz besonderes Highlight in Duisburg. Die Kinder aus Duisburg und Umgebung erobern jedes Jahr den Innenhafen“, weiß Jugenddezernent Thomas Krützberg.  

Das Angebot vor Ort umfasst zahlreiche Mitmach- und Informationsstände, Sportangebote und Großspielgeräte. Dazu zählen unter anderem eine Kletterwand, Kinderschminken, eine Formel 1-Rutsche, Bungeetrampoline und Piratenspiele. Auf der Bühne präsentieren sich Tanzgruppen von Duisburger Kindern und Jugendlichen, es gibt Mitmachmusik von Faryna und Olaf Wiest sowie das Stück „Suppi Huhn und die Kinderkönige“. Moderiert wird das Bühnenprogramm von Hannah Huberti und Matthias Tilgner. 

Traditionell wird das Fest vom Jugendamt ausgerichtet. „Wir werden neben den vielen tollen Aktionen für Kinder auch die großen Besucher mit Informationen versorgen“, berichtet Hinrich Köpcke. Aber auch Verbände, Vereine und Unternehmen sind mit eigenen Ständen zu Gast, um Spiel und Spaß für Kinder in den Innenhafen zu bringen. Die eine oder andere Neuerung wird auch in diesem Jahr dabei sein. 

Der Eintritt ist frei und Kinder bis zu 14 Jahren habe an diesem Tag wieder freie An- und Abfahrt mit der DVG zur Veranstaltung.  

Bereits zum 16. Mal findet das Fest im Innenhafen statt und wird von knapp 350 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern betreut. Den Weltkindertag gibt es bereits viel länger, seit 1953. Insgesamt beteiligen sich mehr als 145 Staaten an seiner Ausrichtung.

 

Weltkindertag: Freie Fahrt für Kinder mit der DVG  
Anlässlich des Weltkindertages am Donnerstag, 20. September, sind Fahrten mit Bussen und Bahnen der Duisburger Verkehrsgesellschaft AG (DVG) für Kinder bis zum Alter von 14 Jahren kostenfrei. Die freie Fahrt gilt auch für das Familienfest am Duisburger Innenhafen am Sonntag, 16. September.  
Damit unterstützt das Verkehrsunternehmen die Aktion von UNICEF und dem Deutschen Kinderhilfswerk, die in diesem Jahr unter dem Motto „Kinder brauchen Freiräume“ steht. Im gesamten Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) schließen sich die Verkehrsunternehmen der Aktion an. Kinder unter sechs Jahren müssen in Begleitung eines Erwachsenen fahren.  

 

 

8. September: Weltbildungstag

Während überall auf der Welt die Kinder nach den Sommerferien wieder zur Schule gehen, beginnt das neue Schuljahr für viele syrische Flüchtlingskinder in Jordanien mit einem Rückschlag. Wegen zu geringer internationaler Unterstützung musste UNICEF Jordanien jetzt mehrere seiner Bildungsprogramme kürzen.
Rund 60.000 Mädchen und Jungen sind davon betroffen. Syrische Kinder in einem Kinderzentrum im Zaatari Camp in Jordanien.

UNICEF muss Schulprogramme in Jordanien kürzen Morgiger Weltbildungstag: UNICEF ruft zu Spenden für syrische Kinder auf Köln, 7. September 2018 Überall auf der Welt gehen die Kinder nach den Sommerferien wieder zur Schule.
In Jordanien beginnt das neue Schuljahr für viele syrische Flüchtlingskinder mit einem Rückschlag: Wegen zu geringer internationaler Unterstützung musste UNICEF Jordanien jetzt mehrere seiner Bildungsprogramme kürzen. Rund 60.000 Mädchen und Jungen sind davon betroffen.

Derzeit erhalten bereits nur noch 10.000 statt vorher 55.000 Kinder aus bedürftigen syrischen Familien eine monatliche Unterstützung, um ihre Kosten für Lernmaterial, Schuluniformen oder Transport zu decken. Für 2.500 Kinder, die in abgelegenen informellen Siedlungen leben oder die eine Behinderung haben, kann kein Schulbus mehr finanziert werden. 
Rund 100 der von UNICEF unterstützten Kinder- und Jugendzentren in Jordanien müssen voraussichtlich geschlossen werden. In diesen so genannten „Makani“-Zentren (Makani = „mein Ort“) können Mädchen und Jungen an Spiel- und Sportangeboten sowie informellen Bildungskursen teilnehmen und erhalten psychosoziale Hilfe. Die Hälfte dieser wichtigen und beliebten Einrichtungen ist nun von den Kürzungen betroffen.
„Wir befürchten, dass jetzt mehr geflüchtete Kinder in Jordanien die Schule abbrechen werden, mehr von ihnen drohen in Kinderarbeit oder Frühehen gedrängt zu werden“, sagte Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Für die Kinder und ihre Familien bedeutet Bildung Hoffnung und Perspektiven gerade in ihrer bedrängten Situation.“

Unicef-Geschäftsführer Christian Schneider berichtete - Foto Harald Jeschke

 

Deshalb sind diese Angebote dringender denn je. Zwar waren im vergangenen Schuljahr 126.000 syrische Kinder in Jordanien an Schulen eingeschrieben, aber rund 40 Prozent der syrischen Kinder ging bereits vor den Kürzungen nicht zur Schule.
Die akute Finanzierungslücke für die Bildungsprogramme in Jordanien beträgt rund 8,6 Millionen US-Dollar. UNICEF Deutschland hat deshalb 500.000 Euro als Soforthilfe aus privaten Spenden überwiesen. „Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung sowohl durch die Bundesregierung als auch von zahlreichen privaten Spenderinnen und Spendern, die den syrischen Kindern seit Beginn der Krise zur Seite stehen. Unser aktueller Sofortbeitrag allein kann den Fortbestand der Bildungsprogramme aber nicht sichern.
Die Hilfe muss dringend fortgesetzt werden“, so Schneider. Regierungsbeiträge und Spenden aus Deutschland gehören zu den wichtigsten Stützen der UNICEF-Hilfe in Syrien, Jordanien und Libanon. UNICEF ruft dringend zu Spenden für syrische Kinder auf: Bank für Sozialwirtschaft Köln IBAN DE57 3702 0500 0000 3000 00 BIC BFSWDE33XXX Nothilfe Syrienkrise

Offen und ohne Angst für Menschenrechte und Demokratie

Köln/Duisburg, 04. September 2018 - „Der weltweite und auch in Deutschland zu beobachtende Anstieg von Fremdenangst, Intoleranz und Rassismus ist erschreckend. Der Verbreitung solcher Einstellungen stellen wir uns entgegen.

Die Werte unseres Grundgesetzes, die allgemeinen Menschenrechte und die Kinderrechte haben Europa, haben unser Land menschlicher, sicherer und zukunftsfähiger gemacht als jemals zuvor in unserer Geschichte.

Respekt, Toleranz und Weltoffenheit sind Voraussetzung dafür, dass dies so bleiben kann.

Als UNICEF treten wir für die Rechte aller Kinder ein – ohne Unterscheidung nach Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, nationaler, ethnischer oder sozialer Herkunft.

Denn Kinder sind in erster Linie Kinder. Sie müssen angstfrei aufwachsen können, sie dürfen nicht zum Opfer von Ausgrenzung und Feindschaft werden.

In vielen Ländern verbreiten gegenwärtig populistische Parteien und Publizisten Vorurteile und menschenverachtende Hetze. Häufig sind die schwächsten Bürgerinnen und Bürger Zielscheibe ihrer vergifteten Polemik.

Fremdenfeindlichkeit bis hin zum Rassismus – ob offen auf der Straße oder geschliffen formuliert in Parlamenten – bedroht den Zusammenhalt und den sozialen Frieden unserer Gesellschaft.

Wir müssen den Kindern und Jugendlichen ein Beispiel geben und sie ermutigen, offen und ohne Angst für Menschenrechte und Demokratie einzutreten.

Probleme, Ungerechtigkeiten oder Missstände in unserer Gesellschaft müssen beim Namen genannt und entschlossen angegangen werden. Aber den Botschaften des „wir“ gegen „die“ müssen alle Demokraten aktiv Respekt und Gemeinsinn, Toleranz und Engagement entgegensetzen. Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

Tschadsee-Region: Mehr als 3,5 Millionen Kinder ohne Bildungschancen

Köln/Duisburg, 03. September 2018 -  Anlässlich der Tschadsee-Konferenz in Berlin ruft UNICEF zu mehr Investitionen in Bildung für Kinder in der Region auf © UNICEF Chad/2017/Bahaji Dakar/ New York/ Köln, 3. September 2018  Mehr als 3,5 Millionen Kinder in der Tschadsee-Region haben wegen anhaltender Krisen, Vertreibungen und Angriffen auf Schulen derzeit keine Chance auf Bildung.

Im Nordosten Nigerias, im Tschad, in Kamerun und Niger sind bereits fast 1.000 Schulen wegen Gewalt und Unruhen geschlossen oder außer Betrieb. Darauf weist das UN-Kinderhilfswerk UNICEF aus Anlass der heute und morgen in Berlin stattfindenden Tschadsee-Konferenz hin und ruft zu mehr Unterstützung für Bildungsprogramme auf. „Für Kinder und Jugendliche, die mit Gewalt und Unsicherheit konfrontiert sind, kann Bildung eine lebenswichtige Funktion haben“, sagte der Leiter der weltweiten UNICEF-Nothilfeprogramme, Manuel Fontaine.

„Bildung gibt Kindern und Jugendlichen Halt sowie Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen. Dadurch können sie die notwendigen Fähigkeiten entwickeln, um eine bessere Zukunft für sich und ihre Familien aufzubauen und zu einer friedlichen und wohlhabenden Gesellschaft beizutragen. Bis heute sind Bildungsprogramme im Rahmen der humanitären Hilfe jedoch unterfinanziert.“

UNICEF benötigt 41,7 Millionen US-Dollar, um die Bildung von Kindern in der Tschadsee-Region zu finanzieren.
In der ersten Hälfte dieses Jahres wurden jedoch nur acht Prozent der dafür dringend benötigten finanziellen Mittel bereitgestellt. Trotz großer Herausforderungen wie Unsicherheit, Vertreibungen und Armut haben UNICEF und seine Partner gemeinsam mit den Regierungen erreicht, dass eine Million Kinder in der Region im letzten Jahr wieder zur Schule gehen konnte. 150.000 Grundschulkinder haben an Sicherheitstrainings zum Verhalten im Falle von Angriffen teilgenommen. Gemeinsam mit den Partnern hat UNICEF 14.000 Lehrerinnen und Lehrer darin geschult, wie sie psychosoziale Hilfe in den Unterricht integrieren können.  

Die Tschadsee-Region ist eine der ärmsten Regionen der Welt. Bereits seit neun Jahren dauern Konflikte und Instabilität in der Region an. Obwohl sich die Sicherheitslage verbessert hat, benötigen immer noch mehr als zehn Millionen Menschen, darunter sechs Millionen Kinder, humanitäre Hilfe. Schätzungsweise 2,4 Millionen Menschen wurden aus ihrem Zuhause vertrieben. Anhaltende Gewalt und wiederholte Angriffe auf Dörfer und Städte erschweren ihnen die Rückkehr und somit die Chance, ihr Leben wiederaufzubauen. 

Bei den Verhandlungen zur Tschadsee-Geberkonferenz im Jahr 2017 in Oslo wurden finanzielle Mittel für Hilfsleistungen in Höhe von 672 Millionen US-Dollar zugesagt. Eingeladen hatten Deutschland, Norwegen, Nigeria und die Vereinten Nationen. Dank der Aufstockung der humanitären Mittel wurden mehr als sechs Millionen Menschen erreicht und eine Hungersnot in der Region konnte verhindert werden.
Doch noch immer sind Millionen von Menschen von der andauernden Krisensituation betroffen, wie extremer Armut, dem Klimawandel und Konflikten. Die zweite Geberkonferenz für die an den Tschadsee angrenzenden Regionen von Nigeria, Kamerun, Tschad und Niger findet vom 3. bis 4. September in Berlin statt.  

