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IGA 2027: RheinPark Duisburg erhält grünes Update


Wolt und Fressnapf expandieren: 78 Standorte in 17 deutschen Städten

Wolt und Fressnapf bauen Partnerschaft deutlich aus: 78 Standorte in 17 deutschen Städten geplant

Duisburg, 9. April 2026 - Wolt und Fressnapf weiten ihre Zusammenarbeit in Deutschland deutlich aus. Im Zuge der bundesweiten Expansion werden 65 weitere Fressnapf-Märkte an die Plattform angebunden. Insgesamt wächst das Angebot damit auf 78 Märkte in 17 deutschen Städten. Der Start der neuen Standorte ist für April vorgesehen. Der Ausbau unterstreicht die zunehmende Bedeutung des Einzelhandels für Wolt in Deutschland.

Besonders der Bereich Heim- und Haustierbedarf entwickelt sich zu einem starken Wachstumstreiber und ist ein zentraler Bestandteil der strategischen Weiterentwicklung des Handelsangebots. Tierprodukte gehören aktuell zu den am schnellsten wachsenden Kategorien auf der Plattform in Deutschland. Seit Ende 2024 steigen die wöchentlichen Bestellungen von Tierfutter und -spielzeug kontinuierlich.

Präsenz in 13 neuen Städten
Mit der Expansion können sich Fressnapf-Kundinnen und -Kunden künftig in 13 weiteren Städten ihren Heimtierbedarf direkt über Wolt nach Hause liefern lassen – darunter Koblenz, Düsseldorf, Krefeld, Kiel, Bielefeld, Bochum, Lübeck, Mainz, Göttingen, Kassel und Bremen. Insgesamt ist Fressnapf damit künftig in 17 deutschen Städten über die Plattform erreichbar.

Pro angebundenem Markt sind rund 4.500 Artikel über Wolt verfügbar – von Tiernahrung über Zubehör bis hin zu Pflegeprodukten. Die Preise entsprechen denen im jeweiligen Markt vor Ort. Bereits in den vergangenen Monaten hatten beide Unternehmen ihre Kooperation unter anderem in München, Ingolstadt und dem Münchner Umland erweitert. Mit der nun angekündigten bundesweiten Skalierung folgt der nächste gemeinsame Schritt.


Stimmen zur Expansion
„Der Einzelhandel ist für uns ein zentrales Wachstumsfeld in Deutschland. Mit Fressnapf bauen wir eine erfolgreiche Partnerschaft nun bundesweit aus und ermöglichen einen schnellen und unkomplizierten Zugang zu Heimtierbedarf – direkt aus dem lokalen Markt“, sagt Bassel Soukar, Head of Retail bei Wolt Deutschland.

Durch die erweiterte Zusammenarbeit stärkt Fressnapf seine Omnichannel-Präsenz und erreicht zusätzliche Zielgruppen im urbanen Raum: „Unser Anspruch ist es, gemeinsam mit starken Partnern echten Mehrwert für unsere Kundinnen und Kunden zu schaffen – genau dort, wo sie ihn brauchen“, sagt Norbert Marschallinger, Managing Director bei Fressnapf Deutschland.

„Mit Wolt erweitern wir unsere Reichweite um einen schnellen, digitalen Zugang zu unserem Sortiment und machen Heimtierbedarf noch einfacher verfügbar. So erhöhen wir die Relevanz unserer Angebote entlang der gesamten Customer Journey und verbinden lokale Verfügbarkeit mit maximaler Convenience.“

Langfristig angelegte Partnerschaft Die Zusammenarbeit ist langfristig angelegt. Nach dem initialen Roll-out prüfen beide Unternehmen die Anbindung weiterer Standorte. Mit dem Ausbau reagieren Wolt und Fressnapf auf die steigende Nachfrage nach flexiblen Einkaufsmöglichkeiten und stärken zugleich die Verbindung zwischen stationärem Handel und digitalem Bestellangebot. „Fressnapf auf Wolt” ist in der Wolt-App sowie unter dem folgenden Link verfügbar:
https://wolt.com/de/discovery/germany-fressnapf?srsltid=AfmBOoqsaM4yWG014B1lXa5XCh4M9GwHl0I7j5ThgCpxxuyC2R9JZnAz 

