BZ-Home unicef Jugend in DU



BZ-Sitemap
Archiv 2022
Archiv 2021
Archiv 2020
Archiv 2019

Archiv 2018

Archiv 2017
24.Juli 1957
Unicef DU gegr.
Archiv 2016 

Archiv 2015


Schulen in DU
Spiel-, Bolzplätze und
Skateranlagen

Jugendherberge
Kitas 

DU sozial


Universität
Werkkiste Duisburg







 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 






Redaktion Harald Jeschke

11. Dezember 1946 in New York: Kinderhilfswerk Unicef wird ins Leben gerufen! Am 24. Juli 1957 wurde in Duisburg aus Dankbarkeit und der Einsicht, dass auch in vielen anderen Teilen der Welt Kinder in großer Not leben, die Arbeitsgruppe Duisburg ins Leben gerufen.

Kinder und Jugendliche dürfen nicht unter Einsparungen leiden!
Aufruf von 29 Stadtoberhäuptern Kinderfreundlicher Kommunen

Berlin/Duisburg, den 01. Februar 2023 - 29 Stadtoberhäupter aus ganz Deutschland warnen angesichts des Drucks auf die kommunalen Haushalte vor den negativen Folgen möglicher Einsparungen auf Kinder und Jugendliche insbesondere bei nicht ausreichend gesetzlich abgesicherten Leistungen.

Dazu zählten beispielsweise Beratungsstellen, Jugendclubs oder Bibliotheken. Solche sozialen und kulturellen Angebote seien insbesondere für benachteiligte Kinder Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe und einem gleichberechtigten Aufwachsen.


In einem gemeinsamen Appell rufen die (Ober-)Bürgermeisterinnen und (Ober-)Bürgermeister gemeinsam dazu auf, die Kinderrechte trotz Inflation und Energiekrise jederzeit zu gewährleisten. Die Unterzeichnenden vertreten Kommunen, die sich das Ziel gesetzt haben, den Kinderrechten auf allen Ebenen Nachdruck zu verleihen. Sie weisen darauf hin, dass bereits während der Corona-Pandemie die spezifischen Interessen von Kindern und Jugendlichen wenig berücksichtigt wurden: „Kinder und Jugendliche mussten deutlich weiterreichende Einschnitte in ihre Rechte und ihre Lebenswelt hinnehmen als die Mehrheit der Erwachsenen.

Familien waren durch die Schließungen der Schulen, Kitas sowie Angebote der Kinder- und Jugendhilfe auf sich allein gestellt und teilweise sehr hohen Belastungen ausgesetzt. Das betraf insbesondere ärmere Familien. Neben der aktuellen finanziellen Notlage für viele Familien beobachten wir, dass Kinder und Jugendlichen auch heute noch unter den Folgen dieser Maßnahmen leiden.“


Die Stadtoberhäupter appellieren an Bund und Länder die Pflicht aller politischen Ebenen zur Umsetzung der Kinderrechte durch deren Aufnahme ins Grundgesetz klarzustellen. 

Kommunen müssen unterstützt werden auch in schwierigen Zeiten die Umsetzung der Kinderrechte und die Berücksichtigung des Kindeswohls zu gewährleisten. Insbesondere die für Kinder wichtigen sogenannten „freiwilligen Leistungen“ müssen verbindlich geregelt werden.


Schließlich muss eine bedarfsgerechte Kindergrundsicherung schnell vorangebracht und das Existenzminimum für Familien neu berechneten werden.

Den Aufruf unterstützen die Oberbürgermeister_innen und Bürgermeister_innen von Algermissen, Bad Pyrmont, Beeskow, Berlin-Marzahn-Hellersdorf und -Pankow, Bernau, Brühl, Eltville, Hanau, Harsum, Hemmoor, Hohenhameln, Köln, Landshut, Maintal, Nauen, Nordhausen, Oestrich-Winkel, Papenburg, Puchheim, Regensburg, Remchingen, Senftenberg, Taunusstein, Weilerswist, Witzenhausen, Wolfsburg und Zeven. 

Diese Städte und Gemeinden sind Teil des Programms
„Kinderfreundliche Kommunen“, das von UNICEF Deutschland und dem Deutschen Kinderhilfswerk getragen wird. Dieses wurde 2012 in Deutschland ins Leben gerufen und basiert auf den internationalen Erfahrungen aus der Child Friendly Cities Initiative (CFCI). Diese setzt sich seit 1996 international dafür ein, die Kinderrechte auf kommunaler Ebene zu verwirklichen. In Deutschland haben sich bereits fast 50 Kommunen der Initiative angeschlossen. Die Initiative wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

 

Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen stärken

UNICEF-Neujahrsgespräch in Schloss Bellevue rückt Aufwachsen in Krisenzeiten in den Mittelpunkt

© UNICEF/UN0755480/Kanaplev


Köln/Berlin/Duisburg, 26. Januar 2023 - Die seelischen Belastungen, denen Mädchen und Jungen in unserer durch Krisen geprägten Zeit ausgesetzt sind, werden laut UNICEF bislang zu wenig beachtet. Gleichzeitig finden junge Menschen mit psychischen Problemen nach wie vor nicht genügend Unterstützung.

