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Jugend in DU

Am 11. Dezember 1946 in New York: Kinderhilfswerk Unicef wird ins Leben gerufen! Am 24. Juli 1957 wurde in Duisburg aus Dankbarkeit und der Einsicht, dass auch in vielen anderen Teilen der Welt Kinder in großer Not leben, die Arbeitsgruppe Duisburg ins Leben gerufen. Redaktion Harald Jeschke
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Soziale Medien: Jugendliche wollen Schutz statt Verbote

Repräsentative Umfrage von UNICEF Deutschland unter 14- bis 16-Jährigen

© UNICEF/UNI818518/Sachse-Grimm

Berlin/ Köln(Duisburg, 06. Mai 2026 - In der Debatte über die Auswirkungen Sozialer Medien auf Kinder und Jugendliche werden immer wieder Verbote gefordert. Selten kommen dabei diejenigen zu Wort, um die es vorrangig geht: Kinder und Jugendliche selbst. Das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von über 1.000 Jugendlichen im Alter von 14 bis 16 Jahren für UNICEF Deutschland zeigt: Jugendliche in Deutschland haben eine differenzierte Meinung zu Risiken und Nutzen der sozialen Medien. Sie lehnen Verbote für ihre Altersgruppe mehrheitlich als nicht sinnvoll ab – und fordern vor allem besseren Schutz auf den digitalen Plattformen.

„Die Umfrage macht deutlich: Jugendliche kennen die Risiken im digitalen Raum. Sie haben klare Vorstellungen davon, was helfen würde, diesen sicherer zu gestalten", sagt Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Die Jugendlichen sagen uns: Verbote allein bringen gar nichts. Was sie brauchen und sich wünschen, ist ein digitaler Raum, der sicher und altersgerecht ist. Die Anbieter der Plattformen müssen Verantwortung übernehmen – mit automatischen Schutzeinstellungen, konsequenter Inhaltsmoderation und echten Schutzmechanismen. Politik und Plattformbetreiber müssen sichere digitale Umgebungen schaffen mit wirksamen, kindgerechten Standards, die das Recht junger Menschen auf Schutz und Teilhabe gleichermaßen sichern", so Schneider weiter.

Die wichtigsten Ergebnisse der durch das SINUS Institut für UNICEF durchgeführten Befragung im Überblick:
Jugendliche kennen die Risiken – und sehen dennoch die positiven Seiten
Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren haben ein differenziertes Bild der Nutzung sozialer Medien in ihrer Altersgruppe. Insgesamt sind 38 Prozent der Ansicht, dass die Vorteile überwiegen. Für 46 Prozent halten sich Vor- und Nachteile die Waage. 16 Prozent denken, dass soziale Medien überwiegend Nachteile haben.

Positiv betrachten die Befragten vor allem die soziale Verbindung: 82 Prozent nutzen soziale Medien, um mit Freundinnen und Freunden oder anderen ihnen wichtigen Menschen in Kontakt zu bleiben. 74 Prozent bekommen dort neue Ideen oder Inspiration. Gleichzeitig benennen die Jugendlichen klar, welche negativen Seiten sie bei sozialen Medien sehen: 74 Prozent verlieren auf den Plattformen häufig das Gefühl für die Zeit. Als größte Risiken nennen sie Mobbing, Hass und Beleidigungen (50 %), zu langes Scrollen, ohne aufhören zu können (44 %), sowie Falschinformationen und Fake News (42 %).

Die wahrgenommenen Risiken unterscheiden sich deutlich nach Geschlecht: 40 Prozent der Mädchen nennen Druck, wegen des Aussehens mithalten zu müssen, als Problem – bei Jungen sind es 19 Prozent. Jungen nehmen dafür Gewaltvideos häufiger (26 %) als Mädchen (18 %) als Gefahr wahr.

Verbote für unter 16-Jährige werden abgelehnt – für unter 14-Jährige aber befürwortet
Obwohl die Jugendlichen die Risiken sozialer Medien klar benennen, lehnen sie pauschale Verbote für ihre Altersgruppe mehrheitlich ab: Nur 26 Prozent halten ein Verbot sozialer Medien für unter 16-Jährige für sinnvoll. Anders sieht es mit Blick auf jüngere Kinder aus: Einer Altersgrenze für unter 14-Jährige stimmen 55 Prozent der befragten Jugendlichen zu.

Ein 16-Jähriger sagt: „Ich würde es eher nicht sinnvoll finden, Social Media für Kinder und Jugendliche zu verbieten, da wir auf diesen Plattformen unsere Kontakte pflegen und für uns persönlich wichtige Dinge tun. Sinnvoll fände ich, wenn nicht die Jugendlichen Verbote bekommen, sondern die Plattformen höhere Sicherheitsmaßnahmen haben würden. Auch das Checken und die Funktion von Blockierungen und Meldungen einzelner Nutzer bei Fehlverhalten sollte eher ausgearbeitet werden, als den Jugendlichen diesen Teil ihres Lebens so plötzlich zu entreißen.“

Entscheidend ist dabei: Verbote halten die Jugendlichen insgesamt für wenig wirksam. 88 Prozent finden es sehr wahrscheinlich oder eher wahrscheinlich, dass Jugendliche Wege finden würden, gesetzliche Altersgrenzen zu umgehen – etwa über geteilte Geräte oder den Wechsel zu weniger regulierten Plattformen. Nahezu niemand glaubt, dass eine Altersgrenze allein Jugendliche zuverlässig vom Zugang abhalten würde.

Eine 15-Jährige sagt: „Ich halte ein generelles Verbot für gewisse Altersgruppen für kontraproduktiv, da man das immer irgendwie umgehen kann. Also sollte man (…) lieber den vorhandenen Inhalt für gewisse Altersgruppen einschränken, da Social Media auch sehr viele wertvolle, lehrreiche und bildende Inhalte beinhaltet. (…)“

Jugendliche wünschen sich mehr Schutz
Die Befragten haben klare Vorstellungen davon, wie sie besser geschützt werden könnten. 42 Prozent sehen vor allem die Plattformen in der Verantwortung. 25 Prozent sagen, es sei eine gemeinsame Aufgabe – einschließlich der Jugendlichen selbst. Nur 15 Prozent sehen den Staat bzw. die Politik in erster Linie in der Verantwortung, 11 Prozent die Eltern.

Konkret sprechen sich 84 Prozent für bessere Inhaltsfilter und die schnelle Löschung ungeeigneter Inhalte aus. Standardmäßig aktivierte Schutzeinstellungen – wie private Profile und eingeschränkter Kontakt durch Fremde – befürworten 80 Prozent.