Über Wolt
Wolt ist ein in Finnland gegründetes Technologieunternehmen, das sich zum Ziel gesetzt hat, das Leben in den Nachbarschaften weltweit einfacher und angenehmer zu machen. Mit seiner Plattform verbindet Wolt Menschen, die Lebensmittel und andere Produkte bestellen möchten, mit lokalen Anbietern und Kurier:innen, die diese liefern. Wolt wurde 2014 gegründet und ist seit 2022 Teil von DoorDash (NASDAQ:DASH). 2020 ist Wolt in Deutschland gestartet und ist in insgesamt mehr als 30 Ländern aktiv. Weitere Informationen auf der Wolt Website.

Über die Fressnapf-Gruppe
Fressnapf | Maxi Zoo ist der europäische Marktführer für Heimtierbedarf. Seit der Eröffnung des ersten „Freßnapf“-Fachmarktes 1990 in Erkelenz (NRW) ist Gründer Torsten Toeller Firmeninhaber und Mehrheitsgesellschafter - auch mit Wphnsitz in Duisburg-Großenbaum und Investor von Mercator One am Hauptbahnhof Duisburg.

Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Krefeld mit weiteren Niederlassungen in zahlreichen europäischen Ländern. Heute gehören rund 2.800 Fressnapf | Maxi Zoo und Arcaplanet-Märkte mit über 20.000 Mitarbeitern (inkl. Franchise) aus über 50 Nationen zur Unternehmensgruppe.

In Deutschland wird der überwiegende Teil der Märkte von selbständigen Franchisepartnern betrieben, in anderen europäischen Ländern als eigene Märkte. Darüber hinaus engagiert sich Fressnapf | Maxi Zoo als Sponsor verschiedener gemeinnütziger Tierschutzprojekte und baut ihr soziales Engagement im Rahmen der Initiative „tierisch engagiert“ stetig aus.

Mit der Vision „Happier Pets. Happier People.“ versteht sich die Fressnapf-Gruppe als kundenorientiertes Omnichannel-Handelsunternehmen. Das Sortiment umfasst diverse Marken aus allen Preiskategorien, die exklusiv bei Fressnapf | Maxi Zoo erhältlich sind. Die Mission des Unternehmens lautet: „Wir tun alles, was wir können, um das Leben von Haustieren und Tierhaltern einfacher, besser und glücklicher zu machen.


IMK-Prognose: Iran-Krieg bremst Wachstum 2026 auf 0,9 Prozent, 1,6 Prozent Wachstum 2027

Düsseldorf, Duisburg, April 2026 - Die deutsche Wirtschaft kann in diesem Jahr um 0,9 Prozent und 2027 um 1,6 Prozent wachsen. Voraussetzung dafür ist, dass der Iran-Krieg nicht über den Sommer hinaus andauert, die Energielieferungen durch die Straße von Hormus im Sommer dann wieder ungehindert laufen und die Öl- und Gas-Infrastruktur der arabischen Golfstaaten nicht substanziell beschädigt ist. Von diesem Szenario geht das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung in seiner neuen Konjunkturprognose aus.*

Quelle Hans-Böckler-Stiftung

Der aktuelle Höhenflug der Energiepreise wird sich danach bis zum Jahresende 2026 zurückbilden. Ab dem zweiten Halbjahr dürften die positiven Impulse erhöhter staatlicher Investitionen und eines wieder anziehenden privaten Konsums die Wirtschaftsentwicklung bestimmen. Die Inflation steigt im Jahresdurchschnitt 2026 moderat auf 2,4 Prozent, 2027 läge die Verbraucherpreisentwicklung mit 1,7 Prozent unter dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB). Am Arbeitsmarkt würde sich kaum etwas bewegen, die Arbeitslosenquote bliebe in beiden Jahren bei durchschnittlich 6,3 Prozent, wie schon 2025.