 

 

Ein Teufelskreis aus Gewalt, Gefahr und Not UNICEF-Bericht zur Lage geflüchteter und migrierter Kinder in Zentralamerika und Mexiko

Köln/Duisburg, 16. August 2018 - Kinder und Jugendliche, die im nördlichen Zentralamerika und Mexiko migrieren, sind häufig in einem Teufelskreis gefangen: Extreme Gewalt und Armut treiben sie in die irreguläre Migration. Doch Abschiebungen zurück in die Heimat bringen sie oft in noch größere Gefahr und Not. Dies ist das Ergebnis des aktuellen UNICEF-Berichts „Uprooted in Central America and Mexico" („Entwurzelt in Zentralamerika und Mexiko“).

Viele junge Menschen aus El Salvador, Guatemala, Honduras und Mexiko verlassen ihre Heimat, um Gang-Gewalt, Kriminalität, Armut und Perspektivlosigkeit zu entkommen. Werden sie aus Mexiko und den USA in ihre Herkunftsländer rückgeführt, stehen sie häufig wegen finanzieller Not und Angst vor Gewalt und Stigmatisierung vor noch größeren Schwierigkeiten. Zudem sind für viele Kinder Trennungen von ihren Familien während der Flucht und Migration und zwangsweise Rückführungen traumatische Erfahrungen.

Vor diesem Hintergrund ruft UNICEF Regierungen dazu auf, die Ursachen irregulärer und erzwungener Migration stärker zu adressieren,
Kinder auf der Flucht und in der Migration besser zu schützen und sie bei der Reintegration in ihren Heimatländern zu unterstützen.  „Millionen von Kindern in der Region leiden unter Armut, Gleichgültigkeit, Gewalt, Zwangsrückführungen und der Angst vor Abschiebungen“, sagte Marita Perceval, UNICEF-Regionaldirektorin für Lateinamerika und die Karibik.
„Häufig haben Kinder, die in ihre Herkunftsländer zurückgeschickt werden, kein Zuhause, in das sie zurückkehren können, sind hoch verschuldet oder geraten ins Visier von Gangs. In dieser schwierigen Situation ist es wahrscheinlicher, dass sie sich erneut auf den Weg in ein anderes Land machen.“  

Zentrale Ergebnisse des Berichts Armut:
El Salvador, Guatemala und Honduras gehören zu den ärmsten Ländern der westlichen Hemisphäre. In El Salvador leben 44 Prozent der Kinder in Armut, in Guatemala und Honduras sind es sogar 68 und 74 Prozent. Viele der von Armut betroffenen Familien verschulden sich, um irregulär in die USA migrieren zu können. Ihre finanzielle Lage wird umso prekärer, wenn sie aufgegriffen und ohne Geld in ihr Herkunftsland zurückgeschickt werden, wo sie ihre Schulden nicht zurückzahlen können. Dies kann dazu führen, dass Kindern und ihren Familien nach einer Rückkehr die Mittel fehlen, um ihre Grundbedürfnisse zu decken und ein Zuhause zu finden. 

Gewalt:
Bandenkriminalität ist weit verbreitet im nördlichen Zentralamerika. Kinder werden gezielt von Gangs angeworben, misshandelt und sogar ermordet. Zwischen 2008 und 2016 wurde in Honduras durchschnittlich ein Kind pro Tag getötet. In El Salvador wurden allein im letzten Jahr 365 Kinder ermordet, und in Guatemala wurden im vergangenen Jahr 942 gewaltsame Todesfälle von Kindern verzeichnet. Kinder und Familien, die aus Angst vor Gewalt fliehen, sind besonders gefährdet, wenn sie ohne Unterstützung und Schutz zwangsweise in die Gegend zurückgeführt werden, wo die Gewalt ihnen das Leben unmöglich gemacht hat. Deshalb leben viele rückkehrende Familien aufgrund der Gefahren innerhalb ihres Heimatlandes als Binnenvertriebene.

Stigmatisierung:
Rückkehrende Kinder und ihre Familien werden häufig aufgrund ihres gescheiterten Versuchs, nach Mexiko oder in die USA zu gelangen, stigmatisiert. In vielen Fällen erschwert dies den Kindern in die Schule zu gehen und den Eltern einen Job zu finden. 

Trennung und Inhaftierung:
 Kinder zu inhaftieren und sie von ihren Familien zu trennen sind traumatische Erfahrungen, die ihre Entwicklung langfristig beeinträchtigen können. Deshalb ist es besonders wichtig, die Einheit der Familie zu wahren und Alternativen zur Inhaftierung von Minderjährigen auf- und auszubauen, um Kinder zu schützen und den Vorrang des Kindeswohls zu gewährleisten.

Kinder besser schützen und fördern
In dem Bericht „Uprooted in Central America and Mexico" zeigt UNICEF verschiedene Maßnahmen und Lösungsansätze auf, um geflüchtete und migrierte Kinder besser zu schützen und die Gründe, aus denen sie und ihre Familien ihr Zuhause auf gefährlichen und irregulären Wegen verlassen, anzugehen.
„Die Ursachen für die Flucht und Migration von Kindern und die Risiken, denen die Kinder ausgesetzt sind, müssen adressiert werden“, sagte Marita Perceval. „Regierungen sollten nun das Richtige tun und bewährte Maßnahmen umsetzen, um die Ursachen von Flucht und Migration anzugehen. Sie sollten geflüchtete und migrierte Kinder in den Transit- und Zielländern schützen und ihnen auf ihrem Weg Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen ermöglichen.
Des Weiteren sollten sie sicherstellen, dass Rückführungen und Abschiebungen nur dann stattfinden, wenn sie im Sinne des Kindeswohls sind sowie Kindern den Schutz und die Unterstützung geben, die für ihre erfolgreiche Reintegration erforderlich sind." UNICEF unterstützt bereits viele Kinder und Jugendliche in Zentralamerika und Mexiko mit Kinderschutzprogrammen und Hilfsangeboten. Doch bestehende Hilfsprogramme müssen dringend ausgeweitet werden, um den Herausforderungen für Kinder in der Region gerecht zu werden. 

Fakten zur Situation von Kindern 
Im Zeitraum von 2016 bis April 2018 wurden 68.409 migrierte Kinder in Mexiko inhaftiert.  – 91 Prozent der Kinder wurden nach Zentralamerika abgeschoben. Von Januar bis Juni diesen Jahres wurden schätzungsweise 96.216 migrierte Menschen aus dem Norden Zentralamerikas, darunter 24.189 Frauen und Kinder, aus Mexiko und den USA in ihre Herkunftsländer rückgeführt. Mehr als 90 Prozent der Menschen wurden aus Mexiko abgeschoben.

 

 

UNICEF: Alle drei Minuten infiziert sich eine Jugendliche mit dem HI-Virus

Neuer UNICEF-Report zur globalen Aids-Epidemie Moisés aus Brasilien fand mit 18 heraus, dass er HIV positiv ist
Köln/Duisburg, 25. Juli 2018 - Im vergangenen Jahr infizierten sich weltweit jede Stunde 30 Teenager mit dem HI-Virus – so der neue UNICEF Report zu den Folgen der globalen Aids-Epidemie für Kinder und Jugendliche.
Zwei Drittel der Neuinfektionen bei Jugendlichen entfielen auf Mädchen. „Dies ist eine Gesundheitskrise, aber auch eine Krise der Selbstbestimmung“, sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore auf der Welt-Aids-Konferenz in Amsterdam. „In den meisten Ländern haben Mädchen und Frauen schlechteren Zugang zu Informationen, Gesundheitsdiensten oder schlicht nicht genug Macht „nein“ zu ungeschütztem Sex zu sagen. HIV-Infektionen verbreiten sich unter den verletzlichsten und am stärksten marginalisierten Menschen – deshalb stehen Mädchen im Teenageralter im Zentrum dieser Krise.“

Der UNICEF-Report „Women: at the Heart of the HIV response for children“ dokumentiert die verheerenden Folgen der Aids-Epidemie für Heranwachsende. So starben allein im vergangenen Jahr weltweit 130.000 Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren an den Folgen der Immunschwächekrankheit – und 430.000 infizierten sich mit dem HI-Virus. Wenn die nachwachsende Generation durch Präventions- und Hilfsprogramme nicht erreicht wird, werden Fortschritte im Kampf gegen Aids aus den vergangenen Jahrzehnten wieder zunichtegemacht. Mädchen und Jungen im Alter von 10 bis 19 Jahren machen zwei Drittel der rund drei Millionen minderjährigen HIV-Infizierten aus.
Seit 2010 sank die Zahl der Aids-Toten insgesamt. Doch bei den Jugendlichen war kein Rückgang der Todesfälle zu verzeichnen. Weltweit lebten 2017 rund 1,2 Millionen Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren mit dem HI-Virus - die Mehrzahl davon (720.000) Mädchen. Die Epidemie unter Mädchen und jungen Frauen wird vor allem durch frühe bzw. erzwungene Sexualkontakte gefördert. Diese haben oftmals nicht die Macht über ihre Sexualität zu bestimmen. Hinzu kommen Armut und fehlender Zugang zu vertraulichen Beratungs- und Testmöglichkeiten.

„Wir müssen dafür sorgen, das Mädchen und Frauen wirtschaftlich für sich selbst sorgen können, damit sie sich nicht prostituieren müssen. Wir müssen dafür sorgen, dass sie wissen, wie HIV übertragen wird und wie sie sich schützen können“, sagte Angelique Kidjo, Sängerin und UNICEF-Botschafterin. „Und wir müssen natürlich dafür sorgen, dass sie Zugang zu Medikamenten und Hilfsangeboten bekommen. Vor allem aber müssen wir Mädchen stark machen – und Bildung ist dafür der beste Weg.“
Der Kampf gegen HIV ist noch lange nicht vorbei UNICEF hat gemeinsam mit dem Aids-Programm der Vereinten Nationen (UNAIDS) und vielen Partnern eine Reise von Initiativen gestartet, um die Epidemie einzudämmen. In 25 Ländern mit dem höchsten Anteil von HIV-infizierten Jugendlichen richten sich spezielle Programme an diese Altersgruppe.
Programme zum Stopp der Virus-Übertragung von schwangeren und stillenden Müttern auf ihre Kinder sollen die Neuinfektionen im Mutterleib oder nach der Geburt auf 100.000 im Jahr 2020 senken. Ein Aktionsplan versucht strukturelle Hindernisse bei der Aids-Prävention, wie Strafverfolgung oder fehlende Beratungsangebote, abzubauen. Diese und andere Maßnahmen haben in den vergangenen Jahren bereits zu einem deutlichen Rückgang der Mutter-Kind-Übertragung geführt – so der UNICEF-Report.
So sank die Zahl der Neuinfektionen bei Neugeborenen und Kleinkindern zwischen 2010 und 2017 um ein Drittel. Vier von fünf HIV-positiven Frauen, die ein Baby erwarten, erhalten medizinische Hilfe um ihre Gesundheit zu erhalten und um zu verhindern, dass ihre Kinder sich anstecken.
In den Afrikanischen Ländern südlich der Sahara wie Botswana und Südafrika - viele Jahre das Epizentrum der Epidemie - gelang es beispielsweise die Mutter-Kind-Übertragung des HI-Virus auf fünf Prozent zu senken. Über 90 Prozent der betroffenen Frauen erhalten dort medizinische Hilfe. In Simbabwe, Malawi und Sambia kennen praktisch alle Frauen ihren HI-Status.
„Frauen sind am stärksten von dieser Epidemie betroffen – durch die schiere Zahl an Infizierten und als Hauptfürsorgerinnen für ihre kranken Angehörigen. Sie müssen weiter im Mittepunkt des Kampfs gegen Aids stehen“, sagte Henrietta Fore. „Dieser Kampf ist noch lange nicht vorbei.“

 

UNICEF Deutschland zum "Masterplan Migration": Kein Kind darf zusätzlich Schaden nehmen

Berlin/Köln/Duisburg, 10. Juli 2018 - Anlässlich der Veröffentlichung des "Masterplans Migration" ruft UNICEF Deutschland dazu auf, bei allen geplanten Entscheidungen und Maßnahmen das Wohl und den Schutz von Kindern jederzeit vorrangig zu behandeln. 