Beim traditionellen Neujahrsgespräch in Schloss Bellevue „Aufwachsen in Krisenzeiten – Wie können wir Kinder und Jugendliche stärken?“ ruft UNICEF Deutschland dazu auf, die Sorgen und Ängste von Kindern und Jugendlichen ernst zu nehmen und ihre mentale Gesundheit zu stärken.


„Aus vielen Gesprächen mit jungen Menschen hier in Deutschland weiß ich, wie klar Kinder und Jugendliche die Probleme der Gegenwart sehen. Viele von ihnen sind durch die Vielzahl der Krisen verunsichert und fragen sich, was das für ihren zukünftigen Lebensweg bedeutet“, erklärte Gastgeberin und UNICEF-Schirmherrin Elke Büdenbender.

„Für manche kann dies eine starke psychische Belastung sein. Junge Menschen brauchen all unsere Unterstützung, damit sie den Herausforderungen unserer Zeit gewachsen sind. Dazu gehört auch, mehr für ihre psychische Gesundheit zu tun und dem psychischen Leid von Kindern und Jugendlichen endlich mehr Aufmerksamkeit zu schenken.“

Für die Lebensqualität und Entwicklung von Kindern und Jugendlichen spielen Zuversicht und eine stabile mentale Gesundheit eine entscheidende Rolle. Der Umgang und die Erziehung in der Familie, Erfahrungen im privaten Umfeld oder in der Schule, Belastungen durch Gewalt oder Missbrauch haben jedoch maßgeblichen Einfluss auf die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden junger Menschen – ebenso wie das Erleben globaler Krisen. 

Aktuelle Krisen hinterlassen Spuren in der Psyche von Kindern und Jugendlichen
Wichtige Hinweise darauf, welche Auswirkungen die aktuellen Umbrüche auf die Psyche der Heranwachsenden in Deutschland haben, gibt zum Beispiel die sogenannten COPSY-Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. 

- Danach zeigten fast 18 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland schon vor der Covid-19-Pandemie psychische Auffälligkeiten, etwa 15 Prozent von ihnen hatten Angstsymptome und zehn Prozent depressive Symptome. 

- Etwa ein Jahr nach Beginn der Pandemie litt fast jedes dritte Kind unter psychischen Auffälligkeiten. Auch Angstsymptome und psychosomatische Beschwerden waren verstärkt zu beobachten. 

- Bis Herbst 2022 ging der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit psychischen Auffälligkeiten oder Angstsymptomen zwar wieder zurück, doch noch immer zeigte jedes vierte Kind psychische Auffälligkeiten.


- Gleichzeitig traten im vergangenen Jahr neue Krisen in den Vordergrund: Etwa die Hälfte der Kinder und Jugendlichen äußerten im Herbst 2022 Ängste und Zukunftssorgen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine, der Inflation sowie der Energie- und Klimakrise.  

Mehr Anstrengungen nötig, um die mentale Gesundheit junger Menschen zu stärken
„Kaum lässt der Druck nach, den die Corona-Pandemie besonders auf Kinder ausübte, lösen die aktuellen Krisen neue Ängste bei ihnen aus“, so Georg Graf Waldersee, Vorstandsvorsitzender von UNICEF Deutschland. „Es ist besorgniserregend, wenn ein beträchtlicher Teil der Mädchen und Jungen in unserem Land sagt, dass sie unter psychischen Belastungen leiden. Denn das hat oft Auswirkungen auf ihre gesamte Entwicklung. Die psychische Gesundheit junger Menschen zu fördern, ist keine Option, sondern ein Muss. Es ist ein notwendiger Beitrag für ihr Wohlbefinden, ihre Leistungsfähigkeit und ihre Teilhabe am Leben in unserer Gesellschaft.“

Nach Einschätzung von UNICEF muss der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen weltweit, aber auch in Deutschland, deutlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Denn ungeachtet der großen Zahl Betroffener ist mentale Gesundheit für viele Menschen noch immer ein Tabu-Thema und der gesellschaftliche Umgang mit psychischer Gesundheit und Erkrankungen von Missverständnissen und Stigmata geprägt. 