Zudem betrachtet das IMK ein Szenario eines länger anhaltenden Anstiegs der Energiepreise durch den Iran-Krieg. Sollten die kriegerischen Auseinandersetzungen der USA und Israels mit dem Iran länger anhalten oder der Konflikt weiter eskalieren, könnte der bis zum Kriegsausbruch erwartete wirtschaftliche Aufschwung im laufenden Jahr ausfallen: Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) würde nach diesem Risikoszenario des IMK 2026 um allenfalls 0,2 Prozent zunehmen und 2027 um 1,4 Prozent.

Neben der Dauer des Konflikts als dominierender Variable nennen die Ökonom*innen weitere Faktoren, die die EZB und die Bundesregierung selbst beeinflussen können. Bei einem Kriegsende bis zum Sommer seien „die Bedingungen für einen selbsttragenden Aufschwung noch gegeben“, schreiben sie. „Vorausgesetzt sind allerdings eine besonnene Geldpolitik und eine aktive Wirtschaftspolitik der Bundesregierung, die transformative Investitionen vorantreibt und gegebenenfalls einen Beitrag zur Sicherung der Preisstabilität leistet.“

Konkret solle die EZB umgehend signalisieren, dass sie die Leitzinsen nur erhöhen würde, wenn die Versorgungsengpässe über den Sommer hinaus anhalten und der Energiepreisschub Zweitrundeneffekte auslöst. Die Politik solle unbedingt sicherstellen, dass die Mittel aus dem Sondervermögen wirklich in zusätzliche Investitionen fließen. Für den – aktuell unwahrscheinlichen – Fall einer verfestigten höheren Inflation sollte sie Vorbereitungen treffen, indem sie beispielsweise Maßnahmen zur Deckelung von Energiepreisen ins Auge fasst, eine Neuauflage der Inflationsprämie oder eine zielgerichtete Senkung indirekter Steuern.

Gegenüber seiner vorherigen Prognose vom Dezember 2025 reduziert das IMK die Wachstumserwartung beim BIP für dieses Jahr im Hauptszenario um 0,3 Prozentpunkte. Für 2027 geben die Düsseldorfer Konjunkturexpert*innen erstmals eine Prognose ab.

„Im Februar haben wir noch darüber nachgedacht, die Prognose für 2026 anzuheben, weil zunehmend positive Signale kamen, bis hin zu den Industrieaufträgen. Eine durchgreifende Erholung war absehbar. Das verhageln nun zumindest zum Teil die wirtschaftlichen Effekte des Kriegs, und schlimmstenfalls verschärfen sie das Risiko einer Deindustrialisierung in Deutschland“, sagt Prof. Dr. Sebastian Dullien, der wissenschaftliche Direktor des IMK.

Es sei in dieser Situation besonders wichtig, die Ursachen für den Rückschlag sauber einzuordnen, betont der Ökonom: „Die deutsche Wirtschaft leidet unter Entscheidungen ausländischer Politiker, nicht unter klassischen Standort- oder Wettbewerbsproblemen.

Zugespitzt gesagt: Wenn der Iran-Krieg die Energiepreise hochtreibt oder die amerikanische und die chinesische Regierung durch Zollbarrieren, Subventionen oder gezielte Abwertung ihrer Währungen Exporte aus Europa ausbremsen, hilft es nichts, im Inland mit Druck auf Löhne, Deregulierung bei der Arbeitszeit oder aktionistischen Einschnitten bei der sozialen Sicherung zu reagieren. Im Gegenteil: Damit schwächen wir den privaten Konsum als aktuell besonders wichtigen Stabilitätsfaktor.“ -Kerndaten der Prognose




Arbeitsmarkt
Weder die moderate konjunkturelle Erholung der IMK-Hauptprognose für 2026 noch der stärkere Aufschwung 2027 wirken sich durchschlagend auf die durchschnittlichen Jahreswerte auf dem Arbeitsmarkt aus, die lange Rezessionsphase wirkt nach in Form einer weitgehenden Stagnation. Die Zahl der Erwerbstätigen nimmt im Jahresdurchschnitt 2026 um 0,2 Prozent ab. Die Arbeitslosigkeit steigt geringfügig um 30.000 Personen auf knapp 2,98 Millionen im Jahresmittel, die Arbeitslosenquote liegt bei 6,3 Prozent wie im Vorjahr. Für 2027 veranschlagen die Forschenden einen minimalen Anstieg der Erwerbstätigenzahl um jahresdurchschnittlich 0,1 Prozent. Die Arbeitslosigkeit sinkt um knapp 20.000 Personen, die Quote bleibt bei 6,3 Prozent.