„Kein Kind darf zusätzlichen Schaden nehmen oder erneut Gefahren ausgesetzt werden“, erklärte Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Dies gilt insbesondere für Einrichtungen, in denen Mädchen und Jungen mit vielen fremden Menschen auf engem Raum und über lange Zeiträume leben. Dies sind grundsätzlich keine geeigneten Orte für Kinder.“

Flüchtlingsunterkünfte - auch die geplanten Ankunfts-, Entscheidungs- und Rückführungseinrichtungen („AnkER-Einrichtungen“) - müssen deutschlandweit verbindliche familien- und kindgerechte Standards erfüllen, die regelmäßig von einer unabhängigen Stelle überprüft werden. UNICEF hat dazu gemeinsam mit dem Bundesfamilienministerium und Partnern „Mindeststandards zum Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften“ entwickelt, die bereits in über 100 Einrichtungen bundesweit umgesetzt werden. Die Umsetzung erfordert nun endlich eine bundesgesetzliche Grundlage.

Die UNICEF-Studie „Kindheit im Wartezustand" hat veranschaulicht, dass Erstaufnahmeeinrichtungen, die als Vorbild der AnkER-Einrichtungen dienen sollen, häufig weder sicher noch kindgerecht sind. Mangelnde Privatsphäre, begrenzter Zugang zu Kindergärten und Schulen, unzureichende psychosoziale Unterstützung, nicht abschließbare Sanitäranlagen und das Miterleben von Gewalt und Abschiebungen führen zu Gefährdungsmomenten und erzeugen Gefühle von Angst und Ohnmacht bei geflüchteten Kindern. All diese Faktoren können sich negativ auf ihre Entwicklung auswirken. 

Kinder und ihre Familien sollten deshalb so kurz wie möglich in den geplanten Einrichtungen verbleiben und so rasch wie möglich uneingeschränkten Zugang zu Kindergärten, Schulen und angemessener medizinischer Versorgung haben. Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sollten weiterhin von der Kinder- und Jugendhilfe in Obhut genommen und nicht in den geplanten AnkER-Einrichtungen untergebracht werden. 

Die Regierung hat sich im Koalitionsvertrag klar zur UN-Kinderrechtskonvention bekannt. Ihre Umsetzung gilt für alle Kinder und Jugendlichen - ganz gleich woher sie kommen und wo sie sich aufhalten.  

 

 

Das Leben wieder aufbauen

Konferenz „Rebuilding Lives“ fordert mehr Hilfe für traumatisierte Kinder und Jugendliche in Krisengebieten.

Verstärkte Anstrengungen sind notwendig, um die zerstörerischen Auswirkungen langanhaltender Konflikte auf die psychische Gesundheit von Kindern und jungen Menschen zu lindern. Expertinnen und Experten von Regierungen, Vereinten Nationen, Zivilgesellschaft und Hilfsorganisationen rufen anlässlich der Konferenz „Das Leben wieder aufbauen” (Rebuilding Lives) zu mehr Unterstützung für Programme zur psychischen Gesundheit sowie zur psychosozialen Hilfe auf.  

Mehr Hilfe für traumatisierte Kinder und Jugendliche! | © UNICEF/UN073067/Romenzi


UNICEF und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hatten zu der internationalen Expertentagung nach Berlin eingeladen. „Die tiefen seelischen Verletzungen von Kindern, die in bewaffneten Konflikten aufwachsen, werden vielfach übersehen”, sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta H. Fore in Berlin.
„Anhaltende Konfrontation mit Gewalt, Angst und Unsicherheit kann katastrophale Auswirkungen auf das Lernvermögen, das Verhalten sowie die emotionale und soziale Entwicklung von Kindern haben. Ohne Hilfe kann toxischer Stress durch die Beobachtung oder das Erleiden traumatisierender Ereignisse zu Einnässen, selbstzerstörerischem Verhalten, Aggressionen, Rückzug, Depressionen, Drogenmissbrauch bis hin zum Selbstmord führen.”

 Über 250 Millionen Kinder und Jugendliche leben in Ländern, die von gewalttätigen Konflikten betroffen sind. Schätzungsweise 68 Millionen Menschen - die Hälfte davon unter 18 Jahre - mussten aufgrund von Konflikten ihr Zuhause verlassen.
In den Krisenländern im Nahen Osten und Afrika belasten die Folgen der Gewalt eine ganze Generation von Kindern und Jugendlichen. Sie führen auch dazu, dass besonders verletzliche Gruppen wie Menschen mit psychischen Problemen, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen noch weiter marginalisiert werden. „Was Kinder in Kriegen und Krisen erleben und mitansehen müssen, das begleitet und prägt sie ein Leben lang.
Unsere Aufgabe ist es, ihnen trotz alledem ein Stück ihrer Kindheit zurückzugeben. Deswegen unterstützen BMZ und UNICEF gemeinsam hunderttausende Kinder, beispielsweise im Südsudan oder in der Krisenregion in und um Syrien mit psychosozialer Betreuung und speziell auf traumatisierte Kinder zugeschnittenen Programmen. Diese Kinder haben ein Recht darauf, mit unserer Hilfe ins Leben und den Alltag zurückzukehren.

UNICEF leistet hierbei unschätzbare Arbeit und ist ein wichtiger Partner für uns“, sagte Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Von Krieg, Vertreibung und traumatischen Erfahrungen betroffene Kinder – wie etwa Opfer sexualisierter Gewalt – brauchen spezielle Hilfe, um damit umgehen und ihr Leben wieder aufbauen zu können. Auch Familien oder Betreuerinnen und Betreuer, die selbst schwere traumatische Erfahrungen gemacht haben, dürfen nicht übersehen werden. Einige von ihnen brauchen gezielte Unterstützung, bevor sie selbst die von ihnen betreuten Kinder angemessen versorgen können.

Die Teilnehmer der Expertentagung forderten gemeinsames Handeln von Politik, Hilfs- und Entwicklungsorganisationen und Wissenschaft. Nachweislich wirksame und nachhaltige Hilfsprogramme zur Stärkung der psychischen Gesundheit von Kindern, jungen Menschen und anderen verletzlichen Gruppen müssten ausgeweitet werden. Bestehende Netzwerke von Eltern, Lehrenden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Gesundheitseinrichtungen sowie religiösen Autoritäten in den Gemeinden können dabei eine wichtige Rolle übernehmen.

UNICEF will in diesem Jahr 3,9 Millionen Kindern in Krisensituationen Zugang zu psychosozialer Hilfe eröffnen – zum Beispiel im Irak, in Jordanien, Libanon, Syrien, Somalia und Südsudan. Durch gemeindenahe Maßnahmen zur psychischen Gesundheit und psychosoziale Hilfe, wie Sport, Kunst oder Spiel und die Förderung eines unterstützenden Umfeldes, sollen die Kinder stabilisiert, ihr psychisches Wohlbefinden unterstützt und ihr Schutz verbessert werden. Zusätzlich stellt UNICEF über die Entwicklung entsprechender Referenzsysteme sicher, dass Kinder und Jugendliche, die spezielle psychologische Hilfe benötigen, identifiziert werden und Zugang zu koordinierter Hilfe erhalten.

„Angesichts der nie dagewesenen Zahl komplexer und langanhaltender Konflikte müssen wir den psychosozialen Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen mehr Aufmerksamkeit geben”, sagte Henrietta H. Fore. BMZ: Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat die Unterstützung von Menschen in Krisen- und Fluchtsituationen zu einem Hauptschwerpunkt seiner Entwicklungszusammenarbeit gemacht.

Allein 2017 hat das BMZ 3,5 Milliarden Euro bereitgestellt, um die Ursachen von Flucht und Vertreibung anzugehen sowie ihre Auswirkungen auf Menschen und Gesellschaften zu lindern. Diese Hilfe kommt sowohl den betroffenen Menschen als auch den aufnehmenden Gemeinden zugute. Gemeinsam mit UNICEF eröffnet das Ministerium Kindern, Jugendlichen, Angehörigen und betreuenden Personen Zugang zu psychosozialer Hilfe. Das BMZ hat allein 230 Millionen Euro für UNICEF-Projekte zur Verfügung gestellt, bei denen die Stärkung der mentalen Gesundheit zentraler Bestandteil des Ansatzes ist.

Web:  www.bmz.de; folgen Sie dem BMZ auf Twitter und Facebook UNICEF: UNICEF arbeitet an den härtesten Orten der Welt, um die am stärksten benachteiligten Kinder zu unterstützen. In 190 Ländern und Gebieten der Erde arbeitet UNICEF für alle Kinder, um eine bessere Welt für Alle zu schaffen.

Das Deutsche Komitee für UNICEF vertritt das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen in Deutschland. UNICEF International www.unicef.org ; folgen Sie UNICEF international auf Twitter und  Facebook

 

Georg Graf Waldersee folgt nach zehn Jahren Dr. Jürgen Heraeus als ehrenamtlicher Vorsitzender des Deutschen Komitees für UNICEF

Der neue Vorstand von UNICEF-Deutschland mit Schirmherrin Elke Büdenbender. . .

Berlin/Duisburg, 22. Juni 2018 - In seiner konstituierenden Sitzung wählte der neue Vorstand Graf Waldersee heute zum Vorsitzenden. Zu seinen Stellvertretern bestimmte der Vorstand Claudia Graus und Peter-Matthias Gaede. Zuvor wurden in der heutigen Mitgliederversammlung von UNICEF Deutschland in Berlin vier neue Mitglieder in den Vorstand gewählt: die Journalistin und ehemalige First Lady Daniela Schadt, der Unternehmer Dr. Jochen Gutbrod, der Manager und Gründer Dr. Johannes Meier und die Parlamentarische Staatssekretärin a.D. Dagmar Wöhrl.

Graf Waldersee bei der 60-Jahr-Feier von Unicef Duisburg 2017 - Foto Harald Jeschke


Im Vorstand bestätigt wurden der Journalist und ehemalige Chefredakteur des Magazins GEO, Peter-Matthias Gaede sowie die Staatsministerin a.D. und Mitglied des Vorstandes der innogy SE, Hildegard Müller. Nach zehn Jahren beendeten Dr. Jürgen Heraeus als Vorsitzender, Ekin Deligöz, Ann Kathrin Linsenhoff und Anne Lütkes satzungsgemäß ihre Vorstandsarbeit.