Ein 15-Jähriger sagt: „Ich fände es besser, wenn die Konten direkt privat wären und die Löschung von Konten einfacher wäre. Außerdem kennen sich viele Erwachsene schlechter aus als wir Jugendliche. Die Plattformen sollten viel aktiver werden, was Inhalte und Schutz angeht.“

Eine 14-Jährige sagt: „Ich finde es sinnvoll, wenn die Inhalte (also Videos und Fotos, welche gepostet werden) auf Social Media strenger kontrolliert werden, damit keine oder wenigstens weniger Fake News, Deep Fakes, Inhalte mit Gewalt, verstörende Inhalte, etc. gezeigt werden. Auch der Schutz für Jugendliche und Kinder soll besser werden, damit Fälle wie Cybermobbing und Cybergrooming nicht mehr vorkommen.“

Eine 15-jährige findet zum Beispiel Einschränkungen für übergriffige Erwachsene sinnvoll: „Ich fände es wichtig, dass Jugendliche im Umgang mit Social Media unterstützt und nicht verurteilt werden. Außerdem sollten Leute, die sich auf Social Media übergriffig verhalten, dauerhaft keinen Zugang mehr haben, also zum Beispiel Erwachsene, die Minderjährige sexuell anschreiben.“

Von Erwachsenen wünschen sich die Jugendlichen deutlich mehr Verständnis: 54 Prozent finden es sehr hilfreich, wenn Erwachsene bei Problemen zuhören, statt gleich zu schimpfen. 51 Prozent wünschen sich, dass Mobbing und andere Probleme im Netz wirklich ernst genommen werden. Unterstützung ist dabei ausdrücklich erwünscht – Kontrolle hingegen weniger: Nur 20 Prozent finden es sehr hilfreich, wenn Erwachsene stärker darauf achten, wie viel Zeit Jugendliche auf Social Media verbringen.

UNICEF Deutschland empfiehlt:
Kinder und Jugendliche als Expertinnen und Experten ihrer eigenen Lebenswelt einbeziehen: Kinder und Jugendliche kennen ihre digitale Lebenswelt aus erster Hand. Ihre Perspektiven und Erfahrungen sollten systematisch in politische Entscheidungsprozesse und regulatorische Vorhaben einfließen.

Medienbildung- und Kompetenz stärken: Medienbildung sollte verbindlich und fächerübergreifend in allen Bildungseinrichtungen verankert werden – unterstützt durch moderne Lernumgebungen sowie gezielte Qualifizierungsangebote für pädagogisches Personal und Bezugspersonen. Nur wer selbst sicher im digitalen Raum navigieren kann, ist in der Lage, Kinder und Jugendliche angemessen zu begleiten.

Technologieunternehmen in die Verantwortung nehmen: Sicherheit für Kinder sollte von Beginn an in die Produktentwicklung einfließen – nach den Prinzipien von Safety by Design und Privacy by Design. Dazu gehören wirksame Inhaltsfilter, die schnelle Entfernung schädlicher Inhalte sowie standardmäßig aktivierte Schutzeinstellungen.

Schutzmaßnahmen ausgewogen und umfassend gestalten: Altersbeschränkungen können ein sinnvoller Baustein sein – müssen aber durch technische Schutzmaßnahmen wie zum Beispiel Jugendschutzfilter, Werbe- und Standortbegrenzung, sichere Kontakte sowie niedrigschwellige Melde- und Notfallwege ergänzt werden.

Prävention stärken und verlässliche Unterstützungsstrukturen ausbauen: Kinder und Jugendliche, die online Gewalt, Mobbing, sexualisierte Gewalt oder Desinformation erleben, brauchen verlässliche Anlaufstellen. Verbindliche Hilfs- und Unterstützungsangebote zu Online-Risiken sollten geschaffen und ausgebaut werden sowie mit Offline-Strukturen verknüpft werden: in der Sozialarbeit, der Kinder- und Jugendhilfe sowie im Bereich der mentalen Gesundheitsversorgung.

Über die Befragung für UNICEF Deutschland
Die Befragung wurde beim SINUS-Institut in Auftrag gegeben und fand vom 2.4. bis 14.4.2026 statt. Insgesamt wurden 1.072 Jugendliche online befragt. Die Stichprobe wurde für die Befragung nach Geschlecht und Region (Ost/West) quotiert. Die Ergebnisse sind repräsentativ für diese Gruppe der Jugendlichen.

Über UNICEF
UNICEF wurde vor 80 Jahren gegründet, um Kindern im vom Zweiten Weltkrieg zerstörten Europa zu helfen. UNICEF setzt sich heute weltweit – auch in Deutschland – für die Umsetzung der Rechte aller Kinder ein. In Deutschland sind rund 7.000 ehrenamtliche Erwachsene und Jugendliche für UNICEF aktiv. Mit Initiativen wie dem Programm Kinderrechteschulen und dem Einsatz für mehr Kinderfreundlichkeit in den Kommunen sowie mit seiner politischen Arbeit trägt UNICEF Deutschland auch hierzulande zu einem besseren Verständnis der Rechte und der Belange von Kindern bei.

In Deutschland setzt sich UNICEF Deutschland auf politischer Ebene für sichere digitale Umgebungen für alle Kinder ein. Im Februar 2026 hat UNICEF Deutschland eine ausführliche Stellungnahme an die von der Bundesregierung eingesetzte „Unabhängige Expertenkommission Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt" übermittelt. Ziel der Kommission ist, eine Strategie mit konkreten Handlungsempfehlungen für Bund, Länder und Zivilgesellschaft zu entwickeln. Die Position von UNICEF Deutschland zum digitalen Kinderschutz finden Sie kompakt zusammengefasst im Policy Paper „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt".

Die Umfrage finden Sie hier.

UNICEF-Schirmherrin Elke Büdenbender besucht
 UNICEF-Warenlager für humanitäre Hilfsgüter in Kopenhagen

Deutschlands First Lady macht auf die Not der Kinder im Libanon aufmerksam und informiert sich im weltweit größten Warenlager für Hilfsgüter über die Organisation der Nothilfe für Kinder in Krisenregionen.

Berlin/Duisburg, 24. April 2026 - Hunderttausende Kinder sind im Libanon weiterhin auf der Flucht und dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen – trotz der am 17. April 2026 in Kraft getretenen Waffenruhe. Um auf die dramatische Lage der Kinder aufmerksam zu machen, besuchte UNICEF-Schirmherrin Elke Büdenbender heute das UNICEF-Logistikzentrum in Kopenhagen – den größten halbautomatisierten Umschlagplatz für humanitäre Hilfsgüter weltweit.

Von dort hat UNICEF allein seit Anfang März über den Luftweg rund 100 Tonnen an Hilfsgütern wie Erste-Hilfe-Sets mit Verbandszeug und Medikamenten, Kleidung und Wasserreinigungstabletten in den Libanon geliefert. Insgesamt wurden seitdem Hilfsgüter im Wert von 7,1 Millionen US-Dollar für den Libanon beschafft.

„Viele Kinder im Libanon haben Schreckliches erlebt: Sie mussten Hals über Kopf fliehen, haben Gewalt erfahren und jedes Gefühl von Sicherheit verloren. Für viele ist ungewiss, ob sie jemals zurückkehren können. Andere finden nur noch Trümmer vor, wo einst ihr Zuhause war. Welche seelischen Wunden das hinterlässt, lässt sich kaum ausmalen. Umso wichtiger ist es, dass wir den Kindern weiter zur Seite stehen", sagte Elke Büdenbender. Sie hatte sich erst kurz vor Beginn der aktuellen Eskalation in einem UNICEF-Kinderzentrum im Libanon persönlich mit Kindern ausgetauscht.

Seit dem 2. März wurden laut Berichten mehr als 170 Kinder im Libanon getötet und mehr als 700 verletzt – das entspricht etwa 30 Schulklassen. Mehr als eine Million Menschen wurden vertrieben, darunter schätzungsweise 400.000 Kinder – viele von ihnen bereits zum wiederholten Mal. Das Gesundheitssystem ist überlastet, Nahrungsmittelpreise steigen und der humanitäre Zugang bleibt in einigen Regionen weiterhin schwierig. Vielerorts gefährden Blindgänger das Leben der Kinder. Rund 250.000 Kinder haben keinen Zugang zu Präsenzunterricht.