Weltwirtschaft und Außenhandel
Die Weltwirtschaft wächst 2026 und 2027 recht verhalten um 3,1 bzw. 3,0 Prozent. Der Iran-Krieg und die Handelspolitik der USA wirken belastend – auch auf die wirtschaftliche Entwicklung im eigenen Land. Das IMK rechnet für die USA 2026 und 2027 mit einem Wirtschaftswachstum von 1,8 bzw. 1,6 Prozent. Im Euroraum wird das BIP 2026 um 1,0 Prozent wachsen, 2027 sind es 1,5 Prozent. Für China rechnet das IMK mit 4,3 bzw. 4,2 Prozent, für Japan mit 0,4 bzw. 0,8 Prozent.

Die deutschen Exporte erhalten von wichtigen Handelspartnern nur schwache Impulse, wozu neben Iran-Krieg und US-Zöllen auch beiträgt, dass der Euro erheblich gegenüber US-Dollar und chinesischem Renminbi aufgewertet hat und dass in China gezielt Importe durch Produkte aus heimischer Herstellung ersetzt werden. Dagegen stützt die Nachfrage aus anderen EU-Ländern die deutschen Ausfuhren. Im Jahresdurchschnitt 2026 sinken die Ausfuhren um 0,5 Prozent. 2027 wachsen die Exporte zwar wieder, allerdings moderat um 1,5 Prozent im Jahresmittel.

Die Importe legen 2026 geringfügig um durchschnittlich 0,3 Prozent zu und 2027 um 1,9 Prozent. Dementsprechend ist der Beitrag des Außenhandels zum Wirtschaftswachstum in beiden Jahren negativ, 2027 ist dieser Effekt mit -0,1 Prozent allerdings nur minimal. Deutschland verzeichnet weiterhin einen Leistungsbilanzüberschuss, er beträgt je 4,0 Prozent in beiden Jahren.

Investitionen
Der Iran-Krieg bremst die Erholung der Ausrüstungsinvestitionen. Nach dem Szenario der Hauptprognose nehmen diese ab der zweiten Jahreshälfte aber wieder an Fahrt auf, vor allem angetrieben durch Investitionen des Staates in Infrastruktur und Verteidigung. Unter dem Strich liegen die Ausrüstungsinvestitionen im Jahresdurchschnitt 2026 leicht im Plus mit 0,7 Prozent. Im kommenden Jahr beschleunigt sich der Aufwärtstrend deutlich, 2027 legen die Ausrüstungsinvestitionen um durchschnittlich 3,3 Prozent zu. Die Bauinvestitionen schwenken, auch in Folge steigender Infrastrukturinvestitionen, ebenfalls auf einen deutlicheren Erholungskurs ein. Im Jahresdurchschnitt 2026 legen sie um 1,7 Prozent zu, im kommenden Jahr um durchschnittlich 4,0 Prozent.

Privater und öffentlicher Konsum
Der private Konsum wird durch die erhöhten Energiepreise belastet, nach der IMK-Hauptprognose aber nicht abgewürgt, weil die Lohnentwicklung solide bleibt. Für dieses Jahr erwartet das IMK einen realen Zuwachs der privaten Konsumausgaben um 0,8 Prozent im Jahresdurchschnitt. 2027 ziehen die Ausgaben dann um real 1,2 Prozent im Jahresmittel an. Zusammen mit einem um 2,0 bzw. 1,7 Prozent wachsenden Staatskonsum und der zunehmenden Investitionstätigkeit sorgt die private Nachfrage dafür, dass die Inlandsnachfrage 2025 und 2026 das Rückgrat der wirtschaftlichen Entwicklung bildet.