„Angesichts rasanter globaler Veränderungen und wachsender Unsicherheiten steht UNICEF vor neuen und großen Herausforderungen“, sagte Graf Waldersee in Berlin. „Armut, Instabilität und Konflikte drohen in vielen Ländern Fortschritte für Kinder und Jugendliche wieder zunichte zu machen. In einer Zeit weltpolitischer Unordnung tritt UNICEF für Dialog und Zusammenarbeit ein, um benachteiligten Kindern Chancen und Perspektiven zu geben. Hierfür möchte ich um eine breite Unterstützung werben.“

Graf Waldersee würdigte die erfolgreiche Arbeit von Dr. Heraeus und der ausscheidenden Vorstandsmitglieder in den vergangenen zehn Jahren: „Sie alle haben mit großer Kompetenz, Leidenschaft und Augenmaß ihre Erfahrungen und Perspektiven eingebracht. Sie haben UNICEF überzeugend und glaubwürdig vertreten und die Hilfsbereitschaft für Kinder in Not nachhaltig gestärkt. Dafür danke ich persönlich und im Namen des Komitees sowie der ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter!“

Dem ehrenamtlichen Vorstand von UNICEF Deutschland gehören an: Georg Graf Waldersee, Hamburg (Vorsitzender) Peter-Matthias Gaede, Hamburg (Stellvertretender Vorsitzender) Claudia Graus, München (Stellvertretende Vorsitzende) Dr. Jochen Gutbrod, Potsdam (Schatzmeister) Christine Langen, Lörrach Dr. Johannes Meier, Gütersloh Hildegard Müller, Düsseldorf Daniela Schadt, Berlin Dagmar G. Wöhrl, Nürnberg Heidi Wurster, Augsburg Zur Person des neuen UNICEF-Vorsitzenden Georg Graf Waldersee, (63), war über viele Jahre Mitglied in den internationalen Führungsgremien von Arthur Andersen und EY (früher Ernst & Young) und ist heute Chairman des Boards der deutschen Organisation von EY und Aufsichtsrat verschiedener anderer Unternehmen.
Seit 2016 arbeitet Graf Waldersee im ehrenamtlichen Vorstand von UNICEF Deutschland. Er bringt seine Erfahrungen in der Führung und Beratung großer internationaler Unternehmen und Organisationseinheiten ein und kann dabei auf ein breites Netzwerk zurückgreifen. In einer Zeit schwerwiegender Krisen und wachsender politischer Unsicherheit auf der Welt möchte er die multilaterale Zusammenarbeit bei der Lösung globaler Probleme und das zivilgesellschaftliche Engagement für Kinder und ihre Rechte stärken.
Georg Graf Waldersee ist verheiratet und hat zwei erwachsene Töchter. Er lebt in Hamburg und Berlin. UNICEF-Geschäftsbericht 2017 Das Deutsche Komitee für UNICEF hat im Jahr 2017 Einnahmen in Höhe von rund 112,66 Millionen Euro erzielt. Die Einnahmen in 2017 lagen über denen des Vorjahrs (108,67 Millionen Euro). Zu diesem guten Ergebnis haben über 450.000 aktive Spenderinnen und Spender in Deutschland beigetragen. Besonders wichtig sind die regelmäßigen Beiträge aus mehr als 250.000 UNICEF-Patenschaften. Sie machen es möglich, dass UNICEF Kindern in Notsituationen flexibel und verlässlich helfen kann.

UNICEF Deutschland war damit eine der bedeutendsten Stützen der weltweiten Arbeit des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen. Dessen Programme in rund 150 Ländern tragen dazu bei, dass Kinder gesund aufwachsen, Zugang zu sauberem Wasser und ausreichender Nahrung haben, zur Schule gehen können und vor Missbrauch und Ausbeutung geschützt sind. In Kriegs- und Krisengebieten wie in Syrien, im Jemen, im Südsudan, Bangladesch und vielen anderen Ländern ermöglichen die Spenden aus Deutschland lebensrettende Hilfe.

Insgesamt konnten 83,52 Millionen Euro für die internationale Hilfe für Kinder bereitgestellt werden. 2,28 Millionen Euro wurden für die Kinderrechtsarbeit in Deutschland eingesetzt. Die Kosten in Deutschland für Verwaltung sowie Öffentlichkeitsarbeit und Werbung betrugen – gemäß den Kriterien des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) – 18,9 Prozent.

 

 

Kinder ohne Heimat brauchen Hoffnung

UNICEF zum Besuch von Bundeskanzlerin Merkel in Jordanien und Libanon

Köln/Duisburg, 21. Juni 2018 - Anlässlich des Besuchs von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Jordanien und Libanon weist UNICEF auf die anhaltend schwierige Situation der rund 2,7 Millionen syrischen Flüchtlingskinder hin. Die meisten von ihnen leben zum Teil seit Jahren unter schwierigen Bedingungen in Lagern und Gastgemeinden der Nachbarländer. Mädchen und Jungen unter 18 Jahren stellen etwa die Hälfte der aus Syrien in die Nachbarländer Türkei, Jordanien, Libanon, Irak und Ägypten geflüchteten Menschen.

Eine Rückkehr nach Syrien ist für die meisten Familien in absehbarer Zeit nicht möglich, in den Flüchtlingscamps und Städten der Nachbarländer wachsen Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit. Über eine halbe Million syrische Kinder wurden seit Konfliktbeginn als Flüchtlinge geboren. Allein in Za’atari, dem größten syrischen Flüchtlingscamp in Jordanien mit rund 80.000 Menschen, kommen jede Woche im Durchschnitt 80 Babys zur Welt.

„Nach sieben Jahren Krieg wächst eine vergessene Generation syrischer Kinder auf, von denen viele ihre Heimat gar nicht mehr kennen“, sagte Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Wie alle Kinder der Welt wollen sie zur Schule gehen, einen Beruf erlernen und träumen von einer besseren Zukunft. Doch für viele Mädchen und Jungen aus Syrien stehen die Chancen dafür zur Zeit schlecht, und das wird sich auch auf die Entwicklung der gesamten Region auswirken. Wir müssen alles tun, um die Hilfe – und damit die Hoffnung von Millionen von Kindern – aufrechtzuerhalten.“

Trotz der großzügigen Unterstützung der aufnehmenden Länder, von Hilfsorganisationen wie UNICEF sowie Partnern, zu denen auch maßgeblich die Bundesregierung gehört, ist die Lage der Kinder weiter schwierig.

So ist es zwar beispielsweise in Jordanien gelungen, im vergangenen Schuljahr 126.000 syrische Kinder kostenlos an öffentlichen Schulen einzuschreiben. Auch Libanon hat seine Schulen gebührenfrei für geflüchtete Kinder geöffnet. Insgesamt stehen die aufnehmenden Länder aber vor der großen Aufgabe, rund zwei Millionen zusätzliche Schülerinnen und Schüler zu integrieren. Die Herausforderung ist so groß, dass fast 700.000 syrische Kinder in den Nachbarländern weiterhin nicht zur Schule gehen.

Zu den Gründen gehören unter anderem weite Entfernungen, fehlende Lehrerinnen und Lehrer, überfüllte Klassenräume in den Camps und Mobbing an den Schulen. Viele Kinder, vor allem Jungen, brechen auch die Schule ab, weil sie arbeiten müssen, um zum Familienunterhalt beizutragen. Mädchen werden häufig früh verheiratet, weil ihre Eltern hoffen, sie so besser zu schützen. Viele von ihnen haben keine Chance, einen Schulabschluss zu machen.

UNICEF leistet sowohl in Syrien als auch seinen Nachbarländern umfassende Hilfe für Kinder und Familien. Für dieses Jahr ist die Hilfe erst zur Hälfte finanziert. UNICEF unterstützt zum Beispiel die Wasserversorgung von Millionen von Menschen, richtet Schulen sowie Kinder- und Jugendzentren ein, organisiert Impfkampagnen und sorgt für psychosoziale Hilfe. Die Bundesregierung gehört zu den wichtigsten Unterstützern der UNICEF-Hilfe in Syrien und der Region.

 

Weltflüchtlingstag

UNICEF: 30 Millionen Kinder auf Flucht vor Konflikten

Astronaut und UNICEF-Botschafter Alexander Gerst unterstützt bundesweite Aktion #träumesindgrenzenlos

New York/ Köln, 20. Juni 2018 - Rund 30 Millionen Kinder und Jugendliche weltweit sind laut UNICEF im eigenen Land oder über Landesgrenzen hinweg auf der Flucht vor Konflikten – mehr als jemals zuvor seit dem Zweiten Weltkrieg. Über die Hälfte aller Menschen mit Flüchtlingsstatus sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF ruft die Regierungen anlässlich des heutigen Weltflüchtlingstags dazu auf, geflüchtete Kinder besser zu versorgen und zu schützen sowie langfristige Lösungen zu erarbeiten, um ihr Wohlergehen zu sichern.

„Am Weltflüchtlingstag ist es wichtig, sich die Gefahren und Herausforderungen vor Augen zu führen, denen diese Kinder täglich begegnen“, sagte der Leiter der weltweiten Nothilfe-Programme von UNICEF, Manuel Fontaine. „In der Fremde – unabhängig davon, ob sie geflüchtet sind, Asylbewerber oder Binnenvertriebene – sind sie häufig großen Gefahren für ihre Sicherheit und Gesundheit ausgesetzt. Darüber hinaus gibt es große Hürden beim Zugang beispielsweise zu Bildung und Hilfen, die für ihre Entwicklung nötig sind. Diese Kinder brauchen mehr als einen Erinnerungstag – sie brauchen Hoffnung, Chancen und Schutz.“

Zur Zeit werden auf internationaler Ebene zwei politische Rahmenwerke, so genannte „Global Compacts“, für den Umgang mit Flucht und Migration erarbeitet. UNICEF setzt sich bei den Verhandlungen dafür ein, dass der Schutz und die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen dabei höchste Priorität erhalten.

Nur Hälfte der geflüchteten Kinder in der Grundschule

Während die Zahl der vertriebenen und geflüchteten Kinder auf Rekordhöhe gestiegen ist, bleibt vielen von ihnen der Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung verwehrt. So besuchen gegenwärtig nur die Hälfte der geflüchteten Mädchen und Jungen eine Grundschule, und weniger als jeder vierte geflüchtete Jugendliche lernt in einer weiterführenden Schule.

Auch die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die allein auf den Flucht- und Migrationsrouten unterwegs sind, ist so hoch wie nie: Mindestens 300.000 unbegleitete oder von ihren Eltern getrennte Minderjährige wurden 2015 bis 2016 in 80 Ländern registriert. Das waren fünf Mal so viele wie im Zeitraum 2010 bis 2011. Ihre tatsächliche Zahl liegt vermutlich noch deutlich höher. Unbegleitete Mädchen und Jungen werden häufig Opfer von Menschenhandel, Ausbeutung, Gewalt und Missbrauch. Rund 28 Prozent aller Opfer von Menschenhandel sind unter 18 Jahren alt.

Neue bundesweite Aktion „Träume sind grenzenlos“

Am Weltflüchtlingstag startet UNICEF die neue bundesweite Aktion #träumesindgrenzenlos. Ehrenamtliche Teams in ganz Deutschland sprechen in den nächsten Wochen Menschen auf der Straße und über Social Media an und bitten sie, sich ihre persönlichen Träume vor Augen zu führen und mit denen von geflüchteten Kindern aus aller Welt zu vergleichen. Mit der Aktion möchte UNICEF für Solidarität mit geflüchteten und migrierten Kindern werben.

UNICEF-Botschafter Alexander Gerst, zur Zeit auf der Internationalen Raumstation ISS, ruft vom All aus zur Unterstützung für die Aktion auf. „Es gibt keinen Menschen, der nicht irgendeinen Traum hat, irgendetwas, was tief in ihm drin ist. Und ich denke auch, dass es wert ist, jedem Traum eine Chance zu geben", sagt Gerst.

 

Gute Reise, Astro-Alex!

Köln/Duisburg, 05. Juni 2018 - UNICEF-Botschafter Alexander Gerst macht auf seiner Mission ins All jungen Menschen Mut, sich für ihre Träume von einer besseren Welt einzusetzen.
Morgen (06.06.), um 13:12 Uhr MESZ startet der deutsche ESA-Astronaut und UNICEF-Botschafter Alexander Gerst zu seiner neuen Mission auf der internationalen Raumstation ISS. Zusammen mit UNICEF ruft Gerst junge Menschen dazu auf, sich für eine bessere Welt für Kinder zu engagieren. Er wird vom Weltall aus auf die
Aktion „Träume sind grenzenlos“ aufmerksam machen.