Zudem besteht trotz einiger Fortschritte in den vergangenen Jahren in Deutschland weiterhin eine Lücke zwischen dem Bedarf an Hilfsangeboten und den für den Bereich der psychischen Gesundheit zur Verfügung stehenden finanziellen und personellen Ressourcen. So sind die Wartezeiten bei Fachärzt*innen oder Beratungsstellen besonders in ländlichen Regionen oft lang. Hinzu kommt, dass Mädchen und Jungen, die besonders benachteiligt oder gefährdet sind, wie zum Beispiel geflüchtete Kinder, oft keine ausreichende Begleitung und Unterstützung erfahren. 

Notwendig sind laut UNICEF mehr niedrigschwellige Angebote beispielsweise in Kindergärten und Schulen, die dazu beitragen können, größeren Krisen schon früh aktiv vorzubeugen. Gleichzeitig muss das Versorgungsnetz für Kinder und Jugendliche mit psychischen Belastungen und Störungen nachhaltig ausgebaut werden.

 

UNICEF: Bildung von fünf Millionen ukrainischen Kindern in Gefahr

Kinder in der Ukraine und in Aufnahmeländern brauchen Lernmöglichkeiten / Aufruf zum Internationalen Tag der Bildung am 24. Januar

Der elfjährige Timofy in Bucha macht seine Hausaufgaben bei Kerzenlicht. Ohne elektrischen Strom ist in der Ukraine auch online-Lernen nicht möglich. (UNICEF UN0755379 Aleksey Filipow 2022)

Kiew, New York, Köln, Duisburg, 24. Januar 2023 - Der Krieg in der Ukraine hat für mehr als fünf Millionen Kindern zu erheblichen Beeinträchtigungen bei der Bildung geführt, warnt UNICEF anlässlich des Internationalen Tags der Bildung.  Zwei Jahre Covid-19-Pandemie hatten bereits erhebliche Lernverluste bedeutet. Im Osten des Landes leiden ukrainische Kinder seit acht Jahren unter Krieg und Gewalt. Verstärkte internationale Unterstützung ist nötig, um sicherzustellen, dass die Kinder nicht weiter zurückfallen.

"Schulen und frühkindliche Bildungseinrichtungen geben Kindern ein entscheidendes Gefühl von Struktur und Sicherheit. Verpasste Lernchancen können lebenslange Folgen haben", sagte Afshan Khan, UNICEF-Regionaldirektorin für Europa und Zentralasien. „Es ist nicht möglich, die Bildung von Kindern einfach auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben und darauf zurückzukommen, wenn andere Prioritäten erledigt sind, ohne die Zukunft einer ganzen Generation zu riskieren."

Der anhaltende Einsatz von Explosionswaffen –auch in bewohnten Gebieten – hat dazu geführt, dass Tausende von Schulen, Vorschulen und anderen Bildungseinrichtungen im ganzen Land beschädigt oder zerstört wurden. Gleichzeitig zögern viele Eltern und Betreuer, ihre Kinder aus Sicherheitsgründen in die Schule zu schicken.

UNICEF arbeitet eng mit der ukrainischen Regierung zusammen, damit Kinder wieder lernen können – in Klassenzimmern, wenn diese als sicher gelten, und durch Online- oder gemeindebasierte Bildungsalternativen, wenn Präsenzunterricht nicht möglich ist. Mehr als 1,9 Millionen Kinder hatten Zugang zu Online-Lernangeboten und 1,3 Millionen Kinder nahmen an einer Kombination aus Präsenz- und Online-Unterricht teil.

Stromausfälle unterbrechen Online-Unterricht
Die jüngsten Angriffe auf die Elektrizitäts- und andere Energieinfrastrukturen haben jedoch dazu geführt, dass fast alle Kinder in der Ukraine keine dauerhafte Stromversorgung mehr haben. Dies bedeutet, dass die Teilnahme am online-Unterricht unsicher und oft nicht möglich ist. Auch die Situation außerhalb der Ukraine ist besorgniserregend: Schätzungsweise zwei von drei geflüchteten Kindern nehmen derzeit nicht am Unterricht im Rahmen der Bildungssysteme der Aufnahmeländer teil.

Dazu tragen zum einen begrenzte Kapazitäten bei, aber zum anderen auch die Tatsache, dass sich viele geflüchtete Familien zu Beginn der Krise und während des Sommers für das Online-Lernangebot entschieden haben, da sie hofften, schnell nach Hause zurückkehren zu können.