Inflation und öffentliche Finanzen
Für 2026 prognostiziert das IMK eine durchschnittliche Teuerungsrate von 2,4 Prozent im Jahresmittel. Dass sich der zeitweilige Energiepreisschub gegen Jahresende zurückbildet, ist ein wesentlicher Grund dafür, dass die Teuerung 2027 mit 1,7 Prozent unterhalb der Zielmarke der EZB bleibt.

Das IMK rechnet damit, dass sich die staatlichen Einnahmen 2026 relativ schwach entwickeln. Zusätzlich zur schwachen Konjunktur dämpfen auch Entlastungsmaßnahmen wie der Ausgleich der kalten Progression, der Investitionsbooster und die Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie das Steueraufkommen. Die öffentlichen Einnahmen wachsen in diesem Jahr schwächer als die Ausgaben – auch, weil die öffentlichen Investitionen nun ausgeweitet werden. Das gesamtstaatliche Defizit gemessen am BIP steigt daher auf 3,8 Prozent nach 2,7 Prozent 2025.

Im kommenden Jahr gibt der Staat noch einmal mehr Geld für Investitionen und Verteidigung aus sowie für Zinsen. Zwar wachsen mit der besseren konjunkturellen Entwicklung auch die Steuereinnahmen wieder stärker, gleichwohl steigt das Defizit 2027 auf 3,9 Prozent im Jahresdurchschnitt.


Was das Rekorddefizit mit Schultoiletten und Schlaglöchern zu tun hat

Duisburg, 1. April 2026 - (Kein Aprilscherz sondern finstere Wahrheit) Die Städte und Gemeinden in Deutschland hatten 2025 fast 32 Milliarden Euro zu wenig. Das geht aus nun veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamts hervor. Besonders bitter für die Betroffenen: Aktuell ist keine Hilfe aus Berlin oder den Landeshauptstädten in Sicht.

Kinder laufen in der Schulpause nach Hause, um dort auf die Toilette zu gehen, weil der Zustand in der Schule nicht zumutbar ist. Autofahrer sehen auf ihrer täglichen Strecke jeden Tag dasselbe Schlagloch. Szenen wie diese sind in vielen Städten trauriger Alltag. Und anstatt einer Verbesserung der Situation wird es schlimmer: Zum zweiten Mal in Folge besteht ein historisch schlechtes Finanzdefizit.

Die neue Veröffentlichung des Statistischen Bundesamts stellt fest, dass in den Kern- und Extra-Haushalten der Kommunen im vergangenen Jahr 31,9 Milliarden Euro fehlten – 7,1 Milliarden Euro mehr als noch 2024 und so viel wie noch nie. Der Anstieg der Ausgaben um 22,4 Milliarden Euro (5,6 Prozent) konnte durch zusätzliche Einnahmen in Höhe von 15,3 Milliarden Euro nur zu gut zwei Drittel ausgeglichen werden.

Wegen dieses Rekorddefizits können die Städte und Gemeinden die beschriebenen Probleme nicht mehr angehen. Im Gegenteil: Die Investitionen werden zurückgehen. Die Kommunen müssen wieder Kredite aufnehmen oder Steuern und Abgaben erhöhen, um die Aufgaben überhaupt erfüllen zu können, die ihnen Bund und Länder übertragen haben.

Bei einer Reihe dieser Aufgaben sind die Kosten in jüngster Vergangenheit schier explodiert, etwa bei der „Jugendhilfe“ (8,8 Prozent) und der „Eingliederungshilfe“ (11,2 Prozent). Das hat neben gestiegenen Personalausgaben (6,5 Prozent) und der wirtschaftsbedingten Steuerschwäche wesentlich zu dem Rekorddefizit geführt.

Für die Kommunen heißt das, dass sie ihren Bürgerinnen und Bürgern wieder mehr Einschnitte zumuten müssen. Schwimmbäder, Sporthallen und Büchereien sind betroƯen, wichtige Sanierungen bleiben erkennbar aus. Das verstärkt den Vertrauensverlust bei den Menschen vor Ort. Studien und die jüngsten Wahlergebnisse zeigen, dass die Neigung zu einer extremistischen Stimm-Abgabe dort besonders hoch ist, wo die finanziellen Probleme am stärksten sind.