„Wir besitzen diese Welt nicht – wir haben sie nur geborgt. Unser gesamtes Leben als Zivilisation hängt von diesem einen Planeten ab. Wir sollten ihn also so hinterlassen, dass zukünftige Generationen friedlich miteinander leben können“, erklärte Astro-Alex kurz vor seinem Start ins All im Gespräch mit engagierten Jugendlichen.  
Gleich zu Beginn seiner neuen Mission „Horizons“ (engl. Horizonte) beteiligt sich Gerst an der UNICEF-Aktion „Träume sind grenzenlos“, die von engagierten UNICEF-Unterstützern entwickelt wurde. Zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni halten junge Menschen in ganz Deutschland dazu an, ihre persönlichen Träume mit denen von geflüchteten Kindern zu vergleichen.

Die lokalen Aktionen haben das Ziel, Verständnis und Solidarität mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen zu stärken. Sie richten sich gegen Diskriminierung und Fremdenhass. „Es gibt keinen Menschen, der nicht irgendeinen Traum hat, irgendetwas, was tief in ihm drin ist“, sagt Alexander Gerst zur Träume-Aktion. „Und ich denke auch, dass es wert ist, jedem Traum eine Chance zu geben.“

„Alexander Gerst steht für Neugier, wissenschaftliche Kompetenz, Verantwortung und Menschlichkeit. Er ist Vorbild und Ansporn dafür, allen Kindern auf der Erde Chancen und Perspektiven zu geben“, sagt Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Wir drücken die Daumen für eine erfolgreiche und sichere Mission im All! Gute Reise, Astro-Alex!“

© UNICEF/DT2018-59931/Sebastian Bänsch

 

Ebola im Kongo: UNICEF mobilisiert Hunderte Gesundheitshelfer

Kinshasa/ Genf/ Köln/Duisburg, 18. Mai 2018 - Zur Eindämmung von Ebola in der Demokratischen Republik Kongo mobilisiert UNICEF zusammen mit der kongolesischen Regierung und Partnern in der betroffenen Region im Nordwesten des Landes Hunderte Helferinnen und Helfer.

Sie informieren Kinder und Familien über die Gefahren von Ebola und über wirksame Maßnahmen zum Schutz, zum Beispiel Hygiene-Maßnahmen und eine in der kommenden Woche beginnende Impfkampagne. Die lebenswichtigen Informationen sollen unter anderem über Radio, durch religiöse Einrichtungen, Schulen, Jugendgruppen und auf Märkten verbreitet werden.

„Es ist sehr wichtig, dass jeder erfährt, wie man sich sowohl zu Hause als auch an öffentlichen Schulen vor Ansteckung schützen kann, besonders in Krankenhäusern und Schulen“, sagte Dr. Gianfranco Rotigliano, Leiter von UNICEF in der Demokratischen Republik Kongo. „Die Erfahrung von früheren Ebola-Ausbrüchen zeigt, dass wir die besten Chancen zur Eindämmung der Krankheit haben, wenn die Gemeinden bei der Prävention mitwirken.“

Unicef-Foto

UNICEF stellt außerdem Hilfsgüter für das Ebola-Behandlungszentrum und Gemeinden in Bikoro und Mbandaka zur Verfügung und hat Desinfektions-Stellen an vier weiteren Gesundheitszentren installiert. An 50 Schulen in Mbandaka wurden Waschmöglichkeiten eingerichtet. Auch 72 Schulen in Bikoro sollen schnell mit Material zum Händewaschen ausgestattet werden. Schulen erhalten außerdem Fieberthermometer, damit sie die Kinder auf Anzeichen von Ebola untersuchen können.

„Wir werden alles tun, damit die Schulkinder geschützt bleiben und der Unterricht nicht unterbrochen wird“, sagte Rotigliano.

Am 8. Mai hat das Gesundheitsministerium der Demokratischen Republik Kongo den Ausbruch von Ebola erklärt. Seitdem hat UNICEF über 4.500 Kilogramm Hilfsgüter zur Verfügung gestellt, darunter Seife, Plastikplanen, Eimer und Chlor zur Wasserreinigung. Weitere 80 Tonnen Hilfsgüter werden von Sierra Leone nach Kongo geschifft.

 

 

UNICEF: 770.000 Kinder akut mangelernährt

Neuer Bericht zur Krise in der Provinz Kasai im Kongo Mindestens die Hälfte aller Kinder unter fünf Jahren in der Kasai-Region der Demokratischen Republik Kongo – rund 770.000 Mädchen und Jungen – sind laut UNICEF akut mangelernährt. 400.000 dieser Kinder sind so schwer unterernährt, dass ihr Leben in Gefahr ist.

Das UN-Kinderhilfswerk warnt in einem heute veröffentlichten Bericht, dass die Zahl der Todesopfer unter den Kindern drastisch ansteigen könnte, wenn die humanitäre Hilfe nicht dringend verstärkt wird. © UNICEF/UN0157537/Tremeau Mit einem Maßband am Oberarm untersucht eine Gesundheitshelferin in der Kasai-Region der DR Kongo Kinder auf Zeichen von akuter Mangelernährung.

Kinshasa/ New York/ Köln, 11.5.2018 Neuer Bericht zur Krise in der Provinz Kasai in der Demokratischen Republik Kongo UNICEF: 770.000 Kinder akut mangelernährt Mindestens die Hälfte aller Kinder unter fünf Jahren in der Kasai-Region der Demokratischen Republik Kongo – rund 770.000 Mädchen und Jungen – sind laut UNICEF akut mangelernährt.

400.000 dieser Kinder sind so schwer unterernährt, dass ihr Leben in Gefahr ist. Das UN-Kinderhilfswerk warnt in einem heute veröffentlichten Bericht, dass die Zahl der Todesopfer unter den Kindern drastisch ansteigen könnte, wenn die humanitäre Hilfe nicht dringend verstärkt wird. Seit Anfang 2017 wurden bereits 71.500 lebensbedrohlich mangelernährte Kinder mit therapeutischer Spezialnahrung behandelt. UNICEF ruft Regierungen und Öffentlichkeit dringend zu Spenden auf.

Seit Ausbruch eines gewaltsamen Konflikts in der Kasai-Region 2016 wurden hunderttausende Menschen aus ihren Häusern und Dörfern vertrieben. Obwohl sich die Situation in den vergangenen Monaten etwas beruhigt hat, sind 3,8 Millionen Menschen, darunter 2,3 Millionen Kinder, auf humanitäre Hilfe angewiesen. Viele Familien waren vor den Kämpfen geflohen und hatten sich über Monate versteckt, so dass sie weder ihre Felder bestellen noch ernten konnten.
„Gewalt und Vertreibung haben weiterhin gravierende Auswirkungen für die Kinder von Kasai“, sagte die stellvertretende UNICEF-Exekutivdirektorin Fatoumata Ndiaye nach einem Besuch in der Region.
„Tausende geflüchtete Kinder hatten monatelang keinen Zugang zu lebenswichtiger Hilfe – wie Gesundheitsversorgung, sauberes Trinkwasser und Schulen – und sie haben unvorstellbares Leid erlebt. Jetzt, da die Sicherheitslage besseren Zugang erlaubt, müssen die Regierung und Hilfsorganisationen mit Unterstützung der internationalen Gemeinschaft schnell die Hilfe für Kinder aufstocken, bevor es zu spät ist.“

Erschütternde Gewalt gegen Kinder
Der UNICEF-Report „Kasai: A Children’s Crisis. Coping with the Impact of Conflict in the Democratic Republic of the Congo“ dokumentiert außerdem ein erschreckend hohes Ausmaß an brutaler Gewalt gegen die Zivilbevölkerung und die Kinder. Über 400 Schulen in der Kasai-Region wurden seit 2016 angegriffen oder für militärische Zwecke missbraucht; 100 Schulen sind zerstört worden. 440.000 Mädchen und Jungen konnten das vergangene Schuljahr nicht abschließen. Auch über 200 Gesundheitszentren wurden zerstört oder geplündert.

Tausende Kinder wurden von bewaffneten Gruppen rekrutiert – die Milizen in der Region Kasai bestehen zu 60 Prozent aus Kindern und Jugendlichen unter 18. UNICEF und seine Partner haben bisher die Freilassung von 1.700 Kindern erreicht. Sie erhalten psychosoziale Hilfe und werden bei der Reintegration in die Gesellschaft unterstützt. UNICEF hat 314 Klassenräume installiert oder instandgesetzt. Weitere Informationen und Spendenmöglichkeit:
www.unicef.de.


Kinder brauchen ihre Familie

UNICEF Deutschland zum geplanten Gesetz zur Neuregelung des Familiennachzugs zu subsidiär Schutzberechtigten
Berlin/Köln, den 8. Mai 2018 - Der Gesetzentwurf zur Neuregelung des Familiennachzugs für subsidiär schutzberechtigte Menschen würde nach Einschätzung von UNICEF Deutschland erhebliche Belastungen und langfristig negative Folgen für eine große Zahl von Kindern nach sich ziehen.
Dies betont UNICEF Deutschland vor der Beratung des Gesetzentwurfes durch das Bundeskabinett am morgigen Mittwoch.

Der Entwurf steht damit im Widerspruch zur UN-Kinderrechtskonvention sowie zentralen Vorgaben des deutschen und internationalen Rechts, die der Einheit der Familie und der Gleichbehandlung aller Kinder einen besonders hohen Stellenwert zumessen. „Die Regulierung von Flucht und Migration darf nicht auf dem Rücken der schwächsten Kinder ausgetragen werden“, erklärte der Geschäftsführer von UNICEF Deutschland, Christian Schneider. „Kinder sind in erster Linie Kinder mit weltweit anerkannten Rechten – unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus. Sie brauchen klare und einfache Verfahren, die es ihnen ermöglichen, schnellstmöglich mit ihrer Familie zusammenleben zu können.“ 

Die im Gesetzentwurf dargelegten Fallgruppen sowie die damit verbundenen Verfahren führen nach Einschätzung von UNICEF Deutschland nicht zu einer Rechtsklarheit und Rechtssicherheit, die belastende Trennungssituationen verkürzen würden. Vielmehr sind langwierige bürokratische Prozesse zu erwarten.
Notwendig wären stattdessen einfache und in der Praxis anwendbare Kriterien, damit Verfahren im Sinne des Kindeswohls zügig abgeschlossen werden können.  Kinder brauchen den Schutz ihrer Familie, um die nötige Stabilität und Unterstützung zu finden, die es ihnen ermöglicht, die Fluchterfahrung zu verarbeiten und zur Normalität zurückzufinden. Deshalb sind aus der Sicht von UNICEF Deutschland auch Anträge auf Familiennachzug, die Kinder betreffen, beschleunigt zu bearbeiten.
Die Einheit der Familie durch sichere und reguläre Zugangswege zu wahren, ist nicht nur eine menschenrechtliche Verantwortung der deutschen Bundesregierung gemäß der UN-Kinderrechtskonvention - sondern auch der bestmögliche Weg, geflüchtete und migrierte Kinder zu schützen. 
UNICEF Deutschland hat sich am 3. Mai 2018 in einer Stellungnahme zu ausgewählten Punkten des Gesetzesentwurfes geäußert.

Die Stellungnahme finden Sie
hier. 
Das Hintergrundpapier „Kinder brauchen ihre Familie“ steht
hier zum Download.

 

 

Nigeria: Über 1.000 Kinder seit 2013 entführt

Köln/Duisburg, 13. April 2018 – Vier Jahre nach der Entführung von über 200 Schülerinnen in Chibok setzt sich UNICEF weiter für Freilassung von Kindern ein Abuja/ Darkar/ New York/ Köln, 13. April 2018 - Seit 2013 wurden mehr als 1.000 Kinder im Nordosten Nigerias durch die Terrorgruppe Boko Haram entführt, darunter 276 Mädchen, die aus einer weiterführenden Schule in Chibok verschleppt wurden. Auch vier Jahre nach diesem tragischen Vorfall warten die Familien von über 100 der Mädchen immer noch auf die Rückkehr ihrer Töchter.