„Auf rund 20.000 Quadratmetern lagert, verpackt und versendet UNICEF in seinem Nothilfelager in Kopenhagen lebensrettende Hilfsgüter – von Medikamenten und medizinischer Ausrüstung über Decken bis hin zu Wasserreinigungstabletten. Mit der Lieferung im Rekordtempo kann UNICEF schnell auf humanitäre Krisen weltweit reagieren – wie aktuell im Libanon. Diese Hilfe ist ein Rettungsanker für Millionen Kinder", sagte Georg Graf Waldersee, Vorstandsvorsitzender von UNICEF Deutschland.

Am gestrigen Donnerstag erreichte der dritte humanitäre UNICEF-Cargoflug seit Anfang März den Libanon – beladen mit Erste-Hilfe-Sets, Decken, Wassertanks sowie Lern- und Spielmaterialien. Weitere Güter werden auf dem Land- und Seeweg transportiert und ergänzen bereits vorhandene Lagerbestände. Wann immer es die Sicherheitslage erlaubt, liefert UNICEF lebensrettende Hilfsgüter auch in schwer zugängliche Gebiete im Libanon – etwa südlich des Flusses Litani oder in die Bekaa-Ebene.

Im vergangenen Jahr lieferte UNICEF humanitäre Hilfsgüter im Wert von 1,4 Milliarden US-Dollar allein in akute Krisenregionen weltweit. Doch die anhaltende Eskalation im Nahen Osten droht die Versorgung von Kindern zu gefährden. UNICEF befürchtet, dass sich die Lieferung lebenswichtiger Hilfsgüter in manchen Ländern um bis zu sechs Monate verzögern könnte.

Treibstoff- und Transportkosten sind weltweit deutlich gestiegen, globale Lieferketten stehen unter Druck und humanitäre Hilfsgüter werden teurer. Wenn die Gewalt anhält und wichtige Transportwege wie die Straße von Hormus blockiert bleiben, drohen Hunger und Not in vielen Ländern deutlich zuzunehmen. Besonders gefährdet sind Kinder in prekären Lebenslagen, für die selbst kleine Verzögerungen oder Preissteigerungen schwerwiegende Folgen haben können. Die Sicherung humanitärer Lieferketten ist daher dringlicher denn je.

UNICEF hat seine bestehende Hilfe für Kinder in den vergangenen Wochen stark ausgeweitet. Teams unterstützen Familien in Notunterkünften, liefern Medikamente und medizinische Hilfsgüter an Kliniken, sorgen für psychosoziale Unterstützung und Lernangebote für vertriebene Kinder, reparieren beschädigte Wasserleitungen und liefern Trinkwasser.

UNICEF ruft dringend zu Spenden für Kinder in Libanon und dem Nahen Osten auf.

Über 100 Millionen Impfungen für Kinder – weltweit größte Aufholaktion schließt Impflücken

UNICEF, WHO und Gavi ziehen erste Bilanz ihrer Impfinitiative „The Big Catch-Up“ / Start der internationalen Weltimpfwoche

Davina (4) aus Kisangani in der Demokratischen Republik Kongo zeigt stolz ihre markierten Finger, die zeigen, dass sie gegen Polio geimpft wurde. | © UNICEF/UNI855279/Ndomba Mbikayi

Genf/New York/Köln/Duisburg und Niederhein, 24. April 2026 - Die Nachholimpfaktion „The Big Catch-Up“ wurde während der Weltimpfwoche 2023 gestartet. Sie hat über 100 Millionen Impfdosen an schätzungsweise 18,3 Millionen Kinder in 36 Ländern geliefert.
Rund 12,3 Millionen dieser Kinder wurden zuvor nie geimpft, 15 Millionen von ihnen nie gegen Masern.
„The Big Catch-Up“ wurde im März 2026 abgeschlossen und wird derzeit ausgewertet. Die Initiative liegt auf Kurs, ihr Ziel zu erreichen, 21 Millionen Kinder nachzuimpfen. Dennoch warnen UNICEF, WHO und Gavi: Noch immer verpassen jedes Jahr Millionen Säuglinge lebensrettende Routineimpfungen.

Die länderübergreifende, mehrjährige Impfinitiative ”The Big Catch-Up“ ist historisch. Sie wurde ins Leben gerufen, um Impfrückgänge zu bekämpfen, die vor allem durch die COVID-19-Pandemie verursacht wurden. Zwischen 2023 und 2025 erreichte das Programm schätzungsweise 18,3 Millionen Kinder im Alter von einem bis fünf Jahren in 36 Ländern mit mehr als 100 Millionen Dosen lebensrettender Impfstoffe. Dadurch konnten kritische Immunitätslücken verkleinert werden, erklärten Gavi, die Impfallianz, WHO und UNICEF zum Start der Weltimpfwoche.

Von den 18,3 Millionen Kindern hatten schätzungsweise 12,3 Millionen bis dahin noch keine einzige Impfung erhalten. 15 Millionen hatten noch keine Masernimpfung erhalten. Zudem stellte die Initiative 23 Millionen Dosen Polio-Impfstoff für ungeimpfte oder nicht ausreichend geimpfte Kinder bereit – eine entscheidende Maßnahme auf dem Weg zur Ausrottung von Polio. Die Umsetzung des Programms endete am 31. März 2026. Die endgültigen Daten werden noch ausgewertet. Die Prognosen zeigen aber, dass die globale Initiative auf Kurs ist, ihr Ziel zu erreichen, mindestens 21 Millionen ungeimpfte und nicht ausreichend geimpfte Kinder zu impfen.

Nachholkampagnen sind wichtig – doch kein Ersatz für Routineimpfungen
Die Organisationen warnen jedoch: Nachholimpfungen sind zwar eine wichtige Strategie, um Impflücken zu schließen. Um Kinder zu schützen und Krankheitsausbrüche zu verhindern, ist es jedoch am wirksamsten und nachhaltigsten, Routineimpfprogramme auszuweiten.

„Impfungen retten Leben“, sagt Catherine Russell, Exekutivdirektorin von UNICEF. „Diese Initiative zeigt, was möglich ist, wenn Länder die Ressourcen, Werkzeuge und den politischen Willen haben, Kinder mit lebensrettenden Impfstoffen zu erreichen. Wir haben einen Teil der Kinder nachgeimpft, die während der Pandemie Routineimpfungen verpasst haben – doch viele weitere bleiben außer Reichweite. Die Fortschritte, die durch 'The Big Catch-Up' erzielt wurden, müssen durch Investitionen in starke, zuverlässige Impfsysteme aufrechterhalten werden, besonders in einer Zeit, in der Masern wieder zunehmen.“

Impfgerechtigkeitslücken schließen - über die Pandemie-Erholung hinaus
Über das Aufholen nach der Pandemie hinaus konzentrierte sich die Initiative darauf, die Lücke bei der Impfgerechtigkeit zu schließen. Millionen Kinder weltweit verpassen jedes Jahr die notwendigen Impfungen, die sie vor ihrem ersten Geburtstag erhalten sollten. Die meisten von ihnen leben in fragilen, konfliktreichen Kontexten oder unterversorgten Gemeinden. Sie werden häufig auch nicht nachgeimpft, wenn sie älter sind.