Bisher ist dennoch nicht zu erkennen, dass die Betroffnen Unterstützung bekommen. „Wir erfahren in Berlin und den Landeshauptstädten viel Verständnis, aber keine Hilfe“, sagen Martin Murrack und Silke Ehrbar-Wulfen, Sprecher des Aktionsbündnisses „Für die Würde unserer Städte“.

Dabei ist mit dem Rekorddefizit eindeutig zu erkennen, was den Kommunen strukturell fehlt: Sie brauchen Sofort-Maßnahmen in Höhe von 32 Milliarden Euro jährlich, um ihren freien Fall zu stoppen. Diese müssen Bund und Länder jeweils zur Hälfte zur Verfügung stellen.

Kaputtsparen, dass zeigt die Vergangenheit, ist keine Lösung, sondern der Einstieg in noch viel größere Probleme. Dies gilt es zu verhindern. Gleichfalls müssen die Kommunen aber auch zügig von bürokratischen Lasten befreit werden. Das muss schneller gehen, um auch Kosten reduzieren zu können.

Hintergrund-Informationen
Im Aktionsbündnis „Für die Würde unserer Städte“ haben sich 73 Kommunen aus acht Bundesländern zusammengeschlossen. In den Städten und Kreisen leben rund zehn Millionen Menschen. Die Kommunen sind besonders vom Strukturwandel betroffen, deshalb haben sie geringe Einnahmen aus Steuern und hohe Ausgaben, insbesondere im Sozialbereich.

Die Mitglieder sind: Bad Schmiedeberg, Bergkamen, Bischofsheim, Bochum, Bottrop, Castrop-Rauxel, Cottbus, Landkreis Cuxhaven, Cuxhaven, Dietzenbach, Dinslaken, Dorsten, Dortmund, Duisburg, Ennepetal, Ennepe-Ruhr-Kreis, Essen, Frankenthal, Frankfurt am Main, Geestland, Gelsenkirchen, Ginsheim-Gustavsburg, Gladbeck, Kreis Groß-Gerau, Hagen, Hamm, Hamminkeln, Hattingen, Herne, Herten, Kaiserslautern, Koblenz, Krefeld, Lahnstein, Leverkusen, Löhne, Ludwigshafen, Lünen, Mainz, Mayen, Mettmann, Moers, Mönchengladbach, Mörfelden-Walldorf, Mülheim an der Ruhr, Neustadt an der Weinstraße, Neuwied, Oberhausen, Obertshausen, Oer-Erkenschwick, OƯenbach, Pirmasens, Recklinghausen, Kreis Recklinghausen, Remscheid, Saarbrücken, Salzgitter, Schwerin, Schwerte, Solingen, Trier, Kreis Unna, Unna, Voerde, Völklingen, Waltrop, Werne, Wesel, Witten, Worms, Wülfrath, Wuppertal und Zweibrücken. www.fuerdiewuerde.de




Kommunen verzeichnen im Jahr 2025 neues Rekorddefizit von 31,9 Milliarden Euro
• Deckungslücke der kommunalen Haushalte immer größer
• Ausgaben der kommunalen Kern- und Extrahaushalte wachsen mit +5,6 % zum Vorjahr stärker als die Einnahmen mit +4,1 %
• Grundsteuern 2025 aufkommensneutral

Die Kern- und Extrahaushalte der Gemeinden und Gemeindeverbände (ohne Stadtstaaten) in Deutschland wiesen im Jahr 2025 ein Finanzierungsdefizit von 31,9 Milliarden Euro auf. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen der vierteljährlichen Kassenstatistik mitteilt, war dies das höchste kommunale Finanzierungsdefizit seit der deutschen Vereinigung im Jahr 1990. Das Defizit übertraf den bisherigen Rekordwert des Jahres 2024 (24,8 Milliarden Euro) um weitere 7,1 Milliarden Euro.