„Der vierte Jahrestag der Chibok-Entführung ist eine Erinnerung daran, dass Kinder im Nordosten Nigerias weiterhin in schockierend hoher Zahl Opfer von Angriffen werden“, sagte der Leiter von UNICEF in Nigeria, Mohamed Malick Fall. „Sie werden immer wieder gezielt angegriffen und sind brutaler Gewalt zu Hause, in Schulen und öffentlichen Plätzen ausgesetzt.“
Der Angriff auf eine Schule in Dapchi, bei dem vor kurzem fünf Mädchen getötet wurden, ist der jüngste Hinweis darauf, dass es kaum noch sichere Orte für Kinder in Nordost-Nigeria gibt.
„Diese wiederholten Angriffe auf Kinder in Schulen sind völlig skrupellos“, sagte Fall. „Kinder haben ein Recht auf Bildung und Schutz, und das Klassenzimmer muss ein Ort sein, an dem sie sicher sind.“

Seit der Konflikt in Nordost-Nigeria vor rund neun Jahren begonnen hat, wurden mindestens 2.295 Lehrerinnen und Lehrer getötet und mehr als 1.400 Schulen zerstört. Die meisten dieser Schulen konnten wegen der schweren Beschädigung oder anhaltender Gewalt nicht wieder öffnen. Die nigerianischen Behörden haben zugesagt, Schulen sicherer zu machen und besser vor Angriffen zu schützen.

UNICEF steht ihnen zur Seite, um die “Safe Schools Declaration” umzusetzen, mit der sich Nigeria zum Schutz von Schulen und Universitäten vor Gewalt und militärischer Nutzung während bewaffneter Konflikte verpflichtet. UNICEF fordert ein Ende der Angriffe auf Schulen und aller schweren Menschenrechtsverletzungen gegen Kinder. Mit seiner Kampagne #KindheitBrauchtFrieden setzt sich UNICEF Deutschland für den Schutz von Kindern im Krieg und auf der Flucht ein.


Julian Draxler packt UNICEF-Pakete | Neuer UNICEF-Pate besucht UNICEF-Logistikzentrum und unterstützt Social Media-Kampagne

UNICEF Köln/Kopenhagen/Duisburg, 05. April 2018 – Julian Draxler ist neuer UNICEF-Pate. In seiner ersten offiziellen Aktion besuchte der Fußball-Nationalspieler das internationale UNICEF-Logistikzentrum in Kopenhagen. Am Packband legte Draxler persönlich Hand an.
Er bestückte UNICEF-Hilfspakete für den Südsudan und warb für die Social Media-Kampagne #Stop10Seconds. Die Aktion war vor Kurzem von Mats Hummels, Udo Lindenberg und Angelique Kerber gestartet worden, um hungernde Kinder im Südsudan mit therapeutischer Spezialnahrung zu versorgen. „Um Kindern in Krisengebieten helfen zu können, ist unglaublich viel Know-how und eine professionelle Logistik notwendig.
Im Logistikzentrum in Kopenhagen habe ich einen Eindruck davon bekommen, was konkret hinter der UNICEF-Hilfe steckt. Das ist wirklich beeindruckend“, sagte Julian Draxler. „Ich bin der Meinung: Kein Kind auf der Welt sollte heute noch hungern müssen. Als mein Fußball-Kollege Mats Hummels mich gebeten hat, bei #Stop10Seconds mitzumachen, habe ich sofort gesagt, ich bin dabei. Und ich hoffe, dass wir gemeinsam noch viele andere davon überzeugen können.“

 

Julian Draxler packt UNICEF-Hilfspakete in Kopenhagen.
Christian Schneider, Geschäftsführer UNICEF Deutschland: „Julian Draxler ist nicht nur als herausragender Fußballer bekannt, sondern auch als eine Persönlichkeit, die ihre Meinung klar äußert. Wir sind stolz und dankbar für seinen Einsatz für UNICEF, denn er wird uns dabei helfen, noch mehr Unterstützer für Hilfsprojekte zu gewinnen.

Aufruf gegen den Hunger
Jeden Tag stirbt weltweit alle zehn Sekunden ein Kind unter 5 Jahren an den Folgen von Hunger – die Social Media-Kampagne #Stop10Seconds will dazu beitragen, diesen Umstand zu beenden. Auf ihren Social Media-Kanälen rufen Prominente andere Personen des öffentlichen Lebens sowie private Unterstützer dazu auf, zu spenden und sich mit einer „Stopp-Geste“ zu beteiligen.
Mit den gesammelten Spendengeldern sollen mindestens 10.000 mangelernährte Kleinkinder im Südsudan etwa vier Wochen mit Erdnusspaste und therapeutischer Spezialnahrung behandelt und vor dem Hungertod gerettet werden. Bisher haben sich bereits zahlreiche Prominente aus dem Sport- und Unterhaltungsbereich aktiv an der Aktion beteiligt, darunter Boris Becker, Joko Winterscheidt, Eva Padberg, Franziska Knuppe, Martin Kaymer, Felix Neureuther, Dirk Nowitzki, Elton Klaus Meine, Max Mutzke, Felix Jaehn und Anna Loos.

UNICEF-Hilfe im Südsudan
Seit Ausbruch des Bürgerkrieges Ende 2013 ist die Lage für die Familien und Kinder im Südsudan dramatisch. Die Armut der Bevölkerung ist groß, der Hunger in vielen Regionen allgegenwärtig. Durch die anhaltende Gewalt können die Menschen keine kontinuierliche Landwirtschaft betreiben. Hinzu kommen Krankheiten wie Cholera oder Malaria, die durch den Mangel an sauberem Trinkwasser hervorgerufen werden. Derzeit sind im Südsudan mehrere Tausend Kinder durch schwere akute Mangelernährung vom Tod bedroht.
Nach einer Hungersnot im vergangenen Jahr droht in dem jüngsten Staat Afrikas erneut eine schwere Krise. UNICEF hilft in allen Regionen im Südsudan. Dazu zählt die Versorgung mit Nahrungsmitteln, der Zugang zu sauberem Wasser, sanitären Anlagen und allgemeiner Hygiene sowie die Verteilung von lebensrettenden Impfungen. In diesem Jahr will UNICEF im Südsudan 215.000 schwer mangelernährte Kinder versorgen.  © Thomas Ulrich

 

UNICEF: Hunger und Cholera bedrohen Millionen Kinder

Drei Jahre Krieg in Jemen
Köln/Duisburg, 26. März 2018 - Seit Beginn des Kriegs im Jemen vor drei Jahren hat sich dort laut UNICEF die Zahl der Kinder mit lebensgefährlicher akuter Mangelernährung auf über 400.000 Kinder verdoppelt. „Die Gefahr einer Hungersnot ist weiter da“, sagte Geert Cappelaere, UNICEF Regionaldirektor für den Nahen Osten und Nordafrika nach einem Besuch im Süden und Norden des Landes.
In Folge des Konflikts und der jahrzehntelangen Unterentwicklung sind heute praktisch alle elf Millionen Kinder in Jemen auf humanitäre Hilfe angewiesen. „Im vergangenen Jahr wurden jeden Tag mindestens fünf Mädchen oder Jungen getötet oder schwer verletzt. Es gab massive Ausbrüche von Cholera und Diphtherie, an denen hunderte Kinder starben“, erklärte Cappelaere.
it dem Beginn der Regenzeit in wenigen Wochen muss ohne massive Hilfe von außen mit einer Rückkehr der Cholera gerechnet werden. UNICEF warnt auch eindringlich vor den mittelfristigen Folgen des Zusammenbruchs des Schulsystems für eine ganze Generation von Kindern und Jugendlichen. Bis zu zwei Millionen Mädchen und Jungen in Jemen gehen nicht zur Schule;2.500 Schulgebäude wurden zerstört oder werden militärisch genutzt.
Die wachsende Armut ist überall sichtbar. „Ich war schockiert über die bettelnden Kinder in Sanaa. Ich habe vor einigen Jahren für UNICEF im Jemen gearbeitet. So etwas habe ich damals nie gesehen. Sehr kleine Kinder strecken einem ihre Hand für etwas Geld oder etwas zu essen entgegen. Eltern bleibt nichts übrig, als sie zum Betteln oder zum Arbeiten zu schicken, statt zur Schule. Oder sie verheiraten ihre Töchter in jungem Alter, um einen Esser weniger zu haben“. Am dritten Jahrestag des Konflikts ruft UNICEF alle Konfliktparteien auf, den Krieg zu stoppen und Kinder immer und überall zu schützen.

Humanitäre Hilfe muss ohne jegliche Vorbedingungen in allen Landesteilen erlaubt sein. Impfstoffe und Treibstoff zum Betrieb von Wasserpumpen müssen rasch und ohne bürokratische Hürden ins Land kommen können. Als Erfolg wertete Cappelaere, dass es UNICEF zusammen mit der Weltbank gelungen ist, ein Hilfsprogramm für 1,5 Millionen Familien in extremer Armut zu starten.
Diese erhalten als Unterstützung geringe Geldbeträge, um sich auf lokalen Märkten mit Nahrung zu versorgen. UNICEF ruft auch Regierungen und Spender zur Unterstützung für Schulen im Jemen auf. „In der humanitären Hilfe wird Bildung oft vernachlässigt. Dies gefährdet die Zukunft der Kinder“, so Cappelaere.

 

Syriens kriegsversehrte Kinder

UNICEF zu sieben Jahren Krieg in Syrien 

Köln/Duisburg, 12. März 2018 - Sieben Jahre nach Beginn des Konflikts in Syrien ist ein Ende der Gewalt nicht in Sicht. 2017 war bisher das schlimmste Jahr für Kinder: 910 Todesfälle und 361 Verwundungen von Mädchen und Jungen haben die Vereinten Nationen verifiziert, eine Steigerung um 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das sind nur die Fälle, die überprüft werden konnten – die tatsächliche Zahl ist wahrscheinlich deutlich höher. In den ersten beiden Monaten von 2018 wurden Berichten zufolge bereits über 1.000 Kinder getötet oder verletzt.

„An jedem einzelnen Tag – seit sieben Jahren – erfahren Kinder unendliches Leid durch Bomben, Kugelhagel, Vertreibung, Hunger, den Tod von Angehörigen und Freunden“, sagte Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland.  „In Syrien herrscht ein gnadenloser Krieg gegen Kinder, der sofort gestoppt werden muss.“

Auch wenn sie überleben, erleiden viele Kinder bleibende körperliche oder psychische Schäden. So wie Sami (14) aus dem syrischen Dera’a. „Ich habe draußen mit meinen Cousins im Schnee gespielt. Eine Bombe schlug ein. Ich habe die Hände meines Cousins durch die Luft fliegen sehen. Ich habe beide Beine verloren. Zwei meiner Cousins sind gestorben, ein anderer hat ebenfalls seine Beine verloren.“
Sami lebt inzwischen mit seiner Familie in Jordanien.

„Kinder mit Behinderungen sind unter den Benachteiligten am meisten benachteiligt“, sagte Geert Cappelaere, UNICEF-Regionaldirektor für den Mittleren Osten und Nordafrika. „Sie sind der sehr realen Gefahr ausgesetzt, übersehen und ausgegrenzt zu werden, während der Krieg unerbittlich weitergeht.“

Behinderung als direkte Folge des Krieges in Syrien

Der Gebrauch von explosiven Waffen und rücksichtslose Angriffe auf dicht besiedelte Gebiete haben eine wachsende Zahl von Kindern getötet.

· Rund ein Viertel der zivilen Todesopfer sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

· UNICEF schätzt, dass 3,3 Millionen Kinder in Syrien der Gefahr durch Explosionen ausgesetzt sind, einschließlich durch Landminen und Blindgänger.

· Über 1,5 Millionen Menschen haben eine bleibende Behinderung als direkte Folge des Krieges, einschließlich 86.000 Menschen, denen Gliedmaßen amputiert werden mussten.