36 Länder in Afrika und Asien nahmen an der Initiative teil. In ihnen leben derzeit 60 Prozent aller Ungeimpften weltweit. Pandemiebedingte Unterbrechungen der Impfprogramme haben die Lage verschärft. Dadurch kamen in diesen Ländern Millionen weiterer ungeimpfter Kinder zu denjenigen hinzu, die ohnehin schon dauerhaft keine Impfungen erhielten.

Erstmals wurden systematisch ältere Kinder erreicht
Um dieses Problem anzugehen, konzentrierte sich “The Big Catch-Up" nicht nur auf Säuglingsimpfungen. Erstmals wurden Routineimpfsysteme systematisch genutzt, um die weltweit angewachsene Kohorte älterer Kinder im Alter von einem bis fünf Jahren zu erreichen. Diese Kinder hätten wichtige Routineimpfungen vor dem ersten Lebensjahr erhalten sollen. Da sie diese verpasst hatten, waren sie weiterhin gefährdet.

Die Initiative stieß nachhaltige Systeme an, um die älteren Kinder zu identifizieren, zu überprüfen, zu impfen und die Impfraten zu überwachen. Auch Regelungen zur Altersberechtigung wurden angepasst. Die Länder schulten Gesundheitspersonal darin, versäumte Impfungen im Rahmen der Routineversorgung zu identifizieren, zu überprüfen und nachzuimpfen. Um Nachholimpfungen zu unterstützen, arbeiteten sie mit Gemeinden und der Zivilgesellschaft zusammen.

„'The Big Catch-Up' hat geholfen, eine der großen negativen Folgen der COVID-19-Pandemie rückgängig zu machen, indem Kinder geschützt werden, die wegen Unterbrechungen der Gesundheitsdienste durch die Pandemie Impfungen verpasst haben“, sagte Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation. „Der Erfolg von 'The Big Catch-Up' zeigt, was Gesundheitskräfte und nationale Impfprogramme leisten, die nun besser in der Lage sind, Kinder zu finden und zu impfen, die durch routinemäßige Dienste übersehen wurden.“

Durch die Ausweitung der Impfreichweite auf Millionen zuvor nicht erreichte Kinder und ihre Gemeinden sowie durch Investitionen in systemische Verbesserungen hat die Initiative es den Ländern erleichtert, diese Bevölkerungsgruppen und andere in ähnlicher Lage auch weiterhin mit wichtigen Gesundheits- und Impfleistungen zu erreichen.

Deutliche Fortschritte in vielen Ländern
Zwölf der teilnehmenden Länder (Burkina Faso, Demokratische Volksrepublik Korea, Äthiopien, Kenia, Madagaskar, Mauretanien, Niger, Pakistan, Somalia, Togo, Vereinigte Republik Tansania und Sambia) berichteten, dass sie mehr als 60 Prozent der Kinder unter fünf Jahren erreicht haben, die noch nicht gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten geimpft waren.

In Äthiopien erhielten mehr als 2,5 Millionen zuvor ungeimpfte Kinder diese Grundimmunisierung. Neben anderen wichtigen Impfstoffen verabreichte das Land un- und nicht ausreichend geimpften Kindern zudem fast fünf Millionen Dosen Polio- und mehr als vier Millionen Dosen Masernimpfstoff. Auch Länder außerhalb dieser Gruppe erreichten viele Kinder: In Nigeria wurden beispielsweise zwei Millionen zuvor ungeimpfte Kinder gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten geimpft und 3,4 Millionen gegen Polio. Auch hier wurden zudem Millionen anderer Impfstoffe verabreicht.

"Als bislang größte internationale Initiative, um verpasste Kinder mit lebensrettenden Impfstoffen zu erreichen, zeigt 'The Big Catch-Up', was möglich ist, wenn Regierungen, Partner und Gemeinschaften zusammenarbeiten, um die Verwundbarsten in der Gesellschaft zu schützen", sagte Dr. Sania Nishtar, Geschäftsführerin von Gavi, der Impfallianz. "Dank dieser Leistung sind jetzt nicht nur Millionen Kinder vor vermeidbaren Krankheiten geschützt, sondern auch künftige Generationen in ihren Gemeinschaften."

Während die 36 teilnehmenden Länder über “The Big Catch-Up” finanzielle Unterstützung von Gavi und technische Hilfe von WHO und UNICEF erhielten, setzten im gleichen Zeitraum auch viele andere Länder Maßnahmen um, um Nachholimpfungen von Kindern zu beschleunigen und Impfangebote nach pandemiebedingten Rückschritten wieder aufzubauen.

Blick nach vorn: Herausforderungen bleiben groß
Mit “The Big Catch-Up" ist es Ländern und globalen Partnern erstmals gelungen, 12,3 Millionen "ältere" ungeimpfte Kinder im Alter von einem bis fünf Jahren zu erreichen. Doch weltweit erhielten im Jahr 2024 schätzungsweise 14,3 Millionen Säuglinge unter einem Jahr keine einzige Impfung über die regulären Impfprogramme.

Auch wenn “The Big Catch-Up" zeigt, dass Fortschritte mit Führung, gezielten Investitionen und Unterstützung möglich sind – um diese jährliche Zahl der ungeimpften Säuglinge zu senken, müssen Gesundheitssysteme aufgebaut werden, die die am schwersten erreichbaren Gemeinschaften verlässlich versorgen. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund steigender Geburtenzahlen, wachsender Konflikte und Vertreibungen, Mittelkürzungen und überlasteter Gesundheitssysteme von Bedeutung.

Die Folgen chronischer Lücken in der Routineimmunisierung sind deutlich sichtbar: zum Beispiel nehmen Masernausbrüche weltweit zu. Im Jahr 2024 gab es etwa 11 Millionen Fälle. Die Zahl der Länder mit großen Ausbrüchen hat sich seit 2021 fast verdreifacht. Dieser Anstieg wird durch anhaltende Lücken bei der Masernimpfung in Routineprogrammen verursacht, verstärkt durch ein sinkendes Vertrauen in Impfungen in einigen Gemeinschaften, die zuvor hohe Impfquoten hatten.

Groß angelegte Nachholimpfaktionen sind ressourcenintensiv und sollten lediglich als Lückenfüller dienen, ergänzend zu Routineimpfungen. Der optimale, nachhaltige Schutz für Kinder und Gemeinschaften bleibt eine rechtzeitige Impfung gemäß den nationalen Impfplänen.

Weltimpfwoche – Aufruf zu nachhaltigen Investitionen
Zur Weltimpfwoche (24.–30. April 2026) rufen WHO, UNICEF und Gavi, die Impfallianz gemeinsam mit Ländern und Gemeinschaften unter dem Motto "Impfstoffe wirken - für jede Generation" Regierungen dazu auf, Impfquoten in allen Altersgruppen zu sichern und auszuweiten.

Die Priorität bleibt, ungeimpfte Kinder zu erreichen und Chancengleichheit in den am schwersten erreichbaren Gemeinden voranzubringen, insbesondere in Ländern mit Konflikten, Instabilität oder fragilen Gesundheitssystemen. Um das Momentum aufrechtzuerhalten, braucht es langfristige, höhere nationale Investitionen in Impfprogramme sowie verlässliche Zusagen von Partnern und Geber*innen.


UNICEF Deutschland fordert verbesserten Kinderschutz im digitalen Raum

Gefälschte Bilder, realer Schaden: Kinder vor Deepfakes und anderen Formen digitaler Gewalt schützen

Köln/Duisburg, 26. März 2026 - Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um sexualisierte Deepfakes macht UNICEF Deutschland darauf aufmerksam, wie sehr Schutzlücken im digitalen Raum insbesondere Kinder zunehmend in Gefahr bringen. UNICEF fordert verstärkte Schutzmaßnahmen, Aufklärung und Prävention, um Kinder vor diesen und allen Formen digitaler Gewalt besser zu schützen.