Im Jahr 2025 waren damit 7,5 % der Ausgaben nicht durch reguläre Einnahmen gedeckt und mussten zunehmend durch die Aufnahme von Kassenkrediten finanziert werden. So verzeichnete die vierteljährliche Schuldenstatistik zum 30. September 2025 eine um 16,5 % höhere Verschuldung durch kommunale Kassenkredite als ein Jahr zuvor. Der Schuldenstand zum Jahresende 2025 wird am 9. April 2026 veröffentlicht.

Das Defizit ist vor allem auf die kommunalen Kernhaushalte zurückzuführen: Mit 29,4 Milliarden Euro war es um 5,1 Milliarden Euro größer als im Vorjahr. Das Defizit der Extrahaushalte verfünffachte sich im Jahr 2025 auf 2,5 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr. Als Extrahaushalte gelten diejenigen Fonds, Einrichtungen und Unternehmen in kommunaler Trägerschaft, deren Finanzierung überwiegend aus Zuschüssen der Kommunen erfolgt.

Die wachsenden Defizite bedeuten, dass die Extrahaushalte einen höheren Zuschussbedarf von den kommunalen Kernhaushalten haben. Wachstum der Investitionsausgaben rückläufig Das Defizit in den Kern- und Extrahaushalten wuchs, weil die Ausgaben erneut schneller stiegen als die Einnahmen: Die bereinigten Ausgaben der Kern- und Extrahaushalte der Gemeinden und Gemeindeverbände stiegen im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 5,6 % oder 22,4 Milliarden Euro auf 423,3 Milliarden Euro.

Die Personalausgaben stiegen mit +6,8 % auf 113,4 Milliarden Euro überdurchschnittlich. Die Gründe dafür liegen in der Tariferhöhung für die Beschäftigten von Bund und Kommunen im April 2025 und dem Ausbau des Personalstands. Die Ausgaben für den laufenden Sachaufwand stiegen weniger stark als in den Vorjahren um nun 3,9 % auf 99,1 Milliarden Euro.

Die kommunalen Kern- und Extrahaushalte gaben 90,0 Milliarden Euro im Jahr 2025 für Sozialleistungen aus (+5,9 %). Die größten Zuwächse waren für jene Sozialleistungen zu verzeichnen, deren Kosten vor allem die Kommunen und weniger der Bund und die Länder tragen: Die Ausgaben für Eingliederungshilfen nach SGB IX wuchsen deutlich um 2,5 Milliarden Euro (+11,2 %) auf nunmehr 25,2 Milliarden Euro.

Die Ausgaben zur Kinder- und Jugendhilfe nach SGB VIII stiegen um 1,6 Milliarden Euro (+8,8 %) auf 20,0 Milliarden Euro. Bei den Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz war hingegen ein deutlicher Rückgang um 10,9 % auf 3,4 Milliarden Euro zu verzeichnen. Die Ausgaben für Sachinvestitionen beliefen sich 2025 auf 53,9 Milliarden Euro. Sie stiegen gegenüber dem Vorjahr um +3,5 %.

In den beiden Jahren davor lag das Wachstum bei +12,5 % (2024) und +11,9 % (2023). Die Ausgaben für Baumaßnahmen stiegen 2025 um 4,3 % auf 38,0 Milliarden Euro. Grundsteuern 2025 aufkommensneutral Die bereinigten Einnahmen der kommunalen Kern- und Extrahaushalte waren im Jahr 2025 mit 391,4 Milliarden Euro um 4,1 % oder 15,3 Milliarden Euro höher als im Jahr 2024. Die Einnahmen aus Steuern (netto) stiegen im Jahr 2025 wieder etwas stärker um 3,4 % auf 136,5 Milliarden Euro.

Ausschlaggebend war das kräftige Plus von 7,5 % beim Gemeindeanteil an der Einkommensteuer. Der Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer stieg um 4,3 %, während die Einnahmen aus Gewerbesteuer (netto) um 1,0 % wuchsen. Im Jahr des Wirksamwerdens der Grundsteuerreform blieb das Aufkommen aus Grundsteuern in der Summe aller Kommunen (ohne Stadtstaaten) unverändert bei 14,5 Milliarden Euro.