Der fehlende Zugang zu guter medizinischer und psychologischer Behandlung führt dazu, dass sich Kinder langsamer von ihren Verletzungen erholen oder sich ihr Zustand sogar verschlechtert. Viele Kinder haben Angehörige verloren oder wurden von ihnen getrennt, so dass oft eine enge Bezugsperson fehlt, die sich um die Mädchen und Jungen kümmern kann.

Für Kinder mit Behinderungen ist außerdem der Zugang zu Bildung und Dienstleistungen erschwert. Viele Familien können sich eine angemessene Behandlung oder Therapie nicht leisten. Ohnehin ist in vielen Teilen Syriens eine gute medizinische Versorgung nicht möglich, weil Krankenhäuser und Personal fehlen. 2017 haben die Vereinten Nationen 108 Angriffe auf Krankenhäuser und medizinisches Personal dokumentiert. Nur rund die Hälfte der Gesundheitseinrichtungen sind voll funktionsfähig.

„Doch trotz der erlittenen Verletzungen, lebenslanger Behinderung und Vertreibung kennen die Ambitionen der Kinder keine Grenzen“, sagte Cappelaere. „Wenn sie und ihre Familien die nötige Unterstützung erhalten, können Kinder ihre Einschränkungen überwinden und das Außerordentliche schaffen, ihre Kindheit, ihre Würde und ihre Träume zurückzuerobern.“

Alltägliche Not der Kinder

Sieben Jahre nach Beginn des Konflikts ist die Kindheit von Millionen von syrischen Mädchen und Jungen durch Gewalt, Vertreibung und alltägliche Not geprägt. 69 Prozent der Bevölkerung in Syrien lebt mittlerweile in extremer Armut, pro Person stehen ihnen umgerechnet weniger als zwei US-Dollar am Tag zur Verfügung. Einer neuen Untersuchung von UNICEF zufolge lebt 85 Prozent der syrischen Kinder in Jordanien unterhalb der Armutsgrenze. Durch die finanzielle Not werden viele Kinder in Kinderarbeit oder Frühehen gedrängt.

1,75 Millionen Kinder in Syrien im Schulalter gehen aktuell nicht zur Schule. Auch in den Nachbarländern geht durchschnittlich 43 Prozent der syrischen Kinder nicht zur Schule Wie viele Mädchen und Jungen durch den Krieg traumatisiert sind, lässt sich nicht abschätzen. UNICEF geht davon aus, dass zwei Drittel der Kinder ein nahes Familienmitglied verloren, die Beschädigung des Wohnhauses erlebt oder konfliktbedingt verletzt worden sind.

Hilfe und Perspektiven für Kinder in Syrien und der Region

UNICEF hat ein breites Netzwerk von eigenen Mitarbeitern und Partnerorganisationen in der Region, die Hilfe für syrische Kinder und Familien organisieren. Allein in Syrien sind rund 250 UNICEF-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz. UNICEF unterstützt unter anderem die Wasserversorgung in Syrien, in Flüchtlingslagern und Gastgemeinden in Jordanien und Libanon, stellt Impfstoffe und Hygieneartikel bereit und richtet Notschulen und Kinder- und Jugendzentren ein.

#Stop10seconds: Prominente kämpfen gegen den Hunger

Social-Media-Kampagne von Mats Hummels, Udo Lindenberg und Angelique Kerber will 10.000 Kinder im Südsudan retten

Köln/Berlin/Duisburg, 6. März 2018 – Jeden Tag stirbt weltweit alle zehn Sekunden ein Kind unter 5 Jahren an den Folgen von Hunger. Im Bürgerkriegsland Südsudan sind nach Schätzungen von UNICEF allein in den kommenden Wochen rund 29.000 Kinder durch schwere akute Mangelernährung vom Tod bedroht. Nach einer Hungersnot im vergangenen Jahr droht in dem jüngsten Staat Afrikas erneut eine schwere Krise.

Bereits heute wissen dort über 5,3 Millionen Menschen nicht, wie sie ausreichend zu essen finden können. In den kommenden Monaten droht sich die Situation weiter zu verschärfen. In der Trockenzeit („Lean Season“) zwischen Mai und Juli wird sich die Nahrungsmittelknappheit zuspitzen.


#Stop10seconds: Social-Media-Aktion gegen den Hunger

Mats Hummels, Udo Lindenberg und Angelique Kerber starten angesichts dieser Krise eine ungewöhnliche Aktion, um Kinderleben zu retten.

Mit der Social-Media-Kampagne #Stop10seconds setzen sie ein Zeichen gegen den Hunger. In Videos präsentieren die drei Stars eine „Stopp-Geste“ – denn jeder kann dazu beitragen, dass nicht länger alle zehn Sekunden ein Kind sein Leben verliert, weil es nicht ausreichend zu essen bekommt.

Auf ihren Social-Media-Kanälen rufen sie andere Personen des öffentlichen Lebens sowie private Unterstützer zum Mitmachen und Spenden auf. Ziel der Kampagne ist es, mit den gesammelten Spendengeldern eine Hilfslieferung in den Südsudan zu finanzieren. Damit sollen 10.000 mangelernährte Kleinkinder etwa vier Wochen mit Erdnusspaste und therapeutischer Spezialnahrung behandelt und vor dem Hungertod gerettet werden.

Mats Hummels:

„Es kann doch nicht sein, dass heute immer noch so viele Kinder von Hunger bedroht sind. Wir drei wollen das ändern!
Besonders jetzt, wo vielerorts die Vorräte aufgebraucht sind und sich die Situation für viele Kinder drastisch verschärfen wird. Seid ihr dabei und helft uns?“

 

 

 

 

 

 

 

Udo Lindenberg:

„Hey Leute. Es ist unfassbar: Immer noch stirbt weltweit alle 10 Sekunden ein Kind unter 5 Jahren an den Folgen von Hunger. Beispielsweise im Südsudan: Vielen Familien fehlt das Nötigste – Wasser, Lebensmittel und Medikamente.
Kinder müssen vor Krieg fliehen, Ernten werden von Dürren zerstört. Und bald beginnt die Trockenzeit. Wenn wir die Kinder retten wollen, müssen wir jetzt handeln. Komm, lass zusammen durchziehen. Euer Udo“

 

 

Angelique Kerber:

„Mit einfachen Hilfsmitteln, wie nahrhafter Erdnusspaste kann man so schnell so viel tun. Hilfe ist also wirklich möglich – und die Kinder brauchen uns dringend!“

UNICEF-Hilfe im Südsudan

Seit Ausbruch des Bürgerkrieges Ende 2013 ist die Lage für die Familien und Kinder im Südsudan dramatisch. Die Armut der Bevölkerung ist groß, der Hunger in vielen Regionen allgegenwärtig. Durch die anhaltende Gewalt können die Menschen keine kontinuierliche Landwirtschaft betreiben. Hinzu kommen Krankheiten wie Cholera oder Malaria, die durch den Mangel an sauberem Trinkwasser hervorgerufen werden.

UNICEF hilft in allen Regionen im Südsudan. Dazu zählt die Versorgung mit Nahrungsmitteln, der Zugang zu sauberem Wasser, sanitären Anlagen und allgemeiner Hygiene sowie die Verteilung von lebensrettenden Impfungen. In diesem Jahr will UNICEF im Südsudan 215.000 schwer mangelernährte Kinder versorgen.

 

 

Mitsprache von Kindern und Jugendlichen in der Politik ist wichtig

Köln/Berlin/Duisburg, 9. Februar 2018 – Das Motto des diesjährigen Weltkindertags am 20. September lautet „Kinder brauchen Freiräume“. Damit rufen UNICEF Deutschland und das Deutsche Kinderhilfswerk Bund, Länder und Kommunen dazu auf, mehr Möglichkeiten zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen zu schaffen. Die Kinderrechtsorganisationen appellieren an Politikerinnen und Politiker, die Meinung der nachwachsenden Generation ernst zu nehmen und ihre Belange bei Entscheidungen, die sie betreffen, durchgehend zu berücksichtigen.
„Kinder und Jugendliche wollen ihren Platz in unserer Gesellschaft einnehmen. Dafür ist es notwendig, dass wir ihnen Freiräume eröffnen, damit sie ihre Ideen und Wünsche einbringen und ihr persönliches Potenzial entfalten können“, sagt Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Es liegt in der Verantwortung der Politik, hierfür die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen. Nur eine Gesellschaft, in der Kinder und Jugendliche ernst genommen werden und mitgestalten können, wird wirklich kinderfreundlich und damit zukunftsfähig.“

„Städte und Gemeinden müssen Strukturen und Einrichtungen entwickeln, die sicherstellen, dass die Kinderinteressen mehr Gewicht bekommen“, sagt Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes. „Kinder und Jugendliche brauchen beispielsweise einen Platz am Verhandlungstisch, wenn es um die Planung von Spielplätzen oder von Jugendeinrichtungen geht. Die kommunale Politik muss Freiräume eröffnen, in denen echte Mitbestimmung und Entfaltung möglich wird.“
Kinder und Jugendliche brauchen aber auch in Schule und Freizeit mehr Freiräume. Ebenso sind Eltern dazu aufgerufen, ihren Kindern die Möglichkeit zu geben, sich frei zu entwickeln. Dazu gehören vor allem Freiräume, in denen sie sich eigenständig ihr Umfeld erschließen und ihre eigene Persönlichkeit ausbilden können.  

Die Rechte von Kindern und Jugendlichen auf Meinungsäußerung, Beteiligung und freie Entfaltung sind in der weltweit gültigen UN-Kinderrechtskonvention garantiert, die Deutschland 1992 ratifiziert hat. Zum Weltkindertag rufen UNICEF Deutschland und das Deutsche Kinderhilfswerk gemeinsam zum Einsatz für die Verwirklichung der Kinderrechte auf. 
Anlässlich des Weltkindertags (20. September) entwickeln bundesweit zahlreiche Initiativen unter dem gemeinsamen Motto „Kinder brauchen Freiräume“ Aktionen und machen mit Informationsständen auf die Kinderrechte aufmerksam. Am Sonntag, den 23. September 2018, finden in Berlin und in Köln unter demselben Motto die beiden größten Kinderfeste bundesweit statt. Dazu erwarten UNICEF Deutschland und das Deutsche Kinderhilfswerk jeweils 100.000 Besucherinnen und Besucher rund um den Potsdamer Platz in Berlin und im Kölner Rheingarten.

UNICEF zum Koalitionsvertrag: „Wir brauchen eine Koalition für Kinder“

Schüler einer Berliner Grundschule diskutieren in einer Unterrichtsstunde über Kinderrechte.

Köln/Berlin/Duisburg, 07. Februar 2018 - Der Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD enthält nach Auffassung von UNICEF Deutschland wichtige Ansätze zur Verbesserung der Situation benachteiligter Kinder und Jugendlicher - gibt aber auch an einigen Stellen Anlass zur Sorge.  „Wir brauchen eine Koalition für die Kinder und die Zukunftsfähigkeit unseres Landes,“ erklärte Dr. Jürgen Heraeus, Vorsitzender von UNICEF Deutschland.
„Der Koalitionsvertrag enthält wichtige Ansatzpunkte, die Interessen von Kindern stärker zu berücksichtigen. Eine hoffentlich bald gebildete neue Regierung muss nun aber auch die Chancen nutzen, die eine gute Konjunktur eröffnet, und spürbare Verbesserungen für Kinder und Familien erreichen – sowohl in Deutschland als auch gemeinsam mit internationalen Partnern weltweit.“

Die vorgesehenen Investitionen gegen Kinderarmut, zur Verbesserung der Bildungsinfrastruktur und der kommunalen Entwicklung sowie die Aufnahme der Kinderrechte im Grundgesetz sind überfällig. Sie sollten nun konsequent umgesetzt und auf die Bedürfnisse benachteiligter Gruppen ausgerichtet werden. Dies trifft auch auf Vorhaben in der Außen- und Entwicklungspolitik zu. Darin bekennen sich die Verhandlungspartner unter anderem zu einer deutlichen Erhöhung der Mittel für Entwicklung und humanitäre Hilfe sowie zu einer Umsetzung der entwicklungspolitischen Gipfelzusagen aus G7, G20, Pariser Klimaabkommen und Agenda 2030.