Die Zahl KI-generierter sexualisierter Bilder von Kindern im Netz wächst rasant. Allein 2025 waren laut einer Studie von UNICEF und Partnern in elf Ländern mindestens 1,2 Millionen Kinder von Deepfake-Missbrauch betroffen. In einigen Ländern wurden im statistischen Durchschnitt Bilder von einem Kind pro durchschnittlicher Schulklasse zu sexuell eindeutigen Deepfakes manipuliert.

„Gefälschte Bilder, realer Schaden – Deepfake-Missbrauch ist Missbrauch, mit entsetzlichen Folgen für Kinder. Kinder brauchen dringend wirksameren Schutz – auch im digitalen Raum", sagt Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Es ist gut und richtig, dass in Deutschland der Besitz und die Verbreitung von kinderpornografischem Material grundsätzlich strafbar ist – unabhängig davon, ob es mit einer KI erzeugt wurde oder nicht. Aber die Erfahrung zeigt: Bis dieses Material gefunden und gelöscht ist, ist bereits riesiger Schaden für Kinder entstanden, mit oft lebenslangen Folgen. Deshalb ist wichtig, dass sexualisierte Missbrauchsdarstellungen von Kindern gar nicht erst generiert werden und in Umlauf kommen können.”

Durch künstliche Intelligenz ist die Herstellung von sexualisierten Missbrauchsdarstellungen (CSAM) sehr viel einfacher geworden. Täter nutzen frei verfügbare KI-Tools, um Kleidung auf Fotos von Kindern zu entfernen und gefälschte Nacktbilder zu erzeugen.
Wer das Bild eines Kindes so missbraucht, schadet diesem Kind direkt. Doch auch wenn kein konkretes Kind erkennbar ist, haben solche Darstellungen gravierende Folgen: Sie normalisieren sexualisierte Gewalt gegen Kinder, schüren die Nachfrage nach Missbrauchsmaterial und erschweren es Strafverfolgungsbehörden, reale Fälle zu erkennen und Kinder zu schützen, die Hilfe brauchen.

Kinder und Jugendliche wachsen in einer digitalen Welt auf, die Chancen bietet, aber bisher nicht an ihren Rechten, ihrem Schutz und ihrem Wohlbefinden ausgerichtet ist. Weltweit werden Forderungen nach stärkerem digitalem Kinderschutz lauter – auch in Deutschland. Risiken und Schutzlücken für Kinder bestehen neben Deepfakes unter anderem auch durch Desinformation, Cybergrooming, Cybermobbing, Hassrede und schädliche Inhalte wie Gewaltdarstellungen oder emotionale Abhängigkeit von Chatbots. Obwohl Kinder und Jugendliche sehr viel Zeit online verbringen, verfügen 41 Prozent der Jugendlichen nur über geringe digitale Kompetenzen. Dies zeigen Daten aus dem UNICEF-Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland.

Auch auf europäischer Ebene besteht aus Sicht von UNICEF dringender aktueller Handlungsbedarf. So droht schon am 3. April eine Ausnahmeregelung auszulaufen, die Digitalunternehmen eine rechtliche Grundlage gibt, freiwillig Missbrauchsfälle auf ihren Angeboten zu entdecken, zu entfernen und anzuzeigen, während ein längerfristiger gesetzlicher Rahmen noch intensiv politisch verhandelt wird. UNICEF fordert EU-Parlamentarier dazu auf, eine zeitlich befristete Verlängerung der bisherigen Interimsregelung zu unterstützen.

UNICEF empfiehlt ein umfassendes Schutzkonzept für digitalen Kinderschutz, das Maßnahmen aus Prävention, Schutz und Unterstützung zusammenbringt:

Unternehmen in die Pflicht nehmen: Digitalunternehmen müssen Sicherheit für Kinder von Anfang an in ihre Produkte einbauen und wirksame Schutzmechanismen gegen Missbrauch schaffen. UNICEF begrüßt, dass einige Unternehmen dies bereits tun – doch die Lage bleibt lückenhaft. Plattformen müssen Missbrauchsdarstellungen sofort erkennen und entfernen – nicht erst nach einer Meldung durch Betroffene. Altersgerechtes Design und funktionierende Meldesysteme müssen Standard sein.

Rechtlichen Rahmen stärken: Gesetze müssen betroffene Kinder wirksam schützen und Lücken in der Strafverfolgung schließen. Behörden brauchen ausreichend Ressourcen, um Missbrauchsbilder schnell aus dem Netz zu entfernen – auch über Landesgrenzen hinweg.

Dabei geht es unter anderem um die vom Bundesjustizministerium vorgeschlagene Gesetzgebung zur Schließung von Lücken im Strafrecht sowie um die durch Bund- und Länderhaushalte zu sichernde Finanzierung von Behörden-und Aufklärungsarbeit .UNICEF empfiehlt, den Bericht der Unabhängigen Kommission zum Digitalen Kinder- und Jugendschutz abzuwarten, um auf einer soliden wissenschaftlichen Basis die Rechte von Kindern und Jugendlichen im Netz zu stärken.
Kinder stärken und unterstützen: Digitale Medienbildung muss fächerübergreifend in allen Bildungseinrichtungen verankert werden. Pädagogisches Personal und Eltern brauchen gezielte Qualifizierung. Kinder, die online Gewalt oder Mobbing erleben, brauchen verlässliche Anlaufstellen – verknüpft mit Jugendhilfe und psychologischer Unterstützung.

Kinder beteiligen: Die Perspektiven und Erfahrungen der Kinder und Jugendlichen müssen in politische Entscheidungen und Regulierungen einfließen. Das Kindeswohl muss im Sinne der UN-Kinderrechtskonvention konsequent Vorrang haben.
Altersbeschränkungen ausgewogen gestalten: Altersbeschränkungen für soziale Medien können die Sicherheit erhöhen, sind aber nur ein Baustein. Sie müssen verhältnismäßig sein,dürfen Kinder nicht von Bildungs- oder Hilfsangeboten ausschließen und sollten durch technische Schutzmechanismen ergänzt werden.

Hintergrund
UNICEF Deutschland hat eine ausführliche Stellungnahme an die von der Bundesregierung eingesetzte „Unabhängige Expertenkommission Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt" übermittelt. Ziel der Kommission ist, eine Strategie mit konkreten Handlungsempfehlungen für Bund, Länder und Zivilgesellschaft zu entwickeln. Die Stellungnahme finden Sie hier. Die Position von UNICEF Deutschland zum digitalen Kinderschutz finden Sie zudem kompakt zusammengefasst im Policy Paper „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt".

UNICEF fordert die Freilassung aller Kinder, die im Zusammenhang mit den jüngsten Unruhen im Iran festgenommen wurden

Statement von Edouard Beigbeder, UNICEF-Regionaldirektor für den Nahen Osten und Nordafrika

Amma /Köln, 20. Februar 2026 - „UNICEF ist zutiefst besorgt über Berichte, denen zufolge Kinder, die im Zusammenhang mit den jüngsten Unruhen im Iran festgenommen wurden, weiterhin in Haft bleiben.