Die Angriffe auf Schulen müssen enden

UNICEF fordert ein Ende der Angriffe auf Bildungseinrichtungen und andere zivile Einrichtungen, einschließlich der Energieinfrastruktur, auf die Kinder und Familien angewiesen sind. Zudem ist verstärkte Unterstützung nötig, um sicherzustellen, dass Kinder Zugang zu Lernmaterialien haben. Gleichzeitig müssen der Wiederaufbauplan der Ukraine und Anstrengungen für die Sanierung und Wiedereröffnung von Schulen und Vorschulen unterstützt werden.  

In den Aufnahmeländern fordert UNICEF, dass der Integration geflüchteter ukrainischer Kinder in die nationalen Bildungssysteme auf allen Ebenen, insbesondere in der frühkindlichen Bildung und der Grundschulbildung, Priorität eingeräumt wird. Hierzu werden qualifizierte Lehrerinnen und Lehrer, Lernmaterialien und Räumlichkeiten für Präsenzunterricht benötigt.


Es ist wichtig, dass die zuständigen Behörden rechtliche und administrative Hindernisse, die den Zugang der Kinder zu formaler Bildung behindern, identifizieren und schnellstmöglich beseitigen. Geflüchtete Familien brauchen klare und leicht zugängliche Informationen. Wo der Zugang zum Bildungssystem nicht sofort gewährleistet werden kann, ruft UNICEF dazu auf, insbesondere für Kinder im Sekundarschulalter alternative Angebote zum Lernen zu schaffen.


Weltweite Kindersterblichkeit: Alle 4,4 Sekunden starb ein Kind oder Jugendlicher Weltweit außerdem 1,9 Millionen Totgeburten

New York/Genf/Köln/Duisburg, 10. Januar 2023 - Nach den aktuellen, heute veröffentlichten Schätzungen der Vereinten Nationen zur Kindersterblichkeit starben 2021 rund fünf Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag. Hinzu kommen 2,1 Millionen Todesfälle von Kindern und jungen Menschen zwischen fünf und 24 Jahren. 

© UNICEF/UN0688716/Dejongh New York/Genf/Köln, den 1

Im gleichen Zeitraum gab es 1,9 Millionen Totgeburten. Tragischerweise hätten viele dieser Todesfälle durch einen gleichberechtigten Zugang und hochwertige Gesundheitsversorgung für Mütter, Neugeborene, Kinder und Jugendliche vermieden werden können.


"Jeden Tag erleiden viel zu viele Eltern das Trauma, ihre Kinder zu verlieren, manchmal noch vor ihrem ersten Atemzug", sagte Vidhya Ganesh, UNICEF-Direktorin für Datenanalyse, Planung und Monitoring. "Solche weit verbreiteten, verhinderbaren Tragödien dürfen wir niemals als unvermeidlich akzeptieren. Fortschritte sind möglich: dafür braucht es einen stärkeren politischen Willen und gezielte Investitionen in einen gerechten Zugang zu medizinischer Grundversorgung für alle Frauen und Kinder."


Laut zwei neuer UN-Berichte, die heute veröffentlicht wurden, gibt es auch positive Entwicklungen: Die weltweite Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren ist seit Anfang des Jahrhunderts um 50 Prozent gesunken, während die Sterblichkeitsrate älterer Kinder und Jugendlicher um 36 Prozent und die Totgeburtenrate um 35 Prozent zurückging. Dies lässt sich auf verstärkte Investitionen in die grundlegende Gesundheitsversorgung von Frauen, Kindern und Jugendlichen zurückführen.


Allerdings sind diese Fortschritte seit 2010 deutlich zurückgegangen: 54 Länder werden das nachhaltige Entwicklungsziel in Bezug auf die Senkung der Sterblichkeit von Kindern unter fünf Jahren nicht erreichen. Ohne zeitnahe Maßnahmen zur Stärkung der Gesundheitsdienste werden bis 2030 schätzungsweise 59 Millionen Kinder und Jugendliche sterben und rund 16 Millionen Babys tot zur Welt kommen, warnen die UN-Organisationen.


"Es ist zutiefst ungerecht, dass die Überlebenschancen eines Kindes allein durch seinen Geburtsort bestimmt werden können und dass es beim Zugang zu lebensrettenden Gesundheitsdiensten so große Ungleichheiten gibt", sagte Dr. Anshu Banerjee, Direktorin für die Gesundheit von Müttern, Neugeborenen, Kindern und Jugendlichen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). "Kinder weltweit benötigen starke grundlegende Gesundheitssysteme, die ihren Bedürfnissen und denen ihrer Familien gerecht werden, damit sie – ganz gleich wo sie geboren werden – den besten Start und Hoffnung für die Zukunft haben."