UNICEF Deutschland begrüßt, dass der Koalitionsvertrag die seit langem gestellte Forderung von Kinderrechtsorganisationen und Familienverbänden nach einer Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz aufgreift. Die konkrete Formulierung eines „Kindergrundrechts“ sollte nun unter Einbindung der Zivilgesellschaft erfolgen, um ein möglichst breites Bündnis für die Rechte von Kindern zu sichern. Weitere Schritte zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention wie die Einrichtung von Anlauf- und Beschwerdestellen sollten folgen.

Der Koalitionsvertrag nennt auch Vorhaben, die UNICEF Deutschland kritisch bewertet: Die Einigungen im Bereich Flucht und Migration lassen befürchten, dass die Rechte geflüchteter Kinder verletzt werden könnten. So wären sogenannte „ANkER “-Einrichtungen in der geplanten Form kaum geeignet für Familien mit Kindern. UNICEF appelliert an Bund und Länder, die Rechte von Kindern in der Asylpolitik zu wahren.
Kinder und Jugendliche in Flüchtlingsunterkünften müssen vor Übergriffen besser geschützt werden und jederzeit Zugang zu Kindergärten, Schulen und medizinischer Versorgung haben. Eine Neuregelung des Familiennachzugs, die laut Koalitionsvertrag ab dem 31.7.2018 greifen soll, muss den völkerrechtlichen und europarechtlichen Vorgaben genügen. Eine Begrenzung der Fallzahl widerspricht dem rechtsstaatlichen Prinzip der Einzelfallprüfung.

UNICEF Deutschland begrüßt, dass die Verhandlungspartner die Verantwortung Deutschlands im Bereich der humanitären Hilfe und für nachhaltige Entwicklung ausdrücklich betonen. Eine neue Regierung soll sich international klar für den Schutz von Kindern in Krisenregionen und auf der Flucht einsetzen und sich dafür stark machen, dass alle Kinder jederzeit Zugang zu guter Bildung erhalten.   

 

Schule trotz Krieg: Bildung kann nicht warten

UNICEF-REPORT 2018 „DIE CHANCE AUF BILDUNG“
Köln/Berlin/Duisburg, 02. Februar 2018 - Wegen der wachsenden Zahl von langanhaltenden sowie neuen humanitären Krisen haben Millionen von Mädchen und Jungen keine Chance auf Bildung: Allein in 24 Konfliktländern gehen derzeit laut UNICEF rund 27 Millionen Kinder zwischen sechs und 14 Jahren nicht zur Schule.

Das gefährdet nicht nur die Zukunft der betroffenen Kinder in Ländern wie Syrien, Jemen oder Südsudan, sondern auch die Aussichten auf Rückkehr zu einer friedlichen Entwicklung in ihrer Heimat. UNICEF forderte heute bei der Veröffentlichung des „UNICEF Report 2018 – Die Chance auf Bildung“ in Berlin, Lernangebote als Teil der lebenswichtigen Grundversorgung in humanitären Krisen besser und konstanter zu finanzieren.

„Neben Armut und Unterentwicklung sind Krieg und Gewalt heute die größten Feinde der Bildung“, sagte UNICEF-Schirmherrin Elke Büdenbender. „Gerade in Krisenländern müssen Schulen und psychosoziale Hilfsangebote die Widerstandskraft der Kinder stärken.“

„Jedes Kind hat ein Recht auf Bildung“, ergänzte Dr. Jürgen Heraeus, Vorsitzender von UNICEF Deutschland. „Kein Land der Welt kann es sich leisten, dass ein großer Teil der jungen Menschen von Bildung und damit von Chancen und Verdienstmöglichkeiten ausgeschlossen bleibt.“

Schule ist in Krisensituation mehr als ein Ort zum Lernen: Unterricht gibt Mädchen und Jungen durch einen geregelten Alltag auch Halt und Sicherheit. Durch psychosoziale Betreuung werden Kinder dabei unterstützt, schlimme Erlebnisse zu verarbeiten. Schule ist darüber hinaus der beste Schutz für Kinder vor Frühehen, Ausbeutung oder Rekrutierung. Bis heute sind Bildungsprogramme im Rahmen der humanitären Hilfe jedoch stark unterfinanziert. Durchschnittlich betragen die weltweiten Ausgaben für Bildung nur 3,6 Prozent der Gesamtausgaben für humanitäre Hilfe.

UNICEF plant, 2018 rund ein Viertel seines weltweiten Nothilfe-Budgets für Bildungsprogramme in Krisenländern auszugeben und damit fast neun Millionen Kindern zum Beispiel im Jemen, in Syrien, der Demokratischen Republik Kongo oder im Südsudan Lernchancen zu ermöglichen.

 

Gefährliche Schulwege, Flucht und Vertreibung, fehlende Lehrer oder wirtschaftliche Not infolge von Konflikten führen dazu, dass Kinder nicht lernen können. Für Mädchen in Konfliktregionen ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie nicht zur Schule gehen, 2,5 Mal so groß wie für Jungen. Aber Schulen werden weltweit auch immer häufiger zur direkten Zielscheibe der Gewalt:

- In der Kasai Region der Demokratischen Republik Kongo wurden 2017 400 Schulen angegriffen.
- Mindestens 1.600 Schulen im Jemen sind ganz oder teilweise zerstört.
- Im Nordosten von Nigeria sind durch die Gewalt der Terrormiliz Boko Haram 1.400 Schulen zerstört. Seit 2009 wurden rund 2.300 Lehrer getötet und 19.000 weitere vertrieben.
- In fast 300 Fällen wurden Schulen im Südsudan angegriffen oder für militärische Zwecke missbraucht. Zwei Millionen Kinder gehen dort nicht zur Schule.
- Rund jede dritte Schule in Syrien ist außer Betrieb, weil sie zerstört, stark beschädigt oder zweckentfremdet wurde. 1,7 Millionen Kinder in Syrien gehen nicht zur Schule.
- Jede fünfte Schule im Osten der Ukraine ist nach über drei Jahren Konflikt zerstört oder beschädigt. Angriffe auf Schulen und andere Bildungseinrichtungen sind eine schwere Menschenrechtsverletzung gegen Kinder.
UNICEF und seine Partner dokumentieren solche Vorfälle. UNICEF hat wiederholt Angriffe auf Schulen scharf verurteilt und fordert alle Konfliktparteien auf, für den Schutz von Zivilisten und insbesondere Kindern zu sorgen.

Zum Tag der Kinderrechte am 20. November: Jugendliche wollen in der Politik mehr gehört werden

Köln/Berlin/Duisburg, 17. November 2017 – Bildung, Klima und Gleichberechtigung: Mit diesen Themen muss sich aus der Sicht von Jugendlichen der neue Bundestag besonders befassen. Dies ist das Ergebnis der nicht repräsentativen UNICEF-Umfrage „ich bin #wählerisch“.
Rund 8.000 Heranwachsende aus ganz Deutschland haben sich vor der Bundestagswahl daran im Internet, an ihrer Schule oder auf der Straße beteiligt. Sie wurden danach gefragt, welches ihrer Ansicht nach die wichtigsten Aufgaben für eine zukunftsgerichtete Politik sind. Entgegen einer häufig beklagten Gleichgültigkeit zeigt die Umfrage ein großes Interesse von jungen Menschen an zentralen Zukunftsthemen und ihre Erwartung, dass die Politik ihre Meinung dazu hört.

Anlässlich des Internationalen Tages der Kinderrechte tritt UNICEF am 20. November weltweit für mehr Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ein. An diesem Tag wurde die UN-Konvention über die Rechte des Kindes verabschiedet. Dabei übernehmen Mädchen und Jungen in zahlreichen Ländern mit einem „KidsTakeover“ symbolisch die Macht in Domänen, die normalerweise Erwachsenen vorbehalten sind. Die internationale Aktion wird von zahlreichen prominenten UNICEF-Botschaftern unterstützt.
https://www.unicef.org/world-childrens-day/

Vor der Bundestagswahl hat der UNICEF-JuniorBeirat Jugendliche in ganz Deutschland dazu aufgerufen, die ihrer Ansicht nach wichtigsten Themen für die Politik zu identifizieren. Die Heranwachsenden dürfen zwar noch nicht wählen, doch sind auch sie von den politischen Entscheidungen betroffen.

„Jugendliche erhalten bisher zu wenig Möglichkeiten, ihre Interessen und Meinungen an politische Entscheidungsträger weiterzugeben.
Dabei brennen ihnen viele Zukunftsfragen unter den Nägeln – das hat die UNICEF-Umfrage gezeigt“, sagt Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Die Abgeordneten des neuen deutschen Bundestages sollten Jugendlichen mehr zuhören und ihre Ideen ernst nehmen ‒ nicht nur am Tag der Kinderrechte, sondern regelmäßig. Dies wäre ein echter Beitrag zu einer Politik für die nachwachsenden Generationen.“ 

Stimmen der Jugendlichen: Womit soll sich die Politik befassen?
Die nicht repräsentative Umfrage „ich bin #wählerisch“ fand im Internet, in Schulen und auf der Straße großes Interesse bei den Jugendlichen:

- Die Umfrageteilnehmer, die online mitmachten, möchten das Thema Bildung (28,4%) auf die politische Agenda setzen, fast ebenso viele Stimmen erhielten die Themen Nachhaltigkeit und Klima (28%). Es folgt das Thema Gleichberechtigung (21,2%).
- Auch offline war eine Teilnahme an der Umfrage möglich, zum Beispiel in Schulen und Fußgängerzonen. Dabei wurden die Themen Nachhaltigkeit und Klima am häufigsten ausgewählt, gefolgt von den Themen Gleichberechtigung und Bildung.
- Insgesamt räumten die Jugendlichen den Themen Rassismus und Nationalismus sowie dem Thema Flüchtlinge online und offline eine deutlich geringere Bedeutung ein. Online konnten die Teilnehmer der Umfrage zusätzlich über einzelne Aussagen zu den fünf Themenbereichen abstimmen:
- So wünschte sich die Mehrheit der Teilnehmer keine einheitliche Schulform für alle (75,4%), aber das gleiche Bildungssystem in allen Bundesländern (85%).
- Mit Blick auf die Themen Klima und Nachhaltigkeit waren mehr als die Hälfte der teilnehmenden Jugendlichen (59,9%) der Meinung, dass sich Deutschland nicht ausreichend für die Bekämpfung des Klimawandels einsetzt.
- Und fast alle Teilnehmenden (91,3 %) wünschten sich mehr fair gehandelte Produkte und nachhaltige Produktion.
- Beim Thema Gleichberechtigung stimmten knapp 75% der Teilnehmer voll und ganz der Aussage zu, dass gleichgeschlechtliche Paare die gleichen Rechte wie heterosexuelle Paare haben sollten.  

 

„Jugendliche in Deutschland haben sehr wohl eine Meinung zu aktuellen politischen Themen“, kommentiert Sandra Kebede (18 Jahre) vom UNICEF-JuniorBeirat. „Jetzt wollen wir uns einmischen und gehört werden.“  Der UNICEF-JuniorBeirat berät UNICEF Deutschland bei Aktionen für Jugendliche und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Verwirklichung des Kinderrechts auf Beteiligung und Meinungsäußerung.

 

Das Kinderrechte-Fenster des Duisburger Unicef-Büros

Die Kinderrechte-Sprosssen der evangelischen Grundschule Duisburg-Baerl wurden ab März 2016 im Schaufenster des Unicef-Büros an der Ruhrortet Fabrikstraße platziert.