Wenngleich die Zahl der derzeit inhaftierten Kinder sowie die Bedingungen ihrer Haft nicht überprüft werden können, fordern wir dringend unverzüglichen unabhängigen Zugang zu allen inhaftierten Kindern, um sich ein Bild über ihre Lage, den Umgang mit ihnen sowie ihr Wohlergehen zu verschaffen.

Die negativen Auswirkungen von Haft und Inhaftierung auf Kinder sind gut dokumentiert. Kinder sind keine ‚kleinen Erwachsenen‘ – sie benötigen besonderen Schutz und besondere Fürsorge. Der Entzug von Freiheit hat lebenslange Konsequenzen für die Entwicklung eines Kindes, aber auch für die Zukunft der Gesellschaft insgesamt.

Kinder, denen die Freiheit entzogen wurde, müssen menschlich und würdevoll behandelt werden und die Möglichkeit haben, regelmäßigen Kontakt zu ihren Familien zu halten. Dies sind verbindliche Verpflichtungen nach internationalem Recht und müssen jederzeit eingehalten werden.

UNICEF ruft nachdrücklich dazu auf, die Inhaftierung von Kindern in jeglicher Form zu beenden und Kinder, die im Zusammenhang mit den jüngsten Unruhen im Iran inhaftiert wurden, unverzüglich freizulassen. Die Islamische Republik Iran ist Vertragspartei der Konvention über die Rechte des Kindes und verpflichtet, die Rechte von Kindern zu achten, zu schützen und zu gewährleisten.“


UNICEF Deutschland und Deutsches Kinderhilfswerk verkünden Motto zum Weltkindertag 2026: Starke Kinder, starke Zukunft!

Neues Motto zum Weltkindertag 2026: "Starke Kinder, starke Zukunft!"

© Paula G. Vidal 

Köln/Berlin(Duisburg, 18. Februar 2026 - Der Weltkindertag am 20. September 2026 steht unter dem Motto „Starke Kinder, starke Zukunft!“. Damit fordern UNICEF Deutschland und das Deutsche Kinderhilfswerk Politik und Gesellschaft dazu auf, sich jetzt konsequenter für die Rechte der jungen Menschen, für ihren Schutz und die Stärkung ihrer mentalen Gesundheit einzusetzen.

Denn die junge Generation steht massiv unter Druck: Kriege, die Folgen des Klimawandels sowie Wirtschaftskrisen und ihre sozialen Auswirkungen haben spürbare Folgen für Kinder und ihre Familien – in Deutschland und weltweit. Auch die psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen leidet unter den großen Zukunftssorgen.

Zudem kommen in der digitalen Welt neue Chancen, aber auch große Risiken hinzu. Kinder und Jugendliche brauchen daher mehr Unterstützung und nachhaltige Investitionen in Bildung und Gesundheit, um sich zu starken, resilienten Gestalterinnen und Gestaltern der Gesellschaft von morgen zu entwickeln. Entscheidend ist dafür auch, junge Menschen stärker einzubeziehen – insbesondere bei politischen Entscheidungen, die in erster Linie ihre Zukunft betreffen.

„Eine starke Zukunft für alle wird davon abhängen, wie sehr wir Kinder heute stärken. Kinder und Jugendliche brauchen uns jetzt, damit sie ihr volles Potenzial für die Welt von morgen einbringen können. Je fragiler das Leben von Kindern ist, desto fragiler wird unsere Welt. Deshalb geht es uns mit dem Motto des Weltkindertages 2026 um einen gemeinsamen Kraftakt – für unsere Kinder und eine starke, eine gute Zukunft”, sagt Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland.

„Wir sehen insbesondere in der politischen Debatte in Deutschland eine eklatante Vernachlässigung der Belange junger Menschen. Kinderinteressen werden systematisch ausgeblendet, obwohl sie als ein vorrangiger Gesichtspunkt ins Zentrum politischen Handelns gehören. Dafür braucht es endlich die Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz, damit das Wohl der Kinder bei allen staatlichen Maßnahmen und Entscheidungen Berücksichtigung findet. Nur so wird uns die erfolgreiche Gestaltung der Zukunft gelingen“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Unter dem Motto “Starke Kinder, starke Zukunft!” ist zum Weltkindertag am 20. September 2026 eine gemeinsame bundesweite Mitmach-Aktion von UNICEF Deutschland und dem Deutschen Kinderhilfswerk in Planung. Dabei werden die Wünsche und Forderungen von Kindern und Jugendlichen aus ganz Deutschland für ihre Zukunft im Fokus stehen. Hinzu kommen zahlreiche Initiativen mit lokalen Demonstrationen, Aktionen, Festen und anderen Veranstaltungen, bei denen sich Menschen aus ganz Deutschland für Kinder, ihre Rechte und Bedürfnisse stark machen. Alle Informationen zum Weltkindertag gibt es unter www.unicef.de/weltkindertag und www.dkhw.de/weltkindertag.

Im September 1954 empfahlen die Vereinten Nationen ihren Mitgliedstaaten die Einführung eines weltweiten Tages für Kinder. Sie wollten damit den Einsatz für Kinderrechte stärken, die Freundschaft unter Kindern und Jugendlichen auf der Welt fördern und die Regierungen auffordern, die weltweite UNICEF-Arbeit zu unterstützen. Inzwischen wird der Weltkindertag in über 145 Staaten gefeiert, jedoch an unterschiedlichen Tagen – in Deutschland am 20. September. Seit 1989 sind die Kinderrechte außerdem mit einer UN-Konvention für jedes Kind verbrieft.


UNICEF und WHO: Masernzahlen in Europa und Zentralasien sinken deutlich  – doch Ausbruchrisiko bleibt bestehen

Reaktive Maßnahmen bei Ausbrüchen - einschließlich Impfkampagnen - verringern Masernfälle / WHO und UNICEF warnen: der Fortschritt ist fragil, das Virus breitet sich weiterhin aus

© UNICEF/UNI601118/Vashkiv | Der acht Monate alte Orest wird in einem Gesundheitszentrum in Kyjiw geimpft.

Kopenhagen/ Genf/ Köln/Duisburg, 11. Februar 2026- Die Masernfälle in Europa und Zentralasien sind im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 um fast 75 Prozent zurückgegangen. Das zeigen die vorläufigen Daten aus 53 Ländern. Doch UNICEF und WHO warnen: das Risiko von Ausbrüchen bleibt bestehen.

Im Jahr 2025 meldeten Länder in Europa und Zentralasien 33.998 Masernfälle, 2024 waren es 127.412 Fälle. Der allgemein rückläufige Trend der Fallzahlen spiegelt sowohl die Maßnahmen zur Bekämpfung von Ausbrüchen als auch den allmählichen Rückgang der für Masern anfälligen Menschen wider. Denn ausgebreitet hat sich das Virus in nicht ausreichend geimpften Gemeinschaften. Viele Fälle hätten durch eine höhere routinemäßige Durchimpfungsrate auf Gemeindeebene und eine schnellere Reaktion auf Ausbrüche verhindert werden können.