Laut Vereinten Nationen sind die Überlebenschancen von Kindern nach wie vor sehr unterschiedlich, je nachdem, wo sie zur Welt kommen. Sub-Sahara-Afrika und Südasien sind besonders von Kindersterblichkeit betroffen. Obwohl Länder in Sub-Sahara-Afrika nur 29 Prozent der weltweiten Lebendgeburten verzeichneten, ereigneten sich im Jahr 2021 56 Prozent aller Todesfälle von Kindern unter fünf Jahren in dieser Region und 26 Prozent in Südasien. Kinder, die in Sub-Sahara-Afrika zur Welt kommen, sind weltweit dem höchsten Risiko ausgesetzt, im Kindesalter zu sterben – das Risiko ist für sie 15 Mal höher als für Kinder in Europa und Nordamerika.


In beiden Regionen ist zudem die Totgeburtenrate besonders hoch: 77 Prozent aller Totgeburten im Jahr 2021 ereigneten sich in Sub-Sahara-Afrika und in Südasien. Nahezu die Hälfte der Totgeburten gab es in Sub-Sahara-Afrika. Das Risiko einer Frau, eine Totgeburt zu erleiden, ist in Afrika südlich der Sahara siebenmal höher als in Europa und Nordamerika.


"Hinter diesen Zahlen stehen Millionen von Kindern und Familien, denen ihr Grundrecht auf Gesundheit verwehrt wird", sagte Juan Pablo Uribe, Globaler Direktor für Gesundheit, Ernährung und Bevölkerung der Weltbank und Direktor der Globalen Finanzierungsfazilität. "Wir brauchen politischen Willen und Führungsstärke für eine nachhaltige Finanzierung der grundlegenden Gesundheitsversorgung – dies ist eine der besten Investitionen, die Länder und Entwicklungspartner tätigen können."


Nach wie vor ist der Zugang zu und die Verfügbarkeit von qualitativ hochwertiger Gesundheitsversorgung für Kinder weltweit eine Frage von Leben und Tod. Die meisten Todesfälle bei Kindern ereignen sich in den ersten fünf Jahren, die Hälfte dieser Kinder überlebt nicht einmal den ersten Monat.

Frühgeburten und Komplikationen während der Geburt gehören zu den häufigsten Todesursachen. Auch mehr als 40 Prozent der Totgeburten ereignen sich während der Geburt – die meisten dieser Todesfälle könnten verhindert werden, wenn Frauen Zugang zu angemessener Versorgung während der Schwangerschaft und der Geburt hätten. Für Kinder, die die ersten 28 Tage überleben, stellen Infektionskrankheiten wie Lungenentzündung, Durchfall und Malaria die größte Gefahr dar.


Obwohl COVID-19 die Kindersterblichkeit nicht direkt erhöht hat – die Wahrscheinlichkeit, an der Krankheit zu sterben, ist bei Kindern geringer als bei Erwachsenen –, könnte die Pandemie dazu beigetragen haben, das Überleben von Kindern zukünftig stärker zu gefährden. Laut den beiden aktuellen Berichten könnte dies auf die Unterbrechung von Impfkampagnen, Ernährungsdiensten und dem Zugang zur medizinischen Grundversorgung zurückzuführen sein und die Gesundheit und das Wohlergehen der Kinder über Jahre hinweg gefährden.

Darüber hinaus hat die Pandemie zum größten Rückgang von Impfungen seit drei Jahrzehnten geführt – dadurch sind die am meisten gefährdeten Neugeborenen und Kinder einem größeren Risiko ausgesetzt sind, an vermeidbaren Krankheiten zu sterben.


Die Berichte weisen zudem auf Datenlücken hin, die die Wirkung von Maßnahmen und Programmen zur Verbesserung des Überlebens und des Wohlergehens von Kindern beeinträchtigen könnten.


"Die neuen Schätzungen verdeutlichen die bemerkenswerten weltweiten Fortschritte, die seit 2000 in Bezug auf die Senkung der Sterblichkeit von Kindern unter fünf Jahren erzielt wurden", sagte John Wilmoth, Direktor der UN-Bevölkerungsabteilung.

"Trotz dieser Fortschritte muss noch mehr getan werden, um die anhaltend großen Unterschiede im Hinblick auf das Überleben von Kindern in einzelnen Ländern und Regionen zu adressieren, insbesondere in Sub-Sahara-Afrika. Nur durch den verbesserten Zugang zu qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung, insbesondere rund um die Geburt, werden wir in der Lage sein, diese Ungleichheiten zu verringern und dem vermeidbaren Tod von Neugeborenen und Kindern weltweit ein Ende zu setzen."