„Die Fallzahlen sind zwar zurückgegangen, doch die Umstände, die in den letzten Jahren zum Wiederauftreten dieser tödlichen Krankheit geführt haben, bestehen weiterhin und müssen angegangen werden“, sagte Regina De Dominicis, Regionaldirektorin von UNICEF für Europa und Zentralasien. „Solange nicht alle Kinder geimpft sind und die durch die Verbreitung von Fehlinformationen geschürte Impfskepsis nicht überwunden ist, bleiben Kinder dem Risiko ausgesetzt, an Masern und anderen durch Impfungen vermeidbaren Krankheiten zu sterben oder schwer zu erkranken.“

Impfskepsis und Fehlinformationen gefährden Kinder
„Im vergangenen Jahr sind die Masernfälle um fast 75 Prozent gesunken, aber das Risiko von Ausbrüchen bleibt bestehen. In den letzten drei Jahren erkrankten in unserer Region über 200.000 Menschen an Masern“, sagte der WHO-Regionaldirektor für Europa, Dr. Hans Henri P. Kluge. „Solange nicht jede Gemeinde eine Durchimpfungsrate von 95 Prozent erreicht, Immunitätslücken in allen Altersgruppen schließt, die Krankheitsüberwachung verstärkt und eine rechtzeitige Reaktion auf Ausbrüche sicherstellt, wird sich dieses hochansteckende Virus weiter ausbreiten. Angesichts der heutigen Flut von Fake News ist es außerdem von entscheidender Bedeutung, dass sich die Menschen auf verifizierte Informationen aus zuverlässigen Quellen wie der WHO, UNICEF und nationalen Gesundheitsbehörden verlassen. Die Beseitigung von Masern ist für die nationale und regionale Gesundheitssicherheit unerlässlich.“

Die Zahl der gemeldeten Fälle war im Jahr 2025 immer noch höher als in den meisten Jahren seit 2000. Einige Länder meldeten 2025 sogar mehr Fälle als im Vorjahr. Auch im Jahr 2026 werden in der Region weiterhin Masernfälle festgestellt.

Die Entwicklung in Deutschland entspricht dem Trend in der Gesamtregion: Im Jahr 2024 wurden 653 Masernfälle über das WHO-Impfinformationssystem gemeldet. 2025 ging die Zahl deutlich zurück: Von Januar bis November 2025 waren es nur 226 Fälle. Das ist jedoch ein Vielfaches im Vergleich zum Jahr 2020 mit 73 Fällen.

Mehr Länder mit dauerhafter Masernverbreitung
Auf der Grundlage der Länderberichte für 2024 geht die Europäische Regionale Verifizierungskommission für Masern- und Rötelnbekämpfung davon aus, dass die Zahl der Länder mit anhaltender oder wiederauflebender endemischer Masernübertragung innerhalb eines Jahres von zwölf auf 19 gestiegen ist. Dies ist der größte Rückschlag bei der Masernbekämpfung in der Region in den letzten Jahren.

Die Vorbereitung auf Ausbrüche und die Reaktion darauf sowie die Eliminierung der Masern bleiben weiterhin Prioritäten im Bereich der öffentlichen Gesundheit in ganz Europa und Zentralasien. UNICEF und die WHO arbeiten mit Regierungen und mit Unterstützung von Partnern wie der Impfallianz Gavi und der Europäischen Union daran, Masernausbrüche zu verhindern und zu bekämpfen. Dazu werden Gemeinden eingebunden, Gesundheitsfachkräfte geschult, Impfprogramme und Krankheitsüberwachungssysteme gestärkt und Masernimpfkampagnen gestartet.

95 Prozent Impfquote notwendig
Masern gehören zu den ansteckendsten Viren für Menschen. Pro an Masern erkrankter Person infizieren sich bis zu 18 ungeimpfte Personen. Damit sind Masern etwa zwölfmal ansteckender als Influenza. Masern können zu Krankenhausaufenthalten führen, langfristige, belastende gesundheitliche Komplikationen verursachen und tödlich sein. Sie können das Immunsystem schädigen, indem sie dessen Erinnerung daran, wie Infektionen bekämpft werden, für Monate oder sogar Jahre „löschen“. Dadurch sind Masernüberlebende anfälliger für andere, auch tödliche Krankheiten.

Zwei Dosen eines Masernimpfstoffs bieten einen bis zu 97-prozentigen lebenslangen Schutz vor Masern. Eine alljährliche Impfquote von 95 Prozent mit zwei Dosen des Masernimpfstoffs ist in jeder Gemeinde erforderlich, um Masernausbrüche zu verhindern und eine Herdenimmunität zu erreichen. Diese schützt Säuglinge, die für eine Masernimpfung noch zu jung sind, sowie Menschen, für die eine Impfung aufgrund medizinischer Erkrankungen nicht empfohlen wird, wie etwa Menschen mit geschwächtem Immunsystem.

Deepfake-Missbrauch ist realer Missbrauch

UNICEF-Statement zu KI-generierten sexualisierten Darstellungen von Kindern

New York/Köln/Duisburg, 4. Februar 2026 - "UNICEF ist zunehmend alarmiert durch Berichte, dass die Anzahl an KI-generierten sexualisierten Bilder im Internet rasant zunimmt. Besonders besorgniserregend sind Fotos von Kindern, die manipuliert und sexualisiert wurden.

Sogenannte Deepfakes, also mit künstlicher Intelligenz (KI) erzeugte oder manipulierte Bilder, Videos oder Audiomaterialien, die echt wirken sollen, werden zunehmend genutzt, um sexualisierte Inhalte mit Kindern zu produzieren. Dazu zählt der Einsatz von KI-Tools, die Kleidung auf Fotos entfernen oder verändern, so dass gefälschte Nackt- oder sexualisierte Bilder entstehen.

Eine neue Studie von UNICEF, ECPAT International und INTERPOL in elf Ländern zeigt das Ausmaß dieser schnell wachsenden Bedrohung: Demnach wurden die Bilder von mindestens 1,2 Millionen Kinder im vergangenen Jahr zu sexuell eindeutigen Deepfakes manipuliert. In einigen Ländern ist eines von 25 Kindern laut eigenen Angaben betroffen – das entspricht einem Kind in einer typischen Schulklasse.

Kinder selbst sind sich dieses Risikos sehr bewusst. In einigen der untersuchten Länder äußerten bis zu zwei Drittel der Kinder ihre Sorge, dass KI-generierte gefälschte sexualisierte Bilder oder Videos von ihnen erstellt werden könnten. Das Ausmaß der Besorgnis variiert stark zwischen den Ländern. Dies zeigt: es ist höchste Zeit für verstärkte Sensibilisierungs-, Präventions- und Schutzmaßnahmen.

Wir müssen uns darüber im Klaren sein: Mit KI-Tools erstellte oder manipulierte sexualisierte Bilder von Kindern sind Missbrauchsdarstellungen von Kindern (CSAM). Deepfake-Missbrauch ist Missbrauch, und nichts an dem Schaden, den er verursacht, ist ‚fake‘.

Wird das Bild oder die Identität eines Kindes verwendet, dann wird dieses Kind direkt zum Opfer gemacht. Selbst wenn kein identifizierbares Opfer erkennbar ist, normalisieren diese KI-generierten Missbrauchsdarstellungen von Kindern die sexuelle Ausbeutung von Kindern. Zudem schürt es die Nachfrage nach missbräuchlichen Inhalten und stellt die Strafverfolgungsbehörden vor erhebliche Herausforderungen bei der Identifizierung und dem Schutz von Kindern, die Hilfe benötigen.

UNICEF begrüßt nachdrücklich die Bemühungen jener KI-Entwickler, die Safety-by-Design-Ansätze und robuste Schutzmechanismen umsetzen, um den Missbrauch ihrer Systeme zu verhindern. Die Lage ist jedoch nach wie vor uneinheitlich, und zu viele KI-Modelle werden ohne ausreichende Sicherheitsvorkehrungen entwickelt. Die Risiken können sich noch verschärfen, wenn generative KI-Tools direkt in Social-Media-Plattformen eingebettet werden, auf denen sich manipulierte Bilder schnell verbreiten.

UNICEF fordert dringend folgende Maßnahmen, um der zunehmenden Bedrohung durch KI-generierte Missbrauchsdarstellungen von Kindern zu begegnen:

Alle Regierungen erweitern die Definitionen von sexualisierten Missbrauchsdarstellungen von Kindern (CSAM) um KI-generierte Inhalte und stellen deren Erstellung, Beschaffung, Besitz und Verbreitung unter Strafe.
KI-Entwickler implementieren Safety-by-Design-Ansätze und robuste Schutzvorkehrungen, um den Missbrauch von KI-Modellen zu verhindern.

Digitalunternehmen verhindern die Verbreitung von KI-generierten sexualisierten Missbrauchsdarstellungen von Kindern und entfernen sie nicht nur, nachdem der Missbrauch stattgefunden hat. Außerdem stärken sie die Moderation von Inhalten durch Investitionen in Erkennungstechnologien, damit solches Material sofort entfernt werden kann – und nicht erst Tage nach einer Meldung durch ein Opfer oder dessen Vertreter.

Der Schaden durch Deepfake-Missbrauch ist real und dringend. Kinder können nicht darauf warten, dass die Gesetzgebung nachzieht.“

Schwere Angriffe und bittere Kälte:
Der härteste Kriegswinter trifft Kinder in der Ukraine

Statement von Munir Mammadzade, Leiter der UNICEF-Programme in der Ukraine, beim heutigen Pressebriefing im Palais des Nations in Genf

© UNICEF/UNI928179/Filippov | Arina (3) spielt mit Knete und wärmt sich in einem beheizten mobilen Zelt, das vom ukrainischen Rettungsdienst in Kiew aufgestellt wurde, auf.

Genf/Köln/Duisburg, 16. Januar 2026 - „Das befürchtete Winterszenario in der Ukraine ist eingetreten: Intensive Angriffe legen die Energie- und Wasserversorgung lahm, während die Temperaturen weit unter den Gefrierpunkt sinken.

Millionen Familien im ganzen Land müssen tagelang ohne Heizung, Strom und Wasserversorgung auskommen.
Kinder und ihre Familien leben im ständigen Überlebensmodus. Bei minus 18 Grad ohne Heizung geht es in ihren Wohnungen in den Hochhäusern darum, sich vor unaufhörlichen Angriffen zu schützen und die extreme Kälte zu überstehen.

Im zehnten Stock eines solchen Wohnhauses am linken Ufer von Kyjiw tut Svitlana alles, um ihre dreijährige Tochter Arina zu versorgen.

Sie erzählte uns, dass sie seit mehr als drei Tagen weder Heizung noch Strom hatten – und das bereits in der ersten Woche der Ausfälle. Viele Familien haben bis heute keinen oder nur sporadischen Zugang zu Strom und Wärme. Kaltes Wasser fließt nur zeitweise. Um die eisige Kälte draußen zu halten, stopfen Familien Stofftiere oder andere Gegenstände in die Fenster.

Svitlana kann Arina weder baden noch warmes Essen zubereiten. Also wickelt sie ihr Kind in mehrere Schichten Kleidung und steigt durch das dunkle Treppenhaus zehn Stockwerke hinab zu einem Zelt des ukrainischen Katastrophenschutzes. Dort können sie sich aufwärmen, warmes Essen erhalten, ihre Geräte aufladen und mit einer Psychologin oder einem Psychologen sprechen – oder einfach in der Wärme ausharren.

UNICEF hat die Zelte zudem mit Materialien zur psychosozialen Unterstützung ausgestattet. Spiele und Spielzeug ermöglichen Kindern Momente des Spielens und der Entspannung und helfen damit auch Erwachsenen, mit der allgegenwärtigen Angst umzugehen.

Für Kinder sind die harten Winterbedingungen sowohl körperlich als auch seelisch belastend. Dunkelheit und eisige Kälte verstärken Angst und Stress und können bestehende Atemwegs- und andere Gesundheitsprobleme verschlimmern.

Besonders gefährdet sind die Kleinsten: Neugeborene und Säuglinge verlieren schnell Körperwärme und sind einem erhöhten Risiko für Unterkühlung und Atemwegserkrankungen ausgesetzt. Ohne Wärme und medizinische Hilfe kann diese Situation schnell lebensbedrohlich werden. 

Auch der Bildungsbereich ist stark betroffen. Die extreme Kälte hat dazu geführt, dass Schulen und Kindergärten in Kyjiw und anderen Regionen vollständig auf Online-Unterricht umgestellt wurden – doch Stromausfälle erschweren den Online-Unterricht.

Trotz der extremen Herausforderungen sind die engagierten Energie- und Wassertechniker sofort nach den Angriffen vor Ort und führen dringend notwendige Reparaturen an Strom-, Heizungs- und Wasserinfrastruktur durch.

Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, die Versorgung wiederherzustellen. UNICEF unterstützt diesen Einsatz mit seiner groß angelegten Winterhilfeaktion und arbeitet unermüdlich daran, 1,65 Millionen Menschen, darunter 470.000 Kinder, zu mit Hilfsangeboten zu erreichen.

Diese Arbeit begann bereits vor Monaten. Auch Investitionen aus vorherigen Jahren tragen dazu bei, die Auswirkungen der aktuellen Störungen etwas abzumildern.

Trotz der jüngsten Angriffe auf die Energieinfrastruktur und der Stromausfälle in Saporischschja und Dnipro konnten Krankenhäuser dank rechtzeitig installierter Generatoren und Solaranlagen weiterarbeiten und die Wasserversorgunggesichert werden. 
In Kyjiw haben wir nach Schäden an den Zentralheizungsanlagen sofort Generatoren ausvorrätigenBeständen aufgestellt, um die Stromversorgung zu sichern und einen Totalausfall lebenswichtiger Dienste zu verhindern.

Wir liefern 79 Hochleistungsgeneratoren an Wasser- und Heizungsunternehmen landesweit und stärken die Kooperation mit Kommunen, um Ausfälle zu reduzieren und eine nachhaltige Wärmeversorgung zu gewährleisten. 
In den am stärksten betroffenen Regionen erhielten über 183.000 Menschen, darunter 86.000 Kinder, Winterhilfen, damit Eltern die dringendsten Bedürfnisse ihrer Kinder priorisieren können. 

1.500 Bildungseinrichtungen erhalten Winterzuschüsse, um dringend notwendige Reparaturen und Vorbereitungen durchzuführen,umden Schulbetrieb aufrechtzuerhalten und rund 445.000 Schülerinnen undSchülern ein kinderfreundlicheres Lernumfeld zu bieten.

Fast vier Jahre nach Beginn dieses unerbittlichen Krieges sind die Gedanken der Kinder immer noch vom Überleben geprägt – nicht von der Unbeschwertheit ihrer Kindheit.

Die winterliche Bedrohung geht einher mit einem tragischen Anstieg der verifizierten Opferzahlen: Im Jahr 2025 stieg die Zahl der bestätigten Opfer im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent – mindestens 92 Kinder wurden getötet und 652 verletzt. Seit Februar 2022 wurden mehr als 3.200 Kinder getötet oder verletzt.

UNICEF fordert erneut ein Ende der Angriffe auf Wohngebiete und auf die zivile Infrastruktur, auf die Kinder angewiesen sind.“